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Dieses Buch bietet das für Anästhesisten und Intensivmediziner relevante, radiologische Praxiswissen, um vor allem in Akutsituationen schnell und kompetent handeln zu können. - anschauliche Darstellung der Diagnosetechniken inklusive CCT, Angio-CT und MRT - umfassende Diagnostik des Thorax, Abdomens und Gehirns - Interpretation radiologischer Befunde nach Prognose, Mortalität und Outcome, zur Lagerungskontrolle von Fremdmaterial sowie zur Beurteilung des Allgemeinzustandes des Patienten vor Narkoseeinleitung - intensivmedizinische Therapiemöglichkeiten bei Erkrankungsbildern wie intrakranielle Blutungen, Subarachnoidalblutung, subdurales Hämatom, Ischämien, Thrombosen, Hirnödemen etc.
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Seitenzahl: 613
Veröffentlichungsjahr: 2014
Radiologie für Anästhesisten
Herausgegeben von
Katrin Waurick, Christoph Schülke
unter Mitarbeit vonHugo Van Aken Walter Heindel
Mit Beiträgen von
Laura Beck, Andrea Bink, Boris Buerke, Matthias Christian Burg, Delia Marie Fahrendorf, Hendrik Freise, Antje Gottschalk, Jan Hakenbeck, Walter Heindel, Volker Heßelmann, Anna Janina Höink, Georg Homann, Andre Kemmling, Stephan Kloska, Michael Köhler, Christian Lanckohr, Lars Matuszewski, Norbert Meier, Sebastian Rehberg, Rebecca Schmidt, Harald Seifarth, Hugo Van Aken, Henryk Welp, Manuel Wenk, Johannes Wessling
Als Folge der verbesserten Qualität der radiologischen Bildgebung und zunehmend komplexerer radiologischinterventioneller Prozeduren und Behandlungsmöglichkeiten werden vermehrt anästhesiologische Leistungen in der Radiologie erbracht.
Auch in der perioperativen Versorgung kritisch kranker Patienten müssen Radiologen und Anästhesisten eng zusammenarbeiten. Diese kollegiale Zusammenarbeit hat am Universitätsklinikum Münster eine lange Tradition; tägliche interdisziplinäre Konferenzen, regelmäßige gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, gemeinsame wissenschaftliche Projekte und Publikationen sowie das vorliegende Buchprojekt „Radiologie für Anästhesisten“ sind daraus erwachsen.
In der anästhesiologischen und intensivmedizinischen Versorgung von Patienten mit schwerwiegenden und auch lebensbedrohlichen Symptomen sind eine schnelle Diagnosefindung und Therapie entscheidend für das Behandlungsergebnis. Differenzialdiagnostische Überlegungen orientieren sich an der Anamnese, den Leitsymptomen, der Schmerzlokalisation und dem Schmerzcharakter sowie deren zeitlichem Verlauf. Neben der körperlichen und laborchemischen Untersuchung ermöglicht vor allem die radiologische Bildgebung den „Blick in den Patienten“ und eine schnelle Diagnosefindung.
Dieses interdisziplinär erarbeitete Buch bringt dem Leser radiologische Untersuchungsstrategien und typische Bildbefunde von anästhesiologisch und intensivmedizinisch relevanten Krankheitsbildern im Kontext ihrer Differenzialdiagnosen nahe. Der rote Faden wird von der klinischen Symptomatik über differenzialdiagnostische Überlegungen zur angebrachten radiologischen Untersuchung weiter bis zur Diagnosesicherung und Therapie gespannt.
Besonderes Augenmerk gilt dabei der Kompetenzvermittlung, bei einer klinischen Verdachtsdiagnose das jeweils „richtige“ radiologische Untersuchungsverfahren auszuwählen. Es ist offensichtlich, dass dieses nicht universell gültig existieren kann und in jeder individuellen Situation neu bestimmt werden muss. Dieser Auswahl kommt eine entscheidende Bedeutung zu, da gerade im akutmedizinischen, zeitkritischen Arbeitsumfeld lebensgefährliche Verzögerungen durch unnötige Untersuchungen vermieden werden müssen.
Die – in den jeweiligen radiologischen Modalitäten erhobenen – typischen Befunde, deren korrektes Erkennen und Benennen in Notfallsituationen ein schnelles und kompetentes Handeln ermöglichen, werden vorgestellt.
Die Therapieempfehlungen wurden nach dem aktuellen Stand der Leitlinien (sofern existent) und der wissenschaftlichen Fachliteratur zusammengetragen, um dem Leser ein umfassendes Werk angefangen vom Symptom über die Diagnose bis hin zur Therapie zur Verfügung zu stellen.
Das gesamte Buch wurde – vom Konzept bis zur jeweiligen Kapitelgestaltung – im radiologisch-anästhesiologischen Konsens von erfahrenen, klinisch versierten Kollegen und Kolleginnen beider Disziplinen verfasst. Das Buch ist speziell auf die Bedürfnisse von Anästhesisten und Intensivmedizinern ausgerichtet, empfiehlt sich aber auch für Ärzte anderer Fachrichtungen, die auf einer Intensivstation tätig sind.
Katrin WaurickChristoph SchülkeHugo Van AkenWalter Heindel
Vorwort
Abkürzungen
Teil I Grundlagen
1 Prinzipien der Bilderzeugung
1.1 Einführung
1.2 Sonografie
1.3 Projektionsradiografie
1.4 Digitale Subtraktionsangiografie (DSA)
1.5 Computertomografie (CT)
1.6 Magnetresonanztomografie (MRT)
1.7 Literatur
2 Strahlenexposition und Strahlenschutz
2.1 Strahlenexposition
2.2 Strahlenschutz
2.3 Literatur
3 Kontrastmittel in der Radiologie
3.1 Einleitung
3.2 Kontrastmittelreaktionen
3.3 Literatur
4 Anästhesie in der Radiologie und bei radiologischen Eingriffen
4.1 Inzidenz von Zwischenfällen, Überwachungsmaßnahmen
4.2 Allgemeines
4.2.1 Periinterventionelle Komplikationen
4.2.2 Nachsorge
4.3 MRT
4.4 Angiografie
4.5 Literatur
5 Untersuchungsanforderung, Befunddokumentation und -kommunikation
5.1 Untersuchungsanforderung
5.2 Befunddokumentation und -kommunikation
5.3 Literatur
Teil II Bildgebung des Thorax
6 Kardinalsymptome und ihre bildgebende Konsequenz
6.1 Allgemeines zu Differenzialdiagnosen
6.2 Thoraxschmerz
6.3 Dyspnoe
6.4 Schock
6.5 Literatur
7 Röntgenanatomie und Untersuchungstechniken
7.1 Projektionsradiografie
7.1.1 Posterior-anteriore Aufnahme
7.1.2 Seitliche Aufnahme (links anliegend)
7.2 Computertomografie
7.2.1 Weichteilfenster
7.2.2 Lungenfenster
7.2.3 Knochenfenster
7.3 Literatur
8 Befundsystematik und Urteilsfindung
8.1 Röntgenbild des Thorax
8.1.1 Systematische Bildbetrachtung und -analyse
8.2 Computertomografie des Thorax
8.3 Literatur
9 Krankheitsentitäten
9.1 Erkrankungen der Pleura
9.1.1 Pneumothorax
9.1.2 Pleuritis
9.1.3 Pleuraerguss
9.2 Erkrankungen des Lungenparenchyms
9.2.1 Lungenemphysem
9.2.2 Atelektase
9.2.3 Aspiration
9.2.4 Pneumonie
9.2.5 Lungenödem
9.3 Erkrankungen des Mediastinums
9.3.1 Mediastinalemphysem
9.3.2 Mediastinitis
9.3.3 Ösophagusruptur
9.3.4 Mediastinales Massensyndrom
9.3.5 Trachealstenose und Tracheomalazie
9.4 Erkrankungen der thorakalen Gefäße
9.4.1 Lungenarterienembolie
9.4.2 Thorakales Aortenaneurysma
9.4.3 Akutes Aortensyndrom
9.5 Erkrankungen des Herzens
9.5.1 Endokarditis
9.5.2 Perikarditis und Perikarderguss
9.6 Akutes Lungenversagen und transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz
9.6.1 Definition und klinische Symptomatik
9.6.2 Untersuchungsstrategie
9.6.3 Typische Befunde
9.6.4 Therapeutisches Vorgehen
9.7 Literatur
10 Postoperative Veränderungen des Thorax
10.1 Ätiologie und klinische Symptomatik
10.2 Untersuchungsstrategie
10.3 Thorakale Fremdmaterialien
10.3.1 Endotrachealtubus
10.3.2 Trachealkanüle
10.3.3 Ernährungssonde
10.3.4 ZVK, Vorhofkatheter und Shaldon-Katheter
10.3.5 Pulmonalarterienkatheter (Swan-Ganz-Katheter)
10.3.6 Portkatheter
10.3.7 Herzschrittmacher/implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD)
10.3.8 Epimyokardiale Stimulationssonden
10.3.9 Temporäre Schrittmachersonden
10.3.10 Sternalcerclagen
10.3.11 Clip- und Hautklammermaterial
10.3.12 Ventrikuläres Unterstützungssystem (VAD)
10.3.13 Intraaortale Ballonpumpe (IABP)
10.3.14 Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)
10.3.15 Thorax- und Mediastinaldrainagen
10.3.16 Tupfer und Verbandmaterial
10.4 Spezifische thorakale Befunde
10.4.1 Zustand nach pulmonaler Operation
10.4.2 Zustand nach mediastinaler Operation
10.4.3 Zustand nach herzchirurgischer Operation
10.5 Literatur
Teil III Bildgebung des Abdomens
11 Kardinalsymptome und ihre bildgebende Konsequenz
11.1 Akutes Abdomen
11.1.1 Differenzialdiagnosen des akuten Abdomens
11.2 Gastrointestinale Blutung
11.3 Literatur
12 Röntgenanatomie und Untersuchungstechnik
12.1 Projektionsradiografie
12.2 Sonografie
12.3 Computertomografie
12.4 Magnetresonanztomografie
12.5 Anatomie
12.5.1 Weichteilfenster
12.5.2 Knochenfenster
12.6 Literatur
13 Befundsystematik und Urteilsfindung
13.1 Röntgenbild des Abdomens
13.1.1 Systematische Bildbetrachtung und -analyse
13.2 Sonografie
13.3 Computer- und Magnetresonanztomografie
13.4 Literatur
14 Krankheitsentitäten
14.1 Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
14.1.1 Refluxösophagitis
14.1.2 Ösophagusruptur
14.1.3 Ösophagus- und Fundusvarizenblutung
14.1.4 Magen- und Duodenalulkus
14.1.5 Hohlorganperforation
14.1.6 Ileus
14.1.7 Divertikulitis
14.1.8 Pseudomembranöse Kolitis
14.2 Erkrankungen der Parenchymorgane
14.2.1 Akute Pankreatitis
14.2.2 Cholangitis und Cholezystitis
14.2.3 Milzinfarkt
14.3 Erkrankungen des Urogenitalsystems
14.3.1 Pyelonephritis
14.3.2 Akutes Nierenversagen
14.3.3 Harnverhalt
14.3.4 Extrauterine Gravidität und Tubarruptur
14.4 Erkrankungen der abdominellen Gefäße
14.4.1 Abdominelles Aortenaneurysma
14.4.2 Akutes Aortensyndrom
14.4.3 Akute mesenteriale Ischämie
14.4.4 Nicht okklusive Mesenterialischämie (NOMI)
14.4.5 Peritonitis
15 Postoperative Veränderungen des Abdomens
15.1 Ätiologie und klinische Symptomatik
15.2 Untersuchungsstrategie
15.3 Intraabdominelle Fremdkörper
15.3.1 Nasogastrale Magensonde
15.3.2 PEG- und PEJ-Sonde
15.3.3 Galledrainage
15.3.4 Anastomosen-Nahtmaterial
15.3.5 Perkutane Nephrostomie und Harnleiterschiene
15.3.6 Iatrogener Fremdkörper
15.4 Typische Abdominalbefunde
15.4.1 Freie intraabdominelle Luft
15.4.2 Postoperativer Aszites
15.4.3 Postoperative Blutung
15.4.4 Peritonitis
15.4.5 Abszess
15.4.6 Postoperative Darmatonie/Ileus
15.5 Spezifische Befunde nach abdominellen Organeingriffen
15.5.1 Zustand nach Leber- und Gallenwegs-OP
15.5.2 Zustand nach Pankreas-OP
15.5.3 Zustand nach Nieren-OP
15.5.4 Abdominelle Gefäß-OP
Teil IV Bildgebung des ZNS
16 Kardinalsymptome und ihre bildgebende Konsequenz
16.1 Kopfschmerz
16.2 Bewusstseinsstörungen
16.3 Periphere Paresen (Tetraparese/Paraparese) und Paralysen
16.4 Literatur
17 Röntgenanatomie und Untersuchungstechnik
17.1 Einleitung
17.2 Computertomografie
17.3 Magnetresonanztomografie
17.4 Kontrastmittel
17.5 Anatomie
17.5.1 Neurokranium
17.5.2 Zerebrale Gefäße
17.5.3 Wirbelsäule
17.6 Literatur
18 Befundsystematik und Urteilsfindung
18.1 Einleitung
18.2 Kopf
18.3 Wirbelsäule
18.4 Radiologischer Befundbericht
18.5 Literatur
19 Krankheitsentitäten
19.1 Hirnödem
19.1.1 Ätiologie und klinische Symptomatik
19.1.2 Untersuchungsstrategie
19.1.3 Typische Befunde
19.1.4 Therapeutisches Vorgehen
19.1.5 Literatur
19.2 Zerebrovaskuläre Erkrankungen
19.2.1 Ischämischer Schlaganfall
19.2.2 Dissektion der hirnversorgenden Arterien
19.2.3 Hirnvenen- und Sinusthrombosen
19.3 Intrakranielle Blutungen
19.3.1 Epidurales Hämatom
19.3.2 Subdurales Hämatom
19.3.3 Subarachnoidale Blutungen
19.3.4 Vasospasmen
19.3.5 Diffuse Axonschädigung
19.3.6 Intrazerebrale Blutung
19.4 Entzündliche Erkrankungen
19.4.1 Meningitis
19.4.2 Enzephalitis
19.5 Hydrozephalus
19.5.1 Ätiologie und klinische Symptomatik
19.5.2 Untersuchungsstrategie
19.5.3 Typische Befunde
19.5.4 Therapeutisches Vorgehen
19.5.5 Literatur
19.6 Spinale, epidurale und periphere Erkrankungen
19.6.1 Spinalis-anterior-Syndrom
19.6.2 Intraspinale Blutung
19.6.3 Epidurales Hämatom
19.6.4 Epiduraler Abszess
19.6.5 Bandscheibenvorfall
19.6.6 Konus- und Kaudaschädigung
19.6.7 Plexusläsion
20 Postoperative Kontrollen und Fremdmaterialien
20.1 Ätiologie und klinische Symptomatik
20.2 Untersuchungsstrategie
20.3 Liquordrainagen
20.4 Coils und Clips nach Hirnarterienaneurysma-Therapie
20.5 Kochleaimplantate
20.6 Typische Befunde nach Resektion
20.7 Literatur
Teil V Bildgebung des polytraumatisierten Patienten
21 Management des Polytraumas
21.1 Definition und allgemeine Informationen
21.2 Organisatorischer Ablauf
21.2.1 Transport
21.2.2 Versorgung im Schockraum
21.3 FAST-Sonografie
21.4 Röntgenuntersuchung
21.5 Computertomografie
21.6 Erweiterte Versorgung im MRT
21.7 „Damage Control Surgery“
21.8 Gerinnungsmanagement
21.9 Literatur
22 Typische Verletzungsmuster
22.1 Extremitätenverletzungen
22.1.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.1.2 Untersuchungsstrategie und typische Befunde
22.1.3 Spezielle Therapieaspekte
22.1.4 Literatur
22.2 Schädel-Hirn-Trauma
22.2.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.2.2 Untersuchungsstrategie
22.2.3 Typische Befunde
22.2.4 Spezielle Therapieaspekte
22.2.5 Literatur
22.3 Thorakale Verletzungen
22.3.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.3.2 Untersuchungsstrategie und typische Befunde
22.3.3 Spezielle Therapieaspekte
22.3.4 Literatur
22.4 Abdominelle Verletzungen
22.4.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.4.2 Untersuchungsstrategie, typische Befunde und spezielle Therapieaspekte
22.4.3 Literatur
22.5 Beckenverletzungen
22.5.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.5.2 Untersuchungsstrategie und typische Befunde
22.5.3 Spezielle Therapieaspekte
22.5.4 Literatur
22.6 Wirbelsäulenverletzungen
22.6.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.6.2 Untersuchungsstrategie
22.6.3 Typische Befunde
22.6.4 Spezielle Therapieaspekte
22.6.5 Literatur
22.7 Gefäßverletzungen
22.7.1 Allgemeine Informationen und Therapiegrundsätze
22.7.2 Untersuchungsstrategie und typische Befunde
22.7.3 Spezielle Therapieaspekte
22.7.4 Literatur
Teil VI Anhang
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
ACS
American College of Surgeons
ACVB
aortokoronarer Venenbypass
ADC
Apparent Diffusion Coefficient
AIS
Abbreviated Injury Scale
AKIN
Acute Kidney Injury Network
ALT
Alanin-Aminotransferase
AP
alkalische Phosphatase
ARDS
akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome)
AST
Aspartat-Aminotransferase
ATLS
Advanced Trauma Life Support
BGA
Blutgasanalyse
BNP
natriuretisches Peptid Typ B (brain natriuretic peptide)
BOOP
bronchiolitis obliterans with organizing pneumonia
CAP
ambulant erworbene Pneumonie (community acquired pneumonia)
CCT
kranielle Computertomografie
CK
Kreatinkinase
COPD
chronisch obstruktive Lungenerkrankungen
CPAP
kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck (continuous positive airway pressure)
CPP
zerebraler Perfusionsdruck
CR
Speicherfolienradiografie (computed radiography)
CRP
C-reaktives Protein
CT
Computertomografie
CTA
CT-Angiografie
CTDI
computed tomography dose index
DAI
diffuse Axonschädigung (diffuse axon injury)
DCI
verzögerte zerebrale Ischämie (delayed cerebral ischaemia)
DHC
Ductus hepaticocholedochus
DIC
disseminierte intravasale Koagulopathie (disseminated intravascular coagulation)
DLP
dose length product
DSA
digitale Subtraktionsangiografie
DVT
digitale Volumentomografie
DWI
Diffusionswichtung
ECMO
extrakorporale Membranoxygenierung
EDH
Epiduralhämatom
EK
Erythrozytenkonzentrat
ERCP
endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie
ESBL
extended-spectrum beta-lactamase
FAST-Sonografie
Focused Assessment with Sonography for Trauma
FFP
gefrorenes Frischplasma (fresh frozen plasma)
FiO2
inspiratorische Sauerstofffraktion
FLAIR
fluid attenuated inversion recovery
GCS
Glasgow Coma Scale
GFR
glomeruläre Filtrationsrate
GGT
γ-Glutamyltransferase
GRE
Gradient-Echo
HAP
nosokomiale Pneumonie (hospital acquired pneumonia)
HCG
humanes Choriongonadotropin
HE
Hounsfield-Einheiten
H-FABP
heart-type fatty acid-binding protein
HSV
Herpes-simplex-Virus
IABP
intraaortale Ballonpumpe
ICD
implantierbarer Cardioverter-Defibrillator
ICP
Hirndruck (intracranial pressure)
ICR
Interkostalraum
iFABP
intestinales fettsäurebindendes Protein (intestinal fatty acid-binding protein)
IMC
Intermediate Care
INR
International Normalized Ratio
ISS
Injury Severity Scale
LDH
Laktatdehydrogenase
LSL
Linksseitenlage
LVAD
linksventrikuläres Unterstützungssystem (left ventricular assist device)
MAD
mittlerer arterieller Blutdruck
MCA
Arteria cerebri media
MPR
multiplanare Rekonstruktionen
MRA
MR-Angiografie
MRSA
methicillinresistenter Staphylococcus aureus
MRT
Magnetresonanztomografie
MSCT
Mehrschicht-Computertomografie (multislice CT)
MSSA
methicillinsensibler Staphylococcus aureus
MTT
mittlere Durchgangszeit (mean transit time)
NMH
niedermolekulare Heparine
NOMI
nicht okklusive Mesenterialischämie
NPH
Normaldruckhydrozephalus
ÖGD
Ösophagogastroduodenoskopie
p.-a.
posterior-anterior
PACS
Picture Archiving and Communication System
paO2
arterieller Sauerstoffpartialdruck
PAU
penetrierendes Aortenulkus
pAVK
periphere arterielle Verschlusskrankheit
PCA
Phasenkontrastangiografie
PCT
Prokalzitonin
PCWP
pulmonalkapillärer Verschlussdruck (pulmonary capillary wedge pressure)
pECLA
pumpenlose extrakorporale Lungenassistenz (pumpless extracorporeal lung assist)
PEEP
positiver endexspiratorischer Druck
PEG
perkutane endoskopische Gastrostomie
PEJ
perkutane endoskopische Jejunostomie
PPI
Protonenpumpeninhibitoren
PTC
perkutane transhepatische Cholangiografie
PTCA
perkutane transluminale koronare Angioplastie
PTCD
perkutane transhepatische Cholangiografie und Drainage
PTT
partielle Thromboplastinzeit
ROTEM
Rotationsthrombelastografie und -metrie
SAB
Subarachnoidalblutung
SDH
subdurales Hämatom
SIADH
Syndrom der inadäquaten ADHSekretion
SIRS
systemisch inflammatorisches Reaktionssyndrom
SpO2
partielle Sauerstoffsättigung
SWK
Sakralwirbelkörper
TAVI
kathetergestützter Aortenklappenersatz (transapical/transfemoral aortic valve implantation)
TCD
transkranielle Doppler-Sonografie
TEE
transösophageale Echokardiografie
TEVAR
endovaskuläre Therapie (thoracic endovascular aortic repair)
TIA
transitorisch-ischämische Attacke
TIP(S)S
transjugulärer intrahepatischer portosystemischer (Stent-)Shunt
TOF
Time of Flight
TRALI
transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz
VAD
ventrikuläres Unterstützungssystem (ventricular assist device)
VAP
beatmungsassoziierte Pneumonie (ventilator-associated pneumonia)
VATS
videoassistierte Thorakoskopiezentraler Venenkatheter
ZVK
zentraler Venenkatheter
1 Prinzipien der Bilderzeugung
2 Strahlenexposition und Strahlenschutz
3 Kontrastmittel in der Radiologie
4 Anästhesie in der Radiologie und bei radiologischen Eingriffen
5 Untersuchungsanforderung, Befunddokumentation und -kommunikation
N. Meier
Es ist nicht zu übersehen – in der medizinischen Bildgebung hat sich viel getan. Neben der ursprünglich vordringlichen Entwicklung von Messverfahren, die in diesem Kapitel vorgestellt werden, entsteht aktuell Fortschritt schwerpunktmäßig durch die Prozessierung, Auswertung und Abstraktion der aus dem Patienten gewonnenen Gewebeparameter.
Diese Entwicklungen zielen darauf ab, die klassische radiologische Bildbeurteilung durch hinreichend spezifische Analyseinstrumente zu ergänzen, mit dem Ziel, die Diagnose zu erschließen und zu präzisieren. Medizinphysiker stellen auf Fachtagungen und Kongressen viel versprechende Verarbeitungsstrategien vor, mit denen dieses Ziel umsetzbar erscheint. Selbst wenn der Einsatz in der klinischen Routine angesichts der immanenten Komplexität noch auf sich warten lässt, ist der Weg vorgezeichnet: Die grundlegende Voraussetzung für diese ideale Analysestation ist die bildhafte Kartierung der patientenindividuellen Parameterakquisition. Aus den physikalischen Eigenschaften werden durch aufwendige Verarbeitungsschritte nachfolgend medizinisch nutzbare Einsichten aufbereitet. Der methodische Ansatz, aussagekräftige Gewebeparameter örtlich hoch aufgelöst und feingradig abgestuft in grauskalierten oder farbkodierten Darstellungen zu visualisieren, gilt als Zwischenstufe auf dem Weg zur vollautomatischen Analysestation.
Nachfolgend werden verschiedene Strategien vorgestellt, mit denen diese Aufgaben angegangen werden. Grundsätzlich sind mechanische, elektrische, magnetische und elektromagnetische Messansätze sowie deren Kombination zu unterscheiden.
Zu den mechanischen Ansätzen gehört die Einwirkung von Ultraschall, dessen Brechung, Reflektion, Beugung und Absorption im Gewebe und an Gewebegrenzen ausgewertet wird. Die Grundlage der Ultraschalltechnologie ist die Erzeugung mechanischer Druckwellen unter Ausnutzung des inversen piezoelektrischen Effekts. Durch pulsartige Aufbringung von hochfrequenten Wechselspannungen wird eine mechanische Deformation von Keramik in eben dieser Frequenz erreicht. Nach entsprechender Ankopplung mit blasenfreien Kontaktmitteln dringt der Schall in das Gewebe ein und erfährt überall dort, wo sich die Schallgeschwindigkeit (bzw. die Schallkennimpedanz) verändert, leichte Brechungen mit Richtungsänderungen bis hin zur Reflektion, wenn sich die Schallgeschwindigkeiten stark unterscheiden. Erreichen diese Reflektionen schließlich wieder die Piezokeramik, erzeugen sie dort nun umgekehrt kleine Spannungspotenziale, die hinsichtlich Frequenz, Amplitude und Verzögerung analysiert werden. Aus der Verzögerung kann eine Distanz, aus der Amplitude die Konsistenz oder Kohäsion und aus der Frequenz eine relative Bewegung abgeleitet werden. Durch geschickte Verschaltungen der einzelnen Piezoelemente, kombiniert mit anschließender Bildverarbeitung, können medizinisch verwertbare, hoch aufgelöste Ultraschallbilder erstellt werden (► Abb. 1.1).
Abb. 1.1 Ultraschallsonden mit linearer und radialer Piezokeramikanordnung und typischem Schallkegelverlauf. Man unterscheidet Nahbereich, Fokusbereich und Fernfeld.
Merke
Von Knochen oder luftgefüllten Organen überdeckte Organbereiche sind durch die extreme, fast vollständige Schallreflektion und den damit verbundenen tiefen Schallschatten für eine Beurteilung mit Ultraschall diagnostisch unzugänglich.
Unter Einhaltung eines limitierenden Schalldrucks (Schallintensitäten im Bereich von 100 mW/cm2) verhält sich die mechanische Einwirkung auf Gewebe auch im derzeit gängigen Frequenzbereich von 1–40 MHz offenbar zerstörungsfrei, wenngleich die dauerhafte Verdichtung zu einem kleinen Fokus Gewebetemperaturen von 90 °C mit entsprechendem Gewebeuntergang bewirkt.
Im Fokusbereich wird die beste laterale und axiale Auflösung des Schallfeldes erreicht.
Im Nahbereich sind die Einzelimpulse des Piezoarrays noch separiert und im Fernfeld laufen die Impulse wieder auseinander. Die Auflösung bei 3,5 MHz beträgt theoretisch unter 0,5 mm (1 Linienpaar pro Millimeter); real liegt sie im Fokusbereich bestenfalls bei mehreren Wellenlängen (etwa 2 – 3 mm). Die Dämpfung (Schallschwächung) im Gewebe ist beträchtlich: Sie beträgt in 8 cm Tiefe rund 28 dB.
Grundlage der Röntgentechnik ist die Eigenschaft energiereicher Strahlung, anatomische Strukturen durchdringen zu können, ohne vollkommen absorbiert zu werden. Entscheidender Gewebeparameter ist der lineare Schwächungskoeffizient für ionisierende Strahlung, der auf einfache Weise mit elektromagnetischer Strahlung ermittelt werden kann. Die daraus resultierende Absorption der klassischen Röntgenstrahlen ist abhängig von der Dichte und Kernladungszahl der molekularen Gewebebestandteile sowie der energetischen Zusammensetzung der verwendeten Strahlung.
Geometrie Die der Strahlenquelle gegenüber positionierten Detektoren fangen die Reststrahlung auf, sodass die aufsummierten Gewebeschwächungen den Patienten abbilden können. Die den Patienten durchdringende Strahlung wird entweder durch Foto- und Compton-Effekt energie- und gewebeabhängig absorbiert oder gestreut, andernfalls aber nicht vom geradlinigen Weg abgelenkt. Schon W. C. Röntgen verblüffte die Eigenschaft der von ihm entdeckten „X-Strahlen“, scheinbar nicht ablenkbar zu sein, nicht einmal durch Linsen, Objektive oder Prismen, und dachte an eine „neue Art von Strahlen“.
Merke
Bei den Röntgenaufnahmen handelt es sich um klassische geometrisch projizierte Schattenrissaufnahmen mit den damit verbundenen geometrischen Verzerrungen, Vergrößerungen und Unschärfen.
Zudem werden Objekte in Abhängigkeit vom individuellen Abstand zum Detektor unterschiedlich stark vergrößert dargestellt. Typische Vergrößerungenbeispielsweise für die ventralen Rippen und das Sternum betragen beim Thorax in anterior-posteriorer Projektion und bei direkter Auflage des Patienten auf dem Detektor etwa 16% gegenüber der realen Größe. Durch die Divergenz des Strahlenbündels Richtung Patient sind die Randbereiche der Aufnahme schräg verzerrt und stärker vergrößert, da der Strahlengang zum ebenen Detektor hier eine im Verhältnis andere Geometrie aufweist. Allgemein gilt: Für größere Abstände zwischen Fokus und Patient sowie Detektor – und bei geringerem Abstand zwischen Patient und Detektor – fallen diese Unschärfen und Verzerrungen geringer aus (► Abb. 1.2).
Abb. 1.2 Entstehung einer Thoraxaufnahme durch Projektion mit Röntgenstrahlung.
Abb. 1.2b Am Ende erreicht ein über die Fläche durch die Absorptionsunterschiede stark modelliertes Strahlenrelief den Detektor. Die geometrische Unschärfe dort ist gegeben durch , wobei f die Fokusgröße ist; der gleichzeitig am Detektor auftretende Vergrößerungsfaktor ist gegeben durch .
Abb. 1.2c 3D-Darstellung der Röntgenintensitäten als gekipptes Strahlenrelief des Thorax.
Strahlenqualität Neben der Geometrie ist die Strahlenqualität bei der Exposition für die resultierende Bildqualität entscheidend. Mit Strahlenqualität ist die spektrale Zusammensetzung gemeint, sozusagen die „farbliche“ Mischung des Röntgenlichtes, die wesentlich die Absorptionswahrscheinlichkeit beeinflusst. Versteckt man die komplexen Energie- (E) und Materialabhängigkeiten (Z) des Absorptionsgeschehens in dem sog. Schwächungskoeffizienten µ (E, Z), bleibt ein einfacher allgemeiner Zusammenhang zwischen Eintrittsdosis (IE) vor dem Patienten, Dicke (d) und Austrittsdosis (IA) hinter dem Patienten übrig, bei dem die Strahlenmenge im Körper ca. alle 3–4 cm auf die Hälfe abnimmt (Schwächungsgesetz) ► [2]:
Eine korrekt eingestellte Thoraxaufnahme in anterior-posteriorer Projektion weist mediastinal eine Transparenz von etwa 1–2% auf (hinter den Lungenflügeln etwa 5%). Bei den in der Thoraxdiagnostik eingesetzten Strahlenqualitäten findet meist eine entsprechend energiereiche Mischung Anwendung: Dadurch erscheinen sogar Rippen und Wirbelsäule transparent, um überlagerte Strukturen beurteilen zu können (sog. Hartstrahltechnik mit über 100 kV erzeugender Hochspannung). Ist die Mischung insgesamt energiereicher, nimmt die Transparenz zu – gleichbedeutend mit geringerem Gesamtdosisbedarf bei gleicher Austrittsdosis.
Dieser Zusammenhang ist für den Strahlenschutz von äußerster Wichtigkeit. Bei energiereicheren Photonenmischungen nimmt der maximale Absorptionsunterschied etwa zwischen Knochen und Lunge ab: Das heißt, der maximal mögliche Kontrast im Bild verringert sich, bis er schließlich bei sehr hohen Energien sogar ganz verschwindet. Im Umkehrschluss geht eine energieärmere Mischung mit einem vermehrten Absorptionsunterschied einher. Dadurch verschwindet beim knöchernen Thorax jedoch die Transparenz beispielsweise der Rippen, sodass überlagerte Strukturen nicht mehr beurteilbar werden. Entgegen verbreiteter Annahme ist der optimale Kontrast also nicht unbedingt der maximale, sondern jener, der die Fragestellung ausreichend klären kann und gleichzeitig den Strahlenschutzaspekt angemessen berücksichtigt. In die Diskussion über die „angemessene“ Berücksichtigung bzw. „ausreichende“ Bildqualität hat der Gesetzgeber mit Dosisreferenzwerten regelnd eingegriffen, weil er eine „… gewisse Begrenzung der Exposition in der medizinischen Diagnostik (für) notwendig …“ erachtet ► [1].
Streustrahlenraster Zwischen Patient und Detektor werden aus Bildqualitätsgründen zudem sog. Streustrahlenraster eingesetzt. Diese Raster sind erforderlich, um die durch inelastische Stöße (Compton-Effekt) entstandenen Photonen vom Detektor fernzuhalten. Dieser Compton-Effekt würde durch eine in erster Näherung homogene Zusatzbelichtung den möglichen Kontrast im Bild reduzieren. Baubedingt dezimieren Raster immer auch den Anteil der nicht gestreuten informationstragenden Primärstrahlung. Das Verhältnis dieser beiden Absorptionen bezeichnet man als die Selektivität eines Rasters. Ein guter Raster erreicht je nach Lamellierung Selektivitäten entsprechend einer Reduktion auf 10% Streustrahlenanteil hinter dem Raster. Gewöhnlich sind Raster fokussiert, um gegenüber einer punktförmigen Strahlenquelle eine über das gesamte Bild gleichmäßige Selektivität aufzuweisen. Bei freien Aufnahmen im Patientenbett führt die Rasterfokussierung durch leichte Verkippung, Dezentrierung und unpassenden Abstand gegenüber der Röhre in der Regel zu ein- oder beidseitigen Dosisminderungen bzw. Verschattungen. Um die Diagnosequalität dadurch nicht negativ zu beeinflussen, werden bei Röntgenaufnahmen unter diesen Bedingungen stets fehlertolerantere, nicht fokussierte (parallel) Raster mit geringerer Selektivität (etwa 4 – 5) verwendet.
In der Praxis wird auf ein Raster verzichtet, wenn die Streustrahlung zum Beispiel bei Expositionen von Kleinkindern oder begrenzten Belichtungsfeldern kleiner 100cm2 anteilig ohnehin unter 20% liegt. Diese Vorgehensweise erlaubt im Sinne des Strahlenschutzes eine Reduktion der Primärstrahlung um die Hälfte.
Speicherfolienradiografie Der Detektor selbst nimmt ebenfalls eine entscheidende Rolle bezüglich der Bildqualität ein. Die Speicherfolienradiografie (computed radiography, CR) mit flexiblen dünnen Leuchtfolien, meist in Kassetten eingelegt, ist ein weit verbreitetes Standardsystem. Der Detektor besteht aus dotiertem Bariumfluorid und ist robust in der Verwendung im medizinischen Alltag, allenfalls durch Zerkratzen der Schutzschicht kann die hygroskopische Nutzschicht Schaden nehmen. Basis dieser Detektortechnologie ist die laserinduzierte Lichtemission in speziellen Lesegeräten. Das System weist über weite Belichtungsunterschiede hinweg ein ideal lineares Ansprechvermögen auf und hat den über 100 Jahre etablierten klassischen Röntgenfilm zwischenzeitlich fast völlig verschwinden lassen.
Die „Belichtungsfreiheit“ der modernen Projektionsradiografie erfordert ein genaues Monitoring der applizierten Dosis, da Überbelichtungen kaum bemerkt und sogar durch bessere Bildqualität belohnt werden. Bei Eintritt von tausenden Photonen pro Detektorelement sind theoretisch auch tausende Absorptionsabstufungen im Patienten abbildbar.
Umgekehrt fallen unterbelichtete Aufnahmen durch Detailverlust auf. Die verschwindend gering durchscheinende Strahlung begrenzt die Bildqualität. Geringe Kontrastunterschiede zwischen verschiedenen anatomischen Strukturen gehen infolge der geringen Photonenzahl verloren; steht vor Eintritt in den Patienten pro Detektorelement im Extremfall nur ein Photon zu Verfügung, kann es entweder absorbiert bzw. abgelenkt oder detektiert werden – feinere Gewebeunterschiede im Patienten gehen verloren.
Zudem kann ein schwaches Strahlenrelief durch das statistische Hintergrundrauschen, verursacht durch wärmebedingte Zufallssignale etwa im Detektor oder der Laserelektronik oder bei der Lichtumwandlung, nur schemenhaft erkannt werden. Extrem niedrig exponierte Thoraxbilder vermitteln daher einen eher verschneiten, unscharfen und detailärmeren Eindruck. Hoch exponierte Aufnahmen sehen dagegen gestochen scharf aus und können einen sehr detaillierten Kontrast zeigen. Eine aus Strahlenschutzgründen sinnvolle Belichtungsautomatik beispielsweise bei Bettaufnahmen ist zwar technologisch möglich, wurde jedoch bis heute von der Industrie nicht umgesetzt.
Flachdetektor Eine andere Detektortechnologie stellt der Flachdetektor dar (direct radiography, DR). Diese Technologie hat vieles gemein mit der Speicherfolienradiografie, weist jedoch eine höhere (Quanten-) Effizienz auf und erfordert kein spezielles externes Lesegerät. Der effizientere Detektorumsatz ermöglicht im Klinikalltag für eine qualitativ gleichwertige Aufnahme eine Reduktion der Dosis von ungefähr 20–50%, abhängig von Bautyp und Detektormaterial. Der im Vergleich zu Speicherfolienradiografie deutlich höhere Anschaffungspreis und die gleichzeitig deutlich geringere Einsatzflexibilität durch festes Format, hohes Gewicht und ausgeprägte Sturzempfindlichkeit hemmen trotz des geringeren Dosisbedarfs die Verdrängung von CR-Systemen.
Als Detektorsubstrat werden Leuchtstoffe verwendet, deren Anregungen durch Röntgenstrahlung mit winzigsten Rechnern unter jedem Pixel digitalisiert und aufsummiert werden. Bei Projektionsaufnahmen wie der Untersuchung des Thorax kommen die langsamen, aber dosiseffizienten Cäsiumiodid-Detektoren zum Einsatz. Bei zeitkritischen Verfahren mit schneller Bildfolge bis zu zehntausenden Projektionen pro Sekunde muss der Leuchtstoff dagegen in erster Linie fast ohne Nachleuchten schnell für die nächste Registrierung bereit sein. Hier setzt man gesinterte Yttrium- oder Gadoliniumoxysulfid-Keramiken ein. Diese schnellen Detektoren ermöglichen die raffinierte Strategie der Computertomografie, aus einfachen Übersichtsaufnahmen überlagerungsfreie kontrastreiche Schnittbilder der Gewebeschwächungen zu berechnen und darzustellen.
Die digitale Subtraktionsangiografie ist als projektionsradiografisches Verfahren zur Gefäßdarstellung einzuordnen. Bei herkömmlichen monoplanaren Angiografiesystemen ist für eine Orientierung bzw. Abbildung der Gefäße in allen drei Raumebenen mindestens die Einstellung einer weiteren Projektionsebene erforderlich. Moderne biplanare Systeme können – durch den Einsatz von jeweils zwei Röntgenröhren und -detektoren – zwei unterschiedliche Projektionen gleichzeitig erfassen und somit eine ständige Umpositionierung des Systems vermeiden.
Im Gegensatz zu einer klassischen Durchleuchtungsuntersuchung werden bei der DSA-Technik zunächst ein Bild ohne Kontrastmittelgabe (Maske) und nachfolgend Aufnahmen der Kontrastmittelverteilung akquiriert. Das Maskenbild wird von den folgenden Bildern digital subtrahiert, sodass filmähnliche Sequenzen entstehen. Erfolgt die intravasale Kontrastmittelgabe nach Erfassung dieser Leeraufnahme, enthalten die errechneten Differenzbilder nur die kontrastmittelhaltigen (Gefäß-)Strukturen.
Merke
Mithilfe der DSA kann neben der Morphe insbesondere räumlich und zeitlich hoch aufgelöste Flussinformation erfasst werden.
Das Einsatzgebiet wandelt sich von einer vormals überwiegend diagnostischen Methode hin zu einem Mittel der Bildsteuerung bei therapeutischen minimal-invasiven Eingriffen (z.B. mechanische Gefäßrekanalisation bei Schlaganfall, Verschluss bzw. Ausschaltung von Aneurysmen, transarterielle Chemoembolisation oder Radiotherapie bei Lebermetastasen).
Bei der Computertomografie umkreisen Röhre und Detektor den Patienten und sammeln so Projektionen aus allen Blickrichtungen. Die Idee hierzu gab es bereits lange (Cormack 1957) bevor die praktische Umsetzung durch Hounsfield 1971 erfolgte. Voraussetzung waren schnelle Computer, um die aufwendigen mathematischen Transformationen für ein überlagerungsfreies Schnittbild durchzuführen (► Abb. 1.3). Anschaulich gesprochen, wird aus den zweidimensionalen Projektionen durch Zuhilfenahme anderer zweidimensionaler Projektionen aus anderen Perspektiven die dreidimensionale Anordnung des Schwächungsverlaufs durch den Patienten errechnet. Schon bald konnte man zeigen, dass die exakte mathematische Behandlung des Rücktransformationsproblems auf eine unendliche Schar von möglichen Lösungsfunktionen (Faltungskernen) führt. Aus der Vielfalt der Lösungsfunktionen etablierten sich weltweit einige tausend Spezialfunktionen, die jeweils für bestimmte anatomische Bereiche eine bessere Bildqualität erzielen als die ursprünglich verwendeten einfachen Kerne von Ramachandran und Lakshmi Narajanan.
Weltweit wird der von Hounsfield eingeführte dimensionslose Bezug der Gewebeschwächungen µ (E, Z) auf die Schwächung von Wasser und Luft zur Darstellung verwendet, bei dem Wasser stets den Wert 0 und Luft den Wert –1000 erhält. Danach erhalten alle Gewebe mit höherer Schwächung als Wasser wie beispielsweise Knochen, Muskel, Niere, Milz und Leber positive und weniger schwächende Gewebe wie Fett und Lunge negative Hounsfield-Zahlen (Hounsfield-Einheiten, HE):
Abb. 1.3 Prinzip der Computertomografie (Quelle: ► [3])
Abb. 1.3a Bildberechnung durch gefaltete Rückprojektion der während der Rotation festgehaltenen dünnschichtigen Projektionen. Die registrierten Messwerte sind beispielhaft in dem jeweils angeschlossen Diagramm dargestellt. Ein zylinderförmiges Objekt verdeckt in Projektionsrichtung 1 den mittleren Detektor und einen Moment später in Projektion 2 einen weiter außen liegenden Detektor. Die Schwächungsprofile werden in Absorption umgerechnet, logarithmiert und gespeichert. Die Bildberechnung beginnt mit der mathematischen Multiplikation der einzelnen Projektion aus dem Rohdatensatz mit einem für die Fragestellung und Organbereich optimierten Faltungskern (Faltung). Die mathematisch gefaltete linienförmige Projektion wird nun in der ursprünglichen Projektionsrichtung flächig ausgedehnt. Diese Berechnung wird mit allen Projektionen durchgeführt und zum endgültigen Bild summiert. Das zylindrische Objekt ist im Ergebnis mit nur zwei Projektionen bereits erkennbar. Es gibt aber auch streifige Überreste in Richtung der jeweiligen Projektionen. Diese verschwinden bei hinreichender Anzahl der Projektion aufgrund der negativen Anteile der gefalteten Projektion im Endergebnis fast vollständig. Das Drehzentrum der Projektionen ist der Bildbereich mit der höchsten Abbildungstreue und Auflösung.
Abb. 1.3b Berechnetes Schnittbild des Abdomens in axialer Orientierung errechnet. Die Hounsfield-Einheiten (HE) sind für einige Organe angegeben. Kompakter Knochen setzt sich mit bis zu 2000 HE von den nur leicht positiven Werten zwischen 20 und 250 HE bei Weichteilen gut erkennbar ab. Fett liegt bei –100 HE.
Bei modernen Mehrschicht-CT-Systemen (multislice CT, MSCT) werden in kontinuierlicher Rotation einige Millionen Projektionen in hunderten Schichten gleichzeitig erfasst, während der Patient entlang der Drehachse verschoben wird. Die gesamte Rohdatenerfassung dauert nur wenige Sekunden. Aus diesen projektionsradiografischen, spiralig versetzt registrierten Rohdaten werden mit linearen Interpolationsmethoden ebene Schnittbilder errechnet. Die Position und Orientierung der berechneten Schicht sind anhand der ursprünglich lückenlosen volumenartig nahezu isotropen Abtastung frei wählbar.
Mit Abmessungen der Detektorelemente im Submillimeterbereich liegen die theoretisch erreichbaren örtlichen Auflösungen zwar nur bei etwa einem Linienpaar pro Millimeter, doch die Darstellung als transformierte Schnittebene kompensiert diesen scheinbaren Nachteil.
Beispielsweise können als CT-Angiografie Gefäßstrukturen aller Körperregionen hoch aufgelöst dargestellt werden. Dynamische Untersuchungen ermöglichen die Visualisierung der Organ- bzw. Parenchymperfusion. Diese modernen CT-Techniken werden zwischenzeitlich mithilfe fahrbarer Systeme oder in Hybrid-OPs sogar intraoperativ eingesetzt (► Abb. 1.4).
Diese enorme Informationsdichte erfordert allerdings eine deutlich höhere Strahlenexposition als eine vergleichbare Übersichtsradiografie der gleichen Körperregion. Die Hersteller von Computertomografiesystemen haben daher inzwischen Dosisreduktionsverfahren eingeführt, mit denen die vormals feste Dosiseinstellung pro Untersuchung nun im Hinblick auf (durchschnittlich) geringere Gesamtexposition pro Körperregion und Rotationswinkel variabel gestaltet wird.
Abb. 1.4 Intraoperativer Einsatz eines mobilen Mehrschicht-Computertomografen im Rahmen einer neurochirurgischen Operation.
Die Magnetresonanztomografie arbeitet zwar ebenso wie die Computertomografie mit elektromagnetischer Strahlung, aber anstelle von Röntgenröhren und Detektoren werden ein starkes Magnetfeld sowie Sende- und Empfangsspulen für vergleichsweise langwellige (energieärmere UKW-) Strahlung verwendet. Grundlage dieses Verfahrens ist die kernmagnetische Resonanz (nuclear magnetic resonance, NMR).
Mithilfe eines Anregungspulses passender Frequenz wird das atomare System durch Energieübertragung in einer vordefinierten Schicht zur Mitschwingung angeregt. Nach Beendigung der Anregung kann das freie Abebben des Mitschwingens (Energieabgabe) aus der Schicht empfangen werden. Eine aufgeprägte Frequenzkodierung erlaubt eine räumliche Zuordnung innerhalb der angeregten Schicht. Das emittierte Signal, der freie Induktionsabfall (free induction decay, FID), wird hinsichtlich der abgegebenen Gesamtenergie (P), der Abgabegeschwindigkeit (T1) und der Geschwindigkeit der Synchronisationsverluste (T2) analysiert und visualisiert (► Abb. 1.5).
Moderne MRT-Systeme nutzen starke Magnetfelder (1–7 Tesla) und enorme UKW-Leistungen (bis zu 50 kW). Diese hohen Anregungsenergien erfordern inzwischen die Berücksichtigung spezifischer Absorptionsraten (SAR), um Schädigungen des Patienten, beispielsweise durch Überhitzung, zu vermeiden. Andererseits ermöglicht die MRT durch innovative Messverfahren nicht nur eine hoch aufgelöste Darstellung der Morphe, sondern auch die Erfassung metabolischer und funktioneller Gewebeparameter, wie z.B. Sauerstoffgehalt, Diffusion, Perfusion. Diese neuen Untersuchungstechniken werden zukünftig auch bei der Beantwortung anästhesiologischer und intensivmedizinischer Fragestellungen helfen (► [4], ► [5]).
Abb. 1.5 Beispiele unterschiedlicher Gewebekontraste in der MRT bei unterschiedlichen Sequenzparametern. Der Bildkontrast wird in der Spin-Echo-Sequenz vorwiegend durch die Wiederholungszeit (time of repetition, TR) und die Echozeit (time of echo, TE) beeinflusst. Man erhält unterschiedliche Bilder. In den ersten beiden Bildern ist die Relaxation des NMR-Signals des Gewebes parametrisiert, in Letzterem die Protonendichte.
Abb. 1.5a T1-gewichtetes Bild mit kurzer Wiederholungszeit (ca. 500 ms) und kurzer Echozeit (ca. 10 ms).
Abb. 1.5b T2-gewichtetes Bild mit langer Wiederholungszeit (ca. 2000 ms) und langer Echozeit (ca. 100 ms).
Abb. 1.5c Protonengewichtetes Bild mit langer Wiederholungszeit (ca. 2000 ms) und kurzer Echozeit (ca. 10 ms).
[1]Bundesrepublik Deutschland. Bekanntmachung der aktualisierten diagnostischen Referenzwerte für diagnostische und interventionelle Röntgenuntersuchungen. Salzgitter: Bundesamt für Strahlenschutz; 22.06.2010
[2]Morneburg H. Bildgebende Systeme für die medizinische Diagnostik. München: Publicis Publishing; 1995
[3]Schober O, Heindel W. PET-CT. Stuttgart: Thieme; 2008
[4]Topcuoglu MA, Oguz KK, Buyukserbetci G et al. Prognostic value of magnetic resonance imaging in post-resuscitation encephalopathy. Intern Med 2009; 48 (18): 1635–1645
[5]Weiss N, Galanaud D, Carpentier A et al. Clinical review: prognostic value of magnetic resonance imaging in acute brain injury and coma. Crit Care 2007; 11 (5): 230
N. Meier
Effektive Dosis Die durchschnittliche jährliche Strahlenexposition der deutschen Bevölkerung resultiert zur Hälfte aus medizinischen Maßnahmen mit insgesamt etwa 136000000 Röntgenuntersuchungen im Jahr 2010 .
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