Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Drei Prozent aller Menschen erkranken an einer Psychose, ein großer Teil am Übergang zwischen Jugend- und jungem Erwachsenenalter in der vulnerablen Entwicklungsphase der Adoleszenz. Dieses praxisorientierte Werk bringt klinisches und empirisches Wissen namhafter Experten aus dem Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Bereich zusammen. Neben Grundlagen, Entwicklungspsychopathologie und Früherkennung bildet die Behandlung von Psychosen den Schwerpunkt. Es werden die relevanten Therapiemethoden, besondere Problembereiche und verschiedene Versorgungsstrukturen aus medizinischer, psychologischer und sozialpädagogischer Perspektive dargestellt. Zahlreiche Fallbeispiele veranschaulichen die beschriebenen Phänomene und Behandlungstechniken.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 870
Veröffentlichungsjahr: 2013
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Wichtiger Hinweis: Pharmakologische Daten verändern sich fortlaufend durch klinische Erfahrung, pharmakologische Forschung und Änderung von Produktionsverfahren. Verlag und Autor haben große Sorgfalt darauf gelegt, dass alle in diesem Buch gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Eine Gewährleistung können Verlag und Autor hierfür jedoch nicht übernehmen. Daher ist jeder Benutzer angehalten, die gemachten Angaben, insbesondere in Hinsicht auf Arzneimittelnamen, enthaltene Wirkstoffe, spezifische Anwendungsbereiche und Dosierungen anhand des Medikamentenbeipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen und in eigener Verantwortung im Bereich der Patientenversorgung zu handeln. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.
1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten
© 2014 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher
Gesamtherstellung:
W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-021698-3
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-023878-7
epub: ISBN 978-3-17-025105-2
mobi: ISBN 978-3-17-025106-9
Für meinen VaterBenno G. Schimmelmann
Für KerstinFranz Resch
Vorwort
I Grundlagen
1 Terminologie, Epidemiologie und Verlauf
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
1.1 Terminologie
1.2 Epidemiologie
1.2.1 Prävalenz und Inzidenz
1.2.2 Geschlecht und Alter bei Erkrankungsbeginn
1.3 Verlauf
1.3.1 Prodrom und Dauer der unbehandelten Psychose
1.3.2 Prämorbides Funktionsniveau
1.3.3 Verlauf psychotischer Störungen
1.3.4 Vorhersage des Verlaufs mittels Verlaufsprädiktoren
1.4 Was wissen wir über klinische unterschiede zwischen Psychosen, die im Kindes- und Jugendalter beginnen, und solchen, die im Erwachsenenalter beginnen?
2 Ätiologie und Pathogenese
Rieke Oelkers-Ax, Benno G. Schimmelmann, Romy Henze und Franz Resch
2.1 Genetik und Epigenetik
2.1.1 Formalgenetik
2.1.2 Molekulargenetik
2.1.3 Das Prinzip der Endophänotypen
2.1.4 Relevanz genetischer Befunde für die Klinik
2.1.5 Ausblick Epigenetik
2.2 Psychosoziale Risikofaktoren der Schizophrenie
2.2.1 Evidenz für großstädtisches Umfeld
2.2.2 Evidenz für Minderheitenposition
2.2.3 Pränatale Umwelteinflüsse
2.2.4 Einfluss von Traumen in der psychosozialen Entwicklung
2.2.5 Kommunikative Störungen
2.2.6 Cannabisgebrauch
2.2.7 Zusammenfassung in einer Vulnerabilitätshypothese
2.3 Pathogenese
2.3.1 Strukturelle Befunde
2.3.2 Funktionelle Befunde
2.3.3 Pathogenetische Modelle
2.3.4 Entwicklungtheoretische Modelle
II Psychopathologie und klinische Präsentation
3 Entwicklungspsychopathologie
Franz Resch und Benno G. Schimmelmann
3.1 Symptome
3.2 Wahn
3.3 Schizophrene Ich-Störungen
3.4 Halluzinationen
3.5 Katatone Symptome
3.6 Denkstörungen
3.7 Minussymptome
3.8 Unspezifische Symptome
3.9 Symptomentwicklung
3.10 Wie stabil sind die Symptome schizophrener Psychosen im weiteren Verlauf?
3.11 Das Weltbild der Psychose
3.12 Vulnerabilität und Auslöser
4 Kognitive Dysfunktionen
Ulf Köther, Birgit Hottenrott und Steffen Moritz
4.1 Einleitung
4.2 Neuropsychologische Befunde
4.3 Allgemeines kognitives Leistungsniveau oder der »Generalfaktor«
4.4 Basale kognitive Funktionen bzw. Domänen
4.5 Kognitive Verzerrungen
4.6 Voreiliges Schlussfolgern
4.7 Attribution
4.8 Metagedächtnis – Erhöhte Urteilssicherheit für Fehlerinnerungen
4.9 Soziale Kognition
5 Familiendynamik und juvenile Psychose
Günter Reich und Verena Klütsch
5.1 Historische Entwicklung
5.2 Frühe interaktionelle Konzepte
5.3 Weitere systemische Konzepte
5.4 Der Bezug zur Mentalisierung
5.5 Langzeitstudien zu familiären Einflüssen bei Psychosen
5.5.1 Das Verhältnis von Vererbungsfaktoren und familiären Umweltfaktoren in der finnischen Adoptionsstudie
5.5.2 Die Rolle der Kommunikationsabweichungen (communication deviance, CD)
5.5.3 Weitere prospektive Studien zu familiären Belastungen bei schizophrenen Psychosen
5.6 Expressed Emotion (EE)
5.7 Der Einfluss von Traumatisierungen
5.8 Bindungsstil und psychotische Entwicklung
5.9 Zusammenfassung
III Diagnose und Differentialdiagnose
6 Der Erstkontakt
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
7 Diagnostisches Vorgehen und Differentialdiagnostik
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
7.1 Differentialdiagnostische Überlegungen und Komorbiditäten
7.1.1 Zwangsstörungen und Schizophrenie
7.1.2 Autismus-Spektrum- Störungen und Psychose
7.1.3 Dissoziation, Borderline- Syndrom und Psychose
7.1.4 Dissoziative Störungen
7.1.5 Borderline- Persönlichkeitsstörung
7.1.6 Trauma-Mechanismus
7.1.7 Depersonalisation und Derealisation
7.1.8 Zusammenfassung der differentialdiagnostischen Überlegungen zwischen Dissoziation und Psychose
8 Somatische Differentialdiagnostik und Abklärung
Stephan Kupferschmid
8.1 Einleitung
8.2 Somatische Differentialdiagnosen
8.2.1 Epilepsien
8.2.2 Infektionen
8.2.3 Entzündliche Prozesse
8.2.4 Hirntumore
8.2.5 Stoffwechselstörungen
8.3 Endokrinologische Störungsbilder
8.4 Wirkungen von Suchtmitteln
8.4.1 Substanzinduzierte psychotische Symptome
8.4.2 Arzneimittel
8.5 Sonstige Differentialdiagnosen
8.6 Somatische Abklärung
8.6.1 Somatische Anamnese
8.6.2 Körperliche Untersuchung
8.6.3 Laboruntersuchungen
8.6.4 Elektroenzephalographie
8.6.5 Bildgebung
8.6.6 Liquoruntersuchung
8.7 Stadienbezogenes diagnostisches Vorgehen
8.7.1 Diagnostik bei Erstmanifestation
8.7.2 Diagnostik im Verlauf
8.7.3 Psychosefrüherkennung
IV Früherkennung von Psychosen
9 Editorial zur Früherkennung im Kindes- und Jugendalter
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
10 Rationalen und Konzepte der Früherkennung von Psychosen
Frauke Schultze-Lutter und Benno G. Schimmelmann
10.1 Kosten von und Einschränkungen durch psychotische Erkrankungen
10.2 Folgen verzögerter Behandlungsinitiierung
10.3 Prodrom und indizierte Prävention
10.4 Kriterien der Früherkennung von Psychosen
10.4.1 Die
Ultra-High-Risk-
Kriterien
10.4.2 Attenuierte psychotische Symptome bei Kindern und Jugendlichen
10.4.3 Transiente psychotische Symptome bei Kindern und Jugendlichen
10.4.4 Das
State-Trait-
Risikokriterium einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung
10.5 Die Basissymptom-Kriterien
10.5.1 Die Basissymptom-Kriterien bei Kindern und Jugendlichen
10.5.2 Erfassung von Basissymptomen bei Kindern und Jugendlichen
10.6 Fazit und Ausblick
11 Ethik der Früherkennung von Psychosen
Frauke Schultze-Lutter
11.1 Das Attenuated Psychosis Syndrome
11.2 Krankheitswertigkeit der Risikokriterien für eine Psychose
11.3 Behandlungsbedürftigkeit der Risikokriterien für eine Psychose
11.4 Ethische Abwägungen
12 Antistigma-Arbeit und Prävention
Thomas Bock, Angela Urban, Gwen Schulz und Gyöngyver Sielaff
12.1 Einleitung
12.2 Psychische Erkrankungen und Vorurteile
12.3 Stigmatisierung in der Psychiatrie?
12.4 Anthropologische Sicht – wirksam gegen Stigma?
12.4.1 Angst – Fähigkeit oder Störung?
12.4.2 Zwang – Halt oder Abgrund?
12.4.3 Depression – Schutz und Eigendynamik
12.4.4 Manie – Flucht nach vorne, aber wohin?
12.4.5 Psychosen als extreme Dünnhäutigkeit
12.4.6 Borderline – Grenzgänger
12.4.7 Lebenskrisen mit mehrfacher Eigendynamik
12.5 Gemeinsam für Toleranz und Sensibilität – Das Projekt
Irre menschlich Hamburg
12.6 Einblicke in die Arbeit von
Irre menschlich Hamburg
12.6.1 Altersgerechte Information, persönliche Begegnung – Pionierarbeit
12.6.2 Gemeinsam glaubwürdig – Trialog von Anfang an
12.6.3 Viel Erfahrung, vielfältige Themen – Bildungs- und Gesundheitspolitik
12.6.4 »Lebenslehrer« und Fachlehrer – Trialogische Lehrerfortbildung
12.6.5 Jugendhilfe – sensibilisieren, nicht psychiatrisieren
12.6.6 Spannende Medien – »Information aus erster Hand« für Journalisten
12.6.7 Seelische Gesundheit und Krankheit in der Arbeitswelt – spezielle Projekte
12.6.8 Hilfe bei der Deeskalation – trialogische Fortbildung bei der Polizei
12.6.9 »Psychiatrie macht Schule« – Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik
12.6.10 »Berühmt und psychisch erkrankt« – Vorurteile an Hochschulen
12.6.11 Kooperation mit Psychenet
12.7 Weitere Perspektiven von
Irre Menschlich Hamburg
12.7.1 Kooperation mit Schwerpunktschulen
12.7.2 Weitere langfristige Kooperationsprojekte
12.7.3 Gewinnung und Schulung neuer Referenten
12.7.4 Stärkung der präventiven Arbeit
12.7.5 Weitere Zielgruppen
12.7.6 Multiplikation der Idee – Beratung anderer Initiativen
12.8 Hintergründe von
Irre Menschlich Hamburg
12.8.1 Recovery und Empowerment (rehabilitative Aspekte)
12.8.2 Das Leben zum Thema machen (pädagogische/ kulturelle Aspekte)
12.8.3 Toleranz und Sensibilität (präventive Aspekte)
12.9 Erfahrungswerte
V Behandlung von Psychosen in der Adoleszenz
V.1 Psychosoziale Interventionen
13 Kognitiv-behaviorale Psychotherapie
Tania Lincoln
13.1 Was beinhaltet Kognitive Verhaltenstherapie für psychotische Symptome?
13.2 Aufbau einer tragfähigen Beziehung
13.3 Erarbeitung eines Problemmodells
13.4 Interventionen bei akustischen Halluzinationen
13.5 Kognitive Bearbeitung von Wahn
13.6 Arbeit an dysfunktionalen Annahmen über das Selbst und Andere
13.7 Arbeit mit Negativsymptomatik
13.8 Rückfallprävention
13.9 Wirksamkeit von Kognitiver Verhaltenstherapie bei Schizophrenie
13.10 Indikation fünitive Verhaltenstherapie bei Schizophrenie
13.11 Wirksamkeit von Kognitiver Verhaltenstherapie für juvenile Patienten mit Schizophrenie
13.12 Adaption von KVT bei Wahn und Halluzinationen auf die Zielgruppe der Jugendlichen
13.12.1 Größere Kreativität in der Methodenwahl
13.12.2 Entpathologisieren der Symptome und Aufbau von Selbstwert
13.12.3 Einbezug von Beispielen von Altersgenossen und Identifikationsmodellen
13.12.4 Einbezug der Familie
13.12.5 Berücksichtigung von Entwicklungsaufgaben
13.13 Zusammenfassung
14 Familientherapie
Günter Reich
14.1 Empirische Studien zu Familieninterventionen bei Psychosen
14.1.1 Übersichtsarbeiten htsarbeiten
14.1.2 Neuere Studien
14.2 Familienbezogene und familientherapeutische Ansätze in der Behandlung von Psychosen
14.2.1 Verhaltenstherapeutische Familienarbeit
14.2.2 Der Expressed-Emotion- Ansatz
14.2.3 Systemische Therapie
14.2.4 Psychodynamische Familientherapie
15 Integrierte Psychose-Therapie (IPT/INT)
Stefanie J. Schmidt, Daniel R. Müller und Volker Roder
15.1 Theoretischer Hintergrund: Die Relevanz von Kognitionen für eine integrierte Psychosebehandlung
15.2 Integrierte kognitive Remediationstherapie für Psychosen
15.2.1 Das Integrierte Psychologische Therapieprogramm (IPT)
15.2.2 Integrierte Neurokognitive Therapie (INT)
15.3 Ausblick: Weiterentwicklung integrierter kognitiver Remediationstherapie für die Frühintervention von Personen mit erhöhtem Psychoserisiko
V.2 Pharmakotherapie
16 Klinische Pharmakotherapie
Maren Carbon und Christoph Correll
16.1 Pharmakotherapie des Risikosyndroms
16.2 Pharmakotherapie der Erstmanifestation der Schizophrenie im Kindes- und Jugendalter
16.2.1 Generelles Vorgehen
16.2.2 Wirkmechanismen
16.2.3 Pharmakokinetik
16.2.4 Arzneimittelinteraktionen
16.3 Effizienzdaten
16.4 Nebenwirkungen antipsychotischer Therapie im Kindes- und Jugendalter
16.4.1 Neuromotorische Nebenwirkungen
16.4.2 Prolaktinerhöhung und sexuelle Funktionsstörungen
16.4.3 Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen
16.4.4 Kardiale Nebenwirkungen
16.4.5 Neutropenie/Agranulozytose
16.5 Nebenwirkungsmonitoring und -management
16.6 Therapieumstellung
17 Jenseits der Dopaminhypothese – Ansätze für neue Wege in der pharmakologischen Schizophreniebehandlung
Stephan Ruhrmann
17.1 Einleitung
17.2 Die Glutamathypothese der Schizophrenie
17.3 Modulation der glutamatergen Neurotransmission als Ansatz zur Schizophrenie-Behandlung
17.3.1 Stimulation der Glyzin-Bindungsstelle
17.3.2 AMPA-/Kainat-Rezeptoren
17.3.3 Metabotrope Rezeptoren
17.4 GABAerge Neurotransmission
17.5 Acetylcholinerge Neurotransmission
17.6 Neuroprotektion
V.3 Besondere Aspekte der Behandlung von Psychosen in der Adoleszenz
18 Kognitive Dysfunktionen im Fokus
Ulf Köther, Birgit Hottenrott und Steffen Moritz
18.1 Training basaler Defizite – Kognitive Remediation
18.2 CogPack
®
-Training
18.3 Behandlung kognitiver Verzerrungen
18.4 Metakognitives Training (MKT/MKT+)
18.5 Zusammenfassung
19 Erregung und Feindseligkeit im Fokus
Christian G. Huber und Martin Lambert
19.1 Einleitung
19.2 Prävalenz und Prädiktoren
19.3 Prävention von Agitation und Feindseligkeit
19.4 Notfallbehandlung bei Erregung und Feindseligkeit
19.4.1 Minimale Diagnostikanforderungen
19.4.2 Grundlagen der Notfallbehandlung
19.4.3 Nichtpharmakologische Interventionen
19.4.4 Pharmakologische Behandlung
19.5 Zusammenfassung
20 Psychose und Depression im Fokus
Matthias Weisbrod und Anuradha Sharma
20.1 Einführung Suizidalität
20.2 Depression und Schizophrenie
20.3 Suizidalität: Definition und Modelle
20.4 Suizidalität bei Menschen mit Psychosen
20.5 Suizidgefährdung im Krankheitsverlauf
20.6 Gefährdung durch spezifische psychotische Symptome
20.7 Einschätzung der Suizidgefährdung
20.8 Diagnostische Herausforderungen
20.9 Therapeutische Herausforderungen
20.10 Zusammenfassung
21 Psychose und Trauma im Fokus
Jaques Thonney und Philippe Conus
21.1 Einleitung
21.2 Epidemiologie
21.3 Potentielle neurobiologische Mechanismen für den Zusammenhang zwischen Trauma und Psychose
21.3.1 HPA-Achse und die Hypothese einer Dysfunktion im Dopaminsystem
21.3.2 Gen-Umwelt-(Stress-) Interaktion
21.4 Psychologische Mechanismen
21.5 Klinische Charakteristika
21.6 Therapeutische Optionen
21.7 Schlussfolgerungen
22 Soziale Dysfunktionen im Fokus inkl. Supported Employment
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
22.1 Definition des sozialen Funktionsniveaus
22.2 Messung des sozialen Funktionsniveaus
22.3 Zusammenhang mit anderen Outcome-Maßen, Stabilität und Prädiktion
22.4 Allgemeine therapeutische Überlegungen zur Verbesserung des sozialen Funktionsniveaus
22.5 Supported Employment
22.6 Überlegungen zum sozialen Funktionsniveau Adoleszenter mit Psychosen
23 Lebensqualität im Fokus
Anne Karow, Martin Lambert und Ulrike Ravens-Sieberer
23.1 Einleitung
23.2 Spezifische Aspekte der Lebensqualität Jugendlicher und junger Erwachsener
23.3 Die Lebensqualität ersterkrankter Patienten mit Psychosen
23.4 Einfluss der Symptomatik auf die Lebensqualität ersterkrankter Patienten mit Psychosen
23.5 Der Einfluss von Erkrankungsbeginn, Krankheitsverlauf und Therapie auf die Lebensqualität ersterkrankter Patienten mit Psychosen
23.6 Ausblick
24 Therapieresistenz im Fokus
Christian G. Huber und Martin Lambert
24.1 Definition und Prävalenz von Therapieresistenz
24.2 Prädiktoren von Therapieresistenz
24.3 Prävention der Therapieresistenz
24.4 Behandlung der Therapieresistenten Schizophrenie (TRS)
24.4.1 Stufe 1 – Sicherung der Therapieresistenz und Optimierung der Therapie
24.4.2 Stufe 2 – Behandlung mit Clozapin
24.4.3 Stufe 3 – Augmentations- und Kombinationsbehandlung
24.4.4 Stufe 4 – Langzeitbehandlung mit Clozapin
24.4.5 Nicht-medikamentöse Behandlung der TRS
25 Psychose und Sucht im Fokus
Benno G. Schimmelmann und Martin Lambert
25.1 Prävalenz und Verlauf komorbider Suchtstörungen
25.2 Spezifische Therapie komorbider Suchtstörungen
25.3 Allgemeine Empfehlungen für die Behandlung komorbider Suchtstörungen
26 Aspekte der stationären Frühbehandlung psychotischer Jugendlicher
Reinmar du Bois
26.1 Ausgangslage und methodische Übersicht
26.2 Behandlungstechnische Besonderheiten bei Erstkontakt und Notaufnahme
26.3 Therapeutisches Milieu – therapeutischer Alltag
26.4 Beziehungsgestaltung in der Klinik
26.5 Expertensysteme und Supervision
26.6 Altersspezifische psychopathologische Phänomene
26.6.1 Regressionen und forcierte Progressionen
26.6.2 Wechselnde Ich-Zustände und frühe Stadien paranoiden Erlebens
26.7 Arbeit mit den Familien
26.8 Verlaufsgestaltung, Nachsorge und Rehabilitation
27 Sozialpädagogische Arbeit im interdisziplinären stationären Setting
Philipp Lehmann und Gianni Zarotti
27.1 Therapie
27.2 Erste Behandlungsphase, symptomorientierte Therapie
27.3 Zweite Behandlungsphase, Remission/Stabilisierung
27.4 Dritte Behandlungsphase, Rehabilitative Phase
27.5 Aufgaben der Sozialpädagogik
27.6 Beziehungsgestaltung
27.7 Elternarbeit/Angehörigenarbeit
27.8 Ausblick
28 Langzeittherapie und Rehabilitation am Beispiel der Leppermühle
Matthias Martin, Katarina Müller und Willigis Werner
28.1 Ein integriertes Behandlungs- und Rehabilitationsprogramm
28.2 Pharmakologische Behandlung in der Rehabilitation
28.3 Compliance
28.4 Ansprechen auf primäre Pharmakotherapie und aktuelle Medikation
28.4.1 Mono- oder Kombinationstherapie
28.5 Nebenwirkungen
28.6 Manifestationsalter
28.7 Familiäre Belastung
28.7.1 Multiple Erkrankungsepisoden
28.8 Psychotherapie in Langzeitbehandlung und Rehabilitation
28.9 Schulische Rehabilitation
28.10 Berufliche Rehabilitation
28.11 Evaluation des Rehabilitationsprogramms
29 Psychoanalytische Therapie psychotischer Syndrome – ein Fallbericht
Dieter Bürgin
30 Symptomdimensionen von Psychosen und ihre Beziehung zu Hirnsystemen – Grundlagen und Bedeutung für die Praxis
Werner Strik und Sebastian Walther
30.1 Einleitung
30.2 Grundlagen einer systemorientierten Psychopathologie
30.3 Systemspezifische Symptome der Psychosen
30.4 Empirische Untersuchungen der Symptomdomänen
30.4.1 Die Domäne der Sprache
30.4.2 Die Domäne der Psychomotorik
30.4.3 Fazit
30.4.4 Bedeutung für die klinische Praxis
30.5 Affekte
30.6 Sprache
30.7 Bewegungen
30.8 Resümee
VI Bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen im Deutschsprachigen Raum
31 Services für Früherkennung und Frühbehandlung psychotischer Jugendlicher und Jungerwachsener mit »Integrated Care«
Martin Lambert, Anne Karow, Benno G. Schimmelmann und Thomas Bock
31.1 Zusammenfassung
31.2 Rationalen zur organisatorischen und inhaltlichen Strukturierung
31.3 Versorgungsnotwendigkeiten, die sich aus Häufigkeit, Altersstruktur, Diagnostik, Erkrankungszeichen, Prognose und Therapiekomplikation ergeben
31.4 Derzeitige Versorgungssituation und Kosten
31.5 Verbesserung der Früherkennung durch Aufklärung, Fortbildung, Netzwerkbildung mit Behandlungsmandat und mobile Früherkennung
31.6 Der Arbeitsbereich Psychosen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)
31.7 Begegnung, Aufklärung, Information – Maßnahmen zum Abbau von Angst
32 Das Psychosen Ersterkennungs- und Behandlungsprojekt (PEB) in Hamburg
Anne Karow, Benno G. Schimmelmann, Thomas Bock und Martin Lambert
32.1 Aufgaben des PEB
33 Das Adoleszentenprojekt in Heidelberg
Eginhard Koch und Robert Christian Wolf
33.1 Geschichte
33.2 Das Heidelberger Frühbehandlungszentrum (FBZ)
33.3 Therapeutische Angebote
33.4 Probleme an den Übergängen
33.5 Die Aufnahme (der Erstkontakt)
33.6 Vom Jugend- zum Erwachsenenalter
33.7 Risiken des Scheiterns
34 Das Konzept der Soteria Bern
Holger Hoffmann
34.1 Geist und therapeutische Grundsätze der Soteria
34.2 Integrierte Behandlung der Soteria Bern
34.3 Schlussfolgerungen
Ein persönlicher Ausblick
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
Verzeichnis der Herausgeber und Autoren
Stichwortverzeichnis
»Das Rätsel Schizophrenie« ist 12 Jahre nach Erscheinen des Buches von H. Häfner1, das eine Entschlüsselung der Krankheit versprach, immer noch ungelöst. Und doch wissen wir viele neue Einzelheiten, die die Kenntnisse um Ätiologie und Pathogenese erweitern – unter anderem zeigen sich Zusammenhänge zwischen Lebensgeschichte, sozialem Umfeld und dem Psychoserisiko, die vor zwei Jahrzehnten noch kein so starkes Gewicht im wissenschaftlichen Diskurs besaßen, nachdem vornehmlich den genetischen Befunden das Augenmerk geschenkt worden war. Die Rolle der Familie wurde neu bewertet, da sich zeigte, dass dysfunktionale Kommunikationsmuster mehr die Folge als die Ursache für schizophrene Vulnerabilität darstellten. Eine Entlastung der hochaufgeladenen Familienkontexte war die Folge, da nun die Bezugspersonen zu den emotionalen Belastungen mit ihren kranken Angehörigen nicht auch noch das Schuldgefühl einer individuellen Verursachung zu tragen hatten. Die Rollen der Hormone, insbesondere des Östrogens, als Schutzfaktor wurden wieder relativiert und die Pharmakotherapie vom Nebenwirkungsprofil her verfeinert. Deutlich wirksamere Medikamente konnten leider auch in den letzten Jahrzehnten nicht gefunden werden. Die Langzeitverläufe ließen den Forscher ernüchtert zurück, die sozialen Beeinträchtigungen und affektiv-kognitiven Defizite der anhaltenden Minussymptomatik stellen uns immer noch vor ungelöste Rätsel. Morphologische und funktionelle Befunde mittels neuester bildgebender Techniken zeigen krankheitsassoziierte atrophische Veränderungen der Gehirnsubstanz und Rarefizierungen in den neuronalen Netzwerken, die nur schwer beeinflussbar scheinen, sowie Dysfunktionen in Netzwerken, die teilweise mit bestimmten PsychoseDomänen assoziiert sind. Und doch erleben wir immer wieder auch überraschende klinische Besserungen nach Jahren des chronischen Leidens, die Hoffnung und Geduld bei den Therapeuten nicht erlöschen lassen. Auch die Psychotherapie hat neuen Auftrieb erhalten – so zeigen sich Maßnahmen zur Behandlung von Plus- wie von Minussymptomen unter dem Siegel der Evidenzbasierung, dies zumindest für Erwachsene.
Im Rückblick auf die Zusammenfassung der Wissensbestände bei Schizophrenien des Kindes- und Jugendalters von 1984 (Herausgeber R. Lempp) kann die schizophrene Psychose auch heute noch als Entwicklungsstörung aufgefasst werden. Das Thema der funktionellen Regression als Mechanismus der Psychoseentstehung ist heute jedoch nicht mehr prominent und findet nur bedingt eine empirische Bestätigung. Vielmehr erscheinen beeinträchtigte Entwicklungsprozesse per se die Voraussetzungen für schizophrene Vulnerabilität zu schaffen. Das entwicklungspsychologische Wissen hat seit den 1980er Jahren zunehmenden Einfluss auf die Schizophrenietheorien ausgeübt. Heute findet sich ebenfalls in den Theorien der neuronalen Netzwerkentwicklung des Adoleszenzalters der Versuch, Neurobiologie und Entwicklungspsychologie durch Brückenschläge miteinander konzeptuell zu vereinen.
Auch gegenüber den Herausgeberbänden von Martinius (1994) und Remschmidt (2004), die das Wissen im deutschsprachigen Raum in einem Jahrzehnt zu bündeln verstanden, gibt es wieder neue Forschungsund Therapieentwicklungen, die Grundlinien der Forschungsansätze und therapeutischen Haltungen haben sich jedoch nicht verändert. Es wird nur zunehmend der Früherkennung und Frühbehandlung größere Sorgfalt gewidmet, um möglichst die frühen Chronifizierungen zu vermeiden. Mehr und mehr verschieben sich die Behandlungsansätze schon in die prodromale Phase, was mit der Schwierigkeit verbunden ist, dass aufgrund der geringen Spezifität der Vorfeldsymptomatik keine eigentliche spezifische Prävention möglich ist, sondern nur eine Behandlung je aktueller Symptome und Syndrome, die vielleicht dann das Übergehen in eine Psychose verhindern kann. Gerade zu diesem Thema finden sich in unserem Buch zahlreiche Kapitel mit den empirischen Evidenzen im Jugend- und Erwachsenenbereich sowie Handlungsanweisungen zu praktischen Interventionen.
Eine Zusammenfassung internationaler Forschungs- und Therapieansätze mit Bezug zum deutschen Sprachraum erfolgte durch die Herausgeber Eggers (1991), Remschmidt (2001) und Bürgin & Meng (2004). Auf all diesen Übersichten zum Thema Schizophrenie im Kindes- und Jugendalter baut unser Buch auf. Auch wir stellen Bezüge zu internationalen Strömungen im Forschungs- und Therapiebereich her und wagen eine aktuelle Stellungnahme im Hier und Jetzt!
Das Kap. 1 über Terminologie, Epidemiologie und Verlauf beruht auf den aktuellen Zahlen und Daten zu den früh beginnenden Psychosen. Diese Grundlagen in Buchteil I werden durch neueste Befunde zu Ätiologie und Pathogenese (Kap. 2) der Schizophrenie mit speziellem Bezug zur Adoleszenz erweitert. Die klinische Präsentation nimmt einen breiten Raum im Buchteil II ein und wird durch ein Kapitel zur Entwicklungspsychopathologie (Kap. 3) ergänzt, das die unterschiedliche Symptompräsentation in unterschiedlichen Lebensaltern hervorhebt. Beim diagnostischen Vorgehen müssen auch die Entwicklungsressourcen, die familiendynamischen und psychodynamischen Aspekte Berücksichtigung finden (Buchteil III). Der Buchteil IV widmet sich der Früherkennung von Psychosen (Kap. 10) und behandelt neben den praktischen Aspekten auch die Ethik der Früherkennung (Kap. 11) und AntistigmaArbeit (Kap. 12).
Die Therapie umfasst alle Domänen der Pharmakotherapie (Buchteil V.2; Kap. 16 und 17), Psychotherapie (Buchteil V.1) und Familieninterventionen (Kap. 14). Besonderes Gewicht wird auf kognitiv-behaviorale Techniken (Kap. 13) gelegt, aber das Spektrum bis zu psychodynamischen Therapieansätzen (Kap. 14) erweitert. Auch den Therapiesettings (stationär Kap. 26 und ambulant Kap. 27 aus jungendpsychiatrischer und sozialpädagogischer Perspektive), dem Erstkontakt (Kap. 6) und den Langzeitbehandlungsmaßnahmen im Rahmen rehabilitativer Ansätze (Kap. 28) wird Raum gegeben. Die Besonderheiten der Therapie von Psychosen werden in eigenen Kapiteln hervorgehoben (Buchteil V.3): Es geht dabei um die kognitiven (Kap. 18) und sozialen (Kap. 22) Dysfunktionen, um Lebensqualität (Kap. 23), Therapieresistenz (Kap. 24) und Erregung/Feindseligkeit (Kap. 19). Psychose und Sucht (Kap. 25), Psychose und Trauma (Kap. 21) sowie Depressivität und Suizidalität (Kap. 20) werden im Speziellen fokussiert. In diesem Abschnitt werden auch das Prinzip der Symptomdimensionen von Psychosen und ihrer Beziehung zu Hirnsystemen sowie ihre Bedeutung für die Praxis behandelt (Kap. 30). Den Abschluss bildet Buchteil VI zur bedarfsgerechten Versorgungsstruktur im deutschsprachigen Raum, die anhand der Beispiele der Konzepte von Hamburg (Kap. 32), Heidelberg (Kap. 33) und Bern (Kap. 34) illustriert wird.
Das Buch richtet sich an alle Berufsgruppen, die mit psychotischen Menschen arbeiten. Es ist so geschrieben, dass auch der interessierte Laie und Angehörige mit medizinisch-therapeutischem Vorwissen das Buch mit Gewinn lesen können. Sein Fokus ist es, Grundlagen für eine gute Früherkennung und Behandlung Jugendlicher und junger Erwachsener mit Psychosen und vor allem unterschiedliche Behandlungstechniken und -foki darzustellen. Unser Anliegen war es nicht, die Beiträge unter einer einheitlichen, integrierenden Doktrin zum Wesen von Psychosen zu ordnen und einzuengen, sondern vielmehr teils auch sehr widersprüchliche Ansätze nebeneinander zu stellen. Wir und unsere Autoren haben sich vorwiegend auf Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis fokussiert, zumal zu bipolaren Störungen in der Adoleszenz wenig empirisches Wissen vorhanden ist. Es darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass bipolare Störungen mit psychotischen Symptomen in der Adoleszenz den schizophrenen Psychosen phänomenologisch und bezüglich ihrer Behandlung und ihres Verlaufs sehr ähnlich sein können, so dass der Leser auch für diese Gruppe von Patienten von diesem Buch profitieren kann. Die Autoren dieses Buchs haben – wo immer sinnvoll – Fallbeispiele eingebaut, damit die beschriebenen Phänomene und Behandlungstechniken möglichst lebendig werden.
Es kommen überwiegend deutschsprachige Autorinnen und Autoren zu Wort, die sowohl international wissenschaftlich als auch klinisch ein hohes Maß an Erfahrung zum Thema Psychosen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter einbringen können. Dieses Altersspektrum definiert die Adoleszenz. Gerade im Grenzbereich zwischen Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenpsychiatrie war uns der Einbezug und Dialog beider Expertisen wichtig. Es ist unsere erklärte Absicht, die Zusammenarbeit beider Fächer für die Behandlung dieser schweren Erkrankung zu fördern, ohne dass deswegen eine neue Disziplin einer Adoleszenten Psychiatrie eröffnet oder die eine Disziplin der anderen vorgesetzt werden muss. Es ist unsere persönliche Erfahrung, dass die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenpsychiatrie gut funktionieren und äußert fruchtbar sein kann, um die Ansprüche dieser Patientengruppe an komplexe integrierte Versorgung und Behandlungskontinuität mit viel Wissen zu und Erfahrung mit dieser Altersgruppe des Übergangs zu erfüllen.
Die Herausgeber haben die gemeinsame Arbeit an diesem Buch wechselseitig und mit ihren Coautoren sehr anregend gefunden. Viele Kapitel haben uns inspiriert und zu intensiven Diskussionen angeregt. Dafür danken wir allen Coautoren sehr. Wir danken ebenso unseren Patienten für alle Einblicke in das psychotische Dasein und die Techniken im Umgang mit diesem, die wir von ihnen lernen konnten. Wir danken Rahel Flückiger und dem Verlag, insbesondere Herrn Poensgen und Frau Brutler, für die tatkräftige Unterstützung. Wir wünschen dem Buch eine gute Verbreitung und freuen uns über Anregungen unserer kritischen Leserschaft.
Bern und Heidelberg im Frühjahr 2013
Benno G. Schimmelmann und Franz Resch
1 Heinz Häfner (2001) Das Rätsel Schizophrenie. Eine Krankheit wird entschlüsselt. München: C.H. Beck-Verlag.
Der Begriff »Psychose« ist international nicht eindeutig definiert (siehe auch Gaebel & Zielasek 2009). Das im amerikanischen Sprachraum verwendete Diagnostische und Statistische Manual für psychiatrische Störungen (DSM) in seiner dritten Version (APA 1980) definiert »psychotisch« als grobe Beeinträchtigung in der Realitätstestung. Psychotische Menschen interpretieren Gedanken oder Wahrnehmungen anders als andere Menschen und machen inkorrekte Annahmen über die äußere Realität sogar dann, wenn es klare Hinweise auf das Nichtzutreffen dieser Annahmen gibt. Die vierte Version des DSM (DSM-IV-TR; APA 2000) beschreibt die unterschiedlichen Definitionen des Begriffs »Psychose« im internationalen Sprachgebrauch. Psychose im engeren Sinne werde verstanden als Vorhandensein von Halluzinationen oder Wahn, ohne dass der Patient diese Phänomene als pathologisch wahrnehmen könne (fehlende Einsichtsfähigkeit). Etwas weniger restriktiv sei die Definition, wenn auf die fehlende Einsichtsfähigkeit verzichtet werde. In einer noch weniger restriktiven Definition würden neben Halluzinationen und Wahn auch das Vorhandensein anderer positiver Symptome einer Schizophrenie einbezogen, nämlich desorganisierte Sprache oder Verhalten oder katatone Symptome. Wieder andere würden Psychose nicht nur als grobe Beeinträchtigung der Realitätstestung, sondern auch als Verlust von Ichgrenzen konzeptionalisieren. Beide Phänomene, die Beeinträchtigung der Realitätstestung und der Verlust von Ichgrenzen, haben hohe klinische Relevanz und werden uns im Verlauf dieses Buches noch beschäftigen (siehe auch ). Um die Verwirrung zu komplettieren, sei hier erwähnt, dass der Begriff »psychotisch« im klinischen Alltag auch für andere bei der Schizophrenie auftretende Symptome, beispielsweise Negativ- und kognitive Symptome, verwendet wird.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
