REVOLUTIONÄRE - Jacques Varicourt - E-Book

REVOLUTIONÄRE E-Book

Jacques Varicourt

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Beschreibung

Bitte "nicht" lesen, wer: Keinen Sinn für Humor hat, wer noch nie Sex hatte, wer über sich selber nicht lachen kann, und wer alles, was herum um die Demokratie und Hartz 4, mehr oder weniger, in Deutschland passiert, auch nicht lachen kann. - Der ganze Kram behandelt die Zeit von 1967- 2014. Also, bleibt locker Leute. - Übrigens: NUR FÜR ERWACHSENE!!! Ina Henker ist eine "fiktive" Figur, die es in Wirklichkeit "nicht" gibt. Ein Flower-Power-Girl verändert sich, Schritt für Schritt, in den Jahren 1967-2014. Aus einer hysterischen, sexsüchtigen Demonstrantin wird eine Künstlerin mit Ansprüchen, sowie mit einem realen Blick, auf das Gegenwärtige.

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Seitenzahl: 268

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Jacques Varicourt

REVOLUTIONÄRE

Eine verantwortungslose Gesellschaftssatire

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

München, Berlin 1967/68

Heiner´s Ratschläge

Ina und der Fotograf

Demonstrationen

Anspruch auf Eigenbedarf

Neue Perspektiven

Die Dokumentation

Gestern, heute und morgen

Milleniumwechsel

Bücher, Bilder, Emotionen

Reisen ins Licht

Die Ausstellung

Weitere Bücher von Jacques Varicourt:

Impressum neobooks

Vorwort

Ina Henker erblickte im Jahre 1950 das Licht der Welt, und zwar im, vom 2ten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Hannover. Ihr Bruder Adolf war bereits 4 1/2 Jahre zuvor in den Genuss gekommen, der Welt seine Aufwartung zu machen. Beide wuchsen in, mehr oder weniger, schwierigen Verhältnissen auf, denn Vater Lutz kam erst 1949, vom Hunger gezeichnet, aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Mutter Paula war es jedoch gelungen, in einem Bauernhaus, vor den Toren der Stadt, eine einfache, aber dennoch angemessene Unterkunft zu finden. Sie, und auch Lutz, bekamen eine Beschäftigung auf dem Hof. Später jedoch bezogen sie in Hannover eine eigene Wohnung, und eröffneten 1952 einen Krämerladen.

Ina und ihr Bruder Adolf - von den Klassenkameraden auch nur abfällig als „Endsieg-Adolf“ bezeichnet-, besuchten bis in die 1960iger Jahre hinein die Realschule. Adolf war einmal sitzen geblieben, bevor er nach Beendigung seiner Schulzeit eine Lehre zum Metallfacharbeiter begann. Seine auffallend hübsche, blonde Schwester Ina, arbeitete hingegen lediglich als Verkäuferin in einer Boutique. Adolf beendete seine Lehre erfolgreich. Die Eltern waren stolz auf ihn. Und als Geschenk erhielt Adolf, das Geld für eine „Vornamens-Änderung“ im Geburtenregister. Ina bekam zum Geburtstag 1000 DM aufs Sparbuch. Die tausend Mark wollte Ina für einen späteren Urlaub nutzen, so sagte sie. Ja, und während ihr Bruder glücklich über seinen neuen Vornamen, Thomas, war, verliebte sich Ina Hals über Kopf in einen ehemaligen, und 5 Jahre älteren, Nachbarn. Er, Söhnke, war es auch, der ihr, nach einem lustigen Abend, im gegenseitigen Einvernehmen, die Unschuld nahm. - Es kam daraufhin zur Verlobung. Thomas, ihr fleißiger Bruder, war bereits verheiratet; seine Frau, Waltraud, hatte Zwillingen das Leben geschenkt. Ina sah die Gebärfreudigkeit von Waltraud mit einem Schmunzeln im Gesicht, denn sie wollte sich noch Zeit lassen mit eigenen Kindern. Geheiratet wurde allerdings, auf Drängen der besorgten Eltern, kurzfristig... und zwar standesamtlich, denn „Kirche“ war nicht so nach Ina ihrem Geschmack.

Überhaupt war Ina 1967 in einer innerlichen Umbruchphase; die Ehe langweilte sie. Sie fühlte sich zu Höherem berufen, ebenso ihr Gatte, der immer öfters in Hamburg, auf der Reeperbahn, die Damen der Nacht in Anspruch nahm, und sich anschließend hemmungslos den Schädel, bis zum Delirium, dicht soff. Söhnke seine Ausreden, gegenüber Ina, bezüglich seiner angeblichen „Geschäftsreisen“ nach Hamburg, wurden immer spektakulärer sowie verlogener. So kam es zur Trennung, und Ina tauchte über Nacht in München auf, inmitten von Hippies, von Intellektuellen, von Junkies, von Aussteigern und von Künstlern aller Art. Sie fand ein Zimmer in einer antifaschistischen Edel-Kommune; fing plötzlich an Hasch zu rauchen und wurde zu einem Flower-Power-Girl.

München, Berlin 1967/68

Es war Ende Mai 1967 als Ina Henker, unnatürlich laut schreiend, sowie völlig hysterisch, an einer Demo gegen den Vietnamkrieg, in München Schwabing, teilnahm. Sie hatte mit etlichen Gleichgesinnten vor der Demo gesoffen; mit mehreren Typen in der WG gebumst und sich anschließend, in einer Diskussion über die USA aufgeregt, die sie (die USA) so, durch ihr persönliches Auftreten, in provokanter Art und Weise, bloß stellen wollte. Ein Schild für die Demo hatte sie bereits eigenhändig fertig gemalen, und innerhalb der WG, zur Begutachtung, herumgereicht. „Raus aus Vietnam“, lautete Ina ihre simple Botschaft. Alle ihre Mitbewohner gaben sich begeistert von diesen einfachen Worten, die irgendwie ganz anders waren, als alles bisher da gewesene. - Die Demo endete, wie üblich, durch verstärkten Polizeieinsatz, durch Wasserwerfer, durch Schlägereien, durch faschistisches Gegröle der Demonstranten und durch die Präsenz von: ARD, ZDF und irgendwelchen ausländischen TV Teams, die die Demonstranten sogar noch ein bisschen ermutigten und aufstachelten, damit die Post richtig abging... in Sachen Schlägereien und so.

Nach der Demo unterhielten sich Ina und ihre Freunde, klitschnass, bei einem Joint und ein paar Flaschen Rotwein, innerhalb der WG. Aber, wer gehörte im Einzelnen zur 6 Zimmer WG in München? - Hier die Namen, und die Lebensläufe, welche jene Personen zu dem machten, was sie damals waren.

Harry: Jahrgang 1944. Marx-Bart, schulterlange, rötliche Harre, dunkelbraune Fransenlederjacke... Er war der heimliche (oder auch unheimliche) Herrscher der WG. Er war den anderen intellektuell weit überlegen, denn er hatte sein Abitur mit der Note 1,0 bestanden, obwohl böse Zungen, hinter seinem Rücken, behaupteten, der gute Harry hätte heimlich nachgeholfen, um diese 1,0 zu realisieren. Er konnte endlose Reden über anti-faschistische Politik halten, und das selbst schon beim Frühstücken mit den anderen. Ina schlief nicht nur mit ihm; Ina trieb es, aus politischen Gründen, mit fast jedem. Ina war maßlos, aufgekratzt und ungestüm, wenn es sich um intensiven Sex drehte. Harry war vernarrt in sie.

Penny: Jahrgang 1948. Halb-Engländerin; bisweilen psychisch labil und fürchterlich perspektivlos. Sie trug den engen, seitlich ein wenig geschlitzten, Minirock immer etwas kürzer als üblich. Sie war: Sehr sexy, sehr einfach zu haben, sehr locker, sehr gepflegt, dunkelhaarig und immer zugedröhnt, wenn es sich um ernste Dinge drehte, die sie eigentlich gar nicht sonderlich interessierten, weil sie mehr auf die aktuelle Musik (Rolling Stones, Beatles, Pink Floyd und Janis Joplin) Bock hatte, als auf irgendwelche politischen Themen, die ihr den Tag versauten. Dennoch, Penny war Anti-Faschistin...

Sunny: Jahrgang 1947. Brillenträger, bekennender Marxist, Kommunist und Ex-Fußballprofi aus Frankfurt... Wie er in der Kommune gelandet war, das begriff keiner, aber er war unruhig, leidenschaftlicher Anti-Faschist und ständig geil auf Ina, Penny oder Biggi. Er schnupfte Kokain, konsumierte Unmengen rezeptpflichtiger Schlaftabletten und begann jeden Tag mit einem vorgebauten Joint, bevor er zum Schnaps, bzw. zum Bier griff. 4 Gefängnisaufenthalte, aus angeblich, politischen Gründen, hatten ihn, in der WG, zu einem festen Bestandsteil gemacht. Rhetorisch war er gelegentlich zwischen: Radikal, brachial, national und völlig durchgeknallt anzutreffen, denn sein damaliges Paradies, das war die „DDR“, die er als Sonne in der Finsternis betrachtete. Für ihn war die Mauer, nicht nur irgendeine Mauer, sondern sie war der anti-faschistische Schutzwall! Neben Harry, war er übrigens der einzige, der „angeblich“ Abitur hatte, und gelegentlich zum Jähzorn neigte.

Biggi: Jahrgang 1950, genauso alt/jung wie Ina. Ja, und Biggi mochte es luftig, wenn man es auf ihre bunten Klamotten beschränkte, sie schlief mit Männern und mit Frauen, und sie fand es absolut spießig sowie faschistisch, wenn jemand anders drauf war als sie. Politisch war sie sehr weit links einzuordnen. Drogentechnisch, um das einmal, rückwirkend, klarzustellen, war sie immer an vorderster Front. Sie war von zarter Gestalt, aber umso lauter, wenn jemand ihr, in Diskussionen, zu nahe kam. Die Bundesrepublik war ihr in jeder nur erdenklichen Hinsicht, zu faschistisch. Sie war eine gebürtige Berlinerin, und ihr Standartsatz lautete: „Leute! Wir müssen nach Berlin, denn da passiert jetzt was. Ich kenne so viele Leute hier in der Umgebung, die schon längst abgehauen sind. - Es waren alles Anti-Faschisten.“

Jimmy: Jahrgang 1946. Gitarrist, Komponist, Drogendealer, drogenabhängig, fanatischer Anti-Faschist und beizeiten Gedichte-Schreiber sowie Schriftsteller. Er war vielleicht am un-politischsten in der Edel-Kommune; er war mehr so auf die Muse bedacht; Kreativität war sein Ding. Gerne schlief er mit Penny, die ihm, vom Wesen her, ähnlich war. Aber er trieb es natürlich auch mit Ina, die irgendwie nicht den Hals vollkriegen konnte, wenn die Pferde mit ihr durchgingen. Ihre Geilheit war geradezu berüchtigt... auch, wenn es ihr, mit ihm, politisch zu einseitig bzw. zu langweilig wurde. „Ich könnte nie mit einem Nazi ficken, oder mit einem reaktionären Unternehmer,“ war ihr Lebensmotto. Sein, also Jimmy´s, Zynismus jedoch, durchbrach gelegentlich, die politische Monotonie innerhalb der Kommune, was „alle“ irgendwie erfreute, besonders natürlich Ina, die im Geiste, längst schon in Berlin, auf der Straße, zusammen mit Biggi, randalierte und die Öffentlichkeit mit irgendwelchen allgemeinen politischen Thesen bombardierte und in den absoluten Wahnsinn trieb. Aber wie gesagt: Nur im Geiste.

Alle wie sie da waren, lebten von gelegentlichen Jobs, oder sie ließen sich Geld von den Eltern schicken. Geklaut wurde natürlich auch alles Mögliche und dann sofort verscherbelt. Mindestens einmal im Monat fuhr man mit dem antifaschistischen Gemeinschaftsbus, welcher Harry gehörte, nach Amsterdam und kaufte, für sich und für andere, großzügig jede Art von Drogen ein.

Über Arbeit- und über Revolution zu reden, das war eine Sache innerhalb der Kommune, aber selber in die Hände spucken, um etwas zu leisten, für sich oder für andere, nein, das war nicht die Auffassung der „Kommune München“ wie sie sich damals nannten. Arbeit, regelmäßige Arbeit, und dann auch noch für den Kapitalismus, das ging gar nicht. Und in diesem speziellen Punkt waren sich alle 6 auch immer einig, es gab nie den geringsten Streit deswegen, es war der unbezwingbare Grundgedanke des Anti-Faschismus, welcher sie zusammen schmiedete. Für die Küche, und für die Reinigung des Badezimmers, wurden allerdings die Frauen, ohne Vorbehalte, in einer erregten Grundsatzdiskussion, abkommandiert. Harry tat zwar anfänglich so, als wenn er das nicht in Ordnung finden würde, dass die Frauen in die übliche Rolle, einer reaktionären, Hausfrau gedrängt würden, aber Jimmy und Sunny hielten das für die beste Lösung. - Ja, und nur unter heftigsten Protesten, unter immer wieder kehrenden Diskussionen, mit verschiedensten Argumenten, willigten: Ina, Penny und Biggi eines Tages endlich ein, obwohl sie es faschistisch, kontra-revolutionär und spießig fanden, dass die Frauen den Männern den Dreck weg machen durften. Denn, für die schmutzige Wäsche und fürs Einkaufen waren sie ebenso zuständig. Harry hatte hierzu vorab gesagt: „In einem antifaschistischen Haushalt, welcher sich mit dem Proletariat solidarisieren will, um auf Missstände im Kapitalismus hinzuweisen, gehört es sich einfach, dass jeder seine eigene Fähigkeit mit einbringt, so dass ein kollektives Gemeinschaftsgefühl entsteht. So etwas Ähnliches kann man übrigens auch bei Karl Marx nachlesen.“ Ob das nun wirklich stimmte mit Karl Marx, dass der die Frauen in ihren typischen Rollen belassen wollte, vor der eigentlichen Revolution, das wurde von niemanden hinterfragt, man wollte keinen Ärger mit Harry. Alle vertrauten auf Harry, da seine komplizierten Argumente irgendwie einleuchtend klangen, wenn er sich pathetisch auf Marx - und dessen Thesen aus dem 19ten Jahrhundert-, berief. Marx war sowieso, in der Kommune München, zu einem Gott emporgestiegen – Zweifel an seinen Schriften, oder an einer kritischen Auslegung seiner Schriften, wurden von überhaupt niemanden geduldet, auch nicht wenn irgendwer zu Besuch kam. Marx wurde von allen wie ein Heiliger verehrt, der unfehlbar war. Und es war natürlich Harry, der mit ein paar Standartfloskeln immer wieder brillierte, gerade bei Diskussionen, in denen es sich um das Alltagsleben in der Kommune drehte. Das Jahr 1967 war demzufolge sehr vielschichtig, und nicht nur die Ermordung von Benno Ohnesorg, am 2. Juni, hatte die Studenten in Berlin erzürnt, auch in der Kommune München kam es, als sich das Jahr dem Ende neigte, aufgrund der bevorstehenden Weihnachtstage, zu unnormalen sowie heftigsten Auseinandersetzungen. Das Problem war, dass Harry der Meinung war, dass Weihnachten kein Fest der Liebe ist, sondern lediglich der Ausdruck einer faschistischen, vom Kapitalismus unterwanderten Weltanschauung sei. Harry sagte wörtlich zu den anderen, die vor ihm auf dem Boden saßen: „Wer Weihnachten feiert, und zwar so wie fast alle auf der Welt, der ist für mich ein kontra-revolutionäres Faschisten-Schwein, der nichts begriffen hat.“ Ina und die anderen nickten zwar mit den Köpfen, um Harry stillschweigend recht zu geben, trotzdem begriffen sie nicht, dass ausgerechnet er, die Festtage, in Würzburg, bei seinen Eltern und seiner Schwester verbrachte. Alle anderen blieben nämlich in der Kommune. Ja, und ohne dass es zum Krach kam, kaufte Biggi einen kleinen Tannenbaum, schmückte diesen und alle sahen sich dann, am Heiligen Abend, nach einem schönen Essen, im Fernsehen einen besinnlichen Film an, welcher von Jesus Christus handelte. Als Harry nach den Festtagen zurück in die Kommune kehrte, hatte Biggi den Baum längst schon abgeschmückt und entsorgt, so dass Harry keinen Grund hatte sich erneut aufzuregen, um seine Mitbewohner als Spießer oder gar als Faschisten sowie Kontra-Revolutionäre zu beschimpfen.

Sylvester wurde allerdings kräftig gesoffen und gefeiert, damit hatte Harry kein Problem, ganz im Gegenteil, er forderte die Frauen auf, dass sie sich alle, aus politischen Gründen, ausziehen müssten. Er, und die anderen beiden Kerle, würden sich die Augen verbinden, die Frauen müssten sich in den Räumlichkeiten verteilen, und wenn einer von den Männern eine Frau ertastet hätte, dann dürfte er mit ihr machen, was er wollte. - Dass Harry auf Sexspiele stand, das wusste jeder, aber dass er zu einer Art von Sexguru, nach indischem Vorbild geworden war, das verblüffte viele. Auch Ina war aufgrund dessen ein bisschen irritiert und verletzt, denn sie hatte immer geglaubt, dass sie ihm etwas mehr, als die zwei anderen Weiber, bedeuten würde, obwohl sie es nie offen aussprach, weil sie Angst vor seinen Worten hatte, die, durchaus, sehr weh tun konnten.

Im März 1968 tauchten Heiner Lang-Schwanz und Uschi Untermeier auf, Harry hatte die beiden eingeladen, weil Biggi endlich mit der „Münchener Kommune“ nach Berlin wollte, um sich dort, wo sie einst abgehauen war, selbst zu verwirklichen. - Harry kannte Heiner und Uschi noch aus früheren Zeiten; Heiner sollte eine große Wohnung suchen und somit den Grundstein für den Umzug endgültig festlegen. Doch vor der Arbeit kam das Vergnügen. Innerhalb der ersten 3 Tage in München hatte Heiner mehrmals mit Ina, Biggi und Penny gebumst. Uschi hingegen ließ sich von den Herren der Münchener Kommune beglücken und auf Händen tragen. Zwischendurch wurden Unmengen von Marihuana geraucht, - Alkohol floss in Strömen und dann telefonierte Heiner stundenlang mit einem Vermieter in Berlin, der eine geräumige 6 Zimmer Wohnung zur Verfügung stellen konnte. Und es klappte tatsächlich! Der „Deal“, wie er ihn nannte, war somit perfekt. Während Heiner und Uschi, am darauffolgenden Tag, total „stoned“ zurück nach Berlin flogen, wurden in der Münchener Kommune die Koffer sowie die Kartons gepackt. Drei riesige Umzugswagen waren erforderlich, um alles, was Harry und Co. nicht zurück lassen wollten, korrekt sowie unbeschädigt unterzubringen. - Es war an einem Mittwoch, als die Wagen sich langsam, Richtung Osten, in Bewegung setzten. Die Münchner Kommune war ebenfalls, komplett, mit dem Flugzeug nach Berlin-West gereist, weil Heiner ihnen, aus politischen Gründen, dazu geraten hatte. Ja, und am Freitag, dem 15. März 1968, spät am Abend, war dann endlich alles unter Dach und Fach, in Berlin, in der neuen WG, die frisch renoviert war und zudem sogar noch etwas luxuriöser war, als das, was man in München zurückgelassen hatte. Die Zimmer (sowie ein Gemeinschaftszimmer) erschienen höher, der Ausblick war irgendwie spannender und die Berliner waren auch irgendwie netter, als die Münchener Bevölkerung, redete Biggi den anderen immer wieder energisch ein. „Ich müsst da nur mal eben mehr drauf achten, dann werdet ihr mir schon recht geben,“ verkündete sie beim gemeinsamen Abendbrot. Harry sagte: „In den nächsten Tagen werde ich mich mit Rudi Dutschke treffen. Vielleicht gelingt es mir, ihn, hierher einzuladen, denn von dem, können wir alle noch was lernen.“ Doch soweit kam es unglücklicherweise nicht mehr.

Am Donnerstag, dem 11. April, schoss der völlig unbekannte Hilfsarbeiter „Josef Bachmann“ vor dem Büro des SDS am West-Berliner Kurfürstendamm dreimal auf Rudi Dutschke. Zweimal traf er ihn in den Kopf, und einmal in die linke Schulter. Dutschke erlitt lebensgefährliche Gehirnverletzungen und überlebte nur ganz knapp nach einer mehrstündigen Operation. Die Linken in Deutschland, besonders in Berlin, waren geschockt. Ina, Biggi und Penny weinten den ganzen Tag und rauchten Hasch. Harry, Sunny und Jimmy verfolgten hingegen die Meldungen zum Attentat auf Dutschke im Radio, und später dann im Fernsehen, bevor sie der Springer-Presse blutigste Rache schworen. - Es war so um 23 Uhr, da marschierten mindestens fünftausend Menschen, aufgeheizt, mit Schaum vor dem Mund und grölend, zum Hochhaus des Springer-Verlags. Dort trafen sie auf ein großes Polizeiaufgebot, das bereits, gut vorbereitet, auf sie gewartet hatte. Ina, Penny und Biggi schrien unnatürlich laut, sowie hysterisch vor sich hin; hierbei beschimpften sie die Polizisten als militante Nazischweine. Harry, Sunny und Jimmy schmissen wutentbrannt Scheiben ein, sie waren völlig außer Kontrolle, keiner konnte sie aufhalten. Im allgemeinen Hass-Ausbruch, wurden von ihnen, sowie von vielen anderen, die unverkennbaren Auslieferungsfahrzeuge des Springer-Konzerns angezündet oder umgekippt, die Stimmung war so aggressiv, dass das alles an den Beginn eines weiteren Krieges erinnerte, der nicht mehr aufzuhalten war. Es war, ohne wenn und aber, der Auftakt für Straßenschlachten, und zwar „nicht nur“ in Berlin, sondern auch in anderen deutschen Großstädten, die Revolution hatte ihren Anfang genommen. - Irgendwann endete die Demo jedoch.

Harry und Co., besonders Harry, Sunny und Jimmy hatten einiges abbekommen. Von den Polizeiknüppeln schwer gezeichnet, ließen sie sich von Ina sowie Biggi, daheim in der WG, fürsorglich verarzten. Penny baute unterdessen für jeden einen Joint, goss die Rotweingläser immer wieder voll und legte Musik von den Rolling Stones auf. Dazu tanzte sie, mit einem glimmenden Joint in der Hand. Sie war ganz woanders mit ihren Gedanken, aber das störte niemanden. Es war offensichtlich, dass nicht nur Hasch für ihre gute Laune der Auslöser war, Penny hatte gespritzt. Das wurde einen Tag später zu einem Thema, weil die anderen sich benachteiligt fühlten. Harry sagte, zu den anderen, die vor ihm, mit glasigen Augen, auf dem Boden hockten: „Wer mit anderen Revolutionären nicht teilt, oder nicht spritzt, der, oder von mir aus, diejenige, hat alle Eigenschaften eines faschistischen Kontra-Revolutionärs, und dieses Subjekt ist somit auf dem besten Wege sich in ein reaktionäres, kapitalistisches Weltbild einzufügen, welches letzten Endes nur dem Faschismus dient.“ Penny sagte daraufhin: „Wir sollten alle ganz generell auf Heroin umsteigen, oder Hasch und „H“ im Wechsel nehmen, ich teile gerne mit euch, schließlich will ich nicht als kontra-revolutionäre Faschistin abgestempelt werden. Bisher haben wir das Heroin aus Amsterdam ja immer weiterverkauft, das ist zwar in Ordnung, aber die Wirkung kommt irgendwie viel intensiver als Hasch. Ich habe noch etliche Tütchen da, das reicht für einige Tage. Und wenn der Stoff alle ist, dann kaufen wir eben neuen. Also, was ist, Leute?“ „Woher hast du überhaupt die Kohle für den Extra-Stoff?“ Fragte Sunny. „Das solltest du Jimmy fragen.“ Also sah Sunny zu Jimmy. Und der meinte nur ganz lapidar: „Ich habe einen Vertrag bei einem Musikverlag, per Post, in Hamburg unterschrieben. Und die haben mir vorab, für meine Kompositionen, 10.000 Mark auf mein Konto überwiesen, damit ich denen nicht untreu werde. Vielleicht steige ich auf lange Sicht, bei denen sogar mit ein. Das sind alles intellektuelle Anti-Faschisten, und guten Stoff liefern die mir, oder von mir aus: Uns-, auch noch, damit mir die Ideen nicht ausgehen, wenn ich am Komponieren bin. Die haben ne´ gute „Connection“ in den mittleren Orient; das mit Amsterdam wird in Zukunft nicht mehr unbedingt notwendig sein. Versteht ihr?“ Alle klatschten begeistert, fast schon euphorisch, in die Hände. Jimmy sagte: „Tja, damit wäre das Problem Heroin, für alle, ja wohl gelöst, wenn wir mal Bock drauf haben, oder?“ Ina küsste ihn daraufhin auf den Mund, und auch Harry strahlte vor Freude. Penny sowie Biggi grinsten allerdings nur so eigenartig vor sich hin, bevor sie sich küssten, um dann, im Gemeinschaftszimmer, vor den Augen der anderen, miteinander zu schlafen. Als die anderen, Penny und Biggi, so zusahen, wie sie es miteinender trieben, da verspürten sie auch „kollektiv“ eine irre Lust... Harry stürzte sich auf Ina, Jimmy und Sunny holten ihre Pimmel raus, und holten sich, jeder für sich, einen runter. - Und nachdem jeder, also alle 6, sich befriedigt fühlten, da wurde was zu saufen aus der Küche geholt, und man knallte sich die Birne zu, bis nichts mehr ging. Der nächste Morgen wurde mit einer Flasche Wodka begrüßt, 2 glimmende „Tüten Hasch“ machten die Runde, das Radio lief, Penny öffnete die Fenster im Gemeinschaftszimmer, ja und Harry blätterte in einem Buch herum, welches sich mit der Revolution und dem Sozialismus, zu Beginn des 20igsten Jahrhunderts, in Deutschland beschäftigte. Durch die Wirkung des Haschisch und des Wodkas, kam schon sehr bald eine sehr entspannte, gedämpfte Stimmung auf, die auf Jimmy jedoch inspirierend wirkte. Erst erhob er sich-, dann „verzog“ er sich, wie in Zeitlupe, in Richtung seines Zimmers, um einen Songtext zu schreiben, der sich mit der Revolution und dem Anti-Faschismus beschäftigten sollte, ließ er noch kurz die anderen wissen, bevor man ihn für den Rest des Tages gar nicht mehr sah.

Heiner´s Ratschläge

Bis tief in den November 1969 hinein lebte die Kommune unter dem Eindruck von Drogen, Alkohol und politischen Parolen. Man registrierte, mehr und mehr, die Gewaltbereitschaft der Studenten, die Umbruchstimmung, und Willy Brandt seinen weltbewegenden Satz: „Wir wollen ein bisschen mehr Demokratie wagen.“ Diese paar besinnlichen Worte hatten alle irgendwie verändert. Brandt war plötzlich der politische Übervater, der „immer“ recht hatte, der ständig zitiert- und für alles Mögliche herhalten musste, wenn die Argumente zu dünn waren, um selber einen Weg zu finden, der annehmbar sowie vertretbar war, in einer politischen Diskussion. Dennoch wurde auch weiterhin kräftig diskutiert, demonstriert und analysiert, vor allem, wenn es zu politischen Abweichungen innerhalb der WG kam. Harry sein Stuhl begann zu wackeln, er hatte den Bogen, mehr als nur einmal, überspannt. Seine ständigen Phrasen, sein ständiges Genörgel, seine ständigen Unterstellungen, dass die, oder der, nicht revolutionär genug sind oder seien, bzw. zu faschistisch sind, nein, diesen Schwachsinn konnte keiner mehr hören. Während Jimmy den ganzen Tag mit seiner Gitarre in seinem Zimmer verbrachte, und alternative, politische Musik schrieb, mussten die Frauen ständig: Putzen, waschen, bügeln sowie einkaufen - und allzeit bereit sein, weil man (also Harry, Jimmy und Sunny) das damals in München so festgelegt hatten, und keinen Grund sahen, dass das geändert werden sollte. Unter diesem Aspekt übernahm kurzerhand Sunny die Führung. Harry lag aufgrund dieser politischen sowie menschlichen Niederlage, wie er sie bezeichnete, meistens mit Heroin vollgepumpt in seinem Bett, hörte Musik oder las irgendetwas über Marx. Das Gemeinschaftszimmer bezeichnete er als: „Brutstätte des Faschismus mit kontra-revolutionären Marionetten, die überhaupt nichts begriffen hätten.“ Seine Mahlzeiten brachte ihm fortan Ina ins Zimmer, denn er wollte mit den anderen nicht mehr an einem Tisch sitzen, weil sie ihm zu spießig, zu kontra-revolutionär und zu faschistisch waren. „Das ist doch völliger Blödsinn, was du da hinter unserem Rücken behauptest,“ hatte Sunny zu ihm gesagt. Aber Harry interessierte die Meinung von Sunny und den anderen nicht mehr, sie hatten bei ihm verschissen. Er war bereits auf einem eigenen Trip, der ihn voll und ganz beherrschte. Neben seinem ausgeprägten Faible für die Schriften von Karl Marx, beschäftigte er sich immer öfters mit fernöstlicher, geheimnisvoller Kultur. - Dass er schon in früheren Zeiten „Indien“ als das wahre Paradies für sich entdeckt hatte, das war bekannt, aber dass er plötzlich nach Indien auswandern wollte, um selber Inder zu werden, das war sogar Ina neu, mit der er, gelegentlich, noch „normal“ redete.

Aufgrund dieser seltsamen Vorgänge entschied Sunny, dass die Kommune Hilfe von außen bräuchte, um wieder im Einklang mit sich selber zu sein. Er lud kurzerhand Heiner Lang-Schwanz ein, der in einer Grundsatzdiskussion, welche sogar Harry aus seinem Zimmer lockte, die Problematik neu, und innovativ, zu konstruieren versuchte. Nachdem Heiner erschienen war, stellte er sich vor das Fenster, ja und dank der Sonneneinstrahlung, in den Gemeinschaftsraum hinein, hatten alle den Eindruck, dass ein Heiliger vor ihnen stehen würde. Es war ein kalkulierter Auftritt von Heiner gewesen. Die Sonne, welche Heiner von hinten beschien, ließ ihn, durch den Lichteffekt, wenn die anderen zu ihm aufsahen, zu einem Wesen, aus einer anderen Welt werden. Die schulterlangen, dunkelblonden Locken, sowie sein komplett weißes Outfit verstärkten diesen Eindruck immens. Seine Jünger hockten mit glasigen Augen, sowie mit einem Joint in den Händen, auf dem Boden sitzend, und schauten zu ihm auf – sie klebten förmlich an seinen Lippen, welche er immer wieder auf einander presste. Heiner sagte, mit einem Hauch fürs Dramatische: „Freunde der Revolution... in einem antifaschistischen Haushalt, welcher sich mit dem Proletariat solidarisieren will, um auf die unübersehbaren Missstände im Kapitalismus hinzuweisen, gehört es sich einfach, dass jeder seine eigene Fähigkeit mit einbringt, so dass ein kollektives Gemeinschaftsgefühl entsteht. So etwas Ähnliches kann man übrigens auch bei Karl Marx nachlesen.“ Es waren (fast) exakt die gleichen Worte, welche Harry einmal verwendet hatte, als es sich um die traditionelle Rolle (putzen, waschen, kochen und die Beine breit machen etc.) der Frau drehte. Harry bewegte, als ihm das bewusst war, erschrocken seinen Kopf zur Seite, denn nach diesen ersten Worten von Heiner, wurde Harry klar, dass nun seine Autorität innerhalb der Kommune, auf den absoluten Nullpunkt gesunken war. Heiner registrierte, ein wenig beunruhigt, dass irgendetwas plötzlich nicht stimmte nach seiner Standart-Einleitung, denn alle sahen, jeweils einmal für sich, nur ganz kurz zu Harry, und verzogen dabei abfällig ihr Gesicht – Harry schämte sich zu Tode. Er rauchte unnormal heftig seinen Joint, trank direkt aus der Wodkaflasche und versuchte Haltung zu bewahren; er war nervös, enttäuscht von sich selber - und verunsichert. Dann fuhr Heiner jedoch fort, er sagte: „Ihr müsst versuchen, wann immer ihr könnt, euch von den kontra-revolutionären sowie faschistischen Vorgaben des Bürgertums zu entfernen, um dann, wenn ihr es geschafft habt, für euch selber eine akzeptable Alternative zu finden. Das fängt bei der täglichen Lektüre bereits an. Des Weiteren ist es aus meiner Sicht der Dinge kontra-revolutionär und faschistisch, wenn ihr euch in eurem Konsumverhalten, an den Werbespots, im Fernsehen orientiert.“ Penny fragte daraufhin: „Das verstehe ich jetzt nicht so ganz, könntest du bitte konkreter werden, Heiner?“ Heiner zog sich etwas Kokain rein, bevor er zu Penny, und zu den anderen lächelnd sagte: „Man muss nicht jeden Scheiß kaufen, nur weil der Werbespot durch schöne Menschen, durch schöne Musik und durch eine schöne Umgebung, einen unterschwelligen Wohlfühleffekt erzeugen soll, oder es bereits, bei einigen von euch, längst geschafft hat. Man muss sich politisch, aus sozialistischer Sicht, dagegen stellen, - alles andere wäre kontra-revolutionär und faschistisch, weil die Werbeindustrie von Leuten gesteuert wird, die lediglich den Sozialismus demontieren wollen, ich wiederhole: Demontieren. Ferner wollen die Sklavenhalter dieses Systems, die sozialistische Idee, den sozialistischen Grundgedanken, so wie ihn einst Karl Marx formuliert und niedergeschrieben hat, radikal und territorial, bekämpfen sowie vernichten. Ja, und dadurch, dann, damit, dem Faschismus die Vorarbeit zu leisten, das wollen sie im Grunde genommen, um erneut die Menschen zu verführen, und um dann, außerdem einen faschistischen Krieg zu führen. Darüber solltet ihr mal nachdenken, wenn ihr euch Abend für Abend vom Fernsehen berieselt lasst.“ „Guckst „du“ eigentlich Fernsehen?“ Fragte Jimmy. Da sagte Heiner: „Ich schaue mal rein, ja sicher, um Leute wie euch zu warnen! Damit sie nicht zu widerstandslosen Konsum-Autisten werden, die sich nicht mehr orientieren können. Ich tue es, angeekelt und mit politischer Abwehr, deshalb, da auch ich, natürlich nicht, durch unpolitische Details zu sehr in ein Spektrum geraten möchte, wo der Konsument sich mit einer Gesellschaft, ohne es zu wissen, anfreundet, die im tiefsten Innern nichts hinzugelernt hat, sondern die nach wie vor einer faschistischen Ideologie unterliegt.“ „Ist es denn generell „faschistisch“ Fernsehen zu schauen? - Ich sehe nämlich „Die Unverbesserlichen“ mit Inge Meisel so gerne, deshalb frage ich,“ sagte Penny. „Es ist, aus meiner alternativen politischen Sicht,“ meinte Heiner, „keine Erblast oder gar Erbschuld, sich auch mal kulturelle Dinge anzusehen, die einen völlig anderen politischen Stellenwert einnehmen, als z. B.: Die Unverbesserlichen, Lassie, Familie Hesselbach, oder eine Fußballweltmeisterschaft, - darum dreht es sich bei mir persönlich auch nicht. Es ist, um es auf den Punkt zu bringen, vielmehr, die Akzeptanz, die politische Akzeptanz wohlgemerkt, in einer klar strukturierten, dem Bürgertum abgewandten sozialistischen Demokratie, die Eckpfeiler für eine neue Epoche, mit sozialistischen und anti-faschistischen Maßstäben generell zu bewerten und dann dementsprechend umzusetzen. Alles andere wäre kontra-revolutionär und faschistisch. Wir müssen, und besonders ihr-, in unserer, bzw. in eurer derzeitigen politischen Stimmung, einen Weg finden, wie wir Gemeinsamkeiten entwickeln, die dann zu einem Anhaltspunkt, und zu einem Gegenpol, der gegebenen reaktionären Stimmungsbilder werden. Damit ihr, in eurer Phase der Intoleranz und Selbstverständlichkeit, trotzdem untereinander entscheiden könnt, und zwar auf einer kommunikativen sowie gemeinsamen, sozialistischen Ebene, was für euch wirklich gut ist... das meine ich damit. Denn darauf kommt es letzten Endes an, dass das Stimmungsbild nicht durch negative Energien in sich selber zerfällt, oder einen kontra-revolutionären Charakter bekommt.“ „Wo ist eigentlich, Uschi?“ Fragte Jimmy zwischendurch. „Uschi ist im Moment, weil „ich ihr“ dazu geraten habe, auf einer Studenten-Demo gegen den aufflammenden Faschismus in der bürgerlichen Mitte, wie er meiner Meinung nach konstruktiv bekämpft werden sollte.“

Und in der Tat, während Heiner, seine Ratschläge, politisch sowie sozialistisch, gut verpackt, zu formulieren wusste, rannte Uschi mit einem Megaphon (und mit mehreren hundert Studenten im Anhang) durch Berlin.

„Könnten wir vielleicht mal eine kleine Pause machen?“ Fragte Sunny. „Ja, gut,“ sagte Heiner, „eine kleine Pause ist OK. Ich hätte jetzt sowieso Lust mit Biggi zu bumsen. Also, erhob sich Biggi und ging zusammen mit Heiner in ihr Zimmer und verschloss die Tür. Nach ungefähr 3 bis 4 Minuten konnten die anderen im Gemeinschaftsraum, Biggi und Heiner ziemlich laut bumsen hören. Biggi schrie wie am Spieß: „Tiefer, fester, hau ihn rein – gibt’s mir, Heiner. Oh, oh, oh... oh mein Gott, ich glaube ich werde wahnsinnig. Heiner! Heiner! Heiner! Oh mein Gott, Heiner!“ Das ging mindestens eine halbe Stunde so, dann spritzte Heiner Lang-Schwanz ganz offensichtlich in Biggi hinein. Er kam laut keuchend, sehr animalisch und fernab jeglichen Anstands. „Vergewaltigt der sie?“ Fragte Sunny in die Runde. Doch keiner traute sich etwas zu sagen. Zu sehr war man über das Triebverhalten von Heiner geschockt, denn nach dem Bums duschten Heiner und Biggi auch noch ausgiebig, bevor beide dann entspannt und gelöst zurück im Gemeinschaftsraum erschienen. Heiner sagte zu Ina: „Du könntest mir, oder uns, mal was zu „fressen“ machen oder holen, denn nach dem Geficke, brauche ich jetzt, was richtig Kräftiges zwischen die Zähne.“ „Darf ich Ina dabei helfen?“ Fragte Penny. „Ja, sicher. Ich hätte jetzt Bock auf ein gutes Mahl, auf guten Wein, besinnliche Musik und vielleicht ein bisschen Gras.“ Augenblicke später verließen Ina sowie Penny die WG, und holten vom Imbiss gegenüber Hähnchen, Pommes Frites, Bier und mehrere Flaschen Wein. Nachdem alle gegessen hatten, wurde Penny, von Heiner, nochmals losgeschickt, um Speiseeis zu kaufen. Heiner bestand beim Nachtisch darauf, dass er auf eine Extra-Portion Eis Anspruch habe. Somit musste einer verzichten – es war Harry, der freiwillig verzichtete.