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Der gesellschaftliche und kirchliche Umgang mit dem Phänomen "Scheitern" steht im Mittelpunkt des Sammelbands. Bislang wird die Problematik des Scheiterns häufig fragmentarisch in den Blick genommen. Die Autoren ermöglichen nun einen umfassenden Überblick über das Thema, dessen Bedeutung aktuell immer weiter zunehmen dürfte. Die beiden Beiträge "Zur Soziologie des Scheiterns. Ansätze, Perspektiven, Fakten" (Matthias Junge, Rostock) und "Gott am Ende? Das gebrochene Perfekt des Glaubens" (Gotthard, Fuchs, Wiesbaden) erhellen die soziologische und theologische Perspektive des Themas. Der glaubensgeschichtliche Zugang erörtert die Spannung von Kirchenliebe, Kirchenkritik und Fruchtbarwerden von Scheitern in der Kirche am Beispiel von Mary Ward (Igna Kramp, St. Georgen), Christoph Blumhardt (Corinna Dahlgrün, Jena) und Teilhard de Chardin (Gotthard Fuchs). Ergebnisse einer empirischen Studie werden unter der Frage "Scheitern auf dem Glaubensweg? Krise und Neu anfang am Beispiel von Ordensbiographien" (Katharina Karl, München) vorgestellt.
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Seitenzahl: 147
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Arbeitsgemeinschaft Theologie der SpiritualitätVerantwortlich als Erster Vorsitzender:Andreas Wollbold
Spirituelle Theologie
Band 4
Katharina Karl (Hg.)
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.
© 2013 Echter Verlag GmbH, Würzburgwww.echter-verlag.deGestaltung: (Hain-Team (www.hain-team.de)ISBN 978-3-429-04736-8 (PDF)ISBN 978-3-429-06150-0 (ePub)
Einführung
Matthias Junge
Scheitern und Scheiternsbewältigungvor dem Hintergrund empirischer Daten
Jochen Sautermeister
Scheitern hat nicht das letzte Wort …Radikale Brucherfahrungenals theologisch-ethische Herausforderung
Igna Kramp
Half women are not for such turnsVom weißen Martyrium Mary Wards
Corinna Dahlgrün
Die Heilung der Gottliebin Dittus unddie Erweckung in Möttlingen – Geschichte eines Scheiterns?Über das Verstehen und Bewerten von Erfahrungen
Katharina Karl
Scheitern auf dem Glaubensweg?Krise und Neuanfang am Beispielvon Ordensbiografien
Der Titel des vorliegenden Sammelbandes verdankt sich der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Theologie der Spiritualität (AGTS) im Jahr 2012 in Bamberg. Lebensentwürfe sind immer, in der heutigen Zeit vielleicht besonders, fragmentarisch, und wenig wird bislang darüber nachgedacht, was sich über diese Situationsanalyse hinaus über geglücktes und gelungenes Leben aussagen lässt. „Der Begriff ‚Scheitern’ ist besonders in einer evolutiv erfolgsorientierten Vitalgesellschaft, in der der Kampf aller gegen alle auf Gewinn(er) zielt“ (G. Fuchs) ein ebenso heißes wie verdrängtes Thema. Da es nicht zuletzt eine Frage ist, zu der eine Theologie der Spiritualität Positionen formulieren und beitragen kann, hat sich die AGTS dieses Themas angenommen.
Das Phänomen des Scheiterns und der Umgang damit sollten von verschiedenen Seiten betrachtet werden – mittels der Behandlung theoretisch- grundsätzlicher Fragestellungen, aus geschichtlicher Perspektive anhand von Lebensbildern sowie aktuell im Lichte von empirischen Daten und Konkretisierungen.
Eine systematische Annäherung erfolgt durch die beiden Beiträge von Matthias Junge und Jochen Sautermeister – die aus soziologischer Sicht dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Scheitern und aus theologischer Sicht der Frage einer Ethik des Scheiterns nachgehen. Auf die fundamentaltheologischen und lebensbiografischen Beiträge von Gotthard Fuchs musste leider kurzfristig verzichtet werden.
Die Spannung von Kirchenliebe, Kirchenkritik, Scheitern und Fruchtbarwerden in der Kirche und als Kirche werden am Medium der Glaubensbiografien von Mary Ward (Igna Kramp) und Christoph Blumhardt (Corinna Dahlgrün) behandelt.
Katharina Karl befasst sich im Rahmen eines Habilitationsprojekts, einer Studie zur Biografie junger Ordenschristen, empirisch mit dem Thema und stellt die Frage nach Krise und Neuanfang auf dem Ordensweg.
Die AGTS versteht sich als „Think Tank“, der ein so relevantes Thema aus ausgewählten Perspektiven beleuchtet hat. Auf diese Weise kann ein Diskussionsbeitrag geleistet werden und die hier veröffentlichten Aufsätze sollen Anregung zum Weiterdenken bieten.
Katharina Karl
Matthias Junge
2004 hielt ich in einem Überblicksbeitrag (vgl. 2004b) zur damals wie heute nicht etablierten1 soziologischen Scheiternsforschung fest, dass Beiträge zur existenziellen Problematik des Scheiterns vor allem von den kirchlichen Transzendenzarbeitern, etwa von Priestern oder Mönchen, zu erwarten seien. Wenngleich diese Gruppe in Konkurrenz zu anderen Sinnarbeitern, vor allem Psychotherapeuten und Lebensberatern, steht, so zeigt die von ihnen ausgerichtete Tagung, dass die Handlungs- und Deutungsaufforderung existenziellen Scheiterns von den Kirchen angenommen wird. Jedoch muss diese Arbeit eingebettet sein in die Wahrnehmung und Kenntnisnahme der sozialen Rahmenbedingungen. Der Beitrag wird aus soziologischer Perspektive Informationen hierzu zur Verfügung stellen.
Dazu wird in drei großen Schritten, abgerundet durch ein Fazit, vorgegangen: Zuerst wird unter Rückgriff auf Zygmunt Baumans Konzeption des „menschlichen Abfalls“ skizziert, welche sozialen Konsequenzen das Scheitern in einer auf Erfolg und erfolgreiches Handeln kulturell programmierten Gesellschaft hat und wie sich die dadurch erzeugte soziale Angst bis in die Mittelschicht hinein auswirkt (1.). Sodann werden Grundelemente einer soziologisch gehaltvollen Theorie der Unverfügbarkeit dargestellt, dabei jedoch schon angemerkt, dass der „richtige“ oder „angemessene“ Ansprechpartner für dieses Anliegen außerhalb der Soziologie, vor allem in der Gruppe der Sinnarbeiter, zu suchen wäre (2.). Die Überlegungen werden mit Fragen bezüglich des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Scheitern und Scheiternden abgerundet (3.) und mit einem kurzen Fazit zur ambivalenten Grundstruktur des Scheiterns abgeschlossen.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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