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Der Künstler Prof. Heinz Nickel drückte seine bildnerischen Vorstellungen vor allem in geometrischen Bildprogrammen und wohlabgewogenen Farben aus. Seine Gemälde werden der konkreten bzw. konstruktiven Kunst zugeordnet. Diese Veröffentlichung beinhaltet im Wesentlichen die Ergebnisse einer Forschungsarbeit aus dem Jahre 1982, in der er über seine Motivation, seine Herangehensweise und die Ergebnisse berichtet. Zur Erläuterung sind nicht nur zwei Gemälde aus der zugehörigen Bilderreihe angeführt, sondern auch eine Auswahl von anderen Gemälden aus den Jahren zwischen 1960 und 1992.
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Seitenzahl: 17
Veröffentlichungsjahr: 2015
Feld 100 3/94 (1994)
Druckfarbe/Ölfarbe auf weiß beschichteter Spanplatte
20,0 cm x 20,0 cm
Für unseren Vater
Seine Kinder
Forschungsarbeit 1982
Bilder von 1960 bis 1994
Es ist eine Umwelt-Ordnung und mithin sogar eine Welt-Ordnung, die Heinz Nickel auf seine, strenggeometrische, aber nicht allein geometrische Art unternimmt.
Nicht dem Impuls, nicht der Spontaneität eines flüchtigen, wenn auch genialen Einfalls sind diese Kunstwerke zu verdanken, sondern dem Kalkül, dem Glauben an gewisse Messbarkeit, dem Vertrauen, dass ein rechnender Rationalismus sich mit dem Wesen des Kunstwerks durchaus vereinen kann.
Die Phantasie läge dann (und das ist hier nachzukontrollieren) nicht im pathetisch-expressiven Ausbruch, sondern in der infinitesimal kleinen, jenachdem auch größeren Abweichung.
Hier bei Heinz Nickel weichen plötzlich die Bauteile der kleinen Zellen voneinander ab. In der Art von Sequenzen: immer etwas mehr – oder immer etwas weniger. Aber nur ganz weniges ist tatsächlich symmetrisch; sosehr man im ersten Zusehen Symmetrie vermuten möchte.
Albert Schulze-Vellinghausen 1967
Foto: Günter Becker
Professor Emil Heinz Nickel wurde am 25.12.1919 in Kassel geboren. Nach eigener Angabe war sein Berufswunsch schon seit der Kindheit Kunstmaler und Professor der Malerei. Nach der Schule lernte er daher die handwerklichen Fertigkeiten seines Lebenszieles in einem Malerbetrieb. Die weitere Berufsausbildung wurde aber durch den Zweiten Weltkrieg für 6 Jahre unterbrochen, in denen er als Soldat diente.
Ab 1946 studierte er Malerei bei Prof. Arnold Bode an der Kunstakademie Kassel. Hier baute er die Druckwerkstatt auf, die er in den folgenden Jahren und Jahrzehnten erst als studentischer Mitarbeiter, dann als Dozent und schließlich als Professor leitete. Diese Lehrtätigkeit prägte sein ganzes Leben. Der Kunstsammler und Schüler Heinz Nickels Hans-Peter Reisse stellte anlässlich der Feier zum 80. Geburtstag von Heinz Nickel fest, „dass die Zahl seiner Schüler, noch dazu der erfolgreichen, größer ist als die Zahl der (…) gemalten Bilder“.
