Rockerherzen - Bärbel Muschiol - E-Book

Rockerherzen E-Book

Bärbel Muschiol

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Beschreibung

Steel Serpents MC – Hell's Kitchen Alle 7. Bände in einem Sammelband Willkommen in Hell's Kitchen - dort, wo Loyalität über Leben entscheidet, wo der Asphalt glüht und Herzen oft an der falschen Stelle schlagen. Die Steel Serpents sind keine Helden. Sie sind Outlaws. Männer mit Blut an den Händen und Narben auf der Seele, geprägt von Gewalt, Verrat und Entscheidungen, die man nicht rückgängig machen kann. Und doch finden sie mitten im Chaos etwas, das sie nie gesucht haben - und das sie am härtesten trifft: Liebe. Sieben Männer. Sieben Frauen. Sieben Geschichten, die in der Dunkelheit beginnen und ihren Weg ins Licht finden. Eine Buchhändlerin, die den Präsidenten bricht. Ein Sergeant, der sich eine Chaotin ins Bett - und ins Leben - holt. Eine Krankenschwester, die dem Road Captain standhält. Ein braves Mädchen, das sich den Vizepräsidenten schnappt. Eine Blumenhändlerin, die dem Enforcer ihr Herz anvertraut. Eine Polizistin, die sich ausgerechnet in den Schatzmeister verliebt. Und ein Good Girl, das den Clubdoc herausfordert. Roh. Sinnlich. Gefährlich. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen, doch gemeinsam erzählen sie die ganze Wahrheit über den Steel Serpents Motorcycle Club. Wenn du Biker-Romance mit Tiefe, Leidenschaft und knisternder Gefahr liebst, dann steig auf - denn der Asphalt schläft nie. Die komplette Steel-Serpents-MC-Reihe in einem Band. Ein Ride durch Hell's Kitchen, voller Narben, Verlangen und einer Liebe, die keine Regeln kennt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 732

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Rockerherzen

Zwischen Asphalt, Blut und Sehnsucht

Rockerherzen

Zwischen Asphalt, Blut und Sehnsucht

© [2025] [Bärbel Muschiol]

[email protected] Rechte vorbehalten.

Dieses eBook ist ein Werk der Fiktion. Namen, Charaktere, Handlungen und Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, Firmen, Ereignissen oder Schauplätzen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kein Teil dieses eBooks darf ohne ausdrückliche Genehmigung der Autorin reproduziert, gespeichert oder in irgendeiner Form - elektronisch, fotomechanisch, durch Kopie oder andere Verfahren - übertragen oder weitergegeben werden, es sei denn, die gesetzlichen Bestimmungen erlauben dies ausdrücklich.

Inhaltsverzeichnis

Rockerherzen

Zwischen Asphalt, Blut und Sehnsucht

Rocker verführen keine Bücherwürmer

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Willkommen im Steel Serpents Motorcycle Club

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

Epilog

Rocker heiraten keine Chaotinnen

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

Epilog - Drei Wochen später

Rocker entführen keine Krankenschwestern

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

Epilog

Rocker retten keine braven Mädchen

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

Epilog – zwei Wochen später

Rocker lieben keine Mauerblümchen

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

Epilog - ganz genau vier Tage später.

Rocker vernaschen keine Polizistinnen

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

Epilog

Rocker küssen keine Good Girls

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

Epilog – vier Wochen später

Rocker verführen keine Bücherwürmer

Eine Biker Romance von Bärbel Muschiol

Willkommen im Steel Serpents Motorcycle Club

Hier geht es nicht um brave Geschichten und sichere Wege.

Hier geht es um Asphalt, brüllende Motoren und Männer, die keine Regeln befolgen - außer ihren eigenen. Der Steel Serpents Motorcycle Club hat seine Heimat mitten in Hell’s Kitchen, und wer ihnen begegnet, weiß: Sie bringen Gefahr, Chaos und Versuchung mit sich.

Doch hinter Stahl, Leder und Tattoos schlagen Herzen, die stärker lieben, als sie kämpfen. Jede Geschichte erzählt von einem Mann, der alles riskiert, wenn die richtige Frau in sein Leben kracht. Und jede Frau merkt früher oder später:

Dies ist keine Romance für schwache Nerven - aber eine, die man nicht mehr loslässt.

Steig auf. Halt dich fest.

Willkommen im Revier der Steel Serpents.

Prolog

Der Bücherwurm

In Hell’s Kitchen war es noch nie besonders ruhig, ich meine, allein der Name Höllenküche verrät einem doch schon, dass hier der Teufel höchstpersönlich das Sagen hat und dass in den Schatten so viele Gefahren lauern, dass man seinen Arsch nach Anbruch der Dunkelheit am besten nicht mehr raus auf die Straße bewegt.

Das war aber nicht immer so, damals, als ich mir vor zwei Jahren meinen Traum verwirklicht und meinen kleinen Buchladen „Little Hearth Books“ eröffnet habe, war es in Hell’s Kitchen noch relativ ruhig.

Und es war das einzige Stadtviertel, für das meine Ersparnisse ausgereicht haben.In Hudson Yards zum Beispiel hätte ich es mir nie leisten können, ein kleines Haus zu kaufen oder zu mieten. Niemals. Ich meine, da kostet ein Quadratmeter wahrscheinlich mehr, als ich in einem halben Jahr verdiene. Nein. Hell’s Kitchen war die Lösung für meine Probleme, hier sind die Immobilienpreise noch einigermaßen erschwinglich.Hier kann es sich eine Frau wie ich noch leisten, ihren eigenen Laden zu eröffnen.Tja! Inzwischen weiß ich auch, warum das so ist …Aber egal, zurück zum Thema.

Natürlich gab es hier auch früher schon ab und zu mal ein paar Raubüberfälle, aber hey …Das ist New York und nicht Disneyworld, so etwas kommt in einer so großen Stadt nun mal vor. Das ist noch lange kein Grund, sich gleich vor Angst in die Hosen zu scheißen.Doch dann hat der Steel Serpents Motorcycle Club unweit von meinem Buchladen sein Clubhaus eröffnet und die Katastrophe hat ihren Lauf genommen.Seit diese Rocker hier sind, geht es im wahrsten Sinne drunter und drüber und nichts, absolut nichts ist noch so, wie es einmal war. Inzwischen gehören wilde Schießereien am helllichten Tag und auf offener Straße genauso zur Tagesordnung wie eingeschlagene Autoscheiben, Morde und Schutzgelderpressungen.Allerdings muss ich, wenn ich fair sein will, erwähnen, dass diese ganzen Verbrechen nicht nur auf das Konto der Steel Serpents gehen, sondern auch auf das ihrer Feinde.Da, wo Mäuse sind, sind auch Katzen, richtig?Okay, das war vielleicht nicht das beste Beispiel - immerhin sind diese Rocker weder Mäuse noch Katzen -, aber ich weiß nicht, wie ich es besser erklären soll.

Wie wäre es mit: Da, wo Schatten ist, ist auch Licht?Nein, das passt irgendwie auch nicht besser … Es ist einfach so, dass diese Biker in meinen Augen nichts als Unkraut sind, und Unkraut hat nun mal die unschöne Angewohnheit, sich rasend schnell auszubreiten.

Kurz: Wo ein gesetzloser Outlaw-Motorcycle-Club ist, sind auch noch viele andere gesetzlose Kreaturen. Und ich? Heilige Scheiße! Ich stecke, ganz egal, ob ich es will, mitten in der Höllenküche fest und versuche, mir mit dem Verkauf von Liebesromanen, Gedichtbänden und anderen literarischen Meisterwerken meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Hier, an meinem Buchladen, prallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinander.Jane Austens Stolz und Vorurteil kracht auf Leder, Bikes, Kutten und Waffen …Himmel, wenn sie wüsste, dass ihre Bücher ausgerechnet an einem Ort wie diesen verkauft werden, würde sie sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen.Aber was soll ich denn machen?

Damals, vor zwei Jahren, als ich es noch für eine gute Idee hielt, hier mitten in der Höllenküche meinen Traum zu verwirklichen, habe ich mein gesamtes Erspartes in dieses zweistöckige Eckhaus an der 10th Avenue, zwischen W 47th & W 48th St, gesteckt.

Ich meine, ich habe nichts mehr, nichts außer Schulden, und deswegen kann ich auch nicht einfach meinen Kram packen und mein Glück woanders versuchen. Das hier, dieser Laden, muss funktionieren, ich habe keine andere Wahl.

Allerdings ist das nicht so leicht, wenn mehrmals am Tag eine Horde Kutten tragender, tätowierter Biker auf ihren schweren Maschinen vor meinen liebevoll dekorierten Schaufenstern vorbeifahren. Das ist, als würden zwei Welten aufeinander krachen.Gut und Böse - Hell und Dunkel - Schwarz und Weiß …Die meisten normalen Bürger - also die, die brav ihre Steuern bezahlen und nicht mit einer geladenen Waffe unter dem Kopfkissen schlafen - haben ihre sieben Sachen längst zusammengepackt und das Weite gesucht.

Was sich definitiv nicht positiv auf meinen Umsatz ausgewirkt hat. Denn, jetzt mal unter uns, blutvergießende Outlaws verspüren nicht wirklich das Bedürfnis nach guter Lektüre. Ich bin mir nicht mal sicher, ob diese Kerle überhaupt lesen können.Wobei, nein, das ist gemein. Ich war noch nie ein Mensch, der viel von Vorurteilen gehalten hat. Und deswegen werde ich auch jetzt nicht damit anfangen.Und da ich keinen von diesen Steel Serpents kenne, kann ich auch nicht irgendwelche Behauptungen über sie in den Raum stellen.Aber das muss ich auch gar nicht. Denn die Dinge, die ich über sie weiß, reichen vollkommen aus, um mir eine Meinung über sie zu bilden.Diese Rocker sind groß, stark, muskelbepackt, tätowiert, gnadenlos, gewaltbereit, gesetzlos und, was am wichtigsten ist, verdammt gefährlich.Sie gehören zu der Kategorie Mensch, die dafür sorgt, dass diese Welt für immer ein Ort bleibt, an dem sich Frauen im Dunkeln nicht mehr aus dem Haus trauen.

Sie sind der Grund, warum immer mehr Selbstverteidigungskurse angeboten werden und weswegen die Produktion von Pfefferspray wohl nie eingestellt wird.Und sie sind meine Nachbarn … Heilige, verdammte Scheiße!

1. Kapitel

Der Präsident

Für einen Moment auf das vor mir auf dem Tisch liegende Messer starrend, lasse ich noch mal alle Informationen der Reihe nach durch meinen Kopf zucken, wäge sie ab und treffe dann eine Entscheidung.Kein Hangaround dieser Welt ist fünfhunderttausendDollar wert, nicht mal William.

Und dabei spielt es keine verfickte Rolle, dass er seit einer halben Ewigkeit eine Art Bruder für unseren Sergeant-at-Arms ist.

Eine Freundschaft kann nicht als Ausrede für alles benutzt werden. Sie hat vielleicht dafür gesorgt, dass wir mit der Scheiße, die William abgezogen hat, etwas geduldiger umgegangen sind, als wir es normalerweise getan hätten. Aber auch die Geduld hat ihreGrenzen, besonders meine.

Fuck!

Ich hätte es nie an die Spitze des Steel Serpents Motorcycle Clubgeschafft, wenn ich es meinen Gefühlen erlauben würde, die Kontrolle über meine Handlungen zu übernehmen. Nein! Das Präsidenten-Patch, das meine Brust ziert, verdanke ich einzig und allein meinem Talent, sämtliche meiner Entscheidungen ohne den Einfluss von irgendwelchen Gefühlen treffen zu können.

Liebe, Loyalität, Freundschaft und Familienbande zählenin meiner Position wenig. Genau wie meine persönlichen Empfindungen. Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann nie zu meinem Wohl oder für das Wohl von einem meiner Brüder. Die Entscheidungen, die ich treffe, dienen immer dem Club. Es ist meine Pflicht, stets das große Ganze im Blick zu behalten.

Und genau dieses große Ganze verlangt von mir, dass William endlich für seine Fehler bezahlen muss. Und das am besten noch heute Nacht.

Den Blick vomMesser nehmend, sehe ich zu Rex, meinem Sergeant, der direkt neben mir sitzt, eine halb gerauchte Kippe im Mundwinkel hängen hat und mich abwartend ansieht. „Dir ist klar, dass wir diese Scheiße klären müssen, oder, Bro?“

Er deutet ein Nicken an, sagt jedoch kein Wort.

„Und dir ist auch klar, dass wir es noch heute tun müssen.“

Rex nickt wieder, doch dieses Mal umfasst er dabei die Zigarette, dreht sie zwischen zwei Fingern und betrachtet die orange glühende Glut an der Spitze.

„Yeah, schon klar. Aber Bullshit, Ace. Du musst verstehen, dass ich dieses Mal eine Pause von meiner Pflicht brauche. Ich kann Wills Blut nicht vergießen, und ich will es auch gar nicht. Dieser Mann ist für mich immer wie ein Bruder gewesen, auch wenn er es nie geschafft hat, sich ein Back-Patch zu verdienen.“

Yeah! Das kann ich verstehen.

Seit ich Rex vor knapp neun Monaten zu meinem Sergeant-at-Arms ernannt habe, hat er sich noch kein einziges Mal davor gedrückt, seine Aufgaben zu erledigen, ganz egal, wie brutal und blutig die Scheiße, die uns um die Ohren geflogen ist, auch gewesen sein mag.

Wenn er dieses Mal aussetzen will, kann ich das durchaus akzeptieren.

Einem Mann die Kehle aufzuschneiden, ist eine Sache, einem Mann, der für einen zur Familie gehört, den Hals aufzuschlitzen, ist noch mal eine völlig andere.

„Ich werde für dich einspringen.“ Rex nickt und drückt schweigend den Kippenstummel in dem gläsernen Totenkopf-Aschenbecher aus, der mittig auf dem großen, ovalen Tisch steht, an dem sämtliche wichtigen Clubentscheidungen getroffen werden.

Der abhörsichereBesprechungsraum, in dem nicht nur Handys, sondern auch Zivilisten verboten sind, ist unsere verfickte Kirche. 

Weswegen er auch nur Chapel genannt wird.

Hier finden unsere Treffen statt, hier wird über Leben und Tod und über Krieg oder Frieden entschieden. In dem großen Safe, der sich im hinteren rechten Eck des fensterlosen Raums befindet, stapeln sich die Dollarbündel, die wir bei unseren Waffengeschäften machen, genau wie die Routen unserer Lieferungen und alle anderen wichtigen Dokumente, für die Saint, unser Treasurer, oder Bishop, unser Road Captain, ihr Leben lassen würden.

„Was, wenn er den Großteil seiner Schulden bezahlen kann?“

Wir wissen beide, dass das eine rein rhetorische Frage ist. Die Chancen, dass Will die halbe Mille einfach so vor mir auf den Tisch legt, sind gleich null.

„Dann passen wir die Strafe prozentual dem Betrag an.“

Rex gönnt sich eine neue Kippe und füllt seine Lunge mit einem geräuschvollen ersten Zug. „Das klingt fair.“

Für einen Moment bleibe ich noch neben ihm sitzen, dann stehe ich auf, stecke das Messer ein und verlasse die Chapel.

Noch während ich den langen Gang vor zum großen Hauptraumdes Clubhauses vorgehe, fische ich die Zigarettenpackung aus der Innentasche meiner Weste, klemme mir eine Marlboro zwischen die Lippen und taste meine Hosentaschen nach meinem Feuer ab.

Es ist weg! Verdammt!

An der Bar, hinter der wie an den meisten Abenden Cherry steht, ankommend, bestelle ich mir mit einer Handbewegung einen Whisky und hole mir ein neues Zippo aus der Schublade. Mit dem Daumen die Flamme zum Leben erweckend, kippe ich mir den Whisky in die Kehle und gebe Knox, meinem Vizepräsidenten, und Ghost, unserem Vollstrecker, zu verstehen, dass sie mir folgen sollen.

Durch die offene Doppeltürraus auf den Hof tretend, lasse ich meine Schultern kreisen und fülle meine Lungenflügel mit dem warmen Rauch.

Je weiter ich Richtung Bikes gehe, desto leiser wird die hämmernde Musik, die aus den Boxen dröhnt, und je kälter wird die Luft, die mir entgegenschlägt.„Was los, Präs?“ Ghost sieht mich abwartend an.„Wir haben einen Job zu erledigen.“ Knox’ Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen. „William?“ Ich nicke zustimmend. „Aye, William.“ 

GhostsBlick zieht sich prüfend über das Gelände des Clubs. Mir ist noch nie ein Mann begegnet, der so wachsam war wie unser Enforcer. Oder jemand, der seinen Posten so ernst genommen hat wie er.

In all den Jahren, die ich Ghost jetzt schon kenne, hat er an keinem beschissenen Tag gefehlt.

Dieser Mann würde eher sterben, als den Club im Stich zu lassen.

„Es wurde aber auch verdammt noch mal Zeit. Wir haben diesem Wichser viel zu viele Chancen eingeräumt, seine Schulden zu bezahlen.“

Rückblickend betrachtet, hätte William niemals so einen hohen Kredit von uns bekommen, wenn er nicht einer unserer Hangaroundsgewesen wäre.

So aber haben wir darauf vertraut, dass sein Boxstudio gut läuft und dass er sich an die vereinbarte Ratenzahlung hält.

Holy Fuck!

Dass ich diesem Geschäft zugestimmt habe, geht auf Rex.

Unser Sergeant war bereit, für William zu bürgen. Jetzt kann Rex nur froh sein, dass wir ihn damals nicht beim Wort genommen haben, sonst hätte er mit seinem privaten Geld oder mit seinem Blut für Williams Fehler zahlen müssen.

„Wie willst du vorgehen, Präs?“

Die Frage ist leicht zu beantworten. „Wir nehmen ihm sein Leben und uns das Studio. Damit setzen wir ein klares Zeichen und schaffen es mit ein bisschen Glück, unsere Verluste wieder reinzuholen.“

Ghost nickt zustimmend.

„Wer soll sich um den Laden kümmern, wenn er erstmaldem Club gehört?“

„Saint und Rex. Saint soll sich die Bilanzen ansehen und Rex den Rest auf die Reihe kriegen. Er war Williams Fürsprecher und jetzt soll er die Scheiße wieder geradebiegen.“

Knox nickt zustimmend, während unser Enforcer einfach nur schadenfroh grinst.

Wir kommen bei unseren Maschinen an, ich ziehe den Helm vom Lenker, setze ihn auf und lasse die Riemen einrasten.

„Ich will diese Angelegenheit schnell und ordentlich über die Bühne bringen.“

Es ist sieben Uhr abends, der kühle Wind trägt den Geruch von feuchtem Laub und nassemAsphalt mit sich, während ich mich auf mein Bike setze, den Ständer einklappe und mit einem kraftvollen Tritt den Motor starte.

Das vertraute Brummen vibriert durch meinen Körper und hilft mir wie immer dabei, mich auf das Wesentlichezu konzentrieren.Bevor ich dem Steel Serpents Motorcycle Club beigetreten bin, hatte ich nichts und ich war ein Nichts. Nachdem mein Vater meine Mutter bei einem Streit erschlagen und dafür lebenslänglich kassiert hat, bin ich im Netz der Jugendfürsorge gelandet und habe schnell gelernt, dass es in unserem System keinen Platz für einen siebzehnjährigen Jungen gibt, der nichts als Hass und Wut empfindet und der seine Probleme zu 99 % mit seinen Fäusten löst. Das verbleibende 1 % besteht allerdings nicht aus Konfliktlösung, sondern darin, meinem Gegenüber ein Messer in den Bauch zu rammen.

Die nächsten fünf Jahre habe ich auf der Straße gelebt und mich mit Boxkämpfen und Raubüberfällen über Wasser gehalten. Mit zweiundzwanzig bin ich den Steel Serpents beigetreten. Und an dem Tag, an dem ich mein Leder angelegt habe, wurde mir klar, dass ich nie für das Leben als Zivilist geboren wurde.

Mein Platz war immer hier, auf der Schattenseite des Gesetzes.

Hier war meine Gewaltbereitschaft und mein nur schwach ausgeprägtes Mitgefühl kein Grund, mich auszugrenzen, es war der Grund, aus dem ich in Rekordgeschwindigkeit vom Anwärter zum Full Member wurde und wieso ich seitdemPosten für Posten aufgestiegen bin. Bis ich schlussendlich von den Kings der Steel Serpents dazu aufgefordert wurde, hier in Hell’s Kitchen mein eigenes Chapter zu gründen und diesen Teil von New York als MC-Territorium zu beanspruchen.

Fuck!

Das ist jetzt zwei Jahre her. Damals war ich noch der festen Überzeugung, dass es wohl kaum schwer werden würde, ein Stadtgebiet als unser Revier zu beanspruchen und sämtliche Geschäfte der bis dahin eingesessenen Bastarde an mich zu reißen und zu übernehmen. Bullshit!

Wie falsch ich doch damit lag. Die Geschäfte zu übernehmen, war leicht. Wir haben die besseren Waffen, die besseren Drogen und die besseren Druckmittel. Was sich jedoch als weitaus komplizierter erwiesen hat, als gedacht, war es, die verschiedenen Straßengangsund Kleinkriminelle, die bis dahin in Hell’s Kitchen ihr Zuhause gesehen haben, loszuwerden. Die kleinen Fische haben wir vor die Wahl gestellt, arbeitet für uns oder sterbt. Der Großteil von ihnen hat sich dafür entschieden, von nun an auf unserer Gehaltsliste zu stehen.

Dealer, Informanten und Schmuggler haben wir damit mehr als genug.

Die großen Fische sind bis heute eine Herausforderung, um die ich mich kümmern muss. Aber Fuck!

Was sind schon zwei Jahre?

Das hier ist meine Chance, den Kings (den landesweit hochrangigsten Präsidenten der Steel Serpents) zu beweisen, dass ich das Zeug dazu habe, eines Tages einer von ihnen zu werden. Aber bis es soweit ist, fällt es in mein Aufgabengebiet als Präsident, mich um die Drecksarbeit zu kümmern und mir die Hände schmutzig zu machen, und ganz genau das werde ich jetzt tun.

Ohne auf meine Brüder zu warten, drehe ich am Gas, rolle auf das geschlossene Tor zu und kann dem wachhabenden Prospect nur raten, mich nicht warten zu lassen.

Er öffnet das Tor rechtzeitig und ich fahre raus auf die Straße. Das kreisrunde Licht meines Scheinwerfers frisst sich durch die Dunkelheit des Oktobers.

Knox reiht sich seiner Position entsprechend hinter mir ein, dicht gefolgt von Ghost. Williams Studio liegt in der W 48th St, westlich der 10th Ave, er hat dafür eine ehemalige Lagerhalle aus massivem Backstein gekauft, die ein breites Rolltor besitzt.

Es gibt eine stabile Metalltreppe, die hoch ins 1. Obergeschoss führt, und die Fenster bestehen aus Drahtglas.

Tagsüber herrscht dort ein reger Lieferverkehr, abends wird es ruhiger. Eins muss ich dem Arschloch lassen. Der Ort ist ideal für einen Boxschuppen, allerdings würde er sich auch sehr gut als ein neues Lager eignen.

Wie wir es nach der heutigen Nacht benutzen werden, muss ich mir noch überlegen.

Wichtig ist nur, dass es William dann nicht mehr geben wird.

So perfekt Hell’s Kitchen sich auch als unser neues Territorium anbietet, so beschissen ist es, dass der Hudson knappe zehn Fahrminuten entfernt liegt. Dieser verdammte Fluss würde sich wunderbar dazu anbieten, Arschlöcher wie William loszuwerden.

So müssen wir uns eine andere Entsorgungsmethode einfallen lassen.

Anstatt den direkten Weg zur 48th St zu nehmen, beschließe ich, dass es nicht schaden kann, Präsenz zu zeigen, und drehe eine etwas größere Runde durch unser Gebiet.

Die Wichser, die sich in den Schatten verstecken, sollen ruhig wissen, dass ich sie nicht vergessen habe und dass ihre Zeit früher oder später kommen wird!

An einer roten Ampel stoppend, drehe ich den Kopf nach rechts und mustere die hell erleuchteten Schaufenster des kleinen Buchladens, von dem ich mich jedes verfluchte Malwieder frage, was er an einem Ort wie diesem hier zu suchen hat?

Ernsthaft. Er passt ungefähr so gut nach Hell’s Kitchen wie ein Pinguin ins Eisbärengehege. Und nicht zum ersten Mal kommt mir der Verdacht, dass er eventuell nur als Tarnung für andere Geschäfte dienen könnte.

Ghost ruft Knox etwas zu, die beiden unterhalten sich über irgendeine Pussy, die sie sich letzte Nacht geteilt haben, und da es mich nicht im Geringsten interessiert, welche Nutten meine Männer ficken, blende ich ihr Gespräch aus und starre weiter auf die hell erleuchteten Fenster. Es ist niemand zu sehen, dann bewegt sich etwas, und eine kleine Frau mit unfassbar roten Locken tritt hinter einem Regal hervor, in dem sich so viele verdammte Bücher befinden, dass ich mich ernsthaft frage, wer um alles in der Welt die kaufen, geschweige denn lesen soll?

Sie bewegt sich ruhig, fast so, als ob sie sich zwischen all den vielen Geschichten wohlfühlen würde. Im Vorbeigehen streifen ihre Finger über einen besonders dicken Wälzer, der auf einem runden Holztisch liegt, und die Berührung hat fast schon etwas Zärtliches.

Die Frau sieht aus, als würde sie in einer vollkommen anderen Welt leben alsich, doch dann, fast so, als ob sie meinen intensiven Blick spüren würde, hebt sie den Kopf und sieht mich direkt an. Und Fuck!

Trotz der Entfernung und trotz der Glasscheibe, die uns trennt, bin ich wie gefesselt.

Mein erster Gedanke ist, wie schön das Mädchen ist, und mein zweiter, dass ihre Haare wie ein verdammtes Feuer leuchten. In der Sekunde, in der sie bemerkt, dass sie im Fokus meiner Aufmerksamkeit steht, öffnen sich ihre roten Lippen einen Spalt und ein ängstlicher Ausdruck huscht über ihre zarten Gesichtszüge.

Nennt mich ruhig ein Arschloch!

Aber jetzt, wo sie sich fürchtet, ist sie fast noch schöner alsvor einer Minute. Sie sieht mich an - ich sehe sie an, im Augenwinkel bemerke ich, dassdie Ampel von Rot auf Orangespringt, doch ich blende sie einfach aus.

Ghost lässt ungeduldig den Motor aufheulen, ich ignoriere ihn und sehe weiter den süßen Bücherwurm an, der in diesem Moment fast so wirkt, als wüsste er nicht genau, wie er sich verhalten soll?

Einfach weiter dastehen und trotzig meinen Blick erwidern?

Oder aber losrennen, die Ladentürzusperren und sich dann hinter einem der Regale verstecken? Noch bevor die Kleine eine Entscheidung treffen kann, zerfetzt ein lauter Knall die Luft. Noch bevor mein Hirn realisiert, was dieses Peng! zu bedeuten hat, spüre ich die Hitze der Kugel, die nur wenige Millimeter an meinem Hals vorbeisurrt.

„Runter!“ Knox reagiert blitzschnell, lenkt sein Bike vor mich und schirmt mich so vor der drohenden Gefahr ab.

Mit einem Fluch reiße ich die Augen von dem Mädchen los und lasse meinen Blick prüfend über die nähere Umgebung gleiten.

Der Knall kam ganz klar von einer Handfeuerwaffe und nicht von einem Scharfschützengewehr, was bedeutet, dass sich der Motherfucker, der es gewagt hat, mich abknallen zu wollen, in unmittelbarer Nähe befinden muss.

Ghost will wissen, ob ich verletzt wurde, ich ignoriere ihn und checke die Straßen und Hausecken weiter ab. Stück für Stück, bis ich eine Gestalt ausmache, die sich hektisch hinter einem geparkten Truck versteckt und hin und wieder hervorkommt, um panisch in meine Richtung zu sehen.

Erwischt! Hinter uns hat sich inzwischen eine ganze Schlange an Autos gebildet, doch kein einziger der Fahrer wagt es, uns zu drängen.

Jeder von ihnen wartet respektvoll ab, was wir tun werden.

Ein klares Anzeichen dafür, dass die Menschen hier in Hell’s Kitchen langsam, aber sicher verstehen, wer hier das Sagen hat!

„Ich hab den Wichser!“„Wo?“Knox folgt meinem Blick, entdeckt den Typen hinter dem Truck, dreht am Gas und fährt los, er kommt von links, ich von rechts, gemeinsam kesseln wir den Bastard ein.

Ghost folgt uns, noch bevor er bei uns ankommt, steige ich bereits von meinem Bike und mache den ersten Schritt auf das Arschloch, das seine Waffe tatsächlich noch in der Hand hält, zu. Sein erster Instinkt ist Flucht. Er versucht, davonzurennen, und als ihm klar wird, dass ich schneller bin, dreht er sich plötzlich wieder zu mir um, reißt seinen Arm hoch und drückt wieder und wieder ab.

Die Kugeln verfehlen mich zuerst nur um Haaresbreite, dann um ein paar Meter.

Was entweder bedeutet, dass das Arschloch entweder ein miserabler Schütze ist oder dass er es nicht gewohnt ist, unter Druck zu funktionieren.

Nicht bereit, mich einschüchtern zu lassen, gehe ich weiter auf den Mann zu, weiche den Geschossen nicht aus, sondern konzentriere mich voll und ganz darauf, mir den Bastard zu schnappen, der es aus irgendeinem Grund auf mich abgesehen hat.

Sein Zeigefinger drückt wieder und wieder den Abzug, so oft, bis das Magazin leer und nur noch ein hohles, metallenes Klicken zu hören ist.

Die Zähne bleckend, komme ich nicht gegen das breite Grinsen an, zu dem sich meine Lippen verziehen.

„Wenn du jemanden töten willst, solltest du immer auf den Kopf oder auf das Herz zielen.“ Der Kerl vor mir, den ich noch nie zuvor gesehen habe, wird mit jedem Schritt, den ich weiter auf ihn zugehe, bleicher. „Am besten richtest du den Lauf deiner Waffe mittig zwischen seine Augen ...“, und während ich dem Mann, der mich töten wollte, erkläre, wie es am besten geht, ziehe ich meine eigene Waffe aus dem Holster, das sich unter meiner Weste fest gegen meine Rippen drückt, entsichere die Glock und lege den Finger auf den Abzug.

„Es ist im Grunde ganz leicht, jemanden zu töten, zumindest wenn man weiß, worauf man achten muss.“ Ghost schnaubt genervt, während Knox’ amüsiertes Lachen das entsetzte Wimmern des Idioten übertönt, der gleich einen Schnellkurs in ‚Fahr zur Hölle‘ von mir bekommt.

„Wenn man jedoch erst ein paar Antworten will, ist es nicht sonderlich ratsam, jemanden schon beim ersten Schuss das Hirn aus dem Schädel zu blasen, da eignen sich Schüsse ins Knie oder in den Bauch viel besser.“

Nett wie ich bin, demonstriere ich dem Wichser am eigenen Leib, was ich meine, ziele auf sein linkes Knie und drücke mitleidslos ab.

Eine Sekunde nach dem Knall folgt ein entsetzter Schmerzensschrei.„Yeah, ganz genauso. Die meisten Menschen fürchten sich nur vor dem Tod. Aber das ist ein Fehler, sie sollten die Zeit davor fürchten. Den Schmerz, die Verzweiflung und die Endgültigkeit, mit der alles, was sie je geliebt haben, aus ihrem Bewusstsein verschwindet.Der Tod ist harmlos, er ist eine Art freundlicher Schlussstrich unter allem, was einem je Leid zugefügt hat.“

Der Kerl bricht zusammen, ich bleibe direkt vor ihm stehen und sehe gelangweilt auf ihn herab.

„Wieso hast du auf mich geschossen?“

Als ich nicht sofort eine Antwort bekomme, jage ich ihm eine weitere Kugel in den Bauch. Er schreit und keucht, sein Blut färbt den Asphalt unter ihm rot.

„Wieso? Was sollte diese Scheiße? Ich könnte schwören, dass wir uns noch nie zuvor begegnet sind. Also warum?“

Voll und ganz in seinem Schmerz gefangen, wirkt es zuerst nicht so, als ob ich noch eine Antwort auf meine Frage bekommen würde. Erst als ich meinen Arm erneut hebe und dieses Mal auf genau die Stelle zwischen seinen Augen ziele, die ihn definitiv ins Jenseits befördern wird, spuckt er eine Ladung Blut auf den Boden, hustet und sieht mich aus weit aufgerissenen Augen an.

„Hell’s Kitchen gehört nicht den Steel Serpents. Ihr seid einfach gekommen, habt euren Club in unserem Viertel eröffnet, alles an euch gerissen und unseren Straßen eure Gesetze aufgedrückt. Ihr habt nicht nur meinen Bruder getötet, sondern auch sämtliche Geschäfte an euch gerissen. Du und deine Männer … Ihr alle seid wie ein Krebsgeschwür, das man herausschneiden muss, ehe es sich immer weiter und weiter ausbreitet!“

Purer Hass schwingt in seiner Stimme mit, er kotzt Blut und presst seine Hände auf das Loch in seinem Bauch, aus dem immer mehr und mehr Blut auf die Straße sickert.

Holy Shit!

Ob ich seinen Bruder auf dem Gewissen habe, kann ich nicht sagen.

Ich habe in meinem Leben schon so viele Männer getötet, dass ich mich weiß Gott nicht mehr an alle Namen und Gesichter erinnern kann. Aber er hat recht.

In den ersten Monaten, nachdem wir hier mitten in der Höllenkücheunser Clubhaus eingerichtet haben, lagen unfassbar viele Tote auf der Straße.

Es ist so viel Blut geflossen, dasses ein Wunder ist, dassmeine Hände nicht immer noch rot gefärbt sind. Gnade ist ein Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne … Wenn ich etwas will, dann nehme ich es mir! So einfach!

In meiner Welt herrscht das Recht des Stärkeren.

„Was ich dir vorhin nicht gesagt habe, ist, dass Schüsse in den Bauch zu 99 % tödlich enden, wenn sie nicht sofort versorgt werden. Und selbst dann ist die Überlebensrate ziemlich gering.“

Knox lacht und zündet sich eine Kippe an, während sich in einigem Abstand immer mehr Schaulustige versammelt haben. Sehr schön!

Von mir aus sollen sie alle mit eigenen Augen sehen, was passiert, wenn man sich mit dem Club anlegt.

„Du hättest mich besser bei deinem ersten Schuss treffen sollen, Arschloch! Dann hättest du zumindest eine minimale Chance gehabt, diese Nacht zu überleben!“

Eine rosa Mischung aus Blut und Spucke rinnt ihm aus dem Mundwinkel, er will noch etwas sagen, bringt jedoch nur einen gurgelnden Laut hervor. So wie ich das sehe, ist das Gespräch beendet. Den Kopf hebend, lasse ich meinen Blick über die vielen Zuschauer gleiten, ehe ich einen Atemzug später, ohne zu zögern, abdrücke und den Schädel des Bastards, wie einen Ballon, zum Platzen bringe.

Schädelsplitter, Hirnmasse und Haare verteilen sich auf den Boden, ein paar Spritzer landen auf Knox’ Stiefeln, der daraufhin einen angewiderten Schritt zurückmacht.

„Echt jetzt, Ace? Musste das sein?“

Ghost lacht laut, ich stecke meine Waffe weg und lasse meine verspannte Nackenmuskulatur knacken. „Stell dich nicht so an, es ist nur Hirnmasse.“

„Yeah, Hirnmasse auf meinen Boots.“ Ghost schnalzt mit der Zunge und grinst blöd. „Dafür gibt es Prospects, Alter.“ Und während die zwei darüber diskutieren, ob Hirnmasse gelbe Flecken auf Leder hinterlässt, gleitet mein Blick wie von selbst zu dem Buchladen und den noch immer hell erleuchteten Fenstern.

Holy Fuck!

Wenn mich der Wichser wirklich erwischt hätte, wäre das Letzte, was ich auf dieser Welt gesehen hätte, das Mädchen mit den roten Haaren gewesen.

Und bei allen Höllen!

Das wäre nicht das Schlechteste gewesen …

Weiß Gott, nicht das Schlechteste!

Zurück an meinem Bike steige ich auf, atme tief durch und starte mit einem Kick den Motor.

Erst als Knox und Ghost ebenfalls auf ihren Maschinen sitzen, setzen wir unseren Weg zu William fort und lassen den Bastard mit dem Loch im Kopf als Warnung mitten in unserem Revier liegen.

2. Kapitel

Der Bücherwurm

Ich sollte schreien oder die Polizei rufen oder mich verstecken …

Scheiße! Ja! Mich zu verstecken und dabei die Cops zu rufen, wäre wohl das Intelligenteste, was ich tun könnte, doch stattdessen stehe ich fassungslos vor derTürund sehe den drei Bikern nach, die seelenruhig zu ihren Motorrädern gehen.

Allen voran derSteel Serpents, der mich vorhin noch so eindringlich durch das Schaufenster hindurch angestarrt hat.

Zumindest hat er das, bis ein lauter Knall den Straßenlärm regelrecht zerfetzt hat.

Alles, was ab dann passiert ist, kommt mir irgendwie unrealistisch vor.

Fast, als ob ich in einen verdammten Actionfilm gestolpert wäre.

In der einen Sekunde sieht mich dieser Rocker noch an, als ob ich die Lösung für all seine Probleme wäre, und in der nächsten verwandelt sich die Straße vor meinem kleinen Buchladen in den Schauplatz einer Verfolgungsjagd, die mit einem brutalen Mord endet.

Mir ist schlecht! Genauer gesagt: kotzübel!

Ich meine, dieser Biker ist einfach unbeirrt auf den Mann, der auf ihn geschossen hat, zugegangen, fast so, als ob er keine Angst vor dem Tod gehabt hätte …

Aber das kann ja nicht sein, schließlich fürchten wir uns doch alle davor zu sterben.

Oder? Also ich auf jeden Fall!

Was auch der Grund dafür ist, dass sich meine Knie wie Wackelpudding anfühlen und meine Hände noch immer zittern.

Aber dieser Rocker?

Oh nein, er hat keine Anstalten gemacht, den surrenden Geschossen auszuweichen.

Und als dann das Magazin des Kerls leer war, haben die Biker kurzen Prozess mit ihm gemacht. Wobei das so nicht stimmt, denn zwei der Steel Serpents haben einfach nur dabei zugesehen, wie der dritte erst ein paar Worte gesagt und dann dem Mann zuerst ins Knie, dann in den Bauch und zu guter Letzt in den Kopf geschossen hat.

Peng! Peng! Peng! Ein fieser Krampf zuckt durch meinen Magen, während bittere Galle in meiner Kehle aufsteigt.

Dieser Rocker mit den kurzen, dunkelbraunen Haaren, dem eindringlichen Blick und den breiten Schultern hat einfach so, auf offener Straße, einen Menschen getötet, ohne sich dabei auch nur einen Dreck dafür zu interessieren, wie viele Zeugen es dafür gibt.

Das ist doch Wahnsinn!

Das hat es damals, als ich nach Hell’s Kitchen gezogen bin, nicht gegeben.

Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass damals noch Recht und Ordnung auf den Straßen geherrscht hat, aber ja … Es war ruhiger und wesentlich sicherer als jetzt.

Gegen meine Angst ankämpfend, erstarre ich zu Stein, als er seinen Kopf hebt und in meine Richtung sieht, fast so, als ob er gespürt hätte, dass ich ihn beobachte.

Unsere Blicke treffen sich nicht einfach nur, sie kollidieren regelrecht.

Und die Intensität, mit der mich dieser Rocker ansieht, lässt nicht nur meine Körpertemperatur um ein paar Grad nach oben klettern, sondern bringt auch mein eh schon viel zu schnell schlagendes Herz rettungslos aus dem Takt.

Hätte ich einenDefibrillatorgriffbereit, würde ich ihn sicherheitshalber schon mal einschalten, so aber bleibt mir nichts anderes übrig, als einfach nur reglos dazustehen und darauf zu warten, dass er meinen Blick wieder freigibt, damit ich endlich wieder atmen kann. Die Sekunden vergehen, in meinem Kopf dreht sich schon alles und meine Lunge schreit krampfend nach Luft. Mit letzter Kraft beobachte ich noch, wie sich seine Lippen zu einem wissenden Grinsen verziehen, ehe er seine Augen endlich wieder von mir löst, bei seiner schwarzenHarley-Davidsonankommt, aufsteigt und den Motor startet.

Das kraftvolleBrummenvermischt sich mit dem lauten Dröhnen in meinen Ohren.

Seine Brüder steigen ebenfalls auf und dann, dann verschwinden die drei Rocker ohne einen Blick zurück in der Dunkelheit. Und lassen dabei nicht nur den Toten, sondern auch alle Zeugen einfach so zurück, fast so, als ob sie sich sicher wären, dass ihre Taten niemals Konsequenzen nach sich ziehen.

Huiuiuiuiuiui … Das ist heftig!

Verdammt heftig!

Endlich wieder in der Lage zu atmen, sauge ich so viel frischen Sauerstoff wie nur irgend möglich in meine Lunge und kämpfe gegen den immer stärker werdenden Schwindel an.

Die Polizei zu rufen, wäre das einzig Richtige. Ich sollte 911 wählen und dann aussagen, was ich gesehen habe. Ich sollte es wirklich tun …

Der einzige Grund, aus dem ich es nicht mache, ist das Wissen, dass man hier in Hell’s Kitchen länger lebt, wenn man sich aus den Dingen, die einen nichts angehen, raushält. Scheiße! Dieser Mann, der jetzt tot auf dem Gehweg liegt, hat zuerst geschossen.

Er hat einfach so das Feuer auf die drei Steel Serpents eröffnet.

Ich meine, streng genommen ist er selber schuld, dass er getötet wurde.

Jeder hier - sogar ich - weiß, dass es niemals, wirklich absolut niemals eine gute Idee ist, sich mit dem Club anzulegen.

Zumindest nicht, wenn einem sein Leben lieb ist.

Und genau deswegen rufe ich nicht die Polizei, sondern schließe einfach nur den Laden ab, schalte das Licht aus und gehe dann nach oben in meine Wohnung.

Ich rechtfertige meine Entscheidung mir selbst gegenüber mit der Begründung, dass anscheinend auch sonst niemand die Cops gerufen hat.

Denn von Blaulicht und Sirenen fehlt hier jede Spur, wobei es auch durchaus möglich ist, dass zwar jemand diePolizeigerufen hat, dochdassdie einfach nicht kommt.

Jeder hier, jeder - besonders dasNew York Police Department- weiß, dass Hell’s Kitchen das Revier des Steel Serpents Motorcycle Clubs ist.

Und wenn die Gerüchte, die sich über die Steel Serpents erzähltwerden, stimmen, dann stehen bereits einige der Cops auf deren Gehaltsliste.

Also selbst wenn ich genug Mut hätte, den Mord zu melden, würde das noch lange nicht bedeuten, dass sich hier irgendetwas ändern würde oder dass der Rocker mit den breiten Schultern und den faszinierenden Augen für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden würde.

Im schlimmsten Fall würde es nur darauf hinauslaufen, dass er erfahren würde, dass ich die Polizei gerufen habe, und meinen Laden in Rauch und Flammen aufgehen lassen.

Nein, danke! Darauf kann ich durchaus verzichten.

Das, was hier gerade passiert ist, ist heftig. Schon klar!

Aber was noch viel heftiger ist, ist die Tatsache, dass er mir den restlichen Abend nicht mehr aus dem Kopf geht und dass mich seine Augen sogar bis in meine Träume verfolgen.

Ich würde jetzt gerne behaupten, dass es ein wirklich schrecklicher Albtraum war, in dem jede Menge surrende Kugeln und unfassbar viel Blut vorgekommen ist, aber das wäre gelogen.

Der Traum war wild und aufregend, aber auf eine gute Art, und als ich irgendwann mitten in der Nacht aufgewacht bin, war ich so durcheinander, dass meine Hand wie von selbst an meinem Bauch hinab zwischen meine Schenkel geglitten ist.

Der Orgasmus war intensiv, intensiver als der Blick, mit dem er mich angesehen hat, und moralisch mehr als verwerflich.

Ernsthaft!

Ich stehe auf die guten Jungs, auf ehrliche, hart arbeitende Männer mit Altersvorsorge und einem gut justierten moralischen Kompass.Dassdieser Rocker also so eine ‚verstörende‘ Wirkung auf mich hatte, überrascht mich also mehr, als ihr es euch vorstellen könnt.

Himmel! Ich lese nicht mal Bücher, in denen der böse Kerl der Held ist, und vonDark Romancehabe ich bisher immer die Finger gelassen.

Ich bin eher so der Fan vonSmall-Town-Romanceund Wholesome-Büchern.

Diese Welt, diese Stadt und besonders Hell’s Kitchen sind schon düster, gefährlich und brutal genug, in meinen Büchern will ich nicht auch noch über Mord, Totschlag und Blutvergießen lesen. Da brauche ich etwas fürs Herz.

Aber halleluja!

Vielleicht sollte ich nach letzter Nacht mal einenGenrewechselwagen und herausfinden, wie ich tief in meinem Inneren wirklich gestrickt bin?!

3. Kapitel

Der Präsident

Williams Studio liegt in der W 48th St, keine fünf Minuten von der Ecke entfernt, an der der Wichser geglaubt hat, er könnte mich einfach so mit einer Kugel aus dem Verkehr ziehen. Fuck! Wie falsch er doch damit lag.Es braucht wesentlich mehr, um einen Killer wie mich ins Jenseits zu befördern.Und nicht zum ersten Mal bin ich mir fast sicher, dass Gott oder der Teufel oder wer auch immer diese Welt kontrolliert, aus irgendeinem Grund auf meiner Seite ist.Das hier war nicht der erste Anschlag auf mich, und es wird mit Sicherheit auch nicht der letzte sein. Seit ich das Präsidenten-Patch auf meiner Kutte trage, hat es immer irgendwer auf mich abgesehen. Mal aus persönlichen Gründen, mal aus Rache oder des Geldes wegen. Und niemandem ist es bisher gelungen, mir eine Kugel ins Hirn zu ballern oder mir ein Messer in den Rücken zu rammen.

Was entweder bedeutet, dass meine Zeit einfach noch nicht gekommen ist, oder dass ich verdammtes Glück habe.

Was schlussendlich zutrifft, interessiert mich wenig. Ich mache mir keine Gedanken über Dinge, die mit einem vielleicht, oder mit einem was wäre wenn, anfangen.Das Einzige, dasmich interessiert, ist das Heute und eventuell noch das Morgen.

Meinen Erfahrungen nach macht es keinen Sinn, Dinge zu planen, die zu weit in der Zukunft liegen. Die Dinge ändern sich Tag für Tag, und meine Zeit ist mir weiß Gott zu schade, um sie an Pläne zu verschwenden, die so wie gedacht niemals umgesetztwerden können.

Wir fahren auf direktem Weg zum Studio, parken unsere Bikes direkt vor der geschlossenen Türund löschen die Motoren.

Die Fenster sind hell erleuchtet, was bedeutet, dass William nicht nur da ist, sondern dass auch das Studio noch ziemlich voll sein muss.Bullshit!Das hat mir gerade noch gefehlt.

Das unverkennbare Klatschen von Fäusten, die auf Fleisch treffen, dringt bis zu uns heraus, genau wie das dumpfe Wumm, das mirverrät, dassirgendjemand auf einen Sandsack einprügelt.So viel zu meinem Plan schnell rein - schnell raus - fertig. Dieser Abend wird mit jeder Minute beschissener. Ghost steigt direkt neben mir von seiner Maschine, ballt seine Hände kurz zu harten Fäusten und lockert sie dann wieder.

„Bereit, wenn du es bist, Ace.“ Knox schnaubt, bückt sich genervt und rubbelt mit seinem Daumen über die inzwischen längst getrockneten Hirnmasseflecken.„Reg dich ab, Alter, das sind nur Stiefel.“Das bringt mir einen wütenden Blick ein.„Yeah, meine Stiefel! Wenn du das nächste Mal jemanden abknallst, dann sorg dafür, dass sich seine Körperflüssigkeiten auf deinen eigenen Sachen verteilen und nicht auf meinen. Ich finde das so fucking widerlich.“

Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, William so auszuschalten, dassmein Stellvertreter sich morgen komplett neue Boots kaufen kann, verwerfe ihn dann jedoch wieder. Für so einen Kindergartenscheiß fehlt mir heute Nacht echt der Nerv.Alles, was ich will, ist mein Geld, und wenn ich das nicht kriege, hänge ich William kopfüber auf und lasse ihn langsam und qualvoll ausbluten.Ghost scheint, genau wie ich,zu ahnen, dass diese Scheiße nicht so schmerzlos über die Bühne gehen wird, wie wir uns das erhofft haben, und zieht, ein leises Zischen ausstoßend, sein Messer.„Ich schwör’s euch. Wenn der Wichser irgendwelche Tricks versucht, schneide ich ihn vom Sack bis zur Nasenspitze auf.“

Nach einem zustimmenden Nicken stoße ich die schwere Tür zur Halle auf, und der fiese Geruch, der mir entgegenschlägt, lässt mich kurz innehalten.Es ist eine Mischung aus altem Gummi und diesem billigen Liniment, mit dem sich diese Möchtegern-Fighter hier ihre aufgeblasenen Muskeln einreiben, weil sie denken, dass der Schmerz so etwas erträglicher wird.Bullshit! Schmerz bleibt Schmerz!

Ich winke Knox nach links, Ghost übernimmt die rechte Seite und ich laufe mitten durch das verschissene Chaos.Links von mir baumeln unzählige Sandsäcke von der Betondecke, auf der rechten Seite befinden sich DutzendeSpinde, und in der Mitte steht ein Ring, dessen Seile schon viel zu viele Niederlagen gesehen haben und in dem zwei Männer mit bandagierten Fäusten aufeinander einschlagen.

Insgesamt verteilen sich acht Männer auf die Halle, und bis jetzt sind sie noch voll und ganz auf ihr Training konzentriert.Ich will für sie hoffen, dass es auch so bleibt.Denn sollte auch nur einer von ihnen den Fehler machenund sich in das anstehende Gespräch mit William einmischen, wird dasdas Letzte sein, was er tut.

Direkt auf der anderen Seite der riesigen Halle befindet sich eine knapp sechs Meter lange Glasfront, hinter der Will mit einem Telefon am Ohr sitzt.

Er wirkt entspannt, bis er mich direkt auf ihn zukommen sieht, dann verliert sein Gesicht innerhalb von einer Minute sämtliche Farbe, und seine Reaktion verrät mir alles, was ich wissen muss.Neben ihm auf dem Tisch steht ein Rucksack, der nicht mal im Ansatz so voll ist, wie er es sein müsste, wenn er heute Abend lebend aus dieser Scheiße raus will.

Zuerst scheint William nur mich zu bemerken, dann entdeckt er Ghost und Knox, und ihm rutscht das Telefon aus seiner zitternden Hand.

Noch bevor ich sein Büro betrete, steht er langsam auf und hebt in einer abwehrenden Geste die Hände. Fast so, als ob er mir damit zeigen will, dass er keine Gefahr für mich darstellt. Fuck! Dassich nicht lache!Der Mann, der mir gefährlich werden könnte, muss verfickte Scheiße erst noch geboren werden. Noch einen Schritt auf ihn zugehend, sehe ich im Augenwinkel, wie Knox sich mitten im Türrahmen aufbaut und so Williams einzigen Fluchtweg versperrt.

„Ace …“, mehr kriegt er nicht raus, und weil ich keine Lust habe, mir mal wieder irgendeine seiner Ausreden anzuhören, bringe ich ihn mit einem Kopfschütteln zum Schweigen.„Mach den Rucksack auf.“ Er zieht an dem silbernen Reißverschluss, holt ein paar ordentlich gebündelte Dollarscheine raus und legt sie vor mir auf den Tisch.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, und ich kann an Wills Blick ablesen, dass er genauso gut wie ich weiß, dass diese Summe nicht einmal ansatzweise reichen wird.„Das ist alles, was ich habe“, stottert er leise in meine Richtung, und ich glaube ihm das sogar, nur ändert es nichts an der Gesamtsituation. Weil sein ‚alles‘ eben nicht Alles ist.„Der Rest kommt …“ Fuck! Ich. Kann. Es. Einfach. Nicht. Mehr. Hören. „Der Rest kommt nie“, falle ich ihm ruhig und ohne Herumgebrüll ins Wort.„Du hast all deine Zahlungstermine verstreichen lassen, und du hast die Fristen meines Sergeants einfach ignoriert. Wir haben dir erlaubt, in unserem Revier Geschäfte zu machen, undwas ist der Dank dafür? Fuck! Wenn du denkst, der Steel Serpents Motorcycle Club wäre ein Kreditinstitut mit Kuschelfaktor, liegst du komplett falsch.“

William schluckt, nickt, nickt noch einmal und sieht kurz an mir vorbei zu Knox und dann zu Ghost, fast so, als ob irgendeiner von den beiden auch nur einen Finger krümmen würde, um ihn zu retten.Doch das wird keiner! Nicht heute!Mir eine Kippe anzündend, setze ich mich auf die Tischkante, packe das Geld zurück in den Rucksack und werfeihn dann meinem Enforcer zu.„Hör zu, Will. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem dir noch zwei Optionen bleiben. Option 1: Du zahlst die halbe Mille jetzt - nicht morgen und auch nicht, wenn der Mond günstig steht -, oder Option 2: Du bezahlst den Rest deiner Schulden noch heute Nacht mit deinem Blut. In beiden Fällen gehört das Studio ab heute uns. Also gib mir die Schlüssel, die Verträge, die Mitgliedslisten und einfach alles, was ich brauche, um den Laden am Laufen halten zu können. Du, William, musst jetzt nur entscheiden, welche Option du wählst. Bezahlenoder bluten?“

„Rex …“, fängt er leise an, und in dem Moment weiß ich endgültig, dass heute nichts mehr zu retten ist.„Rex ist nicht hier“, lasse ich ihn mit ausdrucksloser Stimme wissen, „und selbst wenn er es wäre, würde das nichts an der Sache ändern. Ich entscheide. Nicht dein schlechtes Gewissen und auch nicht mein Sergeant-at-Arms. Rex hat lange genug an dich geglaubt. Damit ist jetzt Schluss!“

William hebt kurz die Hände und lässt sie dann wieder sinken.

Sein Atem kommt immer hektischer, und sein Blick springt panisch zwischen mir und meinem Vize hin und her.

„Du … Du musst das nicht tun, Ace. Bitte.“

Wie sehr ich es doch hasse, wenn immer alle zum Betteln anfangen.

„Es war deine Entscheidung, dir von uns Geld zu leihen, jetzt ist der Moment gekommen, an dem du mit den Konsequenzen leben musst.“

Fast schon belustigt sehe ich dabei zu, wie sich seine Gedanken überschlagen und er dann genau die eine Entscheidung trifft, die ihn nur noch tiefer in die Scheiße reitet.In der einen Sekunde steht er noch vor mir, in der nächsten holt er aus, greift Knox an und versucht, ihm einen rechten Haken zu verpassen. Doch Knox ist schneller, er weicht dem Punch aus und landet dafür selbst eine schnelleAbfolge von Treffern, das vertraute Geräusch von brechenden Rippen vermischt sich mit Williams gepeinigtem Stöhnen.

„Lasst uns diese Scheiße hier zu Ende bringen. Ernsthaft, ich kriege Kopfschmerzen von der Luft hier drinnen, und das Einzige, wasdas noch verhindern kann, ist eine Flasche Whisky und die enge Kehle einer Frau.“

Knox’ Plan gefällt mir. Mit dem Messer in der Hand gehe ich vor William in die Hocke, doch noch bevor ich ihm die Kehle aufschlitzen kann, kommen die Männer, die bis eben noch trainiert haben, auf uns zu. Sie scheinen jetzt verstanden zu haben, dass das kein Höflichkeitsbesuch ist.„Was macht ihr mit unserem Trainer?“„Wir schicken ihn in Rente“, gibt Knox trocken von sich. „Mit einem Messer?“, will der Latino mit dem roten Tape an den Fäusten wütend wissen. „Yeah, mit einem Messer, und jetzt verpiss dich. Das hier ist eine Clubangelegenheit, in die du dich besser nicht einmischen solltest.“

Sein Blick zuckt zu dem Präsidenten-Patch auf meiner Brust, und an seinem Kiefer zuckt es kurz.

Es ist ihm anzusehen, dass er sich nicht mit mir anlegen will, und trotzdem zwingt ihm irgendeine fehlgeleitete Treue seinem Trainer gegenüber, genau das zu tun.

Ich beobachte, wie sich die Muskeln in seinem Arm anspannen, und halte ihm blitzschnell meine Klinge an den Hals.„Deine Loyalität in allen Ehren. Wenn jemand weiß, wie wichtig sie ist, dann ich. Aber das hier bedeutet deinen Tod, wenn du dich nicht auf der Stelle verpisst.“Der Latino zögert, zumindest so lange, bis William ihn und die anderen Männer alle wegschickt. Zuerst bin ich mir nicht sicher, ob sie auf ihn hören, doch dann ziehen sie die Schwänze ein, laufen zu den Spinden und verlassen das Studio.

„Fuck, das war knapp! Saint hätte uns alle um ein paar Köpfe kürzer gemacht, wenn wir bereits am ersten Abend zahlende Mitglieder gekillt hätten.“Ghost lacht, schüttelt den Kopf, schnappt sich den Rucksack und verlässt das Büro.

Meine Geduld ist aufgebraucht, Knox’ Plan mit dem Whisky und der Clubbitch klingt mit jeder Sekunde besser, wobei ich auf die Bitch gut verzichten könnte, wenn dafür der rothaarige Bücherwurm vor mir auf die Knie geht und mir den Schwanz lutscht …

Bloody hell!Warum zum Henker kriege ich diesen blöden Bücherwurm einfach nicht mehr aus meinem Schädel? Was soll das?

Seit wann interessiere ich mich für langweilige Tussis, die den ganzen Tag nur ihre Nase in irgendwelche Bücher stecken?

Genervt von mir selbst, packe ich William am Kragen, zerre ihn hoch und ignoriere dabei sein schmerzerfülltes Jammern. Seine gebrochenen Rippen sind nun wirklich das Letzte, worüber er sich jetzt noch Gedanken machen sollte.

Tote spüren keine Schmerzen, und er … Shit!Er wird in wenigen Minuten tot sein.„Die Schlüssel, die Verträge, die Mitgliedslisten … leg einfach alles auf den Tisch. Und wenn du ein Konto hast, dann auch die Logindaten dafür. Glaube mir, da, wo du jetzt gleich hingehst, brauchst du kein Geld mehr.“

William beginnt zu heulen, zieht eine Schublade nach der anderen auf und legt die geforderten Sachen auf seinen Tisch.

Das Einzige, was mir jetzt noch fehlt, sind die Schlüssel. Ich durchschaue seine Hinhaltestrategie und ramme ihm die Klinge meines Messers bis zum Heft in die Schulter. Sein lauter Schrei hallt von den Wänden widerund lässt Knox das Gesicht verziehen.„Echt, Präs, muss das sein? Dieses Gebrüll ist nicht gut, wenn man eh schon ein Pochen hinter der Stirn hat.“

Meine Fresse!

„Was bist du, VP? Ein kleines Baby oder mein verfickter Stellvertreter? Hör endlich auf zu jammern! Echt jetzt!“Ghost, der sich schlapplacht, nimmt sich die Unterlagen. Als William immer noch keine Anstalten macht, den verdammten Schlüssel auf den Tisch zu legen, sondern stattdessen nur versucht, mein Messer aus seinem Fleisch zu ziehen, packe ich die Klinge am Griff und drehe sie langsam im Uhrzeigersinn, sodass immer mehr Muskeln, Hautund Sehnen reißen.„Den Schlüssel! Sofort!“

Er sackt auf die Knie, ich zerre ihn wieder nach oben, immer mehr Blut rinnt aus dem Schnitt und läuft an seinem Hemd nach unten, bis es auf den Boden tropft und eine rote Pfütze bildet.„Du kannst schnell sterben oder langsam. Die Entscheidung liegt bei dir.“„Bitte … Bitte, Ace, gib mir eine letzte Chance. Ich besorge das restliche Geld, versprochen.“ Mehr als genervt ziehe ich mein Messer aus seiner Schulter, wische die Klinge an seinem Rücken ab und stecke sie ein.„Wo ist der Schlüssel?!“

William zögert erneut, ich drücke meinen Daumen tief in die blutende Stichwunde und beobachte zufrieden, wie er vor Schmerzen beinahe bewusstlos wird.Ich erkenne den Moment, in dem ihm klar wird, dass es keinen Ausweg mehr für ihn gibt, und ein paar Atemzüge später wirft er mir den Schlüssel zu, ich fange ihn auf, stecke ihn ein und breche Will, nett wie ich bin, mit einem kraftvollen Ruck das Genick.Und damit hat er seine Schuld bezahlt.

Sein lebloser Körper schlägt mit einem dumpfen Knall auf den Boden auf.„Zumindest das wäre erledigt.“Ghost klingt mindestens so zufrieden, wie ich mich fühle …„Ruf die Prospects an und sag ihnen, dass sie hier aufräumen und den Müll wegschaffen sollen. Rex muss seinen Freund nicht so sehen.“Der Enforcer zieht sofort sein Handy aus der Tasche, wählt eine Nummer und gibt mit knappen Worten meinen Befehl weiter.„Sie kommen sofort.“

Na, wenigstens läuft eine Sache heute Nacht rund.„Dann lasst uns von hier verschwinden.“Knox brummt zustimmend.„Es wird höchste Zeit, mir den Schwanz lutschen zu lassen.“

Die Halle für die Anwärter offen stehen lassend, platziere ich den Schlüssel unter einem Stapel alter Boxzeitschriften und sage Ghost, dass er den Jungs Bescheidgeben soll, dann ist endlich Feierabend.Draußen auf der Straße angekommen, stülpe ich mir den Helm auf den Schädel, starte mit einem kraftvollen Kick den Motor und zünde mir eine Kippe an.

Mit der Zigarette im Mundwinkel fahre ich langsam los, Knox und Ghost folgen mir.

Wir nehmen denselben Weg zurück, jedoch nicht, weil es mich interessiert, was mit der Leiche des Wichsers passiert ist, der dachte, auf mich schießen zu müssen, sondern weil ich insgeheim gehofft hatte, noch einen kurzen Blick auf den süßen, kleinen Bücherwurm mit den roten Locken erhaschen zu können.

Aber die Fenster sind längst dunkel und der Laden sieht leer aus.

Fuck!

Wahrscheinlich auch besser so.Mädchen wie sie neigen dazu, sich vor Männern wie mir zu Tode zu ängstigen …Diese Frau stammt aus einer völlig anderen Welt als ich, und wenn ich schlau bin, sorge ich dafür, dass unsere Welten nie aufeinanderprallen.Ich kennemich mit Bücherwürmern nicht aus, aber ich weiß jede Menge über Frauen wie sie, süße Frauen, die keine Ahnung von Waffen, Kutten und Bikern haben.

Die weder die Gesetze des Steel Serpents Motorcycle Clubs kennen, noch eine Ahnung haben, wie die Welt außerhalb ihrer Bücher tickt.

Frauen wie sie bedeuten nur Ärger und Komplikationen, und davon habe ich weiß Gott schon genug. Nein!

Alles, was ich brauche, ist eine willige Bitch, die mir die Eier leer saugt, und Whisky - jede Menge Whisky! Und spätestens, wenn ich meinen Saft in ihre Kehle gespritzt habe und sie ihn geschluckt hat, geht mir auch das Bild von der Frau mit den feuerroten Haaren, den grünen Augen, den Sommersprossen und der Vorliebe für harmlose Märchen aus dem Kopf. Zumindest hoffe ich das.

Ich bin der Präsident des Steel Serpents Motorcycle Clubs, die Frau, die ich ficke, die Frau, die ich mir auf mein Bike setze und die in meinem Bett schläft, braucht Nerven wie Stahl und keine süßen Geschichten über Prinzessinnen und Drachen und gute Feen, die Wünsche erfüllen.

Endlich zurück im Clubhaus, lenke ich meine Maschine mit dem Hinterreifen zuerst an die Nordwand, steige ab und hänge meinen Helm über den Lenker.

Kaum dassmeine Stiefel den Boden berühren, löst sich der Sergeant aus dem dunklen Schatten an der Hauswand.„Erledigt?“ Mehr fragt er nicht.

„Erledigt.“Ich halte meine Antwort ganz genauso kurz wie er seine Frage.„Fuck, Präs! Sag mir, dasses schnell gegangen ist.“Diesen Gefallen kann ich Rex nicht tun.„William war ein stures Arschloch. Das weißt du genau.“Er nickt, wendet sich ab und verschwindet Richtung Werkstatt.

Ich kenne Rex lang genug, um zu wissen, dass er nicht schlafen, sondern die ganze Nacht an seinem alten Shopper rumschrauben wird.Genau wie er es immer macht, wenn ihm etwas Kopfzerbrechen bereitet.

Einen Freund zu verlieren, ist eine harte Sache. Aber es musste sein!

Clubgesetz ist Clubgesetz, und was das angeht, gibt es keine Ausnahmen, weder für den Sergeant-at-Arms noch für mich.

Vor dem Gesetz der Steel Serpents sind wir alle gleich, vollkommen egal, welche Patches unsere Leder zieren.

Auf dem Weg zur Bar sehe ich mich bereits nach einer passenden Bitch für die nächsten Stunden um und entdecke dann einen vertrauten Lockenkopf, der zwar nicht rot, aber dafür blondist und von dem ich weiß, dass er verflucht noch mal kein Problem damit hat, meine komplette Länge zu schlucken.Wir haben viele Nutten, an manchen Abenden wimmelt es hier nur so vor nackten Muschis, aber Lara ist die Einzige, die es schafft, meinen Schwanz ohne Gezicke und Geheule bis auf den letzten Millimeter in ihren Hals gleiten zu lassen.Fuck!Ich mag die Art, wie sie mich dabei ansieht, irgendwie gierig und gleichzeitig flehend, fast so, als ob sie Angst davor hätte, dass sie an meinem Schwanz ersticken könnte.Und ja!

In manchen Nächten, in Nächten wie der heutigen, hätte ich große Lust auszuprobieren, wie lange sie es ohne zu atmen vor mir auf den Knien aushalten würde, ehe sie ihre Augen verdreht und einfach umkippt.

Mit dem Whisky in der einen schnappe ich mir mit der anderen Lara, vergrabe meine Faust in ihren Locken und zerre sie hinter mir her, in die Richtung der Billardtische.

Zuerst wehrt sie sich gegen meinen festen Griff, doch dann erkennt sie, wer ich bin, und hält sofort still. Jededer verfluchten Huren weiß, was passiert, wenn sie zu mir oder meinem Stellvertreter Nein sagt.Ein Präsidenten-Patch auf dem Leder zu haben, ist eine Art Freifahrtschein für grenzwertigen, tabulosen Sex, und die Pussys, die nicht damit klarkommen, sollten besser verschwinden! Das hier ist kein verfickter Ponyhof, sondern ein Outlaw Motorcycle Club, doch das scheinen in letzter Zeit einfach zu viele zu vergessen.

„Hey, Ace …“ schnurrtLara mir entgegen, während ich mich an den Billardtisch lehne, die Whiskyflasche ansetze und die bernsteinfarbene Flüssigkeit in meine Kehle laufen lasse.Die kleine Bitch schmiegt sich willig an mich, streift mit ihren Lippen an der Linie meines Kiefers entlang und macht sich währenddessen an meinem Gürtel zu schaffen.

Sie ist definitiv ein Profi und weiß, wie es läuft …Kaum dass es ihr gelungen ist, das Leder aus den Schlaufen zu ziehen, drückt sie den Knopf der Jeans durch das Loch undzieht den Reißverschluss nach unten.

Um uns herum herrscht das normale Chaos, der Flipperautomat blinkt wild vor sich hin, Cherry hat hinter der Theke genug zu tun, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen.

Ghost sitzt zusammen mit Saint und Doc, unserem Clubarzt, an der Bar.Die beiden unterhalten sich, von meinem VP fehlt jede Spur. Ich schätze, dass er sich längst irgendeine Nutte geschnappt hat und seinen Feierabend genießt.Und ich? Fuck!

Ich stehe hier, lasse meinen Blick über den großen Hauptraum schweifen und spüre, wie Lara vor mir auf die Knie sinkt und meine Jeans samt Boxershorts dabei mit nach unten zieht.Die meisten meiner Brüder bevorzugen es etwas abgeschiedener, mir hingegen ist es vollkommen egal, wer mir beim Fickenzusieht.

Das hier ist mein Chapter, ich habe es gegründet. Das hier ist mein Club und somit mein verfluchtes Wohnzimmer. Ich kann hier tun und lassen, was ich will, und jeder, dem das nicht passt, kann sein Leder ausziehen und sich verpissen.

Holy Shit!Es hat seinen Grund, dassmich alle nur Ace nennen.Das Pik-Ass ist die stärkste Karte, sie steht für Entscheidungen …Sie steht für ein endgültiges Alles oder Nichts. Wer sie hat, bestimmt über das Spiel …Und in meiner Welt geht es in diesem Spiel um nichts anderes als um Leben oder Sterben.Es gehört nicht zu meinen Gewohnheiten, Warnungen auszusprechen oder zweite Chancenzu verteilen.

Wenn ich bei jemandem vor der Tür stehe, ist das sein Ende. Immer.

Ich diskutiere nicht, und ich hasse nichts mehr, als meine Zeit zu verschwenden.William ist das beste Beispiel. Wenn man einem Mann zu viele Chancen gibt, verarscht er einen nur. Er denkt dann, dassder MC weich geworden ist oder vielleicht sogar die Bedeutung des Wortes Gnade kennt.

Bullshit!

Es hat seinen Grund, dassein Expect-No-Mercy meine Weste ziert.

In seltenen Fällen gebe ich den Wichsern, die dumm genug waren, sich mit den Steel Serpents anzulegen, eine letzte Chance.

Aber die sind verdammt selten!Jeder hier in Hell’s Kitchen - jeder in ganz fucking New York - weiß, was es zu bedeuten hat, wenn er ein Ace of Spades an seiner Türfindet. Nämlich, dass ich es auf ihn abgesehen habe und dass eine unsichtbare Schlinge um seinen Hals liegt, die sich mit jeder Minute weiter und weiter zuzieht. Solange, bis ich ihn gefunden habe und ihm den letzten Atem aus seiner Lunge presse.

„Du wirkst heute ziemlich angespannt, Präsident.“Ach was, sie nicht sagt!„Wie wäre es, wenn ich dir dabei helfe, dich ein bisschen zu entspannen?“„Um das zu schaffen, solltest du weniger reden und mehr an meinem Schwanz lutschen!“Sie lacht und scheint meine Worte als Witz zu verstehen, Fuck!Grober Fehler! Wie grob, lasse ich sie jetzt spüren.