Reisen mit dem Traktor - Diethard Dr. Friedrich - E-Book

Reisen mit dem Traktor E-Book

Diethard Dr. Friedrich

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Beschreibung

Kurz vor seiner Pensionierung 2002 kauft sich der 79jährige Arzt einen englischen Fordson Traktor, lässt ihn restaurieren und geht damit auf ein- bis zweiwöchige Reisen von Zeven, Landkreis Rotenburg/Wümme, an der Weser, Fulda, dem Neckar entlang bis Heidelberg und Sinsheim zur Traktorama. In den zwei Folgejahren geht es mit der Fähre von Cuxhaven nach Harwich und weiter in Ostengland bis zur Steam-tractor-fair in Strumpshaw bei Norwich, an der er aktiv teilnimmt. Nachdem die BBC von ihm berichtet, kennt ihn jeder in jedem Pub. Während der Reise besucht er hoch interessante Museen, historische Bauwerke und Kirchen, deren Eindrücke er teils ausführlich beschreibt. Aber auch besondere Erlebnisse, wie die mehrfache Überquerung einer Autobahn mit dem Traktor werden geschildert. In den zwei folgenden Jahren beteiligt er sich an der internationalen Großglockner Traktoren WM. Nich nur die Teilnahme, sondern auch die Erlebnisse und Eindrücke auf der Hin-und Rückfahrt werden beschrieben. Bei seiner letzten Fahrt geht es von Salzburg aus über Passau, mit einem Abstecher nach Waldkirchen im Bayerischen Wald über Linz, Melk, Krems, Klosterneuburg bis zum Stephansdom von Wien, mit Erlaubnis der Polizei immer den Fiakern nach. Bei allen Fahrten interessiert sich der Traktorfahrer und Autor für die kulturellen Besonderheiten während der Reise, die auch beschrieben werden ebenso viele seiner Gedanken bei der langsamen Reise in Tempo eines Traktor-Oldtimers. Im Anhang beschreibt er die schon fortschrittliche Entwicklung dampfgetriebener Pkw und Lkw und zusammenfassend die Geschichte der Fordson Traktoren.

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Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Diethard Friedrich

Reisen mit dem Traktor

Mit einem Fordson durch Deutschland, nach Ost-England, zum Großglockner und nach Wien

© 2018 Diethard Dr. Friedrich

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-7439-8578-0

Hardcover:

978-3-7439-8579-7

e-Book:

978-3-7439-8580-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Ein Traktor kommt ins Haus

Von Norddeutschland nach Sinsheim über Heidelberg

England, wie es Touristen nicht erleben

England, wie es Touristen nicht erleben

First day

The next day

The third day

The fourth day

The fifth day

The sixth day

The seventh day

The eighth day

Täglich quer über die Autobahn – mit dem Traktor

Zum Pub mit Lokomobilen und Traktoren

Wie schnell fährt ein Fordson Dexta?

Zur Großglockner Traktoren WM 2005

Wieder zur Großglockner WM 2006

Von Salzburg über Passau und Waldkirchen ( Bayerischer Wald) nach Wien.

Anhang:

Dampfgetriebene Straßenfahrzeuge

Die Historie von Fordson Traktoren

Die Daten meines Fordson Dexta:

Literatur:

Links:

Ein Traktor kommt ins Haus

Verrückte Ideen soll ich schon als Schüler gehabt haben. Daran hat sich wohl nichts geändert. Als ich mit 62 Jahren in meiner Stadt einen circa 38 jährigen Mann mit einem offenen Traktor mit Vollgas bei strömendem Regen trotz aller Widernisse fröhlich lächelnd über die Kreuzung donnern sah, schlug es bei mir wie ein Blitz ein: Das ist es. Nicht der Luxus, das leise Surren eines BMW Sechszylinders, den ich schon hatte, nicht die mollige Wärme der Sitzheizung, nicht das automatische Wischen des durch einen Regensensor gesteuerten Scheibenwischers.

Doch erst einmal musste dieser Blitzgedanke reifen. So vergingen viele Wochen und Monate. Mehr und mehr achtete ich dann doch auf die Schlepper. Davon gab es genug. Schätzungsweise an die Zehntausend in meinem Landkreis. Wohne ich doch sehr ländlich. Doch was kosten diese riesigen Maschinen? Oft mehr als ein halbes Haus. Da lächelt man nicht mehr, auch nicht bei Regen. Warum nicht so einen kleinen schnuckeligen Traktor, mit dem die Stadtverwaltung die Gehwege säubert? Wie sehen die von innen aus, wie sind sie zu bedienen? Plötzlich sah ich so einen auf dem Bürgersteig, natürlich in Gegenrichtung. Also, Kehrtwendung mit meinem Sechszylinder und hinterhergefahren. Ganz schön schnell sind sie, diese kleinen wendigen Fahruntersätze. Eingeholt. Doch ich konnte nicht einfach mein Auto anhalten, aussteigen und den Traktor stoppen. Da, der Friedhof, die vielen heruntergefallenen Äste. Dort konnte er nicht vorbeifahren, dort musste er anhalten. Freundlich beantwortete der Gemeindebedienstete mit seinem orangenfarbenen Anzug meine Fragen. Ein Kleintraktor vom Feinsten. Mehr Technik als in meinem Sechszylinder mit Ledersitzen. Nein, das war es auch nicht. Schließlich konnte man sich für dessen Preis schon einen guten Mittelklassewagen kaufen. Also weitergesucht. Irgendetwas würde sich schon ergeben. Inzwischen hatte ich gelernt, dass ein PS eines Traktors mindestens 500 Euro kostet. Was mochten nur diese riesigen Apparate kosten, die fast täglich mit mannshohen Reifen und 30.000 Liter Gülle im Tank an mir vorbeizogen? Ich mochte es nicht nachrechnen. Jedenfalls kam ich zu dem Schluss, dass die flüssige Hinterlassenschaft der Schweine und Kühe wohl ein sehr wertvolles Gut sein müsste, wenn man diese in so teuren Vehikeln auf dem Feld verbreitet, damit dieses mehr Nitrat erhält und gleichzeitig das Nitrit des Trinkwassers steigt. Hatte ich nicht irgendwo Wasserschutzgebiet gelesen? Naja, damit waren wohl nur die Tanks mit Benzin, Heizöl und ähnlichem gemeint, tröstete ich mich.

Aus irgendeinem Grund fuhr ich in die Richtung „Altes Land“. Plötzlich am Straßenrand etwas Blaues. So ein Blau konnte man einfach nicht übersehen. „Enzianblau“. Und an dem Blau war etwas, ein kleines weißes Schild und darauf stand: Zu verkaufen. Ein älterer Traktor. Das erkannte auch ich als Laie. Vielleicht dreißig, vielleicht fünfzig Jahre? Keine Ahnung. Fordson stand auf der Kühlerhaube geprägt. Nie gehört und nie gesehen. Aber hübsch mit seinen kleinen mittigen Scheinwerfern, die mich groß ansahen. Also, rein ins Haus und gefragt. Nein, der Mann sei noch zur Arbeit, aber ich könne abends gern einmal anrufen. Viele hätten schon gefragt, aber den angegebenen Preis müsse man schon erzielen. Danke, ich melde mich am Abend.

Wir wurden uns schnell handelseinig. Er sei ein gelernter Kraftfahrzeugmechaniker. Den Traktor hätte er vom Nachbarn im völlig verwahrlosten Zustand erhalten. Hier die Bilder. Kaum zu glauben, dass dieses nun enzianblaue Gefährt mal so ausgesehen hatte. Viele, viele Stunden habe er investiert, in tausend Teile habe er ihn zerlegt. Der Nachbar habe mindestens zehn Stück von diesen Traktoren, die meisten nicht restauriert. Aber der hätte viel Ahnung und ihm dabei geholfen. Ich glaubte es ihm. Später lernte ich seinen Nachbarn kennen. Ein sehr freundlicher absoluter Fordson Fanatiker. Wenn man ihn blau anmalte, hätte er die gleiche freundliche Ausstrahlung wie seine Fordson-Trecker.

Doch da war noch die Probefahrt. Es war fast 35 Jahre her, dass ich im Ernteeinsatz als Student einen McCormick gefahren hatte. Damals musste man noch den Weizen oder Roggen anmähen, die Garbe binden und später mit einem Schwung auf den Wagen hieven. Das machte Durst. Nachdem also die Erntewagen in der Scheune waren, wir uns am Wassertrog mit kaltem Wasser gereinigt hatten, den McCormick geschnappt und im schnellsten Gang zur nächsten Tränke. Die hieß „Hein“ und war männlich und wohnte im Nachbardorf. Sechs Höfe, und davon einer mit Kneipe. Außer Beerdigungen und Hochzeiten war eigentlich wenig los. Und so freute sich Hein immer, wenn jemand mitten in der Woche kam. Konnte er doch so als freundlicher Gastwirt mal einen ausgeben. Meta, seine Frau, mochte das nicht so gern. Irgendwie hatte Hein am Ende des Abends immer Schwierigkeiten mit der Rechnung. Und damit er nicht jedes Mal hinter der Theke mit der Flasche herkommen musste, um den Gästen einen einzuschenken, war es doch viel einfacher, sich mit dazuzusetzen, die Flasche wuchtig auf den Tisch gedonnert. Irgendwann kam auch Meta, immer etwas zeternd. Das Hauptgewitter bekam Hein ab. Das störte ihn aber nicht. Immerhin hatte er so wieder seinen Pegel erreicht. Er schüttelte sich nur wie ein Hund nach einem Regenguss. Meta meinte, so könnten wir unmöglich wieder zurückfahren, und kochte uns einen riesengroßen Pott mit Kaffee, als wolle sie auch ihre gute mütterliche Seite zeigen. Meta hatte Recht. Aber sie kannte dann doch nicht unseren McCormick Schlepper. Der hatte einen Kriechgang. Bei der Ernte legten wir diesen immer ein, stiegen vom fahrenden Traktor ab und halfen beim Beladen des Hängers. Meta, wir fahren, erklärten wir lallend. Den Kriechgang eingelegt und langsamer als im Schritttempo ging es unter lautem Absingen sämtlicher Lieder, die man tunlichst nicht in der Kirche singt, immer stracks durch die Heide Richtung eigene Schlafstatt. Woher der Trecker den Weg wusste? Keine Ahnung. Jedenfalls nahm er immer den kürzesten und dabei auch Büsche und im Wege stehende kleinere Birken einfach mit. Komisch, dass er bei den vielen Gräben nicht einmal umkippte. Einfach Glück gehabt? Einen Abrollbügel, wie es heute Vorschrift ist, kannte man damals nicht.

Was hat das alles nun mit der Probefahrt zu tun? Nun, ob auf nassem, aufgeweichtem Felde mit zwei beladenen schweren Hängern oder abends voll von friesischem Landwein, es gab keine Situation, dass wir einen Traktor nicht in Bewegung gebracht hätten. Mit einem Traktor zu fahren, hatte ich als Student gelernt.

Doch zurück zur Probefahrt. Warum auch in anderen Kulturen ein plötzlich eintretender Rückenschmerz als Hexenschuss bezeichnet wird, weiß ich nicht. Die Probefahrt war vereinbart und mich hatte die Hexe zielgerecht getroffen, voll. An Traktorfahren war nicht zu denken. Was nun? Zum Glück wohne ich ländlich. Da gab es doch einen alten Freund im Nachbardorf, der hatte schon als Dreijähriger auf Opas Traktor gesessen und als Zwölfjähriger die ersten Ackerfurchen selbst gezogen. Inzwischen war er Rentner wegen seiner Hüfte. Aber Schlepper testen, das müsste er eigentlich können. Mühselig quälte ich mich auf den Beifahrersitz auf dem linken Kotflügel und mein Freund mit der kaputten Hüfte gab Gas. Sein Gesicht strahlte. Wir fuhren mühelos 27 Kilometer in der Stunde, getestet mit der Geschwindkeitsmessung an der Ortseinfahrt. Das schaffte sein eigener alter Traktor der Marke Deutz nicht. „Den kannst Du kaufen, der ist in Ordnung“, lachte er. Meine Wirbelsäule knackte auf dem Beifahrersitz. Zwei strahlende Invaliden krabbelten vom Oldtimertraktor herunter. Der Kauf war damit fast perfekt. Nur noch den Rest der Summe bezahlen und den Traktor selbst abholen. Das dauerte dann noch ein paar Wochen wegen der Zielgenauigkeit der Hexe. Schließlich aber brachte meine Frau mich zu meinem Fordson. Sie mochte ihn auch, ich denke wegen der blauen Farbe und irgendwo war ja auch noch weiß, beides die Lieblingsfarben eines skandinavischen Landes. Dass ich dann aber nur zwanzig Minuten später zuhause ankam als sie mit meinem Sechszylinder neuerer Bauart, den mit den Ledersitzen, überraschte sie dann doch. So stand er stolz in der Abendsonne auf meiner Einfahrt.

Irgendwie musste wohl dieses blaue Gefährt doch sehr anziehend sein. Denn es verging kaum eine Stunde, dass mein Nachbar zusammen mit seinem Sohn meine neue Erwerbung fachmännisch untersuchte. „Nein“, hörte ich seinen Sohn sagen, „den hat er bestimmt nicht gekauft. Der versteht doch überhaupt nichts von der Materie“. Das war nicht bös gemeint, denn er hatte ja so Recht. Doch sein Vater erkannte es sofort. „Sieh mal hier, der gehört ihm doch, das Kennzeichen hat seine Initialen“. Ich ging zu ihnen heraus. „Herzlichen Glückwunsch“, meinten die beiden und lächelten. Wo ich denn das Goldstück über Nacht lassen wolle. Meine Frau hatte mich das auch schon gefragt und sich mit der Antwort, es würde sich schon ergeben, schnell zufrieden gegeben. „Du kannst ihn bei mir unterstellen, im Nachbardorf“, bot mir mein Nachbar an. So schnell hatte sich das Problem gelöst. Damit hatte ich auch nicht gerechnet.

Zwei Tage später hatte er mir in einer großen Halle einen Sonderplatz freigeräumt. Doch die Überraschung war groß. Dass mein Nachbar mal einen Traktor mit seinem Sohn restauriert hatte, wusste ich. Dass er aber geradezu vernarrt im Sammeln alter landwirtschaftlicher Geräte und Traktoren war, das erfuhr ich jetzt. Nicht nur alte Traktoren und Anbaugeräte, sondern sogar eine richtige alte Dreschmaschine mit Riemenantrieb, wie ich sie in meiner Kindheit noch kennengelernt hatte, waren ab jetzt die Gesellen meines Fordson. Und was stand in der Halle auf der anderen Seite, nur durch einen Zaun getrennt? Ein McCormick, rot leuchtend im besten Zustand. Es war die gleiche Serie, mit der ich vierzig Jahre früher zu Hein gefahren war und wieder zurück, immer quer durch die Heide. Jetzt war ich es, der strahlte. Da kam auch schon dessen Besitzer. Ein großer, freundlicher, hagerer Mann weit über die Siebzig. Nie im Leben hätte er damit gerechnet, dass ich, der Medizinmann, mir einen Traktor gekauft hätte. Ich solle mir mal seinen kaputten Finger ansehen, davon würde ich wohl mehr verstehen. Er solle den Finger beim Schlafen hoch halten, dann würde er nachts nicht schmerzen. Englische Traktoren verlieren immer Öl, meinte er auf meinen Schlepper sehend. So tauschten wir unsere Erfahrungen aus. Das setzten wir auch später so fort. Stets ein kleiner Plausch, wenn ich meinen Traktor zur Ausfahrt holte. Ihm gehörte dieses ganze große, wunderschöne Anwesen, eine alte, längst stillgelegte Ziegelei.

Zurückgekommen klingelte das Telefon. Meine Nachbarin in der Nebenstraße. Von Beruf war sie eigentlich Lehrerin. Eine kleine sehr lebhafte Frau mit wachen Augen und voller Humor, wie ich später noch mehrfach feststellen konnte. Jetzt war sie vorzeitig pensioniert und kompensierte ihre überschüssige Energie im Verfassen von Schulbüchern und, was ihr niemand zugetraut hatte, mit Motorradfahren. Sie sei mit ihrem Mann, der ebenfalls pensionierter Lehrer war, der gelegentlich einem bekannten Schriftsteller im Archiv half und ebenfalls die Leidenschaft des Motorradfahrens teilte, bei mir vorbeigekommen. Das sei ja einmalig, dieses blaue Wunder vor meiner Haustür. Nicht das übliche Grün, Grau oder Schwarz der anderen Traktoren. Ob ich wüsste, dass es auch in unserem Ort so einen Club der Oldtimerfreunde gäbe. Der hatte so einen langen Namen wie Historisch-Technische- Gemeinschaft. Auch die Abkürzung HTG habe ich mir später nie so richtig merken können. Na, ich wusste es nicht. Aber jedenfalls überredete sie mich sehr schnell, meinen Neuerwerb, dieses blaue Wunder, dann doch auf einer Präsentation dieser Vereinigung vorzustellen.

Eine Woche später fuhr ich dann voller Stolz mit meinem Fordson Anfang Juni zur Ausstellung der HTG. Gleich in der ersten Reihe, vorne an der Straße durfte er stehen. Von einem freundlichen Mann mit blauem T-Shirt und einem unübersehbaren Emblem wurde ich eingewiesen. Ich merkte bald, dass fast alle der früh morgens geschäftig herumlaufenden Männer dieses T-Shirt trugen. Das war also gewissermaßen das Parteiabzeichen. Eigentlich hatte ich etwas gegen eine Uniformität. Aber irgendwie gehört es dann doch dazu. So dauerte es nur ein paar Wochen, war ich Mitglied dieser honorigen Vereinigung geworden und trug eben auch dieses besagte blaue T-Shirt mit dem Emblem. Eigentlich passte es mir überhaupt nicht. Diese T-Shirts, die gerade Mode sind, sind für schlanke, junge Burschen und für junge Mädchen geeignet. Nassgeschwitzt auf dem Bauch eines etwas übergewichtigen, älteren Mannes wirken sie doch ein bisschen lächerlich. Also schaffte ich mir eine Weste an. Vorn war Fordson zu lesen und auf dem Rückenteil ein farbiges Emblem mit der Aufschrift „Fordson farming“. Damit konnte ich dann meinen nicht so gutförmigen Oberkörper im T-Shirt etwas bedecken. Eigentlich hatte ich ja von der Landwirtschaft, sprich farming, keine Ahnung. Doch mehr und mehr fachsimpelte ich wie ein Politiker über Dinge, von denen ich in Wahrheit herzlich wenig verstand. Worte wie Dreipunktaufhängung, Regelhydraulik, Vorglühen und ähnliche gingen mir sehr bald fließend über die Lippen. Also, diese erste Präsentation machte doch sehr viel Spaß und Freude. Stolz beantwortete ich die vielen Fragen der Besucher zu meinem Traktor. Nein, ich hätte ihn nicht so schön restauriert, das könne ich nicht. Ja, die blaue Farbe sei original und echt. Nein, Rückenschmerzen bekäme man nicht beim Fahren und meine Frau hätte auch Freude an meinem neuen Hobby. Der Tag verflog in Windeseile.