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Beschreibung

Dieses Heft enthält das vom Generalmajor von Gersdorf verfasste und nur als Handschrift existierende Reglement vom Februar 1812. Dieses wurde für den Gebrauch der Lanze als Ergänzung zum Exerzier-Reglement für die Königlich Sächsische Kavallerie von 1810 herausgegeben.

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Seitenzahl: 48

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1813

Heft 61

Abb.: Ulan mit „Lanz am rechten Arm!“ (im Hintergrund des Gemäldes „Karl Wilhelm Ferdinand von Funck als Generaladjutant“)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Cap. I: Handgriffe zu Fuß mit der Lanze

Cap. II: Auf- und Absitzen

Cap. III: Handgriffe zu Pferde

Mit der Lanze

Chargierung

Cap. IV: Gefechtsgriffe der Lanziers im Einzelnen

Cap. V: Gefechtsgriffe in geschlossenen Gliedern

Cap. VI: Vom Blänkern

Einleitung

Das nachfolgend wiedergegebene Reglement lag als Handschrift1 in der Bibliothek der Bundeswehr in Düsseldorf und müsste sich heute in der Bundeswehrbibliothek Dresden befinden.

Es handelt sich (wohl) um eine Abschrift des Originals durch Sousleutnant2 Moritz v.Funck.

Das Regiment Prinz Clemens Chevauxlegers wurde durch AHO vom 09.10.1811 zur Bewaffnung mit Lanzen ausersehen. Hierzu wurde im Balsewitzer Tännicht3 vom November 1811 bis Februar 1812 eine Abteilung des Regiments unter Major von Gecka durch 2 Unteroffiziere und 2 Gemeine eines polnischen Ulanen-Regiments in den Gebrauch der Lanze eingewiesen. Allerdings scheint die Lanze erst 1812 in größerer Stückzahl in das Regiment gelangt zu sein, wie das im Anhang befindliche Schreiben des Generalmajors v.Gersdorf an den Generalleutnant v.Funck vom 29.02.1812 nahelegt. Mit genanntem Schreiben gelangte auch erst das hier behandelte Reglement an die Truppe. Da das sächsische Korps am 27.03.1812 in den russischen Feldzug aufbrach, wird die vom Sousleutnant v.Funck verfertigte Abschrift in den Zeitraum März 1812 zu verorten sein.

Ob die Abschrift des Herrn Sousleutnant dem Original vollständig entspricht, kann auf Grundlage des einen Exemplars nicht geklärt werden. Ob weitere Abschriften oder gar das Original4 überdauert haben, ist derzeit nicht bekannt.

Ich möchte mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, für den Kauf dieses Buches bedanken. Insofern Sie Anregungen haben oder über den Inhalt diskutieren wollen, so können Sie mich via email unter [email protected] erreichen.

Ihr

Jörg Titze

1 gestempelt mit Nr. 9382

2 Patent vom 26.04.1809

3 Der Blasewitzer Tännicht ist ein Mischwald, der sich bis 1899 von Johannstadt nach Blasewitz erstreckte und von dem heute noch Teile als Blasewitzer Waldpark (neben dem Universitätsklinikum) erhalten sind. In der Zeit der Könige und Fürsten war dies ein beliebtes Jagdgebiet, da sich hier ein guter Wildbestand an Hasen und Rebhühnern bot. Teilweise nutzten auch Bauern dieses Gebiet um Felder anzulegen und zu bestellen. Der Siebenjährige Krieg … hinterließ … Spuren und eine erneute Aufforstung des Gebietes fand nur spärlich statt. Quelle http://wikimapia.org/4246650/de/Waldpark-Blasewitzer-Tännicht

4 „Noch heute besitzt das Archiv des 1.Königs-Husaren-Regiments No.18 eine ausführlich geschriebene Instruktion für das Ulanen-Regiment Prinz Clemens … Namentlich der 2.Band … befasst sich mit den Lanzenübungen … zu Fuß wie zu Pferd …“ Quelle: Geschichte des Regiment, Großenhain u. Leipzig 1901

Cap. I

Handgriffe zu Fuß mit der Lanze

Auf das Kommandowort

Ergreift die Lanz!

Ergreift jeder Mann seine Lanze mit voller rechter Hand und trägt selbige dergestalt auf der rechten Schulter, dass sie einen Schuh hoch von dem Ende und zwei Schuh von der rechten Schuhspitze gerade vorwärts abstehe, der rechte Arm ist hierbei so nachlässig gekrümmt, dass Hand und Ellenbogen in gerade Linie kommen. Der Mann tritt sogleich in die ihm angewiesene oder bekannte Rangierung.

S’ wird gestellt!

Die rechte Hand bringt die Lanze neben die rechte Schuhspitze und geht an derselben der Schulter gleich herauf, der Daumen liegt hinten gerade aufwärts an der Stange, die vier Finger umfassen selbige so, dass die Knöchel rechts auswärts stehen; der rechte Ellenbogen wird locker an den Leib angelegt, die Hand soweit an der Schulter hervorgezogen, dass die Lanze senkrecht stehe.

Stellt euch!

worauf sich jedermann in der vorher beschriebenen Positur einrichtet und beim Vor- oder Rückwärtstreten die Lanze, die übrigens ganz in ihrer Haltung bleibt, nur ein wenig von der Erde lüftet.

Es ergibt sich von selbst, dass wenn das Glied gut gerichtet ist, auch die Lanzen ihre eigne Richtung bilden.

Schultert!

ist ein Handgriff, welcher den Wendungen, dem Marsche oder dem Abtreten jedesmal vorausgeht. Auf das Kommandowort geht die Hand mit ganz ausgestreckten Arm, doch ohne dass der Mann sich bückt, an der Lanze herunter, nimmt dieselbe dermaßen in die Gabel, dass der Daumen inwendig, die zwei ersten Finger vorn, die zwei letztren hinten schräg an der Lanze herunterliegen und lässt sie unvermerkt an die Ärmelnaht der Schulter zurück fallen.

Auf das Kommandowort

Marsch!

wird mit dem Antreten die Lanze, ohne sie von der Schulter zu bringen, durch Einziehung des Armes eine Hand breit von der Erde erhoben, das rechte Handgelenk immer inwendig fest an der Hosennaht angelegt, damit die Lanze nicht während des Marsches wankt, der Stiel derselben ist von der rechten Fußspitze 6 Zoll in gerade Linie vorwärts entfernt, so dass die Lanze etwas weniges über die Schulter zurückfalle.

Wenn während dem Marsche

Los!

kommandiert wird, so ziehet der Mann die Lanze ein reichlichen Schuh breit von der Erde in die Höh, dergestalt, dass die Hand, welche hierbei die Lanze so umfasst wie bei Ergreift die Lanz! An die Hüfte zu liegen kommt, lässt sie jedoch nicht mehr zurückfallen, weil außerdem die Vorderleute mit dem Stiel gestoßen und in dem Marsch gehindert würden.

Auf

Richt euch!

wird die Lanze wieder in die Lage zum Marsche genommen.

Bei dem Kommandowort

Halt!

wird die Lanze jedesmal wieder in die Lage von Schultert genommen.

Wenn auf das Kommandowort Schultert! anstatt zu marschieren eine Wendung erfolgt, so lüftet der Mann während derselben durch Anziehung des Armes die Lanze eine Hand breit von der Erde und bringt sie nach der Wendung schnell wieder neben die rechte Schuhspitze in die vorherige Stellung.

Bevor man eine Abteilung mit Lanzen abtreten lässt, soll allemal zuvor Schultert! und dann Tret ab! kommandiert werden.

Lanzen hoch!

Die rechte Hand geht rasch an der Stange in die Höhe und hält die Lanze nach der bei S‘ wird gestellt! gegebenen Anweisung.

Los!