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Dieser zweite Teil der Trilogie einer Lebensgeschichte einer Gynäkologen behandelt seine Ausbildung, seine Erfahrungen und zahlreichen Erlebnisse an finnischen großen Kliniken. Auf die finnische Sprache wird eingegangen ebenso auf deren Verhältnis zum Alkohol und wie man ein Grundstück für ein Sommerhaus erwirbt. Auf vielen Seiten wird die Geschichte finnischer Städte aufgezeigt.
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Seitenzahl: 252
Veröffentlichungsjahr: 2017
Diethard Dr. Friedrich
Glücklich in Finnland
© 2017 Diethard Dr. Friedrich
Verlag und Druck: tredition GmbH,
Halenreie 40-44,
22359 Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7439-7366-4
Hardcover:
978-3-7439-7575-0
E-book:
978-3-7439-7697-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Die alten, von meiner Mutter geerbten Möbel konnte ich aufgrund einer Kleinanzeige in Hamburg gut verkaufen. Einige alte Gläser, die ich heute vermisse, nahm ein Trödelhändler. Aber als Junggeselle, nun ohne festen Wohnsitz, war ich gezwungen, mein Hab und Gut zu verkleinern. Zwei Bücherkisten bekam mein Freund Willi zur Aufbewahrung. Zwei alte Sessel und andere Sachen, die schon vom Sperrmülltag stammten, kamen auch wieder dorthin. Das geschundene Klavier, ein IBACH, verschenkte ich an einen Vater, dessen Tochter vor Freude strahlte. Meine persönlichen Kleider und das kleine Akkordeon Hohner Student 4, was mich seit meinem achten Lebensjahr begleitet hatte, kamen in meinen klapprigen DKW mit Zweitakter-Motor. Verabschiedet hatte ich mich schon an den Vortagen. Und auf ging es Anfang Juni 1969 nach Travemünde. Dort wartete das alte Fährschiff, die Finnhansa am Skandinavien Kai. Die Reederei der Finnlines war damals noch im finnischen Besitz. Die Finnhansa war ein für heutige Verhältnisse kleineres Passagierschiff, das im Wechsel mit der Finnpartner den Fährdienst hauptsächlich für Touristen, Geschäftsleute und LKW-Transport übernahm. Container wurden damals noch nicht befördert. Die Kabinen waren großräumig, die Unterhaltung an Bord ebenso wie die Mahlzeiten gut. Im Gegensatz zu heute dauerte die Reise nicht nur 26 Stunden, sondern zweieinhalb Tage und war ein richtiges Erlebnis. Nachdem ich mich in meiner Kabine eingerichtet hatte, ging ich an Deck, um bei der Ausfahrt auf der Trave noch einen Blick auf Travemünde mit seiner alten Kirche, den alten kleinen Leuchtturm und schließlich auf das hohe, von See her kilometerweit sichtbare Maritim-Gebäude direkt am Strand und auf die Leuchtboje an der Travemündung zu werfen. Heimweh hatte ich nicht. Doch ich spürte, dass nun ein neuer Lebensabschnitt begann.
Nach einem kleinen Erholungsschlaf bestellte ich mir einen Drink, suchte mir einen Fensterplatz im Aufenthaltsraum und schlug meine kleinen Lehrbücher der finnischen Sprache auf. Um diese überhaupt in einer Buchhandlung Hamburgs zu finden, hatte ich viel Zeit benötigt, denn sie waren nirgendwo erhältlich. Nur nach mühseligem Suchen fand ich schließlich ein kleines Lehrbuch für Deutsch-Finnisch, das in der damaligen DDR gedruckt worden war. Schließlich fand ich noch ein etwas größeres Sprachlehrbuch in Englisch-Finnisch. Das zu lesen, war am Anfang etwas schwierig und gewöhnungsbedürftig. Auf der anderen Seite lernte ich so auch gleich etwas mehr die englische Sprache. Aber trotz aller sprachlichen Vorbereitungen, waren meine Kenntnisse im Finnischen bei meiner Ankunft minimal Als ich nachmittags mit meinem kleinen Lehrbuch der finnischen Sprache in der Hand einen Kaffee trank, setzte sich ein sehr freundlicher älterer Herr an meinen Tisch, der sehr gut Deutsch sprach und sich im Laufe des Gespräches sehr ausführlich nach dem Grund meiner Reise erkundigte. Dabei berichtete ich ihm, dass ich als Stipendiat für eine begrenzte Zeit an die Frauenklinik in Helsinki ginge. Als wir uns verabschiedeten, betonte er, dass er bereit sei, mir gern zu helfen, wenn ich beruflich Schwierigkeiten hätte. Dabei gab er mir seine Visitenkarte. Erst später begriff ich, wer denn dieser Herr war. Es handelte sich um den in Finnland wohlbekannten und einflussreichen Professor Leo Noro, der als Präsident der Ärztekammer Finnlands deren Geschicke viele Jahre gelenkt hatte. Gut, im Hintergrund eine solche Adresse zu haben. Allerdings ging er bald darauf in Pension. Am dritten Tag meiner Schiffsreise ging ich morgens extra früh zum Frühstücksbufett, um rechtzeitig die Einfahrt nach Helsinki durch die Schären zu erleben, vorbei an den größeren Inseln mit der Festung Suomenlinna und den kleineren Inseln bis zu den beiden Kais Olympialaituri und Magasiinilaituri direkt vor der Markthalle im Südhafen Eteläsatama. Hier im Südhafen, direkt vor dem großen Marktplatz mit dem Haus des Präsidenten wurden früher sämtliche Passagierschiffe abgefertigt. Heute nur noch zum Teil ebenso wie auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens am Katajannoka. Heute kommen nicht nur die Frachtschiffe, sondern auch die Passagierschiffe aus Deutschland leider am Industriehafen Vuosaari weit außerhalb der Stadt an. Aber neben diesen kleinen und großen Inseln gibt es noch viele kleine namenlose Inseln, die man eher als Felsenansammlung im Meer bezeichnen kann, die nur für den Schiffverkehr markiert sind. Die größte Insel Suomenlinna, auch Viapori in der finnischen Sprache genannt, liegt direkt nur wenige Meter von der Fahrrinne entfernt. Die Passagiere wundern sich jedes Mal, dass die finnischen Kapitäne ihre so großen Schiffe überhaupt durch eine so kleine Fahrrinne so dicht an den Inseln vorbei manövrieren können. Die große Festungsanlage Suomenlinna wurde 1748 im Zusammenhang mit anderen Verteidigungsmaßnahmen wie in Lovisa von den Schweden gebaut, nachdem sie große Teile Finnlands wenige Jahre zuvor an die Russen verloren hatten. Der schwedische Baumeister Ehrensvärd richtete sich dabei nach französischen Vorbildern, die er auf originelle Weise veränderte. Die Architektur der Fassaden der Kasernen und der Festungstore zeigen Elemente des Barocks. Die Zwiebeltürme der später durch die Russen im neunzehnten Jahrhundert erbauten orthodoxen Kirche wurden 1918 wieder abgebaut, als die Kirche lutherisch wurde. Die Festung Suomenlinna gehört seit 1991 zum UNESCO- Welterbe. Auf der kleinen Insel Valkosaari, die fast im Hafen liegt, gibt es ein sehr nettes Sommerrestaurant, wo man nicht nur gut essen sondern auch nach der Musik eines kleinen Orchesters, das nur typische finnische Schlager spielt, tanzen kann. Ein kleines Fährboot transportiert die Gäste vom Südhafen hin und her.
Nach nur kurzer Inspektion meines Autos bekam ich einen Einreisestempel in meinen deutschen Pass und konnte meine Fahrt in Richtung Naistenklinikka (Frauenklinik) fortsetzen. Schwierigkeiten beim Fahren hatte ich nicht, da mir die Stadt für Hamburger Verhältnisse fast menschenleer vorkam. Meine Ankunft war nur gut eine Woche vor Mittsommer, wenn alle Skandinavier, man kann auch sagen halb Finnland, hinaus aufs Land fahren, um ihr Sommerhaus auf die bevorstehende Feier vorzubereiten. Ich meldete mich bei Professor Vara an, der in einem Nebenhaus der Klinik wohnte, und wurde herzlich begrüßt. Nach einem kleinen Plausch zur Anreise und einem Telefonat holte mich die Oberschwester in dunkelblauer Schwesternkleidung persönlich ab und zeigte mir mein Zimmer für die erste Nacht im Fornix, einem Anbau der Frauenklinik. Dort kam ich mir nicht fremd vor, da ich ein paar Jahre zuvor dort schon einmal bei einem Besuch der Hamburger Frauenklinik übernachtet hatte. Mein Auto entlud ich aber nicht, da man mir gesagt hatte, dass ich am Folgetage in mein endgültiges Zimmer ziehen sollte. Das war aber dann zu meiner Überraschung eine große, leerstehende Wohnung in einem Nebengebäude der Klinik, in der man mir ein Zimmer möbliert hatte. Obwohl ich ja nur für ein halbes Jahr nach Finnland gekommen war, sollte diese Wohnung für die nächsten 15 Monate mein Zuhause werden.
Auch wenn Finnland heute zur Europäischen Union gehört, kennen viele Menschen Finnland nicht und wissen nichts über dessen Geschichte. Das erging mir genauso, bis ich 1964 von Professor Thomsen von der Universitäts-Frauenklinik in Hamburg- Eppendorf den Auftrag bekam, ein Programm für eine größere Gruppe von finnischen Dozenten unter der Leitung von Prof. Vara mit seinen Studenten zu entwickeln. Zwei Semester später kam es dann zu einem Gegenbesuch. Von beidem habe ich im ersten Teil meiner Erinnerungen berichtet. Nun musste ich mich über Finnland genauer informieren.
Finnland ist mit seinen 338.000 qkm das östlichste Land Skandinaviens. Mit seiner Lage zwischen dem 60. und 70. Breitengrad zählt es auch zu den nördlichsten Ländern der Erde. Im Norden grenzt es mit kürzerer Grenze an Schweden und Norwegen und im Osten mit weit über 1200 km an Russland. Ursprünglich gab es bis zum Ladogasee, also weit in das heutige Russland hinein, eine finnisch sprechende Bevölkerung. Im Südwesten liegen die autonomen Aland-Inseln Finnlands, deren Bevölkerung schwedisch spricht. Es ist ein zweisprachiges Land aufgrund seiner Zugehörigkeit zu Schweden bis zum Jahre 1809. Zu etwa 93 Prozent wird finnisch und zu etwa 6 Prozent heute noch schwedisch gesprochen. Der Rest spricht samisch, die Sprache der Lappen mit etwa 2000 oder russisch von ca. 20.000 Sprechern. Auch tatarisch sprechen etwa 1000 Bürger. Rund 6000 Sinti und Roma sprechen ihre Sprache. Die offiziellen Amtssprachen sind finnisch und schwedisch, was meist an den Küsten und auf den Inseln des Bottnischen Meerbusens verbreitet ist. Jeder hat das Recht, in seiner Muttersprache bzw. in den beiden Amtssprachen in Krankenhäusern oder bei Ämtern gehört zu werden. Wenn man wissen will, ob in einem Ort oder einer Region mehr schwedisch oder finnisch gesprochen wird, sollte man auf die Straßenbezeichnungen achten. Die Sprache, die mehrheitlich in einer Region gesprochen wird, steht oben und darunter die der Minderheit. Heißt also die Poststraße „postikatu“ oben und darunter „postgatan“ unten, sind die schwedisch Sprechenden in der Minderheit. Dies wird konsequent durchgeführt. So muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn ich in Helsinki am Hauptpostamt oben am First in meterhohen Lettern auf Schwedisch „Post“ lese und dann dort daneben „ Posti“ auf Finnisch für die, die es immer noch nicht kapiert haben.
Finnisch wird zu der finnisch-ugrischen Sprachfamilie gezählt. Östlich des Urals gibt es noch viele Völker dieser Sprachgruppe. Insgesamt werden ca. 25 Millionen Menschen zu dieser Sprachfamilie gezählt. Man weiß heute, dass durch die unterschiedlichsten Kontakte schon sehr früh indogermanische Ausdrücke in diese Sprachen gekommen sind. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie sehr viele Suffixe und Postpositionen haben. So heißt es im Finnischen nicht „im Haus“, sondern „Haus im“ (talo- Haus; talo/ssa-). Auch kennen alle Sprachen kein grammatikalisches Geschlecht und keine Zukunft. Also müssen sie das Futur auf Umwegen zum Ausdruck bringen. Auch ein Wort für „haben“ kennt man nicht. Stattdessen sagt man „mir ist“ oder eine ähnliche Wortkonstruktion. Wovor die meisten Nichtfinnen Angst haben, sind die Unmengen an „Fällen“ oder besser Kasus. Um es noch ein wenig komplizierter zu machen, verändern diese Sprecher wie die Finnen bei einer Verneinung oder Negation nicht das Verb, sondern das Subjekt. Das Verb mennä heißt gehen im Infinitiv. „Ich gehe nicht“ heißt dann en mene, „du gehst nicht“ heißt et mene „ er geht nicht“ ei mene und so weiter. Auffällig ist auch die hohe Anzahl an Vokalen und Diphthongen, die häufig auch noch verdoppelt werden. Finnen haben Schwierigkeiten, zwei aufeinanderfolgende Konsonanten auszusprechen. Den Namen Kristina sprechen sie beispielsweise mit „Ristina“ aus. Nun soll man ob so einer großen Vielfalt keinen Schreck bekommen. Die Sprache ist durchaus erlernbar, denn ist in vielen Dingen sehr logisch. Ausgesprochen wird die Sprache, wie sie geschrieben steht.
Doch zurück zur Geschichte Finnlands, das erstmalig 1155 von den Schweden erobert wurde. Schließlich wurde es im Jahr 1284 schwedisches Herzogtum. Die Finnen aber durften sich seit 1362 an der schwedischen Königswahl beteiligen. Anfang des 16. Jahrhunderts breitete sich auch In Finnland die Reformation aus. Hauptinitiator war Michael Agricola, der in Wittenberg bei Luther studiert hatte und 1544 die Übersetzung der Bibel in finnischer Sprache herausbrachte. Dies war ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der finnischen Sprache. 1581 wurde Finnland schwedisches Großfürstentum. Aber auch der große Nachbar im Osten zeigte Interesse an Finnland. So wurde in mehrfachen Fehden zwischen dem schwedischen und dem russischen Reich die Ostgrenze hin- und hergeschoben. Schließlich wurde 1809 Finnland ein Großherzogtum des russischen Reiches, aber mit größerer Selbstständigkeit als das schwedische Reich jemals gewährt hatte. Schon 1906 wurde im Zuge einer Parlamentsreform das allgemeine aktive und passive Wahlrecht auch für Frauen eingeführt. Als 1917 in Russland die Oktoberevolution begann, erklärte Finnland seine Unabhängigkeit und führte die Staatsform der Monarchie ein. Ein deutscher Prinz sollte König werden, der aber diese Position nie angetreten ist. Denn diese Staatsform währte nicht lange. Es kam zum Bürgerkrieg und Finnland wurde 1919 eine Republik. Später kam es von 1939 bis 1940 zum sogenannten Winterkrieg mit Russland und danach noch einmal von 1941 bis 1944 Mitglied der Vereinten Nationen wurde es 1955 und der UNESCO 1956. Seit 1995 gehört Finnland zur Europäischen Union. In diesem Land, was man größenmäßig mit der alten Bundesrepublik Deutschland vergleichen kann, leben heute 5,2 Millionen Einwohner, von denen heute 500.000 in der Hauptstadt Helsinki im Süden wohnen. Die wenigen größeren Städte sind schnell aufgezählt wie die älteste Stadt Turku im Südwesten Finnlands, Tampere, die Industriestadt, Jyväskylä und Kuopio in der Mitte, Joensuu und Lappeenranta im Osten und Oulu im Norden. Selbst solche bekannten Orte wie Kemi und Rovanniemi haben nur relativ wenige Einwohner
Der Komplex der Universitätskliniken Meilahti liegt im Nordwesten der Stadt etwa 3 bis 4 km vom Stadtzentrum entfernt von einer Meeresbucht nur durch eine Straße getrennt und unweit der bekannten Museumsinsel Seurasaari. Die Universitäts-Kliniken, die sämtliche medizinischen Fakultäten beherbergen, wurden nach den modernsten Erkenntnissen nach dem letzten Weltkrieg gebaut unter Einbezug des älteren Gebäudes der Frauenklinik. Unter dem großen Gebäudekomplex befinden sich bis zu hundert Meter tief in den Felsen geschlagene, riesige Räume, in denen ein Großteil der Bevölkerung Helsinkis im Falle eines Atomkrieges sicher untergebracht werden könnte. Sämtliche Kliniken sind unterirdisch durch Tunnel verbunden, die auch mit kleinen Transportautos befahren werden. Diese Tunnel findet man aber auch wegen der winterlichen Wetterverhältnisse häufig nicht nur in Kliniken. Auch Parkräume für Autos können tief im Felsen liegen. Die Frauenklinik als älteres Gebäude hat zwar keinen Schutzkeller, aber eine Tunnelverbindung zu den anderen Kliniken und, wie kann es in Finnland anders sein, eine mit Holz zu beheizende Sauna. Doch davon soll auch noch später berichtet werden.
Von meiner neuen Wohnung im Seitentrakt der Frauenklinik waren es nur wenige Schritte durch zwei Türen, um zum Vorraum des Sekretariats von Professor Vara zu gelangen. In diesem saalartigen Vorraum grüßten von den Wänden die gut gerahmten Portraits der emeritierten Klinikchefs. Bis heute ist es in der Frauenklinik von Helsinki üblich, zur Verabschiedung eines leitenden Arztes ein Portrait des Chefs oder der Chefin von einem renommierten Maler anfertigen zu lassen. Die Kosten werden durch die Spenden der untergeordneten Ärzte, deren Lehrer oder sie gewesen ist, gedeckt. Die Spender erhalten dann später eine Fotokopie in Kleinformat mit einer Widmung. Freundlich nahm mich die viersprachige Sekretärin in Empfang. Als Chefsekretärin eines Professors mit internationalen Verbindungen gehörte die Sprachenvielfalt dazu. Noch ein paar nette Worte mit meinem Gönner. Dann stellte mir ein jüngerer Kollege die ganze Klinik vor.
Die etwa hundertjährige Frauenklinik, Teil der Universitätskliniken Meilahti, ist die zweitgrößte Frauenklinik Europas. Die größte Frauenklinik ist in Athen. Die Klinik ist ein zusammenhängendes, vierstöckiges Gebäude mit drei Nebengebäuden, dem „Fornix“ für die Studenten, der Dienstwohnung für den Klinikleiter und einer weiteren Wohnung, wohl für die Familie der leitenden Oberschwester. Diese Räumlichkeiten wurden aber nicht genutzt und waren später mein Domizil und das eines anderen Kollegen. Über den Räumen die Poliklinik, in der jährlich bis zu einhunderttausend Patienten behandelt werden, liegen in mehreren Stockwerken die einzelnen Stationen, von denen es rund zwanzig gibt. Neben den Abteilungen für Radiologie, Pathologie mit Histologie sowie Endokrinologie und der Laborabteilung im allerobersten Stock gab es noch den früher integrierten Operationstrakt und die Kreißsäle für etwa achttausend Entbindungen pro Jahr. Beides, Operationssäle und Kreißsaal Trakt, wurden während meiner Zeit neu gebaut. Die Eröffnung durfte ich miterleben. Sie waren das Modernste, was es in Europa zu der Zeit gab. Das hatte zur Folge, dass wir ständig nicht nur Besucher aus europäischen Ländern, sondern auch aus Japan hatten. Während es noch im alten Gebäude einen richtigen Entbindungssaal mit bis zu zwölf Betten gab, waren es nun sehr viele einzelne Räume, zum Teil mit kleinem Neben- und Aufenthaltsraum für den Vater. Außer weiteren Schulungs- und Funktionsräumen gab es auch direkt unmittelbar in dem Komplex eine Intensivstation für Frühgeborene, um einen sofortigen Transport zu vermeiden, obwohl die Kinderklinik in unmittelbarer Nachbarschaft lag. Ein Aufzug führte vom Kreißsaal direkt in einen Operationsraum, der nur für den Kaiserschnitt vorbehalten war.
Als ich 1969 dort anfing, gab es im alten Kliniktrakt im zweiten Stock noch drei Operationssäle, in denen jeweils zwei OP-Tische standen. Außerdem waren daneben noch ein paar Funktionsräume. Man mag es nicht glauben, aber bei zwei der Operationsräume konnte man die Fenster zur Straße Haartmaninkatu weit öffnen. Und da die Sommertage auch in Finnland sehr heiß sein können und da es keine Klimaanlagen gab, öffneten wir sie auch weit. Ein Anstieg der Infektionen war aber nicht zu verzeichnen. Doch mit geöffneten Fenstern war dann in der neuen Abteilung Schluss. Die acht oder zehn großen und weiteren kleinen Räume waren fensterlos. Dort konnte man nicht nur die automatische Klimaanlage nachregulieren, sondern auch von der Schwester während der Operation schon in den siebziger Jahren das passende Radioprogramm sich einstellen lassen, was in Deutschland unmöglich gewesen wäre. Neben einem Vorlesungssaal mit etwa zweihundert Plätzen, wie es sich an einer Uni gehört, gab es auch eine mehrräumige große Bibliothek, die von einer Bibliothekarin verwaltet wurde. In sämtlichen finnischen Krankenhäusern, in denen ich später gearbeitet habe, gab es immer eine große und auch mehrsprachige Bibliothek, die jeder Interessierte auch nachts bei Bedarf betreten konnte. Auf den Stationen, die etwa für dreißig Patientinnen eingerichtet waren, gab es sowohl Zwei- als auch Vierbettzimmer. Je nach Aufgabenbereich arbeiteten auf einer Station in einer Schicht ca. vier Vollschwestern und drei bis vier Hilfsschwestern. Neben der leitenden Stationsschwester hatte auch eine Stationssekretärin, die sich um den ganzen Papierkrieg kümmerte, ihren eigenen Schreibtisch. Die Vollschwestern trugen eine freundliche, hellblaue Berufskleidung und auf dem Kopf ein kleines weißes Häubchen, was man in Deutschland gerade abschaffen wollte. Die Krankenschwestern besaßen ausnahmslos das Abitur und hatten drei Jahre lang eine Fachhochschule besucht. Bei den Hilfsschwestern setzte man einen zweijährigen Besuch der Fachschule voraus. Heute gibt es den Bachelor-oder den Masterabschluss.
Nach diesem Rundgang durch das Haus war es auch Zeit, in die Bibliothek zu gehen, wo sich sämtliche Ärzte regelmäßig ab 11 Uhr morgens zu einem kleinen Brunch und zum fachlichen Gedankenaustausch trafen. Dort fanden dann auch ein bis zwei Stunden später die „Meetings“ zu verschiedenen Themen an jedem einzelnen Tag statt. Hier wurde ich nun allen Ärzten vorgestellt, was am Anfang immer verwirrend ist. Dabei stellte ich aber fest, dass es in der Frauenklinik eigentlich zwei Kliniken gibt, die auch zwei leitende Chefs haben. Warum das so ist, weiß ich bis heute nicht. Aber alle kamen gut miteinander aus und Konkurrenzkampf habe ich dort nie erlebt, auch später nicht. Anschließend gab man mir Zeit, mich um meine organisatorischen Dinge zu kümmern. Am nächsten Tag sollte ich mich auf der Station 6, auf der ich auf meiner Rundtour auch schon kurz war, einfinden. Arbeitsmäßig und rechtlich bekam ich den Status eines Amanuenssi, was in etwa in Deutschland dem eines Praktikanten im klinischen Semester entspricht, nur mit mehr Befugnis und mehr Aufgaben. Doch lang sollte ich das nicht bleiben.
Zwar hatte ich in meinen Pass einen Einreisestempel bekommen. Das reichte aber nicht, denn Finnland war 1969 noch meilenweit davon entfernt, einmal Mitglied der Europäischen Union zu werden. Es gehörte aber zur EFTA. Hierbei handelte es sich um ein Freihandelsabkommen zwischen Österreich, der Schweiz, Portugal, Großbritannien und den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland, was später in Teilen von der EU geschluckt wurde. Es war auch die Zeit des „Kalten Krieges“ und so hatte Finnland nolens volens mit der damaligen Sowjetunion einen Freundschaftsvertrag geschlossen, wie am Hafen auf einem großen Monument gut sichtbar zu lesen war. Aber nicht nur dort gab es Grenzen, sie gab es in ganz Europa. Grenzkontrollen und zum Teil auch Visa waren für mich und meine Generation auch innerhalb Europas völlig normal, auch wenn sie öfters ärgerlich waren. Da ich nun in Finnland offiziell arbeitete und dafür anfangs ein Stipendium bezog, reichte ein Touristenvisum nicht aus. So benötigte ich eine schriftliche Arbeitsgenehmigung. Das hierfür zuständige Amt war in einem Haus in der Annastraße, Annankatu, im ersten Stock. Dort angekommen gab man mir ein großes Formular zum Ausfüllen, aber nur in finnischer und schwedischer Sprache. Als ich den Beamten auf Deutsch und auf Englisch bat, mir beim Ausfüllen behilflich zu sein, stellte dieser sich stur. Von Hilfe konnte bei dieser Ausländerbehörde keine Rede sein, alles andere. So spürte ich am eigenen Leibe zum ersten Mal in meinem Leben, wie man sich fühlt, wenn man nicht die Landessprache spricht und nicht gerade willkommen ist. Also wurschtelte ich mich durch das Formular mit Hilfe der schwedischen Ausdrücke, die ja dem Niederdeutschen ziemlich ähnlich sind. Als ich dann nochmals zu dem Beamten mit dem halb ausgefülltem Formular ging, fuchtelte der nur wild in der Luft herum und versuchte mir irgendetwas zu sagen. Daraufhin hielt ich ihm die in deutscher Sprache geschriebene Einladung von Professor Vara, aber mit dem finnischen Briefkopf der Universitätsfrauenklinik samt Anschrift und Telefonnummer unter die Nase. Das half sofort. Er wählte die Nummer im Briefkopf an, sprach kurz etwas, was ich in Unkenntnis der Sprache nicht verstand, und wurde sofort höflicher und kooperativer. Nicht lange dauerte es und ich bekam meinen Stempel zum Aufenthalt und zur Arbeitserlaubnis. Aber ohne diesen Brief, den ich heute noch in meinen Akten habe, wäre mein Start als Ausländer in Finnland sehr viel schwerer gewesen. Dann ging es zu einer Bank, um ein Konto zu eröffnen. Dort war das ebenfalls nicht sehr einfach, auch weil ich die Sprache nicht verstand. Ohne eine Einzahlung konnte man auch kein Konto eröffnen. Wieder ein großer Papierkrieg, bei dem man mir jedoch half. Während man in Deutschland teils sein Geld in bar ausgezahlt wurde, war in Finnland die Zahlung auf ein Konto obligat. Die Filiale lag nur wenige Meter von der Frauenklinik entfernt.
Rund neun Jahre später bekam ich noch einmal zu spüren, was es heißt, ein Ausländer zu sein. Ich war nach Deutschland zurückgekommen, diesmal nicht als Junggeselle, sondern mit meiner Familie, diesmal mit finnischem Pass, den ich mittlerweile erworben hatte. Wieder ging es um die Arbeitserlaubnis, deren Antrag seitenweise auszufüllen war. Alles diesmal in deutscher und englischer Sprache. Diesmal konnte ich das Formular ohne Schwierigkeiten ausfüllen. Mit der Arbeitserlaubnis war auch die Aufenthaltserlaubnis verbunden, die jährlich, später in größeren Abständen, verlängert werden musste. Doch das war eben nur Papierkrieg. Die Krönung aber war, dass ich, der ich selbst unter anderem auch in Finnland als Amtsarzt tätig gewesen war, bei meinem Arbeitsantritt in Cuxhaven nun selbst samt Familie vom dortigen Amtsarzt vorgeladen wurde, der uns sehr freundlich begrüßte. Nachdem wir alle, meine Frau, meine beiden Kinder und ich, körperlich untersucht worden waren und der Impfschutz, der in Finnland übrigens viel konsequenter durchgeführt wird, abgeglichen war, bat uns der Amtsarzt noch um eine Blutprobe. Als ich ihn dann kollegial fragte, wofür denn diese Untersuchung sein solle, druckste er schamhaft sich entschuldigend herum, die Probe würde auf Syphilis untersucht. Ich lachte nur ob solcher Gründlichkeit und hielt ihm meinen entblößten Arm hin. Einmal Ausländer - immer Ausländer, könnte man sagen.
Seit Finnland zur Europäischen Union gehört und auch den Euro eingeführt hat, gibt es für mich und meine Familie keinerlei Schwierigkeiten mehr. Wir sind Bürger der Union geworden. Nur an der Bundestagswahl dürfen wir nicht teilnehmen, obwohl wir schon viele Jahrzehnte hier leben. Dies sollte für alle EU-Ausländer, die hier ihren ständigen Wohnsitz über Jahrzehnte haben, möglich sein. Obwohl in Pässen der Wohnsitz nicht angegeben wird, bekommen wir weder in Finnland noch in Deutschland einen Personalausweis. Wir können uns also nicht vollständig ausweisen.
Während ich noch in Hamburg- Eppendorf in der Chirurgie meinen eigenen weißen Kittel trug, zeigte man mir gleich beim ersten offiziellen Arbeitstag in Helsinki einen großen Umkleideraum, in dem sich weiße Kittel, weiße Hosen und einfache weiße Leinenhemden zum freien Gebrauch geradezu türmten. Für die Operationsabteilungen gab es noch zusätzliche Umkleideräume mit steriler OP- Kleidung. Nun frisch eingekleidet, auf der linken Brustseite des Kittels das Emblem der Uniklinik HYKS, das jeder Bürger kannte, ging es zur Station 6, einer Abteilung der allgemeinen Gynäkologie. Die Stationsärztin Seija begleitete mich. Sie war eine kleine, sehr temperamentvolle, etwa 35jährige Ärztin von der Westküste Finnlands. In dieser Region gibt es eine weitverbreitete evangelische Sekte, die Schwangerschaftsverhütungen grundsätzlich ablehnt. Darum sind dort bis zu zwölf Kinder völlig normal. Kaum hatte ich mich mit meinem Namen vorgestellt, hakte sie sofort in gutem Deutsch nach: „ Wie heißt Du? Diethard? Den Namen kann ich nicht aussprechen und schon gar nicht mir merken“. Nach einer Weile platzte es aus ihr heraus: „Du kennst doch Hermann, den Cheruskerfürsten“? Ich nickte etwas verblüfft über ihre Geschichtskenntnis. Schließlich hatte ich ja bei einer Klassenfahrt das Hermanns Denkmal im Teutoburger Wald schon besucht und selbst gezeichnet. „Bei uns heißen alle Deutschen Hermann“, ergänzte sie. „Wir nennen Dich auf Finnisch Hermanni“. Und bei diesem Namen blieb es dann, eigentlich bis heute, wenn ich Post aus Finnland bekomme oder die Klinik einmal wieder besuche. Doch die Geschichte ging weiter. Denn auch in Finnland gibt es nicht nur einen Vornamen, sondern auch einen Nachnamen. „Und wo kommst Du her, wo hast Du studiert“, fragte sie weiter. „In Hamburg“, antwortete ich. „Dann bist Du ein Hamburger“, meinte sie und ergänzte auf Finnisch hampurilainen. Es dauerte nicht lange und ich hieß Hermanni Hampurilainen, zu Deutsch Hermann (der) Hamburger. Da mich später alle Kollegen so nannten, dachten auch ein paar Jahre später, als ich wieder in der Frauenklinik arbeitete, dass dies mein richtiger Name sei und trugen mich unter diesem Pseudonym offiziell in das Operationsbuch ein. Doch zunächst sollte ich der leitenden Stationsschwester und den anderen Schwestern vorgestellt werden. Dann ging es gemeinsam zur Visite, die eigentlich nicht anders war als in Deutschland, nur dass ich kein einziges Wort verstand bis auf die Diagnosen und teilweise auch die operativen Eingriffe.
In Finnland sind die Diagnosen grundsätzlich in lateinischer Sprache abgefasst ebenso wie die Operationen lateinisch bezeichnet werden. Ein Bruch des linken Ellenbeins heißt dann „ fractura ossii ulnaris laterum sinistrum“ und die operative Entfernung des rechten Eileiters beschreibt man mit „exstirpatio tubae uteri laterum dextrum“. Das hat den Vorteil, dass mit nur minimalen Kenntnissen der lateinischen Sprache das Wichtigste zumindest irgendwie verstanden wird. Mir ist es später in meinem ärztlichen Beruf passiert, dass eine Patientin aus dem Ausland Unterlagen in einer Sprache dabei hatte, die ich überhaupt nicht verstand. Sie war eine Polin, die mir einen medizinischen Bericht unter die Nase hielt. Slawische Sprachen sind mir fremd. Aber dank der auch in Polen wohl damals üblichen Nutzung der lateinischen Sprache verstand ich das Notwendigste und konnte ihr helfen.
In den nächsten Tagen war ich nur Mitläufer, passte auf und hörte zu. Und die Schwestern beschäftigten mich mit kleinen Aufgaben wie Infusionen legen, Verbände wechseln und ähnlich typischen Aufgaben. Dabei sprachen sie grundsätzlich bis auf die ersten Tage nur finnisch mit mir. Zwischendurch nahm mich Seija mit in den Operationsaal, wo ich ihr assistieren durfte. Das tat sie aber nur, damit ich die Operation besser verfolgen konnte. Denn normalerweise operiert ein finnischer Arzt allein nur mit einer Instrumentierschwester zusammen, die gleichzeitig auch assistiert. Gegen 11 Uhr wurde von den meisten Ärzten die Routinearbeit unterbrochen, um sich für mindestens eine halbe Stunde in der großen Bibliothek zum Lunch, auf Finnisch Lounas, einzufinden. Im Anschluss daran war meistens wie schon beschrieben ein „Meeting“ zu einem bestimmten Thema. Freitags traf man sich stets in der Mittagszeit im Hörsaal, um gemeinsam mit der gesamten Ärzteschaft, aber auch den leitenden Schwestern und Hebammen, wichtige Dinge zu besprechen, Vorlesungen zu hören oder auch aufmerksam die Dissertationen, die öffentlich waren, zu verfolgen. Meist wurde die Mannschaft ab 14 Uhr etwas unruhiger. Am Anfang wusste ich nicht warum, bis mir langsam klar wurde, dass tatsächlich um 14.20 ganz offiziell Feierabend war. Für mich war das, der ich in Hamburg nie vor 17 Uhr die Klinik verlassen hatte, zunächst unvorstellbar. Aber es stimmte. Schon im Jahr 1969 galt für finnische Ärzte eine offizielle Arbeitszeit im öffentlichen Dienst von 34,5 Stunden pro Woche. Heute sind es wieder 38,25 Stunden. Und da mit den wenigen Stunden niemand ausgelastet war, gingen nach der Klinikarbeit noch viele Ärzte anschließend in die Praxis in einem privaten Ärztezentrum, um noch ein wenig dazu zu verdienen.
Offiziell sollte ja meine Praktikantenzeit für ein halbes Jahr gehen. Aber nach nur wenigen Monaten trat die Professorin und Chefin der Anästhesie Inkeri an mich heran, ob ich nicht eine Assistentenstelle in der Anästhesie übernehmen wolle. Ich war völlig überrascht, denn nach deutschen Gesetzen durfte ich erst nach meinem Staatsexamen und anschließender Ableistung einer zweijährigen Medizinalassistentenzeit die Approbation und Erlaubnis zur selbstständigen ärztlichen Tätigkeit erhalten. Aber das war und ist in Finnland anders geregelt. Erstens kann schon jeder Medizinstudent in den klinischen Semestern auf Antrag und mit Genehmigung der finnischen Ärztekammer begrenzt ärztlich tätig sein. Und zweitens bekommt mit dem offiziellen Staatsexamen der Finne sofort seine Lizenz als Arzt und setzt dann hinter seinen Namen LL. Das L steht für Lizensiert und das zweite L für lääkäri, auf Schwedisch läkar gleich Arzt. Dann gibt es noch kleinere Unterschiede, auf die ich hier nicht eingehen will.
Zwar hatte ich anfänglich Hemmungen, dieses Angebot anzunehmen, aber die erfahrene Anästhesistin erklärte mir, sie würde mir schon helfen. Also wurde bei der Ärztekammer die Genehmigung zur ärztlichen Tätigkeit eingeholt, die nicht lange auf sich warten ließ, da man ohne Schwierigkeiten mein Hamburger Staatsexamen in Finnland anerkannte. Fortan durfte ich auch ein LL hinter meinem Namen hängen. Mit dieser Lizenz darf ich aufgrund der vertraglich geregelten, gegenseitigen Anerkennung der ärztlichen Approbation in sämtlichen skandinavischen Ländern auch heute noch ärztlich tätig sein.
