Roadtrips Südafrika - Roland F. Karl - E-Book

Roadtrips Südafrika E-Book

Roland F. Karl

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Beschreibung

Südafrika bietet landschaftlich so viel, da fällt es schwer, sich für eine Ecke zu entscheiden. Und am meisten erlebt, wer seine Rundreise individuell plant: mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Camper. Gut geplante und detailliert recherchierte Reiserouten liefert dieser Roadtrip-Führer: Egal, ob Sie die klassische Garden Route nehmen, lieber Kapstadt und den Krüger Park erkunden, Weine verkosten wollen oder auf der Suche nach den Big Five sind.

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Seitenzahl: 247

Veröffentlichungsjahr: 2024

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INHALT

WILLKOMMEN IN SÜDAFRIKA

VOM GLÜCK, SÜDAFRIKA ZU ERLEBEN

UNSER NACHHALTIGKEITSKODEX

ROUTE 1: CAPE-NAMIBIA-ROUTE / ABENTEUER AM ATLANTIK

1West Coast National Park / Vogelparadies Langebaan

2Paternoster / Himmlisches Juwel

3Draaihoek / Absolute Traumlage!

4Namaqualand / Wenn die Wüste erblüht

5|Ai-|Ais/Richtersveld National Park / Transfrontier-Park für 4 x 4-Fans

Meine Top-Ten-Reiseziele in Südafrika

ROUTE 2: KAPSTADT / SIGHTSEEING CAPE TOWN

1Kap-Halbinsel / Die schönsten Badespots

2Tafelberg / Südafrikas Berg der Berge

3Cape Town City-Tour / Die besten Highlights

4Atlantic Seaboard / Kapstadts Riviera

5Cape Point / Am Kap der Guten Hoffnung

Der perfekte Tag

ROUTE 3: WINELANDS AM KAP DER GUTEN HOFFNUNG / REBEN ZWISCHEN WÜSTE UND KÜSTE

1Stellenbosch / Hauptstadt der Winelands

2Paarl und Franschhoek / Französische Weinbautradition

3Wellington / Brandy und Wein

4Riebeek-Kasteel / Geheimtipp im Hinterland

ROUTE 4: »ROUTE 62« / DIE SÜDAFRIKANISCHE VARIANTE

1Montagu / Get your Kicks

2Barrydale / Spirituelle Energie

3Oudtshoorn / Stadt der Strauße

4Prince Albert / Nicht von dieser Welt

5Heidelberg / Eine deutsche Geschichte

Südafrikas Sound / Schmelztiegel der Talente

ROUTE 5: VON KAPSTADT NACH JOHANNESBURG / ABENTEUER GROSSE KAROO

1Matjiesfontein / Lord Milner und The Laird’s Arms Bar

2Sutherland / Magie für Sternegucker

3Beaufort West / Karoo National Park

4Kimberley / Cecil Rhodes’ Diamanten

ROUTE 6: CAPE WHALE COAST / SÜDAFRIKAS BESTER COASTTRIP

1Clarence Drive / Spektakel für Genussfahrer

2Hermanus / Achtung, die Wale kommen!

3Biosphärenreservat Grootbos / Fynbos, Milkwood und Erika

4Cape Agulhas / Der südlichste Punkt Afrikas

5De Hoop Nature Reserve / Sandberge am Ende der Welt

Von Leuchtturm zu Leuchtturm / Am Kap der Stürme

ROUTE 7: GARDEN ROUTE / ROADTRIP AM INDISCHEN OZEAN

1Wilderness National Park / Privilegierte Schönheit

2Knysna / Maritimer Küstentraum

3Plettenberg Bay / Zentrum der Garden Route

4Tsitsikamma National Park / Die schönsten Wanderungen der Welt

ROUTE 8: VON PORT ELIZABETH NACH DURBAN / TRAUM AN DER WILD COAST

1Port Elizabeth / Im »Addo« herrschen die Querköpfe

2Grahamstown / Kunst, Kirchen und Kultur

3Wild Coast / Die wilde Küste der Xhosa

4Port St. Johns / Trendiges Strandleben

5Hibiscus Coast / Strandparadiese ohne Ende

Top-Feste in Südafrika

ROUTE 9: VON DURBAN RICHTUNG MOSAMBIK / DIE KÜSTE DER ELEFANTEN

1Durban / City of Lights

2iSimangaliso Wetland Park / Greater St. Lucia

3Hluhluwe iMfolozi Park / Game-Park für Vegetarier

4Kosi Bay – Rocktail Bay – Sodwana Bay / Aquatische Wunder

ROUTE 10: NORTH WEST UND GAUTENG / IM VORGARTEN DER METROPOLEN

1Johannesburg / Drehscheibe der Kraft

2Pilanesberg National Park / Sun City

3Madikwe Game Reserve / Safari für Erwachsene und Kinder

4Waterberg / Mit dem Pferd zum Nashorn

5Pretoria / Jo’burgs ruhigere Schwester

Townships / Erbe der Apartheid

ROUTE 11: VOM BLYDE RIVER CANYON ZUM KRUGER NATIONAL PARK / ROADTRIP ZU DEN WILDEN EXOTEN

1Nördliche Drakensberge und Blyde River Canyon / Panorama-Route

2Kruger National Park / Im Paradies der Tiere

3Private Camps und Lodges / Luxus pur in Krugers Vorgarten

Wildtiere / Gefährliche Abenteuer?

ROUTE 12: DIE WÜSTE KALAHARI / ROADTRIP DURCH EIN NOWHERELAND

1Tswalu Kalahari – Private Game Reserve / Die Wildnis ist zurück

2Kgalagadi Transfrontier National Park / Einsamer Riese

3Augrabies Falls National Park / Tosendes Spektakel

Roadtrip-Playlist des Autors / Ein musikalischer Wegweiser

Register

Bildnachweis

Impressum

Die Skyline von Kapstadt mit dem Tafelberg

Oldtimer cruisen auf der Kaphalbinsel zum Cape of Good Hope.

Ndebele-Dorf Mabhoko mit frei laufenden Hühnern

Silhouette eines Köcherbaums bei Sonnenuntergang im Augrabies Falls National Park

Safari kann schon mal kritisch werden: ein Elefant in angriffslustiger Haltung.

Beeindruckend sind die Lisbon Falls auf der Panorama-Route in der Mpumalanga Provinz.

Innenansicht des Restaurants im Protea Hotel Fire & Ice, City Centre Kapstadt

Eines der ganz großen Highlights in Kapstadt: der Botanische Garten Kirstenbosch

WILLKOMMEN IN SÜDAFRIKA

AM SCHÖNSTEN ENDE DER WELT

Das Land am Kap glänzt vor allem mit Landschaft pur: endlose Küsten mit feinen Stränden, gewaltige Gebirgsformationen, riesige Flusssysteme, beispielsweise der 2160 Kilometer lange Orange River oder der auf 1750 Kilometer fließende Limpopo. Beeindruckend ist natürlich auch seine exotische Tierwelt und ein besonderes Plus seine ausnehmend freundliche Bevölkerung.

SÜDAFRIKA QUERBEET

3000 Kilometer Küstenlänge verteilen sich auf zwei Ozeane: den Atlantischen und den Indischen. Auf rund 1 220 000 Quadratkilometern breitet sich dazwischen eine Fläche aus, in die Deutschland 3,4-mal hineinpasst. 62 Millionen Südafrikaner stehen 84 Millionen Deutschen gegenüber, was sich auf eine Bevölkerungsdichte von 49,1 zu 233 Einwohnern pro Quadratkilometer hochrechnen lässt. Beinahe ist Südafrika also leer – wären da nicht die Vertreter seiner exotischen Fauna sowie Ballungsgebiete, in denen sich viele Menschen auf engem Raum zurechtfinden müssen: Johannesburg und Umgebung versammelt auf seinem Areal alleine 15 Millionen Einwohner!

 

ÖKONOMIE

Die wirtschaftlichen top shots des Landes sind Diamanten, Platin und Gold, Eisenerz, Uran, Mangan, seltene Erden. Aber auch Tourismus, Wein- und Obstanbau sind ökonomische Größen.

 

4 MIO. HEKTAR …

… sind in Südafrika als Nationalparkgebiete ausgezeichnet, die Natur und Wildtieren Schutz und Lebensraum bieten. Der bekannteste ist der Kruger National Park, der mit 20 000 Quadratkilometern etwa der Fläche von Hessen entspricht. Hinzu kommen Tausende staatliche Naturschutzgebiete, maritime Schutzzonen sowie auch regional verwaltete und private Natur- und Tierparks.

 

11 AMTSSPRACHEN

Südafrika ist eines der Länder mit den meisten offiziellen Sprachen, nur Indien und Bolivien haben mehr. Am häufigsten wird Zulu gesprochen (25 Prozent), gefolgt von Xhosa (16 Prozent) und Afrikaans (12 Prozent). Englisch ist die Verkehrssprache, die jeder versteht.

 

LAND DER SUPERLATIVE

Mit über 200 Spezies an Säugetieren, 2000 Fischarten und mehr als 850 erfassten Vogelarten ist Südafrika zweifelsfrei ein Land der Superlativen im Bereich der Fauna. Doch es gibt auch andere: So existiert rings um Johannesburg die größte Dichte an Golfplätzen neben Millionen von Bewohnern in Townships und ärmlichen Slums.

 

1,5 MIO. TONNEN WEIN …

… bringen südafrikanische Winzer pro Jahr auf die Waage, wovon allein 80 Millionen Liter nach Deutschland geliefert werden, das zweitstärkste Abnehmerland nach Großbritannien. Damit ist Südafrika die siebtgrößte Weinbaunation der Welt. Von Pinotage – die Traube wurde bereits 1920 gezüchtet und gekeltert und gilt heute quasi das Nationalgetränk – über Cabernet bis Sauvignon blanc wird alles produziert, was sich Freunde des Rebensafts wünschen.

 

KNAPP 30 PROZENT …

… aller Südafrikaner sind jünger als 15 Jahre, was eine Wirkung auf die Zukunft hat.

 

10-MAL UNESCO-WELTERBE

Das Land am Kap von Afrika besitzt unzählige Kultur- und Naturgüter – zehn davon sind inzwischen als UNESCO-Welterbe geschützt: Fünf UNESCO-Weltkulturerbestätten (Nelson Mandelas Gefängnisinsel Robben Island wurde 1999 auf die Liste gesetzt), vier sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, eine weitere ist eine Mischform aus beidem: der bildschöne wie bizarre Maloti-Drakensberg-Park mit seinen einzigartigen Felsformationen, steil abfallenden Flusstälern sowie seiner herausragenden Felskunst mit Tausenden Schriften und Zeichnungen der San.

FANTASTISCH, BEZAUBERND, SPANNEND, WILD

VOM GLÜCK, SÜDAFRIKA ZU ERLEBEN

Die Heimat Nelson Mandelas ist bunt und vielschichtig, mit quirligen Metropolen und offenherzigen Menschen, mit Landschaften von überwältigender Schönheit und saftigen Obstplantagen neben hitzeflirrenden Wüsten. Auch exotische Lagunen, traumhafte Buchten mit schneeweißen Stränden, ankernde Jachten und rot-weiß gekringelte Leuchttürme fehlen nicht. Diese Vielfalt ist es, die das fantastische Land am Kap so einzigartig macht.

Das Bild darf in keinem Reiseführer fehlen: farbenfrohe Strandhütten am Strand von Muizenberg.

Als Selbstfahrer auf Entdeckungsreise durch Südafrika, geht das überhaupt? Aber ja doch! Das Straßennetz ist hervorragend. Selbst ungeteerte pads (Pisten) sind in der Regel gut befahrbar, es herrscht Linksverkehr, viele Tankstellen unterhalten einen 24-Stunden-Service und sind mit allem Drum und Dran ausgestattet. Und die Autovermietung verlangt Reisepass, Führerschein sowie eine Kreditkarte mit Pin für die Kaution. Zu beachten sind natürlich die Geschwindigkeitsbegrenzungen (Schnellstraßen 120 Kilometer/h, Landstraßen 100 Kilometer/h, städtische Gebiete 60 Kilometer/h), denn Übertretungen – auch hinsichtlich Gurtpflicht, Alkohol sowie Telefonieren ohne Freisprechanlage – können teuer werden. Bleibt nur noch das leidige Thema Sicherheit. Die Kriminalität in Südafrika lässt sich keinesfalls nur den Großstädten zuordnen, allerdings ist besonders dort sowie in und in der Nähe von Townships große Vorsicht geboten. Ansonsten empfiehlt es sich, Maßnahmen wie überall auf der Welt zu ergreifen: etwa beim Tanken das Auto nicht offen und ohne Aufsicht zu lassen, keine Wertsachen zur Schau zu stellen und nicht nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs zu sein. In den Großstädten sollten Fenster, Türen und die Heckklappe des Wagens stets verschlossen sein, und bei Ausflügen ist es ratsam, Schmuck, Bargeld und Dokumente im Hotelsafe zu lassen. Mitglieder von Automobilklubs können die Dienste der Automobile Association of South Africa (AA) kostenlos in Anspruch nehmen. Er bietet Pannenhilfe, Straßenzustands- und Wetterberichte sowie Notfallnummern.

Von heiß bis kalt, von einfach bis luxuriös

Die Klimazonen Südafrikas sind vielfältig, das gilt es bereits bei der Routenplanung zu beachten. Die Ostküste ist im südafrikanischen Sommer geprägt von tropisch-heißem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit vor allem zwischen Dezember und Februar, im Winter dagegen ist es trocken und mit bis zu 24 Grad und teils frischen Winden an der See angenehm mild. Die Kap-Region ist das ganze Jahr hindurch unberechenbar, im Durchschnitt aber gemäßigt bei bis zu 25 Grad; vor allem im südafrikanischen Winter muss mit Wind und Regenwetter gerechnet werden. Die Wüstenregionen des Inlands können dann nachts bitterkalt sein, ebenso das hoch gelegene Johannesburg, tagsüber aber mit schönen Sonnentagen über 20 Grad angenehm überraschen. Heißen Regionen wie der Kalahari im südafrikanischen Sommer sollte man lieber fernbleiben, wenn die Temperaturen das vertrocknete Land auf 40 bis 50 Grad regelrecht aufbacken.

Brauchbare Informationen über südafrikanische Unterkünfte bieten die Website von South Africa Tourism sowie eine Reihe anderer Portale (www.southafrica.net). Das Angebot reicht von der Jugendherberge über Backpacker Hostels bis hin zu Fünfsternehotels und Luxus-Lodges, meist herrlich gelegenen Gästefarmen sowie Pensionen und Guesthouses an den schönsten Stellen des Landes. In den staatlichen Naturschutzgebieten (zum Beispiel dem Kruger National Park, in dem man selbst auf Safari fahren darf) stehen staatliche Camps zur Verfügung, die vom Zeltplatz bis zum festen Bungalow bzw. zur Hotelunterkunft verschiedene Kategorien anbieten.

Ein Paradies für Selbstfahrer

Wer heute auf der N1 die Route von Kapstadt nach Johannesburg fährt, kann sich ein Bild davon machen, was die Pioniere beim Überqueren der Küstengebirge zu sehen bekamen. Die Straße durchquert zunächst das weitläufigste Ökosystem des Landes, die Große Karoo, und der Reisende bekommt einen Vorgeschmack auf die Wüste. Vorher zeigt sich die Kap-Landschaft beim Aufstieg auf das bis zu 900 Meter hohe Karoo-Plateau noch einmal von ihrer lieblichsten Seite: Nicht weit entfernt von den Weinorten Stellenbosch, Franschhoek und Paarl gibt sich das historische Worcester mit seinen 1820 gegründeten KWV-Kellern als letzter Vorposten der Reben, bevor es über den Hex River Pass richtig hinaufgeht. Oben breitet sich optisch die Endlosigkeit aus, Vegetation sprießt spärlich in diesem steinwüstenähnlichen Gebiet, das fast ein Drittel der Gesamtfläche Südafrikas ausmacht und im Norden in die riesige Kalahari-Wüste übergeht. Temperaturunterschiede und geringe Niederschläge haben auf den weitläufigen Hochebenen einzigartige Landschaftsbilder zustande gebracht, aus deren Leere sich bizarr die typischen kleinen Tafelberg-Brüder, die »Koppies«, erheben. Ein ganz anderes Bild von Südafrika, das zeigt, welche Vielfalt in diesem Land steckt, kann bei einer Fahrt von Kapstadt aus die Westküste hinauf entdeckt werden: Bis ins Hafen- und Fischereistädtchen Lamberts Bay und noch weiter erstrecken sich Küstenlandschaften, die an Schleswig-Holstein erinnern, mit beschaulichen Ortschaften und Häfen, in denen fangfrischer Fisch und die begehrten atlantischen Frutti di Mare direkt vom Deck der Fischerkutter weg verkauft werden.

Vorsicht für Selbstfahrer ist angesagt, wenn eine Elefantenherde die Piste am Olifants River im Kruger National Park kreuzt.

Ein Roadtrip der Kontraste

Einer der vielen verwunschenen Flecken ist die Elephant Coast nördlich von Durban. Von Cape St. Lucia bis an die Grenze zu Mosambik zieht sich die naturbelassene Traumküste des Indischen Ozeans, die als ungeschliffener Diamant in der Schatzkiste Südafrikas liegt. Gehoben wird das Juwel nördlich von St. Lucia beinahe ausschließlich von Südafrikanern, die um die seltenen Naturschönheiten – und den Weg dorthin – wissen: Kosi Bay, Rocktail Bay, Sodwana Bay und Lake Sibaya stehen auf der kostbaren Inventarliste.

Das Kontrastprogramm dazu liefert Cape Town mit seinen Winelands und Highlights wie Cape Point, Chapman’s Peak Drive, Hout Bay, Camps Bay sowie Victoria & Alfred Waterfront an. Südafrikas Garden Route lockt mit unwirklichen Landschaftsszenarien aus Wäldern, Seen und Flüssen, malerischen Buchten, einsamen Stränden und steilen Felswänden. Die beliebtesten Wandertracks sind hier der Otter und der »Tsitsikamma Hiking Trail«. Die Schluchten des Storms River locken Aktivsportler, die vom Blackwater Tubing und vom höchsten Bungee-Jump der Welt schwärmen: 216 Meter tief geht es von der Bloukrans-Brücke. Parallel zum Küstenparadies durchquert Südafrikas spektakulärster Roadtrip, die »Route 62«, die Halbwüste Karoo. An der Grenze zu Lesotho ragen die Südliche Drakensberge in den Himmel. Hier findet sich für Kletterer, Bergsteiger und Bergwanderer ein Terrain erster Klasse mit einer Reihe von über 3000 Meter hohen Bergriesen inklusive Giant’s Castle. Und zwischen all dem präsentiert sich die afrikanische Tierwelt, als sei sie gerade der Arche Noah entstiegen. Nelson Mandelas »Rainbow Nation« hat tatsächlich beinahe alles zu bieten – selbst Skifahren ist nicht unmöglich!

UNSER NACHHALTIGKEITSKODEX

Die Welt birgt viele Wunder, Abenteuer und spektakuläre Aussichten, die wir gerne erkunden möchten. Doch sie ist auch leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hier ein paar Tipps, wie wir unsere Welt nachhaltig entdecken können:

Die Hauptsaison meiden: Wenn wir nicht gerade auf die Ferienzeiten angewiesen sind, können wir der Umwelt einen großen Gefallen tun, indem wir in der Nebensaison verreisen. Damit tragen wir zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Umwelt und der Infrastruktur bei und der Urlaub wird dazu auch noch wesentlich entspannter.

Die Aufenthaltsdauer dem Reiseziel anpassen: Je weiter das Reiseziel ist, desto länger sollte der Aufenthalt sein. Dadurch lernen wir die Region nicht nur intensiver kennen, sondern stärken sie ganz nebenbei noch durch unsere Ausgaben vor Ort. Anfahrtsintensive Tagesausflüge sollten besser vermieden werden, das bedeutet nur Stress, sowohl für die Umwelt als auch für uns selbst.

Umweltbewusst fahren: Reisen mit dem Auto oder Womo sind grundsätzlich umweltfreundlicher als mit dem Flugzeug, dennoch können wir noch mehr tun und zum Beispiel den Kraftstoffverbrauch minimieren, indem wir vorausschauend fahren, so wenig Last wie möglich mit uns führen und die Umgebung vor Ort mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden.

Nur dort parken und campen, wo es erlaubt ist: Selbst, wenn wir uns noch so vorbildlich verhalten und unseren Aufenthaltsort so hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden haben, stören wir den Lebensraum von Wildtieren und hinterlassen Spuren und Gerüche. Auch Lagerfeuer entzünden wir ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen und achten dabei auf Waldbrandstufen und Naturschutzgebiete.

Ressourcen gewissenhaft nutzen: Manche Umweltressourcen sind bereits knapp, endlich sind auf jeden Fall alle. Um sie zu schonen, sollten wir sparsam mit ihnen umgehen, gerade in Gegenden, in denen zum Beispiel Wasser oder Strom nicht im Überfluss vorhanden sind.

Ein guter Gast sein: Nachhaltig unsere Umgebung zu erkunden bedeutet auch, der hiesigen Flora und Fauna mit Respekt zu begegnen. Pflanzen sollten auf keinen Fall gepflückt werden, aber sie stehen uns bestimmt gerne Modell für das eine oder andere Foto. Das Gleiche gilt für wilde Tiere: Wir füttern sie nicht, halten Abstand und beobachten sie aus der Ferne.

Auf den Wegen bleiben: Wer die vorgegebenen Wege verlässt, dringt nicht nur in die Rückzugsräume heimischer Arten ein, sondern trägt auch dazu bei, dass sich neue Wege bilden, was zur Erosion des Bodens führt.

Abfall wieder mitnehmen: Plastikverpackungen jeglicher Art, Dosen, Flaschen und Papiertaschentücher (es dauert Jahre, bis sich ein einzelnes Taschentuch vollständig abgebaut hat!) gehören nicht in die Natur, sondern artgerecht entsorgt. Am besten gleich eine wiederverwendbare Brotdose oder Trinkflasche mitnehmen. Dazu zählen natürlich auch Toilettenpapier und der Inhalt von (Chemie-) Toiletten. Entsprechende Entsorgungsstationen finden sich überall.

Lokal kaufen: Dadurch lernen wir Land und Leute besser kennen und unterstützen die regionale Wirtschaft, außerdem sind regionale Produkte meist auch preisgünstiger und qualitativ hochwertiger.

So wie wir die Umwelt respektieren, wollen wir auch unseren Mitmenschen und deren Kultur Respekt entgegenbringen, gerade im Hinblick auf deren Traditionen, Religion oder typische Gebräuche. So können ein Lächeln oder ein paar Worte in der Landessprache Berge versetzen!

ROUTE 1: CAPE-NAMIBIA-ROUTE

ABENTEUER AM ATLANTIK

Die Cape-Namibia-Route vom Kap der Guten Hoffnung bis nach Windhoek ist kein Teufelswerk: Auf anderthalbtausend Kilometern ziehen sich Naturschauspiele vom Allerfeinsten bis zur namibischen Grenze und noch weiter. Die Hälfte davon stellen wilde Küsten und einsame Strände mit geheimnisumwitterten Orten.

Start: Kapstadt

Ziel: Windhoek

Länge: 1750 Kilometer

Dauer: min. 1 Woche

Beste Reisezeit: ganzjährig

Die meisten Kapstadt-Besucher machen sich Richtung Garden Route, also nach Osten, auf und überlassen die andere Seite des Kaps mit seiner traumhaften West Coast weitgehend sich selbst – und den Capetonians, die menschenleere Sandbuchten, endlos lange Strände, postkartenreife Leuchttürme, bunte Fischerboote und vorgelagerte Inseln in weiten, schilfbestandenen Wasserlandschaften zu schätzen wissen.

Bis hinauf zur St. Helenas Bay und weiter nördlich erstrecken sich die Arbeitsplätze der Langustenfischer – in Landschaften, die an Schleswig-Holstein erinnern, mit rustikalen Küstenorten, weiß getünchten Fischerkaten, Trockengestellen voller gesalzener Makrelen sowie brandungsstarken Hotspots für Windsurfer, die sich von den bescheidenen Wassertemperaturen (eher unter 15 Grad als darüber) nicht beeindrucken lassen. Aus Kapstadt kommend, führt das Landsträßchen R307 zu den ersten maritimen Aussichten in Yzerfontein, einem ursprünglich winzigen, romantischen Fischerdorf, wo die frischen Frutti di Mare direkt vom Bootsdeck an die Klientel aus der nur 60 Kilometer entfernten Großstadt verkauft werden, die an den Wochenenden in den weitläufigen, vom Wind umwehten Strandarealen der Atlantikküste Ruhe und Erholung sucht. Nördlich von Yzerfontein findet sich das Herzstück der Westküstenregion, der West Coast National Park, der nicht nur Ornithologen begeistert. Wenige Kilometer vor der Küste liegt Dassen Island, ein Vogelschutzgebiet, in dem bis zu 25 000 Brillenpinguine dem Leuchtturmwärter Gesellschaft leisten.

Blick auf den West Coast National Park und die grüne Lagune bei Langebaan

Frische Rock Lobster in einem Outdoor-Seafood-Restaurant in Lamberts Bay

Küstenperle am Atlantik

Nordwestlich von Vredenburg residiert am Cape Columbine der wohl schönste Strandort von Südafrikas West Coast, Paternoster, der Besucher sofort zum Bleiben verführt. Ab Velddrif führt eine feine Küstenstraße über das hübsche Seaside-Domizil Dwarskersbos, wo am feinsandigen Strand immer mehr Wohnsiedlungen im kapholländischen Stil on the beach entstehen, in denen Rentner die gute Luft und das Meer genießen sowie Kapstädter die Ruhe in ihren weekend homes. Schafe, Kühe und Ziegen stehen auf saftigen Weiden, gesäumt von beeindruckenden Dünenbergen, hinter denen der kalte Atlantik auf endlose Kilometer Sand schwappt. An der Seaside-Lodge Draaihoek vorbei geht es zur nächstfolgenden Siedlung an dieser endlosen Traumküste nach Elands Bay, das sich als Alternativdestination begeisterter Surfer entwickelt hat, weshalb es eine Backpacker-Herberge gibt. Im windumtosten Hafenstädtchen Lamberts Bay ist die Reise durch nordfriesische Bilder noch nicht zu Ende: 250 Kilometer nordwestlich von Kapstadt lockt der Ort mit rustikalen Outdoorrestaurants und zieht zahlreich die Liebhaber frischer Meeresfrüchte an, die seine Trawlerflotte jeden Nachmittag aufs Neue anlandet, zum Beispiel bei Isabella’s direkt am Hafen. In Sichtweite des Fischereihafens liegt Bird Island, eine Brutkolonie von 10 000 Kaptölpeln, die hier ganz ungestört für Nachwuchs sorgen, und wenige Kilometer vor Lamberts Bay ein Kuriosum mit der unaussprechlichen Bezeichnung Muisbosskerm, dem beliebtesten Strandrestaurant am Atlantic Drive. Getafelt wird an einfachen Tischen mit Stühlen im Sand, zum Festpreis gibt es fangfrischen Fisch, Hummer, Muscheln und Langusten, so viel man essen kann!

Die rund 500 verbliebenen Kilometer zwischen Lamberts Bay und Alexander Bay werden spannend; Strandfontein, Papendorp, Kleinsee, Hondeklipbaai und Port Nolloth heißen Orte, die Neugier wecken auf die unfassbare Küstenwildnis an diesem Streckenabschnitt des Atlantik, aber als verlorene Flecken, Minenstandorte und Verschiffungsstationen eher nicht zum Verweilen einladen. Wer die Inlandsroute N7 nimmt, kommt an Springbok, der Hauptstadt des Namaqualands, wo die Wüste erblüht, nicht vorbei.

Von Alexander Bay bis zum Richtersveld

Zwei Fahrstunden sind es noch von hier bis Alexander Bay am Atlantik, wo sich der Oranje-Fluss in den Weg stellt. Der mächtige Grenzfluss, einst diamantenschwer, ist heute ein Eldorado für Wildwasserfahrer und mündet zwischen dem namibischen Oranjemund und dem südafrikanischen Alexander Bay in den Atlantik. Oranjemund ist erst seit wenigen Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich. Badefreuden kommen auch hier kaum auf, denn ähnlich wie an den namibischen Stränden ist aufgrund des antarktischen Benguela-Stromes das Wasser kalt und die Küstenlandschaft wegen der großen Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft nicht selten vernebelt. Wem es zu kühl wird, kann von hier aus ins nahe Richtersveld fahren, das zusammen mit dem namibischen Teil heute ein Transfrontierpark ist mit Temperaturen nicht selten über 40 Grad. Jenseits des Oranje River warten die namibischen Perlen Fish River Canyon, Lüderitz und die Namib-Wüste mit ihren Highlights auf, bevor es auf der letzten Etappe der Cape-Namibia-Route bis nach Windhoek geht.

RESTAURANTS / ÜBERNACHTUNGEN

EINKEHREN

ON THE ROCKS (BLOUBERGSTRAND)

Schickes Seafood-Restaurant über dem Atlantik mit atemberaubendem Blick auf Kapstadt mitsamt Tafelberg und Robben Island.

www.ontherocks.co.za

ROSEMEAD ARTISAN BAKERY AND CAFE (YZERFONTAIN)

Cafe mit eigener Backstube. Hochwertige handgearbeitete Produkte, legendäre pasteis de nata, kleine Speisekarte für Frühstück und Lunch.

www.instagram.com/rosemead_artisan

VOORSTRAND RESTAURANT (PATERNOSTER)

Rot leuchtend auf dem endlosen sandbeach im friesisch anmutenden Paternoster bietet das legere Restaurant Seafood, Curry und Burger mit Blick auf das Meer.

www.voorstrand.com

BELLE OMBRE GUESTHOUSE (VREDENDAL)

Im viktorianischen Stil mit Garten und Terrassen. Bed and Breakfast und Self-Catering möglich.

www.belleombre.co.za

THE JETTY RESTAURANT AT FRYER’S COVE (DORINGBAAI)

Lokale Spezialitäten wie snoek koekies (Fischkuchen) und makataan (wilde Wassermelone) warten in dem kleinen Weingut über dem Meer auf passionierte Gäste. Reservierung empfohlen.

www.fryerscove.co.za

WESKUSPLEKRESTAURANT (JACOBSBAAI)

Die rustikale Kneipe direkt am Wasser im Paternoster benachbarten Jacobsbaai ist ein Geheimtipp.

www.westcoastshores.co.za

SPRINGBOK – LODGE RESTAURANT (SPRINGBOK)

Gemütliche, familiäre Atmosphäre. Annelize, Jakkie und Roelf verwöhnen ihre Gäste mit Steaks, Pizza, Fisch und Burger.

www.springboklodge.co.za

ÜBERNACHTEN

!KHWA TTU NATURE RESERVE (YZERFONTAIN/DARLING)

An der R27 gelegen, eingebettet in den Naturpark, der die Geschichte der San, des ersten Volks im südlichen Afrika, bespielt. Mit Museum und Restaurant. Unterkünfte von Bauernhäusern bis öko.

www.khwattu.org

WEST COAST LUXURY TENTS (ROCHERPAN NATURE RESERVE)

Campingfeeling inmitten von Dünen inklusive Küche, Terrasse und Grill. Private Parkplätze. Direkter Zugang zum weiten und kaum frequentierten Sandstrand.

www.westcoastluxurytents.co.za

ANNIES COTTAGE GUESTHOUSE (SPRINGBOK)

Liebevoll eingerichtete, ansprechende Zimmer in hübscher Lage in Springbok.

www.anniescottage.co.za

BEACH HOUSE ACCOMODATION (PORT NOLLOTH)

Zweckmäßig eingerichtetes Gästehaus im kleinen Hafenstädtchen Port Nolloth direkt am Atlantik. Hier suchen heute immer noch Diamantenboote den Meeresgrund ab.

www.beachhouseportnolloth.co.za

OYSTERCATCHER’S HAVEN (PATERNOSTER)

Viersternegästehaus direkt on the beach, klein und fein, stilvoll eingerichtete Lounge, großzügige Veranda mit herrlichem Ausblick.

www.oystercatchershaven.com

Alltägliche Routine: Fischer, die in der Bucht vor Paternoster zu ihrem Arbeitsplatz rudern

WEST COAST NATIONAL PARK

VOGELPARADIES LANGEBAAN

Südlich von Saldanha, der Stadt mit dem größten Hafen der Region, erstreckt sich mit weitläufigen Salzmarschen, Schlick- und Schilfflächen die Langebaan-Lagune, eingebettet vom Sandveld mit seiner für die Kap-Region typischen Fynbos-Vegetation und ihrer einzigartigen Pflanzenfülle.

Flamingos am Geelbek-Beobachtungsposten

Über 1200 verschiedene Fynbos-Spezies bilden während der Blütezeit einen unfassbar farbigen und dichten Blumenteppich. Sixteen Mile Beach heißt die schmale Landzunge, die den Atlantischen Ozean von diesem grandiosen Vogelparadies trennt, das Ornithologen und Naturfreunde aus aller Welt begeistert. Massen von Kaptölpeln, Kormoranen, Brillenpinguinen sowie Flamingos finden sich in den Feuchtgebieten, manchmal sind es bis zu 60 000 auf einen Schlag. Insgesamt lassen sich über 300 heimische Vogelarten auflisten, wobei im südafrikanischen Sommer riesige Schwärme an Zugvögeln dazukommen. Wird es dann in der Langebaan-Lagune zu eng, dienen die Inseln Jutten, Malgas, Marcus und Schaapen Island als zusätzliche Brutgebiete. Wer in einem Boot an der Felseninsel Malgas vorbeituckert, hört das ohrenbetäubende Konzert von 50 000 Kaptölpeln. Die meisten der Vögel sind Sichelstrandläufer, die sich als Langstreckenflieger entpuppen; Wissenschaftler fanden heraus, dass die Zugvögel bis in die 15 000 Kilometer entfernte sibirische Tundra nicht länger als eine Woche brauchen – mit kurzen Zwischenstopps, meist in Ostafrika und am Schwarzen Meer.

THE FARMHOUSE HOTEL

Mit Blick über die Langebaan-Lagune bietet die ländliche Herberge im Kolonialstil eine Menge Geschichte und ein großartiges Ambiente; hier bei einem Gin Tonic an der holzgetäfelten Bar zu sitzen oder eine Runde Billiard zu spielen, hat was.

www.thefarmhousehotel.com

PATERNOSTER

HIMMLISCHES JUWEL

Eine wahrhaft idyllische Westküstenperle ist das schöne Paternoster (Vaterunser), das sich seinen typisch kapholländischen Stil erhalten hat und mit seinen putzigen Fischerhäusern seit eh und je ein Pilgerort für Künstler und Fotografen auf der Suche nach Inspiration ist.

Paternoster – ein Ort der Fotografen, Künstler und Maler

Paternosters Idylle verzaubert mit bunten, nussschalengroßen Booten, einer feinen Cuisine sowie dem Cape-Columbine-Naturreservat an der Tietiesbaai gleich nebenan. Während heute der lokale Supermarkt die Strandenklave mit eisgekühltem Nachschub an Bier und Wein versorgt, blieb portugiesischen Schiffbrüchigen einst nur das Vaterunser – was der makellosen Paternoster-Baai ihren Namen gab. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Immobilienpreise ins Astronomische stiegen, hat die Berlinerin Simone Jacke zusammen mit ihrem südafrikanischen Mann Deon Brand auf ihr Strandloper-Ocean-Paradies am Ende der Strandbebauung in die Sanddünen gesetzt: Zahlreich konnten die beiden Auszeichnungen für das Schmuckstück im kapholländischen Stil verbuchen; das moderne Interieur und die offene Bauweise, die den Blick auf den Atlantischen Ozean direkt vor den Glasfronten freigibt, machen das kleine Boutique-Hotel zu einer gastronomischen Preziose. Angesichts rasant zunehmender Bauaktivitäten an den Küsten bleibt wieder nur das Beten: Vater unser, gib, dass es hier so schön und unberührt bleibt, wie es immer war.

LA BALEINE

Zehn geschmackvoll eingerichtete Strandhäuser und Studios mit so seltsam klingenden Namen wie Katzenellenbogen und Drommedaris warten auf den Klippen Paternosters. Reisende Individualisten, denen eine werthaltige Ausstattung ihres Feriendomizils wichtig ist, finden hier ihr authentisches West-Coast-Feeling.

www.labaleine.co.za

DRAAIHOEK

ABSOLUTE TRAUMLAGE!

Zwölf Kilometer vor Elands Bay sollte man bremsen und links einbiegen: Die Draaihoek Lodge freut sich über eine grandiose Alleinlage und bietet zwischen Dwarskersbos und Elands Bay den einzigen Zugang zum Atlantik: Weit und breit ist hier nichts als traumhafte Natur und das Rauschen der Brandung.

Draaihoek ist mit nur wenigen Chalets fast menschenleer.

Wie aus der Zeit gefallen: eine Seaside-Lodge mit nichts drumherum! Absolute Alleinlage, absolute Traumlage! Auf hölzernen Laufstegen geht es dem atlantischen Wunder aus unberührten Sanddünenbergen, weiten Strandflächen und einer kraftvoll anrollenden Brandung entgegen – und kann es kaum glauben: Es gibt nicht einmal Fußspuren im Sand! Nur Möwen und Kormorane hinterlassen ihre spreizfüßigen Abdrücke und zahlreiche Robben ihre Spuren, die auf dem warmen Sand gerne ein Schläfchen halten, bei sich nähernden Fußtritten aber sofort aufwachen, um sich Hals über Kopf ins eiskalte Wasser zu stürzen – ein Fluchtreflex. Hier oben, auf dem Dünenkamm mit Blick auf die grandiose Brandung, die am Horizont verwischt, steht eine rustikale Holzbank mit Tisch. Wer sich hier mit einer Portion Eiswürfeln, zwei Weingläsern und einer Flasche Sauvignon blanc zum Sunset niederlässt, steht nicht so schnell wieder auf. Wer von Draaihoek abreist, trägt den Neidfaktor schwer im Gepäck.

OLIFANTS RIVER VALLEY

Auf der Weiterfahrt ist ein Abstecher nach Vredendal angesagt, das ein belebtes Obst- und Weinbauzentrum im fruchtbaren Olifants-River-Tal ist. In den hier produzierenden Weingütern kommen hauptsächlich trockene Weißweine in die Flaschen. Dass überhaupt Rebstöcke wachsen, ist dem glasklaren Wasser des Clanwilliam-Stausees zu verdanken, das über ein weit verzweigtes Kanalnetz transportiert wird.

www.west-coast-info.co.za

NAMAQUALAND

WENN DIE WÜSTE ERBLÜHT

Das Namaqualand erstreckt sich von der Südgrenze des Northern Cape bis hinauf zum Richtersveld. Das spärlich besiedelte Gebiet ist ein Traum für Liebhaber menschenleerer Wildnis, und eine Fahrt entlang des eiskalten Atlantik ist neben der blühenden Wüste und dem Weinanbau ein Abenteuer für sich.

Überraschende Farbenpracht in der Wildnis

Wenn in den ariden Landschaften des Northern Cape die Flora verrückt spielt und die Wüste nach Regen in einer Farborgie explodiert, zieht das Wildblumenwunderland nicht nur Botaniker an: Bunte Blumenteppiche poppen aus der gerade noch braun vertrockneten Erde, was eingefleischten Namaqua-Fans die unglaublichsten Bilder beschert. Auch Springbok und das verschlafene Kamieskron erwachen dann zu neuem Leben. Springbok, das Zentrum des Namaqualands, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts am Rand einer riesigen Kupfermine und ist heute die Metropole der nördlichen Wildblumengebiete. Einmal im Jahr, meist zwischen August und Oktober, also im jahreszeitenverkehrten südafrikanischen Frühling, erwacht die Stadt aus der Eintönigkeit: wenn es Regen gibt und der braune Erdboden zu einem blumenübersäten Farbspektakel mutiert. An die 3500 Pflanzenarten, darunter Gänseblümchen, Aloen, Schwertlilien und Amaryllis, rund 1000 davon endemische, sind an dieser gigantischen Farbenpracht beteiligt, was der Region eines der faszinierendsten und nachgefragtesten Naturschauspiele im südlichen Afrika verschafft.

NAMAQUA NATIONAL PARK

Südwestlich von Springbok liegt der 550 Quadratkilometer große Namaqua National Park. Hier sind die Farben der Wildblumen aufgrund der Atlantiknähe so klar und überwältigend, dass das gebirgige und von Granitfelsen bestimmte Gebiet (bis 1700 Meter hoch) zu den Topzielen der Wildblumenfreunde zählt.

www.sanparks.org

Bildschön und einzigartig stehen diese Köcherbäume (englisch quiver trees) in der Landschaft des Namaqualands.

|AI-|AIS/RICHTERSVELD NATIONAL PARK

TRANSFRONTIER-PARK FÜR 4 x 4-FANS

Das beinharte, extrem karge und nicht selten in brutzelnder Hitze flimmernde Richtersveld ist zusammen mit dem namibischen Fish River Canyon unter der Bezeichnung |Ai-|Ais/Richtersveld-Transfrontier-Park bekannt und für Offroad-Fans schon rein fahrtechnisch ein Abenteuer erster Güte.

In der dünn besiedelten und bildschönen Naturlandschaft lässt sich ein wilder Roadtrip fernab jeder Zivilisation verwirklichen, man kann aber auch exquisit wandern. Die Richtersveld-Geschichte handelt von glühend heißen Tälern, aufragenden Felsmassiven und gefalteten Bergen und spielt in einer anderen Welt: Das bizarre Naturereignis stellt geografisch den Fortsatz des namibischen Fish River Canyon dar, gilt als eine der spektakulärsten Gebirgswüsten im südlichen Afrika und ist auf einer Rundstrecke für alle Fahrzeugtypen offen, allerdings in weiten Bereichen auf 4x4-Trails für hartgesottene Offroad-Lenker die allergrößte Herausforderung. Die klimatischen Bedingungen sind extrem: Je nach Jahreszeit liegen die Celsiusgrade zwischen null und 50 Grad, und sowieso ist Regen hier ein seltener Gast, aber