Schon wieder Verspätung! - Manuela Reichart - E-Book

Schon wieder Verspätung! E-Book

Manuela Reichart

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Beschreibung

Manuela Reichart gehört zu jenen Menschen, die viel und gerne reisen und dies mit offenen Ohren und Augen. Da ist der ehemals erfolgreiche Mann, der sich zurückziehen musste und nun in seinem Palazzo Ferienwohnungen verwaltet - im Trainingsanzug. Da sind die beiden nicht mehr jungen Freundinnen, die sich jährlich Luxusferien gönnen, die eine immer in der Hoffnung, einen Mann für den kleinen Urlaubsflirt zu finden, was der anderen nur ein mildes Lächeln entlockt. Manuela Reichart öffnet kleine Fenster und zeichnet in knappen Strichen, was dahinter zu entdecken ist.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 88

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Manuela Reichart

Schon wieder Verspätung!

Reisebekanntschaften

DÖRLEMANN

Alle Rechte vorbehalten © 2015 Dörlemann Verlag AG, Zürich Umschlaggestaltung: Mike Bierwolf Satz und eBook-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde DÖRLEMANN eBook ISBN 978-3-03820-920-1 Gedruckte Ausgabe: ISBN 978-3-03820-020-8www.doerlemann.com

Inhalt

  Vorspiel

  1  Die alte Dame im Zug

  2  Im Taxi

  3  Im Supermarkt

  4  Im Park

  5  Am Kartenschalter

  6  Im Speisewagen

  7  In der Sauna

  8  Auf dem Spielplatz

  9  Im Café

10  Im Blumenladen

11  Im Dampfbad

12  An der Tankstelle

13  An der Rezeption

14  Auf dem Flughafen

15  An der Bar 1

16  Im Flugzeug

17  In der Ferienwohnung

18  Im Luxushotel

19  Auf dem Basar

20  Am Frühstücksbuffet

21  Am Strand 1

22  Am Strand 2

23  Am Pool 1

24  Im Strandrestaurant

25  Im Internetcafé

26  Im Massagesalon

27  Am Pool 2

28  An der Bar 2

29  Im Diner

30  Der ideale Ort

Zum Buch

Zur Autorin

 

Als sie in ihrer Kindheit mit ihrem Bruder und ihren Eltern die Ferien in dem kleinen Ort verbrachte, war Eve manchmal mit ihrer Mutter aufs Land gefahren. Sie hatten kein Auto – es herrschte Krieg, und sie waren mit der Eisenbahn hergekommen. Die Frau, die das Hotel leitete, war mit Eves Mutter befreundet, und so wurden sie oft eingeladen mitzukommen, wenn sie aufs Land fuhr, um Mais oder Himbeeren oder Tomaten zu kaufen. Manchmal hielten sie an, um Tee zu trinken und sich das alte Geschirr und die Möbelstücke anzuschauen, die eine geschäftstüchtige Farmersfrau in ihrer guten Stube feilbot, Eves Vater zog es vor, dazubleiben und mit anderen Männern am Strand Dame zu spielen. Es gab da ein großes Betongeviert mit aufgemaltem Damebrett, von einem Dach geschützt, aber ohne umgebende Wände, und dort schoben die Männer sogar im Regen überdimensionale Damesteine mit langen Stangen gemächlich umher. Eves Bruder schaute ihnen zu und ging unbeaufsichtigt schwimmen – er war älter. Das alles war inzwischen verschwunden – sogar die Betonplatte war fort, oder etwas anderes war darauf errichtet worden. Das Hotel mit seinen Veranden, die sich über den Sand erstreckten, war verschwunden, auch der Bahnhof mit seinen Blumenrabatten, die den Namen des Ortes buchstabierten. Ebenso die Eisenbahngleise. Stattdessen gab es ein auf alt getrimmtes Einkaufszentrum mit dem erfreulichen neuen Supermarkt und dem Weinladen und Boutiquen mit Freizeitkleidung und nostalgischen Handwerkserzeugnissen.

Alice Munro, »Einzig der Schnitter«, aus:Die Liebe einer Frau. Deutsch von Heidi Zerning

Vorspiel

Das hast du dir ausgedacht.

Nein, sie saß neben mir auf der Bank im Baden-Badener Kurgarten. Eine ältere Dame, teuer angezogen, süddeutscher Zungenschlag. Daneben eine weniger betuchte alte Frau, die hier Ferien machte.

Die andere lebte da? Woher willst du das wissen?

Sie hat erzählt, dass sie jeden Tag zum Mittagessen ins Brenners Parkhotel geht. Sei zwar nicht mehr gut, aber man kenne sie da. Heute säßen da auch so viele Russen ohne Tischmanieren, dass es einem grauste. Abends sei es noch schlimmer, deswegen gehe sie nur zum Mittagessen. Sie sei vor zehn Jahren hierhergezogen, obwohl auch da das Flair schon nicht mehr war wie früher.

Eine reiche Witwe?

Genau das, eine reiche Witwe, die Kinder kümmerten sich nicht um sie, sie habe ihre Schuldigkeit getan, alles bezahlt, das Studium der Enkel, teure Reisen, die Arztrechnungen der Schwiegertochter, und nun sei sie abgeschrieben. Keiner komme mehr vorbei, einmal in der Woche ein Anruf. Es sei eine Schande. Als ihr Mann noch lebte, hätten sich die Kinder das nie getraut. Und dann unterzog sie die Leute, die an uns vorbeiflanierten, einer harschen Kritik. Das hätte es früher nicht gegeben, so herumzulaufen, das sei eine Schande. Ob die alle keinen Spiegel zu Hause hätten. Und dann die Frauen mit den unerzogenen Kindern, die über den Rasen liefen. Das sei aber auch kein Wunder, heute wollten alle Karriere machen, sie habe ihre Kinder ordentlich erzogen. Sei für die Familie da gewesen.

Und die andere saß dabei und hörte zu? Sagte nicht, wieso kommen Ihre braven Kinder dann nicht zu Ihnen?

Sie war eine Nette, eine, die sagte, ja, so ist das Leben, oder: Seien wir froh, dass wir gesund sind, oder: Immerhin scheint die Sonne.

Die beiden saßen in der Sonne auf der Bank? Du erzählst mir keine alte Filmszene?

Die beiden saßen auf der Bank, ich daneben. Die eine war so grantig, so unzufrieden, dass sie auch das Brautpaar, das vom Fotografen unter den Baum gestellt und fotografiert wurde, nur kopfschüttelnd betrachtete: Zu ihrer Zeit sei man nicht mit langer Schleppe durch den Park gelaufen, man sei mit der Kutsche oder in der Limousine gefahren. Und dann kam eine alte Dame mit einem freundlich herumschnuppernden Hund vorbei. Der lief ohne Leine. Die kenne sie schon, die gehe immer ohne Leine mit dem Vieh, das sei aber verboten, und wieso jetzt nicht ein Polizist da sei und den Strafzettel ausstelle, das allein würde der eine Lehre sein. Vielleicht kommt es ihr aufs Geld nicht an, wandte die Nette ein. Aber nein, bekam sie zur Antwort, schauen Sie die Frau an, die verfügt über kein Einkommen, sieht man doch. Hoffentlich muss sie bald blechen, aber die Polizei ist nie da, wenn man sie braucht.

Hör auf. Ich glaube dir kein Wort, zu viele Klischees auf einmal. Das hast du nicht erlebt. Du schmückst aus. Übertreibst. Damit es deutlicher wird.

Gegenüber spielten drei kleine Mädchen, hübsch anzusehen, in weißen Kleidern, sie gehörten zur Hochzeitsgesellschaft. Das eine Kind zog seine Schuhe aus. Da sehen Sie, das ist es, was ich meine, die Mutter amüsiert sich, schaut nicht, die Kleine wird sich erkälten, das hat die Mutter dann davon, und die Großmutter muss einspringen. Keiner guckt, das Kind wird ins Wasser fallen. Danach ist das Geschrei immer groß. Mein Mann legte Wert darauf, dass die Kinder gehorchen. Ich habe mich angepasst. Das muss doch auch so sein, sonst kann eine Ehe nicht funktionieren. Deswegen gehen die heute alle auseinander. Als mein Mann starb, wusste ich, dass es nur noch schrecklich werden würde. Ohne Mann ist eine Frau einfach nichts. Da können Sie sagen, was Sie wollen.

Das glaubt dir wirklich kein Mensch.

Genau so war es: Auf der Parkbank in Baden-Baden. Ein Klageweib schlimmster Sorte. Gut angezogen und frisiert. Die Litanei einer Unzufriedenen. Dass die Kinder das nicht hören wollen, habe ich verstanden – und bin meiner Wege gegangen.

Und was soll ich mit der Geschichte anfangen?

Es gibt Menschen, die du nie triffst. Sie sind aber da. Keine große Einsicht. Es lohnt, hinzuhören. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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