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Rosarot - Spannend, Fesselnd, Prickelnd - Alice stolpert in eine Welt, die sie bisher nicht kannte. In eine Liebe, von der sie niemals zuvor geträumt hatte. In einen Rausch, der ihre Sinne vernebelt und an einen Abgrund, der sie zu zerstören vermag. Erlebe die Romantik, die Lust, die Sinnlichkeit und das Verlagen, in einer Liebesgeschichte, die seinesgleichen sucht. >>Die Welt um uns herum steht still und das Rauschen des Blutes in meinem Kopf ist so laut, dass ich nichts mehr wahrnehme, nichts mehr außer dir, deiner Nähe und deiner Wärme.<<
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Seitenzahl: 662
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Deine Finger umspielen mein Haar, während du mich festhält und mir tief in die Augen schaust. Ich nehme deinen Geruch auf, eine Mischung aus Aftershave und dir, vertraut und doch so überwältigend neu. Moschus, Zedernholz und eine mir unbekannte Note vernebeln meine Sinne. Ich spüre deinen Atem auf meiner Haut, an meinem Hals und mein Puls beginnt zu rasen. Ich zittere unter dir, als deine Hand sich fest in meine Haare verknotet und du mich sanft zu dir heranziehst, bis unsere Lippen sich fast berühren. Die Welt um uns herum steht still und das Rauschen des Blutes in meinem Kopf ist so laut, dass ich nichts mehr wahrnehme, nichts mehr außer dir, deiner Nähe und deiner Wärme.
Augenblicke
Omen
Date
Endlos
Verlangen
5.2 Die Nacht
Morgen
Party
Hölle
Gnade
Schwarz
Versprechen
Vertrauen
Unausgesprochen
13.2 Beweise
Unbekannt
Wunderland
Zitronenhähnchen
Regeln
Rosa
Schlüssel
Seele
20.1 Seelenlos
Alles
21.1. Nichts
Standort
Spiel
Gefangen
Perfect
Entscheidung
Hoffnung
Gewitter
Interesse
Black
Blinddate
Dunkelheit
32.2 Finsternis
Ritter
Gefallen
Stimmungswechsel
Geheimnis
Prickelnd
37.2 Jonas
Fehler
Kurz
Talkshow
Widerstand
Danke
Master
43.2 Spurlos
Lust
Konfrontation
Die Stunde
46.2 Sekunden
Entführung
Versprechen
Mixer
Fallen
Dom
Feuer
Selbst Alex schaute mich schon mitleidig an, wenn er sich mit seinem Tablett an uns vorbeischlängelte; ich verdrehte die Augen und versuchte mich in Stimmung zu bringen um wenigstens bei der Musik abschalten zu können. Das Dionysos war heute Abend sehr gut besucht, aber am Stadtfestwochenende war es ja auch nichts Besonderes.
Der Club war nicht riesig groß, aber er war in zwei Bereiche unterteilt. In dem einen Bereich in der Nähe der Garderobe, war eine große Theke in U-Form angelegt, allerdings war dieser Abschnitt meist nicht wirklich überlaufen, sondern eher für die entspannteren Besucher reserviert, da hier die Musik auch nicht so laut war. Außerdem gab es eine Nische für die Dart-Spieler und einen Bereich, wo sich die Stammtisch-Kunden trafen.
Der zweite Bereich war eher mein Ding. Hier lagen sich zwei große Theken an den jeweiligen Wänden gegenüber und in der Mitte war das DJ Pult mit einem wunderbaren Blick auf die Tanzfläche. Hinter dem DJ ging es hinab zu den Umkleidekabinen und dem Lager.
Meine beste Freundin Clara hatte letzte Woche Lüdenscheid verlassen. Sie meinte, in unserem Alter wäre es an der Zeit sesshaft zu werden und nur drei Wochen später, zog sie bei ihrem Verlobten Leon ein.
Bis sie ihn kennengelernt hatte, verbrachten wir jeden Freitagabend gemeinsam im Dionysos, doch diese Ära hatte mit ihrem Umzug ein Ende gefunden.
Mit ein paar der Kellner hatten wir uns angefreundet, besonders mit Alex.
Er arbeitete immer hier und jederzeit. Machte der Club die Türen auf, war Alex da und ging erst wieder, wenn die Türen abgeschlossen wurden.
Er war immer nett und immer gut drauf und wusste, wie er die Damenwelt aufheitern konnte, wenn mal jemand schlecht drauf war.
Ich nippte an meinem Drink und beobachtete ihn, wie er gerade die leeren Gläser am Rande der Tanzfläche einsammelte.
Bis vor ein paar Jahren hatte ich selbst noch in Clubs gearbeitet und ein wenig vermisste ich diese Zeit. Dass schönste daran war, dass man nie alleine war und nicht gelangweilt zuhause saß.
Ein junger Mann hatte auf der Tanzfläche ein Auge auf mich geworfen und tanzte mich auf eine Art an, die eher abschreckend als einladend wirkte.
Alex hatte ihn bereits ins Visier genommen und alberte ihn am Rande der Tanzfläche nach. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen, da Alex es nicht lassen konnte auch noch eine entsprechende Miene hinter ihm zu ziehen. Scheinbar dachte mein Gegenüber, dass ich ihn anlächelte, denn er kam mir näher. Viel näher - und legte seine Hand auf meinen Hintern.
Fast hätte ich ihm eine Ohrfeige verpasst, aber er schien nicht mehr so ganz nüchtern zu sein, daher verzichtete ich darauf, schob seine Hand bestimmt zur Seite und rief ihm zu: »Nein Danke!« So schnell ich konnte, drehte ich mich um zum Gehen.
»Schon gut, ich warte hier« und genau das hatte ich ja auch befürchtet!
Keinesfalls war ich bereit den Abend so zu verbringen.
Auf dem Weg zur Toilette schaute ich auf mein Handy, aber Clara rief mich einfach nicht zurück.
Ich gönnte ihr die Zeit mit ihrem Herzallerliebsten, aber sie war gar nicht mehr erreichbar.
Genervt und auf der Flucht eilte ich durch die Menschen; weder die Musik noch irgendetwas anderes an diesem Tag schien mir bedeutungsvoll zu sein.
Gedankenversunken und zugegebenermaßen unachtsam schlängelte ich mich durch die feiernden Menschen und nahm nicht wirklich jemanden wahr. Als es nicht mehr weiterging, weil sich einige Leute vor der Theke stauten, blieb ich stehen und wartete geduldig ab. Mein Blick war weiter fest auf mein Handy gerichtet, als ich plötzlich einen heftigen Schlag gegen meine rechte Seite bekam. Ich spürte wie mir mein iPhone aus der Hand glitt, ein kalter Schauer über meine Hose schwappte und ich verlor das Gleichgewicht. Jemand war hart gegen mich gestoßen, aber zum Glück konnte ich mich auf meinen Beinen halten.
»Du blöder Arsch!« fuhr ich den Mann an, der mir den Stoß verpasst und mich mit seinem Bier begossen hatte. So betrunken wie er zu sein schien, hatte er es wahrscheinlich noch nicht einmal selbst registriert. Er hob lediglich seine Hand, lachte und wankte gegen einen Mann neben ihm.
»Hey, was stimmt nicht mir dir!« keifte dieser ihn an. Er lachte wieder nur und wankte weiter seines Weges. Ungläubig beobachtete ich die Szene vor mir und wie zwei Türsteher sich bereits den Weg zu dem Betrunkenen bahnten. Sein Abend schien auf jeden Fall ein schnelles Ende zu nehmen – jedenfalls im Dionysos.
Noch immer Kopfschüttelnd und nach einem tiefen Atemzug hockte ich mich auf den Boden und schaute mich nach meinem Handy um, aber zwischen den ganzen Schuhen und umher tanzenden Menschen sah ich es einfach nicht.
Ich wollte heute gar nicht hier sein und hatte mich nur bequatschen lassen. Enttäuscht und niedergeschlagen schaute ich mich ein letztes Mal um, spürte dann aber eine Hand auf meiner Schulter und drehte mich fragend um. Unerwartet und wie vom Blitz getroffen starrte ich in funkelnde Augen. Wow!
Jung, hübsch und einfach wow!
Meine Knie schienen in diesem Moment, als wollten sie mir den Dienst verweigern. Reagieren Alice!
Diese funkelnden Augen blickten mich sanft an und brachten strahlend weiße Zähne mit einem perfekten Lächeln zum Vorschein. Unfähig zu sprechen oder zu denken, reagierte ich erst einmal überhaupt nicht.
»Das hier müsste dir gehören.« hörte ich seine tiefe und angenehm raue Stimme, während er immer noch auf mich hinabsah. In seiner linken Hand hatte er mein Handy, die rechte reichte er mir.
Es dauerte aber einen Moment bis ich registrieren konnte, was seine Absichten waren, legte dann aber zögernd meine Hand in Seine. Ein elektrisches Kribbeln schoss mir durch den Körper und brachte alles um mich herum zu Einsturz.
Mein Herzschlag setzte für einen kurzen Moment aus, nur um dann direkt wieder laut dröhnend einzusetzen und scheinbar doppelt so schnell loszuschlagen.
Er gab mir mein Handy zurück und als ich endlich wieder ein Wort herausbekommen konnte, war dieses zum Glück »Dankeschön«.
»Alice geht es dir gut? Ich habe gesehen das du umgerannt wurdest. »Alex stand unmittelbar hinter mir und sah mich besorgt an. »Alles ok« ich drehte mich zurück zu dem Unbekannten, aber an seiner Stelle stand da plötzlich niemand mehr.
Irritiert schaute ich mich um, konnte ihn aber nicht entdecken. Neben mir unterhielten sich die Leute weiter angeregt, tanzten und tranken vor sich hin. Ich sah mich noch einmal um, aber ich konnte ihn nicht entdecken.
Ein Gefühl von Enttäuschung bereitete sich in mir aus, zu gerne hätte ich noch ein weiteres Mal in diese Augen geschaut. Mein Handy verstaute ich jetzt aber dann doch lieber in meiner Hosentasche und schlängelte mich weiter durch, bis zu den Toiletten.
Die Kabinen auf der Damentoilette waren alle besetzt, aber zu meinem Glück gab es heute wenigsten Mal keine lange Schlage davor. Ich schaute in den Spiegel und betrachtete die Sauerei auf meiner Hose. Mit Papierhandtüchern versuchte ich irgendwas zu retten, aber leider nur mit mäßigem Erfolg.
Eine Latexhose wäre heute wohl von Vorteil gewesen, aber die entsprach nicht so wirklich meinem Geschmack.
Als endlich eine Kabine frei wurde, ging ich hinein und drückte weitere Papiertücher von innen gegen die nassen Stellen.
Wieso hatte ich mich nur dazu überreden lassen alleine den Abend in hier zu verbringen! Ich wusste das Alex das nur lieb gemeint hatte, aber es war einfach nichts für mich.
Nachdem ich meine Hose wieder gerichtet und meinen Gürtel wieder verschlossen hatte, schaute ich auf mein Handy und probierte aus, ob es noch funktionierte. Es schien nur das Panzerglas erwischt zu haben, also steckte ich es zurück in meine Hosentasche und schloss die Kabine auf. Kaum hatte ich die Tür einen winzigen Spalt geöffnet, quetschte sich eine junge Frau an mir vorbei und übergab sich in die Toilette und nicht auch noch auf meine Hose. War das nicht eben die Kellnerin; überlegte ich kurz und schaute nochmal zurück.
Wenn Sie nicht einen komischen mir unbekannten Fetisch hatte, bei dem man Schürzen in Clubs trägt, hatte ich wohl recht. Und genau da kam mir die Idee, wie dieser Abend doch noch zu retten wäre! Wieder zwischen den feiernden Menschen suchte ich nach Alex und fand ihn auch schnell »Hey, besorg mir mal eine Schürze!« rief ich ihm zu, aber er blickte mich nur fragend an. »Wäre eine andere Hose nicht eine bessere Wahl nach deiner Dusche eben?« antwortete er.
Ich stemmte meine Hände in die Hüften »Das hättest du wohl gerne, dass ich vor dir die Hosen runterlasse! Ich helfe euch heute aus, eure Kellnerin kotzt sich gerade die Seele aus dem Leib, also besorg mir eine Schürze und ich übernehme die Theke.« Einen Moment lang zögerte Alex, grinste aber dann »Ab hinter deine Theke, ich komme gleich!« er eilte los.
Zufrieden und erleichtert eilte ich hinter die Theke und fing unverzüglich an zu arbeiten. Meine Zeit als Kellnerin war zwar seit einiger Zeit vorbei, aber manche Dinge verlernt man wohl nie.
Der Rest des Abends verging wie im Flug und es machte mir wieder mal richtig Spaß, eine Nacht auf der anderen Seite des Tresens zu stehen. Irgendwie hatte ich es auch mehr vermisst, als ich zugeben wollte. Vor Alex würde ich es aber nicht eingestehen, das würde er mir nur dauernd vorhalten! Er schaute immer wieder bei mir vorbei und schien meine Nähe zu suchen. Vielleicht wollte er es aber auch nur wieder gut machen, dass er heute Abend keine Zeit für mich hatte.
Inzwischen war es 4 Uhr morgens und die meisten der Gäste waren bereits gegangen. Alex und ich gönnten uns einen Tequila und tanzten hinter der Theke zu - Achterbahn Afrojack Mash Up.
Als ich anfing die Gläser zu polieren, schweifte mein Blick erneut durch den Club. Ich erwischte mich selber bei dem Gedanken an den Unbekannten von vorhin. Vor meinem inneren Auge, sah ich immer wieder diese wundervollen Augen, wie dieser durchdringende Blick mich fesselte und mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich versuchte den Gedanken abzuschütteln und polierte weiter vor mich hin. Wenn ich an den Moment zurückdachte, als sich unsere Hände berührt hatten, spürte ich einen Schauer durch mich hindurch fahren.
Er musste Einbildung gewesen sein, niemand brachte mich bisher so aus dem Konzept und verschwand dann einfach spurlos. Einen kurzen Moment gönnte ich mir, um meine Nackenmuskulatur zu dehnen und schloss dabei meine Augen.
Wieder erschien er vor mir, diese Augen, dieser Blick, diese Stimme. Ich schüttelte meinen Kopf um den Gedanken an ihn aus meinem Kopf zu verbannen. Ich hatte die Augen zu – nein sie waren auf und ich sah in diese Augen. Ich spürte seinen Blick auf meiner Haut brennen. Ich war so durcheinander von dieser Begegnung, die echt war. Nein – die ich mir eingebildet hatte?
Nein, ich blickte ihm in genau diesem Moment in die Augen.
Verdammt! Er lehnte entspannt auf der gegenüberliegenden Seite an der Wand. Fernab von dem Gedränge auf der Tanzfläche oder an den Theken, ganz alleine. Sein Blick war fest auf mich gerichtet. Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg und stellte das Glas aus meiner Hand hinter mir in das Regal, nur damit ich kurz wegsehen konnte. Dann nahm ich das nächste Glas und versuchte so unauffällig wie möglich einen Blick in seine Richtung zu riskieren. Wie eine Statue stand er da und beobachtet jede meiner Bewegungen. Er war schlicht-elegant und verdammt heiß. Sein Kopf war glattrasiert, aber auf diese sexy-perfekte Art und Weise. Ein sehr männliches Gesicht, ein leicht gebräunter Teint und strahlende graue Augen gepaart mit einem fesselnden Blick auf meine Haut. Auch wenn er sehr gepflegt aussah, erschien er mir in diesem Moment wie ein Tier auf Beutezug, kurz bevor es sich zum Angriff bereitmacht. Nervös versuchte ich mich zu konzentrieren und ihn unauffällig zu mustern, er war groß und hatte sehr ansprechende breite Schultern. Sein schwarzes Shirt spannte ein wenig über seinen Brustmuskeln und seinen Schultern. Ich schluckte. Alleine seinen Blick auf meiner Haut zu spüren brachte mich zu sehr aus dem Konzept. Unbewusst biss ich auf meiner Unterlippe herum und suchte meine Coolness. Scheinbar paddelte die aber gerade in die falsche Richtung. Meine Finger zitterten ein wenig, als mir bewusstwurde, dass er ein wahres Interesse an mir zu haben schien. Warum sonst sollte er dort stehen und mich so dermaßen taxieren. Ich drehte ihm den Rücken für einen kurzen Moment zu und legte das Tuch zur Seite.
Entspann dich! Er ist nur ein Mann, der zufällig hier steht und mich beobachtete. Reiß dich zusammen! Ich drehte mich wieder zurück und blickte in diese unglaublichen Augen, aber keineswegs mehr mit dem sicheren Abstand. Er stand direkt vor mir. Nur die Theke trennte uns voneinander. Er lehnte sich gelassen etwas darüber in meine Richtung, während ein schiefes Lächeln seine perfekt geformten Lippen umspielte »Hast du ein Telefon?« Hat er das eben wirklich gesagt? Mein Mut schien für einen kurzen Moment zurück zu kommen und ich lächelte ihn sanft an.
Seine Stirn legte sich in Falten und er zog seine Augenbrauen fragend hoch.
»Ja, das habe ich!« bekam er schließlich als Antwort und er schaute leicht fragend zurück. Dann musterte er mich weiter und lehnte sich noch näher zu mir. Er war mir jetzt so nah, dass ich ihn riechen konnte, hm. Ein sehr frischer Duft umgab ihn, wie frisch geduscht mit einer dezenten Note von Bergamotte, Zeder, vielleicht Lavendel.
Einen Bruchteil von Sekunden später spürte ich seinen Atem auf meiner Haut. In meinem Bauch tanzten tausende Schmetterlinge umher. Ich hatte eher das Gefühl die Kontrolle zu verlieren. Mir wurde etwas schwindelig. »Bekomme ich deine Nummer?« Wir wagten es beide nicht uns zu bewegen und ich versuchte zu verdrängen, dass seine Stimme in meinem Körper bebte und fühlbare Spuren hinterließ. »Ich kenne nicht einmal deinen Namen!« flüsterte ich ihm entgegen. Seine Augen schienen mich durchdringen zu wollen und es fiel mir schwer zu atmen. »David!« antwortete er prompt. Ich musste ihn einfach anlächeln, denn er strahlte eine Art Gewinnerlächeln aus, dass mich ansteckte. »Alice!« er nickte zustimmend.
Ohne mich abzuwenden, zog ich einen Kugelschreiber aus meiner Tasche und nahm seine Hand um meine Handynummer drauf zu schreiben. Als ich ihn berührte, durchfuhr mich ein Elektrisches Kribbeln. Es fiel mir schwer, mich zu konzentrieren. Ich zögerte einen Moment, da ich überlegen musste. Aber als mir meine Telefonnummer wieder einfiel, notierte ich sie auf seinem Handrücken, stecke erleichtert den Stift wieder zurück an seinen Platz und mir fiel wieder ein, wie man atmet.
Hinter ihm taucht plötzlich ein Mann auf, der etwas kleiner war als er und auch etwas schmaler »Hier bist du also, wir suchen dich schon die ganze Zeit, unser Taxi wartet draußen«.
David strich mir eine Haarsträhne sanft hinter mein Ohr, ohne seinen Blick von mir abzuwenden, seine Finger umspielten meine Haare. Ich fühlte mich wie hypnotisiert, dann griff er leicht zu und zog mich bestimmt aber trotzdem sanft ein kleines Stück näher zu sich heran. Ich konnte deutlich seine Wärme spüren, hatte das dringende Bedürfnis nach Luft zu ringen, wagte es aber nicht. Er war mir so nah, dass sich unsere Lippen berühren würden, wenn ich mich nur ein kleines Stück zu ihm lehnen würde. Bei dem Gedanken biss ich mir auf die Unterlippe und schaute ihm tief in seine Augen.
Sein Blick wurde dunkler. Ich erkannte Begierde darin und ein Funkeln, das meinen Puls zum Rasen brachte.
Dann hauchte er mir einen Kuss auf die Wange und flüsterte mir sanft in Ohr »Wir sehen uns wieder, Alice!«.
Er löste er sich von mir und ließ mich mit einem unglaublichen Schwindelgefühl und einem rasenden Herz in meiner Brust zurück.
Er folgte seinem Kumpel in Richtung Garderobe, während ich ihm gebannt hinterher schaute. Er drehte sich nochmal zu mir um und zwinkerte mir zu.
Was war hier eben passiert?! Erst jetzt nahm ich die Lautstärke und die Menschen um mich herum wieder wahr und versuchte mich zu sammeln, aber mit wenig Erfolg.
Nur sehr langsam verließ mich dieses Gefühl von seinen Lippen auf meiner Haut und ich berührte die Stelle.
»Hey meine Schöne, fürs Träumen wirst du aber nicht bezahlt.« Alex stand mit einem dicken Grinsen im Gesicht hinter mir und seine braunen Haare waren so zerzaust wie eigentlich immer. Wenn ich es mir recht überlege, habe ich ihn niemals mit einer anderen Frisur gesehen.
»Alex du vergisst, dass ihr mich gar nicht bezahlt.« Er lachte mich unbeschwert an.
»Aber du könntest, der Chef ist begeistert von dir.«
Da ich noch nicht ganz bei der Sache war, schaute ich ihn nur lachend an und fühlte mich nicht in der Lage ausgerechnet jetzt darüber nachzudenken.
»Ich habe nicht vor wieder anzufangen.«
»Bitte tu es für mich!«
Er lächelt mich mit seinem süßesten Lächeln an und legt seinen Kopf etwas zur Seite. »Bitte!«
»Ich denke drüber nach.«
»Okay, aber für heute hast du erst einmal Feierabend. Ich komme morgen mit Pizza und Bier zu dir und wir besprechen es, einverstanden?«
»Wie könnte ich denn bei diesem Bestechungsbesuch nein sagen!«
Er drückte mich, ich band die Schürze ab und reichte sie ihm.
»Ich freue mich auf morgen.«
Als Alex am Sonntagabend vor meiner Tür stand, hatte er wie versprochen Pizza und ein Sixpack Bier dabei. Wenigstens darauf konnte man sich bei ihm immer verlassen.
Am nächsten Morgen -oder besser gesagt Mittag- lag ich immer noch in meinem Bett und dachte an den gestrigen Abend. »Wir sehen uns wieder, Alice.« hallte es immer wieder durch meinen Kopf und alleine der Gedanke an seine kurze, flüchtige Berührung, jagte mir einen Schauer über die Haut und ich spürte dieses, mir wohl bekannte, ziehen zwischen meinen Beinen.
Wie konnte die bloße Erinnerung an so einen flüchtigen Moment mich nur so scharfmachen?! Der Gedanke an sein Shirt, wie es über seine Brust gespannt hat und ich biss mir dabei auf die Unterlippe.
Oder konnte es an meiner derzeitig andauernden Abstinenz liegen? Wann war ich zuletzt mit einem Mann im Bett? Ach ja, es musste mindestens 6 Monate her sein, vielleicht auch 7 oder 8 und soweit ich mich erinnerte, war es kein besonders spannendes Erlebnis.
Aber nun hatte ich mich kaum noch unter Kontrolle.
Meine Hand wanderte meinen Hals entlang, über meine Brust und ich spüre die harten Konturen durch das Top. Ich atmete tief ein und erinnerte mich an seinen Duft.
Ich sollte es nicht tun, bisher hatte ich doch nur diesen ersten Eindruck von ihm und der war – Überwältigend!
Meine Finger strichen langsam meinen Bauch entlang während ich an seine Wärme dachte. David! Der Name hallte durch meinen Kopf und das vibrieren seiner Stimme brachte nur bei den Gedanken an seinen Atem auf meiner Haut, mein Blut zum Kochen.
Als meine Fingerspritzen vorsichtig über den seidenen Stoff meines Slips glitten, genoss ich die Empfindungen. Wenn es doch nur seine Hände wären, die mich in diesem Moment berührten.
Sein Gesicht, seine Stimme, seine Stärke - wie er an der Wand gelehnt und mich beobachtet hatte. Dieser durchdringende Blick mit diesen Wahnsinns Augen ließen mir einfach keinen Moment Ruhe. Seine Wärme, seine Nähe direkt an meinem Ohr und mein Atem stockte schon alleine bei dieser Vorstellung.
Ich musste darüber lächeln, was er für einen Einfluss auf mich zu haben schien, während meine Hände weiter über den glatten Stoff wanderten und das Gefühl nur noch verstärkten, dass es nicht meine Hände sein können, die mich berühren.
Ich sollte es nicht tun, ich wusste ja nicht einmal, ob ich ihn jemals wiedersehen würde und ich spürte deutlich, wie meine Stimmung bei diesem Gedanken ins Bodenlose zu fallen drohte.
Ein lautes Geräusch schreckte mich hoch und mein Puls raste.
Ich sollte mir wirklich mal abgewöhnen mein Handy immer auf den Glastisch zu legen, wenn es auf Vibration stand!
Ich setzte mich auf und holte tief Luft. Irgendwie fühlte ich mich ertappt, so schreckhaft war ich doch sonst nicht.
Bestimmt schreibt mir Alex; aber ein Blick auf mein Display ließ mein Herz einen Moment höherschlagen.
„Unbekannte Nummer“
Unruhig biss ich wieder auf meiner Lippe herum, es musste einfach David sein. Bestimmt hatten ihm die Ohren geklingelt bei meiner Fantasie, oder vielleicht auch etwas Anderes. Ich entsperrte mein Handy sofort und las die Nachricht.
David: Hey Kleines, bist du gut nach Hause gekommen?
Wie kam er darauf mich Kleines zu nennen?! Egal was dieser Mann bisher angestellt hatte, es hatte mich irritiert und aus der Fassung gebracht. Jetzt gab er mir auch noch einen Kosenamen?! trotzdem überschlugen sich die Schmetterlinge in meinem Bauch.
Ein Grinsen zierte mein Gesicht und ich spürte, dass meine Augen leuchteten, trotzdem zögerte ich einen Moment und überlegte, was ich antworten könnte.
Es blinkten die 3 berühmten Punkte im Chat, die meine Wartezeit extrem lang erscheinen ließen.
David: Ich sehe das du online bist Kam als zweite Nachricht. Mist!
Alice: Hey, ja Sorry. Ich bin gut nach Hause gekommen, danke.
schrieb ich und schickte die Nachricht auch direkt ab.
David: Ich würde dich gerne wiedersehen.
lautete seine Antwort und mein Herz machte einen Satz in meiner Brust. Er kam wenigstens direkt zur Sache.
Alice: Treffen wir uns auf einen Kaffee?
David: Ich trinke keinen Kaffee! Was soll das denn jetzt?!
Man sagt das doch nur so...
Alice: Dann trinkst du eben was Anderes.
David: Mittwoch 18 Uhr im Extrablatt.
Oh, das ist keine Frage.
David: Ich warte auf deine Antwort, Alice Scheinbar wartet er nicht gerne auf Antworten.
Alice: Sehr gerne, ich freue mich.
David: Ich kann es kaum erwarten!
Ich erwischte mich selber dabei, wie ich mein Handy anstarrte, oder besser gesagt es anlächelte, was wahrscheinlich reichlich blöd aussah.
Das war die schnellste Verabredung meines Lebens!
Beim Schreiben schien er sehr entschlossen und bestimmend zu sein, aber trotzdem war es mir nicht zu aufdringlich.
Zufrieden legte ich das Handy weg, auch wenn ich gerne noch etwas mit ihm geschrieben hätte, aber so hatte ich zumindest meine Antwort: Ich würde ihn wiedersehen!
Im Badezimmer drehte ich das Wasser in der Dusche auf und dachte nach wie vor jede Sekunde an ihn. Ich musste diesen Mann irgendwie aus meinem Kopf bekommen, sonst wäre ich die nächsten 3 Tage eine Gefahr für die Allgemeinheit.
Kaum schloss ich die Tür der Duschkabine und das heiße Wasser floss über meine Haut, schloss ich meine Augen und entspannte mich.
Dieser Moment in dem er mir so nah war, dass sich unsere Lippen hätten berühren können, seine Augen auf mir und diese unfassbare Ruhe, die er ausgestrahlt hatte, gepaart mit dem Sexappeal und seiner wahnsinns Ausstrahlung.
Oh Mann, ich bin am Arsch!
Wenn ich mir vorstellte, dass er jetzt in der Dusche hinter mir stehen würde- wie seine großen Hände über meinen Körper streichen und mich überall berühren würden, mit seinem heißen Atem in meinem Nacken. Mein Mund wurde ganz trocken.
Wäre er sanft oder eher grob, wenn er mich berührte?! Seit ich ihn auf meiner Haut gespürt hatte, wenn auch nur sehr flüchtig, schien ich regelrecht unter Strom zu stehen und drohe jeden Augenblick zu explodieren.
Ich muss mich entspannen! Ich muss mich Ablenken!
Also entschied ich mich für eine wirklich sehr entspannende Dusche, um einen klaren Kopf zu bekommen, aber vorher verteilte ich das Shampoo in meinen Haaren und spülte sie sorgfältig aus. Anschließend nahm ich etwas Öl und ließ es auf meine Brüste träufeln. Ich genoss das kalte Gefühl der Tropfen auf meiner Haut und wie das warme Wasser diese Berührung auf mir löschte.
Das Öl fühlte sich stimulierend und geschmeidig an, ich knetete meine Brüste, spielte mit den Brustwarzen und kniff etwas hinein. Sie waren so unfassbar hart! Sorgfältig verteilte ich es auf mir, beobachtete wie meine Haut glänzte und das Wasser abperlte. Wie würde er wohl reagieren, wenn er mich jetzt beobachten könnte? Würde er nur zuschauen, oder würde er zu mir in die Dusche kommen um mich zu berühren?
Meine Finger umkreisten meine Klitoris und ich spürte deutlich wie angeschwollen ich war. Wie konnte ich bei dem Gedanken an jemanden den ich gar nicht kenne nur so geil sein?!
Kopfschüttelnd über mich selber versuchte ich an etwas Anderes zu denken. Alex! Oder der Kumpel von Alex, wie war noch gleich sein Name, Nico! Nico wäre jetzt genau richtig!
Nico der Freund von Alex, ihn kannte ich wenigstens ein kleines bisschen besser als den Unbekannten: David! Nico war nett und flirtete immer ein wenig mit mir. Also: Nico!
Ob die je zusammen geduscht hatten. Wahrscheinlich würde er dazu Alex mitbringen. Ich musste lachen.
Es funktionierte!
Nachdem ich den Rasierschaum auf meinen Beinen verteilt hatte und mit der Klinge langsam über meine Haut strich, kam mir ein neuer Gedanke – was, wenn David das tun würde. Oh nein!
Nico! Er würde unter der Dusche die ganze Zeit nur reden.
Ich spülte die Klinge aus und machte weiter. David könnte mir dabei auch zusehen.
Oh mein Gott! Konzentrier dich! Ich will mir doch nur die Beine rasieren.
Den Kampf in mir konnte ich kaum stoppen, aber konnte ich ihn gewinnen?
Es ist doch ganz einfach: Denk an Nico, denk an Nico, denk an Nico. Denk an David! David?
Als meine Beine rasiert waren, gab ich auf.
Bei diesem Battle gab es einen eindeutigen Sieger: David!
Ich erhöhte den Druck zwischen meinen Beinen deutlich und stellte mir wieder seine Hand vor, wie er mich berühren würde, während er mich zärtlich am Hals küsste hinter mit stehend, an mich gepresst und hart wie Stahl! Ein tiefer Seufzer entfuhr mir. Würde er mich einölen und sanft massieren oder wäre er wohl eher herrisch und besitzergreifend?!
Meine Hand glitt wieder zwischen meine Beine und verteilte auch hier den geschmeidigen Film auf mir. Ich führte zwei Finger in mich ein und begann mich zu ficken, während ich weiter an ihn dachte.
Mein Puls schien zu rasen, als ich mir vorstellte, wie er seinen Schwanz gegen mich drücken und mir der Spitze fest über meine Klitoris reiben würde, kurz bevor er tief in mich stößt.
Ich änderte den Winkel um tiefer zu kommen, stellte mir seinen harten Schwanz in mir vor. Wie würde er sich wohl anfühlen?
Das Kopf-Kino reichte mir eigentlich schon fast aus um zu explodieren, aber die Details, die Vorstellung von ihm auf mir, wie er mich anfassen würde, wie er mich nehmen würde, gaben mir den Rest.
David! Oh Gott, David!
Ich nahm mir noch einen Moment und öffnete dann meine Augen wieder, verteilte großzügig etwas Duschgel auf mir und nahm mir eine Auszeit von der Welt. Entspannt ließ ich mich nur Minuten später auf die Couch fallen und las erneut unseren Nachrichten- Verlauf.
Unser Austausch war doch recht kurz und seine ganze Art machte mich so neugierig auf ihn. Er war mal dominant und dann wieder ganz sanft, als hätte er zwei Gesichter. In diesen Moment erwischte ich mich selbst dabei, wie ich auf meine Lippe biss. Scheinbar hatte die Begegnung mit David eine neue schlechte Angewohnheit als Nebenwirkung. Schaffte ich es nicht, mich bis Mittwoch in den Griff zu bekommen, wäre meine Unterlippe bestimmt blutig.
Mein Handy riss mich wieder einmal aus meinen Gedanken und ich freute mich bereits bei der Erwartung an eine neue Nachricht von ihm. Leider wurde ich aber enttäuscht Alex: Bleibt es bei Pizza und Bier? Ich habe mal wieder richtig Lust auf Spanisch, Nico wäre auch dabei!
Während ich auf meinem Handy trommelte, überlegte ich, was ich antworten sollte. Ich vermisste Clara und Alex und Nico waren immer eine gute Möglichkeit sich abzulenken, auch wenn sie sehr viel über die Arbeit sprachen. Aber vielleicht hatte ich nach gestern Abend ja auch mal die Möglichkeit bei diesem Thema mitzureden, schließlich hatte ich die Nacht ebenfalls hinter der Theke verbracht.
Alice: Spanisch ist okay und zu einem Date mit zwei
Jungs, sage ich doch nicht nein! ;)
Alex: Super, wir treffen uns in der Tapas-Bar um 18 Uhr.
Zieh was Nettes für uns an ;)
Alice: Natürlich! Ich hatte an eine Jeans mit Schürze und
Top gedacht. Ist doch genau euer Geschmack
Alex: Bitch!
Alice: Sehr gerne. Ich hoffe allerdings, dass du auch
Augen für mich hast, wenn Nico dabei ist *lach*
Alex: Du hast so einen an der Waffel!
Alice: deswegen verstehen wir uns ja auch so gut.
Es war Mittwoch. Endlich! Der lang ersehnte Mittwoch! Ich rannte bereits seit dem Aufstehen total nervös durch meine Wohnung. Bisher waren aber zum Glück nur ein Teller und ein Glas zu Bruch gegangen.
Ich musste mich beruhigen. Wie konnte man wegen eines Dates nur so nervös sein?
Der Sonntagabend mit den Jungs war zwar sehr lustig, aber keiner von ihnen weckte so sehr den Appetit in mir wie David es innerhalb weniger Sekunden getan hatte.
Mittlerweile musste ich bereits seit 20 Minuten in Unterwäsche vor meinem Kleiderschrank gestanden haben und hatte das übliche Frauen-Problem: Ich hatte nichts anzuziehen! Es lag ja nicht daran, dass der Schrank leer wäre, der Schrank war voll, aber ich hatte nicht DAS RICHTIGE zum Anziehen. Es war zum verrückt werden!
Okay, mit einer Jeans macht man doch eigentlich nichts falsch, oder doch?
Ich zog eine helle Jeans aus dem Schrank und probierte sie an.
Wenigstens war mein Po in der Hose nicht zu übersehen.
Eine dezent gemusterte Sommer- Bluse mit Blumen, die eine nette Aussicht auf mein Dekolleté garantierte, ja das sollte gehen. So hatte ich etwas an, worin ich mich wohl fühlte und er hatte wenigstens einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ihn erwarten würde, wenn er sich gut anstellte. Natürlich nicht beim ersten Date, aber mir war jetzt schon klar, dass ich es nicht bei einem Date belassen wollte.
Endlich fand ich einen Parkplatz in der Nähe vom Extrablatt und stolperte aus meinem Auto.
Es war soweit. Endlich. Würde ich ihn sehen, mich länger als nur ein paar Sekunden mit ihm unterhalten.
Ob ich ihn sofort erkennen würde? Immerhin hatte ich ihn bisher doch nur einmal kurz gesehen. Meine Hände zitterten ein wenig bei dem Gedanken. Noch 3 Minuten. Ich hastete in Richtung des Cafés. Auf halben Weg versuchte ich langsamer zu machen und mich zu konzentrieren, damit ich nicht total aus der Puste an kommen würde.
Der große Platz vor dem Café war wie immer gut besucht. Die Menschen schlenderten über den sandfarbenen Boden. Einige Gruppen genossen die Sonnenstrahlen und unterhielten sich.
Eine kleine Gruppe Jugendlicher, hatte es sich mit ein paar Dosen Bier auf einer Bank gemütlich gemacht und hörten laute Musik.
Aber kaum hatte ich freie Sicht auf den Biergarten, mit seinen Palmen und Sonnenschirmen, sah ich David. Er sah genauso heiß aus, wie ich ihn im Club in Erinnerung hatte.
Es kribbelte bei seinem Anblick in mir. Dieser Unbekannte hatte so eine Macht über mich, ohne das er überhaupt etwas tat. Er saß einfach nur da. Lässig im Stuhl zurück gelehnt mit einer Sonnenbrille und strahlte auch über die Entfernung eine Ruhe aus, die seines Gleichen suchte.
Ich steuerte auf ihn zu und nur Sekunden später hatte er mich ebenfalls erblickt. Er nahm seine Sonnenbrille ab und legte sie auf dem Tisch bevor er aufstand.
»Hey« begrüßte ich ihn.
Wie einfallsreich!
»Hallo Kleines! « lächelte er mich an und beugte sich zu mir, legte seine Arme um mich und ich fühlte mich einfach nur wohl, erwiderte seine Umarmung. Viel zu schnell für meinen Geschmack, ließ er mich wieder los, und trotzdem drohten meine Knie ihren Dienst zu versagen.
Wow, dieser Duft!
»Setz dich, was willst du trinken? « Ich sah sein Bier auf dem Tisch, also war Alkohol okay und auch absolut notwendig um meine Nerven zu beruhigen.
Er sah im Sonnenlicht sogar noch heißer aus als in dem dunklen Club. Sein weißes Shirt strahlte mir entgegen, aber nicht blendend, eher sauber und rein.
»Eine Weißweinschorle bitte. «
»Also keinen Kaffee!?«
»Natürlich keinen Kaffee, es ist 18 Uhr, also sind härtere Sachen erlaubt!«
Er grinste mich an »Du stehst also auf härtere Sachen? «
»Ab 18 Uhr habe ich nichts dagegen!«
Moment, wovon reden wir hier eigentlich gerade?!
Er lehnte sich amüsiert in seinem Stuhl zurück. Ich war ihm mit Anlauf und doppelten Salto in seine Falle gelaufen.
Kaum hatte er die Kellnerin auf uns aufmerksam gemacht, bestellte er mir meinen Drink. Sie schaute ihn mit einem zuckersüßen Blick an und funkelte etwas zu sehr mit ihren Augen in seine Richtung. David schien das aber gar nicht zu bemerken, oder er war einfach nur daran gewöhnt.
»Erzähl mir etwas über dich!«
Da war sie wieder, diese heiße Stimme mit dem tiefen Bass, der mein Innerstes zum Vibrieren brachte.
»Ist das ein Interview so wie Name, Alter, Wohnort ...?«
»Nein, das ist eher so die Richtung: Was-macht-eine-so-schöne-Frau-hinter-der-Theke-Nacht-für-Nacht-Frage.« Ich erzählte ihm davon, dass ich eingesprungen war und eigentlich gar nicht im Club arbeiten würde. Er schaute mich die ganze Zeit interessiert an und ließ keinen Moment die Augen von mir.
Seine ruhige und entspannte Art strahlte auf mich ab und fesselte mich in seinen Bann.
»Und du gehst öfter in den Club?« fragte ich neugierig nach.
»Öfter würde ich jetzt nicht sagen.«
»Was würdest du denn sagen?«
»Wenn uns danach ist, gehen wir ins Dionysos.«
»Und wie oft ist euch danach?«
»Öfter, wenn ich weiß, dass du auch da sein könntest!«
Mehr davon!
Als ich spürte, dass meine Wangen etwas rot anliefen, nahm ich mein Glas und nippte daran. Hoffentlich bemerkte er es nicht.
Natürlich bemerkte er es.
»Ich glaube du hättest nichts dagegen!« ergänzte er schnell.
Im Augenwinkel sah ich wieder diese Kellnerin kommen und ich war eifersüchtig. Konnte das sein!?
»Darf es noch was sein?« strahlte sie ihn wieder an.
Ein Bier, etwas zu Essen, sie nackt auf dem Tisch vor ihm… Aber wieder schaute er sie nicht an, sondern nur mich.
Himmel – dieser Blick!
»Möchtest du noch was haben?« funkelte er mich an und ich hätte so wegschmelzen können.
»Noch eine Schorle bitte.«
Als ich in ihr Gesicht blickte, war ihr Blick auf mich unbestreitbar neidisch.
Ja genau, ich bin mit ihm hier und nicht du!
Unbeabsichtigt wurde mein Lächeln breiter.
»An was hast du eben gedacht?«
Scheiße!
»An Nichts.« »Ach komm schon. Was hat dir so ein Lächeln ins Gesicht gezaubert?«
Er musterte mich und zog die Augenbrauen fragend hoch.
So sexy. »Ich habe mich nur gefreut, dass ich heute hier mit dir sitze.«
Es war ja auch die Wahrheit, zumindest ein Teil davon.
Jetzt wurde sein Lächeln breiter und er lehnte sich etwas zu mir. »Also läuft es gut?«
Ich musste lachen. »Findest du nicht?«
Er schaute mich weiter an und beobachtete meine Reaktion, bevor er antwortete.
»Doch, ich finde es läuft sehr gut.«
Ein Moment des Schweigens stellte sich zwischen uns ein und ihn schien etwas zu stören.
»Was hast du?«
»Ich habe eine Frage an dich.«
Oh Backe, was kommt jetzt…?
»Wer war der Typ im Club?«
Ich musste doch tatsächlich einen Moment überlegen, wen er meinen könnte.
»Ach du meinst Alex?«
»Keine Ahnung, der Typ der dir dauernd hinterhergerannt ist.«
Meinte er Alex?
Ich schaute ihn fragend an, weil ich wirklich nicht wusste, ob er jetzt den Kerl von der Tanzfläche oder Alex meinte.
»Ich glaube, es gab da zwei.«
Hatte ich das jetzt echt laut ausgesprochen?!
Er schnaubte etwas »Der Typ, der plötzlich hinter dir stand, als du angerempelt worden bist.«
Er meinte Alex!
»Das war mein, - Alex.« Ich bereute den Ausdruck sofort und erklärte weiter »Er ist ein guter Freund von mir und das war es dann aber auch.«
»Triffst du dich mit ihm?«
»Ja, hin und wieder, wir sind ja Freunde. Aber nicht auf die romantische Art!«
Er wurde merklich ruhiger und sein Lächeln kehrte auch wieder zurück.
»Gut!«
Konnte es wirklich sein, dass dieser heiße Typ echtes Interesse an mir hatte?
»Hey Honey!« wurden wir plötzlich unterbrochen und Jess stand freudestrahlend neben uns.
Oh nein!
Sie fiel mir um den Hals, ehe sie David musterte und dann lautstark verkündete »Ich wusste gar nicht, dass du heute hier sein wirst und wer ist der heiße Typ neben dir?« Boden geh auf und verschling mich mit Haut und Haaren.
»Das ist David.«
Sie schien sehr verzückt zu sein und reichte ihm die Hand
»Hey David, ich bin Jess.«
»Und Jess muss jetzt bestimmt wieder gehen.«
Sie grinste mich an und ich wusste genau was das bedeuten würde.
»Eigentlich nicht.« Sie griff nach einem Stuhl vom Nachbartisch, ohne überhaupt zu fragen, ob er frei war und setzte sich zu uns.
Davids Stimmung driftete ab und war keineswegs mehr so positiv wie zuvor.
»Jess, was machst du hier?« fragte ich sie und hoffte auf eine schnelle Verabschiedung.
»Ich treffe mich gleich mit ein paar Freunden, bin aber viel zu früh.«
Zum Glück kannte ich Jess inzwischen gut genug, um zu wissen, was das bedeuten würde, da sie auch im Dionysos arbeitete und ich sie regelmäßig mit Alex zusammen getroffen hatte.
»Wir haben hier ein Date, also wenn es dir nichts ausmacht…!«
Sie musterte mich und schaute dann nochmal zu David.
»Also habe ich mir die sexuellen Schwingungen doch nicht eingebildet!«
Ist das jetzt ihr Ernst?!?!
»Jess, geh weg!
Sie stand auf und grinste wie ein Honigkuchenpferd, kurz bevor sie mich drückte und mir ins Ohr flüsterte »Vergiss die Kondome nicht.«
Bitch!
Sie winkte uns nochmal zu und verabschiedete sich mit »Tut nichts, was ich nicht auch machen würde.« Wir blickten einander an als sie außer Hörweite war.
»Es tut mir so leid!« begann ich und er lächelte mich an.
»Ich hatte schon die Befürchtung, dass sie gar nicht mehr gehen würde.«
»Sie wäre auch nicht gegangen.«
Wir lachten beide und unterhielten uns weiter. Der Abend verging wie im Flug. Als ich kurz auf die Toilette verschwand, schaute ich auf die Uhr -21:35h!
Wo war nur die Zeit geblieben?
Wieder zurück am Tisch hatte er scheinbar denselben Gedanken. »Es ist spät.«
»Ist mir auch eben aufgefallen«
»Sehen wir uns wieder?« fragte ich ihn, als unser neue Kellner in die entgegengesetzte Richtung verschwand um unsere Rechnung zu holen. Er zog seine Hand weg und lehnte sich zurück, als hätte ich ihm einen Schlag ins Gesicht verpasst.
»Das wird eine Weile dauern« antwortete er kurz und das Lächeln aus seinem Gesicht war verschwunden.
Irritiert schaute ich ihn an. Bis jetzt hatte ich das Gefühl, das wir uns wirklich gut verstanden.
»Wenn du nicht willst, ist das auch ok« antwortete ich kurz und kramte in meiner Handtasche nach meinem Portemonnaie, nur um ihm nicht ins Gesicht sehen zu müssen.
Die Zeit, in der wir warteten, schien unendlich zu sein. Dabei war doch eben noch alles ganz fantastisch.
Er lehnte sich jedoch genauso schnell wieder vor, wie er sich zurückgezogen hatte, legte seine Finger sanft unter mein Kinn, delegierte mich kaum spürbar etwas nach oben, sodass ich ihm in die Augen sehen musste, auch wenn ich es nicht wollte.
Es tanzten unzählige Schmetterlinge in meinem Bauch umher.
Ich spürte die Verlegenheit in mir aufsteigen und konnte seinem durchdringenden Blick kaum standhalten, ohne dass es mir den Atem verschlug.
Kleine Fältchen legten sich um seine Augen, als er charmant lächelte »Ich muss leider außer Landes, geschäftlich, aber wenn ich zurück bin, melde ich mich bei dir!« seine Stimme war nur noch ein Flüstern.
Ja klar, außer Landes, geschäftlich, so plötzlich, wenn ich frage.
Ich wendete meine Augen von ihm ab, als David seine Hand zurückzog, da der Kellner wieder neben uns stand und die Rechnung auf den Tisch legte.
David aber griff nach meiner Hand und ich unterdrückte den Impuls sie wegzuziehen. »Ich möchte dich wirklich sehr gerne wiedersehen« hörte ich ihn eindringlich sagen. Während er weiterhin mit mir Augenkontakt hielt, angelte er gekonnt seine Karte aus dem Portemonnaie und hielt sie dem Kellner entgegen. »Zusammen plus 20%«. Aus diesem Mann wird man doch absolut nicht schlau und genau das schien mein Interesse an ihm unaufhaltsam zu steigern. »Ich meine es ernst!« bekräftigte er.
Mein Herz hüpfte, aber mein Lächeln kehrte nicht wieder so schnell zurück.
Fünf Minuten später gingen wir schweigend über den schlecht beleuchteten Parkplatz in Richtung meines Autos. Ich hatte Mühe mit den Absätzen auf dem Schotter zu laufen, versuchte es mir aber nicht anmerken zu lassen. Natürlich hatte er es bemerkt, denn er nahm meine Hand. Wir liefen weiter. Ich sammelte noch meine Gedanken, was durch seine Berührung extrem erschwert wurde. Es fühlte sich neu an und trotzdem irgendwie seltsam vertraut.
Als wir angekommen waren blieb ich stehen.
»Danke für den schönen Abend.« lächelte ich ihn dezent an und versuchte gefasst zu wirken, während der Schmerz mich durchbohnte. Der Gedanke, ihn nicht mehr wiederzusehen, fraß sich durch mein Gehirn und hinterließ Spuren. Ich war nicht bereit ihn gehen zu lassen, war aber unfähig zu erkennen woran es liegen könnte.
Er stand dicht vor mir. So dicht, dass ich seine Wärme spüren konnte. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass er immer noch meine Hand hielt, denn er führte sie zu seinem Mund und haucht einen sanften Kuss auf meine Fingerknöchel, sah mir dabei tief in die Augen.
Wie Old School und doch so …!
Mit einem sanften »Wir sehen uns wieder!« verabschiedete er sich von mir und blieb so lange neben meinem Auto stehen, bis ich die Zündung anmachte und losfuhr.
Als ich wieder in meiner Wohnung war, ließ ich mich verwirrt auf mein Sofa fallen. Dieser Mann hatte etwas an sich, dass mir die Fähigkeit raubte in seiner Gegenwart klar zu denken und das war so frustrierend.
In diesem Moment leuchtete auf meinem Display eine Nachricht auf
David: Ich freue mich aufs nächste Mal
Sollte ich jetzt antworten oder warten?! Zum Glück hatte ich die Nachrichtenvorschau eingeschaltet, somit hatte ich einen Moment Zeit zu überlegen, was ich antworten könnte. Ich prustete die Luft aus meiner Lunge und dachte an unser Date, an den Moment an meinem Auto und mein Grinsen kehrte wieder zurück.
Alice: Lass mich nicht zu lange warten.
David: Das wäre ja auch Folter.
Alice. Sprichst du jetzt für dich oder mich?
David: Ich denke für uns beide!
David: Schlaf gut Kleines!
Alice: Du auch. Kaum hatte ich die Antwort gesendet, legte ich mein Handy weg und grübelte.
Dieser Mann wird mein Untergang sein!
»Auf die Freiheit« riefen wir vier zusammen aus und exten unsere Tequilas. Ich musste mich schütteln, aber auch nach dem vierten davon, ging mir David nicht aus dem Kopf.
Inzwischen waren 4 Wochen ohne eine Nachricht von ihm vergangen. Kein einziges Lebenszeichen war von ihm zu hören und so langsam verlies mich die Hoffnung, ihn jemals wieder zu sehen.
Auch wenn wir nur dieses eine Date hatten, fiel es mir unendlich schwer mal einen Moment nicht an ihn zu denken.
Die Ladies Night heute kam mir daher wie gerufen.
Jess, Kathy, Gill und ich verbrachten eh zu wenig Zeit miteinander und heute war unser erster gemeinsamer Abend seid Clara weggezogen war. Wenn, dann sahen wir uns eigentlich auch nur noch auf der Arbeit hinter der Theke, wo ich inzwischen öfter aushalf. Gill griff mein Handgelenk und lachte »Los komm schon, wir gehen tanzen!« Ich ließ mich von ihr mitreißen und genoss den heißen Beat dieser Nacht. Immer wenn ich meine Augen schloss, sah ich Seine, also tanze ich einfach so vor mich hin und versuchte Spaß mit meinen Mädels zu haben, so gut es eben ging und David wenigstens mal für einen Moment zu verdrängen.
Für einen Moment lang schaffte ich es auch, wir tanzten als würde es keinen Morgen geben.
Als ich mich drehte, hatte ich das Gefühl David gesehen zu haben und riss meinen Kopf zurück in die Richtung, schaute mich suchend um, wurde aber zum wiederholten Male heute enttäuscht.
Er konnte es doch gar nicht gewesen sein?! Mein Herz begriff es aber mal wieder später als mein Verstand. Die zwei sollten wirklich mal an ihrer Kommunikation arbeiten!
Alex tauchte neben mir auf »Ist alles ok? Du siehst so blass aus!« fragte er mich besorgt, aber ich ging gar nicht mehr drauf ein, er war die Leier bestimmt auch so langsam satt.
»Hey Schatz, bring uns bitte noch eine Runde!«
»Alice, das ich vielleicht keine gute Idee.« antwortete er, was mir gar nicht gefiel. Ich schaute ihn verärgert an »Das ist nicht deine Entscheidung.« blaffte ich ihn an und im selben Moment tat es mir schon wieder leid. Er schüttelte nur den Kopf und ging.
Wenige Minuten später stand Alex dann wieder mit einem Tablett und 4 Tequila vor mir.
Er sah mich nach wie vor besorgt an, verkniff sich aber jeden weiteren Kommentar. Als kleines Dankeschön bekam er einen Kuss von mir auf seine Wange und ich nahm ihm sein Tablett aus der Hand.
»Du bekommst es sofort zurück!«
Damit ging ich die paar Schritte rüber zu den Mädels. »Auf die Freiheit!« riefen wir erneut aus und schluckten die nächste Runde. Das flüssige „Betäubungsmittel“ brannte in meinem Hals und schmeckte auch nach ein paar Stück davon einfach nicht besser. Ich spürte aber so langsam die Auswirkungen, als ich zurück zu Alex schlenderte und ihm in einer großen feierlichen Geste das Tablett zurückgab. Mir war bewusst das er Recht hatte, ich vertrug Tequila nicht wirklich, aber heute sollte es mir einfach mal egal sein, also tanzten wir!
Wenig später kam Alex mit einem neuen Tablett auf uns zu und stellte die Gläser vor uns ab. Jess nahm sie sofort entgegen, küsst ihn auf die Wange und reichte uns die Gläser.
Sie kippte ihren sofort runter, ohne auf uns zu achten.
»Du hast aber Durst heute!« bemerkte ich, da ich eigentlich genug hatte »Die waren umsonst.«
Umsonst? Aber von wem?!
Als er dann aber mit noch einer weiteren Runde um die Ecke kam, überlegte ich kurz, ob das eine gute Idee war, vielleicht sogar die schlechteste am heutigen Abend.
Jemand tippte mir auf die Schulter. Ich drehte mich hoffnungsvoll um, schaute in die braunen Augen eines Fremden, der mich anlächelt und mir ein Glas mit einer klaren Flüssigkeit vor die Nase hielt. »Schöne Grüße von David soll ich dir ausrichten und du sollst das trinken.« ungläubig schaute ich ihn an »Ist er hier?« fragte ich ohne Umschweife, da es das einzige war, was mich heute Abend wirklich interessierte. »Nein, er ist auf dem Rückweg, aber er freut sich darauf, dich wieder zu sehen und bis dahin sollst du auf dich aufpassen!«
Das kann doch nur ein Scherz sein!
»Das kann ich ohne fremde Hilfe, alleine!« antworte ich. Es war eine Mischung aus Amüsiertheit und vielleicht ein wenig Wut.
Ein Freund von David?!
Nach kurzer Überlegung wünschte ich ihm einen schönen Abend und beachtete ihn nicht weiter.
Kaum waren wir wieder auf der Tanzfläche, stand der Typ wieder neben mir mit seinem Glas in der Hand. »Trink das!« Ich schaute ihn ungläubig lächelnd an und schüttelte den Kopf.
»Vergiss es!«
Und dann machte er mich richtig sauer, da er mich an meinem Handgelenk packte und ruckartig zu sich zog.
»Was bildest du dir eigentlich ein!« fuhr ich ihn an.
»Du sollst das jetzt trinken.« Das war zu viel! Ich schlug ihm das Glas aus der Hand und riss mich los. Freund von David hin oder her. Ein Unbekannter steht vor mir und hält mir einen Drink vor die Nase?! Natürlich würde ich ihn nicht nehmen, jeder weiß doch, dass man nicht von irgendeinem Typen ein Glas mit wer-weiß-was-darin annimmt!
Wütend funkelte er mich an und ich wendete mich ab. Nichts wie weg von ihm!
Er griff noch nach meiner Schulter, rutschte aber ab. Ich nutzte meine Chance, eilte von ihm weg in Richtung Toiletten.
Als ich zurückschaute, sah ich, dass er hinter mir herkam und irgendwas rief. Er war mir unheimlich.
Durch die ganzen Menschen hindurch, war ich einfach nicht schnell genug – vielleicht lag es auch an meinen Schuhen – er hatte mich bald eingeholt und hatte seinen Griff fest um meinen Oberarm.
Geschockt schaute ich ihn an »Was bildest du dir eigentlich ein!« Ich versuchte ihn wegzudrücken, hatte aber nicht die geringste Chance. »Er macht sich Sorgen um dich, trink bitte Wasser und geh nach Hause!«
Inzwischen war ich richtig sauer und fuhr ihn an »Fass mich nicht an!«
Er nahm die Hände von mir und zeigte mir seine Handflächen, als wollte er mich beruhigen. »Alice, du hast zuviel getrunken, hör bitte auf mich!« »Auf dich?! Ich kenne dich überhaupt nicht!« schrie ich ihn an und schubste gegen ihn, aber ohne auch nur die geringsten Auswirkungen. Kathy stand plötzlich bei uns und versuchte etwas zu schlichten. Sie redete irgendwas auf den Typen ein und gestikulierte wild umher.
Erst jetzt spürte ich, wie sehr der Tequila meine Sinne vernebelte. Einen kurzen Moment zögerte ich, dann drängte ich mich zwischen den Leuten durch und eilte an die frische Luft.
Draußen war es recht kühl und ich zitterte. War es vor Kälte, oder vielleicht vor Aufregung, ich konnte es nicht sagen.
Ohne nachzudenken lief ich an der Schlage am Eingang vorbei und wollte nur einen Moment alleine sein.
Ich hatte so lange keinen Alkohol mehr getrunken, dass ich heute auch irgendwie gar nicht damit klarkam.
Wieso sollte David jemanden sagen, dass ich zu viel getrunken hatte und ihn mit einem Getränk zu mir schicken, wenn er doch gerade auf dem Rückweg war? Er war auf dem Rückweg!
Meine Gedanken zu sortieren, dauerte einen Moment. David war doch im Moment noch nicht einmal auf dem gleichen Kontinent. Es ergab einfach keinen Sinn.
Der Wind pfiff mir um die Ohren und ich spürte, dass sich in meinem Kopf alles drehte. Mit den Armen eng um meinen Körper geschlungen, lief ich weiter, während mein Handy in der Tasche vibrierte. Ich musste erst einen klaren Kopf bekommen und kurz alleine sein. Ich bog um eine Ecke und blieb stehen, da ich mit dem Absatz hängen blieb und fast gestürzt wäre. Glücklicherweise konnte ich mich gerade noch abfangen.
Voller Ärger auf mich selbst, Frust wegen dem Verlauf des Abends und Wut auf meinen Schuh, bückte ich mich nach meinem High Heel und versuche ihn aus dem Gitter zu ziehen, leider ohne Erfolg. Also verdrehte ich ihn etwas und hielt ihn kurze Zeit später triumphierend in meinen Händen.
Barfuß hier im Dunkeln herum zu laufen, fand ich alles andere als einladend, also zog ich ihn schnell wieder an und versuchte mehr auf den Untergrund zu achten.
Als ich mich wiederaufrichtete, standen drei unbekannte Männer vor mir und ein unangenehmer Geruch stiegt mir in die Nase. Erschrocken blickte ich sie an, da ich vorher niemanden um mich herum wahrgenommen hatte.
Einer von ihnen machte einen Satz auf mich zu »Na, wen haben wir denn da? Wenn das nicht die Kleine mit dem Tequila ist!« lallte er mich an. Ich drehte mich angewidert weg. Alles in mir war in Alarmbereitschaft versetzt und die Angst kroch mir durch meine Glieder. Flucht war wohl meine beste Option, aber wie schnell konnte ich sein? Ich musste doch eigentlich nur etwas schneller sein als die Drei vor mir.
Noch in Schockstarre, spüre ich fremde Finger in meinem Gesicht und zog den Kopf weg. Als er seine Hand erneut nach mir ausstreckte, wich ich aus, holte aber direkt danach aus und boxte ihm mit der Faust ins Gesicht.
Er sah genauso erschrocken aus, wie ich es war.
Ohne eine Reaktion abzuwarten rannte ich los, suchte nach einem Punkt zur Orientierung. Wo zum Teufel war ich hier eigentlich?!
Hinter mir hörte ich Schritte und wagte es nicht mich umzudrehen. Meine mangelnde Kondition spürte ich bereits nach wenigen Metern, aber dank des Adrenalins, hielt ich mein Tempo und rannte einfach weiter.
Der unebene Boden war eindeutig gegen mich und meine Schuhe. Warum mussten es ausgerechnet heute auch die hohen Schwarzen sein?!
In meinen Ohren hörte ich das Blut rauschen und die Schritte hinter mir näherkommen.
Jeden Moment werden sie mich erreicht haben. Ich nahm ein feistes Lachen dicht hinter mir wahr.
»Ich werde dich dafür büßen lassen!« brüllte die Stimme hinter mir und im nächsten Moment spürte ich eine Hand an meinem Top zerren. Ich stürzte.
Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich in einem Bett. Nur war es nicht mein Bett. Irritiert schaute ich mich um, aber ich erkannte den Raum nicht. Wo war ich nun und wir kam ich hier her? Was war geschehen?
Ich drehte mich etwas und meine Beine rieben aneinander.
Oh nein, bitte nicht!
Ich hob die Decke leicht an und meine schlimmste Befürchtung bestätigte sich: Ich war komplett nackt!
Benommen setzte ich mich auf, zog die Decke bis hoch über meine Brust und bemerkte erst jetzt meine rasenden Kopfschmerzen, die sich anfühlten, als würde mein Schädel zerspringen. Ich griff mir an den Kopf und meine Finger fuhren durch meine Haare, da bemerkte ich eine dicke Beule und eine Wunde und zuckte schmerzerfüllt zusammen.
Das muss ein Albtraum sein, jeden Moment wache ich auf!
Keine andere Erklärung fiel mir im Moment ein.
Möglichst lautlos wickelte ich die Decke um meinen Körper und schaue mich vorsichtig um.
Ausschnitte des gestrigen Abends flimmerten vor meinen Augen wieder, die Männer, der Gestank und meine Flucht. Ich ballte meine Fäuste bei dem Gedanken an sie und meine rechte Hand schmerzte enorm.
Also schaute ich auf sie herab. Meine Hand war blau angelaufen und auch etwas geschwollen. Es war kein Traum!
Verstört versuchte ich alle Ereignisse zu ordnen, aber das Letzte an das ich mich erinnern konnte, war das Geräusch hinter mir und ach ja, der Sturz!
Wessen Wohnung könnte das sein und wo waren meine Sachen?
Viel zu überstürzt hastete ich aus meinem Bett und begann zu suchen. Irgendwo musste meine Kleidung doch abgeblieben sein.
Als ich aus dem Zimmer schlich, hörte ich nichts außer das laute Rauschen meines Blutes. Ich atmete so flach und leise wie ich nur konnte, aber das unkontrollierte zittern am ganzen Körper, machte es mir nicht leichter.
Vorsichtig öffnete ich eine Tür zu einem anderen Zimmer, sie knarrte und ich hielt einen Moment inne. Voller Angst schaute ich vorsichtig in den Raum. Es war eine riesige offene Küche mit einer Kücheninsel, hell beleuchtet und freundlich.
Auf dieser Insel sah ich bereits von hier aus meine Tasche, meinen Schlüssel und mein Portemonnaie. Sie lagen sorgfältig nebeneinander. Leise schlich ich rüber.
Ich schaute alles durch und es schien nichts zu fehlen. Selbst mein Handy lag unversehrt in meiner Tasche. Sofort schaltete ich es ein.
Laut meinem Nachrichtenverlauf hatte ich sogar den Mädels eine Nachricht geschickt, dass ich Zuhause wäre und sie sich keine Sorgen machen sollten. Wieso nur, erinnerte ich mich an nichts?!
Meine Kopfschmerzen wurden wieder stärker und Übelkeit stieg in mir auf.
»Hey Kleines, wie geht es dir?« hörte ich eine bekannte Stimme hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um und hätte fast die Decke fallen lassen. »David!«
Ich war zutiefst erfreut, erleichtert, aber auch beschämt, schaute ihn an und wusste nicht recht was ich tun sollte. Zu viele Fragen rasten mir durch den Kopf. Ich entschied mich für »Was ist gestern passiert und wie komme ich hier hin?« Er kam auf mich zu und richtete meine Decke etwas. Glaubte ich zumindest. Er fummelte etwas an dem Rand oberhalb meines Dekolletés. Vielleicht war es Verlegenheit?
Dann gab er es aber auf, legte sanft seine starken Hände auf meine Schultern. Ich erschauderte kurz unter seiner Berührung.
»Sagen wir es so, du hast mich ganz schön erschreckt, aber tu das bitte nie wieder!« Sein Blick war genauso durchdringend, wie ich ihn in Erinnerung hatte.
Wie aus einem Traum erwachend, wendete er sich aber plötzlich von mir ab »Wie wäre es mit einem Kaffee« fragte er. Es kam mir vor wie eine Ablenkung.
»Kleidung wäre mir im Moment lieber« antwortete ich unsicher, aber er lächelte mich tröstend an.
»Entschuldige bitte, ich hole dir sofort etwas zum Anziehen.« Kaum hatte er es ausgesprochen, eilte er aus dem Zimmer und kam nur wenige Sekunden später mit einem kleinen Stapel Wäsche herein. »Das Badezimmer ist schräg gegenüber.«
Ich nahm die Sachen etwas unbeholfen mit einer Hand entgegen, damit ich die Decke nicht verlor und bewegte mich an ihm vorbei. Die Angst war wie verflogen, aber die Unsicherheit war mehr als deutlich zu spüren.
Vor dem Spiegel legte ich die Sachen auf dem Waschtisch ab und schaute mich einen Moment lang an.
Nicht nur meine Hand war blau, auch mein rechtes Knie schmerzte und war rot und blau gefärbt. An der Stirn hatte ich scheinbar eine Platzwunde, aber die war zum Glück nicht sehr groß und war scheinbar geklebt worden.
Ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht und versuchte weiter das Rätsel zu lösen, aber alles verschwand in einem Nebel aus Tequila und Panik. So eine Geschichte konnte ich mir doch nicht eingebildet haben, er wird mir Antworten geben müssen!
Als ich die Anziehsachen näher betrachtete, wunderte ich mich nur noch mehr. Wo zur Hölle waren meine Sachen abgeblieben?! Ich stieg in die Boxershorts, sowie in sein Shirt und die Socken und betrachte mich im Spiegel. Die Sachen waren mir viel zu groß, aber alles war besser als die Decke zu tragen, oder eben gar nichts. Da zog ich dann doch den XXL-Look vor.
Ich nahm sein Shirt in die Hände, strich den Stoff an mir glatt.
Sein Geruch stieg mir in die Nase, ich nahm einen tiefen Atemzug. Seine Sachen rochen so angenehm nach ihm, ich trommelte nervös mit den Fingerspitzen auf meiner Hüfte herum um mich davon abzulenken. Ich war bei ihm! In seiner Wohnung! Und ich hatte keine Ahnung wie ich hier hingekommen war und warum ich eigentlich bei ihm war.
Als ich wieder zurück in die Küche kam, duftete es bereits nach frischem Kaffee.
»Ich dachte du trinkst keinen Kaffee«
»Das tue ich auch nicht, der ist für dich«
»Beantwortest du mir jetzt bitte ein paar Fragen?«
Besorgt sah er mich an:“ natürlich tue ich das. Aber nur, wenn du mir sagst, warum du gestern so leichtsinnig warst!“
Mein Blick sagte scheinbar mehr als tausend Worte, da er sich zu mir rüber lehnte und sanft mein Kinn anhob um mir tief in die Augen zu schauen.
»Nicht viele Menschen schaffen es, dass ich vom Flughafen wie ein Wahnsinniger herfahre um jemanden aus der Klemme zu helfen, der mir was bedeutet.« flüsterte er mir zu.
Er brachte mich total aus der Fassung - wieder einmal.
»Ich weiß nicht mehr viel von gestern, was ist denn passiert?«
»Du hast zu viel getrunken und dich in Gefahr gebracht!« antwortete er in einem ernsten und vorwurfvollen Ton.
»Ja getrunken habe ich und ich wollte etwas frische Luft schnappen, aber was dann passiert ist, weiß ich nicht!« rechtfertige ich mich, als David mit den Kaffee reichte.
»Mein Freund André hatte ein Auge auf dich.« sagt er sanfter, aber noch sehr ernst.
»Und wo sind meine Sachen?«
»Im Müll und in der Waschmaschine.«
»Im Müll?!«
»Ja, sie waren … nicht mehr zu gebrauchen«
Oh mein Gott! Mir wurde schwindelig und ich lehnte mich etwas benommen an die Theke um mich zu stützen.
»Ist alles ok?«
»Mir dreht sich nur alles.«
»Das wird die Gehirnerschütterung sein«
Fragend sah ich ihn an. Woher wollte er wissen, dass ich eine hatte?
