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Marion Röttgens neue Kurzgeschichten erzählen prägende Episoden und unerwartete Begegnungen aus dem Leben von jungen und alten Menschen. Die kleinen und großen Tragödien - gerade weil sie schlicht und unpathetisch erzählt werden - machen den Leser durch ihren Realismus betroffen und fordern sein Mitfühlen heraus.
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Marion Röttgens neue Kurzgeschichten erzählen prägende Episoden und unerwartete Begegnungen aus dem Leben von jungen und alten Menschen. Die kleinen und großen Tragödien - gerade weil sie schlicht und unpathetisch erzählt werden -machen den Leser durch ihren Realismus betroffen und fordern sein Mitfühlen heraus.
opus magnum - edition amici
Marion Röttgen lebt mit ihrer
Familie in Stuttgart. Sie hat in Literaturwissenschaft promoviert, Sprecherziehung und Logopädie studiert und ist Inhaberin des Institut FON für Logopädie und Weiterbildung.
Als Professorin für Gesundheitswissenschaft lehrt und forscht sie an der IB-Hochschule.
Printausgabe dieser EPub-Datei: ISBN 13: 978-3-939322-99-3
Alle haben schon einen Freund, nur ich nicht, klagt Hanna ihrer Tante. Ich bin eben kein Männertyp. Tante Meta lacht hell auf und sagt in ihrem etwas näselnden Hamburger Singsang: Keine Sorge, mein Kind, ein Männertyp wirst du schon noch werden. Ein Jungstyp bist du vielleicht wirklich nicht. Bitte versteh’ mich nicht falsch. Das sagt Tante Meta immer, bitte versteh’ mich nicht falsch. Besonders dann sagt sie es, wenn man sicher davon ausgehen kann, dass das, was sie da sagt, ein klein wenig verletzend und durchaus auch so gemeint ist.
Tante Meta streicht der Fünfzehnjährigen über die struppigen kurzen Haare und betrachtet amüsiert das junge Mädchen, das allerlei Anstrengungen macht, der verehrten Jean Seberg zu gleichen. Die Haare sind nur einen Zentimeter lang, mit ihren einzigen Jeans ist Hanna voll Widerwillen mehrmals in die dreckige Elbe gestiegen, weil man munkelt, dadurch würden die Hosen einlaufen und noch enger werden. Unsinn, man braucht eh schon einen Schuhlöffel, um sie anzuziehen. Hannas Mutter hat vergeblich versucht, die Badeveranstaltungen zu verhindern, die ihr das ohnehin unliebsame Kleidungsstück ihrer Tochter vollends unappetitlich machen. Igitt, was sind das doch für schmuddelige Plünnen.
Hanna sieht an sich herunter, betrachtet ihre Jeans von C & A, die immer noch nicht das Flair des Verwerflichen haben, sieht auf ihre nackten Füße in den billigen hellblauen Ballerinaschühchen und errötet.
Ä bout de souffle... sagt Tante Meta begütigend, warst du denn auch in dem Film? Der ironische Blick der Tante ist vergessen, es beginnt ein ungleiches Gespräch zwischen dem jungen Mädchen und der belesenen Tante, über Filme und Bücher, über Maler und Musik. Ein Gespräch, in dem Hanna sich ernst genommen fühlt, sich in ihrer jugendlichen Melancholie geradezu philosophisch bedeutsam vorkommt. Bei den Eltern gibt es das nicht. Die Schallplatte mit barocken Streichquartetten, die ihr die Tante geschenkt hat, darf sie zu Hause nur hören, wenn keiner da ist. Grässlich solch ein Gejidle, ist der mütterliche Kommentar, was du daran nur findest. Mach dir nichts draus, tröstet Meta, deine Eltern sind beide sehr bürgerlich, bitte versteh’ mich nicht falsch, sehr bürgerlich.
Nach einem dieser aus Hannas Sicht tiefsinnigen Nachmittage bei Tante Meta macht Hanna einen Umweg und spaziert beschwingt und mit neuem Selbstbewusstsein durch die kleine Einkaufsstraße nach Hause. Sie bleibt vor der Buchhandlung stehen und liest im Schaufenster mit Bewunderung Namen großer Schriftsteller, deren Bedeutung sie nur ahnt, aber - obwohl sie sie alle noch nicht gelesen hat - kommt sie sich auch mit diesem vagen Wissen um Größe schon bedeutsam vor.
Plötzlich pfeift jemand neben ihr. Hei du. Da steht ein junger Mann, kaum älter als sie und schiebt ein blaues Moped. Kannst du das mal halten, ich muss da was holen, es kippt sonst um, der Ständer ist kaputt. Klar, antwortet Hanna, als sei sie es gewohnt, dass man sie anspricht, als kenne sie sich damit aus, wie man mit fremden jungen Männern umgeht. Er verschwindet in der Buchhandlung und kommt mit einer Zeitung wieder heraus. Die hol ich immer für meinen Chef. Möchtest du ein Eis? Gegenüber der Buchhandlung ist Weka, der Name die Anfangsbuchstaben von Waitzstraßen-Kaffee, erster Vorbote der italienischen Eissalons, von denen es ein paar Jahre später in dieser Straße gleich fünf geben sollte. Harry, so hat sich der junge Mann inzwischen vorgestellt, spendiert Hanna einen Pappbecher, nicht eine Tüte mit einer Kugel, nein, gleich einen ganzen Pappbecher Eis mit Erdbeer-, Schoko-und Vanillegeschmack. Dazu gibt es einen grünen Plastiklöffel. Abends zu Hause schreibt sie mit Bleistift ,Harry‘ auf die kleine grüne Schaufel. Hannas erste Einladung!
Für den kommenden Tag hat Harry versprochen, sie von der Schule abzuholen. Ob sie auf dem Gepäckträger mit ihm Moped fahren wolle? Natürlich will sie, aber es ist schon klar, dass sie nicht darf. Doch wer sieht das schon. Es ist spannend, auf das kleine blaue Moped zu steigen, noch spannender ist es, dass sie die Arme um Harry legen muss, damit sie nicht herunterfällt.
So fährt das junge Pärchen zwei, drei Straßen weiter bis zum Beseler Platz, dort zeigt ihr Harry stolz, wo er arbeitet. Er geht schon nicht mehr zur Schule, sondern macht eine Lehre als Malergeselle. Schau mal, die schöne gelbe Villa dort, die renovieren wir, erzählt er mit Stolz und schlägt sich auf die Brust, als sei er selbst der Bauleiter. Toll, findet Hanna.
Den weiteren Weg schiebt Harry das Moped. Die beiden schweigen unbeholfen und schüchtern.
Wie zufällig spazieren sie zu dem kleinen Park des Vororts und setzen sich auf eine Bank. Dort sitzen sie Hand in Hand und wagen nicht, sich anzuschauen oder miteinander zu reden. Dann bring ich dich mal nach Hause, sagt Harry schließlich. Als sie die Pforte erreichen, die zu dem Haus führt, in dem Hanna wohnt, winken sie sich zum Abschied nur lässig zu, aber sie haben ausgemacht, sich am Wochenende zu treffen.
Inzwischen hat die Apothekerin vom Beseler Platz schon ihre Freundin, Hannas Mutter, darüber informiert, dass sie Hanna ,knutschend‘ im Park mit einem Rocker gesehen habe. Entsprechend ist der häusliche Empfang. Hanna, mit weichem Gefühl und klopfendem Herzen vor Glück über ihr erstes unschuldiges Rendezvous, muss sich gegen eine Schimpfkanonade der Mutter verteidigen, die ihr ,Schweinkram‘ unterstellt. Tief gekränkt weint sich Hanna in den Schlaf und versucht, sich an den zärtlichen Händedruck des Jungen zu erinnern.
Samstagnachmittag fährt Harry mit seinem Moped überpünktlich vor, offenbar genauso glücklich über seine neue Freundin wie sie über ihn. Von zwei Kumpanen begleitet, ebenfalls auf Mopeds, denen er offenbar seine Eroberung vorführen will, knattern die drei Jungs vor Hannas Haus auf und ab. Hannas Mutter zetert über die Motorradrocker und verbietet Hanna, das Haus zu verlassen. Mit diesen Halbstarken verkehrt meine Tochter nicht, schreit sie. Ein Malerlehrling... Hast du nicht alle Tassen im Schrank?
Hanna reißt sich los, stürzt die Treppe hinunter, setzt sich zu Harry auf das Moped und sagt: Los, fahr los. Der aufregende Ausflug geht an die Elbe. Dort sitzen die beiden auf einer Parkbank und sehen sich schweigend in die Augen. Als es dämmert und sie aufbrechen müssen, fasst sich Harry ein Herz, gibt Hanna einen Kuss auf die Wange und sagt: Ich liebe dich. Ich dich auch, flüstert Hanna und drückt ihn fest an sich.
Zu Hause sitzen drohend die Mutter und nun auch der Vater, der kühl und scheinbar freundlich anbietet, den Konflikt zwischen Mutter und Tochter zu lösen. Er macht seiner Tochter überzeugend klar, dass man die Freunde, mit denen sie verkehrt, kennen zu lernen wünscht, dann könne sie sich gern auch außerhalb des Elternhauses mit ihnen treffen. Er fragt, wann der junge Mann vorhabe, sich wieder mit Hanna zu treffen, und bietet an, dass man bei dieser Gelegenheit mit ihm gemeinsam irgendwo Kaffe trinken gehen würde. Hanna ist ratlos und willigt schließlich ein.
Am kommenden Tag also, als das blaue Moped auf der Straße rattert, geht Hanna hinunter und erklärt Harry das Vorhaben ihres Vaters. Harry ist verwirrt und ahnt, vorausschauender als Hanna, dass er sich in eine hoffnungslos peinliche Situation begibt. Jung und unsicher, verliebt in Hanna, gibt er aber nach. Wenig später erscheinen geschniegelt in Anzug und Krawatte der Vater, die Mutter in elegantem Kostüm, und begrüßen den jungen Mann mit herablassender Höflichkeit. Sie holen den schwarzen Opel aus der Garage, fordern die jungen Leute auf einzusteigen und los geht es nach Blankenese in das wohl vornehmste Terrassen-Kaffee Hamburgs auf dem Süllberg. Hanna kann sich nur an die Silberhochzeit ihrer Eltern hier oben erinnern, sonst ist man nie auf den Einfall gekommen, dieses noble Lokal aufzusuchen.
Sie sind eine merkwürdige Gruppe, der schlichte junge Mann mit seiner schwarzen Kunstlederhose und einem billigen Nicki neben den aufgeputzten Eltern von Hanna.
Das Ambiente ist Harry fremd, ungeschickt weiß er nicht, sich zu benehmen, kämpft mit dem Sahneberg auf der Torte, lässt die Serviette unbenutzt neben dem Teller, den Kaffeelöffel legt er nach dem Umrühren nicht zurück auf die Untertasse... Noch schlimmer ist das Gespräch. Mit süffisanter Gemeinheit beginnt der Vater dem jungen Mann Fragen zu stellen, denen der sechzehnjährige Lehrling nicht gewachsen ist. Er verheddert sich, seine Aussprache rutscht immer mehr in den Hamburger Slang.
Hanna leidet, sie kämpft mit den Tränen und beginnt, ihren Vater aus vollem Herzen zu hassen. Unter dem Tisch streichelt sie Harry das Knie, der sitzt jedoch in zunehmender Hilflosigkeit starr auf seinem Stuhl.
Auf der Heimfahrt spricht keiner ein Wort. Vor der Pforte sagt Hanna laut ,Tschüß bis morgen‘, obwohl ihr klar ist, dass Harry nie wieder kommen wird. Hast du begriffen, dass der nicht zu uns passt? höhnt ihr Vater.
Wortlos geht sie in ihr Zimmer, schließt sich ein und schreibt in ihr Tagebuch: Und ich werde ihn dennoch heiraten. Ich liebe ihn. Ich hasse euch und euren Standesdünkel. Ihr seid so bürgerlich. Tante Meta, wie recht du hast, sie sind so ekelhaft bürgerlich.
Die Tanzstunde war für Ariana in jeder Hinsicht eine Katastrophe. Zu jung, um bei der Männlichkeit bereits Erfolg zu haben, mit viel zu kurzen Haaren, die ihr kindliches Aussehen noch unterstrichen, hatte sie neidvoll die teuren Abende an der Seite ihrer Freundin Renata überstanden. Renata, ein durchschnittlich hübsches Mädchen, hatte all das, was Ariana fehlte: eine laszive Ausstrahlung, die provozierend mit ihrer großbürgerlich noblen Erscheinung kontrastierte, ein sicheres, ja geradezu siegessicheres Auftreten und Geld. Die dünnen langen Wimpern waren bereits sorgfältig geschminkt, sodass ihr wässrig blauer Blick mehr Effekt machte als Arianas dunkelbraune Augen, um die ein ungeschickt verschmierter Schatten von Bleistiftkrümeln lag.
Arianas Mutter hatte sich ,krumm gelegt‘, wie sie sich ausdrückte, um die teure Tanzschule auf der Rothenbaumchaussee zu bezahlen, sodass das junge Mädchen nicht nur den Schmerz trister Abende verkraften musste, an denen sie als Mauerblümchen allenfalls von einem großen pickligen Jüngling aufgefordert wurde, der nach Schweiß roch und ihr ständig auf die Füße trat, nein, sie musste ihrer Mutter auch noch kunstvoll vorlügen, dass alles ganz herrlich sei, um diese nicht zu enttäuschen. Das finanzielle Opfer sollte sich zumindest im Glück des Töchterchens bezahlt machen.
Ariana hieß eigentlich ganz simpel Margret. Überzeugt, dass man mit so einem Namen ohnehin keinen Erfolg haben könnte, hatte sie sich kurzerhand den ,Künstlernamen‘ Ariana zugelegt, nach einem romantischen russischen Roman aus der Taschenbuchreihe rororo, den sie nachts heimlich verschlungen hatte.
Anlass zu dieser Schwindelei war wiederum Renata, die sich in der Tanzstunde in einen schwarzhaarigen hübschen Burschen verguckt hatte, der nicht nur auf den klangvollen Namen Boris hörte, sondern tatsächlich Halbrusse war. Renata schickte Margret vor, die sich als Fremde ausgeben sollte, um sich selber so indirekt und dezent an ihn heranzumachen. Als Russin konnte sich Margret schlecht ausgeben, obwohl sie aus Begeisterung für die russische Literatur seit ein paar Monaten begonnen hatte, einer alten Gräfin von Lieven einmal wöchentlich in deren Blankeneser Kapitänshäuschen Gesellschaft zu leisten, um als Gegenleistung etwas Russisch bei ihr zu lernen.
So entschieden sich Renata und Margret für die ungarische Nation, wohl wissend, dass Ungarisch eine schwere Sprache und nicht mit dem Russischen verwandt ist. Als exotischer Köder wurde also die ungarische Ariana von Renata für Boris ausgelegt. Das erste Rendezvous nach einer der Tanzstunden war dann auch ein Spaziergang zu dritt durch den dunklen Park an der Sternschanze. Renata kam aber schnell zur Sache, sodass Margret-Ariana schon bald als störende Begleitung frierend am anderen Ende der Parkbank kauerte, während Renata mit Boris knutschte.
Die Abende in der Rothenbaumchaussee wurden nach Renatas Eroberung nicht lustvoller für Margret. Boris gefiel auch ihr. Sie selbst jedoch blieb, weil sie den pickligen Jüngling verschmäht hatte, noch bis kurz vor dem Abschlussball ohne festen Partner für diesen großen Tag. Alle Paare hatten sich gefunden, die unglücklichen Überbleibsel - außer Margret war noch ein bleichsüchtiges Mädchen mit einer dicken Brille ohne Anhang geblieben - wurden von den Tanzstundenlehrern vertröstet, man werde ihnen zum Abschlussball zwei Herren aus dem Fortgeschrittenenkurs borgen. Margret erhielt einen zu klein geratenen Franzosen Namens Jean-Pierre, der immerhin gut tanzte, aber außer den drei Pflichttänzen zu Beginn des Balls mit Margret nichts im Sinn hatte.
Die Wochen vor dem Ball waren von Kümmernissen verschiedenster Art begleitet. Der eingebildete Liebesschmerz für den schwarzhaarigen Boris, den Margret-Ariana hin und wieder trösten durfte, wenn Renata sich spröde gab oder provozierend mit anderen flirtete, wuchs von Woche zu Woche. Schlimmer war jedoch, dass Margret nichts Passendes anzuziehen hatte. Der pastellfarbene Blumenrock der Mutter mit der ausgeschnittenen hellblauen Bluse hatte schon zum Mittelball gedient und war selbst bei jener Gelegenheit an der unteren Grenze der Eleganz der anderen Mädchen gewesen. Prätentiös hatte Margrets Mutter die Tanzschule am Rothenbaum gewählt, weil sie als nobel galt, nicht bedenkend, dass die jungen Leute überwiegend aus den umliegenden Villen an der Alster kamen. Geld spielte dort keine Rolle. Margrets Mutter jedoch war alleinstehend, der getrenntlebende Vater, Generaldirektor einer holländischen Firma, brauchte Geld für seine zweite Jugend, und die über lange Zeit verwöhnte Mutter kam mit den 483 DM, die ihr Mann ihr kleinlich und boshaft genau abgezählt monatlich zukommen ließ, natürlich nicht zurecht.
Renata wurde von einer Schneiderin ein Ballkleid aus weiß glänzender Baumwolle mit Hohlsaumstickerei genäht, dazu gab es eine breite Schärpe aus grüner Seide und handgearbeitete Ballschuhe aus demselben grünen Stoff. Der Friseur für eine nette Dauerwelle war bestellt, sodass Renata ihrem Triumph an Boris Seite gelassen entgegensah.
Nicht so Margret. Der Friseur war das kleinste Problem, denn an Arianas Stoppelfrisur war nicht viel zu machen. Eine rothaarige Chanson-Sängerin im Umfeld von Sartre hatte ihr die Idee eingegeben, sich durch den Kurzhaarschnitt das Flair der französischen Existenzialisten zu geben. Das Ergebnis ließ allerdings andere Assoziationen aufkommen. Neue Schuhe hatte Margret sich durch Nachhilfestunden verdient. Bei Görtz hatte sie für 33 DM ein Paar Ballerina-Schuhe aus weißem Lack erworben. Es war zwar kein Leder, aber wer sah das schon. Das Kleid jedoch brachte Mutter und Tochter in größte Verlegenheit. Die Figur der Mutter war zwar durch den Kummer des Alleinseins nicht mehr so rundlich wie noch einst in glücklicheren Jahren an der Seite ihres Gatten, doch ihre Kleider, alle nicht neu, seit der Trennung mehrfach geändert, wirkten an dem kindlichen Körper Margrets grotesk und trostlos altbacken.
