Rainer Frank
Rosarote Träume in Blau
Happy oder End
Vom Autor bisher erschienen:
Rosarote Träume in Blau 1 Spätes ErwachenISBN print 978-3-86361-272-6
Rosarote Träume in Blau 2Chat-InfernoISBN print 978-3-86361-275-7
Himmelstürmer Verlag, Kirchenweg 12, 20099 Hamburg,
Himmelstürmer is part of Production House GmbH
www.himmelstuermer.de
E-mail: [email protected], September 2013
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages
Rechtschreibung nach Duden, 24. Auflage.
Coverfoto: istockphoto.de
Umschlaggestaltung: Olaf Welling, Grafik-Designer AGD, Hamburg. www.olafwelling.de
ISBN print 978-3-86361-331-0
ISBN epub978-3-86361-332-7
ISBN pdf: 978-3-86361-333-4
Die Handlung und alle Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit realen Personen wären rein zufällig.
Was bisher geschah
Der offen schwul lebende Frank aus Brandenburg lernt im Chat den attraktiven und 10 Jahre jüngeren, aber noch völlig unerfahrenen Benny kennen. Der lebt, im Gegensatz zu Frank, in einem kleinen Dorf im Brandenburger Hinterland und fühlt sich dort zunehmend gefangen, eingesperrt und ausgegrenzt.
In Franks Umfeld tummeln sich aber auch noch Pascal und Robert, die ihn ebenfalls gern für sich gewinnen möchten. Frank entscheidet sich aber letztlich doch für den attraktiven und süssen Benny. Der ist von Frank erst einmal total begeistert und glaubt, das mit ihnen könnte funktionieren.Benny ist ein chronischer Vielchatter und verfängt sich deshalb immer wieder in einer virtuellen Gefühlswelt. Durch das Internet fühlte er sich bisher aber zumindest etwas an die schwule Community angeschlossen. Für ihn öffnen sich alle bisher verschlossenen Türen, als er ein erstes Date mit Frank hat und danach ein langes Wochenende bei ihm verbringt.Frank möchte Benny mit Haut und Haaren und gern für immer. Doch Benny hat noch Angst vor einer festen Bindung. Er hat sich zwar in Frank verliebt und möchte gern mit ihm zusammen sein, aber nicht gleich fest und zu verbindlich. Er kann sich einfach nicht entscheiden und sucht immer wieder virtuell nach Antworten. Er glaubt, durch eine Bindung seine Freiheit zu verlieren. Eine Freiheit, die es für ihn aber gar nicht wirklich gibt.Und so kommt es, neben vielen harmonischen Momenten, immer wieder zu kleinen Streitereien und auch zahlreicher werdenden verbalen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten.
Doch Frank hat noch ganz andere Probleme. Als Kommissar bei der Kripo hat er einen rätselhaften Doppelmord aufzuklären. Ein Dealer und eine Prostituierte sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Er lernt dabei die Tiefen der Prostitution, des Drogenhandels und der Korruption kennen. Sein blonder Zeitvertreib Pascal ist plötzlich der wichtigste Zeuge gegen die Hauptverdächtigen und muss dringend geschützt werden. Doch die gerissenen Ganoven schnappen sich durch einen Lockvogel zunächst den chatsüchtigen Benny, denn Benny könnte wissen, wo Pascal versteckt wurde.
Frank ist verzweifelt. Er hatte mit Benny Streit, wie immer wegen seiner Chatsucht und den damit verbundenen kleinen Lügen. Hat er ihn zu hart behandelt und vielleicht dadurch in die Arme seiner skrupellosen Gegner getrieben? Benny erlebt ein unglaubliches Inferno, er wurde entführt, gefangen gehalten, gedemütigt und auch sexuell missbraucht.
In einer spektakulären und aufsehenerregenden Aktion können Frank und sein Kollege Nils Berger Benny nach Tagen endlich finden und befreien. Und infolgedessen stossen sie auch auf ungeheuerliche Gegebenheiten. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Mord und Drogenhandel, sondern auch um Entführung, Nötigung, Menschenhandel und sexuelle Nötigung. Sind sie durch Bennys Leichtsinnigkeit einem furchtbaren Verbrechen auf die Spur gekommen? Viele Persönlichkeiten aus Potsdam und Umgebung scheinen in die Sache verwickelt zu sein …
Es ist Sonntag und Frank war gerade bei Benny zu Besuch. Der war aus dem Krankenhaus entlassen worden und endlich wieder zu Hause. Bennys Mutter hatte ihn zum Mittagessen eingeladen.
Er hatte sich überlegt, dass Benny eine Aufgabe braucht und endlich einmal Verantwortung für jemanden übernehmen müsste. Er überrascht ihn deshalb mit einem süssen kleinen Yorkshire Terrier, den er aus einem Tierheim geholt hatte und der Bennys Herz im Handumdrehen eroberte.Inzwischen war er wieder auf dem Rückweg nach Potsdam, wohin er für den zu klärenden Fall abgestellt war. Ihm wurde klar,er durfte Benny jetzt einfach nicht alleine lassen, egal was alles passiert war. Der hatte aus seinem Chat-Inferno auch eine ganze Menge Lehren gezogen und wusste jetzt auch, Frank hatte in vielen Dingen recht. Sie würden aber beide noch Zeit brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten und zu einem normalen Leben zurück zu finden.Frank war zum Abendessen bei seinem Kollegen Nils Berger eingeladen. Und auch Berger war der Meinung, Benny brauche ihn jetzt mehr als jemals zuvor. So langsam begriff das nun auch Frank. Eigentlich liebte er ihn ja, er musste sich nur noch überwinden, Benny das eine oder andere einfach verzeihen zu können.Er freute sich aber zunächst auf den Abend bei Nils Berger. Und das nicht nur deshalb, weil dessen Frau eine ausgezeichnete Köchin war, sondern auch darüber, dass Berger zu allem Überfluss auch noch zwei sehr hübsche Söhne im besten Alter hat … doch zunächst musste er unbedingt noch einen guten Rotwein besorgen, er hatte versprochen, welchen mitzubringen …
Sonntagabend in Potsdam
Frank war zum Glück am Hauptbahnhof fündig geworden. Er konnte einen guten Rotwein auftreiben, einen sehr guten sogar. Berger würde Augen machen!
Er brachte seine Reisetasche ins Hotel, duschte sich noch schnell, zog sich etwas Fesches an und bestellte sich ein Taxi. Pünktlich 19 Uhr stand er mit zwei Flaschen edlen 2004er „Finca Coronado“ für knapp 50 Euro vor Bergers Haus.Bergers älterer Sohn Roman öffnete ihm die Tür und strahlte ihn begeistert an. „Guten Abend, schön, dass Sie wieder vorbeigekommen sind.“„Na, so eine Einladung lass ich mir doch nicht entgehen, noch dazu, wenn man so nett und freudestrahlend begrüsst wird. Aber du musst mich nicht mit „Sie“ ansprechen, das gefällt mir nicht so gut. Ich bin Frank und du bist Roman, dabei würde ich es gern belassen.“„Von mir aus gern, ich weiß nur nicht, was mein Vater dazu sagen wird.“„Wir werden es sicher bald wissen. Außerdem war es ja auch mein Vorschlag.“„Ok Frank, dann komm doch erst mal rein. Wir haben im Garten gedeckt, das Wetter ist zu schön, um drin zu sitzen.“„Das gefällt mir gut, da kann ich sogar mal eine rauchen.“„Super, wenn du auch rauchst, dann bin ich heute mal nicht so alleine mit dem Laster und mein Vater wird nicht rummosern.“Roman begleitete Frank auf die Terrasse hinterm Haus, wo Frank den Rest der Familie begrüsste. Nils Berger drückte er die beiden Flaschen in die Hand und war gespannt, was der sagen würde.„Du bist ja verrückt. Wo hast du denn den her?“„Aus dem Laden, warum?“„Das ist ein ganz feiner Tropfen, den bekommt man ja selbst in Spanien nicht überall. Alle Achtung, du scheinst ja wirklich ein Kenner zu sein.“„Ganz ehrlich, ich habe den noch nie getrunken, weiß aber, dass er sehr gut sein soll.“„Der ist der Hammer, wirst es gleich merken.“„Der ist aus dem Shop am Hauptbahnhof, weil ich es zu Hause vergessen hatte.“„Im Hauptbahnhof, hier in Potsdam? Kaum zu glauben, da muss ich morgen gleich hin.“ Dann entkorkte Nils die erste Flasche und probierte genüsslich, bevor er Frank eingoss.„Und ich?“, protestierte Roman sofort.„Du auch? Das passt mir aber jetzt gar nicht, dann ist der ja viel zu schnell alle.“ Er goss ihm aber dann doch ein Glas ein.
„Danke! Oder dachtest du, ich will nichts abhaben von dem Geschenk, das Frank mitgebracht hat.“
„Für dich ist das immer noch Herr Steiner.“
„Lass mal, Nils, dieses blöde Sie habe ich ihm vorhin schon an der Haustür ausgetrieben. Das ist schon ok.“
„Na wenn du meinst, ich habe nichts dagegen, wenn du das gern so haben möchtest …“
„Ich finde es irgendwie blöd, wenn mich ein junger Kerl mit Sie anspricht, nur weil ich ein Kollege seines Vaters bin.“
„Ist schon ok. Erzähl mir lieber, wie es heut bei Benny war und was er zu dem Köter gesagt hat.“
Frank berichtete dann von seinem Besuch bei Benny und seiner Mutter und wie wohlwollend der Hund aufgenommenwurde. Nils zeigte sich ganz zufrieden mit Franks Bericht und begann jetzt, den inzwischen heißen Grill mit allerlei köstlichenSteaks zu belegen. Seine Frau und Roman deckten den Tisch. In dem Moment tauchte auch der andere Sohn von Nils auf. Patrick hatte ein recht hübsches Mädchen im Arm und beide begrüssten Frank auch freundlich. Die beiden waren am See zum Baden und wollten später noch ins Kino.
Als dann alle am Tisch saßen und sich den Bauch vollschlugen, entging es Frank natürlich nicht, dass Roman ihn immer wieder mit schnellen Blicken musterte und ab und an trafen sich so auch ihre Blicke. Für Frank war das zunächst etwas unangenehm, denn er konnte das nicht so ganz genau einordnen. Wollte der etwa etwas von ihm? Alles deutete scheinbar darauf hin. Sofort erinnerte er sich an die Worte von Nils, der hatte letztens ja gesagt, dass sein älterer Sohn vermutlich eher nach ihm käme … Aber er könnte ja nicht mit dem Sohn seines Kollegen etwas anfangen, noch dazu, weil der umfassend über das Verhältnis zu Benny informiert war. Aber irgendwie waren Romans Zeichen eindeutig. Frank beschloss deshalb, die Sache einfach mal so zu nehmen wie sie ist. Er würde das aber auf keinen Fall intensivieren.
Eine Stunde später brach Patrick mit seiner Freundin ins Kino auf. Zu Franks Überraschung schloss sich Roman den beiden an, das hatte er so jetzt nicht erwartet, war aber recht froh darüber. Wer weiß, was sonst noch passiert wäre. In der allgemeinen Aufbruchsstimmung gelang es Roman, von den anderen unbemerkt, Frank ein Kärtchen zuzustecken. Der ließ es auch sofort in seiner Gesäßtasche verschwinden.
Der weitere Abend verlief dann noch sehr gemütlich. Der wirklich gute Rotwein versetzte Nils in eine genüssliche Stimmung und er plauderte mit Frank sehr locker über die berufliche Zukunft, die er für Frank in Potsdam sah. Es gab keinen Zweifel, Nils wollte Frank unbedingt in seinem Team haben.
Auf Gran Canaria hatte sich Pascal1inzwischen wieder häuslich bei seinen Großeltern eingerichtet. Sein Opa hatte ihn wieder am Flughafen abgeholt. Jetzt, bei seinem zweiten Besuch, konnte er etwas lockerer mit der Situation umgehen. Die Gefahr für ihnhatte sich ziemlich verringert. Er ging auch davon aus, dass er in zwei Wochen zurück konnte und der ganze Fall bis dahin abgeschlossen sei. Zumindest hatte ihm Robert das so in Aussicht gestellt. Auch David Schneider vom Landeskriminalamt hatte ihm das so bestätigt. Das Einzige was er schade fand, Robert würde jetzt nicht noch einmal herkommen können. Seine Oma riss ihn aus den Gedanken und überraschte ihn damit, dass sie ihm eröffnete, sie würden zusammen einige Tage nach La Gomera fahren. Ein befreundetes Paar besitzt dort ein Ferienhaus und hat sie für einige Tage eingeladen. Natürlich hatte er schon mal was von dieser kleinen und verträumten Insel gehört und ihm war auch klar, dass sie mit einem Fährschiff fahren würden. Das musste er dann auch gleich Robert berichten, mit dem er am Abend wieder lange telefonierte.
Gegen 23:30 Uhr brach Frank bei Familie Berger auf und fuhr mit dem Taxi zum Hotel in die Innenstadt. Der Rotwein hatte ihn leicht angeheitert, müde war er aber noch nicht. Er überlegte, ob er noch etwas trinken gehen soll, auf sein Hotelbett hatte er jetzt keinen Bock. Vor dem Hotel zahlte er das Taxi und stieg aus. Dann traute er seinen Augen kaum, da stand doch tatsächlich Roman, der schien offensichtlich auf ihn gewartet zu haben. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet und er wusste nicht, ob ihm das jetzt auch so gefällt.
„Überraschung!“, rief Roman ihm zu.„Ja, das kannst du aber laut sagen. Ich gehe mal davon aus, dass das kein Zufall ist, oder?“„Nein, Zufall ist das keiner. Ich muss unbedingt mit dir reden. Gehen wir noch was trinken?“„Musst du nicht früh raus?“„Nein, morgen nicht.“„Ok, dann lass uns noch was zusammen trinken.“
Drei Minuten später saßen sie zusammen in dem Straßencafé, in dem Frank schon letztens gesessen hatte. Sie genehmigten sich wieder einen Rotwein und Frank war gespannt, was jetzt kommen würde. Dieser Roman war ein echt reizvoller Kerl, da gab es keine Frage. Nur war er eben leider der Sohn seines Kollegen und vielleicht schon bald sogar von seinem Vorgesetzen.
„Frank, es ist dir ja kaum entgangen, dass du michfaszinierst, schon seit deinem ersten Besuch bei uns. Ich konnte die ganze Woche an nichts anderes denken, du gehst mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.“„Roman, das ist mir heute wirklich aufgefallen. Nur bist du der Sohn meines Kollegen und guten Freundes Nils Berger.“„Was hat das denn damit zu tun? Es geht doch hier nicht um meinen Vater, es geht einzig und allein um mich.“„Auch wenn ich zugeben muss, dass du ein sehr attraktiver Kerl bist und eigentlich ziemlich in mein Beuteschema passt. Das können wir doch nicht bringen, wie soll das gehen? Dein Vater erschlägt mich, noch dazu, dass er auch meinen Freund kennt.“
„Ich weiß, er hat dieser Tage was erzählt von der ganzen Sache. Sicher auch deshalb, weil er weiß, dass ich auf dich abfahre.“„Er weiß, dass du was für mich empfindest?“„Ja, ich habe wohl zu oft von dir gesprochen und auch gefragt, wann du mal wieder zu Besuch kommst.“„Spinnst du, das ist doch erst recht auffällig.“„Was soll ich machen, er ahnt es eh schon, dass ich auf Kerle stehe und irgendwann wird auch mal einer mit mir zusammen am Frühstückstisch sitzen. Lange kann und will ich da keine Rücksicht mehr drauf nehmen. Dagegen sagen kann er ja sowieso nichts.“„Dein Vater weiß es ja auch von mir und ich bin auch nicht der einzige im Präsidium, er hat nie etwas Ablehnendes gesagt, im Gegenteil, er ermuntert mich ständig zu Benny zu stehen.“„Ich sag‘s ehrlich wie es ist. Ich habe mich in dich verliebt.“„Du solltest dir jemand in deinem Alter suchen und keinen, der minimal 12 Jahre oder gar noch älter ist. Ich schätze dich auf 22, maximal 23.“„Passt, ich werde bald 23. Aber ich stehe nicht auf diese Bubis in meinem Alter, die haben doch alle nichts drauf. Ich will was Reifes und was Festes, einen, der weiß, wie das Leben geht.“„Zumindest weißt du scheinbar, was du willst. Nur hast du dir den Falschen ausgesucht … es gibt doch auch noch andere reife Kerle hier.“„Dieser Benny und du, da sind doch auch 10 Jahre dazwischen, wenn ich das richtig verstanden habe.“„Das stimmt. Aber für eine richtige Beziehung sind 10 Jahre bei mir auch das Maximum und die Erfahrung zeigt ja, das kann schon zu viel des guten sein.“„Das sehe ich anders.“„Wo und wie hast du dich denn bisher ausgelebt?“„Naja, mit dem einen oder anderen in meinem Alter natürlich schon, und auch oft mit reifen Kerlen. Ich habe schon vieles probiert und gemerkt, die jüngeren liegen mir nicht. Zumindest wenn es um mehr als um nur mal bumsen geht.“
„Was machst du denn beruflich, ich weiß ja überhaupt nichts von dir. Außer, dass du gern mit Älteren rumvögelst.“
„Ich bin Sportstudent, zumindest nebenher. Im Grunde bin ich Leistungssportler, Schwimmer.“
„Ahja, das erklärt zumindest deine Topfigur. Kannst du denn davon leben?“
„Nein, nur davon kann ich nicht leben. Da muss man schon international in der Spitze sein, da bin ich leider nicht. Mein Vater ist im Moment mein Hauptsponsor.“
„Was heißt im Moment?“
„Na ja, ich habe auch mal zwei Jahre ein bisschen Escort gespielt. Aber das will ich nicht mehr machen, das war schon sehr ernüchternd und auch oft erniedrigend.“
„Ups, du hast als Escort gearbeitet, unglaublich … das Thema hatte ich letztens mit deinem Vater, das konnte er gar nicht nachvollziehen.“
„Das kann ich mir vorstellen, da hat er eine Schranke im Kopf. Aber es ist nicht so, wie du dir das vielleicht vorstellst. Ich habe das nur zwei- oder dreimal im Monat gemacht, um die dringendsten Engpässe zu überwinden. Und immer nur mit Leuten, die ich kenne, oft auch nur als Abendbegleitung. Nicht immer mit Sex. Der Markt ist aber ziemlich klein, die meisten wollen was ganz junges, maximal bis zwanzig und meistens auch nur zum ficken.“
„Das kenne ich, was blutjunges zum ficken hatte ich auch schon oft. Letztens saß ich auch hier und da kam auch einer, der etwas TG brauchte.“
„Schau an, also bedienst du dich auch beim Escort. Da staune ich aber.“
„Nee, normal nicht. Fürs ficken noch bezahlen, das ist sehr, sehr selten. Ich krieg die Jungs eigentlich auch so in die Kiste.“
„Das wollte ich doch wohl meinen. Aber letztens hast du trotzdem bezahlt?“
„Ja. Aber nur, weil ich rattenscharf war und keine Lust hattezu suchen. Man hilft ja auch gern mal etwas, wenn man kann.“
„Und was machen wir beide jetzt aus der Situation? Also, ich würde heut gern mit dir schlafen, kannst mich ja mal ausprobieren. Vielleicht gefällt es dir ja sogar, wer weiß. Natürlich ohne TG, rein aus Zuneigung.“
„Auf was stehst du denn überhaupt? Also ich meine, wenn es um Sex geht.“
„Bei dir geht’s mir ja nicht nur um reinen Sex, aber es wäre besser als nichts. Es wäre zumindest mal ein Anfang. Und stehen tu ich auf so ziemlich alles. Speziell auf lecken, blasen, küssen. Und beim ficken, da lieg ich zu 90% schon ganz gern unten.“
„Das würde ja sogar passen, ich liege ganz gern oben. Allerdings, das will ich dir auch gleich sagen, ich bin etwas reichlich bedacht worden, als es um die Verteilung der Schwänze ging.“
„Da bin ich zwar auch ganz gut bei weggekommen, aber noch besser kam ich bei der Verteilung der Knackärsche weg.“
„Das klingt interessant. Zumindest hast du schon mal eins geschafft, mich jetzt so richtig geil und neugierig zu machen.“
„Das freut mich. Ich könnte es aber auch verstehen, wenn du nein sagst, du warst ja heute auch schon bei diesem Benny.“
„Ja, da war ich. Aber an Sex ist mit ihm im Moment noch nicht wieder zu denken, das braucht noch seine Zeit.“
„Na dann gibt’s ja auch keinen Grund für ein nein …“
„Der einzige Grund wäre dein Vater.“
„Das kann man ja auch ausblenden. An den denkst du garantiert nicht mehr, wenn wir erst mal bei der Sache sind.“
„Gut, dann lass es uns heute tun, aber unter der Bedingung, dass du da nicht zu viel rein interpretierst und es akzeptierst, dass es mir rein um das sexuelle Erlebnis mit dir geht.“
„Akzeptiert. Es ist, wie schon gesagt, besser als nichts.“
Frank winkte dem Kellner, bezahlte und ging dann mit Roman in sein Hotel. Auf dem Weg schwor er sich, keine Gefühle für dieses Schnuckelchen zu entwickeln, egal was dann gleich passieren würde. Zumindest kam er so heute noch zu einem Fick, das war ihm im Moment das Wichtigste. Und wenn der wirklich einen so geilen Knackarsch hätte wie er vorgab, umso besser. Er stand ja auf Knackärsche und auch auf solche geilen und gutaussehenden Jungs. Die grösste Sorge war, dass sich Roman davon mehr erhoffte, als er selber im Moment von ihm wollte.
Kaum, dass sich die Lifttür geschlossen hatte, griff ihm Roman zwischen die Beine und drückte seine Lippen auf die seinen. Das gefiel ihm. Der Junge ging gleich richtig in die vollen und war heiß wie sonst was. Und im Handumdrehen war sein Lümmel auch schon steinhart.
Frank drückte die Zimmertür zu. „Du gehst ja ganz schön ran mein Lieber, sieht nach Notstand aus.“
„Nee, Notstand habe ich eigentlich keinen, nur ein ganz dringendes Verlangen nach dir.“ Und dabei fing er auch schon an, seine Klamotten von sich zu werfen.
„Dein Verlangen kann gestillt werden, keine Sorge. Ich nehm dich ran, dass dir hören und sehen vergeht.“
„Tu dir nur keinen Zwang an, ich kann einiges ab.“
Und dann stand Roman, nur noch mit einem knappen Slip bekleidet, an der Tür zum Bad. Frank war hellauf begeistert. Was er sah, war eine blendende Figur und vor allem sah er jetzt auch, das mit dem Knackarsch war wirklich nicht gelogen.
„Ich bin in drei Minuten wieder da, mach dich schon mal bereit für mich.“ Dann verschwand er im Bad.Frank zog sich aus und legte sich aufs Bett, seine Latte ragte steil zur Decke. Ihn plagte ganz kurz ein leicht schlechtes Gewissen. In wenigen Minuten würde er den Sohn seines Chefs ficken, in welche Situation würde er sich da mal wieder bringen ... Dann hörte er auch Roman schon aus dem Bad kommen und er verdrängte sofort alle Bedenken in die allerletzte Ecke seines Gewissens. Ihm war klar, wenn er ihn nicht fickt, dann fickt ihn heut vielleicht ein anderer. Das konnte er ob des Anblicks, der sich ihm jetzt bot, auf gar keinen Fall zulassen.Roman legte sich ganz dicht neben ihn und begann ihn sofort zu küssen. Seine Hände wanderten umgehend zu Franks Schwanz und begannen mit der Massage. Frank schob sich halb auf Roman und tat es ihm gleich. Ihre Zungen wurden immer fordernder und ihre Körper verschmolzen zu einem wilden Knäul. Was auf den ersten Blick wie ein Kampf auszusehen schien, das war einfach nur wildes und unbändiges Verlangen nacheinander.In einer ersten Atempause meinte Frank dann: „Du gehst ja ab wie die Feuerwehr. Was soll das nur für eine Nacht werden.“„Ich habe dir doch deutlich zu verstehen gegeben, ich will dich mit Haut und Haaren, mit allen drum und dran. Ich willeinfach, dass wir es so richtig krachen lassen.“„An mir soll es nicht liegen, ich bin dabei.“„Tagelang habe ich immer nur davon geträumt, heute ist es endlich Realität. Jetzt kommst du mir nicht mehr davon.“„Wer sagt denn, dass ich davon kommen will, ganz im Gegenteil.“
Und schon versanken beide wieder ineinander…
Eine halbe Stunde später hatte Roman wiederholt seine Lippen verlangend über Franks Kolben geschoben. Zweimal hatte sich Frank ihm schon entzogen, weil er fast abgespritzt hätte. Doch jetzt sah er keine Chance mehr, es ein drittes Mal zu tun, er drohte fast zu explodieren und ihm war klar, der Saft musste raus.
„Ich komme“, hauchte er gerade noch rechtzeitig. Dann schoss auch schon ein heißer Strahl über Romas Gesicht und in dessen Haare. Fast gleichzeitig ergoss auch der sich auf Franks Oberkörper. Nach einigen Sekunden der Erholung kam Roman hoch und sie küssten sich unendlich lange und intensiv.
„Ich hoffe, der erste Teil war so ok für dich?“, erkundigte sich Roman.
„Ja, durchaus. Im blasen bist du sehr gut, das kann ich dir uneingeschränkt bescheinigen.“
„Danke. Beim ficken auch, das wirst du ja hoffentlich auch gleich noch erleben.“
„Warten wir erstmal ab, wie deine Kimme auf meinen Schwanz reagiert.“
„Zugegeben, das ist zwar ein ganz schönes Monster, aber ich freue mich drauf. Sowas bekommt man ja nicht allzu oft geboten. Müsstest mich nur gut feucht lecken, oder hast du hier zufällig auch Gleitgel?“
„Natürlich lecke ich dich gründlich, keine Sorge, mein Freund. Gib mir noch zehn Minuten, dann bin ich wieder voll einsatzbereit.“
„Ich liebe so potente Männer.“
„Und ich liebe so geile Jungs.“„Darauf baute ich ja auch.“
„Du bist mir schon einer!“
„Was denn für einer?“
„Ein sehr begehrenswerter Typ und nicht nur sehr hübsch, auch dein angekündigter Knackarsch ist echt verführerisch. Soeinen bekommt man auch nicht aller Tage angeboten. Da kann man ja fast nicht nein sagen …“
„So einen schönen hat dieser Benny sicher nicht.“
„Erstens ist das nicht dieser Benny, sondern mein Benny und zweitens hat er auch einen sehr schönen Hintern, da nehmt ihr euch nicht sehr viel.“
„Ok, lassen wir das Thema lieber. Ich will ja dich und nicht den anderen.“
Frank kniete zwischen Romans Beinen. Der hatte seinen Hintern schön in die Luft gestreckt und ließ sich von ihm genüsslich lecken. Er spürte Franks Zunge ganz intensiv an der Pforte und stöhnte, was das Zeug hielt. Es war ja nicht das erste Mal, dass er ordentlich geleckt wurde, aber so geil war es bisher noch nie, zumindest empfand er das jetzt so. Und er war schon sehr gespannt, wie er mit Franks dicker Eichel zurechtkommen würde. Er konnte sich nicht erinnern, so ein Ding schon mal gesehen, geschweige denn in sich gehabt zu haben. Aber er wollte ihn unbedingt spüren, dessen war er sich sicher. Und möglichst nicht nur einmal und auch nicht nur heute.
Frank war in voller Kampfbereitschaft, er wollte jetzt endlich in diesen geilen Arsch eindringen. Er legte sich Roman passend zurecht, zog sich ein Kondom über und setzte dann auch sofort an. Als er eindrang und die dicke Eichel zunächst noch behutsam durch das Tor presste, wurden Romans Augen immer größer. Erst holte der zweimal tief Luft und stieß dann einen sanften, langgezogenen Schrei aus. Es war irgendetwas zwischen Schmerz, Lust und unkontrollierter Geilheit. Aber genau das machte Frank nur noch geiler und wilder.
Keine fünf Minuten später gab Frank alles. Er drosch seinen Lümmel regelrecht in den Jungen, der sich mit den Fingern in seinen Rücken krallte und vor Wollust tierisch stöhnte. Er kam ihm auch immer intensiver entgegen, sodass jetzt kein Millimeter von Franks Latte mehr verschenkt wurde. Das gefiel Frank, der Kleine hatte nicht zu viel versprochen, der ging jetzt so richtig ab.
Frank schaffte es dann nicht mehr, sich das Kondom noch abzustreifen, er schoss seinen Orgasmus in den Latex. Eigentlich wollte er ihn auf Romans Körper verteilen, doch das gelang ihm nicht. Er war derart aufgegeilt, dass er ihn viel zu spät aus demKleinen gezogen hatte. Aber dessen Bauch war von seinem eigenen Schuss, er war schon eine Weile vor Frank gekommen, eh schon reichlich nass.
Frank sank völlig ausgepowert auf den schlanken, aber recht muskulösen Körper nieder und sie küssten sich innig.
„Mann, war das geil, unglaublich. So hat es mir noch keiner besorgt. Das war gigantisch. Das glaubt mir kein Mensch.“
„Du musst es ja keinem erzählen“, lachte Frank ihn an.
„Ganz sicher nicht, sonst stehen sie hier vielleicht noch Schlange und ich muss mich dann hinten anstellen.“
„Du hättest natürlich den Vortritt, keine Sorge. Solche geilen Knackärsche kann man ja nicht anstehen lassen.“
„Frank, darf ich heute hier bei dir schlafen?“
„Ja, das darfst du. Ich kann dich ja jetzt nicht in die dunkle Nacht schicken. Es ist ja schon fast zwei Uhr.“
„Danke. Dann können wir es vor dem Aufstehen ja noch mal krachen lassen, wenn du willst.“
„Und ob ich will … vielleicht halte ich es auch gar nicht so lange aus … vielleicht wecke ich dich ja auch in zwei Stunden …“
„Von mir aus, ich kann auch vier Uhr morgens.“
„Du musst ja zum Glück nicht früh raus.“
„Nein, ich habe ein paar Tage Urlaub.“
„Ok, dann können wir ja bis gegen acht Uhr im Bett bleiben. Ich muss aber um neun Uhr im Präsidium sein.“
„Das passt doch wunderbar. Dann kannst du mich in aller Ruhe vorm Frühstück noch mal drannehmen.“
„Worauf du dich verlassen kannst. Gehen wir noch duschen, jetzt?“
„Wäre fast sinnlos, es kommt ja noch was dazu später. Und außerdem riecht es jetzt so richtig geil nach Mann.“
„Stimmt, ich habe jetzt auch keinen wirklichen Bock auf so viel Wasser.“
„Dann lieber schlafen, erholen und schön auftanken.“
Eng umschlungen und nach einigen weiteren Kussattacken schliefen beide dann später tief und fest ein.
Als Frank erwachte und zur Uhr sah, war es ziemlich genau 07:30 Uhr. Er räkelte sich vorsichtig, denn Roman hatte immer noch den Arm auf seinem Bauch liegen. Er betrachte den jungen Kerl und fühlte etwas, wovon er noch nicht so genau wusste, was eswar. War es etwa schon Zuneigung oder nur ein Wohlgefühl? Oder einfach die Vorfreude auf eine weitere schöne Nummer am Morgen mit diesem echt tollen Typ. Würde das alle Lebensgeister endgültig wecken? Er wusste es selber nicht.08:15 Uhr standen sie zusammen unter der Dusche und waren beide schon wieder steif.
„Du hast aber auch einen richtig geilen Schwanz, Roman, viel zu schade, um ihn nicht selber öfter einzusetzen.“„Ab und zu kommt der schon zum Einsatz, aber halt nicht so oft wie mein Hintern.“
„Und wann setzt du ihn dann ein?“
„Wenn ich es dir sagen würde, dann würdest du es mir vermutlich eh nicht glauben.“
„Und warum sollte ich es dir nicht glauben?“
„Einer ist ganz heiß auf die Latte, rate mal wer?“
„Dann müsste ich den ja kennen, oder?“
„Den kennst du auch, zwar nur flüchtig, aber du kennst ihn. Und ich weiß, dass er dir auch gefällt.“
„Sag jetzt nicht … nein, das glaub ich nicht. Der hat doch eine Freundin, oder täusche ich mich?“
„Genau der. Mein kleiner Bruder ist bi und will ab und zu mal was hinten drin haben.“
„Und dann nimmst du ihn dir vor.“
„Ja, ein oder zweimal im Monat bestimmt.“
„Darauf wäre ich nie gekommen, dass dein kleiner Bruder bi ist und sich von dir vögeln lässt.“
„Ist aber so.“
„Und umgekehrt?“
„Nee, da läuft nichts. Seinen Pimmel schiebt er nur in seine Freundin. Er hat auch nur einen kleinen. Einmal haben wir es versucht, aber ihm hat das nicht so gefallen.“
„Das ist kein Einzelfall, ich kenne viele, die genauso sind. Aktiv nur Weiber, aber immer mal wieder Schwanzgeil.“
„Ich weiß, einer meiner Stammtypen ist auch so. Verheiratet, zwei Kinder und wenn er einmal im Monat hier ist, dann sind wir oft zusammen. Allerdings ist der generell nur aktiv, braucht aber zwischendrin immer mal einen Bengel im Bett.“
„Wie alt ist der?“
„Auch so Mitte dreißig, Italiener und so was von potent … da geht die Post auch so richtig ab. Und, er lässt sich nichtlumpen, 200 sind da minimal immer drin. Zuzüglich nobel essen gehen und guter Wein dazu.“
„Und dein Vater hat keinen blassen Schimmer, was du so alles treibst?“
„Weiß ich nicht, er fragt zumindest nicht nach, wenn ich mal nicht zu Hause schlafe.“
„Bist ja auch erwachsen genug.“
„Genau. Und wenn wir im Trainingslager sind, dann bin ich ja auch nicht zu Hause, also was solls.“
„Apropos Trainingslager, läuft da auch manchmal was? Ich meine, wenn da so eine Horde knackiger Bengel unterwegs ist …“
„Ja, ab und zu schon. Aber nicht so oft. Das ist mehr geile Rumspielerei, zusammen wichsen und auch schon mal küssen, aber so richtige schwule Sessions nicht.“
„Interessant. Aber so langsam muss ich mich jetzt mal sputen. Frühstücken wir noch zusammen?“
„Ich denke, ich hau dann besser gleich ab, man muss uns ja nicht unbedingt zusammen sehen, man weiß ja nie, wer da so alles rumsitzt. Ich würde dich gern noch ein bisschen als mein Geheimnis haben.“
„Das ist auch ok so. Deine Einstellung gefällt mir.“
„Sehen wir uns nochmal diese Woche?“
„Kann ich noch nicht sagen, wird eine harte Woche und ich weiß noch nicht, was alles auf mich zurollt. Wir können ja Kontakt halten.“
„Krieg ich deine Nummer? Meine hast du ja schon.“
„Ja klar. Am besten ist, wenn ich dir später eine Sims schicke, dann hast du sie.“
„Perfekt. Was ist mit dem Wochenende bei dir?“
„Da wollte ich eventuell Benny abholen, er muss am nächsten Montag zur Nachuntersuchung nach Berlin. Da wollte ich ihn eigentlich hinbringen.“
„Wollte und eigentlich? Das soll heißen, sicher ist das alles noch nicht …“
„Nein, wir wollten dieser Tage noch drüber reden. Kommt drauf an, wie es ihm geht. Das ist eben alles etwas schwierig im Moment.“
„Kannst ja ein Signal geben, wenn du mehr weißt und vielleicht doch Zeit für mich hast.“
„Du wirst es erfahren, versprochen.“
Eine Woche voller Überraschungen
Kurz nach 09:00 Uhr betrat Frank das Präsidium. Roman war nach dem Duschen wirklich gleich gegangen und er war dann noch ganz schnell frühstücken gewesen. Gleich würde er Nils gegenüberstehen und es plagte ihn ein schlechtes Gewissen, er hatte die Nacht mit dessen Sohn verbracht und sich mit ihm fast die Seele aus dem Leib gevögelt … Er hatte keine Ahnung, wie das weitergehen sollte und vor allem, ob überhaupt.
Roman Berger ging vom Hotel aus direkt in den Imbiss um die Ecke und genehmigte sich jetzt auch ein kleines Frühstück. Er war sehr zufrieden mit seiner Eroberung. Das hatte gut funktioniert. Sein Plan war also mal wieder aufgegangen, er hatte diesen Frank echt verführt. Und es hatte sich wirklich gelohnt, er hätte die ganze Welt umarmen können. Jetzt musste er es nur noch schaffen, ihn für sich einzunehmen. Ihm war klar, das würde eine reine Geduldsfrage.
Ein ganzes Stück südlich von Potsdam alberte Benny mit seinem neuen Hund Strolch durch die Wohnung. Er hatte geduscht, gefrühstückt und sich sommerlich angezogen. Es sollte ein wunderschöner Sommertag werden und er hatte beschlossen, mit Strolch am Vormittag einen Spaziergang zu machen. Am Nachmittag wollte er dann an den Badesee mit ihm. Und da er ja noch kein Auto hatte, seins war noch immer verschwunden, blieb ihm dazu vorerst nur das Rad.
Er überlegte, ob er nicht mit Strolch mal nach Woltersdorf laufen sollte. Er müsste sich anstandshalber auch mal bei diesem Ralf melden. Querfeldein war das gar nicht so weit. Natürlich hätte er den auch im Chat kontaktieren können, doch nach chatten ist es ihm seit dem Vorfall nicht mehr gewesen. Sein letzter Login war an diesem verhängnisvollen Tag gewesen.
Eine gute Stunde später stand er vor dem Haus, in dem Ralf wohnte. Er klingelte und wartete. Als er gerade ein zweites Mal klingelt wollte, summte der Türöffner.
Ralf stand staunend an der offenen Wohnungstür und sah ihn sehr überrascht an. Strolch machte sich sofort lautstarkbemerkbar, was Ralf scheinbar noch mehr in Staunen versetzte.„Mensch Benny, du, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Und dazu auch noch in so netter Begleitung.“„Hallo, Ralf. Ich dachte, ich besuche dich mal, ich glaube, ich muss dir einiges erklären.“
„Komm doch erstmal rein, ich bin froh, dich zu sehen. Nachdem, was ich von deinem Polizist letztens hörte, war ich ganz schön in Sorge um dich.“
„Ich erzähle dir gleich alles, auch wenn du es vielleicht nicht glauben kannst. Aber ich war in der Hölle.“
Ralf hatte inzwischen Kaffee gemacht und sie saßen im Wohnzimmer. Benny erzählte ihm die ganze Geschichte in groben Zügen und der staunte Bauklötze. Benny hatte fast nichts weggelassen und ihm kamen immer mal wieder die Tränen. Auch Ralf hatte ab und zu feuchte Augen, zu unglaublich klang das alles für ihn. Er schüttelte immer wieder mit dem Kopf und brachte ab und zu nur ein „Wahnsinn“ hervor.
„Unglaublich! Und wie soll das jetzt alles weitergehen?“, hakte Ralf dann nach.„Ich weiß es selber nicht. Ich werde wohl noch einige Zeit brauchen, bis sich das alles zumindest etwas gesetzt hat. Ich komme mir vor, als wäre ich nach einem ganz bösen Traum gerade erst erwacht.“
„Bist du in Behandlung, auch psychologisch?“
„In Behandlung bin ich. Ich muss am Montag wieder zur Untersuchung nach Berlin. Dann werde ich vermutlich sehen, was noch nötig ist und wie es weiter geht. Ob ich einen Seelenklempner brauche, das entscheidet sich noch. Da muss ich auf den Rat der Ärzte vertrauen.“
„Und dein Polizist, was meint der? Ihr seid doch noch zusammen, oder?“
„Ja, wir sind schon noch zusammen, irgendwie schon. Ich weiß es selber nicht so genau. Er ist ja auch fix und fertig deswegen und er macht sich auch viele Vorwürfe. Nur, er kann ja gar nichts dafür, ich alleine war doch der Idiot.“
„Und der Hund, hattest du den schon immer?“
„Nein, den hat mir Frank geschenkt. Gestern, als er mich besucht hat.“
„Die Idee finde ich ja richtig klasse. Das lenkt dich sicherauch etwas ab.“
„Und beschäftigt mich.“
„Benny, wenn du etwas brauchst oder reden möchtest, du kannst jederzeit zu mir kommen. Wir können auch was zusammen unternehmen, du meldest dich einfach, wenn du Bock hast. Und ich meine das jetzt auch ganz ohne irgendwelche Hintergedanken oder so.“
„Danke, Ralf. Ich habe es schon so verstanden, wie du es gemeint hast. Auf den Rest, auf das, was ich hätte falsch verstehen können, darauf habe ich im Moment eh keinen Bock.“
„Das ist mir schon auch völlig klar.“
„Danke, dass du mir zugehört hast.“
„Das ist doch selbstverständlich. Da gibt’s doch nichts zu danken. Ich muss mich bei dir für das Vertrauen bedanken.“
„Ok, dann mach ich mich mal wieder auf den Weg. Komm, Strolch, ab nach Hause.“
Im Potsdamer Polizeipräsidium diskutierten Frank und Nils über das weitere Vorgehen und was alles auf der Agenda der nächsten Tage steht und das war eine ganze Menge.
Mittendrin, völlig aus dem Nichts heraus, fragte Nils Berger plötzlich: „Ich nehme an, dass du gestern gut nach Hause gekommen bist und den restlichen Abend noch gut verbracht hast.“„Ja, danke der Nachfrage. Wie kommst du jetzt darauf?“„Nur so, weil ich dich bisher nicht danach gefragt hatte.“„Alles in bester Ordnung.“„Na prima. Dann mal weiter im Text. Hast du schon die Vermisstendaten bekommen?“„Nein, noch nicht. Aber Martina hat mir die für heute gegen Mittag angekündigt. Es scheint da eine ganze Menge zu geben, mehr als gedacht.“„Gut und auch nicht gut.“„Das sehe ich auch so. Ich hoffe, es besteht kein Zusammenhang zwischen den Jungs, die verbundene Augen hatten, und denen ohne Augenbinde, und dieser Vermisstendatei.“„Du meinst, dass die, die ihre Peiniger sehen durften, da drin auftauchen könnten.“„Genau. Nur wer niemanden sehen konnte, der kann auch keinen identifizieren oder wiedererkennen …“„Hör auf, mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken.“„Mir auch. Nur müssen wir mit allem rechnen. Leider.“„Meine Hoffnung ist ja immer noch die, dass sie nur denen aus Deutschland die Augen verbunden haben und den Ausländern nicht. Zumindest wäre das eine Möglichkeit.“„Hoffen wir mal, dass es auch so ist. Aber irgendeiner vom Personal müsste das vielleicht auch wissen. Viktor redet ja nicht mit uns, dieser Noah stellt sich dumm und der Gorilla hat die Zunge auch noch verschluckt. Da müssen wir unbedingt noch mal ran, es hilft alles nichts.“„Ja klar. Einer von denen muss doch da mehr wissen. Für Mittwoch sind alle Angestellten schon in die Villa bestellt, da geht ein Expertenteam noch mal gründlich durch und nimmt sich auch das gesamte Gelände vor. Wir bekommen da Schützenhilfe von Spezialisten aus Berlin und Frankfurt. Der ganze Laden wird bis Samstag auf den Kopf gestellt.“„Und wenn wir da nichts erfahren, dann knöpfen wir uns den Noah und den Gorilla noch mal vor.“„Genauso machen wir es. Wenn die Daten da sind, machst du dich sofort drüber. Am besten du druckst dir alle Fotos aus, da kannst du sie besser vergleichen.“„Die du von Silberlocke hast, die habe ich am Freitag schon alle ausdrucken lassen.“„Perfekt.“„Ich fühle nachher diesem Mario Keller nochmal auf den Zahn und anschließend seinem Kumpel Jürgen Weber. Vielleicht wissen die ja mehr, als wir bisher dachten.“„Ok, dann werde ich mich mal den restlichen Dingen widmen, wir haben ja noch ein paar andere Baustellen hier zu bearbeiten. Du findest mich mit der Truppe den ganzen Nachmittag im Beratungsraum, für den Fall, dass es was Wichtiges gibt.“„Alles klar, Nils. Bis später dann.“
Als Nils gerade aus dem Zimmer war, klingelte Franks Telefon. Seine Kollegin Martina aus Brandenburg teilte ihm mit, dass ein Kurier mit den gewünschten Daten auf dem Weg nach Potsdam sei. Sie habe gleich schon mal alle Fotos ausdrucken lassen, damit er besser damit arbeiten könne. Frank wusste, auf Martina war eben 100% Verlass, die dachte immer mit. Irgendwie vermisste er sie hier. Nach dem Gespräch begab er sich auf denWeg ins Untersuchungsgefängnis, um den Keller und seinen Kumpel zu verhören. An der Wache gab er noch Bescheid, dass ein Kurier aus Potsdam später etwas für ihn abgeben würde und er das am Nachmittag dann abholt.
Benny war inzwischen mit Strolch wieder zu Hause und er fühlte sich ziemlich schlapp. Der Spaziergang nach Woltersdorf und zurück hatte ihn ganz schön geschlaucht. Und auch Strolch schien etwas breit zu sein, zumindest lag er, alle Viere von sich gestreckt, auf dem Teppich. Er beschloss, sich ein Baguette zu machen und sich dann etwas hinzulegen. Das mit dem Badesee hatte ja Zeit und das könnte er auch morgen noch machen. Er spürte, dass er sich mit dem bisherigen Tagesprogramm scheinbar doch etwas übernommen hatte.Schweißgebadet schreckte er von seiner Couch hoch. Hatte er im Schlaf geschrien? Irgendwie war ihm so. Auch Strolch stand mit wedelndem Schwanz vor ihm und bellte.
Natürlich hatte er wieder Albträume, er wusste ganz genau, was ihn wieder eingeholt hatte. Er fühlte sich schlapp und beschissen und ihm war zum kotzen. Er schlug sich mit den Fäusten gegen die Schläfen und fragte sich, ob das denn nie aufhören würde. Dann zog er sich aus und ging ins Bad, er musste sich dringend duschen.Am Abend müsste er dringend Frank anrufen. Er wusste, er brauchte Hilfe, vielleicht sogar professionelle Hilfe. Frank würde sicher wissen, was zu tun ist. Er hatte ihm ja auch angeboten, dass er übers Wochenende zu ihm kommen kann und er wollte ihn am Montag auch zur Untersuchung nach Berlin bringen. Er würde das auch sehr gern so annehmen, das würde er ihm heute auch gleich sagen.
Auf Gran Canaria packte Pascal eine kleine Reisetasche für den Ausflug nach La Gomera. Zu seiner Überraschung gab es gar keine direkte Fähre von Las Palmas nach La Gomera. Sie mussten zunächst nach Teneriffa übersetzen, dann mit dem Taxi den Hafen wechseln und mit einer weiteren Fähre ging es dann endlich nach San Sebastiánde, La Gomera. Aber letztlich war das gar kein großes Problem, das Ganze würde nur etwa vier Stunden dauern, meinte sein Opa. Man hätte auch mit dem Inselhüpfer rüberfliegen können, aber dann sähe er ja fast nichts von den Kanaren.
„Nur vier Stunden, kann das denn sein?“„Ja, es ist genau eine Stunde von Agaete nach Teneriffa, Los Christianos. Dann müssen wir vom Norden in den Süden, das dauert fast 20 Minuten und vom Hafen San Sebstián fährt das schnelle Schiff nur 40 Minuten.“„Das wird bestimmt schön, ihr werdet schon wissen, was am besten ist.“„Ja, und wir haben auch Zeit, wir sind ja nicht auf der Flucht.“„Na ein bisschen schon …“ gab Pascal scherzend dazu.„Entschuldige, mein Engel, das wollte ich nicht.“„Ach was, Oma, war doch lustig.“„Aber unbedacht von mir.“„Ich habe kein Problem. Fahren wir dann mit dem Auto nach Agaete?“„Ja, neun Uhr fahren wir morgen los. Elf Uhr legt die Fähre ab und 14:40 Uhr sind wir am Ziel. Das Auto parken wir im Hafen.“
„Und eure Bekannten holen uns ab?“„Genau so ist es. Es wird dir dort gefallen.“„Das hoffe ich doch mal stark.“„Die haben auch gerade Besuch von ihren Enkeln, da könnt ihr auch was zusammen unternehmen. Ich glaube, der Junge ist so um die 18 und das Mädchen müsste in deinem Alter sein.“„Na klasse, da habe ich gleich richtigen Anschluss. Sind das auch Deutsche?“„Nein, das sind Schweizer, aber die sprechen deutsch. Die stammen aus Zürich.“„Super. Ich freu mich.“