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Planen und Dokumentieren in der Altenpflege
In der 5. Auflage der "Praxisleitlinien Altenpflege" finden Sie fachlichen Rat und Hilfestellungen für Ihre Pflegeplanung und -dokumentation. Mit rund 300 Praxisleitlinien, die auf Pflegediagnosen basieren, verwenden Sie dabei standardisierte Formulierungen. Alle Elemente stammen aus der anerkannten Pflegefachsprache und Klassifikation ENP.
Mit ENP steigern Sie die Genauigkeit der Kommunikation zwischen Arbeitsschichten, Wohnbereichen, aber auch innerhalb der betrieblichen Organisation sowie mit externen Kooperationspartnern. Nutzen Sie dieses praktische Instrument, um bei Veränderungen in der Pflegeumgebung - z. B. bei Verlegung des Bewohners - die Kontinuität der Pflege zu gewährleisten und bei der Auswahl von Pflegeproblemen und entsprechenden Pflegeinterventionen unterstützt zu werden.
Auch für die Lehre, Fort- und Weiterbildung bieten die Praxisleitlinien eine gute Arbeitsgrundlage.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 1407
Veröffentlichungsjahr: 2019
Pia Wieteck
5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 2018
Das vorliegende Praxisbuch richtet sich an Auszubildende und Pflegepraktiker in der Altenpflege als Einstieg in die Themengebiete Pflegeprozessdokumentation, Pflegeklassifikation und elektronische Pflegedokumentation. Planen, Formulieren, Dokumentieren – diese Tätigkeiten nehmen für die Pflege einen immer größeren Stellenwert ein.
Der Anspruch an die Nachvollziehbarkeit von Pflege steigt von Seiten der Gesetzgeber, der Kranken- und Pflegekassen, der Bewohner und Angehörigen. Pflegende in der Praxis können dieser Anforderung gerecht werden, indem sie eine systematisch erarbeitete und kontinuierlich weiterentwickelte, standardisierte Fachsprache als Instrument verwenden.
Dieses Praxisbuch für die Altenpflege kann sowohl als Arbeitsbuch zur Umsetzung des Pflegeprozesses in der Ausbildung zur Altenpflegerin/zum Altenpfleger dienen, als auch als Nachschlagewerk einzelner Pflegediagnosen zur korrekten Versorgung eines Bewohners in einer Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst verwendet werden.
Zur konkreten Formulierungsunterstützung im Rahmen der Pflegedokumentation sind in diesem Buch 298 pflegediagnosenbezogenene Praxisleitlinien der Pflegeklassifikation ENP (European Nursing care Pathways) von den derzeit insgesamt 560 Praxisleitlinien der Version 2.10.1 für die Altenpflege veröffentlicht. ENP bietet nicht nur das notwendige einheitliche Vokabular (Pflegediagnosen, Pflegeziele, Pflegeinterventionen), sondern repräsentiert zudem das aktuelle Pflegefachwissen.
Neu in dieser 5. Auflage ist nicht nur das praktische Format und die farbige Gestaltung. Im Bereich der ENP-Praxisleitlinien wurde begonnen, die Pflegediagnosen zu definieren. Aufgrund der großen Anzahl an Pflegediagnosen in ENP, dauert dieser Prozess jedoch noch an, daher finden Sie noch nicht bei jeder Pflegediagnose eine Definition.
Außerdem finden Sie zu rund 800 Einträgen in den Kategorien der Kennzeichen, Ursachen und Ressourcen Definitionen, Erklärungen oder Beschreibungen im Glossar zu ENP am Ende des Buches. Diese sollen Fachbegriffe erklären, Fachwissen festigen und eine korrekte Anwendung der Items sicherstellen.
An der Entwicklung von ENP haben Lehrer für Pflegeberufe, Pflegeexperten, Pflegefachkräfte und Pflegewissenschaftler mitgewirkt, die immer wieder mit Pflegenden in der Praxis den Austausch gesucht haben. Entstanden ist ein Instrument aus der Praxis für die Praxis.
An dieser Stelle möchte das ENP-Entwicklerteam allen Pflegepersonen und Einrichtungsleitungen danken, die sich aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt haben. Wertvolle Unterstützung und Vorschläge zur Weiterentwicklung erhielten wir von Krankhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten auf sehr unterschiedliche Weise. Auch konkrete Verbesserungseingaben von Pflegenden, die mit ENP arbeiten und ein Interventionskonzept oder ein Pflegephänomen vermissen, sind in den vergangenen Jahren zahlreich bei uns eingegangen und nach einem internen Prüfungsverfahren in ENP aufgenommen worden.
Dieses Buch gliedert sich in zwei Teile: Im Teil ENP-Wissen werden zunächst die Voraussetzungen für die Realisierung des Pflegeprozesses und die Schlüsselqualifikationen zur Realisierung von Pflegeplanungen beleuchtet. Nach der Darstellung des Bezugsrahmens des Pflegeprozesses werden in einem weiteren Kapitel die sechs Schritte des Pflegeprozesses detailliert dargestellt.
Anschließend wird die Pflegedokumentation in einer Patientenakte im ambulanten Pflegedienst bzw. einer Bewohnerakte in einem Heim eingehend thematisiert. Zahlreiche Begriffsdefinitionen helfen dabei, die im Rahmen der Pflegeprozessdokumentation und im Kontext der Bewohnerakte genutzten Fachbegriffe besser zu verstehen und einheitlich zu benutzen.
Eine ausführliche Darstellung der Pflegeklassifikation ENP vermittelt die theoretischen Hintergründe des sich anschließenden Teils ENP-Praxis und den darin aufgeführten Praxisleitlinien.
Anhand von Fallbeispielen können anschließend erste Erfahrungen mit dem Pflegeklassifikationssystem ENP gewonnen werden. Diese eignen sich gleichermaßen für Anwender in der Praxis wie auch für die Aus- und Weiterbildung. Zwei Fallgeschichten thematisieren die Durchführung des pflegediagnostischen Prozesses. Drei weitere Fallbeispiele dienen als Grundlage für die Erstellung vollständiger Pflegepläne mit ENP.
Anhand von eingestreuten Arbeitsaufträgen kann das Verständnis der vorgestellten Inhalte noch einmal überprüft werden und für die bereits im Feld tätigen Pflegepersonen können diese Fragestellungen zur Reflexion des eigenen Handelns im Team anregen.
Der zweite Teil ENP-Praxis beinhaltet die wichtigsten Pflegediagnosen für die Altenpflege. Diese Pflegediagnosen wurden durch die Anwender in den verschiedenen Einrichtungen im Altenpflegebereich selektiert. Die Sortierung der Pflegediagnosen ist gemäß der hierarchischen Struktur der ENP-Pflegediagnosen dargestellt. An die Pflegediagnosen fügt sich der jeweilige Behandlungspfad an, der die dazugehörigen Kennzeichen, Ursachen, Ressourcen, Behandlungsziele und Pflegeinterventionen mit handlungsweisenden Informationen beinhaltet.
Die übersichtlich abgebildete Praxisleitlinie bietet den Pflegenden konkrete, standardisierte Formulierungshilfen an, die für das vereinfachte Erstellen von Pflegeplänen und der Pflegedokumentation eine wertvolle Unterstützung sind. Darüber hinaus wird die Auszubildende/die Altenpflegerin über die derzeitigen zielgerichteten Handlungskonzepte zur Behandlung, Versorgung oder Therapie in der Pflege informiert.
Wir hoffen, dass wir mit den Ausführungen zu Pflegeprozess, Pflegediagnostik und ihrer elektronischen Nutzung Ihr Interesse geweckt haben. Die praktische Anwendbarkeit und damit einhergehend die Wissenssteigerung zeigen Ihnen schnell auf, wie gewinnbringend die komplexe Thematik der Pflegediagnostik für Ihr Arbeiten ist.
Pia Wieteck
und das ENP-Entwicklerteam
Zusatzinfo
Hinweise zur Verwendung
Eine große Anzahl an Begriffen und Items von ENP wird mit einem Beschreibungstext im Glossar zu ENP näher erläutert bzw. definiert. Die betreffenden Einträge in ENP sind mit einem Asterisken (*) gekennzeichnet. Das Glossar ist in die Bereiche Kennzeichen, Ursachen und Ressourcen gegliedert, die jeweiligen Einträge sind alphabetisch sortiert.
Hinter jeder Praxisleitlinie sind Literaturangaben in Form von Zahlen zu finden. Die entsprechenden Quellenangaben der zur Untermauerung der ENP-Formulierungen verwendeten Fachliteratur finden Sie nicht wie gewohnt am Ende des Buches, sondern im Internet unter der URL: www.recom.eu/literatur-enp-ap Weitere Hinweise finden Sie im Abschnitt .
Zugunsten der Lesbarkeit des Textes ist im Allgemeinen von Pflegepersonen oder Pflegenden sowie von Altenpflegerinnen die Rede. Gemeint sind jedoch ausdrücklich jeweils beide, männliche und weibliche, Mitarbeiter dieser Berufsgruppe.
Jede ENP-Pflegediagnose im Teil ENP-Praxis beginnt jeweils mit der Nennung des Leistungsempfängers und ist in der vorliegenden Druckversion mit ‚Der Bewohner‘ umgesetzt. Selbstverständlich sind hiermit beide Betroffenen, männliche wie weibliche, wie auch die Patienten eines ambulanten Pflegedienstes angesprochen.
Sollte es bei einer Praxisleitlinie in einer Kategorie (Kennzeichen, Ursachen, Ressourcen usw.) derzeit keine Einträge geben, wird auch die dazugehörige Überschrift nicht angezeigt.
Titelei
Einleitung
Teil I ENP-Wissen
1 Der Pflegeprozess
1.1 Konstruktive pflegetherapeutische Beziehung
1.1.1 Kompetenzen der Pflegenden zur Beziehungsgestaltung
1.1.2 Einfluss der Pflegeorganisationsform auf Beziehung
1.1.3 Pflegewissen als Grundlage für den Pflegeprozess
1.2 Der Pflegeprozess in sechs Schritten
1.2.1 Erster Schritt: Die Informationssammlung
1.2.2 Zweiter Schritt: Die Pflegeproblemformulierung/Pflegediagnoseformulierung
1.2.3 Dritter Schritt: Die Pflegeziele formulieren
1.2.4 Vierter Schritt: Die Pflegemaßnahmen planen
1.2.5 Fünfter Schritt: Pflegemaßnahmen durchführen
1.2.6 Sechster Schritt: Die Wirkung der Pflege beurteilen und evaluieren
1.3 Pflegedokumentation und Pflegeprozessdokumentation in der Altenpflege
1.3.1 Dokumentation in einer Bewohnerakte
1.3.2 Inhaltliche Aspekte der Dokumentation
1.3.3 Bestandteile einer Bewohnerakte
2 European Nursing care Pathways
2.1 Begriffsklärung von ENP – Was versteht man unter ENP?
2.1.1 Pflegefachsprache
2.1.2 Hilfestellung bei der Pflegeprozessplanung
2.1.3 Definition der Bausteine von ENP
2.2 Aufbau und Struktur von ENP
2.2.1 Zusätzliche Einteilung nach spezifischer Problemsituation
2.3 Verwendung von ENP in der Pflegepraxis – welche Vorteile habe ich beim Arbeiten mit ENP?
2.3.1 Formulierungsunterstützung bei der Pflegeprozessplanung
2.3.2 Rechtssicherheit durch Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der Pflegeprozessplanung
2.3.3 Mit der Weiterentwicklung der Pflege schritthalten – fachlich richtig planen und handeln
2.3.4 Weitere Vorteile beim Arbeiten mit ENP
2.3.5 Was ENP nicht leisten kann
2.4 Weiterentwicklung von ENP
2.4.1 Umsetzung von Expertenstandards, Leitlinien, Richtlinien und Empfehlungen
2.4.2 Durchführung von Praxisprojekten und Übersetzungen
2.4.3 Durchführung von Literaturanalysen und Forschungsarbeiten
2.4.4 Rückmeldungen von Anwendern
2.4.5 Abgeschlossene und geplante Entwicklungsschritte
2.5 Veröffentlichungen zu ENP
2.5.1 Forschungsarbeiten mit und zu ENP, Anwenderberichte von ENP und Validierungsarbeiten
2.5.2 Wissenschaftliche Hintergründe zu ENP
2.5.3 Monographien / Herausgeberschriften zu ENP
2.5.4 Sonstige Veröffentlichungen zu ENP
3 Mit ENP-Praxisleitlinien arbeiten
3.1 Bearbeitung von potentiellen Pflegediagnosen
3.2 Bearbeitung von aktuellen Pflegediagnosen
3.3 Wichtig zu wissen
3.4 Arbeiten mit dem ENP-Trainer
4 Fallbeispiele
4.1 Fokusfallbeispiel Schluckstörung: Herr Adam Schuster
4.1.1 Der pflegediagnostische Entscheidungsfindungsprozess bei Herrn Schuster
4.1.2 Lösungsvorschlag: Fallbeispiel Herr Adam Schuster
4.2 Fokusfallbeispiel Inkontinenz: Herr Herbert Friedrich
4.2.1 Lösungsvorschlag: Fallbeispiel Herr Herbert Friedrich
4.3 Fallbeispiel Demenz: Helmut Möllmann
4.3.1 Lösungsvorschlag: Fallbeispiel Herr Helmut Möllmann
4.4 Fallbeispiel nach Hüft-TEP: Frau Lisa Zwack
4.4.1 Lösungsvorschlag: Fallbeispiel Frau Lisa Zwack
4.5 Fallbeispiel Herzinsuffizienz und diabetisches Fußsyndrom: Herr Helmut Kramer
4.5.1 Lösungsvorschlag: Fallbeispiel Herr Helmut Kramer
Teil II ENP-Praxis
5 Hinweise zur Anwendung der Praxisleitlinien
5.1 Literaturangaben ENP-Praxis
6 Körperpflege/Kleiden
6.1 Selbstfürsorgedefizit Körperwaschung
6.1.1 Der Bewohner kann sich aufgrund einer Bewegungseinschränkung nicht selbstständig waschen
6.1.2 Der Bewohner kann sich aufgrund einer Hemiplegie/-parese nicht selbstständig waschen
6.1.3 Der Bewohner kann sich aufgrund eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit nicht selbstständig waschen
6.1.4 Der Bewohner darf sich bei der Körperwaschung aufgrund einer verminderten Herzleistung nicht anstrengen, es besteht ein Selbstfürsorgedefizit bei der Körperwaschung
6.1.5 Der Bewohner kann aufgrund einer Bewegungseinschränkung die Gebrauchsgegenstände zur Körperwaschung nicht halten, es besteht ein Selbstfürsorgedefizit bei der Körperwaschung
6.1.6 Der Bewohner kann aufgrund von Desorientierung die Körperwaschung nicht selbstständig gestalten
6.1.7 Der Bewohner ist aufgrund einer quantitativen Bewusstseinseinschränkung bei der Körperwaschung voll abhängig
6.1.8 Der Bewohner führt die Körperwaschung aufgrund einer Selbstvernachlässigung (Self-neglect) nicht adäquat durch
6.1.9 Der Bewohner kann sich aufgrund einer sensorischen Integrationsstörung nicht selbstständig waschen
6.1.10 Der Bewohner ist bei der Körperwaschung beeinträchtigt
6.1.11 Der Bewohner kann sich nicht selbstständig duschen/baden
6.2 Selbstfürsorgedefizit Mundpflege
6.2.1 Der Bewohner trägt eine Zahnprothese und kann die Mund-/Zahnprothesenpflege nicht selbstständig durchführen
6.2.2 Der Bewohner öffnet den Mund zur Durchführung der Mundpflege nicht, Selbstfürsorgedefizit Mundpflege
6.2.3 Der Bewohner ist in der selbstständigen Mundpflege beeinträchtigt
6.2.4 Der Bewohner ist in der selbstständigen Fingernagelpflege beeinträchtigt
6.3 Selbstfürsorgedefizit Nagel-, Fuß-, Ohren-, Augen- und Nasenpflege
6.3.1 Der Bewohner ist in der selbstständigen Fußpflege beeinträchtigt
6.3.2 Der Bewohner ist in der selbstständigen Ohrenpflege beeinträchtigt
6.3.3 Der Bewohner ist in der selbstständigen Augenpflege beeinträchtigt
6.3.4 Der Bewohner ist in der selbstständigen Augenprothesenpflege beeinträchtigt
6.3.5 Der Bewohner ist in der selbstständigen Nasenpflege beeinträchtigt
6.4 Selbstfürsorgedefizit Haarpflege
6.4.1 Der Bewohner ist in der selbstständigen Haarpflege beeinträchtigt
6.4.2 Der Bewohner ist bei der selbstständigen Rasur/Bartpflege beeinträchtigt
6.5 Selbstfürsorgedefizit Kleiden
6.5.1 Der Bewohner ist aufgrund einer Hemiplegie beim An-/Auskleiden beeinträchtigt
6.5.2 Der Bewohner ist aufgrund einer gestörten Handlungs-/Bewegungsplanung und -ausführung beim An-/Auskleiden beeinträchtigt
6.5.3 Der Bewohner ist beim selbstständigen An-/Ausziehen der Kompressionsstrümpfe/-hose/medizinischen Thromboseprophylaxe-Strümpfe beeinträchtigt
6.5.4 Der Bewohner zeigt kein Interesse an sauberer/ordentlicher Kleidung, es besteht das Risiko der Selbstvernachlässigung (Self-Neglect) im Bereich Kleidung/äußere Erscheinung
6.5.5 Der Bewohner ist beim selbstständigen An-/Auskleiden beeinträchtigt
7 Atmung
7.1 Beeinträchtigte Selbstreinigungsfunktionen der Atemwege
7.1.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Mundatmung das Risiko der Austrocknung der oberen Atemwege
7.1.2 Der Bewohner hat einen Husten, es besteht eine beeinträchtigte Selbstreinigungsfunktion der Atemwege
7.1.3 Der Bewohner ist beim Abhusten von Bronchialsekret beeinträchtigt, es besteht eine beeinträchtigte Selbstreinigungsfunktion der Atemwege
7.1.4 Der Bewohner hat eine beeinträchtigte Selbstreinigungsfunktion der Lunge
7.2 Insuffiziente Atmung
7.2.1 Der Bewohner hat eine Atemnot (Dyspnoe), es besteht eine insuffiziente Atmung
7.2.2 Der Bewohner hat eine insuffiziente Atmung
7.3 Risiko der respiratorischen Insuffizienz
7.3.1 Der Bewohner hat aufgrund von Bronchialasthma zeitweise eine spastische Atmung, es besteht das Risiko der respiratorischen Insuffizienz
7.3.2 Der Bewohner hat das Risiko einer respiratorischen Insuffizienz
7.4 Risiko der Aspiration
7.4.1 Der Bewohner hat aufgrund fehlender/unzureichender Schutzreflexe das Risiko einer Aspiration
7.4.2 Der Bewohner hat das Risiko einer Aspiration
7.5 Risiko der Atelektasenbildung/Pneumonie
7.5.1 Der Bewohner hat aufgrund einer verminderten Belüftung der Lunge (Dystelektase) das Risiko einer Atelektase/Pneumonie
7.5.2 Der Bewohner hat aufgrund von Schmerzen eine oberflächliche Atmung, es besteht das Risiko einer Atelektase/Pneumonie
7.5.3 Der Bewohner hat aufgrund von fest sitzendem Bronchialsekret das Risiko einer Atelektase/Pneumonie
7.5.4 Der Bewohner hat aufgrund einer liegenden Trachealkanüle/eines Tubus/einer Beatmung das Risiko der Pneumonie
7.5.5 Der Bewohner hat aufgrund einer Immunabwehrschwäche das Risiko der Pneumonie
7.5.6 Der Bewohner hat das Risiko einer Atelektase/Pneumonie
7.6 Risiko der beeinträchtigten Atmung postoperativ
7.6.1 Der Bewohner hat aufgrund eines chirurgischen Eingriffes das Risiko respiratorischer Komplikationen
8 Ernährung
8.1 Beeinträchtigte Nahrungsaufnahme
8.1.1 Der Bewohner ist aufgrund einer eingeschränkten Selbstständigkeit beim Essen/Trinken beeinträchtigt
8.1.2 Der Bewohner wird enteral über Sonde ernährt, es besteht eine beeinträchtigte Nahrungsaufnahme
8.1.3 Der Bewohner ist aufgrund von Kauschwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme beeinträchtigt
8.1.4 Der Bewohner hat aufgrund einer schlecht sitzenden Zahnprothese eine beeinträchtigte Nahrungsaufnahme
8.2 Beeinträchtigtes Schlucken
8.2.1 Der Bewohner ist aufgrund einer/eines beeinträchtigten Bolusformung/-kontrolle/-transports beim Schlucken in der oralen Vorbereitungs-/Transportphase beeinträchtigt
8.2.2 Der Bewohner ist aufgrund eines Zungenstoßes/-pressens beim Schlucken in der oralen Vorbereitungs-/Transportphase beeinträchtigt
8.2.3 Der Bewohner ist aufgrund einer hypotonen Wangen-/Lippen-/Mundmuskulatur beim Schlucken in der oralen Vorbereitungs-/Transportphase beeinträchtigt
8.2.4 Der Bewohner verschluckt sich häufig bei der Nahrungsaufnahme, das Schlucken ist in der oralen Transport-/pharyngealen Phase beeinträchtigt
8.2.5 Der Bewohner verschluckt sich ausschließlich bei Flüssigkeit, das Schlucken ist in der oralen Transport-/-pharyngealen Phase beeinträchtigt
8.2.6 Der Bewohner hat aufgrund von Odynophagie (Schmerzen beim Schlucken) ein beeinträchtigtes Schlucken
8.2.7 Der Bewohner hat eine Schluckstörung
8.3 Mangelernährung
8.3.1 Der Bewohner hat aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung eine Mangelernährung
8.3.2 Der Bewohner hat eine Mangelernährung
8.4 Risiko der Mangelernährung
8.4.1 Der Bewohner lehnt die Nahrungsaufnahme ab (Nahrungsverweigerung), es besteht das Risiko der Mangelernährung
8.4.2 Der Bewohner zeigt eine Vernachlässigung der Nahrungszufuhr (Self-neglect), es besteht das Risiko der Mangelernährung
8.4.3 Der Bewohner hat aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung das Risiko einer Mangelernährung
8.4.4 Der Bewohner hat das Risiko einer Mangelernährung
8.5 Beeinträchtigtes Ernährungsverhalten
8.5.1 Der Bewohner hat aufgrund eines defizitären Ernährungsverhaltens ein Risiko der Entwicklung einer Adipositas
8.5.2 Der Bewohner zeigt ein ineffektives Ernährungsverhalten, um Körpergewicht zu reduzieren
8.5.3 Der Bewohner hat ein inadäquates Ernährungsverhalten
8.6 Flüssigkeitsdefizit/Störung des Elektrolytehaushalts
8.6.1 Der Bewohner hat ein Flüssigkeitsdefizit
8.6.2 Der Bewohner hat eine Störung des Elektrolythaushalts
8.7 Risiko der Beeinträchtigung des Flüssigkeits- und Elektrolytehaushalts
8.7.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Oligodipsie/Adipsie (reduziertes/nicht vorhandenes Durstgefühl) das Risiko eines Flüssigkeitsdefizits
8.7.2 Der Bewohner schwitzt stark, es besteht das Risiko eines Flüssigkeits-/Elektrolytdefizits
8.7.3 Der Bewohner hat aufgrund von Fieber das Risiko eines Flüssigkeits-/Elektrolytdefizits
8.7.4 Der Bewohner hat eine erhöhte Defäkationsfrequenz/Diarrhö, es besteht das Risiko eines Flüssigkeits-/Elektrolytdefizites
8.7.5 Der Bewohner hat das Risiko eines erhöhten (extrazellulären/intravasalen) Flüssigkeitsvolumens
8.7.6 Der Bewohner hat ein Risiko des Flüssigkeits-/Elektrolytdefizits
9 Ausscheidung
9.1 Selbstfürsorgedefizit Miktion/Defäktion
9.1.1 Der Bewohner erreicht aufgrund einer Bewegungseinschränkung die Toilette nicht rechtzeitig/selbstständig, es besteht das Risiko des Einnässens
9.1.2 Der Bewohner ist in der Selbstständigkeit der Urin-/Stuhlausscheidung beeinträchtigt
9.1.3 Der Bewohner kann entwicklungsbedingt die Selbstpflege im Bereich der Ausscheidung nicht selbstständig erfüllen
9.2 Beeinträchtigte Urinausscheidung
9.2.1 Der Bewohner hat aufgrund einer akuten Infektion der unteren Harnwege eine beeinträchtigte Ausscheidung
9.2.2 Der Bewohner hat aufgrund einer chronischen Blasenentzündung eine erhöhte Miktionsfrequenz (häufiges Wasserlassen)
9.2.3 Der Bewohner ist aufgrund sonstiger Ursachen in der Urinausscheidung beeinträchtigt
9.3 Harninkontinenz
9.3.1 Der Bewohner hat aufgrund eines insuffizienten Sphinkterapparates bei erhöhtem abdominalen Druck einen unwillkürlichen Harnabgang (Belastungsinkontinenz)
9.3.2 Der Bewohner hat bei starkem/imperativem Harndrang einen unwillkürlichen Harnabgang (Dranginkontinenz)
9.3.3 Der Bewohner hat aufgrund unwillkürlicher, nicht hemmbarer Detrusorkontraktionen einen unfreiwilligen Harnabgang (Reflexinkontinenz)
9.3.4 Der Bewohner hat eine chronische Harnretention und einen unwillkürlichen Harnabgang (Überlaufinkontinenz)
9.3.5 Der Bewohner ist nicht in der Lage, bei intaktem Urogenitaltrakt einen Urinabgang zu vermeiden (funktionelle Urininkontinenz)
9.3.6 Der Bewohner hat aufgrund einer Detrusorhyperaktivität und einer Insuffizienz des Sphinkterapparates einen unwillkürlichen Harnabgang (Mischinkontinenz)
9.4 Beeinträchtigte Stuhlausscheidung
9.4.1 Der Bewohner hat eine verminderte Defäkationsfrequenz einhergehend mit hartem/trockenem Stuhlgang (Obstipation)
9.4.2 Der Bewohner hat das Risiko einer verminderten Defäkationsfrequenz (Obstipationsrisiko)
9.4.3 Der Bewohner hat aufgrund einer Beeinträchtigung beim Pressen eine erschwerte Stuhlausscheidung
9.4.4 Der Bewohner hat einen unwillkürlichen Stuhlabgang (Stuhlinkontinenz)
9.5 Selbstfürsorgedefizit Stomapflege
9.5.1 Der Bewohner hat ein Enterostoma (künstlicher Darmausgang), es besteht ein Selbstfürsorgedefizit Stomapflege/-management
9.5.2 Der Bewohner hat ein Urostoma (operative Harnableitung), es besteht ein Selbstfürsorgedefizit Stomapflege/-management
9.6 Risiko von Stomakomplikationen
9.6.1 Der Bewohner hat ein Risiko, eine Stomakomplikation zu entwickeln
9.7 Risiko der Infektion der Ausscheidungsorgane
9.7.1 Der Bewohner hat aufgrund eines transurethralen Blasenverweilkatheters das Risiko einer aufsteigenden Harnwegsinfektion
9.7.2 Der Bewohner hat aufgrund eines suprapubischen Blasenkatheters das Risiko der Infektion der Ausscheidungsorgane
10 Kreislauf
10.1 Beeinträchtigte Herz-/Kreislauffunktion
10.1.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Herzinsuffizienz eine instabile Herz-/Kreislauf-Situation
10.1.2 Der Bewohner hat aufgrund einer arteriellen Durchblutungsstörung im Bein eine Minderdurchblutung (Ischämie)
10.2 Risiko des beeinträchtigten Herz-/Kreislaufs
10.2.1 Der Bewohner hat aufgrund hypertoner Kreislaufveränderungen das Risiko von Herz-/Kreislauf-Komplikationen
10.2.2 Der Bewohner hat aufgrund hypotoner Kreislaufveränderungen das Risiko von Herz-/Kreislauf-Komplikationen
10.2.3 Der Bewohner hat aufgrund einer Herzinsuffizienz das Risiko eines Herz-Kreislauf-Versagens
10.3 Risiko der Thrombose
10.3.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Immobilität/eingeschränkten Mobilität das Risiko einer Venenthrombose
10.3.2 Der Bewohner hat aufgrund einer Varikose das Risiko einer Venenthrombose
10.3.3 Der Bewohner hat sonstige Risikofaktoren, welche das Risiko einer Thrombose begünstigen
10.4 Risiko einer Blutung
10.4.1 Der Bewohner hat das Risiko eines lebensbedrohlichen Blutverlusts
11 Bewegung/Mobilität
11.1 Beeinträchtigte Bewegung
11.1.1 Der Bewohner ist in der Transferfähigkeit beeinträchtigt
11.1.2 Der Bewohner ist in der Fähigkeit, selbstständig einen Positionswechsel im Bett durchzuführen, beeinträchtigt
11.1.3 Der Bewohner ist in der Fähigkeit, selbstständig zu sitzen, beeinträchtigt
11.1.4 Der Bewohner ist aufgrund einer Kontraktur in der Beweglichkeit eingeschränkt
11.1.5 Der Bewohner ist aufgrund reduzierter Ausdauer/physischer Kraft in der Mobilität eingeschränkt
11.1.6 Der Bewohner ist aufgrund eines veränderten Körperschemas in der Mobilität beeinträchtigt
11.1.7 Der Bewohner ist aufgrund der Amputation einer unteren Extremität in der Mobilität eingeschränkt
11.1.8 Der Bewohner kann sich mit dem Rollstuhl nicht selbstständig im Lebensraum bewegen
11.2 Beeinträchtigtes Gehen
11.2.1 Der Bewohner ist in der Gehfähigkeit beeinträchtigt
11.2.2 Der Bewohner kann aufgrund einer arteriellen Gefäßerkrankung in den Beinen nur eine bestimmte Wegstrecke gehen (Claudicatio intermittens)
11.2.3 Der Bewohner ist aufgrund der unsicheren/ungeübten Anwendung von Gehhilfen beim Gehen beeinträchtigt
11.2.4 Der Bewohner darf das betroffene Bein nicht belasten, es besteht das Risiko von Komplikationen
11.2.5 Der Bewohner darf das betroffene Bein nur teilbelasten, es besteht das Risiko von Komplikationen
11.3 Beeinträchtigter(s) Bewegungsablauf/-muster
11.3.1 Der Bewohner verharrt in bestimmten Bewegungen und kann die Haltung nur verzögert lösen, es besteht eine beeinträchtigte Beweglichkeit
11.3.2 Der Bewohner ist aufgrund eines erhöhten Muskeltonus in der Bewegungsfreiheit beeinträchtigt
11.3.3 Der Bewohner hat aufgrund eines reduzierten Muskeltonus einen eingeschränkten Haltungsmechanismus und ist in der Bewegungsfreiheit beeinträchtigt
11.4 Risiko des Sturzes
11.4.1 Der Bewohner hat aufgrund eines beeinträchtigten Gleichgewichts beim Gehen/Stehen/Sitzen ein Sturzrisiko
11.4.2 Der Bewohner hat aufgrund von Morbus Parkinson eine beeinträchtigte Haltungskontrolle/Balance, ein Sturzrisiko
11.4.3 Der Bewohner hat ein Sturzrisiko
11.5 Risiko der Kontraktur
11.5.1 Der Bewohner hat aufgrund eines spastischen Beugemusters das Risiko einer Kontraktur
11.5.2 Der Bewohner hat das Risiko einer Kontraktur
11.6 Risiko der Spastik
11.6.1 Der Bewohner hat ein Risiko zur Entwicklung einer Spastik
11.7 Risiko der beeinträchtigten Mobilität
11.7.1 Der Bewohner hat das Risiko einer beeinträchtigten Mobilität
12 Entspannen/Schlafen/Ruhen
12.1 Risiko des Schlafdefizits
12.1.1 Der Bewohner ist beim Einschlafen beeinträchtigt, es besteht das Risiko eines Schlafdefizits
12.1.2 Der Bewohner kann nicht durchschlafen, es besteht das Risiko eines Schlafdefizits
12.2 Beeinträchtigter Schlaf
12.2.1 Der Bewohner hat eine chronische Schlaflosigkeit (Insomnie), es besteht ein Schlafdefizit
12.3 Beeinträchtigte Entspannung
12.3.1 Der Bewohner ist in der Erholungsphase immer wieder gestört, empfindet dies als belastend
12.3.2 Der Bewohner kann sich nicht entspannen
13 Gewebeintegrität
13.1 Risiko von Druckstellen
13.1.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Amputation das Risiko von Druckstellen beim Tragen der Prothese
13.1.2 Der Bewohner hat ein Dekubitusrisiko
13.2 Risiko der Hautschädigung
13.2.1 Der Bewohner hat ein Risiko der ausscheidungs-/inkontinenzassoziierten Dermatitis
13.2.2 Der Bewohner hat aufgrund einer Neigung zu Intertrigo ein Risiko der Hautschädigung
13.2.3 Der Bewohner schwitzt stark, es besteht das Risiko der Hautschädigung
13.2.4 Der Bewohner hat aufgrund trockener Haut (Xerosis) ein Risiko der Hautschädigung
13.2.5 Der Bewohner hat aufgrund trockener Lippen ein Risiko der fortschreitenden Hautschädigung
13.2.6 Der Bewohner hat aufgrund eines angelegten Tracheostomas das Risiko einer Hautschädigung
13.2.7 Der Bewohner hat aufgrund von empfindlicher (hypersensitiver bzw. hyperreaktiver)/dünner Haut das Risiko der Hautschädigung
13.2.8 Der Bewohner hat aufgrund sonstiger äußerer Reize ein Risiko der Hautschädigung
13.3 Risiko der Schleimhaut-/Hautschädigung
13.3.1 Der Bewohner hat aufgrund eines trockenen Munds ein Risiko der Schleimhautschädigung
13.3.2 Der Bewohner hat aufgrund von zähem Speichel/reduzierter Speichelproduktion ein Risiko der Parotitis/der Mundschleimhautschädigung
13.3.3 Der Bewohner hat eine(n) reduzierte(n)/fehlende(n) Kautätigkeit/Speichelfluss, es besteht ein Risiko von Soor und Parotitis
13.3.4 Der Bewohner hat aufgrund einer Gaumenplatte das Risiko von Schleimhautirritationen/Druckstellen
13.3.5 Der Bewohner hat das Risiko einer Soorinfektion im Mund
13.4 Veränderte Mundschleimhaut
13.4.1 Der Bewohner hat eine Veränderung der Mundschleimhaut
13.5 Risiko der beeinträchtigten Wundheilung
13.5.1 Der Bewohner hat aufgrund von Intertrigo das Risiko der beeinträchtigten Wundheilung
13.5.2 Der Bewohner hat eine primär heilende Wunde, es besteht das Risiko der beeinträchtigten Wundheilung
13.6 Beeinträchtigte Wundheilung
13.6.1 Der Bewohner hat eine sekundär heilende Wunde, es besteht eine beeinträchtigte Wundheilung
13.6.2 Der Bewohner hat einen Dekubitus, es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.3 Der Bewohner hat ein diabetisches Fußsyndrom (DFS), es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.4 Der Bewohner hat einen Ulcus cruris arteriosum, es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.5 Der Bewohner hat einen Ulcus cruris venosum, es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.6 Der Bewohner hat einen Ulcus cruris mixtum/nicht kategorisierten Ulcus cruris, es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.7 Der Bewohner hat eine ausscheidungs-/inkontinenzassoziierte Dermatitis, es besteht eine erschwerte Wundheilung
13.6.8 Der Bewohner hat eine chronische Wunde, es besteht eine beeinträchtigte Wundheilung
13.7 Risiko des Anschwelllens/der Ödembildung
13.7.1 Der Bewohner hat das Risiko einer Subluxation des Schultergelenks
13.7.2 Der Bewohner hat das Risiko des Anschwellens einer Extremität
13.7.3 Der Bewohner hat das Risiko zur Bildung eines Lymphödems
13.8 Risiko der Gewebeschädigung
13.8.1 Der Bewohner hat aufgrund von Diabetes ein Risiko zur Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms (DFS)
13.8.2 Der Bewohner hat ein Risiko der Entwicklung eines Schulter-Hand-Syndroms
13.9 Risiko einer Infektion/Keimverschleppung
13.9.1 Der Bewohner hat aufgrund häufig verschmutzter Hände ein Risiko der Infektion
13.9.2 Der Bewohner hat ein Risiko der Keimverschleppung bei der Körperwaschung
13.9.3 Der Bewohner hat aufgrund einer belegten Zunge ein Risiko der Keimverschleppung
13.9.4 Der Bewohner hat aufgrund einer Pilzinfektion das Risiko der Keimverschleppung
14 Stoffwechsel
14.1 Risiko der Hypo-/Hyperglykämie
14.1.1 Der Bewohner hat das Risiko der Hyper-/Hypoglykämie
14.2 Stoffwechselentgleisung
14.2.1 Der Bewohner hat eine Nierenfunktionsstörung/ein Nierenversagen, es besteht eine Stoffwechselstörung
15 Fortpflanzung
15.1 Beeinträchtigtes Sexualleben
15.1.1 Der Bewohner ist mit seinem Sexualleben unzufrieden
16 Körpertemperatur
16.1 Risiko der Hyper-/Hypothermie
16.1.1 Der Bewohner hat das Risiko einer unphysiologischen Körpertemperatur
17 Empfindung
17.1 Schmerzen
17.1.1 Der Bewohner hat Schmerzen des Bewegungsapparates
17.1.2 Der Bewohner hat Gelenkschmerzen
17.1.3 Der Bewohner hat aufgrund arteriosklerotischer Veränderungen der Gefäße bei Minderdurchblutung der Extremität(en) Schmerzen
17.1.4 Der Bewohner hat aufgrund von Blähungen (Meteorismus/Flatulenz) Bauchschmerzen
17.1.5 Der Bewohner hat aufgrund einer Amputation Phantomschmerzen
17.1.6 Der Bewohner hat akute Schmerzen
17.1.7 Der Bewohner hat chronische Schmerzen
17.2 Angst
17.2.1 Der Bewohner äußert aufgrund des bevorstehenden Todes Ängste/Sorgen/Befürchtungen
17.2.2 Der Bewohner hat Angst, empfindet eine reale/fiktive Bedrohung
17.2.3 Der Bewohner hat Angst, aus dem Bett zu fallen
17.2.4 Der Bewohner hat Angst vor einem Sturz
17.3 Beeinträchtigtes Empfinden
17.3.1 Der Bewohner hat eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Sinnesreizen
17.4 Beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.1 Der Bewohner hat aufgrund von Nausea (Übelkeit) ein aktuell beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.2 Der Bewohner hat aufgrund von Sodbrennen ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.3 Der Bewohner hat aufgrund eines unangenehmen Geschmacks im Mund ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.4 Der Bewohner fühlt sich aufgrund des Mundgeruchs im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.5 Der Bewohner hat aufgrund von Juckreiz (Pruritus) ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.6 Der Bewohner neigt aufgrund des Tragens von Kompressionsstrümpfen/-strumpfhosen zu Juckreiz/Unverträglichkeitsreaktionen
17.4.7 Der Bewohner hat chronisch kalte Füße und dadurch ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.8 Der Bewohner friert und ist im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.9 Der Bewohner hat aufgrund von Muskelverspannungen ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.10 Der Bewohner hat eine gesteigerte Speichelproduktion (Ptyalismus, Hypersalivation, Sialorrhö) und ist im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.11 Der Bewohner ist in der Gestaltung des äußeren Erscheinungsbilds eingeschränkt und dadurch im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.12 Der Bewohner fühlt sich aufgrund des Körpergeruchs im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.13 Der Bewohner ist mit der Nahrungseinnahme unzufrieden und dadurch im Wohlbefinden beeinträchtigt
17.4.14 Der Bewohner hat aufgrund einer Sondenernährung ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.15 Der Bewohner hat aufgrund einer chronischen Wunde ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.4.16 Der Bewohner hat ein beeinträchtigtes Wohlbefinden
17.5 Gefühl der Langeweile
17.5.1 Der Bewohner empfindet aufgrund fehlender sinnvoller Aufgaben Langeweile
17.6 Persönliches Leiden
17.6.1 Der Bewohner zeigt einen unstillbaren Bewegungsdrang und leidet darunter
17.6.2 Der Bewohner leidet an Unruhezuständen (Agitation)
17.6.3 Der Bewohner leidet unter dem Gefühl von Einsamkeit und sozialer Isolation
17.6.4 Der Bewohner leidet unter Heimweh
17.6.5 Der Bewohner leidet unter dem Gefühl, aufgrund der Erkrankung eine Belastung für die Angehörigen/Bezugspersonen zu sein
17.6.6 Der Bewohner ist aufgrund von Einschränkungen aus dem sozialen Umfeld in der Lebensgestaltung eingeschränkt und leidet darunter
17.7 Erschöpfung
17.7.1 Der Bewohner leidet unter chronischer Fatigue (Erschöpfung/Müdigkeit)
17.8 Risiko der Erschöpfung
17.8.1 Der Bewohner ist antriebsgesteigert, es besteht das Risiko der körperlichen Erschöpfung
17.8.2 Der Bewohner hat aufgrund von Hyperaktivität das Risiko der körperlichen Erschöpfung
17.8.3 Der Bewohner hat aufgrund von vermindertem Schlaf das Risiko der Erschöpfung
17.9 Schamgefühl
17.9.1 Der Bewohner hat aufgrund von Untersuchungen/Pflegeinterventionen ein Schamgefühl
18 Wahrnehmung
18.1 Beeinträchtigte Orientierung
18.1.1 Der Bewohner ist aufgrund von Gleichgewichtsstörungen in der räumlichen Orientierung beeinträchtigt
18.1.2 Der Bewohner ist aufgrund eines Gesichtsfeldausfalls (Skotom) in der Orientierung beeinträchtigt
18.2 Beeinträchtigtes Körperschema/-bild
18.2.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Amputation eines Gliedmaßes eine Beeinträchtigung des Körperschemas
18.2.2 Der Bewohner hat ein verändertes Körperbild verbunden mit negativen Gefühlen/Wahrnehmungen bezüglich der Eigenschaften, Funktionen oder Grenzen des eigenen Körpers
18.3 Beeinträchtigtes Selbstkonzept/-bild
18.3.1 Der Bewohner hat aufgrund eines Verlusterlebnisses bei beeinträchtigter Bewältigungsstrategie ein aus dem Gleichgewicht geratenes Selbstkonzept
18.3.2 Der Bewohner hat aufgrund einer Sinn-/Lebenskrise ein aus dem Gleichgewicht geratenes Selbstkonzept
18.4 Risiko der Bewusstseinsstörung
18.4.1 Der Bewohner hat aufgrund der Einnahme/Verabreichung zentral wirksamer Substanzen das Risiko von Bewusstseinsstörungen
18.5 Beeinträchtigte Wahrnehmung
18.5.1 Der Bewohner kann die Aufmerksamkeit nicht/nur mühsam auf die kontraläsionale/vernachlässigte Raum- oder Körperseite richten (= Neglect)
18.5.2 Der Bewohner zeigt motorische und/oder Verhaltens-Auffälligkeiten bei Anpassungsreaktionen bezogen auf die Umwelt, beeinträchtigte Wahrnehmung/sensorische Integrationsstörung
18.6 Beeinträchtigtes Bewusstsein
18.6.1 Der Bewohner zeigt keine Reaktion auf Reize, es besteht ein beeinträchtigtes Bewusstsein
19 Interaktion
19.1 Beeinträchtigte Kommunikation
19.1.1 Der Bewohner ist aufgrund von Hypakusis (Schwerhörigkeit) in der Kommunikation beeinträchtigt
19.1.2 Der Bewohner ist aufgrund von Gehörlosigkeit in der Kommunikation beeinträchtigt
19.1.3 Der Bewohner ist aufgrund von körperlicher Schwäche in der Kommunikation beeinträchtigt
19.1.4 Der Bewohner ist aufgrund einer globalen Aphasie in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.5 Der Bewohner ist aufgrund einer sensorischen Aphasie (Wernicke-Aphasie) in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.6 Der Bewohner ist aufgrund einer motorischen Aphasie (Broca-Aphasie) in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.7 Der Bewohner ist aufgrund einer amnestischen Aphasie in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.8 Der Bewohner hat aufgrund von Rigor und Akinese Schwierigkeiten beim Sprechen, es besteht eine beeinträchtigte Kommunikation
19.1.9 Der Bewohner hat aufgrund einer überstürzten Sprechweise (Poltern) eine beeinträchtigte Kommunikation
19.1.10 Der Bewohner ist aufgrund von Stimmlosigkeit in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.11 Der Bewohner ist aufgrund einer formalen Denkstörung in der Kommunikation beeinträchtigt
19.1.12 Der Bewohner kann aufgrund von Sprachbarrieren Informationen und Anleitungen nicht verstehen und realisieren
19.1.13 Der Bewohner ist aufgrund einer Sprechstörung (Beeinträchtigung der motorisch-artikulatorischen Fertigkeiten) in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.1.14 Der Bewohner ist aufgrund einer Sprachstörung (Störung der gedanklichen Erzeugung von Sprache) in der verbalen Kommunikation beeinträchtigt
19.2 Beeinträchtigte Interaktion
19.2.1 Der Bewohner ist beim Aufbau und Aufrechterhalten von Beziehungen eingeschränkt, die soziale Interaktion ist beeinträchtigt
19.2.2 Der Bewohner verhält sich gereizt/aggressiv, es besteht eine beeinträchtigte Interaktion
19.2.3 Der Bewohner kann nicht in bisher gewohnter Weise Kontakt aufnehmen, es besteht eine beeinträchtigte Interaktion
19.2.4 Der Bewohner hat aufgrund von inadäquaten emotionalen/affektiven Reaktionsmustern eine beeinträchtigte Interaktion
19.3 Beeinträchtigte Beziehung
19.3.1 Der Bewohner hat eine beeinträchtigte Beziehung zu Angehörigen/nahe stehenden Personen
19.4 Risiko unerfüllter Bedürfnisse
19.4.1 Der Bewohner kann Bedürfnisse nur über Weinen/Schreien/Lautsequenzen äußern
19.4.2 Der Bewohner kann eigene Wünsche/Bedürfnisse nur schwer/nicht äußern, Risiko unerfüllter Bedürfnisse
19.4.3 Der Bewohner kann nicht „Nein“ sagen, es besteht das Risiko unerfüllter Bedürfnisse
20 Handlung/Verhalten
20.1 Beeinträchtigte Anpassung
20.1.1 Der Bewohner ist in der Fähigkeit beeinträchtigt, sich an den veränderten Gesundheitszustand anzupassen
20.1.2 Der Bewohner hat eine Blasenentleerungsstörung/Harninkontinenz, es besteht ein beeinträchtigtes Hilfesuchverhalten
20.2 Beeinträchtigtes Verhalten
20.2.1 Der Bewohner zeigt abnorme Verhaltensweisen im Umgang mit Exkrementen
20.2.2 Der Bewohner zeigt aufgrund mangelnden Zutrauens in die eigene Körperkraft ein Vermeidungsverhalten
20.3 Risiko der Selbst-/Fremdgefährdung
20.3.1 Der Bewohner hat aufgrund einer Orientierungsstörung das Risiko der Selbst-/Fremdgefährdung
20.3.2 Der Bewohner zeigt Weglauf-/Hinlauftendenzen, es besteht das Risiko der Selbstgefährdung
20.3.3 Der Bewohner hat eine affektive Erregung/Spannung, es besteht das Risiko der Selbstgefährdung
20.4 Verhalten ist selbst-/fremdgefährdend
20.4.1 Der Bewohner richtet Aggressionen und Wut gegen andere Personen, es besteht Fremdgefährdung
20.4.2 Der Bewohner zeigt akutes selbst-/fremdgefährdendes Verhalten
20.5 Risiko der unwirksamen Therapie
20.5.1 Der Bewohner ist in der Anwendung von Inhalaten beeinträchtigt, es besteht das Risiko der unwirksamen Therapie
20.5.2 Der Bewohner ist in der selbstständigen Medikamenteneinnahme eingeschränkt, es besteht das Risiko der unwirksamen Therapie
20.5.3 Der Bewohner zeigt eine beeinträchtigte Krankheitseinsicht, es besteht das Risiko des ineffektiven Therapieverlaufs
20.5.4 Der Bewohner ist in der Fähigkeit, Kompetenzen im Rahmen der Selbstpflegefähigkeit zu erwerben, beeinträchtigt, Risiko der unwirksamen Therapie
20.5.5 Der Bewohner hat aufgrund fehlender Informationen/Fertigkeiten im Umgang mit Diabetes mellitus/Hypo-/Hyperglykämie ein Risiko der unwirksamen Therapie
20.6 Risiko der Nichterreichung gesundheitsbezogener Ziele
20.6.1 Der Bewohner unterstützt die vereinbarten Ziele des Pflege-/Behandlungsprozesses nicht, es besteht das Risiko, gesundheitsbezogene Ziele nicht zu erreichen
20.6.2 Der Bewohner zeigt ein gesundheitsschädigendes Verhalten, es besteht das Risiko, gesundheitsbezogene Ziele nicht zu erreichen
21 Aktivität/Alltagsgestaltung
21.1 Risiko des Selbstfürsorgedefizits
21.1.1 Der Bewohner ist antriebsgemindert, es besteht das Risiko eines Selbstfürsorgedefizits
21.1.2 Der Bewohner ist in der Strukturierung des Tagesablaufs beeinträchtigt, es besteht das Risiko eines Selbstfürsorgedefizits
21.1.3 Der Bewohner hat aufgrund eines gesteigerten Schlafbedürfnisses das Risiko eines Selbstfürsorgedefizits
21.1.4 Der Bewohner verhält sich passiv bei den Aktivitäten des täglichen Lebens, es besteht das Risiko eines Selbstfürsorgedefizits
21.2 Beeinträchtigte Selbstfürsorge
21.2.1 Der Bewohner ist aufgrund eines beeinträchtigten Sehvermögens in der Selbstfürsorge eingeschränkt
21.2.2 Der Bewohner ist aufgrund von Blindheit in der Selbstfürsorge beeinträchtigt
21.2.3 Der Bewohner ist aufgrund einer beeinträchtigten Informationsverarbeitung in der Selbstfürsorge eingeschränkt
21.3 Beeinträchtigte Tages-/Lebensgestaltung
21.3.1 Der Bewohner ist aufgrund von Gedächtnisstörungen in der Tages-/Lebensgestaltung beeinträchtigt
21.3.2 Der Bewohner ist aufgrund einer Denkstörung in der Tages-/Lebensgestaltung beeinträchtigt
21.3.3 Der Bewohner ist aufgrund eines reduzierten Selbstwertgefühls in der Lebensgestaltung beeinträchtigt
21.3.4 Der Bewohner zeigt eine Bewegungsarmut/-losigkeit (Hypo-/Akinese) und ist in der selbstständigen Tages-/Lebensgestaltung eingeschränkt
21.3.5 Der Bewohner ist aufgrund einer Orientierungsstörung in der selbstständigen Tages-/Lebensgestaltung beeinträchtigt
21.3.6 Der Bewohner ist aufgrund altersbedingter Abbauprozesse (Frailty-Syndrom) in der selbstständigen Lebens-/Tagesgestaltung eingeschränkt
21.3.7 Der Bewohner ist infolge eines demenziellen Syndroms in der selbstständigen Tages-/Lebensgestaltung beeinträchtigt
21.4 Beeinträchtigte Durchführung von Aktivitäten
21.4.1 Der Bewohner ist aufgrund von Atemnot in der körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt
21.4.2 Der Bewohner ist aufgrund von Angst/Unsicherheit in der Durchführung lebenspraktischer Tätigkeiten eingeschränkt
21.4.3 Der Bewohner ist aufgrund einer beeinträchtigten Feinmotorik in der Nutzung der Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens eingeschränkt
21.4.4 Der Bewohner ist aufgrund einer reduzierten Leistungsfähigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens eingeschränkt
21.4.5 Der Bewohner zeigt eine ziellose/unwillkürliche motorische Aktivität, ist in der Durchführung von Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigt
21.4.6 Der Bewohner ist in der Durchführung von Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigt
21.5 Beeinträchtigte Freizeitgestakltung
21.5.1 Der Bewohner ist in der selbstständigen Freizeitgestaltung beeinträchtigt
21.5.2 Der Bewohner empfindet die eigene Freizeitgestaltung als unbefriedigend
21.6 Dependenzpflegedefizit
21.6.1 Der Angehörige/die Bezugsperson kann die Dependenzpflege nicht selbstständig durchführen
21.7 Risiko des Dependenzpflegedefizits
21.7.1 Der Angehörige/die Bezugsperson hat das Risiko, die Dependenzpflege des Betroffenen nicht selbstständig durchführen zu können
22 Persönliche Entwicklung
22.1 Beeinträchtigte kognitive Leistungsfähigkeit
22.1.1 Der Bewohner ist aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten in der kognitiven Leistungsfähigkeit beeinträchtigt
22.2 Beeinträchtigte Gewohnheiten
22.2.1 Der Bewohner kann bisherige Gewohnheiten bei der Speisenauswahl organisationsbedingt nicht einhalten
22.3 Beeinträchtigte Sterbephase
22.3.1 Der Bewohner kann den bevorstehenden Tod nicht annehmen
23 Wissen/Information
23.1 Fehlende Informationen/Fähigkeiten
23.1.1 Der Bewohner hat ein Informationsdefizit/fehlende Fähigkeiten im Umgang mit der Inkontinenz
23.1.2 Der Bewohner kennt unterstützende Versorgungsmöglichkeiten nicht, es fehlen Informationen
23.1.3 Der Bewohner ist in der Selbstpflegefähigkeit beeinträchtigt, es fehlen Informationen/Fertigkeiten
23.1.4 Die pflegende Bezugsperson hat fehlende Informationen/Fertigkeiten, die Pflege des Betroffenen zu übernehmen
23.2 Beeinträchtigte Informationsverarbeitung
23.2.1 Der Bewohner kann Umgebungsreize nicht adäquat wahrnehmen und kognitiv verarbeiten, es besteht das Risiko von Fehlinterpretationen
23.2.2 Der Bewohner ist in der Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten, beeinträchtigt
24 Gesellschaft
24.1 Risiko der sozialen Isolation
24.1.1 Der Bewohner zieht sich vom sozialen Geschehen zurück, es besteht das Risiko der sozialen Isolation
24.1.2 Der Bewohner hat aufgrund eines veränderten Schlaf-Wach-Zyklus das Risiko der sozialen Isolation
24.2 Beeinträchtigte Religions-/Glaubensausübung
24.2.1 Der Bewohner ist in der Ausübung des Glaubens/Gebets eingeschränkt, damit verbunden sind Schuldgefühle, Ängste und Sorgen
25 Gesundheitsrisiken (unspezifisch)
25.1 Risiko von Komplikationen: Grunderkrankung/Verletzung
25.1.1 Der Bewohner hat aufgrund von Durchblutungsstörungen einer/mehrerer Extremität(en) das Risiko von Komplikationen
25.2 Risiko von Komplikationen: Wahrnehmungsveränderung
25.2.1 Der Bewohner hat aufgrund einer reduzierten Körperwahrnehmung das Risiko von Komplikationen
25.3 Risiko von Komplikationen: Wärmeregulation
25.3.1 Der Bewohner hat Fieber (Pyrexie), es besteht das Risiko von Komplikationen
26 Gesundheitsrisiken für das Umfeld
26.1 Risiko der Ansteckung
26.1.1 Der Bewohner hat eine Infektionskrankheit, es besteht das Risiko der Keimübertragung
26.1.2 Der Bewohner hat eine Besiedelung/Infektion mit multiresistenten Erregern (MRE), es besteht das Risiko der Keimübertragung
27 Glossar zu ENP
27.1 Kennzeichen
27.2 Ursachen
27.3 Ressourcen
Teil III Literatur ENP-Wissen
28 Literatur ENP-Wissen
Teil IV Arbeiten mit dem ENP-Trainer
29 Arbeiten mit dem ENP-Trainer
29.1 Systemanforderungen für die Installation des ENP-Trainers Altenpflege
29.2 Installieren der Software
29.3 Pflegeplanung mit dem ENP-Trainer Altenpflege erstellen
29.4 Deinstallieren der Software
Impressum
1 Der Pflegeprozess
2 European Nursing care Pathways
3 Mit ENP-Praxisleitlinien arbeiten
4 Fallbeispiele
Mitte der siebziger Jahre hielt das Pflegeprozessmodell in Deutschland Einzug. Den meisten Pflegekräften ist der Begriff „Pflegeprozess“ mittlerweile bekannt, ebenso die Forderung nach einer prozesshaften Pflegedokumentation. Der Pflegeprozess ist zunächst ein abstraktes Problemlösungsverfahren und wird daher auch als Problemlösungsprozess bezeichnet. Der Problemlösungsprozess wird erst durch die Anwendung in konkreten Pflegesituationen zu einem berufsspezifischen Prozess. In der Literatur finden sich unterschiedliche Beschreibungen des Pflegeprozessmodells mit einer unterschiedlichen Anzahl an Prozessschritten. Diese werden exemplarisch in ▶ Tab. 1.1 dargestellt.
Im deutschsprachigen Raum hat sich das Pflegeprozessmodell nach Fiechter und Meier (1998) durchgesetzt. Der Pflegeprozess ist eine systematische Methode, mit deren Hilfe die Pflegende versucht, das Pflegebedürfnis (Identifizierung von Pflegeproblemen/-diagnosen) des Bewohners systematisch zu ermitteln und den Pflegebedarf (die als erforderlich angesehenen Pflegemaßnahmen und Leistungen, um bestimmte Gesundheits-/Pflegeziele zu erreichen) abzuleiten und nach der entsprechenden Durchführung die Pflegeergebnisse zu evaluieren. Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier wird in sechs einzelnen Phasen als ein kybernetischer Regelkreis dargestellt. Die Kybernetik befasst sich mit Systemen und den funktionalen Beziehungen ihrer Bestandteile zueinander sowie deren Reaktion auf Einwirkungen von außerhalb des Systems (Informationen). Das Regelkreismodell ist als Problemlösungsprozess angelegt. Ziel eines kybernetischen Regelkreises ist es, einen Ist-Wert in einen Soll-Wert durch geeignete Maßnahmen zu überführen. Auf den Pflegekontext übertragen bedeutet dieses, es wird durch eine systematische Informationssammlung und körperliche Untersuchung der Ist-Zustand des Bewohners erfasst und in Form von Pflegeproblemformulierungen oder Pflegediagnosen und Ressourcenformulierungen in der Pflegeplanung beschrieben.
Durch das gemeinsame Aushandeln des Soll-Zustandes mit dem Bewohner und/oder im therapeutischen Team werden geeignete Pflegemaßnahmen – möglichst evidenzbasiert – ausgewählt, um den Soll-Zustand zu erreichen. Im Pflegeplan werden die einzelnen Phasen des Pflegeprozesses schriftlich abgebildet.
Das 6-schrittige Pflegeprozessmodell ( ▶ Abb. 1.1) ist dynamisch. Durch die regelmäßige Beurteilung der Wirkung der Pflegeinterventionen führen neue Informationen oder veränderte Zustände des Bewohners dazu, dass es zu kontinuierlichen Anpassungen kommt.
Abb. 1.1Die sechs Schritte des Pflegeprozesses nach Fiechter und Meier
Das Erreichen eines Pflegeziels bedeutet, dass der Regelkreis für das betreffende Problem/die betreffende Pflegediagnose beendet ist. Häufig sind die Bewohner in der Altenpflege jedoch chronisch krank und multimorbide. Neue Probleme können im Verlauf auftauchen oder Maßnahmen erreichen ihre Wirkung und damit das Ziel nicht. Es ist daher sinnvoll, sich den Regelkreis als Spirale vorzustellen. Immer dann, wenn sich Veränderungen im Pflegeprozess ergeben, müssen neue Informationen gesammelt, zusätzliche Pflegeprobleme bzw. Pflegeziele benannt oder bereits vorhandene angepasst werden.
Die Vorstellung der Spirale verdeutlicht den phasenhaften Verlauf einer Erkrankung und ihre Langzeitauswirkung auf das Leben und die Aktivitäten des Bewohners. An jeder Stelle der Überprüfung des Pflegeprozesses und der bisher erreichten Ziele hat die Pflegende die Möglichkeit, den ersten Kreis zu verlassen und sich in der Spirale auf eine neue Ebene zu begeben.
Die schwierige Umsetzung des Pflegeprozesses in der deutschen Pflegepraxis geht mit verschiedenen Erklärungsversuchen einher.
Der Pflegeprozess für sich genommen beschreibt nur das systematische, logische und auch wissenschaftliche Vorgehen der Pflegenden zur Problemlösung bzw. Zielerreichung. Besonders der lineare, logische Aufbau des Modells nach Fiechter und Meier und dessen analytische Zergliederung des Pflegeprozesses werden in Deutschland von einigen Autoren kritisiert (wie z. B. Stratmeyer 1997, Schöniger & Zegelin-Abt 1998). Es wird beanstandet, dass es durch seine analytische Zergliederung einer „holistischen Orientierung“ der Pflege entgegenwirke (Höhmann et al. 1996, S. 11).
Da der Pflegeprozess zunächst nur eine Struktur vorgibt, bürgt seine Anwendung nicht für die Qualität der zu leistenden Pflege. Denn die Pflege wird zusätzlich von anderen Parametern beeinflusst. Das erklärt auch die unterschiedlichen Ergebnisse der Pflegeforschungsarbeiten über die Wirkung des Einsatzes des Pflegeprozessmodells und der Pflegeplanung auf die Qualität der Pflege.
Einige Autoren gehen davon aus, dass die Pflegequalität durch den Pflegebeziehungsprozess, die Interventionen sowie den Problemlösungs- und Entscheidungsprozess maßgeblich bestimmt wird. Der Beziehungsprozess ist stark von der Persönlichkeit der Pflegenden und deren Schlüsselqualifikationen beeinflusst. Die Auseinandersetzung der Pflegenden mit sich selbst, der eigenen Grundhaltung zum Leben und der persönlichen Berufsauffassung sowie ihr Fachwissen prägen die Interaktion mit dem Pflegeempfänger. So wird von verschiedenen Autoren gefordert, die Anwendung des Pflegeprozesses mit einem oder mehreren Pflegemodellen zu verknüpfen. Durch die Verbindung des Pflegeprozesses mit Pflegemodellen und -theorien kann sich das Pflegeverständnis der Pflegenden weiterentwickeln. Zusätzlich werden dabei ihre Schlüsselqualifikationen gefördert.
Zentrales Anliegen bei der Realisierung des Pflegeprozessmodells „ist die Sicherung der Kontinuität einer individuellen, patientenorientierten Pflege“ (Pröbstl & Glaser 1997, S. 264). Dies sollte trotz aller Umsetzungsschwierigkeiten nicht aus den Augen verloren werden.
Die pflegetherapeutische Beziehung zwischen Bewohner und Pflegeperson in einer Alteneinrichtung hebt sich deutlich von einer Beziehung im privaten Bereich ab. Eine Beziehung im Pflegekontext weist beispielsweise die folgenden Merkmale auf und wird daher als „pflegetherapeutische“ oder auch „professionelle“ Beziehung bezeichnet:
Es besteht eine Abhängigkeit zwischen der Pflegenden und dem Pflegeempfänger.
Die Beziehung ist zeitlich begrenzt.
Es werden klare Ziele verfolgt.
Den Beziehungsprozess konstruktiv zu gestalten, ist ein Anspruch an die Pflegenden. Das heißt, die Altenpflegerinnen begegnen den Bewohnern mit Respekt und im Bewusstsein, dass gegenseitiger Informationsaustausch, pflegefachliches Handeln, Anleitung und Beratung von Bewohnern und Angehörigen sowie Koordinieren und Organisieren des Tagesablaufs der Bewohner ein Vertrauensverhältnis schaffen und die Offenheit erhalten, Probleme zu erkennen und zu lösen. Dabei sollte der Erhalt der Fähigkeiten und Kompetenzen der Bewohner im Mittelpunkt stehen. Auch die Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre, die das Wohlbefinden des Bewohners fördert, ist von zentraler Bedeutung (Fiechter & Meier, 1998).
Eine pflegetherapeutische Beziehung zum Bewohner ist sowohl entscheidend für das Gelingen eines fördernden Pflegeprozesses, als auch für die damit verbundene Pflegequalität. Erkenntnisse aus Studien zeigen, dass zur Erreichung einer effektiven Pflege die zwischenmenschliche Beziehung und die zielorientierte Interaktion von zentraler Bedeutung sind (Kellnhauser 1998). Dabei wird laut Bauer (1999) eine echte persönliche und gleichwertige Beziehung angestrebt, in der Gefühle und äußeres Verhalten übereinstimmen. Dieser Aspekt hängt eng mit der Sichtweise der Pflegenden auf den Patienten zusammen (Bauer 1999, S. 9).
Im Konzept „Caring“ werden zwischenmenschliche Aspekte des Pflegeprozesses beschrieben, die mit Begriffen wie „Sorge um andere“, „Sorgende Zuwendung“, „Sich-Einlassen“, „Sich-Engagieren“ „Wertschätzung“, „Verbundenheit“ und „Verantwortung“ umschrieben werden (Swanson 1991; Spirig 1999, Benner und Wrubel 1997; Perini et al. 2006). Von vielen Theoretikerinnen wird der Beziehungsaspekt zwischen Pflegeempfänger und Pflegeperson in den Mittelpunkt ihrer Pflegemodelle gestellt und nimmt damit einen besonderen Stellenwert ein (Travelbee 1971; Peplau 1995; Orlando 1996 in: Pohlmann 2006).
Beispielhaft sollen an dieser Stelle Aspekte der Beziehungsgestaltung aus der Pflegetheorie von Hildegard Peplau aufgezeigt werden, da diese vermehrt im Altenpflegebereich als hilfreich angesehen wird. Sie reflektiert pflegerische Unterstützungsleistungen in Bezug auf die jeweiligen Bedürfnisse des Pflegeempfängers und teilt den Verlauf der Beziehung zwischen Pflegeempfänger und Pflegeperson in Phasen ein (Peplau 1995, S. 45).
Zusatzinfo
Phasen der Beziehung zwischen Pflegeempfänger/Pflegepersonen
Phase der Orientierung:
Sich kennen lernen und Vertrauen aufbauen, Fragen stellen und die Situation klären, Bedürfnisse feststellen. Der Pflegeempfänger ist sich in der Regel bewusst, dass er professionelle Hilfe benötigt.
Phase der Identifikation:
Art und Ausmaß der Hilfestellung werden klar, Erwartungen sind geklärt. Der Pflegeempfänger verlässt sich auf die pflegerische Handlungskompetenz.
Phase der Nutzung:
Durch vertrauensvolle Beziehungen zwischen Pflegenden und Pflegeempfänger werden von der einen Seite Pflegeleistungen angeboten und von der anderen Seite Pflegeleistungen angenommen.
Phase der Ablösung:
Der Pflegeempfänger löst sich von seiner bisherigen Rolle und der Pflegeperson. Die Gestaltung der Zukunft und die Definition neuer Ziele werden realisiert.
Viele Bewohner im Altenheim werden die Phase der Ablösung in Form der Zurückgewinnung von Selbstständigkeit ausschließlich in Teilbereichen ihrer Lebensgestaltung erleben. Eine vollständige Ablösung besteht hingegen beispielsweise dann, wenn ein Wechsel ins betreute Wohnen, die eigene Wohnung oder eine andere Pflegeeinrichtung vorbereitet und durchgeführt wird.
Die beschriebenen Phasen zu gestalten bedeutet, diese bewusst wahrzunehmen und als Teile eines Prozesses zu betrachten, bei dem jeweils eine Phase in die nächste überleitet und somit sowohl eine Vorbereitung der folgenden als auch eine Weiterführung der vorangegangenen darstellt. Bewohner, die sich in den verschiedenen Phasen befinden, benötigen unterschiedliche Versorgungs- und Behandlungskonzepte. Die Kunst der Pflegenden ist es, diese unterschiedlichen Pflegebedürfnisse zu erkennen und den Pflegebedarf gezielt daraufhin abzustimmen.
Um nun eine „gute“ Beziehung gestalten zu können, benötigen Pflegende unterschiedliche Kompetenzen, die durch Aus-, Fort- und Weiterbildung gezielt gefördert werden können. Als Grundlage für eine verbesserte Beziehungsgestaltung eignet sich laut Bauer (1999) die Auseinandersetzung mit den Themenbereichen „Wahrnehmung“, „Kommunikation“ und „Gesprächsführung“. Sieger (2010, S. 265) erwähnt die Zusammenführung von wissenschaftsbasierten Kompetenzen mit taktilem Erspüren einer Situation sowie dem Können des Patienten. Eine gelungene pflegetherapeutische Beziehung aufzubauen, bedeutet nach Elsbernd und Glane (1996):
Die Fähigkeit zu entwickeln, die Bedeutung der Ereignisse, die den Pflegeempfänger beeinflussen, zu erkennen.
Bereit zu sein, die Meinungen, Erwartungen, Vorstellungen und Motive von Pflegeempfängern zu erfahren und bei der Pflegeprozessgestaltung zu berücksichtigen.
Die Arbeitsorganisation kritisch zu reflektieren und beispielsweise eine Funktionsorientierung in eine Bewohnerorientierung überzuleiten.
Die eigene Kommunikationsfähigkeit zu schulen und eine bewohnerorientierte Gesprächsführung zu realisieren.
Bei der Betrachtung verschiedener Pflegeorganisationsformen wird deutlich, dass bestimmte Pflegesysteme eine Bewohnerorientierung fördern (Bezugspflege, Primary Nursing oder Primäre Pflege(1)), andere hingegen nicht (Funktionspflege). Eine konstruktive pflegetherapeutische Beziehung zwischen dem Bewohner und der Pflegenden kann durch die Übernahme einer verantwortlichen Steuerung des Pflegeprozesses durch die Pflegeperson mit dem Bewohner gefördert werden. Dazu gehört, dass die Pflegeperson die Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess, einschließlich Planung und Durchführung der Pflege, während des gesamten Aufenthaltszeitraums des Bewohners übernimmt. Die verantwortliche Pflegeperson ist direkter Ansprechpartner für den Bewohner und übernimmt die Absprache und Koordination bezüglich der Pflege und Behandlung ihres Bewohners. Auch die Durchführung der Pflege übernimmt sie soweit wie möglich selbst. So kann sie beispielsweise Tätigkeiten der Vor- und Nachbereitung der Pflege aber auch die direkte Durchführung während ihrer Abwesenheit an eine zuarbeitende Pflegeperson übertragen. Zur Steigerung der Kontinuität der Pflege sind Dienstplananpassungen, personelle Absprachen und Anpassungen organisatorischer Rahmenbedingungen erforderlich.
Auf diese Weise rückt der einzelne Bewohner in den Mittelpunkt des pflegerischen Geschehens. Er kennt die Bezugspflegende als festen Ansprechpartner für seine Probleme und als Koordinatorin seiner Pflege. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen, sie leitet wichtige Informationen an die entsprechenden Stellen weiter und ist verantwortlich für die Organisation und Koordination. Bezugspflegende nehmen damit eine Schlüsselposition im Versorgungsprozess der Bewohner ein. Zudem besteht durch die Eingrenzung der Bezugspersonen und den verlängerten Kontakt einer verantwortlichen Person die Möglichkeit, diese kennenzulernen und eine konstruktive Beziehung aufzubauen.
Allerdings muss hervorgehoben werden, dass Aufbau- und Ablauforganisation nicht allein für das Gelingen einer bewohnerorientierten Versorgung verantwortlich sind. Auch die Fähigkeiten der Pflegenden und ihr im Laufe der Zeit entwickeltes Pflegeverständnis nehmen einen zentralen Stellenwert ein. Bewohnerorientierung bedeutet zudem, den Bewohner mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Der Bewohner ist als gleichberechtigter Partner im Pflegeprozess zu verstehen und soll, wenn möglich, durch Partizipation (Teilhabe) gefördert werden. Mit den persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter, den Schlüsselqualifikationen, wie z. B. Team-, Kommunikations- und Wahrnehmungsfähigkeit, wird die Realisierung eines Bezugspflegesystems weiter unterstützt.
Der Pflegeprozess beginnt mit dem Sammeln von Informationen und führt zu einem Urteil in Form von Pflegediagnosen. Es folgt der Prozess der Entscheidungsfindung, in dem Pflegende möglichst mit dem Bewohner gemeinsam die Pflegeziele und geeignete Pflegemaßnahmen festlegen. Diesen Schritten des Prozesses schließt sich die fachlich korrekte Durchführung, die kontinuierliche Interaktion mit dem Bewohner und die Evaluation der Pflegewirkung an. Damit die Pflegende diese zentralen Prozessschritte der Pflege durchführen kann, muss sie entscheiden, welche Informationen erhoben werden sollen, welche von Bedeutung sind und welche nicht, wo Schwerpunkte in der Bewohnerversorgung liegen sollen usw.
Ein begrifflicher Bezugsrahmen ist für die Pflegende hilfreich, um diese zentralen Entscheidungen bezüglich der inhaltlichen Aspekte des Pflege- und Beziehungsprozesses zu gestalten. Die zentralen Fragen, die eine Pflegeperson bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Pflegeprozesses beantworten sollte, lauten:
Welche Ziele möchte ich mit dem Bewohner zusammen erreichen?
Aus welchem Grund sind die ausgewählten Ziele im Vergleich zu anderen Zielen von besonderer Bedeutung für den Bewohner?
Was sollte ich als Pflegeperson für den Bewohner tun? Wie sollte ich das tun, was zu tun ist?
Welche Maßnahmen sind besonders geeignet, um die festgelegten Ziele zu erreichen?
Wie kann ich den Bewohner unterstützen, selber an der Zielerreichung mitzuwirken?
Da sich Pflegetheoretikerinnen genau mit diesen Fragestellungen auseinandergesetzt haben, kann es hilfreich sein, ihre Arbeit für die eigene Prioritätensetzung zu nutzen. Gleichzeitig leiten Forschungsergebnisse die Entscheidungen innerhalb der Pflegeprozessplanung. Die weiteren Ausführungen beschäftigen sich mit dem Pflegewissen in Form von Theorien und dessen Einfluss auf die Pflegeprozessplanung. Die im Folgenden aufgeführten Theorien unterscheiden sich durch ihren Abstraktionsgrad. Während sich Pflegemodelle, auch als „Normative Theorien“ bezeichnet, mit der Pflege im Ganzen beschäftigen, widmen sich „Beschreibende oder Erklärende Theorien“ ganz konkreten Zusammenhängen innerhalb der Pflege.
Die Pflege eines Bewohners kann aus dem Blickwinkel eines ausgewählten Pflegemodells(2) geplant werden und verkörpert damit eine bestimmte Anschauung des Menschen sowie der Pflege. So stammen beispielsweise die Bestrebungen der Aktivierung des Bewohners mit der Zielsetzung, einen möglichst hohen Grad der Selbstständigkeit des Bewohners zu erreichen, aus dem Gedankengut von Orem (2001). Diese Selbstständigkeit, die der Bewohner durch eigenes Handeln aber auch durch die Unterstützung seiner Angehörigen/Bezugspersonen im Laufe des Pflegeprozesses zunehmend erreicht, tritt schrittweise an die Stelle der kompensatorischen Arbeit der Pflegeperson. Aus dem Blickwinkel von Peplau (1995) steht hingegen der therapeutisch-zwischenmenschliche Prozess im Vordergrund der Betrachtung. Dabei orientiert sich die Pflege mehr am Menschen selbst als an seiner Erkrankung und seinen Defiziten. Mit Zielsetzungen wie der Weiterentwicklung der Persönlichkeit und der Erreichung einer kreativen, produktiven und gemeinschaftlichen Lebensführung kommen der Pflegeperson primär die Aufgaben wie emotionale Unterstützung, Beratung und Anleitung zu. Orientiert sich die Pflegeperson hingegen an der Anschauung von Roy (1974 in: Reimer und Füller, 1998) versucht sie den Bewohner bei der effektiven Anpassung an Veränderungen im biologischen, psychologischen oder sozialen Bereich zu unterstützen. Durch eine systematische Erhebung auslösender Reize und eine Unterstützung eines effektiven Bewältigungsverhaltens kann sie ihm helfen, wieder ins Gleichgewicht zu gelangen. Diese Beispiele sollten verdeutlichen, dass die Pflegeplanung davon abhängt, welchen Blickwinkel die Pflegeperson einnimmt, d. h. an welchen theoretischen Anschauungen der Pflege sie sich orientiert, ihre Auswahl der Ziele und Interventionen beeinflusst. Daher ist es sinnvoll, wenn sich Altenpflegeeinrichtungen auf gemeinsame globale Zielsetzungen einigen, die in ihrer Einrichtung von besonderer Bedeutung sind. Als Unterstützung und Grundlage dazu können die Pflegemodelle einer oder mehrerer Theoretikerinnen dienen. Die Konkretisierung der einrichtungsübergreifenden Zielsetzung findet dann in der jeweiligen Ausgestaltung der Pflegeplanung statt. Zur besseren Übersicht der vielfältigen Pflegemodelle wurden diese in Gruppen unterteilt. So unterscheidet Meleis (1999) zwischen Bedürfnis-, Interaktions- und Ergebnismodell und teilt damit die Modelle nach den folgenden drei zentralen Fragestellungen ein:
Was tun Altenpflegerinnen?
Wie tun Altenpflegerinnen das, was sie tun?
Warum und mit welchem Ziel wird Pflege durchgeführt?
In ▶ Tab. 1.2 werden die bekanntesten Pflegemodelle nach Meleis (1999) und nach Marriner-Tomey (1992) eingeteilt dargestellt.
Tab. 1.2
Pflegemodelle nach Meleis und Marriner-Tomey
Nach Meleis
Nach Marriner-Tomey
A Bedürfnismodelle:
1955 Henderson
1960 Abdellah
1959 Orem
A Humanistische Krankenpflege:
Nightingale
Henderson
(Roper/Logan/Tierney: ATL, England)
B Interaktionsmodelle:
1952 Peplau
1961 Orlando
1964 Wiedenbach
1968 King
B Theorien der zwischenmenschlichen Beziehung:
Peplau
C Pflegeergebnismodelle:
1957 Johnson
1966 Levin
1970 Rogers
1970 Roy
1975 Neumann
C Systeme:
Johnson
Roy
Neumann
D Energiefelder:
Levine
Martha Rogers
Newman
Als Mittel, um Inhalte und Zusammenhänge der Pflege besser zu verstehen und das Wissen im Bereich Pflege zu vermehren, eignet sich die Pflegeforschung. Durch Forschungsarbeiten sollen konkrete pflegerische Zusammenhänge geklärt, beschrieben und belegt werden. Beispielsweise untersuchten Schmidt, Palm und Dichter et al. (2011) die Zufriedenheit in der Demenzversorgung bei Pflegenden in stationären Alteneinrichtungen. Sie kommen dabei zu dem Ergebnis, dass bestimmte Arbeitsinhalte (z. B. emotionale Anforderungen im Zusammenhang mit Krankheit und Tod, Kooperation, Bewegen von Bewohnern und Lasten), Aspekte der Arbeitsorganisation (z. B. quantitative Anforderungen, Führungsqualität, Konflikt zwischen Arbeit und Familie) und das soziale Arbeitsfeld (z. B. Interaktion mit anderen Berufsgruppen) die Zufriedenheit in diesem Kontext beeinflusst. Eine andere Forschungsarbeit versucht beispielsweise die Einstellungen von Seniorinnen und Senioren zum betreuten Wohnen zu erheben und resümiert, dass diese stark von der Einstellung bei der Aufnahme beeinflusst wird (Boggatz 2011).
Auf diese und ähnliche Weise werden Sachverhalte durch Forschung geklärt, die für die praktische Arbeit vor Ort wichtig sind. Dabei kann es beispielsweise um die Klärung von Konzepten wie „Zufriedenheit“, „Selbstpflege“ oder „Berühren“ bei bestimmten Bewohnergruppen oder in bestimmten Kontexten gehen. Wichtig ist zudem, Zusammenhänge oder Verbindungen definierter Konzepte zu klären. Dabei kann es sich um die Ermittlung von Einflussfaktoren handeln. Das ist beispielsweise bei folgender Fragestellung der Fall: „Wirkt sich die Arbeitsorganisation auf die Zufriedenheit aus?“ Wenn jedoch geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung des festgelegten Ziels ausgewählt werden sollen, interessieren besonders Forschungsergebnisse, die eine Aussage über die Wirksamkeit einer Pflegemaßnahme machen. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise folgende Fragestellungen untersucht:
Kann das Tragen von Antithrombosestrümpfen das Risiko der Entwicklung einer Beinvenenthrombose verhindern?
Führt die Weichlagerung auf Naturfellen zu einer Reduzierung des Risikos, einen Dekubitus Grad 1 zu entwickeln?
Heilt ein Ulcus cruris venosum schneller beim Einsatz von Hydrokolloidpflastern oder NaCl-Kompressen?
Wirkt sich die Mobilisation nach dem Bobath-Konzept positiver auf die Beweglichkeit eines Bewohners mit Hemiplegie aus als eine konventionelle Art der Mobilisation?
Die Auflistung dieser Fragen macht deutlich, dass deren forschungsbasierte Beantwortung hilfreich ist, Pflegende bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen zu unterstützen und zu einer Vermehrung des Pflegewissens beizutragen. Diese Vorgehensweise ist aus zeitlichen und ökonomischen Gründen sinnvoll, da die Durchführung bestimmter Pflegehandlungen unterbleiben kann, wenn diese nicht den gewünschten Effekt zeigen oder sich schlimmstenfalls sogar negativ auf den Patientenzustand auswirken. Daher wird aufgrund von Forschungsergebnissen beispielsweise von „Eisen und Föhnen“ zur Dekubitusprophylaxe oder von der Einreibung mit Franzbranntwein zur Pneumonieprophylaxe abgeraten.
Um die Aussagekraft zu erhöhen, werden Forschungsergebnisse oftmals auch zusammengefasst. Das aus Forschungen resultierende Wissen kann dann wiederum zur Entwicklung oder Weiterentwicklung einer Theorie beitragen. Auf diese Weise sind Praxis, Forschung und Theorie miteinander verzahnt: Die Fragestellungen ergeben sich aus der Pflegepraxis, werden durch Forschungsstudien geklärt und tragen zur Theorieentwicklung bei. Gleichzeitig helfen Theorien die Pflegepraxis zu gestalten und werfen auch neue Fragen auf.
Warum ist die Auseinandersetzung mit Pflegetheorien und Pflegemodellen wichtig? Zusammenfassend lassen sich folgende Punkte aufführen, die die Auseinandersetzung mit Modellen und Theorien der Pflege leisten können. Modelle und Theorien
verändern das Herangehen und erweitern den Blickwinkel, mit dem Pflegende das Arbeitsfeld der Pflege betrachten
erweitern die Handlungskompetenzen der Pflegenden, um auf die verschiedenen Bewohner mit den unterschiedlichsten Pflegebedürfnissen einzugehen
können Leitbilder und Ziele für die Pflegenden darstellen
stärken das Selbstbewusstsein der Pflegenden und unterstützen den Professionalisierungsprozess
verändern den Stellenwert der Pflege in der Gesellschaft
stellen den Bezugsrahmen und die Ausgangslage für die Pflegeforschung dar
unterstützen bei der Durchsetzung von berufspolitischen Zielsetzungen.
Der Pflegeprozess stellt pflegerische Arbeit als einen systematischen Handlungsablauf dar. Dabei werden einzelne Schritte beschrieben, die zur Problemlösung und Zielerreichung führen. Dadurch wird Pflege systematisiert und Leistungen werden transparent, nachvollziehbar und vor allem überprüfbar – eine Grundvoraussetzung zur Beurteilung von Pflegewirkung. Zentrales Anliegen bei der Realisierung des Pflegeprozessmodells „[…] ist die Sicherung der Kontinuität einer individuellen, patientenorientierten Pflege“ (Pröbstl & Glaser 1997, S. 264).
Um die Pflege eines Bewohners systematisch und nachvollziehbar planen und gestalten zu können, ist es sinnvoll, sich an dem Regelkreis des Pflegeprozessmodells zu orientieren.
Dabei werden auf Grundlage einer Informationssammlung Probleme bzw. Pflegediagnosen und Ressourcen identifiziert. Gemeinsam mit dem Bewohner werden Ziele festgelegt und Maßnahmen ausgewählt, die zur Zielerreichung geeignet erscheinen. Nach einem angemessenen Durchführungszeitraum der geplanten Maßnahmen werden diese schließlich auf ihre Zielerreichung hin beurteilt und der Regelkreis beginnt von Neuem.
In den folgenden Kapiteln werden die sechs Schritte des Pflegeprozesses beschrieben. Der erste und wichtigste Schritt des Pflegeprozesses ist die Informationssammlung.
Eine ausführliche Informationssammlung ist der erste wichtige Schritt, um eine konstruktive Beziehung zum Bewohner aufzubauen und daraus die benötigte Pflege abzuleiten. Der Sammlung von Informationen ist besondere Bedeutung beizumessen, da Genauigkeit und Ausführlichkeit dieser Daten die weiteren Schritte beeinflussen.
Das Ziel der individuellen Einschätzung des Bewohners zu Beginn des Pflegeprozesses ist es, zu erfahren, welche Bedürfnisse bestehen und welche Unterstützung der Bewohner benötigt. Bei dieser Einschätzung sollten die Selbstständigkeit des Bewohners bzw. seine Abhängigkeit von Unterstützungsleistungen eine besondere Rolle spielen. Ebenso interessieren uns in der Altenpflege Lebensqualitätsdimensionen. Im Rahmen der Informationssammlung ist z. B. die Frage relevant, welche tagesstrukturierenden Angebote das Wohlbefinden des Bewohners erhöhen können Gerade biographische Hintergrundinformationen sind hilfreich, passende Angebote zu unterbreiten. Eine umfassende Einschätzung der Selbstfürsorgeeinschränkungen und -fähigkeiten sollte sich nicht nur auf die Aspekte der Körperpflege, Mobilität, Ernährung und Ausscheidung beschränken, sondern auch die psychosozialen Bedürfnisse aus der pflegerischen Perspektive mitberücksichtigen.
Eine ungenaue Informationssammlung, ob diese nun strukturiert mithilfe eines Assessmentinstruments oder in Form eines freien Aufnahmegesprächs vollzogen wird, führt dazu, dass pflegerische Entscheidungen unter Umständen aufgrund fehlender Informationen fachlich falsch getroffen werden. Neben dem genau und individuell ermittelten Pflegebedürfnis und dem Pflegebedarf des Bewohners verfolgt die Informationssammlung in Form eines Anamnesegesprächs noch weitere Zielsetzungen.
Als vorrangige Ziele der Informationssammlung können genannt werden:
Der Bewohner fühlt sich in der neuen Umgebung angenommen und verstanden, er baut Vertrauen zum Pflegeteam auf.
Die Pflegepersonen lernen den Bewohner kennen und erfahren Wünsche, Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten.
Die Erwartungen des Bewohners werden erfasst.
Möglichkeiten und Ressourcen (Fähigkeiten) werden erkannt.
Art und Ausmaß der Hilfsbedürftigkeit werden festgestellt, Pflegeprobleme werden erkannt.
Die Pflegediagnose kann gestellt werden.
Eine positive und konstruktive Beziehung zum Bewohner wird geschaffen.
Abhängig von den verschiedenen Rahmenbedingungen der Einrichtung und den Voraussetzungen und Ressourcen des Bewohners wird die Informationssammlung bzw. das Aufnahmegespräch unterschiedlich gestaltet. Hier entscheiden die baulichen Gegebenheiten der Station und das Pflegepersonal darüber, welche Form, Art und Weise der Durchführung für ihren Bewohner sinnvoll ist. So können beispielsweise zunächst ein Erstgespräch mit dem Bewohner und seinen Angehörigen und/oder ein Anamnesegespräch stattfinden.
Auch eine Informationssammlung durch gemeinsames Erledigen von Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) mit dem Bewohner ist eine Möglichkeit, Informationen zu erhalten. Es ist vorteilhaft, während der ersten Unterstützung bei der Körperpflege herauszubekommen, wo genau z. B. der Unterstützungsbedarf liegt, wie Ressourcen aktiviert werden können und welche Vorlieben und Gewohnheiten der Bewohner im Rahmen der Körperpflege hat.
Die gewonnenen Erkenntnisse und Informationen werden innerhalb der ersten Tage in der Einrichtung gesammelt und kontinuierlich auf dem Pflegeanamnesebogen ergänzt. Nach 1–14 Tagen ergibt sich so ein detailliertes Bild des Bewohners, seines Unterstützungsbedarfs und seiner Ressourcen. Die erste Pflegeplanung kann auf Grundlage der ersten gesammelten Informationen erstellt werden und wird im Laufe des Aufenthaltes weiter verfeinert und ergänzt.
Die Informationssammlung kann in Form eines Pflegeassessments und/oder Anamnesegesprächs durchgeführt werden. Eine Informationssammlung im Altenpflegebereich ist ein kontinuierlicher Prozess und sollte niemals als abgeschlossen betrachtet werden. Bei jeder Evaluation des Pflegeprozesses sollte abgeklärt werden, ob neue Informationen in den pflegediagnostischen Prozess mit einbezogen werden sollten. In der Grundsatzstellungnahme des MDS wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei den Qualitätsprüfungen in deutschen Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten diesbezüglich ein häufig anzutreffender „Fehler“ festgestellt wird. Denn viele Einrichtungen aktualisieren die Informationssammlung nicht regelmäßig (MDS Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. 2005, MDS Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. 2007).
In der pflegerischen Praxis werden unterschiedlichste Begriffe zur Maßnahmenbeschreibung der Informationssammlung genutzt. Diese sind z. B. Aufnahmegespräch, Erstgespräch, Assessment, Anamnese, Pflegeanamnese und Pflegeassessment. Es wird dabei nicht immer deutlich, ob die Begriffe synonym verwendet werden oder ob es signifikante Bedeutungsunterschiede gibt.
Pflegeassessment kann ganz allgemein als die Einschätzung pflegerelevanter Variablen und Phänomene zum Zweck der Bewertung und/oder der nachfolgenden Maßnahmenplanung betrachtet werden. Assessment (engl.) bedeutet „Abschätzung; Zusammentragung von Informationen anhand standardisierter Schemata, um das Ausmaß vorhandener bzw. verlorener Fähigkeiten einschätzen zu können.“ (Hildebrand 2004)
Es kann unterschieden werden zwischen einem Erst-Assessment, das durchgeführt wird, wenn ein Bewohner neu aufgenommen wird, und einem Wiederholungsassessment, in dem die Informationssammlung aktualisiert wird. Es gibt auch problemorientierte Assessments, die ein Phänomen z. B. mittels eines standardisierten Assessmentinstruments, wie z. B. Schmerzskala, Braden-Skala systematisch einschätzen (Gordon und Bartholomeyczik 2001). In der Altenpflege gibt es neben zahlreichen speziellen Assessments, die spezifische Problembereiche, wie z. B. das Dekubitusrisiko des Bewohners, erfassen, auch Assessmentinstrumente, die zur Beurteilung der allgemeinen Pflegebedürftigkeit genutzt werden können. Ausführlichere Informationen erhalten Sie in der entsprechenden Fachliteratur (Bartholomeyczik und Halek 2004b, Garms-Homolová und Gilgen 2000).
Die Pflegeanamnese richtet sich stärker an die Vorgeschichte des Betroffenen. Unter Anamnese wird im ärztlichen Kontext die Ermittlung der Krankengeschichte, Art, Beginn und Verlauf der aktuellen Beschwerden verstanden (Hildebrand 2004). Die Pflegeanamnese reflektiert den Verlauf und die Entwicklung des Pflegeproblems.
