Schlimmer Plan – doppeltes Unglück - Viola Maybach - E-Book

Schlimmer Plan – doppeltes Unglück E-Book

Viola Maybach

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Beschreibung

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie "Der kleine Fürst" in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Alles beginnt mit einem Schicksalsschlag: Das Fürstenpaar Leopold und Elisabeth von Sternberg kommt bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Ihr einziger Sohn, der 15jährige Christian von Sternberg, den jeder seit frühesten Kinderzeiten "Der kleine Fürst" nennt, wird mit Erreichen der Volljährigkeit die fürstlichen Geschicke übernehmen müssen. "Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken. »Wo bleibt ihr denn so lange?«, rief Anna, als Christian mit Togo die Terrasse betrat. Und dann, als sie sah, dass er allein war: »Wo ist Steffi?« Christian kam nur sehr langsam näher. »Sie ist nicht mehr hier. Herr Wiedemann bringt sie gerade nach Hause«, antwortete er. Vier Augenpaare richteten sich fragend auf ihn, aber niemand sprach die Frage aus, während Christian sich, noch langsamer als zuvor, näherte. Als er seine Familie erreicht hatte, setzte er sich nicht, sondern lehnte sich an die Brüstung. »Wir haben gestritten«, sagte er. »Ich … ich kann nicht darüber reden. Und ich möchte gern allein sein. Bitte, entschuldigt mich.« Nach diesen Worten blieb er noch einen Moment stehen, dann verließ er mit gesenktem Kopf die Terrasse. Togo schlich hinterher, obwohl er nichts mehr liebte, als Abende auf der Terrasse, im Kreis der Familie. Es sah so aus, als sei er ähnlich niedergeschlagen wie der Mensch, dem er folgte. Auf der Terrasse blieb es still, bis die Baronin schließlich zögernd fragte: »Habe ich etwas nicht mitbekommen? Beim Abendessen hatte ich den Eindruck, dass alles in Ordnung war. Oder gab es da schon Anzeichen für eine Missstimmung zwischen den beiden?«

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Der kleine Fürst – 252 –Schlimmer Plan – doppeltes Unglück

Viola Maybach

»Wo bleibt ihr denn so lange?«, rief Anna, als Christian mit Togo die Terrasse betrat. Und dann, als sie sah, dass er allein war: »Wo ist Steffi?«

Christian kam nur sehr langsam näher. »Sie ist nicht mehr hier. Herr Wiedemann bringt sie gerade nach Hause«, antwortete er.

Vier Augenpaare richteten sich fragend auf ihn, aber niemand sprach die Frage aus, während Christian sich, noch langsamer als zuvor, näherte. Als er seine Familie erreicht hatte, setzte er sich nicht, sondern lehnte sich an die Brüstung. »Wir haben gestritten«, sagte er. »Ich … ich kann nicht darüber reden. Und ich möchte gern allein sein. Bitte, entschuldigt mich.«

Nach diesen Worten blieb er noch einen Moment stehen, dann verließ er mit gesenktem Kopf die Terrasse. Togo schlich hinterher, obwohl er nichts mehr liebte, als Abende auf der Terrasse, im Kreis der Familie. Es sah so aus, als sei er ähnlich niedergeschlagen wie der Mensch, dem er folgte.

Auf der Terrasse blieb es still, bis die Baronin schließlich zögernd fragte: »Habe ich etwas nicht mitbekommen? Beim Abendessen hatte ich den Eindruck, dass alles in Ordnung war. Oder gab es da schon Anzeichen für eine Missstimmung zwischen den beiden?«

»Mir ist nichts aufgefallen«, erwiderte Friedrich. Er wandte sich an Anna und Konrad. »Wisst ihr mehr als wir?«

Beide schüttelten ratlos die Köpfe. Besonders Anna sah beunruhigt aus. Stephanie war ihre beste Freundin, Christian nicht nur ihr Cousin, sondern viel mehr noch ihr bester Freund – nun hatten sich beide gestritten, und sie hatte nicht einmal eine Ahnung, was zwischen ihnen vorgefallen sein könnte. Keiner von beiden hatte sie ins Vertrauen gezogen, das kränkte sie. Und, schlimmer noch, sie selbst hatte nichts von einem Zerwürfnis bemerkt, dabei war sie eine scharfe Beobachterin, der nur selten etwas entging.

»Das gefällt mir nicht«, murmelte die Baronin. »Wir sitzen hier und wissen nichts. Dabei könnten wir doch vielleicht helfen.«

»Sofia«, sagte Friedrich ruhig, »es scheint etwas zu sein, das nur die beiden angeht, also müssen sie das unter sich klären. Chris hat sich doch deutlich ausgedrückt: Er will nicht darüber reden.«

Ein leises Räuspern ertönte von der Tür her.

»Herr Hagedorn«, rief die Baronin. »Können Sie uns erklären, was hier vor sich geht? Warum ist Stephanie nach Hause gefahren, ohne sich von uns zu verabschieden?«

»Sie bat mich, sie bei Ihnen allen zu entschuldigen und Herrn Wiedemann zu fragen, ob er sie umgehend nach Hause fahren könne. Mehr hat sie mir nicht anvertraut, Frau Baronin.«

»Christian sagte, sie hätten gestritten. Aber beim Essen waren sie noch ein Herz und eine Seele.«

Eberhard Hagedorn hatte Zeit gehabt, über jenen Punkt während des Essens, an dem sich die Stimmung zwischen den beiden geändert hatte, gründlich nachzudenken. Er war zu dem Ergebnis gekommen, dass es besser wäre, seine Vermutungen für sich zu behalten, und so erwiderte er diplomatisch: »Ich bin sicher, sie legen den Streit bald bei, Frau Baronin. Haben Sie noch Wünsche?«

»Nein, vielen Dank, Herr Hagedorn.«

Der alte Butler zog sich also zurück, doch als er die Limousine zurückkehren hörte, öffnete er das Hauptportal und ging die paar Stufen hinunter.

Per Wiedemann hielt an, stellte den Motor aus und stieg aus dem Wagen. Er beantwortete Eberhard Hagedorns Frage, ohne dass dieser sie gestellt hatte. »Sie hat geweint, aber nichts gesagt, Herr Hagedorn. Sie hat die ganze Fahrt über geweint, das konnte ich sehen, obwohl sie keinen Laut von sich gegeben hat.«

»Prinz Christian hat offenbar gesagt, dass sie gestritten haben.«

Per Wiedemann lächelte unwillkürlich. »Natürlich haben sie gestritten, aus welchem anderen Grund sollte Stephanie plötzlich nach Hause wollen? Aber wissen Sie was, Herr Hagedorn? Streiten gehört dazu, auch bei diesen beiden. Ich kann daran nichts so Furchtbares finden.«

Als er sich wieder hinters Steuer setzte und davonrollte, um die Limousine in die Garage zu fahren, kehrte Eberhard Hagedorn ins Schloss zurück. Er war anderer Ansicht als der junge Chauffeur. Ein kleiner Streit war gewiss nichts Schlimmes, aber in diesem Fall schien es sich nicht um etwas Banales zu handeln, das man mit ein paar klärenden Worten aus der Welt schaffen konnte.

Auf der Terrasse stand in diesem Moment Anna auf und erklärte: »Ich gehe ins Bett.«

Konrad schloss sich ihr sofort an. »Ich auch.«

Ihre Eltern fragten nicht nach, warum sie an einem so schönen Abend bereits in ihre Zimmer gehen wollten. Sie konnten sich die Antwort denken.

Sofia und Friedrich blieben also allein zurück. »Das gefällt mir nicht«, wiederholte Sofia. »Ich habe das Gefühl, dass ich etwas Wichtiges übersehen habe während des Essens, aber ich komme nicht darauf, was es sein könnte.«

Friedrich griff nach ihrer Hand und hielt sie fest. »Hör auf zu grübeln, das bringt nichts«, erwiderte er ruhig. »Chris wird sich uns anvertrauen, lass ihm ein bisschen Zeit.«

»Und wenn nicht? So unglücklich wie eben hat er schon lange nicht mehr ausgesehen.«

»Ich weiß, aber was immer vorgefallen ist, wir können daran nichts ändern. Er weiß, dass er jederzeit mit uns reden kann, und das wird er auch tun, da bin ich ganz sicher.«

»Und dass Stephanie einfach abfährt, ohne sich auch nur von uns zu verabschieden!«

»Dann hätte sie sich sicherlich verpflichtet gefühlt, uns zu erklären, warum sie nach Hause will, und das wollte sie eben nicht. Wahrscheinlich war sie in Tränen aufgelöst, da möchte man keine Erklärungen abgeben. Glaub mir, das wird sich bald einrenken.«

Sofia hätte ihm gern geglaubt, und so nickte sie, doch eine innere Stimme sagte ihr, dass Friedrich sich irrte.

*

Stephanie hatte auch ihren Eltern nicht erklärt, warum sie nun doch nicht im Schloss übernachtete, und sie hatte, ohne es zu ahnen, die gleichen Worte wie Christian benutzt: »Ich möchte nicht darüber reden, und ich möchte jetzt gern allein sein.«

Also war sie sofort in ihr Zimmer gegangen, hatte sich dort aufs Bett gelegt und die Tränen wieder fließen lassen, während ihre Eltern und ihre kleine Schwester Caroline im Wohnzimmer saßen und versuchten, aus der Situation klug zu werden.

»Sie hat sich garantiert mit Anna gestritten«, sagte Caroline. »Oder mit Chris.«

»Sie hat sich noch nie mit Christian gestritten«, widersprach Florentine.

Woraufhin ihre neunjährige Tochter eine jener Weisheiten von sich gab, die sie bei Erwachsenen aufschnappte und sich merkte, wenn sie ihr gefielen: »Einmal ist immer das erste Mal.«

»Ach, Caro, verschon mich mit deinen Kalendersprüchen!«, erwiderte Florentine unwillig.

»Aber wenn es doch stimmt«, sagte Caroline beleidigt.

Florentine rollte mit den Augen, sagte aber nichts mehr. Sie war ernsthaft beunruhigt, sie kannte Stephanie schließlich. Ihre ältere Tochter war kein Mensch, der wegen jeder Kleinigkeit einen Aufstand machte. Es musste schon etwas Ernsthaftes vorgefallen sein, wenn sie deswegen auf ein Wochenende im Schloss verzichtete – jedenfalls etwas, das sie als ernsthaft ansah. Aber was konnte es sein? Hatte Christian sie bedrängt? Das war die Sorge, die sie und ihr Mann ständig hatten: dass dieses blutjunge, von den Medien gejagte Liebespaar, zu früh zu weit ging. Stephanie war vierzehn Jahre alt. Sicherlich, andere Mädchen ihres Alters hatten da bereits Sex, aber in diesem Punkt hatten die Hohenbrunns klare Vorstellungen. Sie fanden, dass ein vierzehnjähriges Mädchen zu jung dafür war. Ein sechzehnjähriger Junge vielleicht nicht – und da konnte natürlich durchaus das Problem liegen.

In diesem Moment meldete sich ihr Mann Philipp zu Wort. »Wir werden abwarten müssen, bis sie sich uns anvertraut«, sagte er. »Es hat wenig Sinn, wenn wir hier alle möglichen Vermutungen anstellen.«

»Vielleicht wissen sie im Schloss mehr. Ich würde gern dort anrufen, es ist zumindest eine Möglichkeit«, erwiderte Florentine. »Ich weiß nämlich, was mir sonst blüht: eine schlaflose Nacht.«

Phillip tätschelte die Hand seiner Frau. »Du änderst doch nichts, wenn du weiter grübelst«, sagte er.

Sie unterdrückte einen Seufzer. Das war so ein Punkt, in dem sich Männer und Frauen eindeutig unterschieden: Männer konnten offenbar unliebsame Gedanken nach Belieben ausblenden. Die meisten Frauen, die sie kannte, konnten das nicht. Aber es hatte keinen Sinn, Philipp deshalb einen Vorwurf zu machen. Er war nun einmal so – und sie war eben anders.

»Ruf an, Flora, wenn es dich beruhigt«, sagte er mit einem Lächeln, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

Sie wählte also die mittlerweile vertraute Nummer.

Eberhard Hagedorn verband sie sofort mit Baronin Sofia, und diese sagte, noch bevor Florentine ihr Anliegen vorbringen konnte: »Wir haben keine Ahnung, warum Stephanie unbedingt nach Hause wollte, Frau von Hohenbrunn. Hat sie sich Ihnen anvertraut?«

»Nein, leider nicht. Ich hatte so gehofft, dass Sie mir vielleicht helfen könnten zu verstehen, was da vorgefallen ist.«

»Wir verstehen es selbst nicht, Chris wollte nicht reden, er ist gleich auf sein Zimmer gegangen.«

»Bei Steffi war es genau so.«

Niedergeschlagen verabschiedete sich Florentine wieder. Später ging sie, trotz Stephanies Bitte, sie allein zu lassen, zum Zimmer ihrer großen Tochter, doch Stephanie hatte die Tür abgeschlossen und wollte nicht öffnen.

»Lass mich, Mama, ich will nicht reden.«

»Aber ich könnte dir vielleicht helfen.«

»Bitte, geh weg und lass mich in Ruhe.«

Es kam also, wie Flora es vorhergesagt hatte: Sie lag die halbe Nacht lang wach.

*

»Ich kann es nicht fassen«, sagte Frederik und schloss seine Arme fester um Lorenes nackten Körper. »Ich … ich dachte nicht, dass ich noch jemals eine Frau lieben würde.«

Sie schob sich langsam auf ihn und betrachtete sein Gesicht mit zärtlichem Lächeln, bevor sie ihn küsste. »Ich wusste es schon ziemlich bald«, murmelte sie, während sie mit ihren Lippen seinen Körper hinunterwanderte.

»Nicht«, bat er, »nicht schon wieder, ich … ich muss mich zuerst erholen.«

Sie lachte leise, wanderte aber gehorsam mit ihrem Mund wieder nach oben.

»Ich habe nicht den Eindruck, dass du dich erholen musst«, sagte sie. »Auf mich machst du den Eindruck eines Mannes, der es kaum erwarten kann, von neuem loszulegen.«

Er packte sie, drehte sie beide herum, so dass er auf ihr lag und zeigte ihr, dass ihr Eindruck richtig gewesen war.

Danach lagen sie keuchend und erhitzt nebeneinander, satt von der Liebe, satt vom jeweils anderen.

»Ich würde gern deinen Sohn kennenlernen«, sagte Lorene.

»Mhm«, machte Frederik. »Über Daniel habe ich auch schon nachgedacht, ich weiß nur nicht, wie ich ihm sagen soll, dass ich mich verliebt habe. Er wird mich für verrückt halten.«

Lorene richtete sich auf, stützte sich auf einem Ellenbogen ab und schaute ihm forschend ins Gesicht. »Aber wieso denn? Es ist doch nicht verrückt, sich zu verlieben!«

»Normalerweise nicht, aber für mich ist es schon verrückt. Ich habe dir doch erzählt, wie ich die letzten Jahre verbracht habe. Niemand, der mich kennt, hat gedacht, dass ich noch einmal ins Leben zurückfinde.« Er küsste ihren Unterarm. »Und dann gleich so!«

»Was meinst du denn damit?«

»Mit so viel … Power, meine ich, mit einer so tollen Frau. Es wäre vielleicht eher nachvollziehbar, wenn ich ganz allmählich einen Wandel vollzogen hätte, aber so ist das ja nicht. Vor kurzem war ich noch der schweigende Verrückte, der nur arbeitet und sich sonst für nichts interessiert, nicht einmal für seinen halbwüchsigen Sohn. Und jetzt auf einmal bin ich ein Mann, der sich neue Sachen zum Anziehen kauft, sich einen neuen Haarschnitt zulegt, der wieder Kontakt zu seinem Sohn sucht und sich in eine Frau verliebt hat, hinter der alle anderen her sind. Und was das Verrückteste ist: Die tolle Frau hat sich auch in ihn verliebt.«

»So ist das mit der Liebe. Man sagt ihr ja nicht umsonst nach, dass sie Berge versetzen kann«, lächelte Lorene.

Dieses Mal ließ sie eine Hand an seinem Körper hinunterwandern, und wieder ließ die Wirkung nicht lange auf sich warten. Er verstand die Welt nicht mehr: Jahrelang hatte er keinerlei Sehnsucht nach körperlicher Liebe verspürt und deshalb angenommen, dass er nach dem Tod seiner Frau so etwas wie ein asexuelles Wesen geworden war. Jetzt wurde er eines Besseren belehrt – und wie!

Es kam ihm so vor, als brächen sich alle Bedürfnisse, die jahrelang unterdrückt gewesen waren, auf einmal Bahn. Er entdeckte nicht nur Lorenes Körper neu, sondern auch seinen eigenen, und sie war ihm dabei eine willige Begleiterin. Er las in ihren Augen, wie schön sie es fand, bei dieser ›Wiedererweckung‹ – so hatte sie es einmal genannt – dabei zu sein, und er selbst genoss es nicht weniger. Mit einem Mal schrumpften die freud- und glücklosen letzten Jahre zu einem Augenblick zusammen und schienen keine große Rolle mehr zu spielen.

Er wusste natürlich, dass das ein Irrtum war. Vielleicht gelang es ihm, die Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen und noch einmal glücklich zu werden, aber für Daniel sah das sicherlich anders aus. Es war ein höchst unangenehmer Gedanke für Frederik, dass er für seinen Sohn nicht da gewesen war, als dieser ihn gebraucht hätte. Sein eigener Kummer hatte alles andere überlagert, auch sein Verantwortungsbewusstsein, und er wusste, das würde er sich nicht verzeihen. Selbst wenn Daniel es tun würde, er selbst würde an dieser Schuld für immer tragen.

Er hatte auch mit Lorene darüber gesprochen. Er wollte nicht, dass sie sich Illusionen über den Mann machte, in den sie sich verliebt hatte. Sie sollte wissen, wie schwach er gewesen war, wie erbärmlich seinem Sohn gegenüber. Lorene hatte ihm ganz ruhig zugehört, sich aber trotzdem nicht von ihm abgewandt. Sie wusste, wer er war, und sie liebte ihn trotzdem. Das war eigentlich das größte Wunder von allen.

Er hielt ihre Hand fest. »Wir könnten vielleicht zusammen essen, mit Daniel, meine ich«, sagte er.

»Gute Idee. Aber du sagst ihm vorher schon Bescheid, oder?«