Schokoladen-Republik - Lars Franke - E-Book

Schokoladen-Republik E-Book

Lars Franke

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Beschreibung

Das SED-Zentralkomitee fordert Devisen-Einsparung – koste es, was es wolle. Und die Altherren-Riege lässt keine Zweifel offen: Ein Forschungsinstitut soll den einstigen Plan der Nazis aufgreifen, Gewürze wie Pfeffer und Muskat in Deutschland anzubauen und aus einheimischen Rohstoffen Schokolade herzustellen. Dafür öffnet sogar das unbeliebte Mielke-Ministerium seine geheimen Archive. Professor Falkenberg, Chef des Forschungs-Instituts, wird in die Pflicht genommen. Doch er wird gewarnt: Eine Lachnummer wie den berüchtigten MIX-Kaffee könne man sich nicht noch einmal leisten. Eine unterhaltsame Humoreske und eine nicht so überraschende Quintessenz: Aus Sch. Bonbons machen, funktioniert nicht!

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Seitenzahl: 181

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Lars Franke

Eine Schelmengeschichte aus einem untergegangenen Land

Steffen Verlag

Impressum

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage 2014 (entspricht der 1. gedruckten Auflage von 2013)

© Steffen Verlag, Steffen GmbH, Erich-Weinert-Straße 138, 10409 Berlin, Tel.: (030) 41935008, www.steffen-verlag.de, [email protected]

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014

ISBN 9783942477819

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Ein Geständnis, kein Vorwort

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Ein Geständnis, kein Vorwort

Kurz vor dem Ende der DDR machte eine amüsante Geschichte die Runde. Ein bekanntes Forschungsinstitut suche im Auftrag der Partei- und Staatsführung ernsthaft nach Wegen, aus Tomaten und Gurken Schokolade herzustellen. So unglaublich das für heutige Ohren klingen mag, bei dem chronischen Devisen-Mangel waren solche Forschungsaufträge nicht von vornherein auszuschließen. Was Dichtung war und was Wahrheit, hat damals niemand wirklich interessiert.

Die kleine DDR ist inzwischen von der großen politischen Weltkarte verschwunden. Nach Protesten gegen gefälschte Wahlergebnisse. Nach einem heißen Sommer ’89, als Tausende und Abertausende über die Prager Botschaft und die ungarische Grenze der Republik den Rücken kehrten. Mit einem 7. Oktober, an dem die Führung versuchte, mit Schlagstöcken und Wasserwerfern das Rad der Zeit zurückzudrehen. Und nicht zuletzt mit einer Massenkundgebung am 4. November auf dem Berliner Alexanderplatz und dem Mauerfall wenige Tage später. Es dauerte kein Jahr und es war aus mit dem ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat auf deutschem Boden. »Wahnsinn« wurde zum Modewort.

Die Tomaten-Schokoladen-Geschichte geriet in Vergessenheit. Die Menschen im wiedervereinigten Deutschland hatten andere Sorgen. Anfang der 1990er Jahre habe ich versucht nachzuhaken. Aus reiner Neugier. Damals wollte man im Institut zwar nicht bestätigen, dass es einen solchen Forschungsauftrag gegeben hatte, aber richtig widersprochen hat man auch nicht.

Nun ist es gar nicht so lange her, dass ich von ähnlichen Projekten aus unseligen NS-Zeiten erfuhr. In einem winzigen Dorf zwischen dem brandenburgischen Fürstenberg an der Havel und dem mecklenburgischen Neustrelitz versuchten Wissenschaftler, exotische Gewürze unter mitteleuropäischen Bedingungen anzubauen. Unter dem Befehl der SS. Mit Häftlingen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück. An Dokumenten hat jedoch kaum etwas Nennenswertes überdauert. Zeitzeugen gibt es offenbar auch nicht mehr.

Damit jene zwei Kapitel jüngster deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit geraten, habe ich mir diese Erzählung ausgedacht. Einiges davon könnte sich tatsächlich so oder so ähnlich zugetragen haben. Der allergrößte Teil aber ist ein Phantasie-Produkt und hat mit meinem Vergnügen am Geschichten-Erzählen zu tun. Auch die Personen hat es so niemals im richtigen Leben gegeben.

Trotz dieses Geständnisses viel Spaß beim Lesen

L.F.

Eklig-grün floss das Wasser der Spree durch das Zentrum von Berlin. Das berüchtigte »Algenblühen«, wie fast jedes Jahr im Herbst. Nur ein kleines Polizei-Boot war auf dem Fluss unterwegs. Ein Uniformierter suchte von Bord aus per Fernglas das Ufer ab. Obwohl die Sonne nun schon einige Stunden hinter dem Fernsehturm hervorschaute, hielt sich das Touristen-Interesse am Stadtbummeln eher in Grenzen. Das war einen Tag vorher, am Nationalfeiertag, ganz anders gewesen. Am 7. Oktober 1988 schien die DDR-Hauptstadt aus allen Nähten zu platzen. Die halbe Republik war nach Berlin gekommen. Rockbands hatten gespielt. Unter freiem Himmel machten Volksmusik-Veteranen einen auf gute Laune. Lautstark luden sie zum Mitsingen und Mitschunkeln ein. Händler hatten Stände aufgebaut. Töpferware aus Bürgel gab es, Nussknacker aus dem Erzgebirge, Unstrut-Wein und Gurken aus dem Spreewald. Doch heute hatte offenbar niemand Interesse am Nikolai-Viertel und am Palast der Republik. Keiner schlenderte am Staatsrats-Gebäude und am Außenministerium vorbei zur Friedrichswerderschen Kirche.

Geradezu menschenleer war es vor dem »Großen Haus«. Dem Haus des Zentralkomitees der SED, hinter dessen grauen Mauern die ganz große Politik gemacht wurde. Über Stunden hinweg hatte niemand durch den Haupteingang den riesigen Steinklotz betreten. Doch die Ruhe täuschte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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