Sammlung eines Reisenden - Olcay Dinc - E-Book

Sammlung eines Reisenden E-Book

Olcay Dinc

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Beschreibung

Friedirch, ein junger Autor, berichtet Weihnachten 1942 über verschiedene Menschen, die er auf der Reise zur seiner Schwester trifft.

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Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Sammlung eines Reisenden

Sammlung eines ReisendenImpressum

Sammlung eines Reisenden

1. Auflage

Copyright © 2020 by Olcay Dinc, Bielefeld

Text: Olcay Dinc

Lektorat: Olcay Dinc

Illustrationen: Olcay Dinc

Cover: Olcay Dinc

Printed in Germany

Hersteller und Verlag: Books on Demand

Sammlungeines Reisenden

vonOlcay Dinc

Weihnachten 2020

Trotz Corona: Habt alle ein frohes Fest!

Vorwort

Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,

Ich schreibe diese Worte aus einem schönen kleinen Café.

Die Geschichten, die Du in diesem Buch lesen wirst, sind so geschehen, wie ich sie aufgeschrieben habe.

Sie erzählen von meiner Reise und den Menschen, die ich auf dieser Reise kennengelernt habe.

Ich sehe diese Geschichten als meinen Bericht an, den ich ihm Laufe meiner Reise angefertigt habe und auch wenn ich nicht weiß, ob meine Reise beendet ist, ob ich morgen vielleicht doch weiter muss oder ich mich hier in einem kleinen Haus niederlassen und mich meiner Leidenschaft, dem Schreiben, widmen kann, werde ich dieses Buch hier enden lassen, denn für michzählt die Tatsache, dass ich hier sitze und diese Worte niederschreiben kann.

Momentan bin ich dankbar, dass ich dieses kleine Buch schreiben konnte, und sehe es als mein eigenes Geschenk an mich.

Hier möchte ich gerne ein paar Worte nennen, die mir ein alter, zum Tode verurteilter Uhrmacher zwei Tage vor meiner Abreise aus meiner Heimatstadt zugerufen hatte.

Sei dankbar. Wenn du nichts hast, um dankbar zu sein, dann sein dankbar, dass du am Leben bist.

Ein Tag später hat man ihn abgeholt und in das nächste Arbeitslager gebracht.

Sei dankbar.

Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,

ich muss nun weiterziehen und mir eine Unterkunft suchen, bevor es dunkel wird.

Ich wünsche Dir ein frohes Fest und hoffe,dass Dich diese Geschichten ebenso berühren werden, wie sie es bei mir getan haben.

Hochachtungsvoll

Friedrich Hermann Kleister

Kreuzlingen, 26. Dezember 1942

Der Junge und der Kater

Lindau am Bodensee, 16 Uhr

Heiligabend

Ich kam um 16 Uhr in Lindau an. Nachdem ich knapp zwei Stunden bei eisigem Wetter mit dem Fahrrad aus Ravensburg bis zum Bodensee gefahren bin, entschied ich mich vor meiner Weiterreise mit einem Zwischenstopp in Lindau.

Ich war ein junger Mann, aus einem feinen Elternhaus, in einem grauen Anzug und einer dünnen Brille auf der Nase.

Mein Hut war aus schwarzem Filz und passte zu meinem Mantel, den ich über meinem Anzug trug, um mich gegen den kalten Wind zu wappnen.

In meiner Manteltasche hatte ich mein geliebtes Notizbuch, indem ich Notizen sammelte, die ich für interessant hielt.

Mein Fahrrad schob ich vor mir her, während ich durch die Straßen lief.

Es war Heiligabend und die Menschen fingen an, sich für den Abend vor zu bereiten.

Mein Fahrrad klapperte leise, während ich es über die Pflastersteine schob und darüber nachdachte, wo ich diese Nacht übernachten sollte.

Ich betrat ein kleines Hotel, außerhalb der Stadt. Es war kein feines Hotel, sondern sehr robust und rustikal gebaut.

Im Eingangsbereich war ein Tisch, hinter dem zwei Jungen saßen.

Der Kleinste der Jungen spielte mit ein paar Holzsoldaten, während der Zweite etwas schrieb. Im Hintergrund hörte ich Weihnachtslieder aus einem Radio spielen.

Als der Kleinere mich bemerkte, hob er den Kopf.

»Guten Tag, der Herr«, begrüßte er mich und ließ seine Holzsoldaten auf den Boden sinken.

Er sprang direkt auf und grinste von einem Ohr zum anderen. Sein dunkelblondes Haar stand wuschelig ab, kleine Locken ringelten sich seine Wange runter.

Der andere Junge schielte zu ihm herüber und runzelte verärgert die Stirn. Er räusperte sich heftig, sodass der kleine Junge zu ihm herüber schielte.

»Wie heißt es richtig, Fritz?« Fritz, der kleine Junge, sagte nichts, ihm war das Lächeln vergangen.

»Aber es klingt nicht so nett, wieGuten Tag.« Wieder räusperte der Ältere sich.

Dies brachte Fritz zum seufzen und er sah mich schließlich wieder mit großen grünen Augen an. Ich hatte die ganze Szenerie schweigend und aufmerksam beobachtet.

Fritz holte tief Luft und sagte schließlich:

»Wie können wir Ihnen behilflich sein, der Herr? Brauchen Sie ein Zimmer für die Nacht? Oder eine gute, warme Mahlzeit? Wir hätten auch den besten Wein des Stadt im Angebot.«

Der Ältere zuckte bei diesen Worten zusammen, legte seinen Stift weg und seufzte.»Ignorieren Sie bitte meinen kleinen Bruder. Er ist noch klein. Willkommen im Hotel Werner.«

»Ich würde gerne mit dem Herr des Hauses sprechen. Mit dem Besitzer dieses Hotels.« Der Junge lächelte mich spitz an.

»Nun, das bin wohl ich.« Ich stutzte ein wenig, doch ich dachte mir nichts dabei.

Wahrscheinlich waren die Eltern dieser beiden Jungen gerade unterwegs und sie hatten dem Ältesten ihrer Söhne das Hotel überlassen, sodass er – zumindest für eine Weile – das Hotel leiten sollte.

»Danke mein Junge, ich würde gerne ein Zimmer nehmen für die Nacht.«

Der Junge sah mich kurz an und antwortete dann schnell:

»Sehr gut, Sie haben Glück, denn unser bestes Zimmer steht heute noch zu Verfügung.«»Ja! Denn wir haben gar keine Gäste momentan, Sie können sich eins aussuchen!«

»Fritz!« Dies brachte Fritz zum Schweigen.

»Du bist blöd, Albert«, murmelte er vor sich hin und wandte sich seinen Holzsoldaten zu.

Albert beobachtete mich schief, als ich meinen Namen in die Liste eintrug, undließ mir von ihm schließlich den Schlüssel geben und mich auf mein Zimmer führen.

Dort brachte ich dann meinen Koffer hin, bevor ich mich nach unten, in die Gaststätte begab, wo Albert mir versprochen hatte, etwas zu essen zu bringen.

Tatsächlich war ich der Einzige in diesem Hotel. Nicht nur das ich bis jetzt niemanden gesehen hatte, auch unten saß niemand. Außer wieder Fritz, der nun in der Ecke spielte.

Die Gaststätte war in dem Hotel und bestand aus fünf Tischen aus Holz mit einer Tür, die in die Küche führte. In derMitte stand ein kleiner Weihnachtsbaum, auf dem silberner Lametta hing und rote Weihnachtskugeln aus Glas.

Ich saß an einem kleinen Holztisch, als Albert mir einen Teller mit Kartoffeln und Sauerkraut brachte, dazu ein Glas Wasser.

»Die Kartoffeln sind aus unserem eigenen Garten.« Mit diesen Worten setzte er sich ein paar Tische weiter und fing wieder an etwas zu schreiben.

Ich war mit meinem Essen beschäftigt, als ich bemerkte, dass Fritz auf den Stuhl zu meiner Rechten kletterte.

»Wie heißen Sie?«, fragte er mich mit großen und strahlenden Augen. Albert räusperte sich im Hintergrund.

»Fritz, geh wieder zurück auf deinen Platz.«

Fritz sah seinen Bruder unbeeindruckt an.

»Bitte ignorieren sie meinen schlechtgelaunten Bruder. Er arbeitet hart an einem Artikel, den er bald an seine LieblingszeitschriftHilf mit!Senden möchte. Er ist nämlich ein Schreiber müssen Sie wissen.«

»Ach wirklich«, sagte ich und warf Albert einen Blick zu.

»Na sieh mal einer an, ich schreibe auch.« Bei diesen Worten hob Albert seinen Kopf.

»Sie sind ein Journalist?«

»Ich bin Journalist und ein Autor. Hauptsächlich bin ich ein Autor.« Ich hielt Fritz meine Hand hin.

»FriedrichKaspar Kleister«, stellte ich mich vor.

»Was schreiben Sie denn, Herr Kleister?«, fragte mich Albert von weiter weg. Ich trank ein Schluck Wasser.

»Nun, ich schreibe, was mir in den Sinn kommt. Alles worauf ich Lust habe und mir hilft den Kopf frei zu bekommen. Darfich denn wissen, was du gerade schreibst, Albert?«

Albert spitzte die Lippen, griff aber nach seinem Papier und kam zu uns an den Tisch. Er hielt mir seinen Zettel hin.

»Ich schreibe einen Bericht über unser Weihnachten dieses Jahr.«