Reise Know-How CityTrip New Orleans - Peter Kränzle - E-Book

Reise Know-How CityTrip New Orleans E-Book

Peter Kränzle

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Beschreibung

The Big Easy – New Orleans trägt seinen Spitznamen zu Recht, denn hier läuft das Leben nach anderen Regeln ab. Über 700 Kirchen und 40 Friedhöfen stehen ein paar Tausend Bars und Lokale gegenüber. Voodoo, Traditionen und Alte-Welt-Flair treffen auf Moderne, Dolce Vita und Haute Cuisine. Die Stadt ist bekannt für ihr Nachtleben, für Jazz und das French Quarter, doch auch neue In-Viertel wie Marigny, Bywater oder Irish Channel wollen erkundet und spannende Museen wie das New Orleans Museum of Art besucht werden. Kleine Läden und Outletcenter bieten Shoppingvergnügen. Ausflüge ins Cajun Country, in die Bayous und in die Sümpfe runden den Besuch in Louisiana ab. Dieser aktuelle Stadtführer ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der Südstaatenmetropole selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur: französische Kolonialbauten, "Cities of the Dead" und moderne Museumsgebäude Kolonialarchitektur und den "Cities of the Dead" - Abwechslungsreicher Stadtspaziergang - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge ins Cajun Country, in die Bayous und in die Sümpfe Süd-Louisianas - Shoppingtipps von den größten Malls bis zu den schönsten Markthallen - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die Südstaaten-Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: von der angesagten Bar bis zu den besten Jazz-Lokalen - Karneval - Throw me something, Mister! - New Orleans zum Durchatmen: New Orleans Riverfront, Latrobe Park, City Park - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall ... - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt ... - Kleine Sprachhilfe Amerikanisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 228

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Vorwahlen

Abkürzungen

Preiskategorien Restaurants

Preiskategorien Hotels

New Orleans entdecken

„Laissez les bons temps rouler!“

Kurztrip nach New Orleans

Stadtspaziergang

French Quarter – Vieux Carré

Warehouse und Central Business District

Garden District/Uptown

City Park und Umgebung

Ausflüge ins Umland

New Orleans erleben

New Orleans für Kunst- und Museumsfreunde

New Orleans für Genießer

New Orleans am Abend

New Orleans zum Stöbern und Shoppen

New Orleans zum Durchatmen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

New Orleans verstehen

New Orleans – ein Porträt

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Leben in der Stadt

Musik im Blut

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Ein- und Ausreisebestimmungen

Elektrizität

Geldfragen

Informationsquellen

LGBT+

Maße und Gewichte

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Sicherheit

Sport und Erholung

Sprache

Stadttouren

Telefonieren und Internet

Uhrzeit und Datum

Unterkunft

Umgangsformen und Verhaltenstipps

Verkehrsmittel

Versicherungen

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Die Autoren

Impressum

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android, iOS und Windows Phone) und anschließend in der App den Stadtplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/citytrip/neworleans24

Vorwahlen

> für die USA: 001

> für New Orleans: 504

Abkürzungen

Abgesehen von den bekannten Abkürzungen für Tage, Monate etc. wurden die folgenden verwendet:

> E – East, W – West, N – North, S – South

> St. – Street

> Rd. – Road

> Sq. – Square

> Ave. – Avenue

> Blvd. – Boulevard

> bei Adressangaben:

„/“ für „Ecke“, „–“ für „zwischen“

Preiskategorien Restaurants

Annäherungswert für ein Hauptgericht (Fleisch oder Fisch) mit Beilagen ohne Getränk, Trinkgeld und Mehrwertsteuer. Lunch ist meist preiswerter als Dinner.

$ unter $ 20

$$ $ 20–30

$$$ über $ 30

Preiskategorien Hotels

Die Kategorisierungen unten beziehen sich auf den ungefähren Preis für ein Doppelzimmer ohne Frühstück und zuzüglich Steuern. Bei Buchung vor Ort müssen rund 16 % an Steuern und Gebühren dazugerechnet werden.

$ unter $ 100

$$ $ 100–160

$$$ $ 160–250

$$$$ über $ 250

New Orleans entdecken

„Laissez les bons temps rouler!“

The Big Easy – New Orleans trägt seinen Spitznamen völlig zu Recht, denn in „N’Awlins“ läuft das Leben nach anderen Regeln ab. In dieser katholischen Enklave mitten im protestantischen Süden stehen den über 700 Kirchen und 40 Friedhöfen ein paar Tausend Bars und Lokale gegenüber. Hier treffen Welten aufeinander: Voodoo und Vampire, Traditionen und Skurriles, Creoles und Cajuns, Schwarz und Weiß, Alte-Welt-Flair und Moderne, Dolce Vita und Endzeitstimmung, Haute Cuisine und Po-Boys, Greek-Revival-Villen und Shotgun Houses.

New Orleans ist alles andere als eine gewöhnliche US-Metropole, lässt im liebenswerten Verfall und Chaos, in Dekadenz und Ignoranz bezüglich Konventionen jeglichen Perfektionismus vermissen und gleicht, was das Flair angeht, eher Städten in der Karibik, in Lateinamerika oder Südeuropa. Die Geschichte von New Orleans ist wie eine Achterbahnfahrt und besonders Hurricane Katrina hat gezeigt, wie sehr die New Orleaneans in Krisen zusammenhalten.

In den letzten Jahren hat sich enorm viel getan. Abgesehen von neuen bzw. erweiterten Attraktionen wie Vue Orleans (–>) oder JAMNOLA (–>), Insectarium (–>), Besthoff Sculpture Garden (–>) oder World War II Museum {24}, sind Viertel wie Marigny, Bywater {21} oder Irish Channel {29} aufgeblüht. Außerdem entstanden tolle moderne Hotels und vor allem kreative Lokale, die die Grenzen von Creole- und Cajun-Küche sprengen.

Seit unserer ersten Reise in den 1980er-Jahren fasziniert uns die Stadt. Unvergessen jener Besuch 2006, kurz nach Katrina, wo wir mit den Bewohnern während des JazzFests weinten und feierten. Die Widerstandsfähigkeit der New Orleaneans ist bewundernswert. Weder Hurricanes – zuletzt 2021 Ida – noch eine Pandemie können den Lebens- bzw. Überlebenswillen bremsen. New Orleans ist ein Unikum in den USA, ist mehr, ist anders, und Lebensfreude pur – getreu dem Motto: „Laissez les bons temps rouler!“

Die meisten Besucher kommen im Rahmen einer längeren Rundreise nach New Orleans. Oft ist die Metropole nur ein Stopp auf dem Weg durch den tiefen Süden bzw. nach Florida. Zugegeben, man kann New Orleans an ein oder zwei Tagen erkunden, da der Stadtkern überschaubar ist. Um die Stadt jedoch richtig kennenzulernen, sollte man mindestens drei Tage einplanen. Dann bleibt genügend Zeit für die wichtigsten Viertel, für eine Bootsfahrt auf dem Mississippi, einen Friedhofsbesuch und für das sehenswerte Kunstmuseum im City Park. Die Hauptattraktionen und -viertel sind überwiegend mühelos zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Letzterer erfordert allerdings Zeit, denn eines wird der Besucher schnell lernen: In New Orleans gehen die Uhren langsamer ...

Kurztrip nach New Orleans

1. Tag: French Quarter und Riverfront

Der erste Besuchstag gehört dem Vieux Carré, dem historischen French Quarter mit der sich zum Mississippi hin anschließenden Riverfront. Hier spielt sich das Leben ab, hier finden sich Attraktionen wie das Audubon Aquarium und Insectarium (–>), Museen sowie historische Häuser und hier legen die Mississippi-Dampfer ab. Unzählige kleine Shops aller Art, Antiquitätenläden, Galerien und Boutiquen, Restaurants, Cafés und Bars bieten den perfekten Rahmen für einen genüsslichen Bummel durch die romantischen Straßen, deren Häuser begrünte Balkone vorweisen.

Vormittags

Der erste Tag beginnt „stilecht“ mit einem Frühstück im Café Du Monde (–>) – günstig am Jackson Square, dem Ausgangspunkt für den Spaziergang durchs French Quarter, gelegen. Erster Besichtigungspunkt ist der Platz mit den umliegenden Bauten, darunter St. Louis Cathedral {2}, Cabildo und Presbytère {3} mit dem Louisiana State Museum. Danach lässt man sich durch die Straßen des French Quarter treiben. Als Alternative böte es sich an, sich vom Vue Orleans (–>) aus einen ersten Überblick zu verschaffen.

Mittags und nachmittags

Zur Mittagspause empfiehlt sich z. B. ein Imbiss im French Market {18} oder ein Po-boy bei Johnny’s Po-boys (–>). Entlang der Riverfront warten dann das Audubon Aquarium und das Insectarium (–>). Gelegenheit zum Shoppen gibt es ebenfalls: z. B. in der Jax Brewery (–>) oder im Outlet-Shoppingcenter Riverwalk Outlets (–>).

Abends und nachts

Am Abend stürzt man sich in das Getümmel um die Bourbon Street {8} mit ihren Bars, günstigem Bier oder Cocktails aus Plastikbechern, Straßenbands und Shops. Musikfreunde sind besser in den legendären Clubs in Faubourg Marigny aufgehoben, v. a. an der Frenchmen Street, z. B. im Snug Harbor (–>) oder im Blue Nile (–>).

Bunt und kreativ – ein Kunstwerk aus JAMNOLA (121no Abb.: mb)

2. Tag: CBD und Garden District

Der zweite Besuchstag beginnt im pulsierenden Geschäftszentrum der Stadt, dem Central Business District (CBD), und im alten Industrieviertel von New Orleans, dem Warehouse/Arts District {23}, ehe man nachmittags in eine andere Welt, den Garden District {31}, eintaucht. Dieser war ursprünglich das Wohnviertel der reichen Amerikaner und bietet prächtige Architektur.

Vormittags und mittags

Zum Frühstück gibt es typische Südstaatenkost bei Mother’s (–>), z. B. Schinken (baked ham) und biscuits. Anschließend spaziert man durch den CBD mit der Canal Street {22} als Hauptachse. Im Warehouse/Arts District {23} stehen dann sehenswerte Museen wie das Ogden Museum of Southern Art {25} oder das National World War II Museum {24} – Letzteres mit empfehlenswertem Restaurant und „Soda Shop“ – zur Auswahl.

Nachmittags und abends

Mit der St. Charles Streetcar geht es vom CBD in den Garden District {31}. Hier lernt man auf einem Spaziergang, z. B. mit den Two Chicks Walking Tours (–>), das andere Gesicht der Mississippi-Metropole, das „Südstaatenflair“, kennen. Nach einem Abstecher zum Southern Food & Beverage Museum (–>) im aufstrebenden Central City – mit NO Jazz Market, einer Jazzbühne (–>), – könnte der Bummel an der Magazine Street {29} enden, wo sich nordwärts außergewöhnliche Shops, Boutiquen und Cafés zum Bummel aufreihen.

Wer möchte, kann den Tag in einem der zahlreichen Lokale an der Magazine St. oder im Warehouse District ausklingen lassen. Zurück im French Quarter gibt es dann in der Chandelier Bar im Four Seasons Hotel (–>) einen Absackerdrink.

3. Tag: Kunst, Friedhöfe und der Mississippi

Am dritten Besuchstag steht die Umgebung der Stadt im Mittelpunkt, dazu Blaine Kern’s Mardi Gras World und eine Mississippi-Rundfahrt mit dem Schaufelraddampfer.

Vormittags und mittags

Nach dem Frühstück geht es mit der Canal Streetcar in den Norden der Stadt, in den City Park {33}. Hier wartet unter anderem das sehenswerte New Orleans Museum of Art mit seinem Sculpture Garden auf Besucher. Für einen Snack lohnt das Museumscafé. Alternativ könnte man für den Vormittag Blaine Kern’s Mardi Gras World {28} einplanen.

Nachmittags und abends

Vor oder nach einer Schiffsrundfahrt mit der Natchez oder der Creole Queen (–>) lohnt ein Friedhofsbummel. Am nächsten zum French Quarter gelegen, gibt der St. Louis Cemetery No. 1 {9} einen guten Eindruck von einer Totenstadt, die allerdings nur noch in Gruppen im Rahmen (teurer) Touren besichtigt werden kann.

Alternativ geht es entlang der Riverfront, vorbei am Audubon Aquarium und Insectarium (–>) und durch den Crescent Park nach Bywater {21}, wo ebenso wie im angrenzenden Faubourg Marigny tolle Architektur und nette Cafés und Kneipen locken. Der Spaziergang könnte in der Frenchmen Street [G2] enden, wo man in diversen Clubs in die Musikszene der Stadt eintauchen kann.

Wer mehr Zeit hat ...

Auf der Weiterreise oder als eigener Abstecher würde sich die Besichtigung des einen oder anderen Plantagenhauses lohnen, die sich zwischen New Orleans und Baton Rouge am Mississippi entlang der Plantation Road {38} aufreihen. Auch Baton Rouge {39} ist einen Besuch wert, erst recht aber das Umland von New Orleans: das sich westlich bis nach Texas hinein ausbreitende Cajun Country mit sehenswerten Orten wie New Iberia {41} oder Lafayette {40}.

Stadtspaziergang

Der Verlauf des hier beschriebenen Spaziergangs kann mittels unserer kostenlosen Web-App nachvollzogen werden.

Idealer Ausgangspunkt für einen Bummeldurch die Altstadt von New Orleans, das French Quarter oder Vieux Carré, ist der zentrale Jackson Square {1}. Dominiert wird der Platz von der St. Louis Cathedral {2}, die von Cabildo {3} – ehemals Regierungssitz des spanischen Gouverneurs – und Presbytère {3} – früher Sitz der katholischen Diözese – gerahmt wird, die beide Teile des Louisiana State Museums beherbergen. Im Osten und Westen wird der Jackson Square von den Pontalba Buildings {4} flankiert – das 1850 House im Lower Pontalba Building gibt Besuchern Einblick in diese historischen Wohnbauten.

Vom Jackson Square aus schlendert man auf der Chartres Street vorbei am New Orleans Pharmacy Museum {5} und Napoleon House {6} flussaufwärts zur St. Louis Street und wendet sich nach rechts. Über die Royal Street erreicht man die Historic New Orleans Collection {7}. Die Toulouse St. führt weiter zur Bourbon Street {8}, eine der zentralen Achsen der Altstadt, ehe man weiter nordwärts den berühmten St. Louis Cemetery No. 1 {9} erreicht, der zentralsten der berühmten „Cities of the Dead“. Vorbei am Louis Armstrong Park geht es in das afroamerikanische Viertel Faubourg Tremé {10}, ehe man schließlich den Ostteil des French Quarters erkundet. Hier präsentiert sich die Altstadt nicht nur ruhiger und idyllischer, sondern wartet auch mit interessanten Bauten auf, z. B. dem Hermann-Grima House {11}, dem Gallier House {14} oder dem Old Ursuline Convent {15} auch sehenswerter, was Architektur und kunstvoll geschmiedete Balkone angeht.

Vorbei am French Market {18}, einem der pulsierenden Zentren der Altstadt mit Gastronomie und Läden, kleinen Parkanlagen und Straßenmusik, und dem New Orleans Jazz NHP {19} kann man schließlich am Mississippi den Trubel in der Altstadt angesichts des scheinbar träge dahinfließenden „Ol’ Man River“ für einen Augenblick vergessen und den Altstadtrundgang am hier gelegenen AudubonAquarium und Insectarium (–>) oder im nahen Einkaufszentrum, der Riverwalk Outlets (–>), ausklingen lassen.

Den gesamten Spaziergang kann man – je nach Gehgeschwindigkeit und Zahl und Länge der Besichtigungen – in zwei bis drei Stunden, besser aber an einem halben Tag absolvieren.

Exkurs: Orientierung

Mississippi und Lake Pontchartrain begrenzen New Orleans auf einen etwa 8 bis 12 km breiten Korridor. Es wäre allerdings nicht New Orleans, hieße hier nicht alles anders: Begriffe wie Vieux Carré, Downtown, Uptown, Downriver, Upriver, Lakeside oder Riverside teilen die Stadt ein – Himmelsrichtungen sind hier außer Kraft gesetzt. Also aufgepasst: up/down bezieht sich auf die Fließrichtung des Mississippi. Uptown liegt also im Westen, Downtown im Osten, Lakeside im Norden (am See), und Riverside im Süden (am Mississippi). So liegt z. B. alles am Fluss oder die Straßen, die dorthin führen, „riverside“, und steht man am Jackson Square und will durch das French Quarter zum St.-Louis-Friedhof, geht man nicht nach Norden, sondern Richtung „lakeside“.

Eine der wichtigsten Straßen der Stadt ist die Canal St. {22}, sie trennt die Alt- von der Neustadt und an ihr wechseln die Straßen ihre Namen. Die Nummerierung der Häuser erfolgt nach Blocks (1. Block 1–100, 2. 101–200 usw.). Besonders einfach ist die Orientierung im French Quarter, da das ca. 1400 x 800 m große Areal als Gitternetz angelegt wurde. Der älteste geschlossene historische Stadtkern der USA, seit 1936 unter Denkmalschutz, umfasst etwa 90 Blocks und wird begrenzt durch Canal St., Esplanade Ave. [D1–G3], Rampart St. [C4–E2] und den Mississippi. Das Zentrum bildet der Jackson Square {1}.

Sehenswerte Viertel außerhalb von French Quarterund Marigny sind Bywater {21}{##}, der Garden District {31} und Uptown {32} mit Audubon Park und Tulane University sowie der City Park {33}. Die feinen Viertel der Stadt liegen in Uptown. Back o’town – der „Arsch der Stadt“ – befindet sich hingegen nördlich des French Quarter, in Tremé {10} bzw. Storyville – einem traditionell schwarzen Viertel.

Auf der Westbank, dem Westufer des Mississippi, lohnt die Ortschaft Gretna {36} einen Ausflug, während sich auf der Eastbank der größte Vorort von New Orleans, Metairie, sowie Kenner (Airport) und, flussabwärts, das derzeit angesagte Bywater {21} und Chalmette mit dem berühmten Schlachtfeld von 1815 {37} befinden. Die sogenannte North Shore, jenseits des Lake Pontchartrain (Slidell, Covington, Mandeville) wird v. a. von Pendlern bewohnt und ist über die 40 km (!) lange Causeway Bridge zugänglich.

French Quarter – Vieux Carré

„Laissez les bons temps rouler – Let the good times roll!“ – der erste Eindruck vom French Quarter bestätigt alles, was man über die Stadt gehört hat: Hier darf ein Amerikaner das tun, was ihm woanders verwehrt ist, z. B. die offene Zurschaustellung nackten Fleisches oder der Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit. Hat man jedoch die Bourbon Street hinter sich gelassen, zeigt sich das Vieux Carré von einer morbide-schönen und weltweit einzigartigen Seite.

In die katholische Hochburg der USA reisen viele Amerikaner gerne, schließlich darf man sich hier so austoben wie sonst vielleicht nur noch in Las Vegas. Früh am Morgen, wenn die Reinigungstrupps das Pflaster abgespritzt und damit die Spuren der Nacht beseitigt haben, lässt sich beim Bummel durch die Gassen das French Quarter von einer anderen Seite kennenlernen.

Bekannt von Kalenderbildern und Fotos ist die typische Bauweise im French Quarter: Eingeschossige, schmale cottages oder shotgun houses (die Räume sind hintereinander entlang einer Achse angeordnet), wie sie auch in der Karibik zu finden sind – v. a. entlang Orleans, Burgundy oder Dauphine St. –, bilden den einen Typus, zwei- oder dreigeschossige Häuser in europäischer Bauweise mit ihren berühmten schmiedeeisernen Balkonen den anderen. Sie prägen v. a. das Herz der Stadt um Bourbon und Royal Street.

Wer glaubt, im Vieux Carré träte die französische Vergangenheit der Stadt zutage, irrt gewaltig. Die französische Komponente mag zwar die Stadt und ihre Bewohner bis heute prägen, was Sprache und Lebensweise angeht, doch das architektonische Erscheinungsbild ist insgesamt eher spanisch als französisch. 1788 und 1794 zerstörten große Brände viel von der Originalbausubstanz und das anschließende Wiederaufbauprogramm fiel in eine Epoche spanischer Herrschaft, entsprechend ist der Baustil. Korrekt müsste das French Quarter demnach auch „Spanish Quarter“ heißen.

Sein besonderes Flair erhält das Viertel durch die kaum 4000 Vieux-Carré-Bewohner unterschiedlicher sozialer Schichten, Rassen und Herkunft – ausgerissene Jugendliche gehören ebenso dazu wie „Quarter-Snobs“, Intellektuelle, Künstler und Alteingesessene. Diese bunte Mischung spürt man besonders jenseits der touristischen Zentren – downriver, etwa östlich der St. Ann Street, wo das French Quarter in ein ruhiges Wohnviertel übergeht.

Öffentlicher Nahverkehr im French Quarter

Das French Quarter wird von Bussen und Bahnen nur am Rand passiert. Es kann mit der Riverfront-Streetcar-Linie (mehrere Haltestellen zwischen Canal St. und French Market) oder mit der Canal bzw. St. Charles Streetcar (Stopps an der Canal St. zwischen Harrah’s Casino/Riverfront und N Rampart/Basin St.) erreicht werden.

Am Nordrand des French Quarter gibt es zudem eine Straßenbahnlinie, die entlang der Rampart St. von der Canal St. (W) Richtung Marigny (Elysian Fields Ave.) im Osten führt, und die Buslinien 8, 55 und 91.

{1} Jackson Square *** [E4]

Der Jackson Square ist das pulsierende Zentrum des French Quarter. Bis in die 1850er-Jahre diente er als Parade- und Aufmarschplatz und hieß deshalb auch Place d’Armes. 1856 wurde der Kern in eine ansehnliche, begrünte und nachts abgesperrte Anlage verwandelt, woran Baroness de Pontalba (–>) maßgeblich beteiligt war.

Hoch zu Ross präsentiert sich in der Mitte des begrünten Platzes Andrew Jackson, Held der Schlacht von New Orleans 1815. Clark Mill fertigte das Bronzestandbild aus 60 Teilen, nachdem er drei Jahre herumexperimentiert hatte. Im Februar 1934 fehlte dann plötzlich der Kopf der Statue, wurde aber wiedergefunden und vorsichtshalber gleich als Kopie in Gips abgegossen.

Die St. Louis Cathedral {2} überragt den Platz und wird wiederum von Cabildo und Presbytère {3} gerahmt. Besonders am Wochenende herrscht rings um den Platz ein buntes Treiben von Besuchern und Einheimischen, Musikgruppen und Künstlern, Wahrsagern und Akrobaten. Die bei Dunkelheit geschlossene Grünanlage im Zentrum gleicht einer Oase der Ruhe und Beschaulichkeit.

Mein Tipp: Kaffeepause

Den Besuch von New Orleans könnte man nicht besser beginnen als mit dem Besuch einer der legendären Institutionen der Stadt, dem Café Du Monde (–>) am Rand des Jackson Square. Bei der Eröffnung 1860 diente es vor allem der Verköstigung der Marktfrauen und Hafenarbeiter, heute genießt man am besten früh am Morgen, dann ohne Warteschlangen und Andrang, eine Portion Beignets – drei puderzuckerbestäubte, frischgebackene, ungefüllte Krapfen – und dazu einen mit Zichorie angereicherten Café au lait.

{2} St. Louis Cathedral ** [E4]

Die St. Louis Cathedral wurde 1794 nach dem zweiten großen Feuer von 1788 erbaut. Finanziert wurde sie von Don Andreas Almonester de Roxas, dessen Grab sich im Inneren befindet. Der Vorgängerbau stammte aus den 1720er-Jahren und von Stadtbaumeister Pauger. Die Kirche, besonders ihre Fassade, durchlief 1851 eine Modernisierung im Greek Revival Style, seither gilt sie als eine der meistfotografierten Kirchen im Land. Als Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese von New Orleans ist sie zugleich eine der wenigen Bastionen des Papstes im ansonsten protestantischen Süden der USA.

Hinter der Kathedrale liegt ein kleiner Park, der St. Anthony’s Garden – ursprünglich ein Duellierplatz –, der von einer der Hauptachsen des French Quarter, der Royal Street {13} begrenzt wird. Die Straße gilt als Mekka der Kunst- und Antiquitätenliebhaber. Östlich der St. Ann Street [E4], wo die Zahl der Geschäfte deutlich abnimmt, fallen konzentriert die für die Stadt so typischen Balkone ins Auge.

Die St. Louis Cathedral am Jackson Square (028no Abb.: mb)

{3} Cabildo und Presbytère *** [E4]

Flankiert wird die St. Louis Cathedral von zwei Bauten, die während der spanischen Epoche die beiden Mächte repräsentierten: die weltliche residierte im Cabildo, dem Sitz des Gouverneurs, und die kirchliche im Presbytère. Heute befinden sich in beiden historischen Bauten sehenswerte Ausstellungen.

Im nördlich der Kirche gelegenen Cabildo, 1795 bis 1799 als Regierungssitz des spanischen Gouverneurs erbaut, befand sich einst die spanische Stadtverwaltung. Nach dem Louisiana Purchase von 1803 diente das Gebäude bis zum Bau der City (Gallier) Hall fünf Jahrzehnte als Rathaus. Mitte des 19. Jh. wurde das Cabildo auf Wunsch der Baroness de Pontalba (–>), der die Wohnbauten um den Jackson Square {1} gehörten, renoviert.

Seit 1908 Teil des Louisiana State Museum befindet sich heute in dem Gebäude ein vielseitiges und gut aufgemachtes historisches Museum. Es zeigt Exponate aller Art und Schautafeln von der Zeit der Ureinwohner über die Eroberung und Kolonisation bis zur Rekonstruktionsphase nach dem Bürgerkrieg in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Besonders den militärischen Auseinandersetzungen – wie der Battle of New Orleans, dem Mexican und dem Civil War – und dem kulturell-ethnischen Aspekt (Leben in der Stadt und auf dem Land) wird viel Platz eingeräumt.

Ausgestellt sind überdies Gemälde, besonders Porträts großer Persönlichkeiten v. a. des 18. Jh., und außerdem die Totenmaske Napoleons. Insgesamt trägt eine gute Mischung aus Relikten, kurzen Texten, Grafiken, Karten, Bildern, Kurzvideos und Modellen dazu bei, dass der Besucher einen kurzweiligen Einblick in die Geschichte der Stadt und der Region erhält. Von der Flaggengalerie (10 Flaggen wehten schon in New Orleans!) bietet sich zudem ein guter Ausblick auf den Jackson Square. Im dem Museum angegliederten Arsenal, 1839 als Waffenlager und Gefängnis entstanden, gibt es Wechselausstellungen zu sehen.

Das östlich der Kirche, ebenfalls an der Nordseite des Platzes stehende Presbytère wurde 1791 als Gegenstück zum Cabildo und Sitz der katholischen Diözese geplant, aber erst über 20 Jahre später fertiggestellt. 1853 gelangte das Gebäude in den Besitz der Stadt und diente bis 1911 als „Casa Curial“ (Gerichtsgebäude). Heute ist der Bau ebenfalls Teil des Louisiana State Museum. Im Erdgeschoss befindet sich die sehenswerte Ausstellung „Living with Hurricanes: Katrina & Beyond,“ die sich eindrucksvoll mit den Ereignissen vor, während und nach den Hurricanes Katrina und Rita im Herbst 2005 beschäftigt.

Im Obergeschoss lohnt sich eine Mardi-Gras-Dauerausstellung. Sie gibt einen Überblick über die Geschichte des Karnevals und die besonderen Gepflogenheiten in New Orleans. Mittels Kostümen, Masken, Filmen, Hörstationen, Modellen und Nachbauten werden Bälle und Paraden, verschiedene Gesellschaften und Rituale erklärt. Auch den ganz andersartigen Karnevalsbräuchen im Cajun Country ist eine eigene Abteilung gewidmet.

Zum Louisiana State Museum gehören außerdem die Old U.S. Mint {17} mit dem Jazz Museum, ein Teil der Pontalba Buildings {4} (1850 House) sowie Madame John’s Legacy {12}.

> Cabildo/Presbytère, 701 und 751 Chartres St., http://louisianastatemuseum.org, Di.–So. 9–16 Uhr, je $ 10/7

Mein Tipp: Buchladen für Literaturfreunde

Die schmale Gasse, die zwischen Cabildo und St. Louis Cathedral zur Royal St. führt, die Pirate’s Alley, ist in Literaturkreisen berühmt: Im Haus Nr. 624 verbrachte einer der berühmtesten Schriftsteller des Südens, William Faulkner, einige Jahre seines Lebens. Heute lädt hier der kleine Buchladen Faulkner House Books (–>) zum Schmökern ein.

{4} Pontalba Buildings ** [F4]

Die den Jackson Square {1} im Osten und Westen flankierenden Pontalba Buildings ließ Micaela Almonester Baroness de Pontalba 1849 bis 1851 nach Plänen der damaligen „Stararchitekten“ James Gallier Sen., Henry Howard sowie Samuel Stewart auf dem von ihrem Vater Don Andres Almonester geerbten Land erbauen. Die emanzipierte Baroness hatte sich zuvor – trotz ihrer sieben Kinder – von ihrem Ehemann getrennt und Frankreich verlassen, um ihr Erbe in Besitz zu nehmen. Die selbstbewusste Dame ließ dabei auch gleich den Place d’Armes (Jackson Square) nach französischem Vorbild umgestalten und setzte alles daran, den alten Teil der Stadt als Sitz alteingesessener Kreolen-Familien zu erhalten.

Am Jackson Square entstanden zwei Reihenhausblocks mit jeweils vier Stockwerken: Ganz oben wohnten die Sklaven und im Erdgeschoss befanden sich Läden, modern mit Schaufenstern und Zypressenholzfußböden eingerichtet und ohne Verbindung zu den darüberliegenden zwei Wohnetagen. Erstmals wurden bei den Bauarbeiten industriell hergestellte Baumaterialien verwendet. Die fortschrittliche Innenausstattung mit Gasleitung, Wasserversorgung und WCs sowie separaten Klingeln sorgte dafür, dass diese Wohnungen bald zur feinsten Adresse der Stadt wurden.

1955 wurden während einer Renovierung einige Räume mit zeitgenössischen Möbeln der 1850er-Jahre ausgestattet und zur Besichtigung freigegeben. Zu besuchen ist das 1850 House im Lower Pontalba Building. Hier vermittelt die ehemalige Wohnung des Ehepaares A. A. und Isaac Sovia einen guten Eindruck vom Luxus der einstigen Mietshäuser. Die Möblierung, teils Rokoko, teils gotisierend oder im Empirestil, und die Marmorimitationen, z. B. an den Kaminen, spiegeln den geschmackvollen Lebensstil der kreolischen Aristokratie wider.

> Lower Pontalba Building/1850 House, 523 St. Ann St., Di.–So. 9–16 Uhr, $ 5. Ausgangspunkt von Friends of the Cabildo Walking Tours (–>).

{5} New Orleans Pharmacy Museum * [E4]

Vom Jackson Square sind es nur wenige Schritte zum New Orleans Pharmacy Museum. Der erste lizensierte Apotheker der USA, Louis J. Dufilho Jr., eröffnete hier, in einem kreolischen Stadthaus, 1823 eine Apotheke mit Kräutergarten, in der es auch Voodoo-Artikel gab – ein wichtiges Teilgebiet der damaligen Pharmazie.

> 514 Chartres St., Di.–Sa. 10–17 Uhr, $ 10, www.pharmacymuseum.org

{6} Napoleon House * [E5]

Das etwas baufällig wirkende Haus nur wenige Schritte weiter nennt man Napoleon House. 1797 wurde es für Bürgermeister Nicholas Girod erbaut und 1814 mit einem Anbau für den im Exil lebenden Napoleon versehen. Er sollte hier, von einigen ehemaligen Offizieren aus seinem Verbannungsort St. Helena befreit, Zuflucht finden. Allerdings sah Napoleon die Neue Welt nicht mehr, er starb vor dem Eintreffen seiner Befreier. Heute befindet sich hier ein empfehlenswertes Restaurant mit Bar, das berühmt für den Drink „Pimm’s Cup“ und Muffulettas (–>) ist.

> 500 Chartres St., heute Napoleon House Bar & Restaurant, www.napoleonhouse.com, So.–Do. 11–22, Fr./Sa. 11–23 Uhr

{7} Historic New Orleans Collection ** [E4]

In der parallel zur Chartres St. verlaufenden Royal St. liegt die Historic New Orleans Collection, ein Forschungszentrum mit Bibliothek, Archiv, Leseraum, Ausstellungsgalerien und Shop. Sie besteht aus mehreren Gebäuden aus dem 18. Jh., wobei das Merieult House von 1792 den Kernbereich bildet. Jean François Merieult, ein reicher Händler, hatte dieses Haus zwei Jahre vor dem großen Feuer 1794 erbauen lassen und wie durch ein Wunder blieb es unversehrt. Einer Legende nach soll Napoleon der Frau des Besitzers für ihre prächtigen roten Haare einmal ein Schloss in Frankreich geboten haben, da er dem türkischen Sultan eine rote Perücke schuldete.

Zum Gebäudeensemble gehören auch das Counting House von 1794/1795 und die Williams Residence von 1888 am rückwärtigen Ende des Innenhofes. Dieses Wohnhaus der Familie Williams, die in den 1940er-Jahren eingezogen war, ist exquisit ausgestattet. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass das French Quarter wieder zur guten Adresse wurde.

2019 kamen das gegenüberliegende Seignouret-Brucatour Building und ein Anbau dazu. In dem mit LEED-Plakette für ökologisches Bauen ausgezeichneten Komplex befinden sich jetzt ein Welcome Center und Dauerausstellungen zum French Quarter, zur Geschichte und Immigration und auch zur Kultur, Kunst und Musik der Stadt. Im modernen Tricentennial Wing im Hinterhof werden Sonderaustellungen gezeigt. Ein schöner Museumsladen und ein kleines Café im Innenhof laden ebenfalls zum Besuch ein.

> Merieult House, 533 Royal St., bis auf Weiteres wegen Renovierung geschlossen, dafür Ausstellungen im Seignouret-Brucatour Building, 520 Royal St., www.hnoc.org, Di.–Sa. 9.30–16.30, So. 10.30–16.30 Uhr, $ 5

{8} Bourbon Street * [E4]

„New Orleans kann dir die Leber ruinieren und das Blut vergiften“, schrieb die Krimiautorin Julie Smith einmal – in der Bourbon St. versteht man schlagartig, was sie meint, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Bar reiht sich an Bar, Spelunke an Spelunke und leicht bekleidete Damen versuchen, Kunden anzulocken. Zu den alteingesessenen Kneipen gehört das Old Absinthe House (Nr. 240), 1798 bis 1806 erbaut und seit 1826, lediglich mit einer kurzen Unterbrechung während der Prohibition, kontinuierlich in Betrieb. 1870 wurde hier der berühmt-berüchtigte Absinthe Frappé kreiert.

Exkurs: Gentlemen Pirates

1780 in Südwestfrankreich geboren und in die Westindies ausgewandert, gelangten Jean und sein älterer Bruder PierreLafitte um 1802 ins Louisiana Territory, wo sie unter spanischem Deckmantel ein florierendes Schmuggler- und Pirateriegeschäft betrieben. Ihre Operationsbasis war Grand Terre Island. Die Schmuggelware und das gekaperte Gut wurden von dieser Insel durch die Sumpfregion südlich der Stadt nach New Orleans gebracht.