retten - Notfallsanitäter -  - E-Book

retten - Notfallsanitäter E-Book

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Beschreibung

Mach dich bereit. Für Ausbildung. Prüfung. Einsatz.

retten – Notfallsanitäter bietet dir das ganze Wissen, das du auf deinem Weg zum verantwortungsvollen Rettungs-Profi brauchst. Und du kannst lernen wie und wo du willst, denn du hast zu einem Preis gleich drei Medien: Buch plus Code zur digitalen Version plus Lern-App!

Schnell überblicken: Du orientierst dich mit Mindmaps und steigst so einfacher in die Themen ein. Doppelseitige Infografiken machen dir komplexe Sachverhalte auf einen Blick verständlich. 

Praxisnah lernen: Videos, Bilderserien und Fallbeispiele lassen dich den Rettungsalltag hautnah erleben. Scanne einfach die QR Codes im Buch und streame Videos. 

Leichter merken: RETTEN TO GO Kästen fassen die Lerninhalte kompakt für dich zusammen – auch in der passenden App. Mit interaktiven App-Funktionen wie „Merken“ und „Kann ich“ hältst du deine persönlichen Lernerfolge fest. Die App findest du kostenlos unter RETTEN TO GO - NFS in den Stores.

retten – Notfallsanitäter ist dein Einstieg in eine spannende Berufswelt. Du erfährst, wo die Herausforderungen sind, aber auch wo die Grenzen liegen:

  • professionelle Notfallmedizin (Berufsbild) 
  • Kommunikation und Interaktion im Rettungsdienst 
  • rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen 
  • notfallmedizinische Grundlagen 
  • spezielle notfallmedizinische Versorgung (inkl. Steckbriefen zu anatomisch-physiologischen Grundlagen) 
  • der Intensivtransport

retten – Notfallsanitäter. Werde das Beste, was deinen Patient*innen passieren kann.

Die Autor*innen sind in der Ausbildung von Notfallsanitäter*innen als Lehrende aktiv. Sie kennen den Rettungsdienst aus eigener Erfahrung und wissen daher sehr genau, worauf es ankommt.

Tipp: Buche optional den retten – Prüfungstrainer Notfallsanitäter dazu: Kreuze zu den Kapiteln passende Lernfragen und trainiere so für den "Ernstfall schriftliche Prüfung" (Stand August 2023: kostenpflichtig, 49,99 € / 6 Monate; 69,99 € /12 Monate).

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 3559

Veröffentlichungsjahr: 2023

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retten – Notfallsanitäter

Herausgegeben von

Sebastian Koch, Rico Kuhnke

Torsten Allenberg, Sven Baumgarten, Alessandro Bellardita, Vanessa Billing, Burghard Binting, Alice Brand, Lars Burmann, Arne Conrad, Alexander Cranshaw, Diana Drache, Caroline Eckhardt, Jennifer Eichler, Martin Eisemann, Tobias Fraatz, Jeannette Frenzel, Christian Frieß, Christian Fröhlich, Sofia Fröhlich, Florian Griff, Peter Hasselwander, Armin Heß, Jochen Hinkelbein, Andreas Hübner, Martin Jankofsky, Elisabeth Kaiserauer, Eva Kircher, Sebastian Koch, Attila Koszik, Tatjana Köwing, Nadine Kraus, Andreas Krebs, Rico Kuhnke, Raimund Lechner, Yvonne Lenhardt-Pfeiffer, Robert Leschowski, Hendrik Lösche, Daniela Mai, Heiko Meinel, Anne-Kathrin Müller, Rafael Pohlner, Johannes Pranghofer, Eva Quack, Thorsten Reimnitz, Martin Rief, Stephan Schele, Carolin Schneider, Marco Schwarz, Steffen Schweiker, Felix Steidle, Marco Steinkrauß, Carolin Thiel, Maik Thomas, Dominik Treffer, Jannis Trier, Heiko Vollert, Wolfgang C. G. von Meißner, Annett Weise, Anne Weißleder

1209 Abbildungen

Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Sie möchten Notfallsanitäterin bzw. Notfallsanitäter werden – oder sind es bereits? Herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen Beruf gewählt, in dem es Ihnen (fast) nie langweilig werden wird. Die Spannung liegt zum einen in der Natur der Sache: Im Einsatz brauchen Menschen akut Ihre Hilfe. Dabei hängt es unmittelbar von Ihnen ab, wie die Rettung durchgeführt wird. Zum anderen entwickelt sich Ihr Beruf ständig weiter. In der Notfallmedizin gibt es noch viele offene Fragen, zu denen weltweit geforscht wird. Algorithmen, Handlungsempfehlungen und Technologien werden regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst und Sie werden ständig dazulernen. Langfristig werden Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter vor Herausforderungen stehen, die heute zum Teil noch unbekannt sind. Und nicht zuletzt: Im Zentrum Ihrer beruflichen Tätigkeit steht der einzelne Mensch mit all seinen individuellen Eigenheiten. Deshalb sind im Rettungsdienst neben medizinischen und methodischen Kenntnissen vor allem Kompetenzen im sozialen, kommunikativen und emotionalen Bereich gefragt.

retten – Notfallsanitäter vermittelt Ihnen genau das Wissen, das Sie brauchen, damit Sie in diesem Umfeld verantwortlich handeln können. Zum Beispiel: Wie strukturiere ich mein Handeln nach dem cABCDE-Schema? Wie untersuche ich einen Traumapatienten in Sekundenschnelle auf lebensbedrohliche Verletzungen? Muss der Patient in die Klinik? Muss ein Notarzt nachgefordert werden? Aber auch: Wie garantiere ich den Selbstschutz für mich und mein Team? Wie kommuniziere ich in Extremsituationen mit Angehörigen? Auf (fast) alle Fragen, die sich im Einsatz stellen, finden Sie in diesem Buch eine Antwort – sodass Sie gut gewappnet in den Retter-Alltag starten können.

In diesem Sinn: Wir wünschen Ihnen auf Ihrem Weg zu diesem vielseitigen Beruf viel Erfolg und dass Ihnen dieses Buch für Ihre Ausbildung sowie darüber hinaus jederzeit ein guter Begleiter sein wird.

Ihre Fachredaktion des Georg Thieme Verlags

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort

Teil I Berufsfeld Rettungsdienst

1 Entwicklung und Struktur des Rettungsdienstes in Deutschland

1.1 Entwicklung des modernen Rettungswesens

1.1.1 Gründung der ersten Rettungsgesellschaften

1.1.2 Geschichte der Hilfsorganisationen

1.1.3 Ursprünge des organisierten Krankentransports

1.1.4 Vom Kaiserreich zur Nachkriegszeit

1.1.5 Modernes Rettungswesen

1.1.6 Notärzte im Rettungswesen

1.2 Struktur des heutigen Rettungswesens

1.2.1 Rettungskette

1.2.2 Rechtliche Grundlagen

1.2.3 Akteure

1.2.4 Finanzierung

1.3 Notfallrettungssysteme in anderen Ländern

1.3.1 Die verschiedenen Systeme

1.3.2 Ländervergleich

2 Der Notfalleinsatz

2.1 Vom Notruf zum Einsatz

2.2 Ablauf eines Notfalleinsatzes

2.2.1 Übernahme des Einsatzes

2.2.2 Weg zum Fahrzeug und Anfahrt

2.2.3 Ankunft

2.2.4 Maßnahmen

2.2.5 Patientenanmeldung

2.2.6 Transport in die Klinik

2.2.7 Übergabe

2.2.8 Herstellung der Einsatzbereitschaft

2.2.9 Nachbereitung

2.3 Einsätze mit anderen Fachdiensten

2.3.1 Einsatz mit technischer Rettung

2.3.2 Einsatz mit Luftrettung

2.3.3 Einsatz mit Wasserrettung

2.3.4 Einsatz mit Bergrettung

2.3.5 Einsatz bei MANV und MANE

2.4 Einsätze mit psychisch belastenden Situationen

3 Funktionen im Rettungsdienst

3.1 Das Rettungsteam

3.2 Qualifikationen

3.2.1 Rettungshelfer/-in (RH)

3.2.2 Rettungssanitäter/-in (RS)

3.2.3 Rettungsassistent/-in (RA)

3.2.4 Notfallsanitäter/-in (NotSan)

3.2.5 Notarzt/Notärztin (NA)

3.2.6 Leitstellendisponent/-in

3.2.7 Praktikant/-in

3.3 Schnittstellen mit BOS und anderen Organisationen

3.3.1 Polizei

3.3.2 Feuerwehr

3.3.3 Technisches Hilfswerk (THW)

3.3.4 Luftrettung

3.3.5 Wasser- und Seenotrettung

3.3.6 Bergrettung

3.3.7 Ehrenamtliche Sanitätskräfte

3.3.8 Katastrophenschutz

3.3.9 Weitere Schnittstellen

4 Einrichtungen des Rettungsdienstes und Rettungsmittel

4.1 Rettungswache

4.2 Rettungsmittel

4.2.1 Bodengebundene Rettungsmittel

4.2.2 Luftgebundene Rettungsmittel

4.2.3 Normen für Rettungsdienstfahrzeuge und deren Ausstattung

Teil II Profession Notfallsanitäter

5 Die Ausbildung zum Notfallsanitäter

5.1 Der lange Weg zum Beruf „Notfallsanitäter“

5.1.1 Nachkriegszeit: Ehrenamtliche und Transportsanitäter

5.1.2 Die 1970er und 1980er Jahre: Rettungssanitäter und Rettungshelfer

5.1.3 Die 1990er Jahre bis 2014: Rettungsassistent

5.1.4 Die letzten Schritte zum neuen Beruf

5.2 Beruf Notfallsanitäter

5.2.1 Berufliche Anforderungen

5.2.2 Gesellschaftliche Anerkennung

5.2.3 Notfallsanitäter im Kontext weiterer Gesundheitsfachberufe

5.3 Struktur der Regelausbildung

5.3.1 Zugangsvoraussetzungen

5.3.2 Ausbildungsziele, Kompetenz und Performance

5.3.3 Dauer und Ablauf der Ausbildung

5.3.4 Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung

5.3.5 Ausbildungsträger und Ausbildungsvertrag

5.3.6 Lernorte

5.3.7 Übergangsregelungen für Rettungsassistenten

6 Berufliche Perspektiven

6.1 Einführung

6.2 Fortbildung vs. Weiterbildung

6.2.1 Fortbildung

6.2.2 Weiterbildung

6.3 Fortbildungen zur Ausübung neuer Funktionen

6.3.1 Mentor/-in

6.3.2 Praxisanleiter/-in

6.3.3 Qualitätsbeauftragte/-r

6.3.4 Medizinprodukte-Beauftragte/-r

6.3.5 Beauftragte/-r für Medizinproduktesicherheit

6.3.6 Arzneimittel-Beauftragte/-r

6.3.7 Arbeitssicherheitsbeauftragte/-r

6.3.8 Hygienebeauftragte/-r und Desinfektor/-in

6.3.9 Organisatorischer Leiter bzw. Organisatorische Leiterin Rettungsdienst (OrgL RD)

6.4 Fort- und Weiterbildungen zur Ausübung neuer Rollen und Aufgaben

6.4.1 Leitungskraft im Rettungsdienst

6.4.2 Leitstellendisponent/-in

6.4.3 Lehrkraft an einer Berufsfachschule für die rettungsdienstliche Aus- und Fortbildung (Berufspädagoge/-pädagogin)

6.5 Akademisierung im Beruf

7 Professionalisierung in der Notfallrettung

7.1 Der Weg zur Profession

7.1.1 Merkmale einer Profession

7.1.2 Status quo im Beruf Notfallsanitäter

7.2 Kompetenzen in der Notfallrettung

7.2.1 Übergreifende Kompetenzen

7.2.2 Teilkompetenzen

7.3 Berufliche Ethik für Notfallsanitäter

7.3.1 Grundlagen

7.3.2 Ethische Konflikte im Rettungsdienst

7.3.3 Ethische Reflexion und Entscheidungsfindung im Rettungsdienst

8 Wissenschaftliches Arbeiten

8.1 Grundsäulen der Wissenschaft

8.2 Wissensquellen für Notfallsanitäter

8.2.1 Unstrukturierte Wissensquellen

8.2.2 Strukturierte Wissensquellen

8.3 Notfallmedizinische Forschung

8.3.1 Aufgaben notfallmedizinischer Forschung

8.3.2 Forschungsansätze

8.3.3 Forschung kritisch hinterfragen

8.3.4 Forschungsethik

8.3.5 Der Forschungsprozess

8.4 Umgang mit Forschungsarbeiten

8.5 Forschungsanwendung in der Praxis: Evidenzbasierte Notfallmedizin

8.5.1 Grundlagen einer Evidenzbasierten Notfallmedizin (EBNM)

8.5.2 Die 6 Schritte der EBNM-Methode

9 Gesundheitsförderung

9.1 Grundlagen

9.1.1 Gesundheit, Prävention und Gesundheitsförderung

9.1.2 Arbeitsschutz und personenbezogene Ressourcen

9.2 Ernährung

9.2.1 Beurteilung des Körpergewichts

9.2.2 Ernährungsempfehlungen

9.2.3 Ernährung im Schichtdienst

9.3 Schlaf

9.3.1 Schlafphasen

9.3.2 Schlaf im Schichtdienst

9.4 Rückengesundheit

9.4.1 Rückenbelastung im Rettungsdienst

9.4.2 Rückengerechtes Arbeiten

9.4.3 Rückenschonendes Mobilisieren mit den kraftsparenden Methoden der Kinästhetik

9.5 Psychische Belastungen

9.5.1 Stress und Stressbewältigung

9.5.2 Akute Belastungsreaktion

9.5.3 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

9.5.4 Burnout-Syndrom

9.5.5 Mobbing

9.6 Abhängigkeit und Missbrauch

9.7 Impfungen

Teil III Kommunikation und Interaktion

10 Psychologie und Soziologie

10.1 Einführung in die Psychologie

10.1.1 Bedürfnisse, Motive und Emotionen

10.1.2 Persönlichkeitspsychologie

10.1.3 Entwicklungspsychologie

10.1.4 Lernpsychologie (Lernen lernen)

10.1.5 Wahrnehmung und Wahrnehmungsfehler

10.2 Der Mensch zwischen Gesundheit und Krankheit

10.2.1 Grundlagen

10.2.2 Modell der Salutogenese

10.2.3 Resilienz und Vulnerabilität

10.2.4 Verhaltensänderung

10.3 Einführung in die Soziologie

10.3.1 Werte, Normen und Kultur

10.3.2 Eingliederung des Individuums in die Gesellschaft

10.3.3 Rollen

10.3.4 Bevölkerungsstruktur und demografischer Wandel

11 Grundlagen der Kommunikation

11.1 Kommunikationsformen

11.1.1 Verbale Kommunikation

11.1.2 Paraverbale Kommunikation

11.1.3 Nonverbale Kommunikation

11.1.4 Verhältnis zwischen den Formen

11.2 Kommunikation auf Augenhöhe

11.3 Kommunikationsmodelle

11.3.1 Nachrichtentechnisches Modell

11.3.2 Das Kommunikationsquadrat

11.3.3 Die 5 Axiome

11.3.4 Eisberg-Modell

11.3.5 Der personenzentrierte Ansatz

11.3.6 Die Transaktionsanalyse

11.4 Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg

11.5 Kommunikationsstörungen

11.5.1 Gestörte Informationsübermittlung

11.5.2 Missverständnisse

11.5.3 Interaktionsstörungen

11.5.4 Mangelnde Informationsweitergabe

11.6 Merkmale guter Kommunikation

11.6.1 Ich- und Du-Botschaften

11.6.2 Aktives Zuhören

11.6.3 Feedback

12 Zusammenarbeit und Kommunikation in der Notfallrettung

12.1 Teamarbeit im Rettungsdienst

12.1.1 Grundlagen

12.1.2 Phasen der Teamentwicklung

12.1.3 Interdisziplinäre Teams

12.1.4 Rollenverteilung in Teams

12.1.5 Konflikte im Team

12.1.6 Teamführung

12.2 Crisis Resource Management (CRM)

12.2.1 Was ist CRM?

12.2.2 Menschliche Faktoren

12.2.3 Fehlermanagement

12.2.4 Teamarbeit im CRM

12.3 Team Resource Management (TRM)

12.4 Kommunikation mit unterschiedlichen Personengruppen

12.4.1 Vertrauen schaffen durch Kommunikation

12.4.2 Personengruppen

12.5 Talk down

Teil IV Rahmenbedingungen für den Rettungsdienst

13 Rechtliche Rahmenbedingungen

13.1 Grundlagen der staatlichen Ordnung

13.1.1 Demokratie, Rechts- und Sozialstaat

13.1.2 Föderalismus

13.2 Das deutsche Sozialsystem (Sozialrecht)

13.2.1 Prinzipien des Sozialstaates

13.2.2 5 Säulen der Sozialversicherung

13.3 Der Begriff des Rechts

13.3.1 Recht und Gerechtigkeit

13.3.2 Rechtsquellen

13.3.3 Rechtsgebiete

13.4 Zivilrecht

13.4.1 Rechtsstellung eines Patienten im Rettungsdienst

13.4.2 Haftung und Schadenersatz

13.4.3 Aufklärung und Einwilligung

13.4.4 Betreuungsrecht und Unterbringung

13.4.5 Vorsorgeverfügungen

13.5 Strafrecht

13.5.1 Voraussetzung von Strafbarkeit

13.5.2 Körperverletzungsdelikte

13.5.3 Unterlassene Hilfeleistung

13.5.4 Aussetzung

13.5.5 Strafrechtliche Schweigepflicht

13.5.6 Bild- und Filmaufnahmen

13.5.7 Freiheitsberaubung

13.5.8 Fahrlässige Tötung

13.6 Arbeitsrecht

13.6.1 Arbeitsverhältnis und Arbeitsvertrag

13.6.2 Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen

13.6.3 Arbeitsschutz

14 Berufsrecht

14.1 Bundesrechtliche Regelungen im Rettungsdienst

14.1.1 Notfallsanitätergesetz (NotSanG)

14.1.2 Rechtliche Absicherung

14.1.3 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (NotSan-APrV)

14.2 Landesrechtliche Regelungen im Rettungsdienst

14.3 Weitere berufsrelevante Gesetze

14.3.1 Straßenverkehrsrecht

14.3.2 Arzneimittel- und Betäubungsmittelrecht

14.3.3 Medizinprodukterecht

14.3.4 Infektionsschutzrecht

15 Funk und Kommunikationsmittel

15.1 Einführung

15.1.1 Eigenschaften von Funkwellen

15.1.2 Analoger und digitaler Funk

15.1.3 Rechtliche Grundlagen

15.2 Funkgerätekunde

15.2.1 Sprechfunkgeräte

15.2.2 Inbetriebnahme

15.3 Funkbetriebskunde

15.3.1 Funkrufnamen

15.3.2 Arten von Sprechfunknachrichten

15.3.3 Notruf

15.4 Funkmeldesystem (FMS)

16 Qualitätsmanagement und Dokumentationssysteme

16.1 Qualitätsmanagement

16.1.1 Was ist Qualität?

16.1.2 Grundlagen des Qualitätsmanagements

16.1.3 Qualitätsmanagementsysteme

16.2 Dokumentationssysteme

16.2.1 Grundlagen

16.2.2 Beweisen und Nachweisen

16.2.3 Festhalten und Weitergeben von Informationen

Teil V Notfallmedizinische Grundlagen

17 Allgemeine Versorgungsgrundlagen

17.1 Vorgehen an der Einsatzstelle

17.1.1 Gefahrenerkennung

17.1.2 Nachforderung weiterer Einsatzkräfte

17.1.3 Absicherung der Einsatzstelle

17.1.4 Eigen- und Fremdschutz

17.1.5 Erste Brandbekämpfung

17.2 Einsatzstrategien

17.3 Besondere Einsatzsituationen

17.4 Basismaßnahmen in der Notfallmedizin

18 Notfallmedizinische Handlungsempfehlungen

18.1 Leitlinien

18.2 Algorithmen

18.3 Standard Operating Procedure (SOP)

18.4 Empfehlungen

18.5 Richtlinien

18.6 Weitere Schemata bzw. standardisierte Abläufe

19 Notfallmedizinische Diagnostik

19.1 Grundlagen

19.1.1 Umfeld

19.1.2 Ansprache des Patienten

19.1.3 Grundlegende Untersuchungstechniken

19.2 Der Ersteindruck

19.3 Primary Survey nach (c)ABCDE-Schema

19.3.1 c (Critical Bleeding)

19.3.2 A (Airway)

19.3.3 B (Breathing)

19.3.4 C (Circulation)

19.3.5 D (Disability)

19.3.6 E (Exposure and Environment)

19.3.7 Hauptproblem

19.3.8 Schnelle Traumauntersuchung (STU)

19.4 Anamnese bzw. Fremdanamnese

19.4.1 SAMPLER-Schema

19.4.2 OPQRST-Schema

19.5 Secondary Survey mit weiterführender Diagnostik

19.6 Apparative Diagnostik

19.6.1 Pulsoxymetrie

19.6.2 Nicht invasive Kapnometrie (NIK)

19.6.3 Blutgasanalyse (BGA)

19.6.4 Blutdruckmessung

19.6.5 Elektrokardiogramm (EKG)

19.6.6 Blutzuckermessung

19.6.7 Temperaturmessung

19.6.8 Urinstreifen

19.6.9 Notfallsonografie

19.7 Feststellung des Todes

19.7.1 Grundlagen der Leichenschau

19.7.2 Sichere und unsichere Todeszeichen

19.7.3 Feststellen der Todeszeit

19.7.4 Durchführung einer Leichenschau

19.7.5 Todesursache

19.7.6 Todesarten

20 Notfallmedizinische Techniken

20.1 Rettung und Entfernen von Schutzausrüstung

20.1.1 Rautek-Rettungsgriff

20.1.2 Entfernen von Kleidung und Helmabnahme

20.2 Immobilisierung der Wirbelsäule

20.3 Transport zum RTW

20.3.1 Führen des Patienten

20.3.2 Umlagern des Patienten

20.3.3 Fahrtrage

20.3.4 Tragestuhl

20.3.5 Tragetuch

20.3.6 Schaufeltrage

20.3.7 Spineboard

20.3.8 Vakuummatratze

20.4 Lagerungen und Haltungen

20.4.1 Rückenlagerungen

20.4.2 Sitzende Lagerung

20.4.3 Stabile Seitenlage

20.4.4 Bauchdeckenentspannte Lagerung

20.4.5 Linksseitenlage

20.4.6 Fritsch-Lagerung

20.4.7 Bauchlagerung

20.4.8 Atemerleichternde Haltungen

20.5 Techniken zur Stillung von Blutungen

20.6 Atemwegsmanagement

20.6.1 Freimachen der Atemwege

20.6.2 Sichern der Atemwege

20.7 Sauerstoffgabe (Oxygenierung)

20.7.1 Sauerstoffeinheit

20.7.2 Applikationsarten

20.7.3 Sauerstoffbedarf

20.8 Beatmung

20.8.1 Beatmung mit Beatmungsbeutel

20.8.2 Maschinelle Beatmung

20.8.3 Umgang mit beatmeten Patienten

20.9 Wärmeerhalt und Kühlung

20.9.1 Wärmeerhalt

20.9.2 Kühlung

20.10 Injektionen und Infusionen

20.10.1 Vorbereiten von Injektionen

20.10.2 Infusionen

20.10.3 Applikationstechniken

20.11 Weitere Techniken der präklinischen Notfallmedizin

20.11.1 Legen einer Magensonde

20.11.2 Entlastung eines Spannungspneumothorax

20.11.3 Entlastung einer Perikardtamponade

20.11.4 Narkose im Rettungsdienst

20.11.5 Augenspülung

20.11.6 Legen eines Harnblasenkatheters

20.11.7 Zentraler Venenzugang

21 Pharmakologie

21.1 Aktuelle Rechtsgrundlagen

21.1.1 Mögliche Rechtsfolgen

21.1.2 Pyramidenprozess

21.2 Allgemeine Pharmakologie

21.2.1 Grundbegriffe

21.2.2 Pharmakodynamik

21.2.3 Pharmakokinetik

21.2.4 Verabreichung von Arzneimitteln

21.3 Spezielle Pharmakologie

21.3.1 Infusionslösungen

21.3.2 Pharmakologie der Atmung

21.3.3 Pharmakologie des Herz-Kreislauf-Systems

21.3.4 Gerinnungsbeeinflussende Medikamente

21.3.5 Schmerzbeeinflussende Medikamente

21.3.6 Antiemetika

21.3.7 Substanzen zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen

21.3.8 Antikonvulsiva und Sedativa

21.3.9 Neuroleptika

21.3.10 Medikamente für Notfallnarkosen

21.3.11 Antidote

21.4 Hausärztliche Medikation

21.4.1 Häufige Erkrankungen in der Hausarztpraxis

21.4.2 Multimedikation

22 Hygiene und Infektionsprophylaxe

22.1 Einführung

22.1.1 Formen der Hygiene

22.1.2 Formen der Infektionsprophylaxe

22.1.3 Impfungen

22.1.4 Krankheitserreger und Infektionskrankheiten

22.2 Reinigung, Desinfektion und Sterilisation

22.2.1 Reinigung

22.2.2 Desinfektion

22.2.3 Sterilisation

22.3 Hygiene im Rettungsdienst

22.3.1 Hygieneplan

22.3.2 Standardhygienemaßnahmen

22.3.3 Persönliche Hygiene

22.3.4 Desinfektion der Haut des Patienten

22.3.5 Reinigung der persönlichen Schutzausrüstung

22.3.6 Reinigung und Desinfektion des Fahrzeugs

22.3.7 Aufbereitung von Medizinprodukten

22.4 Infektionstransporte

22.4.1 Vorbereitung

22.4.2 Durchführung

22.4.3 Nachbereitung

Teil VI Notfälle

23 Respiratorische Notfälle

23.1 Einführung

23.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

23.2.1 Aufbau der Atemwege

23.2.2 Atmung und Gasaustausch

23.2.3 Atemmechanik und Atemvolumina

23.2.4 Atemregulation

23.3 Leitsymptome

23.3.1 Dyspnoe

23.3.2 Apnoe

23.3.3 Hypoxämie und Zyanose

23.3.4 Husten und Bluthusten

23.3.5 (Atemabhängige) Thoraxschmerzen

23.4 Begleitsymptome

23.5 Untersuchung und Anamnese

23.6 Maßnahmen

23.7 Ventilationsstörungen

23.7.1 Pathophysiologie

23.7.2 Grunderkrankung COPD (chronic obstructive pulmonary disease)

23.7.3 Akute Exazerbation der COPD (AECOPD)

23.7.4 Grunderkrankung Asthma bronchiale

23.7.5 Akuter Asthmaanfall

23.7.6 Aspiration

23.7.7 Akute Tonsillitis

23.7.8 Akute Epiglottitis

23.7.9 Pseudokrupp

23.7.10 Bronchiolitis

23.7.11 Anaphylaktische Reaktion

23.7.12 Spontanpneumothorax

23.7.13 Akute Hyperventilation

23.7.14 Zentrale Atemstörungen

23.8 Perfusionsstörungen

23.8.1 Pathophysiologie

23.8.2 Lungenarterienembolie

23.9 Diffusionsstörungen

23.9.1 Pathophysiologie

23.9.2 Pneumonie

23.9.3 ARDS (acute respiratory distress syndrome)

23.9.4 Kardiales Lungenödem

23.9.5 Toxisches Lungenödem

24 Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems

24.1 Einführung

24.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

24.2.1 Herz

24.2.2 Gefäße

24.2.3 Organdurchblutung und Blutdruck

24.3 Leitsymptome

24.3.1 Thoraxschmerz

24.3.2 Dyspnoe

24.3.3 Zyanose

24.3.4 Bewusstseinseintrübung

24.3.5 Herzrhythmusstörungen

24.4 Begleitsymptome

24.5 Untersuchung und Maßnahmen

24.5.1 Untersuchung und Anamnese

24.5.2 Maßnahmen

24.6 Herzinsuffizienz

24.6.1 Grundlagen

24.6.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.6.3 Notfallversorgung des Patienten

24.6.4 Klinische Versorgung

24.7 Grunderkrankung Koronare Herzkrankheit (KHK) mit stabiler Angina pectoris

24.7.1 Grundlagen

24.7.2 Symptome und Diagnostik

24.7.3 Therapie

24.8 Akutes Koronarsyndrom (ACS)

24.8.1 Grundlagen

24.8.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.8.3 Notfallversorgung des Patienten

24.8.4 Klinische Versorgung

24.9 Herzrhythmusstörungen

24.9.1 Grundlagen

24.9.2 Symptome

24.9.3 Notfallversorgung des Patienten

24.9.4 Wichtige Rhythmusstörungen

24.9.5 Klinische Versorgung

24.10 Hypertensiver Notfall

24.10.1 Grundlagen

24.10.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.10.3 Notfallversorgung des Patienten

24.10.4 Klinische Versorgung

24.11 Angeborene Herzfehler

24.12 Endokarditis

24.12.1 Grundlagen

24.12.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.12.3 Notfallversorgung des Patienten

24.12.4 Klinische Versorgung

24.13 Myokarditis und Perikarditis

24.13.1 Grundlagen

24.13.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.13.3 Notfallversorgung des Patienten

24.13.4 Klinische Versorgung

24.14 Perikardtamponade

24.14.1 Grundlagen

24.14.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.14.3 Notfallversorgung des Patienten

24.14.4 Klinische Versorgung

24.15 Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

24.16 Akuter peripherer arterieller Gefäßverschluss

24.16.1 Grundlagen

24.16.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.16.3 Notfallversorgung des Patienten

24.16.4 Klinische Versorgung

24.17 Akuter peripherer venöser Gefäßverschluss

24.17.1 Grundlagen

24.17.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.17.3 Notfallversorgung des Patienten

24.17.4 Klinische Versorgung

24.18 Aortenruptur und Aortendissektion

24.18.1 Grundlagen

24.18.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

24.18.3 Notfallversorgung des Patienten

24.18.4 Klinische Versorgung

24.19 Lungenarterienembolie

24.20 Besonderheiten bei Patienten mit Schrittmachern oder ICDs

25 Herz-Kreislauf-Stillstand und Reanimation

25.1 Herz-Kreislauf-Stillstand (HKS)

25.1.1 Plötzlicher Herztod

25.1.2 Ursachen des Herz-Kreislauf-Stillstands

25.2 Grundlagen der Reanimation

25.2.1 Geschichte der Reanimation

25.2.2 Die Überlebenskette

25.3 Basic Life Support

25.3.1 „Prüfen“ – Indikation zur CPR klären

25.3.2 „Rufen“ – Notruf absetzen

25.3.3 „Drücken“ – die kardiopulmonale Reanimation

25.3.4 Defibrillation mit AED

25.4 Advanced Life Support

25.4.1 Erweiterte Maßnahmen bei ALS

25.4.2 Reversible Ursachen

25.5 ROSC (Return of Spontaneous Circulation)

25.5.1 Postreanimationssyndrom (PRS)

25.5.2 Maßnahmen in der Postreanimationsphase

25.6 Abbruch und Unterlassen von Reanimationsmaßnahmen

25.6.1 Entscheidungskriterien

25.6.2 Kommunikation mit den Hinterbliebenen

25.7 Mechanische Reanimationshilfen

25.7.1 Beispiele für Reanimationshilfen

25.7.2 Alltagstauglichkeit

25.8 Besonderheiten bei Kindern

25.8.1 Grundlagen

25.8.2 Feststellen eines HKS und Reanimation durch den Rettungsdienst

25.8.3 Beendigung von Reanimationsmaßnahmen bei Neugeborenen

25.9 Spezielle Reanimationssituationen

25.9.1 Reanimation von Traumapatienten

25.9.2 Reanimation von Dialysepatienten

25.9.3 Reanimation von Schwangeren

25.9.4 Reanimation bei Hypothermie

26 Synkope

26.1 Grundlagen

26.1.1 Einteilung der Synkopen

26.1.2 Pathophysiologie und Ursachen

26.1.3 Pseudosynkope

26.1.4 Medikamentöse Synkope

26.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

26.3 Notfallversorgung des Patienten

26.4 Klinische Versorgung

27 Schock

27.1 Grundlagen

27.1.1 Steckbrief Physiologie

27.1.2 Pathophysiologie und Schockphasen

27.2 Leitsymptome

27.3 Maßnahmen

27.4 Schockarten

27.4.1 Volumenmangelschock

27.4.2 Kardialer Schock

27.4.3 Anaphylaktischer Schock

27.4.4 Neurogener Schock

27.4.5 Septischer Schock

27.5 Klinische Versorgung

28 Neurologische Notfälle

28.1 Einführung

28.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

28.2.1 Nervengewebe

28.2.2 Aufgaben und Gliederung des Nervensystems

28.2.3 Zentrales Nervensystem (ZNS)

28.2.4 Peripheres Nervensystem (PNS)

28.2.5 Autonomes Nervensystem

28.2.6 Somatisches Nervensystem

28.3 Leitsymptome

28.3.1 Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit

28.3.2 Hirndruck- und Einklemmungszeichen

28.3.3 Kopfschmerzen

28.3.4 Krampfanfälle

28.3.5 Lähmungen

28.3.6 Apraxien

28.3.7 Meningismus

28.3.8 Schlaganfall

28.3.9 Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen

28.3.10 Sprach- und Sprechstörungen

28.4 Untersuchung und Anamnese

28.5 Maßnahmen

28.6 Wichtige neurologische Notfälle

28.6.1 Neurogener Schock

28.6.2 Verletzungen von Gehirn und Rückenmark

28.6.3 Hirnischämie und Hirninfarkt

28.6.4 Hirnblutungen

28.6.5 Sinus- und Hirnvenenthrombose

28.6.6 Bandscheibenvorfall

28.6.7 Infektionen des ZNS und seiner Hüllen

28.6.8 Plötzlicher Kindstod (SIDS) und BRUE

28.7 Wichtige neurologische Grunderkrankungen

28.7.1 Demenzen

28.7.2 Epilepsien

28.7.3 Multiple Sklerose (MS)

28.7.4 Morbus Parkinson

28.7.5 Primäre Kopfschmerzerkrankungen

28.7.6 Polyneuropathien

28.7.7 Hirntumoren

28.7.8 Weitere neurologische Erkrankungen

29 Notfälle der Sinnesorgane

29.1 Augennotfälle

29.1.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

29.1.2 Leitsymptome

29.1.3 Begleitsymptome

29.1.4 Untersuchung und Anamnese

29.1.5 Maßnahmen

29.1.6 Augenverletzungen

29.1.7 Netzhautablösung

29.1.8 Glaukom und Glaukomanfall

29.1.9 Besonderheiten bei Kindern

29.2 Hals-Nasen-Ohren-Notfälle

29.2.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

29.2.2 Leitsymptome

29.2.3 Untersuchung und Anamnese

29.2.4 Maßnahmen

29.2.5 Nasenbluten

29.2.6 Blutungen aus dem Mund

29.2.7 Blutungen aus dem Ohr

29.2.8 Plötzlicher Hörverlust

29.2.9 Fremdkörper in Nase oder Ohr

30 Traumatologische Notfälle

30.1 Einführung in die präklinische Traumaversorgung

30.2 Grundlagen

30.2.1 Beurteilung der Einsatzstelle

30.2.2 Primary Survey

30.2.3 Grundlegende Maßnahmen

30.2.4 Verletzungen bei speziellen Patientengruppen

30.3 Wunden

30.3.1 Wundarten

30.3.2 Wundversorgung und Blutstillung

30.4 Prellungen, Quetschungen, Frakturen

30.4.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.4.2 Kontusionsverletzungen

30.4.3 Frakturen

30.5 Kopf- und Halsverletzungen

30.5.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.5.2 Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Trauma

30.5.3 Weichteilverletzungen des Halses

30.6 Wirbelsäulenverletzungen

30.6.1 Grundlagen

30.6.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.6.3 Verletzungsmuster und Einteilung

30.6.4 Leitsymptome und Komplikationen

30.6.5 Untersuchung

30.6.6 Notfallversorgung des Patienten

30.6.7 Klinische Versorgung und Prognose

30.7 Thoraxverletzungen

30.7.1 Grundlagen

30.7.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.7.3 Verletzungsmuster und Einteilung

30.7.4 Leitsymptome

30.7.5 Untersuchung und Beurteilung

30.7.6 Notfallversorgung des Patienten

30.7.7 Klinische Versorgung und Prognose

30.7.8 Spezielle Verletzungen

30.8 Abdominalverletzungen

30.8.1 Grundlagen

30.8.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.8.3 Verletzungsmuster und Einteilung

30.8.4 Leitsymptome

30.8.5 Untersuchung und Beurteilung

30.8.6 Notfallversorgung des Patienten

30.8.7 Klinische Versorgung und Prognose

30.8.8 Spezielle Verletzungen

30.9 Verletzungen der Extremitäten

30.9.1 Grundlagen

30.9.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.9.3 Verletzungsmuster und Einteilung

30.9.4 Leitsymptome, Untersuchung und Beurteilung

30.9.5 Notfallversorgung des Patienten

30.9.6 Spezielle Verletzungen

30.10 Beckenverletzungen

30.10.1 Grundlagen

30.10.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.10.3 Verletzungsmechanismen und Einteilung

30.10.4 Leitsymptome

30.10.5 Untersuchung und Beurteilung

30.10.6 Notfallversorgung des Patienten

30.10.7 Klinische Versorgung und Prognose

30.11 Polytrauma und Kombinationsverletzungen

30.11.1 Grundlagen

30.11.2 Verletzungsmechanismen

30.11.3 Letale Trias

30.11.4 Leitsymptome

30.11.5 Untersuchung und Beurteilung

30.11.6 Notfallversorgung des Patienten

30.11.7 Klinische Versorgung und Prognose

30.12 Verbrennungen und Verbrühungen

30.12.1 Grundlagen

30.12.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

30.12.3 Verletzungsmechanismen

30.12.4 Leitsymptome und Beurteilung

30.12.5 Notfallversorgung des Patienten

30.12.6 Klinische Versorgung und Prognose

30.13 Traumatisch bedingter Schock

30.13.1 Grundlagen

30.13.2 Traumabedingte Schockarten

30.13.3 Beurteilung des Schocks

30.13.4 Schockmanagement

30.14 Traumatischer Kreislaufstillstand (TCA)

30.14.1 Grundlagen

30.14.2 Hauptursachen eines TCA

30.14.3 Weitere Ursachen

30.14.4 Allgemeines Vorgehen

31 Gastrointestinale Notfälle

31.1 Einführung

31.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

31.3 Leitsymptome

31.3.1 Akute abdominale Schmerzen

31.3.2 Übelkeit und Erbrechen

31.3.3 Abwehrspannung

31.3.4 Veränderungen des Stuhlgangs

31.3.5 Aszites

31.3.6 Ikterus

31.3.7 Leberhautzeichen

31.4 Akutes Abdomen

31.4.1 Einführung

31.4.2 Symptome

31.4.3 Körperliche Untersuchung bei akutem Abdomen

31.4.4 Notfallversorgung des Patienten

31.4.5 Klinische Versorgung

31.5 Gastrointestinale Blutung

31.5.1 Blutungen des oberen Gastrointestinaltrakts

31.5.2 Blutungen des unteren Gastrointestinaltrakts

31.5.3 Notfallversorgung des Patienten bei GI-Blutungen

31.5.4 Klinische Versorgung und Prognose

31.6 Notfälle bei entzündlichen gastrointestinalen Erkrankungen

31.6.1 Akute Appendizitis

31.6.2 Divertikulose und Divertikulitis

31.6.3 Notfälle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

31.6.4 Akute Pankreatitis

31.7 Gallenkolik, Cholezystitis und Cholangitis

31.7.1 Grundlagen

31.7.2 Symptome

31.7.3 Untersuchung

31.7.4 Notfallversorgung des Patienten

31.7.5 Klinische Versorgung

31.8 Ileus und Mesenterialinfarkt

31.8.1 Grundlagen

31.8.2 Symptome

31.8.3 Notfallversorgung des Patienten

31.8.4 Klinische Versorgung

31.9 Notfälle bei Erkrankungen der Leber

31.9.1 Grundlagen

31.9.2 Grunderkrankung Hepatitis

31.9.3 Grunderkrankung Leberzirrhose

31.9.4 Hepatische Enzephalopathie und Leberkoma

32 Endokrinologische Notfälle

32.1 Einführung

32.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

32.3 Leit- und Begleitsymptome

32.4 Anamnese und Untersuchung

32.5 Maßnahmen

32.6 Notfälle des Glukosestoffwechsels

32.6.1 Glukosestoffwechsel und Pankreas

32.6.2 Grunderkrankung Diabetes mellitus

32.6.3 Hyperglykämie

32.6.4 Hypoglykämie

32.7 Notfälle bei Schilddrüsenerkrankungen

32.7.1 Schilddrüse und Schilddrüsenhormone

32.7.2 Grunderkrankung Hyperthyreose

32.7.3 Thyreotoxische Krise

32.7.4 Grunderkrankung Hypothyreose

32.7.5 Hypothyreotes Koma (Myxödem-Koma)

32.8 Notfälle bei Erkrankungen der Nebennieren

32.8.1 Nebennieren und Hormone der Nebennieren

32.8.2 Grunderkrankung Nebennierenrindeninsuffizienz (NNRI)

32.8.3 Addison-Krise

32.9 Phäochromozytom

33 Nephrologische und urologische Notfälle, Störungen des Wasser-Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts

33.1 Einführung

33.2 Leitsymptome

33.2.1 Schmerzen

33.2.2 Hämaturie

33.2.3 Anurie und Oligurie

33.2.4 Ödeme

33.2.5 Blasenentleerungsstörungen

33.3 Begleitsymptome

33.4 Untersuchung

33.4.1 Klinische Untersuchung

33.4.2 Urinteststreifen (Urinstix)

33.5 Notfälle der Niere und der ableitenden Harnwege

33.5.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

33.5.2 Grunderkrankung chronische Niereninsuffizienz (CNI)

33.5.3 Notfälle im Zusammenhang mit CNI

33.5.4 Akutes Nierenversagen (ANV)

33.5.5 Pyelonephritis

33.5.6 Akuter Harnverhalt (Ischurie)

33.6 Nieren- bzw. Harnleiterkolik

33.6.1 Grundlagen

33.6.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

33.6.3 Notfallversorgung des Patienten

33.6.4 Klinische Versorgung und Prognose

33.7 Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts

33.7.1 Steckbrief Physiologie

33.7.2 Veränderungen des Wasser- und Natriumhaushalts

33.7.3 Hyperkaliämie

33.7.4 Hypokaliämie

33.7.5 Hyper- und Hypomagnesiämie

33.7.6 Hyper- und Hypokalzämie

33.8 Störungen des Säure-Basen-Haushaltes

33.8.1 Steckbrief Physiologie

33.8.2 Azidose und Alkalose

33.9 Notfälle und Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane

33.9.1 Steckbrief Anatomie und Physiologie

33.9.2 Akutes Skrotum

33.9.3 Priapismus

33.9.4 Paraphimose

33.9.5 Schwellkörperruptur

34 Schwangerschaftsassoziierte, geburtshilfliche und gynäkologische Notfälle

34.1 Einführung

34.2 Steckbrief Anatomie und Physiologie

34.2.1 Weibliche Geschlechtsorgane

34.2.2 Schwangerschaft

34.2.3 Ablauf der normalen Geburt

34.2.4 Wochenbett

34.3 Leitsymptome

34.3.1 Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

34.3.2 Genitale Blutungen

34.3.3 Unterleibsschmerzen

34.4 Untersuchung und Anamnese

34.5 Maßnahmen

34.6 Komplikationen in der Frühschwangerschaft

34.6.1 Extrauteringravidität (EUG)

34.6.2 Abort (Fehlgeburt)

34.7 Komplikationen in der fortgeschrittenen Schwangerschaft

34.7.1 Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie (SIH), (Prä-)Eklampsie und HELLP-Syndrom

34.7.2 Vorzeitige Wehen und (drohende) Frühgeburt

34.7.3 Vena-cava-Kompressionssyndrom

34.7.4 Vorzeitiger Blasensprung

34.7.5 Nabelschnurvorfall

34.7.6 Placenta praevia

34.7.7 Vorzeitige Plazentalösung

34.8 Geburtsbegleitung im Rettungsdienst

34.8.1 Transportentscheidung

34.8.2 Versorgung während des normalen Geburtsverlaufs

34.9 Komplikationen während der Geburt

34.9.1 Fehllagen des Kindes

34.9.2 Schulterdystokie

34.9.3 Uterusruptur

34.10 Versorgung des Neugeborenen

34.10.1 Beurteilung des Neugeborenen (APGAR-Score)

34.10.2 Erstes Stillen nach der Geburt

34.11 Komplikationen nach der Geburt

34.11.1 Postpartale Blutungen

34.11.2 Wochenbettsepsis

34.11.3 Wochenbettpsychose

34.12 Gynäkologische Notfälle

34.12.1 Ovarialtorsion

34.12.2 Toxisches Schocksyndrom (TSS)

35 Pädiatrische Notfälle

35.1 Einführung

35.2 Allgemeine Pathophysiologie kindlicher Notfälle

35.2.1 Atmungssystem

35.2.2 Kardiovaskuläres System

35.2.3 Gehirn und Nervensystem des Kindes

35.2.4 Verdauungssystem

35.2.5 Wasserhaushalt

35.2.6 Wärmehaushalt

35.2.7 Bewegungsapparat des Kindes

35.3 Untersuchung und Anamnese

35.3.1 Notfallequipment und Hilfsmittel

35.3.2 Erster Eindruck

35.3.3 Primary Survey

35.3.4 Anamnese

35.3.5 Secondary Survey

35.4 Notfalltherapeutische Maßnahmen

35.4.1 Atemwegsmanagement

35.4.2 Zugangswege

35.4.3 Medikamentendosierung

35.4.4 Transport

35.5 Leitsymptome

35.5.1 Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit

35.5.2 Dehydratation

35.5.3 Schock

35.6 Pädiatrische Notfälle

35.6.1 Respiratorische Notfälle

35.6.2 Krampfanfälle

35.6.3 Herz-Kreislauf-Stillstand und Reanimation

35.6.4 Hitzenotfälle und Verbrennungen

35.6.5 Ertrinken

35.6.6 Medikamentenintoxikation

35.6.7 Kardiale Notfälle

35.6.8 Plötzlicher Kindstod

35.6.9 Anzeichen für eine Misshandlung

35.7 Kindeswohlgefährdung im Rettungsdienst

35.7.1 Rechtsnormen

35.7.2 Konkretes Vorgehen

35.8 Ethisches Handeln bei Notfällen mit Kindern

36 Geriatrische Notfälle

36.1 Einführung

36.2 Veränderung der Organsysteme im Alter

36.3 Besonderheiten des geriatrischen Notfalls

36.3.1 Vorerkrankungen

36.3.2 Veränderte Krankheitspräsentation im Alter

36.4 Umgang mit älteren Patienten und ihren Angehörigen

36.5 Anamnese und Untersuchung

36.5.1 Primary Survey

36.5.2 Anamnese

36.5.3 Secondary Survey

36.6 Rechtliche Fragen

36.7 Geriatrische Notfälle

36.7.1 Delir

36.7.2 Sturz

36.7.3 Exsikkose

36.8 Grunderkrankung Demenz

36.8.1 Grundlagen

36.8.2 Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT)

36.8.3 Vaskuläre Demenz

36.9 Besonderheiten bei der Reanimation

37 Psychiatrische Notfälle

37.1 Einführung

37.2 Leitsymptome

37.2.1 Bewusstseinsstörungen

37.2.2 Orientierungsstörungen

37.2.3 Ich-Störungen

37.2.4 Denkstörungen

37.2.5 Störungen weiterer psychischer Funktionen

37.3 Begleitsymptome

37.4 Anamnese und Untersuchung

37.5 Krisenintervention

37.6 Unterbringung psychisch Erkrankter gegen ihren Willen

37.7 Wichtige psychiatrische Notfälle

37.7.1 Delir

37.7.2 Suizidalität

37.7.3 Akute Erregungszustände

37.7.4 Akute Belastungsreaktion

37.7.5 Akute Hyperventilation

37.7.6 Akute Angst und Panikattacken

37.8 Wichtige psychiatrische Grunderkrankungen

37.8.1 Demenz

37.8.2 Depression

37.8.3 Suchterkrankungen

37.8.4 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

37.8.5 Bipolare affektive Störung

37.8.6 Schizophrenie

37.8.7 Angststörungen

37.8.8 Somatoforme und dissoziative Störungen

38 Intoxikationen

38.1 Einführung

38.1.1 Verlauf von Vergiftungen

38.1.2 Grundlagen der Toxikologie

38.2 Leitsymptome und Toxidrome

38.2.1 Leitsymptome

38.2.2 Toxidrome

38.3 Versorgung von Patienten mit Intoxikation

38.3.1 Beurteilung der Einsatzstelle

38.3.2 Anamnese

38.3.3 Maßnahmen

38.3.4 Giftentfernung

38.3.5 Antidot-Therapie

38.3.6 Asservierung

38.3.7 Transport

38.4 Akute Vergiftungen

38.4.1 Akute Alkoholintoxikation (Ethanol)

38.4.2 Vergiftungen mit Nikotin und E-Liquids

38.4.3 Vergiftungen mit Drogen

38.4.4 Vergiftungen mit Medikamenten

38.4.5 Vergiftungen mit Methämoglobinbildnern

38.4.6 Vergiftungen im Haushalt

38.4.7 Vergiftungen mit Gasen

38.4.8 Vergiftungen mit Pestiziden

38.4.9 Lebensmittelvergiftungen

38.4.10 Pilzgifte und pflanzliche Gifte

38.4.11 Tierische Gifte

39 Infektionsnotfälle und allergische Reaktion

39.1 Grundlagen der Mikrobiologie und Infektiologie

39.1.1 Grundlagen der Mikrobiologie

39.1.2 Grundlagen der Infektiologie

39.2 Grundlagen der Immunologie

39.2.1 Steckbrief Immunsystem

39.2.2 Steckbrief lymphatische Organe

39.3 Leit- und Begleitsymptome

39.3.1 Infektionskrankheiten

39.3.2 Allergische Reaktionen

39.4 Untersuchung und Anamnese

39.4.1 Untersuchung

39.4.2 Anamnese

39.5 Maßnahmen

39.5.1 Basismaßnahmen

39.5.2 Erweiterte Maßnahmen

39.6 Wichtige Infektionen im Rettungsdienst

39.6.1 Übersicht

39.6.2 Sepsis

39.6.3 Influenza

39.6.4 COVID-19

39.6.5 Infektiöse Durchfallerkrankungen

39.6.6 Tropenkrankheiten

39.6.7 „Kinderkrankheiten“

39.6.8 Chronische Infektionskrankheiten mit Bedeutung für den Rettungsdienst

39.7 Allergische Reaktionen

39.7.1 Grundlagen

39.7.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

39.7.3 Notfallversorgung des Patienten

40 Umweltbedingte Notfälle

40.1 Hitzenotfälle

40.1.1 Grundlagen

40.1.2 Hitzekollaps

40.1.3 Hitzekrämpfe

40.1.4 Hitzeerschöpfung

40.1.5 Hitzschlag

40.1.6 Sonnenstich

40.2 Kälteschäden

40.2.1 Akzidentelle Hypothermie

40.2.2 Lokale Kälteschäden

40.3 Ertrinkungsunfälle

40.3.1 Grundlagen

40.3.2 Symptome und Differenzialdiagnosen

40.3.3 Notfallversorgung des Patienten

40.3.4 Klinische Versorgung

40.4 Tauchunfälle

40.4.1 Grundlagen

40.4.2 Unfälle beim Schnorcheln und Apnoetauchen

40.4.3 Unfälle beim Gerätetauchen

40.4.4 Notfallversorgung des Patienten

40.4.5 Klinische Versorgung

40.5 Alpine Notfälle

40.5.1 Grundlagen

40.5.2 Höhenkrankheit

40.5.3 Lawinenunfall

40.5.4 Kälteschäden im alpinen Setting

40.5.5 Hängesyndrom

40.5.6 Erschöpfung

40.5.7 Blockierung

40.5.8 Schneeblindheit

40.5.9 Weitere alpine Notfälle

40.6 Unfälle mit elektrischem Strom

40.6.1 Grundlagen

40.6.2 Symptome

40.6.3 Notfallversorgung des Patienten

40.6.4 Klinische Versorgung

40.7 Gefahrstoffunfälle

40.7.1 Grundlagen

40.7.2 Symptome

40.7.3 Notfallversorgung des Patienten

40.7.4 Klinische Versorgung

41 MANV, besondere Einsatzlagen und CBRN-Notfälle

41.1 MANV und Großschadensereignis

41.1.1 Grundlagen

41.1.2 Führungsstruktur bei MANV

41.1.3 Eintreffen am MANV-Einsatzort

41.1.4 Sichtung und Erstversorgung

41.1.5 Dokumentation

41.2 Besondere Einsatzlagen

41.2.1 Erkennen der Gefährdung

41.2.2 Taktisches Vorgehen bei besonderen Einsatzlagen

41.3 Besondere notfallmedizinische Techniken

41.3.1 Stoppen der kritischen Blutung (c)

41.3.2 Atemwegsverlegung (A)

41.3.3 Spannungspneumothorax (B)

41.4 CBRN-Notfälle

41.4.1 Grundlagen

41.4.2 Eintreffen am CBRN-Einsatzort

41.4.3 Dekontamination

41.4.4 Besonderheiten bei den einzelnen Gefahren

Teil VII Intensivtransport und Zentrale Notaufnahme

42 Der Intensivtransport

42.1 Grundlagen

42.1.1 Anforderungen und rechtliche Grundlagen

42.1.2 Intensivrettungsmittel

42.1.3 Qualifikation des Personals

42.2 Durchführung des Intensivtransports

42.2.1 Phase 1: Entscheidung

42.2.2 Phase 2: Anforderung und Vorbereitung

42.2.3 Phase 3: Arzt-Arzt-Gespräch

42.2.4 Phase 4: Übernahme des Patienten

42.2.5 Phase 5: Durchführung des Transports

42.2.6 Phase 6: Übergabe an die Zielklinik

42.3 Umgang mit Zugängen und Abgängen

42.3.1 Periphervenöser Zugang

42.3.2 Zentralvenöser Zugang

42.3.3 Arterieller Zugang

42.3.4 Blasenkatheter

42.4 Komplikationen beim Intensivtransport

43 Interdisziplinäre Notaufnahme und Notfallpflege

43.1 Einführung

43.2 Nahtstelle Präklinik/Rettungsdienst – Klinik/ZNA

43.3 Personal und Aufgaben der zentralen Notaufnahmen (ZNA)

43.3.1 Organisation und Qualifikation

43.3.2 Aufgaben der einzelnen Berufsgruppen

43.4 Ankunft in der ZNA

43.4.1 Voranmeldung

43.4.2 Übergabe an die ZNA

43.4.3 Ersteinschätzung in der ZNA

43.5 Schockraumversorgung und -management

43.5.1 Aufnahmekriterien

43.5.2 Vorgehen bei Schockraumversorgung

Teil VIII Anhang

44 Fachterminologie

44.1 Einführung

44.2 Notfall- und rettungsmedizinisch wichtige Begriffe

44.2.1 Richtungs-, Größen- Lagebezeichnungen

44.2.2 Körperachsen und Körperebenen

44.2.3 Grundbegriffe für anatomische Strukturen

44.2.4 Häufige Vor- und Nachsilben

44.2.5 Bewegungsarten

44.3 Einheiten

45 Medizinisches Fachenglisch

45.1 Die englische Sprache

45.2 Standardisierte Gesprächsführung in Englisch

45.2.1 Professional greeting and chief complaint

45.2.2 Questions according to ABCDE, SAMPLER and OPQRST

45.2.3 Suspected diagnosis

45.2.4 Approval

45.2.5 Information for the patient

46 Literatur

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum/Access Code

Teil I Berufsfeld Rettungsdienst

1 Entwicklung und Struktur des Rettungsdienstes in Deutschland

2 Der Notfalleinsatz

3 Funktionen im Rettungsdienst

4 Einrichtungen des Rettungsdienstes und Rettungsmittel

1 Entwicklung und Struktur des Rettungsdienstes in Deutschland

Definition

Rettungswesen

Das Rettungswesen ist eine öffentliche Aufgabe der organisierten nicht polizeilichen Gefahrenabwehr und der staatlichen Daseinsvorsorge und gliedert sich in Notfallrettung und Krankentransport.

Heute ist es für uns selbstverständlich, bei einem Notfall unter dem Notruf 112 zu jeder Tages- und Nachtzeit den Rettungsdienst alarmieren zu können – häufig ist bereits nach wenigen Minuten professionelle Hilfe vor Ort. Diese komfortable Situation ist das Ergebnis einer jahrhundertlangen Entwicklung, aus der insbesondere in den letzten 60 Jahren das moderne Rettungswesen entstanden ist.

1.1 Entwicklung des modernen Rettungswesens

Sebastian Koch, Marco Steinkrauß

Der Wunsch, in Not geratenen Mitmenschen zu Hilfe zu kommen, liegt in der menschlichen Natur. So wurden z.B. bereits in vorchristlicher Zeit Wiederbelebungsmaßnahmen nach Ertrinkungsunfällen durchgeführt, indem man diese kopfüber an den Füßen aufhängte – mit dem Ziel, das Wasser so wieder aus der Lunge zu entfernen (sog. Inversionsmethode). Solche aus heutiger Sicht befremdliche Techniken waren über Jahrhunderte populär. Überlieferungen von Hilfeleistungen findet man auch in der Bibel, u.a. im Neuen Testament das „Gleichnis vom barmherzigen Samariter“, der als Reisender aus Samaria einen Schwerverletzten zuerst versorgt und dann aus eigener Tasche einen Herbergswirt für dessen weitere Pflege bezahlt. Im 12. Jahrhundert entstanden ritterliche Orden, die u.a. Hospize betrieben und aus denen einige der heute tätigen Hilfsorganisationen ▶ hervorgingen.

Vom 6. bis zum 15. Jahrhundert überwog ein stark religiös orientiertes Weltbild, wonach Unfälle und Krankheit als schicksalhafte Prüfung oder Gottesstrafe angesehen wurden. Der Versuch einer Einflussnahme auf den Zeitpunkt des Todes stellte nach mittelalterlicher Ansicht ein Aufbegehren gegen die Vorsehung Gottes dar. Zahlreiche Frauen, von denen man annahm, sie praktizierten bei der Durchführung heilkundlicher Maßnahmen Zauberei bzw. stünden mit dem Teufel im Bunde, wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein Opfer der Hexenverfolgung. Eine medizinische Behandlung Verunglückter beschränkte sich im Allgemeinen auf pflegerischen Beistand. Bis in die Neuzeit stellte sich damit eine Versorgung von Hilfsbedürftigen bei Unglücksfällen als spontane, zufällige oder im Sinne der Nächstenliebe religiös motivierte Handlung dar.

Erst zu Beginn der Neuzeit, also etwa ab 1500 n. Chr., führten neu gewonnene Erkenntnisse zur Anatomie und Physiologie des Menschen zu einer veränderten Wahrnehmung von Krankheit. Diese wurde fortan als behandelbare Fehlfunktion eines naturwissenschaftlich erklärbaren Organismus betrachtet. Im Jahr 1543 veröffentliche Andreas Vesalius nach zahlreichen Sektionen den ersten anatomischen Atlas „De humani corporis fabrica libri septem" (deutsch: Sieben Bücher über den Aufbau des menschlichen Körpers) ▶ Abb. 1.1). Er gilt als Begründer der modernen Anatomie.

Titelblatt „De humani corporis fabrica libri septem“ (Vesals Anatomie).

Abb. 1.1 Holzschnitt, ca. 43 × 28 cm. Künstler: Jan Stephan von Kalkar.

(Quelle: © Rijksmuseum Amsterdam, Niederlande.)

1.1.1 Gründung der ersten Rettungsgesellschaften

Im 18. Jahrhundert wurden Unfälle nicht mehr als schicksalhaftes Ereignis betrachtet, sondern immer mehr als Notlagen wahrgenommen, die Hilfe erforderten. Noch fehlte es allerdings an einer Organisationsstruktur, die auf den Transport und die medizinische Versorgung ausgerichtet war.

Besonders im Fokus stand der Erstickungstod Ertrinkender. Mithilfe amtlicher Verfügungen (Rettungsordnungen) sowie medizinischer Vorlesungen, die u.a. eine zeitgenössische Anleitung zur Versorgung bei Scheintod enthielten, sollte die Zahl der Ertrinkungs- und Unfallopfer gesenkt werden ( ▶ Abb. 1.2). Für die erfolgreiche Rettung der durch „plötzliche Zufälle“ verunglückten Personen wurde eine Belohnung in Aussicht gestellt. Besonders in den am Wasser gelegenen Städten mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte und den häufigen Ertrinkungsunfällen wurde die Notwendigkeit von Rettungseinrichtungen erkannt. In Amsterdam und Hamburg entstanden daraufhin die ersten Rettungsgesellschaften:

1767 fanden in Amsterdam Bürger in der Gesellschaft zur Rettung Ertrinkender (Maatschappij tot Redding van Drenkelingen) zusammen.

1768 gründeten sich nach diesem Vorbild Rettungsgesellschaften in Hamburg und weiteren europäischen Städten.

Bereits damals kam der Gedanke auf, speziell ausgebildete „Rettungsmänner“ einzusetzen, z.B. aus den Reihen der Feuerwehr. Die Menschenrettung wurde immer mehr als öffentliche Aufgabe begriffen. Erste Rettungsstationen entstanden wegen der Vielzahl der Ertrinkungsopfer meist in der Nähe von Flussläufen.

Anleitung zur Rettung Ertrunkener (1675).

Abb. 1.2 Titelblatt eines Nachdrucks der Schrift des Lausitzer Pfarrers Sebastian Weiss aus Dittersbach in der Lausitz über die Wiederbelebung Ertrunkener.

(Aus: Scholz J, Sefrin P, Böttiger B (Hrsg.): Notfallmedizin. Stuttgart: Thieme; 2013. Foto: © Ludwig Brandt.)

Oft waren auch Katastrophenfälle Auslöser für die Gründung von Rettungsgesellschaften, z.B.:

Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft: Sie wurde am Folgetag des verheerenden Brands des Wiener Ringtheaters am 8. Dezember 1881 gegründet, bei dem mind. 348 Menschen ihr Leben verloren.

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Auslöser ihrer Gründung am 19. Oktober 1913 war der Zusammenbruch der Landungsbrücke Binz am 28. Juli 1912.

Nach Gründung der ersten Rettungsgesellschaften verfasste eine Reihe von Ärzten Abhandlungen, die für die Unterweisung von Laien in Erster Hilfe bestimmt waren.

In den folgenden Jahrzenten stagnierte die Entwicklung des zivilen Rettungswesens. Den in Europa herrschenden Kriegen geschuldet, wurden die behördlichen Bemühungen auf das Militärwesen ausgerichtet.

1.1.2 Geschichte der Hilfsorganisationen

Die Wurzeln der Hilfsorganisationen, die auch heute noch Akteure im Rettungswesen sind, reichen zum Teil Jahrhunderte zurück. In ihrer derzeitigen Form gründeten sich die Hilfsorganisationen etwa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Fortschritte in der Infektionsprophylaxe, der Asepsis, der Wundbehandlung und der Chirurgie ermöglichten Therapien, bei denen der Faktor Zeit an Wichtigkeit gewann. Das Rettungswesen stand zu dieser Zeit unter der Prämisse: „Der erste Verband und der erste Transport entscheiden über das Schicksal des Verletzten.“ Aufgaben der frühen Hilfsorganisationen waren hauptsächlich, einen einfachen Notverband anzulegen und einen zügigen sachgerechten Transport des Verletzten zu einem Arzt durchzuführen. Die frühzeitige Erste Hilfe durch geschulte Laien ist noch heute wesentlicher Bestandteil bei der professionellen Notfallversorgung.

Johanniter und Malteser Der Ritterliche Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem gehört zu den ältesten geistlichen Ritterorden. Kaufleute aus Amalfi (Italien) gründeten zwischen 1048 und 1071 in Jerusalem ein Hospiz für arme und kranke Pilger, das von einer Laienbruderschaft geleitet wurde. Nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des Ersten Kreuzzuges im Jahre 1099 schlossen sich christliche Ritter der Laienbruderschaft an.

Rund 15 Jahre später betrieb der Orden bereits 7 Hospitäler in den Herkunftsländern der Ordensritter (Italien und Frankreich) und konnte sich durch Landzukäufe im 14. Jahrhundert auch über Griechenland bis nach Kleinasien ausbreiten. Damit lässt er sich als erste übernationale Gemeinschaft Europas bezeichnen. Im Jahr 1530 wurde der Orden von Kaiser Karl V. mit Malta belehnt. Im Jahr 1538 entstand ein protestantischer Zweig des Ordens, der bis heute Johanniterorden heißt, sowie ein katholischer Zweig des Ordens, der bis heute Malteserorden (ursprünglich: Souveräner Malteser Ritter Orden) genannt wird.

Beide Ordensgemeinschaften leisteten bereits Hilfseinsätze in Kriegsgebieten, bevor im Jahr 1864 in der ▶ 1. Genfer Konvention eine bessere Versorgung von Verwundeten vertraglich vereinbart wurde. In teils selbst organisierten Lazaretteinrichtungen widmeten sie sich der Kranken- und Verwundetenpflege und transportierten Verletzte in Hospitäler.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten die Ordensgemeinschaften in der Bundesrepublik Deutschland 1952 die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und 1953 den Malteser Hilfsdienst (MHD) als Sanitäts- und Wohlfahrtsorganisationen, die sich seither am Rettungsdienst beteiligen.

Arbeiter-Samariter-BundSeinen Ausgang nahm das zivile Samariterwesen in Deutschland im Jahr 1882 in Kiel, wo Prof. Friedrich von Esmarch seine Mitbürger in Erster Hilfe bei plötzlichen Unglücksfällen unterrichtete. Nach dem Vorbild der englischen „St. John’s Ambulance Association“, einer seit 1877 bestehenden englischen Rettungsorganisation, gründete er den ersten bürgerlich dominierten Samariterverein. Seine Vorträge veröffentlichte Esmarch in dem Leitfaden „Die erste Hülfe bei plötzlichen Unglücksfällen“. Angelehnt an diesen Leitfaden erschienen in den Folgejahren zahlreiche Lehrbücher zum Thema Erste Hilfe.

Mit der landesweiten Gründung von Samariterschulen entstanden nationale Lehreinrichtungen zur fundierten Vermittlung des Wissens in Erster Hilfe. Die ärztlich geleiteten Kurse richteten sich vor allem an diejenigen, die von Berufs wegen häufig bei Unglücksfällen zugegen waren. Nach der Auffassung Esmarchs hingen das Leben und die Gesundheit des Verletzten vom richtigen Transport ab. Da in der Vergangenheit keine planvolle Ausbildung von Transportmannschaften stattgefunden hatte, bewirkte die Einführung des Samariterunterrichts eine qualitative Verbesserung des Krankentransportwesens. Die Vereinstätigkeit der bürgerlichen Samaritervereine kam nach dem Ersten Weltkrieg zum Erliegen.

Auch in der Arbeiterschaft wurde die Idee aufgegriffen und weitergeführt. Im Zeitalter der Industrialisierung waren Wohn- und Arbeitsverhältnisse schlecht, der Einsatz von Maschinen in den Fabriken brachte neue Unfallgefahren mit sich und der Arbeitsschutz steckte noch in den Anfängen. Zahlreiche schwere und tödliche Arbeitsunfälle veranlassten Berliner Zimmerleute 1888, einen ersten Lehrkurs in Erster Hilfe bei Unglücksfällen zu organisieren. Ihre Idee war es, dass Arbeiter zukünftig eigenständig verletzten Kollegen helfen können sollten. Aus der Arbeiterschaft gründeten sich Arbeiter-Samariter-Kolonnen, deren Aufgabe zunächst die Erstversorgung der Verletzten bei Notfällen in Betrieben und der Transport der Verletzten war.

Aus dem Zusammenschluss einzelner Arbeiter-Samariter-Kolonnen entstand 1909 der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Den Anstoß zur Gründung des Roten Kreuzes gab der Genfer Henry Dunant (1828–1910) im Jahr 1862 mit seinem Buch „Un Souvenir de Solferino“ (deutsch: Eine Erinnerung an Solferino). Darin schildert er in erschütternder Weise das Schicksal der Verwundeten aus der Schlacht von Solferino. Nahe der italienischen Stadt bekämpften sich am 24. Juni 1859 das Kaisertum Österreich und das Königreich Sardinien-Piemont und dessen Verbündeter Frankreich unter Napoleon III. Es waren verlustreiche Kämpfe, nach denen Tausende verwundete Soldaten ohne jegliche Hilfe auf dem Schlachtfeld zurückgelassen worden waren – und damit dem sicheren Tod ausgeliefert. Erst nach Tagen wurde auf Initiative Dunants hin unter Mithilfe der einheimischen Bevölkerung eine Versorgung realisiert.

Dunant plädierte für eine bessere Versorgung von Verwundeten auf dem Schlachtfeld. Nach seiner Idee sollten freiwillige Helfer in Friedenszeiten ausgebildet werden und in Kriegszeiten das Militär bei der Versorgung von Verletzten unterstützen. Dunant schlug den Abschluss eines zwischenstaatlichen Abkommens über die Neutralität der Lazarette im Felde und die Schaffung einer ständigen Organisation für die praktische Hilfeleistung an Kriegsverwundeten vor. Sein erster Vorschlag führte 1864 zur 1. Genfer Konvention, in der die Neutralität des Sanitätspersonals, der Schutz von Verwundeten und das rote Kreuz als Erkennungszeichen für geschützte Sanitätseinrichtungen im Rahmen eines völkerrechtlichen Vertrags zwischen 16 Staaten vereinbart wurden. Aus der 2. Genfer Konvention ging schließlich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hervor.

Schnell erkannten auch staatliche Stellen die Bedeutung der Freiwilligengesellschaften im Kontext künftiger militärischer Konflikte und der zivilen Gefahrenabwehr. Deutschlandweit wurde – teils staatlich initiiert – eine Vielzahl von Sanitätskolonnen ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe bestand vornehmlich in der militärisch organisierten Vorbereitung auf den Kriegssanitätsdienst. Die Ausbildung diente aber auch dazu, in Friedenszeiten Transporte von Verunglückten oder Kranken zu übernehmen sowie bei Verletzten einfache Notverbände anzulegen. Damit die Helfer rasch zur Stelle sein konnten und umgekehrt für die Bevölkerung gut erreichbar waren, unterhielten die Kolonnen eine zentral und verkehrsgünstig gelegene Sanitätswache, in späteren Jahren dann treffender als Unfallhilfsstelle bezeichnet. Die Kolonnen wurden über zahlreiche Unfallmeldestellen alarmiert. Dabei dienten häufig Wirtschaften und Ladengeschäfte als dezentrale Anlaufstelle, die über einen Telefonanschluss verfügten und dadurch mehr oder weniger Tag und Nacht erreichbar waren.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte eine Neuorganisation der Rotkreuz-Gesellschaften und zugehöriger Sanitätskolonnen mit einer verstärkten Ausrichtung auf die Friedenstätigkeit, woraus 1921 das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hervorging.

RETTEN TO GO

Geschichte der Hilfsorganisationen

Die Gründungsdaten der wichtigsten Hilfsorganisationen sind:

1099: Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem

1538: Aufteilung des Ordens in einen protestantischen (Johanniterorden) und einen katholischen Zweig (Malteserorden)

1863: Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)

1882: Deutscher Samariter-Verein in Kiel

1909: Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

1921: Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK)

1952: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH)

1953: Malteser-Hilfsdienst (MHD).

1.1.3 Ursprünge des organisierten Krankentransports

Erste Krankenhäuser Mit der Entwicklung der Städte und vor dem Hintergrund der Erkenntnisse, die im Rahmen der gewaltigen Epidemien der präantibiotischen Ära gewonnen wurden, setzte sich mehr und mehr die Ansicht durch, dass die Unterbringung der Erkrankten in besonderen Gebäuden eine soziale Notwendigkeit sei. Dies und auch eine wachsende Fürsorge für die Kranken selbst führten dazu, dass an vielen Orten ständige allgemeine Krankenhäuser eingerichtet wurden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden vor allem in den Metropolen Krankenanstalten, bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in jeder mittleren und großen Stadt Deutschlands mindestens ein Krankenhaus. Die Krankenanstalten entwickelten sich zum zentralen Ort der medizinischen Therapie, waren jedoch häufig außerhalb gelegen, da sich viele von ihnen aus ehemaligen Pesthäusern entwickelten, in denen an Pest Erkrankte vor den Toren der Städte isoliert worden waren. Aufgrund dieser dezentralen Lage wurde nun auch dem Transport der Erkrankten mehr Aufmerksamkeit zuteil.

Erste Krankentransporte Im Jahr 1850 nahm Hamburg den ersten städtischen Krankenwagen in Betrieb. Die Besatzung bestand aus zwei Krankenträgern und dem Kutscher. Einer der Krankenträger hatte während des Transports seinen Platz innerhalb des Wagens, wo sich auch eine kleine medizinische Ausrüstung (Verbandwatte, Binden und Karbolwasser zur Desinfektion) befand ( ▶ Abb. 1.3). Aufgrund des steigenden Bedarfs folgten weitere Wagen. Der Hamburger Krankentransport war unter der Polizeibehörde zentral organisiert. Auf allen Polizeiwachen im Stadtgebiet standen Räderbahren bereit, die von den Wachmannschaften für den dringenden Krankentransport genutzt wurden. Alarmiert wurden diese Wachmannschaften über das Telegrafennetz von Polizei und Feuerwehr. Auf der Zentralwache stand rund um die Uhr eine bezahlte und im Krankentransport ausgebildete Sanitätskolonne einsatzbereit. Zusätzlich waren die Wachmannschaften als Samariter ausgebildet und mit einer personengebundenen kleinen Verbandtasche ausgestattet.

Rettungskutsche.

Abb. 1.3  Rettungswesen in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

(Aus: Alberti C: Gross-Berlin (Album 1904). In: Die Berliner Unfall- und Rettungswachen. Fotograf: Waldemar Franz Hermann Titzenthaler. Eigenverlag Kaufhaus N. Israel; Berlin 1904.)

Bestrebungen zur Organisation der Hilfeleistung gab es auch in anderen Städten: Im Jahr 1897 gründete Prof. Dr. Georg Meyer die Berliner Rettungsgesellschaft. Er etablierte als erster Ärztlicher Direktor der Berliner Rettungsgesellschaft einen zentralen Rettungsdienst für die Stadt Berlin. Da Berlin seit 1881 als erste Stadt Deutschlands über ein Telefonnetz verfügte, konnten dort Erste Hilfe sowie Transport schnell organisiert werden.

In den Großstädten wurden Polizei oder Feuerwehren wegen ihrer Infrastruktur (Wachen, Telegrafen, Samariterkolonnen) mit den Aufgaben des Rettungswesens betraut. In ländlichen Regionen übernahmen freiwillig organisierte Hilfsvereine den Krankentransport und betätigten sich an stationären Rettungs- und Unfallstationen.

RETTEN TO GO

Ursprünge des organisierten Krankentransports

Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden vor allem in den Metropolen Krankenanstalten. Aufgrund ihrer meist dezentralen Lage erhielt zunehmend auch der Transport der Erkrankten mehr Aufmerksamkeit. Im Jahr 1850 nahm Hamburg den ersten städtischen Krankenwagen in Betrieb. Im Jahr 1897 wurde die Berliner Rettungsgesellschaft mit zentralem Rettungsdienst gegründet.

1.1.4 Vom Kaiserreich zur Nachkriegszeit

Deutsches Kaiserreich und Weimarer Republik Um die Jahrhundertwende waren im Rettungswesen sehr unterschiedliche Strukturen entstanden. Das Spektrum der Beschäftigten in der Krankenbeförderung reichte vom geschulten hauptamtlichen Mitarbeiter über den ärztlich unterrichteten Ehrenamtlichen bis hin zum unqualifizierten privaten Fuhrunternehmer. Zwischen Städten und ländlichen Regionen war ein qualitatives Gefälle entstanden. Im deutschen Kaiserreich wurde die Notwendigkeit einheitlicher Qualitätsstandards für das Rettungswesen erkannt, Ansätze einer stärkeren Institutionalisierung des Rettungswesen wurden aber durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Es kam zu einer Schwerpunktverlagerung im Krankentransport, militärische Zwecke waren nun vorrangig. Nach dem Krieg wurde 1926 mit den „Grundsätzen für den planmäßigen Aufbau und die Ordnung des Rettungs- und Krankenbeförderungswesens“ erneut eine Initiative gestartet, um die Unfallversorgung im Zeitalter der Automobilisierung in den Großstädten zu verbessern.

Nationalsozialismus Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde der Krankentransport im Sinne der „Gleichschaltung“ komplett umgestaltet. Die Vielfalt von karitativen Organisationen, kommunaleigener Krankentransportdienste, Feuerwehren, Polizei, Rettungsverbände und privaten Fuhrunternehmen, die in der Weimarer Republik am Krankentransport beteiligt waren, wurde sukzessive eingeschränkt und aus militärischen Erwägungen zu großen Teilen dem Roten Kreuz unterstellt.

Zu dieser Zeit galt es auch aus medizinische Sicht, die Notfallversorgung neu zu gestalten, insbesondere sollte die Unfallrettung effektiver werden. Der Heidelberger Chirurg Prof. Dr. Martin Kirschnerpostulierte auf dem Deutschen Chirurgenkongress 1938: „Der Arzt soll zum Verletzten kommen, nicht aber der Verletzte zum Arzt!“ Seine Idealvorstellung war ein Arzt, der einen Schwerverletzten an der Unglücksstelle aufsucht, hier die wichtigsten ärztlichen Maßnahmen durchführt und den Verletzten betreut, bis dieser ohne Schwierigkeiten abtransportiert werden kann. Nach seiner Ansicht schadete der langwierige, unsachgemäße und schmerzhafte Transport dem Patienten mehr als die eigentliche Verletzung. Die Forderung von Kirschner verhallte jedoch wirkungslos. Durch den unmittelbar bevorstehenden Zweiten Weltkrieg richtete sich auch das zivile Rettungswesen nach militärischen Gesichtspunkten aus.

Ende des Zweiten Weltkriegs Bei Kriegsende bot der Krankentransport ein erschütterndes Bild. Die Fahrzeuge waren teilweise zerstört, beschlagnahmt oder konnten aufgrund fehlender Ersatzteile oder mangels Treibstoffes nicht mehr in Betrieb genommen werden. Das Sanitätspersonal musste sich um das eigene Überleben und das der Familie kümmern. Vom Krieg gezeichnete Sanitätskräfte fuhren mit mühsam instandgesetzten Fahrzeugen die Patienten in überfüllte Krankenhäuser. Es mangelte an notwendigen medizinischen Materialien wie Verbandstoffen, die zur einfachsten Ersten Hilfe benötigt wurden.

Nachkriegsjahre In den Nachkriegsjahren begann eine Reorganisation des Rettungswesens, die Hilfsorganisationen formierten sich neu (s.o.). Die Länder übertrugen – abhängig von ihrer jeweiligen Besatzungsmacht – die Organisation des Krankentransports und des Rettungswesens entweder an die Sanitätsorganisationen (DRK, ASB, JUH, MHD) oder die Kommunen und damit die ▶ Feuerwehr.

Im Zuge des einsetzenden „Wirtschaftswunders“ Anfang der 1950er Jahre verbesserte sich die materielle Ausstattung des Krankentransports, den die Feuerwehren und Hilfsorganisationen durchführten.

Mit der Zwei-Staaten-Lösung für Deutschland und der daraus resultierenden permanenten Gefahr einer Ost-West-Eskalation auf deutschem Territorium war die Planung und Organisation für den Katastrophenfall zentrales Ziel staatlicher Bemühungen. Als Vorbereitung für eine befürchteten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes wurde mit dem Aufbau von Zivilschutzeinrichtungen begonnen. Die so entstandenen materiellen und personellen Ressourcen begünstigten den Ausbau eines zivilen Krankentransport- und Unfallrettungswesens.

Es wurde ein System aus dezentralen Unfallmeldestellen und stationären Unfallhilfsstellen geschaffen, das sich auf die Einsatzbereitschaft ehrenamtlicher Kräfte aus der Bevölkerung stützte. Die Ausbildung der Helfer erfolgte in Eigenregie der Hilfsorganisationen. Sie war notdürftig und nicht einheitlich geregelt. So besaß ein Sanitäter damals nur Kenntnisse, die man ihm innerhalb 1 Woche vermittelt hatte. Dieser minimalistische Ansatz spiegelte sich auch in der Tätigkeit selbst wider: Insbesondere bei Schwerkranken oder -verletzten versuchte der Fahrer, schnellstmöglich das Krankenhaus zu erreichen. Eine Versorgung während des Transports war kaum möglich, das zur Verfügung stehende Material – meist Verbandszeug und eine Trage – und die Qualifikation der Besatzung reichten lediglich für Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die räumlichen Verhältnisse im Fahrzeug boten für eine Versorgung des Patienten während des Transports nicht den nötigen Platz, angesichts der üblichen Ein-Mann-Besatzung auf den Fahrzeugen war dies aber ohnehin nicht realisierbar. Dadurch, dass sich die Betreuung des Patienten notgedrungen auf die Beobachtung im Rückspiegel beschränkte, wurde der Begriff „Rückspiegelrettung“ geprägt.

Die bislang favorisierte Laienhilfe schien für den Kriegsfall ausreichend, ließ aber nur Raum für einen quantitativen Ausbau des Rettungswesens. Für eine qualitative Weiterentwicklung war das bestehende System nicht geeignet. Vor allem bei der Unfallrettung wurden deutliche Defizite sichtbar. In den meisten Bundesländern gab es keine einheitliche Notrufnummer, es existierten kaum Rettungsleitstellen zur Einsatzkoordination und es bestanden nur wenige gesetzliche Regelungen. Mangels eines flächendeckenden Notrufsystems musste im Notfall zunächst die Polizei angerufen werden, die dann den Unfalltransportwagen bestellte. Dieser war meistens ohne Funk und häufig nur mit dem Fahrer besetzt. Viele Unfallopfer erlagen während des Transports ihren Verletzungen.

1.1.5Modernes Rettungswesen

Mit der rasanten Zunahme des Straßenverkehrs kam es in den 1960er Jahren zu einem sprunghaften Anstieg der Unfälle mit Verkehrstoten. Der traurige Höhepunkt in der Unfallentwicklung wurde 1970 mit mehr als 20000 Verkehrstoten und über einer halben Million Verletzter erreicht. Vor diesem Hintergrund offenbarte die bestehende Unfallrettung ihre Mängel. Dabei geriet vor allem in die Kritik, dass die Hilfe in erster Linie in einem schnellen Transport in die Klinik bestand und die Ein-Mann-Besatzung der Fahrzeuge keine Versorgung der Notfallpatienten während des Transports zuließ.

Ein tragisches Beispiel für die Unzulänglichkeiten der Unfallrettung war die erfolglose Rettung des achtjährigen Björn Steiger, der 1969 von einem Auto angefahren wurde. Trotz sofortiger Alarmierung von Polizei und Unfallrettung traf Letztere erst nach 1 Stunde am Unfallort ein. Noch während des Transports ins Krankenhaus verstarb das Kind – und zwar nicht an seinen Verletzungen, sondern an einem Schock. Björns Eltern gründeten daraufhin die Björn-Steiger-Stiftung, die sich auch heute noch tatkräftig für die Weiterentwicklung des Rettungswesens engagiert. Die Stiftung widmete sich anfangs v.a. dem Aufbau des Notrufmeldesystems ( ▶ Abb. 1.4) und einer verbesserten Ausstattung der Einsatzfahrzeuge. Dabei nutzte sie auch die Medien, die mit ihrer dramatischen Berichterstattung, wie z.B. „Beim Unfall bestimmt der Zufall“ (Der Spiegel, 21/1972), den drohende Rettungsnotstand ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte. Dadurch stieg auf politischer Ebene der Druck für eine Reform des Versorgungssystems auf struktureller (technisch-organisatorischer) Ebene und hinsichtlich der Qualifikation des Rettungspersonals.

Notrufsäule.

Abb. 1.4  In den 1970er Jahren wurden nach und nach im gesamten Bundesgebiet Notrufsäulen entlang den Autobahnen aufgestellt, damit bei Verkehrsunfällen der Rettungsdienst schneller alarmiert werden konnte.

(Quelle: © Björn Steiger Stiftung.)

1.1.5.1 Strukturelle Verbesserungen

Im Jahr 1973 wurde begonnen, ein flächendeckenden Notrufsystem („Notrufsystem 73“) aufzubauen. Außerdem mussten Organisation und Durchführung des Rettungsdienstes verbindlich geregelt werden. Nach dem Föderalismusprinzip (Artikel 30, 70 GG) ist dies auch heute noch Aufgabe der Länder und einer entsprechenden Landesgesetzgebung. Um die Interessen auf Bundesebene zu bündeln, wurde der Bund-Länder-Ausschuss „Rettungswesen“ ins Leben gerufen, der Grundsätze für die landesrechtlichen Rettungsdienstgesetze aufstellte.

Mit der Einführung der Rettungsdienstgesetze in den meisten Bundesländern begann 1975 die behördliche Reorganisation des Rettungswesens. Wichtige Rahmenbedingungen für die Notfallversorgung der Bevölkerung wurden festgelegt, Schwerpunkte waren dabei:

der Ausbau des Rettungsdienstes zu einem 24 Stunden erreichbaren, medizinischen Hilfsdienst

die Realisierung der bundeseinheitlichen kostenfreien Notrufnummern 110 und 112

die Vorhaltung genormter Rettungsfahrzeuge

die Strukturierung von Rettungsdienstbereichen.

Zukünftig galt als Grundlage für die Mindestausstattung von Krankenkraftwagen das 1967 erschienene Normblatt der Deutschen Industrie-Norm DIN 75080, was zum Einsatz standardisierter Rettungsmitteln im Bundesgebiet führte. Je nach Bauart und Ausstattung wurden Krankentransportwagen (KTW) und Rettungswagen (RTW) unterschieden. Im Zuge der europäischen Angleichung erschien 1999 die DIN EN 1789, welche die heutige Klassifizierung der Rettungsdienstfahrzeuge festlegt.

Mit der Einrichtung von definierten Rettungsdienstbereichen und der Schaffung eines dichten, bedarfsorientierten Netzes aus Rettungswachen wurde die Grundlage für eine flächendeckende Notfallversorgung geschaffen. Die ständig besetzte Rettungsleitstelle übernahm (und übernimmt noch heute) für ihren zugehörigen Rettungsdienstbereich die Koordination der Rettungseinsätze und stellte die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr, Bereitschaftsdiensten und Krankenhäusern sicher. Alle Rettungsdienstfahrzeuge wurden mit Funksprechgeräten ausgerüstet, um die Kommunikation zwischen Rettungsleitstelle und Einsatzfahrzeug zu ermöglichen ( ▶ Abb. 1.5).

Einführung der Funksprechgeräte durch die Björn Steiger Stiftung 1969.

Abb. 1.5 Feierliche Übergabe des ersten Funksprechgeräts an das Deutsche Rote Kreuz in Baden-Württemberg durch den Stiftungsgründer Siegfried Steiger am 7. November 1969.

(Quelle: © Björn Steiger Stiftung.)

Da bisher für das Bundesgebiet keine zuverlässigen statistischen Daten bezüglich des Rettungswesens erhoben worden waren, waren alle Aussagen über die Notfallrettung spekulativ bzw. spiegelten nur regionale Gegebenheiten wider. Dies änderte sich 1977, als das Verkehrsministerium erstmals einen Bericht zur Leistungsfähigkeit der Notfallrettung erstellen ließ. Dieser Bericht erschien in der Folgezeit regelmäßig.

Bald wurde auch erkannt, dass für Sekundäreinsätze (Interhospitaltransfers) speziell ausgestattete Rettungsmittel benötigt werden. Noch bis Mitte der 1970er Jahre hatte die Bundesrepublik beispielsweise eine der höchsten Säuglingssterblichkeiten unter den Industrienationen. Dazu beigetragen hat, dass Entbindungen in Frauenkliniken stattfanden, während die Säuglinge oder Frühgeburten in einem Kinderkrankenhaus behandelt werden mussten, das sich nur selten im selben Haus befand. Für solche Verlegungstransporte wurde eine besondere Ausstattung benötigt, wie z.B. ein Transportinkubator und ein Kinder-Notfallkoffer. Mit Unterstützung der Björn-Steiger-Stiftung wurde 1974 der erste Baby-Notarztwagen (Baby-NAW) in Dienst gestellt.

Für andere zu verlegende Patienten in kritischem Gesundheitszustand kamen noch bis in die 80er Jahre genormte Standardrettungsmittel wie RTW und NAW unter intensivmedizinisch teils bedenklichen Umständen zum Einsatz. Dann wurde erkannt, dass auch für diese Patientengruppe speziell qualifiziertes Personal sowie besondere Fahrzeugausbauten erforderlich sind. Seit 1987 bereichern ▶ Intensivtransportwagen (ITW) bzw. seit 1991 auch Intensivtransporthubschrauber (ITH) die Rettungsdienstlandschaft.

1.1.5.2 Verbesserte Qualifikation des Personals

In den 1960er und 1970er Jahren wurde nicht nur über die strukturelle Veränderungen im Rettungswesen debattiert, sondern auch über die Qualifizierung des Personals. Bereits 1970 kündigte die Bundesregierung im Verkehrsbericht an: „Der Notfallsanitäter wird eine bessere, vom Staat überwachte Ausbildung erhalten.“ 1973 wurde ein erster Gesetzesentwurf zum Beruf des Rettungssanitäters▶ vorbereitet. Angesichts der immensen Kosten, die bereits durch den strukturellen Ausbau des Rettungsdienstes entstanden, verzögerte sich das Berufsgesetz allerdings. Zudem bestand aus Sicht des Bundes kein allzu dringender Handlungsbedarf, denn die ehemals ausschlaggebende hohe Zahl der Verkehrsunfälle war inzwischen rückläufig.

Qualifikation „Rettungssanitäter“ Da sich also für das Berufsgesetz keine kurzfristige Regelung andeutete, legte der Bund-Länder-Ausschuss „Rettungswesen“ in Abstimmung mit den Hilfsorganisationen 1977 die „Grundsätze zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst“ (520-Stunden-Programm) ▶ vor.

Diese Empfehlungen setzten die Länder in ihren Rettungsdienstgesetzen um und regelten damit die Ausbildung des Rettungsdienstpersonals und die Besetzung der Rettungsmittel. Zielgruppe dieser 520-Stunden-Lehrgänge waren vor allem die Beifahrer der Einsatzfahrzeuge, die als Transportführer den Patienten versorgten. Eine bundesweite Anerkennung der mit einer Prüfung abgeschlossenen Qualifizierung zum ▶ Rettungssanitäter wurde im Gremium vereinbart.

Merke

Rettungssanitäter

Die Qualifizierung zum Rettungssanitäter stellte einen ersten Schritt zur Standardisierung der Ausbildung in der Notfallrettung dar und war die erste bundesweit einheitliche Qualifizierung des Personals im Rettungsdienst.

Qualifikation „Rettungsassistent“Im Zuge des fortschreitenden Ausbaus des Rettungswesens wurden immer mehr Krankentransportwagen durch höherwertig ausgestattete Rettungsfahrzeuge wie Rettungs- und Notarztwagen ersetzt. Damit wandelte sich Aufgabenspektrum weg vom Transport hin zu einer Notfallversorgung mit Schwerpunkt auf der Wiederherstellung und Stabilisierung der Vitalfunktionen. Infolgedessen änderte sich auch der Einsatzschwerpunkt: War ehemals der dominierende Einsatzanlass „Verkehrsunfall“, waren es nun internistische Notfallgeschehen. Die Institution „Rettungsdienst“ nahm immer mehr die staatliche Aufgabe der Daseinsvorsorge im Sinne der Gesundheitsvorsorge wahr.

Der neue Fokus auf der präklinischen Versorgung ließ die Verantwortung des Einsatzpersonals ansteigen. Die Fortschritte in der Notfallmedizin, das veränderte Einsatzspektrum und die wachsende Beteiligung von Notärzten stellte neue und komplexere Anforderungen an das nicht ärztliche Personal. Das 520-Stunden-Programm wurde letztlich als nicht auf Dauer geeignet angesehen, dem im Rettungsdienst tätigen Personal die für die Notfallrettung notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Im Jahr 1989 trat daher das Rettungsassistentengesetz (RettAssG)▶ in Kraft. Mit der 2-jährigen Ausbildung zum ▶ Rettungsassistenten sollte das Missverhältnis zwischen der medizinisch-technischen Ausstattung und der Qualifikation des rettungsdienstlichen Personals ausgeglichen werden.

Merke

Rettungsassistent

Der Rettungsassistent war der erste staatlich anerkannte Beruf (geschützte Berufsbezeichnung) im nicht ärztlichen Rettungsdienst.

Die Berufsgruppe der Rettungsassistenten trug die hauptsächliche Verantwortung im Rettungsdienst. Die Kritik an der unzureichenden Qualifikation des Rettungsdienstpersonals ▶ verstummte allerdings nur kurz. Eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes schien zwingend erforderlich, um den Rettungsdienst angesichts veränderter Rahmenbedingungen und Anforderungen an das Einsatzpersonal dauerhaft sicherzustellen.

Berufsbild „Notfallsanitäter“ Unter anderem der ▶ demografische Wandel, die in der Bevölkerung zunehmende Multimorbidität und eine veränderte Anspruchshaltung gegenüber dem Gesundheitswesen werden zukünftig zu immer komplexeren Situationen in der Notfallversorgung führen. Hiermit steigt auch der Anspruch an die Qualität der Berufsausbildung im Rettungsdienst. Mit Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) im Jahr 2014 entstand ein neuer Ausbildungsberuf, der dem breiten Tätigkeitsspektrum in der ▶ Notfallversorgung gerecht werden soll.

RETTEN TO GO

Modernes Rettungswesen

Die Entwicklung des modernen Rettungswesens wurde infolge des sprunghaften Anstiegs der Zahl der Verkehrstoten in den 1960er Jahren vorangetrieben (u.a. durch die Björn Steiger Stiftung):

1969: Einführung der ersten Funksprechgeräte für Krankenwagen

1973: Einführung der einheitlichen Notrufnummern 110 und 112

1975: Einführung erster Rettungsdienstgesetze in den meisten Bundesländern

1977: „Grundsätze zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst“ (520-Stunden-Programm – Rettungssanitäter)

1989: Inkrafttreten des Rettungsassistentengesetzes (RettAssG)

2014: Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG).

1.1.6 Notärzte im Rettungswesen

1.1.6.1 Entwicklung des notarztgestützten Rettungssystems

In den 1950er Jahren wurde der Vorschlag des Heidelberger Chirurgen Dr. Kirschner von 1938 wieder ▶ aufgegriffen und zur Qualitätssteigerung im Rettungswesen der Arzteinsatz an der Notfallstelle angestrebt. Damit wollten die Pioniere der Notfallmedizin die Überlebenschance von kritischen Notfallpatienten verbessern. In den folgenden Jahren wurden unterschiedliche Strategien zur Notfallversorgung erprobt. So etablierte der chirurgische Ordinarius Prof. Dr. Bauer in Heidelberg 1957 das sog. Klinomobil, einen Operationssaal auf vier Rädern, in dem mehrere Chirurgen und Pflegepersonal Notoperationen gewissermaßen auf der Straße durchführten. Diese Art der Notfallversorgung wurde allerdings wegen des großen Aufwands nach wenigen Jahren wieder aufgegeben.

Im selben Jahr nahm die Kölner Universitätsklinik den ersten regulären Notarztwagen (NAW) in Betrieb, einen zweckmäßig notfallmedizinisch ausgerüsteten und mit speziell ausgebildeten Sanitätern besetzten Transporter ( ▶ Abb. 1.6). Im Einsatzfall ergänzte ein Arzt, der am Universitätsklinikum zustieg, die Besatzung. Im Innenraum befand sich neben der von allen Seiten zugänglichen Patiententrage ein Schranksystem