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Aufbau und Funktion des Körpers. Speziell für den Rettungsdienst.
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Themen in retten – Anatomie, Physiologie:
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Seitenzahl: 1625
Veröffentlichungsjahr: 2023
Herausgegeben von
Sebastian Koch, Marco Schwarz
Stephan Grissmer, Eva Küppers, Marie-Christine van Walbeek, Attila Koszik
533 Abbildungen
Titelei
Vorwort
Teil I Grundlagen
1 Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers – ein Überblick
1.1 Die Fächer Anatomie und Physiologie
1.1.1 Anatomie
1.1.2 Physiologie
1.2 Zellen, Gewebe und Organe
1.3 Richtungsbezeichnungen und Körperachsen
1.3.1 Lage- und Richtungsbezeichnungen
1.3.2 Körperachsen und Körperebenen
1.4 Terminologie und Sprache
1.4.1 Grundbegriffe und Abkürzungen
1.4.2 Organangaben
1.4.3 Vor- und Nachsilben
1.4.4 Messgrößen und ihre Einheiten
2 Chemie und Biochemie
2.1 Einleitung
2.2 Chemische Elemente
2.2.1 Atomaufbau
2.2.2 Periodensystem der Elemente
2.3 Chemische Bindungen
2.3.1 Primärbindungen
2.3.2 Sekundärbindungen
2.4 Chemische Reaktionen
2.4.1 Anabole und katabole Prozesse
2.4.2 Redoxreaktionen
2.5 Wasser, Säuren und Basen
2.5.1 Wasser
2.5.2 Säuren und Basen
2.6 Organische Verbindungen im menschlichen Körper
2.6.1 Kohlenhydrate
2.6.2 Proteine
2.6.3 Lipide
2.6.4 Nukleinsäuren
2.7 Anorganische Verbindungen im menschlichen Körper
3 Physik
3.1 Einleitung
3.2 Druck
3.2.1 Hydrostatischer Druck
3.2.2 Luftdruck und Partialdruck
3.2.3 Auftrieb im Wasser
3.3 Temperatur und Wärme
3.3.1 Temperatur
3.3.2 Wärme
3.4 Aggregatzustand
3.5 Löslichkeit von Gasen
3.6 Diffusion und Osmose
3.6.1 Diffusion
3.6.2 Osmose
3.7 Energie, Arbeit und Leistung
3.8 Kohäsion und Adhäsion
3.8.1 Kohäsion und Oberflächenspannung
3.8.2 Adhäsion und Kapillarwirkung
3.9 Strömungen von Flüssigkeiten und Gasen
3.9.1 Laminare Strömung und Viskosität
3.9.2 Turbulente Strömung
3.10 Elektrischer Strom und elektrisches Potenzial
3.10.1 Stromfluss, Spannung und Widerstand
3.10.2 Elektrisches Potenzial und Membranpotenzial
3.11 Strahlung
3.11.1 Wellenstrahlung
3.11.2 Teilchenstrahlung
3.11.3 Ionisierende Strahlung
3.12 Optik
3.12.1 Licht
3.12.2 Streuung, Reflexion und Absorption
3.12.3 Transmission und Brechung
3.13 Schallwellen
4 Biologie
4.1 Einleitung
4.2 Zellbiologie
4.2.1 Allgemeiner Aufbau der Zelle
4.2.2 Zellorganellen
4.2.3 Zell-Zell-Kontakte
4.2.4 Proteinsynthese
4.2.5 Membrantransport
4.2.6 Vesikeltransport
4.2.7 Zelltod
4.3 Genetik
4.3.1 Chromosomen
4.3.2 Mitose und Meiose
4.3.3 Gene
4.3.4 Vererbung
5 Gewebe im menschlichen Körper
5.1 Prinzipieller Aufbau eines Gewebes
5.2 Epithelgewebe
5.2.1 Aufgaben und Aufbau
5.2.2 Oberflächenepithel
5.2.3 Drüsenepithelien
5.2.4 Sinnesepithelien
5.3 Binde-, Stütz- und Fettgewebe
5.3.1 Aufgaben und Aufbau
5.3.2 Bindegewebe
5.3.3 Stützgewebe
5.3.4 Fettgewebe
5.4 Nervengewebe
5.4.1 Aufgaben und Aufbau
5.4.2 Neuron
5.4.3 Gliazellen
5.4.4 Nervenfaser
5.4.5 Erregungsleitung
5.5 Muskelgewebe
5.5.1 Aufgaben und Aufbau
5.5.2 Quergestreifte Skelettmuskulatur
5.5.3 Quergestreifte Herzmuskulatur
5.5.4 Glatte Muskulatur
5.5.5 Ablauf der Muskelkontraktion
Teil II Anatomie und Physiologie der Organsysteme
6 Herz
6.1 Aufgaben
6.2 Lage, Form und Größe
6.3 Aufbau
6.3.1 Prinzipieller Aufbau
6.3.2 Vorhöfe
6.3.3 Herzkammern
6.3.4 Herzklappen
6.3.5 Weg des Blutes durch das Herz
6.4 Feinbau
6.4.1 Herzwand
6.4.2 Herzbeutel
6.5 Gefäßversorgung und Innervation
6.5.1 Gefäßversorgung
6.5.2 Innervation
6.6 Funktionen
6.6.1 Mechanische Herzaktion
6.6.2 Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem
6.6.3 Ablauf der Kontraktion
6.7 Regulation der Herzleistung
6.7.1 Einfluss des vegetativen Nervensystems
6.7.2 Beeinflussung durch den Frank-Starling-Mechanismus
7 Kreislauf- und Gefäßsystem
7.1 Blutgefäßsystem
7.1.1 Aufgaben
7.1.2 Blutgefäßarten
7.1.3 Feinbau
7.1.4 Mikrozirkulation
7.1.5 Gefäßversorgung und Innervation
7.1.6 Große Arterien des Körperkreislaufs
7.1.7 Große Venen des Körperkreislaufs
7.1.8 Kreislaufsystem
7.1.9 Regulation der Organdurchblutung
7.1.10 Regulation des Blutdrucks
7.2 Lymphgefäßsystem
7.2.1 Aufgaben
7.2.2 Lymphgefäßarten
7.2.3 Feinbau
8 Atmungssystem
8.1 Aufgaben und Aufbau des Atmungssystems
8.2 Pleurahöhlen und Mediastinum
8.2.1 Pleurahöhlen
8.2.2 Mediastinum (Mittelfellraum)
8.3 Nase, Nasen- und Nasennebenhöhlen
8.3.1 Aufgaben
8.3.2 Lage, Form und Größe
8.3.3 Aufbau
8.3.4 Feinbau
8.3.5 Gefäßversorgung und Innervation
8.3.6 Funktionen
8.4 Rachen (Pharynx)
8.4.1 Aufgaben
8.4.2 Lage, Form und Größe
8.4.3 Aufbau
8.4.4 Feinbau
8.4.5 Gefäßversorgung und Innervation
8.4.6 Funktionen
8.5 Kehlkopf (Larynx)
8.5.1 Aufgaben
8.5.2 Lage, Form und Größe
8.5.3 Aufbau
8.5.4 Feinbau
8.5.5 Gefäßversorgung und Innervation
8.5.6 Funktionen
8.6 Luftröhre (Trachea) und Bronchialbaum
8.6.1 Aufgaben
8.6.2 Lage, Form und Größe
8.6.3 Aufbau
8.6.4 Feinbau
8.6.5 Gefäßversorgung und Innervation
8.6.6 Funktionen
8.7 Lunge (Pulmo)
8.7.1 Aufgaben
8.7.2 Lage, Form und Größe
8.7.3 Aufbau
8.7.4 Feinbau
8.7.5 Gefäßversorgung und Innervation
8.8 Atemmechanik
8.8.1 Einatmung (Inspiration)
8.8.2 Ausatmung (Exspiration)
8.8.3 Atemvolumina
8.9 Gasaustausch und Transport der Atemgase
8.9.1 Gasaustausch
8.9.2 Ventilation und Perfusion
8.9.3 Atemgastransport im Blut
8.9.4 Regulation der Atmung
9 Verdauungssystem
9.1 Aufgaben und Aufbau des Verdauungssystems
9.2 Bauch- und Beckenhöhle
9.2.1 Bauchfellhöhle
9.2.2 Gekröse
9.2.3 Großes und kleines Netz
9.2.4 Retroperitonealraum
9.3 Allgemeiner Wandbau des Verdauungssystems
9.4 Mundhöhle und Speicheldrüsen
9.4.1 Übersicht
9.4.2 Speicheldrüsen
9.4.3 Zunge (Lingua)
9.4.4 Zähne (Dentes)
9.4.5 Gaumen (Palatum)
9.5 Speiseröhre (Ösophagus)
9.5.1 Aufgaben
9.5.2 Lage und Aufbau
9.5.3 Feinbau
9.5.4 Gefäßversorgung und Innervation
9.5.5 Funktionen
9.6 Magen (Gaster, Ventriculus)
9.6.1 Aufgaben
9.6.2 Lage, Form und Größe
9.6.3 Aufbau
9.6.4 Feinbau
9.6.5 Magendrüsen
9.6.6 Gefäßversorgung und Innervation
9.6.7 Funktionen
9.7 Dünndarm (Intestinum tenue)
9.7.1 Aufgaben
9.7.2 Lage, Aufbau und Feinbau
9.7.3 Gefäßversorgung und Innervation
9.7.4 Funktionen
9.8 Dickdarm (Intestinum crassum)
9.8.1 Aufgaben
9.8.2 Lage, Aufbau und Feinbau
9.8.3 Gefäßversorgung und Innervation
9.8.4 Funktionen
9.9 Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
9.9.1 Aufgaben
9.9.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.9.3 Feinbau
9.9.4 Gefäßversorgung und Innervation
9.9.5 Funktionen
9.10 Leber (Hepar)
9.10.1 Aufgaben
9.10.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.10.3 Feinbau
9.10.4 Gefäßversorgung
9.10.5 Innervation
9.10.6 Funktionen
9.11 Gallenblase
9.11.1 Aufgaben
9.11.2 Lage, Form, Größe und Aufbau
9.11.3 Feinbau
9.11.4 Gefäßversorgung und Innervation
9.11.5 Funktionen
9.12 Verdauung
9.12.1 Kohlenhydratverdauung
9.12.2 Proteinverdauung
9.12.3 Fettverdauung
9.13 Ernährung
9.13.1 Bestandteile der Nahrung
9.13.2 Energiebedarf
9.13.3 Flüssigkeitsbedarf
9.13.4 Hunger und Sättigung
10 Niere und ableitende Harnwege, Wasser- und Elektrolythaushalt
10.1 Niere (Ren)
10.1.1 Aufgaben
10.1.2 Lage, Form und Größe
10.1.3 Aufbau
10.1.4 Feinbau
10.1.5 Gefäßversorgung und Innervation
10.1.6 Funktionen
10.2 Ableitende Harnwege
10.2.1 Aufgaben
10.2.2 Nierenbecken und Harnleiter (Ureter)
10.2.3 Harnblase
10.2.4 Harnröhre (Urethra)
10.2.5 Harnblasenentleerung
10.3 Wasser- und Elektrolythaushalt
10.3.1 Wasserräume und Wasserverteilung
10.3.2 Osmolalität im Extra- und Intrazellularraum
10.3.3 Wichtige Elektrolyte
10.3.4 Regulationsmechanismen
10.3.5 Wasserbilanz
10.4 Säure-Basen-Haushalt
11 Nervensystem
11.1 Aufgaben
11.2 Gliederung des Nervensystems
11.3 Zentrales Nervensystem (ZNS)
11.3.1 Aufgaben
11.3.2 Lage, Form und Größe
11.3.3 Aufbau des ZNS
11.3.4 Feinbau von Gehirn und Rückenmark
11.3.5 Gefäßversorgung und Innervation
11.3.6 Gehirnstoffwechsel
11.4 Peripheres Nervensystem (PNS)
11.4.1 Aufgaben
11.4.2 Aufbau des PNS
11.4.3 Feinbau des PNS
11.5 Autonomes Nervensystem
11.5.1 Aufgaben
11.5.2 Aufbau
11.6 Somatisches Nervensystem
11.6.1 Aufgaben
11.6.2 Aufbau
11.6.3 Reflexe
11.7 Übergeordnete Funktionen des ZNS
11.7.1 Körperkerntemperatur
11.7.2 Schmerz
11.7.3 Schlaf
11.7.4 Tag-Nacht-Rhythmus
11.7.5 Gedächtnis und Lernen
12 Sinnesorgane
12.1 Aufgaben
12.2 Sinneszellen und Rezeptoren
12.2.1 Rezeptoren
12.2.2 Primäre und sekundäre Sinneszellen
12.3 Auge
12.3.1 Aufgaben
12.3.2 Lage, Form und Größe
12.3.3 Aufbau und Feinbau
12.3.4 Gefäßversorgung und Innervation
12.3.5 Funktionen
12.4 Ohr
12.4.1 Aufgaben
12.4.2 Lage, Aufbau und Feinbau
12.4.3 Gefäßversorgung und Innervation
12.4.4 Funktionen
12.5 Geschmackssinn
12.5.1 Aufgaben
12.5.2 Lage, Aufbau und Feinbau
12.5.3 Gefäßversorgung und Innervation
12.5.4 Funktion
12.6 Geruchssinn
12.6.1 Aufgaben
12.6.2 Lage, Aufbau und Feinbau
12.6.3 Gefäßversorgung und Innervation
12.6.4 Funktion
12.7 Tast- und Berührungssinn
12.7.1 Aufgaben
12.7.2 Lage, Aufbau und Feinbau
12.7.3 Funktion
12.8 Temperatursinn
12.9 Schmerzwahrnehmung
12.10 Tiefensensibilität
13 Bewegungssystem
13.1 Aufgaben und Aufbau des Bewegungssystems
13.2 Skelettsystem
13.2.1 Knochen
13.2.2 Knorpel
13.2.3 Gelenke
13.2.4 Sehnen
13.3 Skelettmuskulatur
13.3.1 Aufgaben
13.3.2 Aufbau
13.3.3 Feinbau
13.3.4 Gefäßversorgung und Innervation
13.3.5 Funktionen
13.3.6 Muskelstoffwechsel
13.3.7 Muskeldurchblutung
13.4 Anfassen erlaubt!
13.5 Knochen, Gelenke und Muskeln des Kopfes
13.5.1 Schädel
13.5.2 Zungenbein
13.5.3 Gelenke des Kopfes
13.5.4 Muskeln des Kopfes
13.6 Knochen, Gelenke und Muskeln des Halses
13.6.1 Halswirbel und Gelenke des Halses
13.6.2 Muskulatur des Halses
13.7 Knochen, Gelenke und Muskeln des Rumpfes
13.7.1 Wirbelsäule
13.7.2 Brustkorb
13.7.3 Becken
13.7.4 Rumpfmuskulatur
13.8 Knochen, Gelenke und Muskeln der oberen Gliedmaße
13.8.1 Knochen von Arm und Schultergürtel
13.8.2 Gelenke und Bänder von Arm und Schultergürtel
13.8.3 Schulter- und Armmuskeln
13.8.4 Gefäßversorgung und Innervation der oberen Gliedmaße
13.9 Knochen, Gelenke und Muskeln der unteren Gliedmaße
13.9.1 Knochen des Beins
13.9.2 Gelenke und Bänder der Hüfte und des Beins
13.9.3 Hüft- und Beinmuskeln
13.9.4 Gefäßversorgung und Innervation der unteren Gliedmaße
14 Hormonsystem
14.1 Einteilung und Wirkungsweise der Hormone
14.1.1 Klassische Hormone
14.1.2 Hormone im weiteren Sinne
14.1.3 Chemische Eigenschaften der Hormone
14.1.4 Hormonrezeptoren
14.1.5 Wirkdauer und Abbau
14.2 Steuerung der Hormonbildung
14.2.1 Hypothalamus-Hypophysen-Achse
14.2.2 Negative Rückkopplung
14.3 Endokrine Organe und Gewebe
14.3.1 Hypothalamus
14.3.2 Hypophyse
14.3.3 Epiphyse
14.3.4 Schilddrüse (Glandula thyroidea)
14.3.5 Nebenschilddrüsen
14.3.6 Nebennieren
14.3.7 Inselorgan der Bauchspeicheldrüse
14.3.8 Eierstöcke, Hoden und Plazenta
14.3.9 Fettgewebe
15 Geschlechtsorgane
15.1 Geschlechtsmerkmale
15.2 Weibliche Geschlechtsorgane
15.2.1 Vulva
15.2.2 Vagina (Scheide)
15.2.3 Uterus (Gebärmutter)
15.2.4 Ovarien (Eierstöcke)
15.2.5 Eileiter (Salpinx)
15.2.6 Weibliche Brust
15.2.7 Menstruationszyklus
15.3 Männliche Geschlechtsorgane
15.3.1 Penis
15.3.2 Hoden und Hodensack
15.3.3 Nebenhoden
15.3.4 Samenleiter und Harnsamenröhre
15.3.5 Akzessorische Geschlechtsdrüsen
15.3.6 Ejakulation
16 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
16.1 Schwangerschaftsdauer
16.2 Plazenta, Nabelschnur, Eihäute und Fruchtwasser
16.2.1 Plazenta
16.2.2 Nabelschnur
16.2.3 Eihäute
16.2.4 Fruchtwasser
16.3 Geburt
16.3.1 Eröffnungsphase
16.3.2 Austrittsphase
16.3.3 Nachgeburtsphase
16.4 Wochenbett
16.5 Stillen
17 Blut und Immunsystem
17.1 Blut
17.1.1 Aufgaben
17.1.2 Blutvolumen
17.1.3 Zusammensetzung des Blutes
17.1.4 Bildung und Abbau der Blutzellen
17.1.5 Blutgerinnungssystem
17.2 Immunsystem
17.2.1 Aufgaben
17.2.2 Aufbau
17.2.3 Ablauf der Immunantwort
17.3 Lymphatische Organe
17.3.1 Knochenmark
17.3.2 Thymus
17.3.3 Lymphknoten
17.3.4 Milz (Lien, Splen)
17.3.5 MALT
17.4 Entzündung
18 Haut, Haare und Nägel
18.1 Haut
18.1.1 Aufgaben
18.1.2 Größe, Dicke und Gewicht
18.1.3 Aufbau
18.1.4 Feinbau
18.1.5 Hautfarbe
18.1.6 Gefäßversorgung und Innervation
18.1.7 Funktionen
18.2 Haare
18.2.1 Aufgaben
18.2.2 Vorkommen und Länge
18.2.3 Aufbau
18.2.4 Feinbau
18.2.5 Entwicklung und Wachstum
18.2.6 Gefäßversorgung und Innervation
18.2.7 Funktionen
18.3 Nägel
18.3.1 Aufgaben und Funktion
18.3.2 Aufbau und Wachstum
18.3.3 Gefäßversorgung und Innervation
18.4 Hautdrüsen
18.4.1 Talgdrüsen
18.4.2 Schweißdrüsen
Teil III Heranwachsen und Altern
19 Kindliche Entwicklung
19.1 Einleitung
19.2 Neugeborenenperiode und Säuglingsalter
19.3 Kleinkindalter
19.4 Kindesalter
19.5 Jugendalter
19.6 Entwicklung der Organe
19.6.1 Herz-Kreislauf-System
19.6.2 Atmungssystem
19.6.3 Verdauungssystem
19.6.4 Harnsystem und Wasserhaushalt
19.6.5 Blut und Immunsystem
19.6.6 Nervensystem
19.6.7 Sinnesorgane
19.6.8 Geschlechtsorgane
20 Physiologie des Alterns
20.1 Jung oder Alt?
20.2 Alter und Altern
20.3 Veränderungen der Organsysteme im Alter
20.3.1 Herz-Kreislauf-System
20.3.2 Atmungssystem
20.3.3 Verdauungssystem
20.3.4 Niere und Harnsystem
20.3.5 Wasserhaushalt
20.3.6 Hormonsystem
20.3.7 Blut- und Immunsystem
20.3.8 Bewegungssystem
20.3.9 Nervensystem
20.3.10 Sinnesorgane
20.3.11 Haut
20.3.12 Geschlechtsorgane
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
1 Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers – ein Überblick
2 Chemie und Biochemie
3 Physik
4 Biologie
5 Gewebe im menschlichen Körper
Das Fach Anatomie umfasst die Teildisziplinen der makroskopischen Anatomie, der mikroskopischen Anatomie und der Embryologie. Alle 3 Teildisziplinen sind gleichermaßen wichtig, um ein möglichst vollständiges Verständnis des menschlichen Körpers zu gewinnen.
Makroskopische Anatomie Sie beschäftigt sich mit allen Dingen des Körpers, die so groß sind, dass man sie mit bloßem Auge (oder mit einer Lupe) erkennen kann. Dabei betrachtet man den Körper nicht nur von außen, sondern setzt gezielte Schnitte, um auch innere Strukturen und Organe beurteilen zu können. In der makroskopischen Anatomie gibt es unterschiedliche Herangehensweisen:
In der beschreibenden Anatomie (der deskriptiven Anatomie) wird das Erscheinungsbild von Körper und Organen beschrieben (Form, Größe, Farbe usw.).
Die systematische Anatomie fasst Organe, die von ihrer Funktion her miteinander zusammenhängen, zu Organ- oder funktionalen Systemen (z.B. dem Nervensystem mit Gehirn, Rückenmark und Nerven) zusammen.
In der topografischen Anatomie spielen die Lagebeziehungen verschiedener Strukturen zueinander die wesentliche Rolle.
Die vergleichende Anatomie betrachtet dieselben anatomischen Strukturen beispielsweise an verschiedenen Tierarten und sucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Mikroskopische Anatomie Sie beschäftigt sich mit solchen Strukturen, für deren Betrachtung ein Mikroskop benötigt wird – also in erster Linie Gewebe und Zellen. Auch hier müssen spezielle Schnitte angefertigt oder Zellen gewonnen werden, die dann auf einem Objektträger unter dem Mikroskop betrachtet werden. Man kann zwischen der Zytologie (Lehre von den Zellen) und der Histologie (Lehre vom Gewebe) unterscheiden.
EmbryologieSie beschäftigt sich mit der Entstehung der anatomischen Strukturen während der Embryonalentwicklung. Da diese Prozesse für den Rettungsdienst nur von geringer Bedeutung sind, werden sie in diesem Buch nicht berücksichtigt.
Die Physiologie ist die Lehre von den natürlichen Lebensvorgängen. Sie untersucht die biochemischen und physikalischen Prozesse in den Zellen und Geweben von Lebewesen. Damit stellt sich die Physiologie des Menschen die Frage, wie der Körper funktioniert, wie die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper ablaufen und wie sie miteinander zusammenhängen. Die Physiologie steht in enger Beziehung zur Anatomie, ist aber auch sehr stark mit der Biochemie verknüpft.
Merke
„Physiologisch“
Wird in der Medizin der Begriff „physiologisch“ verwendet, ist damit der „Normalzustand“ von Geweben und Organen gemeint und damit der Zustand beim Gesunden. Wird der Normalzustand nicht erreicht, z.B. bei Kranken, verwendet man den Begriff „pathologisch“.
Zellen Die Zelle ist die kleinste Einheit des ▶ belebten Organismus. Je nachdem, wie die jeweilige Zelle aufgebaut ist, erfüllt sie im Körper eine bestimmte Aufgabe. So unterscheidet man u. a. Muskel-, Nerven-, Knochen- und Leberzellen. Um ihrer Aufgabe nachkommen zu können, enthalten die Zellen verschiedene „Zellorgane“ (Organellen). Diese Zellorganellen, zu denen u. a. der Zellkern, die Mitochondrien und der Golgi-Apparat zählen, dienen z. B. der Bereitstellung von Energie oder der Weiterverarbeitung aufgenommener Nährstoffe.
Gewebe und Organe Spezialisierte Zellen schließen sich mit gleichartigen Zellen zu Zellverbänden zusammen, wodurch Gewebe ▶ entstehen. Funktionell einheitliche Gewebe bilden – meist zusammen mit Stützgeweben – die Organe.
Organsysteme Organe mit verwandten Funktionen lassen sich zu Organsystemen zusammenfassen. Beispiele hierfür sind:
Herz-Kreislauf-System (Herz, Lunge, Blutgefäße)
Atmungssystem (Nase, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien, Lunge)
Verdauungssystem (Magen, Dünn-/Dickdarm, Pankreas, Leber, Gallenblase)
Nervensystem (Gehirn und Rückenmark, periphere Nerven, autonomes Nervensystem).
Zur genauen Bezeichnung von Strukturen und ihrer Lage im Körper haben sich im medizinischen Sprachgebrauch bestimmte Bezeichnungen durchgesetzt, die überwiegend aus dem Lateinischen stammen. Diese Grundbegriffe sollte man sich unbedingt einprägen, denn sie dienen auch dazu, die Lage von Veränderungen unmissverständlich zu beschreiben. Sagt man z.B.: „Das Brustbein liegt vor dem Herzen“, stimmt dies zwar am stehenden Menschen, in Rückenlage aber nicht mehr. Dann wird aus dem „vor“ ein „über“. Ein „ventral“ (in Richtung Bauch bzw. Körpervorderseite gelegen) bleibt dagegen immer ein „ventral“, völlig unabhängig von der Körperhaltung. Es ist klar definiert.
In ▶ Tab. 1.1 sind die gängigsten Lage- und Richtungsbezeichnungen mit ihren Bedeutungen aufgelistet und in ▶ Abb. 1.1 eingezeichnet.
Ein Hinweis zu den unterschiedlichen Endungen, die die lateinischen Begriffe haben können: Wie im Deutschen gibt es auch im Lateinischen 3 grammatische Geschlechter, an die sich die Endung der Lage- und Richtungsbezeichnung anpasst:
männlich: Endet häufig auf -us, z.B. Ventriculus (Herzkammer).
sächlich: Endet häufig auf -um, z.B. Atrium (Vorhof).
weiblich: Endet häufig auf -a, z.B. Arteria (Arterie).
Am Beispiel für rechts (dexter) und links (sinister) wird das deutlich:
Ventriculus dexter (rechter Ventrikel), Ventriculus sinister (linker Ventrikel)
Atrium dextrum (rechter Vorhof), Atrium sinistrum (linker Vorhof)
Arteria coronaria dextra (rechte Herzkranzarterie), Arteria coronaria sinistra (linke Herzkranzarterie).
ACHTUNG
Die Seitenangaben „rechts“ (dexter) und „links“ (sinister) gelten immer aus Sicht des Patienten!
Lage- und Richtungsbezeichnungen.
Abb. 1.1 Fachsprachliche Richtungsangaben sind in jeder Körperlage und -haltung unmissverständlich.
(Schünke M, Schulte E, Schumacher U: Prometheus LernAtlas der Anatomie - Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Illustrationen von Voll M und Wesker K. 6. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.)
Tab. 1.1
Wichtige Lage- und Richtungsbezeichnungen (angegeben ist jeweils die männliche Form).
Gebiet
Bezeichnung
abgeleitet von
Bedeutung
Beispiel
„vorn“ und „hinten“
Rumpf
ventral
Venter (Bauch)
vorn, am Bauch/zur Körpervorderseite hin gelegen
Ventralflexion (Vorbeugen des Oberkörpers)
dorsal
Dorsum (Rücken)
hinten, am Rücken/zum Körperrückseite hin gelegen
Dorsalflexion (Rückbeugen des Oberkörpers)
Kopf
frontal
Os frontale (Stirnbein)
vorn, an der Stirn/zur Stirn hin gelegen
Lobus frontalis (Stirnlappen des Gehirns)
okzipital
Os occipitale (Hinterhauptsbein)
hinten, am Hinterhaupt/zum Hinterhaupt hin gelegen
Lobus occipitalis (Hinterhauptslappen des Gehirns)
Unterarm und Hand
radial
Radius (Speiche)
an der Speiche/zur Speiche hin gelegen
Musculus flexor carpi radialis (speichenseitig gelegener Handgelenkbeuger)
ulnar
Ulna (Elle)
an der Elle/zur Elle hin gelegen
Musculus flexor carpi ulnaris (ellenseitig gelegener Handgelenkbeuger)
Hand
dorsal
Dorsum manus (Handrücken)
am Handrücken/zum Handrücken hin gelegen
Dorsalextension (Abwinkeln der Hand in Richtung Handrücken)
palmar
Palma manus (Handfläche)
an der Handfläche/zur Handfläche hin gelegen
Musculus palmaris brevis (kurzer Handflächenmuskel)
Unterschenkel
tibial
Tibia (Schienbein)
am Schienbein/zum Schienbein hin gelegen
Musculus tibialis posterior (hinterer Schienbeinmuskel)
fibular
Fibula (Wadenbein)
am Wadenbein/zum Wadenbein hin gelegen
Musculus fibularis longus (langer Wadenbeinmuskel)
Fuß
dorsal
Dorsum pedis (Fußrücken)
am Fußrücken/zum Fußrücken hin gelegen
Arteria dorsalis pedis (Fußrückenarterie)
plantar
Planta pedis (Fußsohle)
an der Fußsohle/zur Fußsohle hin gelegen
Plantarflexion (Absenken der Fußspitze)
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
anterior
–
vorn, vorderer
Ligamentum cruciatum anterius (vorderes Kreuzband)
posterior
–
hinten, hinterer
Ligamentum cruciatum posterius (hinteres Kreuzband)
„oben“ und „unten“
Rumpf
kranial
Cranium (Schädel)
nach oben, kopfwärts
Kranialfläche des Wirbelkörpers („obere“ Seite des Wirbelkörpers)
kaudal
Cauda (Schwanz)
nach unten, steiß- bzw. fußwärts
Kaudalfläche des Wirbelkörpers („untere Fläche des Wirbelkörpers)
Gliedmaßen
proximal
–
rumpfnah, zum Rumpf hin gelegen
Phalanx proximalis (Fingergrundglied)
distal
–
rumpffern, vom Rumpf weg gelegen
Phalanx distalis (Fingerendglied)
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
inferior
–
unterer, untenliegend
Vena cava inferior (untere Hohlvene)
superior
–
oberer, obenliegend
Vena cava superior (obere Hohlvene)
„außen“, „innen“, „mittig“
Lagebeziehung von Strukturen untereinander
lateralis
–
seitlich, außen
Meniscus lateralis (äußerer Meniskus)
medialis
–
innen, zur Mitte hin
Meniscus medialis (innerer Meniskus)
medius
–
mittlere(r), zwischen zwei anderen
Musculus gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel)
median
–
in der Körpermitte
Sutura palatina mediana (mittlere Gaumennaht)
externus
–
außen, an der Oberfläche/zur Oberfläche hin gelegen
Musculus obliquus abdominis externus (äußerer schräger Bauchmuskel)
internus
–
innen, im Körper/zum Körperinneren hin gelegen
Musculus obliquus abdominis internus (innerer schräger Bauchmuskel)
profundus
–
tief
Musculus flexor digitorum profundus (tief gelegener Fingerbeuger)
superficialis
–
oberflächlich
Musculus flexor digitorum superficialis (oberflächlich gelegener Fingerbeuger)
Verlauf
Richtung
ascendens
–
aufsteigend
Aorta ascendens (aufsteigender Teil der Hauptschlagader)
descendens
–
absteigend
Aorta descendens (absteigender Teil der Hauptschlagader)
longitudinalis
–
in Längsrichtung
Fissura longitudinalis cerebri (Einschnitt zwischen den beiden Großhirnhälften)
Größe
im Vergleich
maximus
–
der Größte
Musculus gluteus maximus (großer Gesäßmuskel)
minimus
–
der Kleinste
Musculus gluteus minimus (kleiner Gesäßmuskel)
longus
–
lang
Musculus fibularis longus (langer Wadenbeinmuskel)
brevis
–
kurz
Musculus fibularis brevis (kurzer Wadenbeinmuskel)
Zusätzlich zu den Richtungsbezeichnungen spielen – besonders bei bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT – auch die Körperebenen und -achsen ( ▶ Abb. 1.2) eine Rolle.
Man unterscheidet 3 Hauptebenen:
Frontalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man sich die flache Hand vor die Augen hält.
Transversalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man die Hand waagrecht an die Stirn legt, und wird auch als Horizontalebene bezeichnet.
Sagittalebene: Sie entspricht der Ebene, die entsteht, wenn man die senkrecht gehaltene Hand zwischen den Augen auf die Nase legt. Befindet sie sich genau in der Mitte des Körpers (trennt sie den Körper also in 2 Hälften), spricht man von der Medianebene. Die Sagittalebenen kann auch rechts oder links der Mitte durch den Körper gelegt werden.
Zusätzlich gibt es 3 Hauptachsen, die jeweils senkrecht aufeinander stehen:
Longitudinalachse (Längsachse): Sie verläuft von kranial nach kaudal und umgekehrt.
Transversalachse (Querachse): Sie verläuft von rechts nach links und umgekehrt.
Sagittalachse (Pfeilachse): Sie verläuft von ventral nach dorsal und umgekehrt.
Medizin
Ebenen in der Bildgebung
Von praktischer Relevanz sind die Ebenen insbesondere bei der medizinischen Bildgebung (Röntgen, Computertomografie, Magnetresonanztomografie). Hier werden oft noch zusätzliche Bezeichnungen verwendet, z.B.:
sagittale Aufnahme: in der Sagittalebene
axiale Aufnahme: in der Transversalebene
koronare Aufnahme: in der Frontalebene.
Körperebenen und Körperachsen.
Abb. 1.2 Die Körperebenen müssen nicht, wie hier dargestellt, die Körpermitte schneiden. Sie können auch weiter kranial oder weiter kaudal (Transversalebene), weiter ventral oder weiter dorsal (Frontalebene) oder weiter lateral (Sagittalebene) liegen.
(I care Anatomie Physiologie. Stuttgart: Thieme; 2020.)
Nachfolgend sind einige wichtige anatomische Grundbegriffe aufgelistet. Die Angaben in den runden Klammern geben die Mehrzahl an, häufig gebrauchte Abkürzungen finden sich in den eckigen Klammern:
Angulus (Anguli): Winkel
Apex (Apizes): Spitze
Arcus (Arcus): Bogen
Arteria [A.] (Arteriae [Aa.]): Arterie
Articulatio [Art.] (Articulationes[Artt.]): Gelenk
Bursa (Bursae): Schleimbeutel
Canalis (Canales): Kanal
Capsula (Capsulae): Kapsel
Caput (Capita): Kopf
Cartilago (Cartilagines): Knorpel
Cavitas (Cavitates): Höhle
Cavum (Cava): Höhle
Cornu (Cornua): Horn
Corpus (Corpora): Körper
Crista (Cristae): Leiste
Ductus (Ductus): Gang
Facies (Facies): Fläche
Fascia (Fasciae): Faszie
Flexura (Flexurae): Biegung
Foramen (Foramina): Loch, Öffnung
Fossa (Fossae): Grube, Vertiefung
Glandula [Gl.] (Glandulae [Gll.]): Drüse
Incisura (Incisurae): Einschnitt
Ligamentum [Lig.] (Ligamenta [Ligg.]): Band
Linea (Lineae): Linie
Lobus (Lobi): Lappen
Membrana (Membranae): Membran
Musculus [M.] (Musculi [Mm.]): Muskel
Nervus [N.] (Nervi [Nn.]): Nerv
Nodus (Nodi): Knoten
Nucleus (Nuclei): Kern
Os (Ossa): Knochen
Ostium (Ostia): Loch
Pars (Partes): Teil
Plexus (Plexus): Geflecht
Plica (Plicae): Falte
Processus [Proc.] (Processus [Procc.]): Vorsprung, Fortsatz
Radix (Radices): Wurzel
Ramus (R.) (Rami [Rr.]): Zweig
Septum (Septa): Trennwand
Sinus (Sinus): Ausbuchtung
Sulcus (Sulci): Rinne, Furche
Truncus (Trunci): Ast
Tuberculum (Tubercula): Höckerchen
Tuberositas (Tuberositates): Rauigkeit
Tunica (Tunicae): Überzug, Hülle
Vas (Vasa): Gefäß
Vena [V.] (Venae [Vv.]): Vene.
Demjenigen, der diese Liste ganz genau gelesen hat, ist vielleicht aufgefallen, dass Arcus, Ductus, Plexus, Processus und Sinus sowohl in Einzahl als auch in Mehrzahl gleich geschrieben werden – sie folgen der lateinischen U-Deklination. Gesprochen gibt es aber einen feinen Unterschied: Während das „U“ in der Endsilbe bei Einzahl nur kurz gesprochen wird, wird es bei Mehrzahl zum langen „U“. Auch bei „Articulatio“ gibt es eine Besonderheit: Obwohl das „O“ am Ende einen männlichen Artikel vermuten lässt, heißt es „die Articulatio“.
In der anatomischen Terminologie setzen sich die Namen der einzelnen Strukturen oft aus 2 oder mehr Wörtern zusammen (Beispiele s. ▶ Tab. 1.1 ). Kennt man die Bedeutung der lateinischen oder griechischen Begriffe, wird meist schon aus dem Namen ersichtlich, zu welchem Organ die Struktur gehört oder welche Funktion sie hat, z.B. „Musculus flexor digitorum profundus“:
„Musculus“ bedeutet „Muskel“,
„flexor“ stammt vom lateinischen Verb „flectere“ für „beugen“,
„digitorum“ ist der Genitiv Plural von „digitus“, was „Finger“ bedeutet,
„profundus“ bedeutet „tief“.
Dieser Muskel ist also für das Beugen der Finger zuständig und liegt tief (was nahelegt, dass es auch noch einen oberflächlichen Fingerbeuger gibt).
Ein anderes Beispiel ist der Nervus glossopharyngeus: Dieser Nerv versorgt 2 Organe, nämlich die Zunge (griech. glossa) und den Rachen (griech. pharynx).
Eine weitere Eigenart der anatomischen bzw. medizinischen Terminologie besteht darin, bestimmte Begriffe entweder vor (Vorsilbe) oder hinter (Nachsilbe) den Wortstamm zu stellen. Vor- und Nachsilben, die besonders häufig vorkommen, sind in ▶ Tab. 1.2 zusammengetragen.
Tab. 1.2
Häufig vorkommende Vor- und Nachsilben.
Vor- bzw. Nachsilbe
Bedeutung
Beispiel
brady-
langsam
Bradykardie (verlangsamte Herzfrequenz)
epi-
oben, auf
Epiphyse (Knochenende)
extra-
außerhalb
extraperitoneal (außerhalb der Bauchfellhöhle gelegen)
hemi-
halb
Hemisphäre (Großhirnhälfte)
hetero-
ungleich, anders
heterogen (uneinheitlich)
homo-
gleich
homogen (einheitlich)
hyper-
über, oberhalb
Hyperaktivität (übersteigerte Aktivität)
hypo-
unter, unterhalb
Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
intra-
innerhalb
intrathorakal (im Brustkorb gelegen)
myo-
Muskel
Myokard (Herzmuskel)
peri-
um, herum
Perikard (Herzbeutel)
poly-
viel
Polysaccharide (Mehrfachzucker)
tachy-
schnell
Tachykardie (gesteigerte Herzfrequenz)
-itis
Entzündung
Kardiomyokarditis (Herzmuskelentzündung)
-pathie
krankhafte Veränderung
Neuropathie (Nervenerkrankung)
-osis/-ose
chronisch degenerativer Prozess
Osteoporose (krankhafter Knochenabbau)
Im Rettungsdienst kommt man um Messgrößen und ihre Einheiten nicht herum, sei es beim Blutdruckmessen oder bei der Dosierung der Medikamente. Um verschiedene Werte untereinander besser vergleichbar zu machen, verwendet man heute in den meisten Ländern sog. SI-Einheiten (Système International d’Unités) ( ▶ Tab. 1.3 ).
Tab. 1.3
SI-Einheiten (Beispiele).
Größe
Einheit
SI-Basisgrößen
Länge
Meter (m)
Masse
Kilogramm (kg)
Zeit
Sekunde (s)
Stromstärke
Ampere (A)
Temperatur
Kelvin (K), Grad Celsius (°C)
Stoffmenge
Mol (mol)
davon abgeleitete Größen
Fläche
Quadratmeter (m2)
Volumen (Flüssigkeitsvolumen)
Kubikmeter (m3), (Liter [l])
Druck
Pascal (Pa)
Frequenz
Hertz (Hz)
Kraft
Newton (N)
elektrischer Widerstand
Ohm (Ω)
Leistung
Watt (W)
Energie/Arbeit
Joule (J)
Geschwindigkeit
Meter pro Sekunde (m/s)
Was jedem von den Byte der digitalen Welt vertraut ist, findet seine Anwendung auch bei anderen Messgrößen: die Vorsilben „Kilo-“, „Mega-“ und „Giga-“. So wird beispielsweise die Speicherkapazität eines USB-Sticks mit 128 MB (Megabyte) angegeben, was 128000 KB (Kilobyte) entspricht. Mit solchen Vorsilben kann allerdings nicht nur ein Vielfaches der Messgröße benannt werden, sondern auch ein Bruchteil – z.B. entspricht 1 Milliliter (ml) 1 Tausendstel Liter (l). Die Verwendung solcher Faktoren dient der Übersichtlichkeit und senkt die Fehleranfälligkeit: „1 ml“ liest sich schneller und sicherer als „0,001 l“. ▶ Tab. 1.4 gibt eine Übersicht über solche Vorsilben und ihre Bedeutung. Im medizinischen Alltag begegnen einem v.a. „Kilo-“, „Dezi-“, „Milli-“ und „Mikro-“.
Tab. 1.4
Maßeinheiten – Faktoren und Vorsilben.
Vorsilbe
in Zahlen
Faktor
Zahlwort
Peta- (P)
1000000000000000
1015
Billiarde
Tera- (T)
1000000000000
1012
Billion
Giga- (G)
1000000000
109
Milliarde
Mega- (M)
1000000
106
Million
Kilo- (k)
1000
103
Tausend
Hekto- (h)
100
102
Hundert
Deka- (da)
10
101
Zehn
1
100
Eins
Dezi- (d)
0,1
10-1
Zehntel
Zenti- (c)
0,01
10-2
Hundertstel
Milli- (m)
0,001
10-3
Tausendstel
Mikro- (µ)
0,000001
10-6
Millionstel
Nano- (n)
0,000000001
10-9
Milliardstel
Piko- (p)
0,000000000001
10-12
Billionstel
Femto- (f)
0,000000000000001
10-15
Billiardstel
