Daten zur Geschichte
5500 v. Chr. Erste nachweisbare menschliche Besiedlung des Dodekanes.
1500 v. Chr. Das minoische Kreta gründet an den Küsten von Rhodos und anderer Inseln des Dodekanes kleine Handelsniederlassungen.
Um 1200v. Chr. Zum Kampf der vom Peloponnes stammenden Achäer um Troja entsenden die auf dem Dodekanes lebenden Achäer insgesamt 39 Schiffe.
1050–750 v. Chr. Einwanderung griechischer Siedler vom Stamm der Dorer auf die Inseln des Dodekanes. Entstehung dreier Stadtstaaten auf Rhodos.
800–600 v. Chr. Zeitalter der griechischen Kolonisation. Rhodos beteiligt sich an der Gründung von Gela auf Sizilien, von Apollonia am Schwarzen Meer und von Regium an der Straße von Messina.
750–490 v. Chr. Archaische Zeit: Erste Entfaltung der griechischen Kunst. Die rhodische Stadt Líndos entwickelt sich zu einem bedeutenden Handels- und Seefahrerzentrum, dessen Schiffe bis nach Ägypten und in den Vorderen Orient fahren.
490 v. Chr. Unterwerfung durch die Perser.
480/ 479 v. Chr. Griechischer Sieg über die Perser bei Marathon und Salamis in der Nähe Athens. In der Seeschlacht von Salamis kämpfen auch 30 rhodische Schiffe mit – notgedrungen auf persischer Seite.
479–336 v. Chr. Klassische Zeit: Die griechische Kunst steht in voller Blüte. Athen wird zur vorherrschenden Macht und zwingt die Inseln des Dodekanes in den von ihm dominierten Delischen Bund. Mit den von den Inseln zu leistenden Tributen wird u. a. der Bau der neuen Tempel auf der Athener Akropolis finanziert.
460 v. Chr. Auf Kos wird der berühmte Arzt Hippokrates geboren.
408 v. Chr. Die Athener verwüsten die drei Stadtstaaten auf Rhodos. Diese beschließen daraufhin die Gründung einer gemeinsamen neuen Stadt an der Nordspitze der Insel.
366 v. Chr. Auf Kos wird ebenfalls eine neue Stadt ganz im Osten der Insel gegründet.
336–82 v. Chr.
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Alexander der Große (356 v. Chr.–323 v. Chr.)
Hellenistische Zeit: Der makedonische König Philipp II. vereint ganz Griechenland unter seiner Herrschaft, sein Sohn Alexander der Große erobert weite Teile Asiens und dringt bis nach Indien vor. Nach Alexanders Tod zerfällt das Reich, der Dodekanes wird vom Ptolemäischen Ägypten aus regiert.
293 v. Chr.
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So könnte der über 30 Meter hohe Koloss von Rhodos ausgesehen haben
Zum Gedenken an die erfolgreiche Verteidigung der Stadt gegen den makedonischen Prinzen Demetrios I. Poliorketes errichten die Rhodier den in zwölfjähriger Arbeit geschaffenen, über 30 Meter hohen Koloss von Rhodos. Wo genau er stand, weiß niemand, denn die gewaltige Bronzestatue stürzt 227 v. Chr. ein. Die Trümmer werden 653 n. Chr. von Seeräubern nach Tyrus in Vorderasien transportiert und dort eingeschmolzen.
164 v. Chr. Rhodos wird römisch, auch die übrigen Inseln des Dodekanes werden in der Folgezeit Teil des Römischen Reichs.
42 v. Chr. Der Cäsarmörder Cassius plündert die Stadt Rhodos, tötet einen Großteil ihrer Bewohner oder verschleppt sie in die Sklaverei.
59 n. Chr. Der Apostel Paulus besucht auf einer seiner Reisen die Insel Rhodos.
95 Ein gewisser Johannes wird auf die Insel Pátmos verbannt und empfängt dort die Vision der Apokalypse, des letzten Buches im Neuen Testament.
395 Das Römische Reich wird geteilt. Griechenland und seine Inseln fallen an Ostrom, das von Konstantinopel (heute Istanbul) aus regiert wird. Aus dem Oströmischen entwickelt sich später das Byzantinische Reich.
503/515
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Ansicht von Rhodos-Stadt auf einem Kupferstich von Georg Braun und Frans Hogenberg (Köln, um 1575)
Schwere Erdbeben zerstören weite Teile der antiken Stadt Rhodos.
554 Die antike Stadt Kos wird bei einem Erdbeben schwer beschädigt.
1054 Morgenländisches Schisma, die Trennung zwischen den östlich-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche.
1204 Römisch-katholische Kreuzritter erobern auf Wunsch Venedigs die byzantinische Reichshauptstadt Konstantinopel und gründen in Griechenland fränkische (französische) Herzogtümer und Königreiche. Auch Venedig und Genua sichern sich Territorien. Konstantinopel gelangt 1254 wieder an Byzanz, viele griechische Inseln bleiben jedoch unter fremder Herrschaft.
1307–1523 Nach kurzer genuesischer Herrschaft gelangt der Dodekanes in den Besitz des Kreuzritterordens der Johanniter, die Rhodos zu ihrem Hauptsitz machen und auf allen Inseln des Dodekanes Burgen errichten.
1453
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Belagerung von Rhodos durch osmanische Truppen 1481
Die Türken erobern Konstantinopel, bis auf Kreta und die Ionischen Inseln wird ganz Griechenland Teil des Osmanischen Reichs.
1523
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Unter Süleyman dem Prächtigen erobern die Türken Rhodos
Unter der Herrschaft Sultan Süleymans des Prächtigen nehmen die Türken die Inseln des Dodekanes ein. Die Johanniterritter erhalten freien Abzug und gründen nach kurzer Wanderschaft ein neues Ordensritterreich auf der Insel Malta. Seitdem werden sie auch Malteserritter genannt.
1821–29 Auf dem griechischen Festland erheben sich die Griechen gegen die Türken, was zur Gründung eines neugriechischen Staates führt. Die Inseln des Dodekanes verbleiben im Osmanischen Reich.
1912 Die Italiener besiegen die Truppen des militärisch und politisch stark geschwächten Osmanischen Reichs bei Psínthos auf Rhodos und besetzen in der Folgezeit alle Inseln des Dodekanes.
1940 Griechenland tritt auf Seiten der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg ein.
1943 Nach dem Sturz des italienischen Diktators Benito Mussolini besetzen deutsch-österreichische Truppen die Inseln des Dodekanes. Die etwa 2000 jüdischen Bürger auf Rhodos werden in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet. Die Insel Léros wird vorübergehend von britischen Truppen besetzt und daraufhin durch deutsche Luftwaffenangriffe bombardiert.
1945 Briten befreien die Inseln des Dodekanes.
1947 Friedensvertrag von Paris, die Inseln des Dodekanes dürfen sich endlich dem griechischen Mutterland anschließen. Das aber befindet sich noch im Bürgerkrieg, der mit dem Sieg der bürgerlich-konservativen, von Briten und US-Amerikanern unterstützten Kräfte erst 1949 endet.
1949–67 Durch Aufnahme in die NATO (1953) und Assoziierungsvertrag mit der EWG (1962) wird das innenpolitisch zerrüttete und wirtschaftlich schwache Griechenland ins westliche Wirtschafts- und Verteidigungssystem eingebunden.
1967–74 Am 21. April 1967 übernehmen Obristen mit Billigung der USA die Macht. Politisch Andersdenkende werden verfolgt, kapitalkräftige Förderer der Junta wirtschaftlich unterstützt. So kommt es auch zu ersten Anlagen von Großhotels auf Rhodos und Kos und der besseren verkehrsmäßigen Erschließung vor allem von Rhodos.
1974 Nach einem missglückten, von der griechischen Junta initiierten Putsch auf Zypern bricht die Militärherrschaft zusammen. Die Demokratie wird wieder hergestellt, die Monarchie abgeschafft. Es entwickelt sich ein demokratisches System westlicher Prägung, das von zwei Parteien dominiert wird: der sozialdemokratischen PASOK und der konservativen Néa Dimokratía. Als Folge des verschlechterten politischen Klimas zwischen Griechenland und der Türkei verlassen viele der auf Rhodos und Kos lebenden türkischstämmigen Moslems die Inseln.
1981 Griechenland wird Vollmitglied in der EG.
1999 Griechenland stimmt auf einem EU-Gipfel zu, der Türkei den offiziellen Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren. Seitdem verbessern sich die Beziehungen zum Nachbarland, getrübt nur durch die andauernde Anwesenheit türkischer Truppen auf Zypern.
2004 Griechenland wird Fußballeuropameister.
2010–2018 Internationales Spekulantentum, griechische Misswirtschaft, Korruption und Vetternwirtschaft bescheren Griechenland eine Finanzkrise, die nur durch Kredite und Garantien der EU und des Internationalen Weltwährungsfonds zumindest gestoppt werden kann. Griechenland leitet drastische Sparmaßnahmen ein: Die Renten und die Gehälter der viel zu vielen Staatsbediensteten werden gekürzt, das Renteneintrittsalter wird angehoben, Mehrwert-, Tabak-, Benzin- und Alkoholsteuer werden erhöht. Es gelingt, auf den internationalen Finanzmärkten wieder kreditwürdig zu werden.
2020–2025 Die Finanzkrise ist kaum überwunden, bricht die Covid-Pandemie aus. Trotzdem erholt sich dank vieler EU-Fördermaßnahmen die Wirtschaft. Eine treibende Kraft ist seit 2023 der internationale Tourismus. 2024 zählte Griechenland über 35 Millionen ausländische Besucher, 2025 strebt man die 40-Millionen-Marke an. Rhodos und Kos gehören zu den Zielen mit den meisten Touristen landesweit. Weitere Pfeiler der Wirtschaft sind Handelsschifffahrt und Landwirtschaft.