Schuss mit lustig - Ralf Kramp - E-Book

Schuss mit lustig E-Book

Kramp Ralf

4,8

  • Herausgeber: KBV
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2016
Beschreibung

Kurzkrimi-König Kramp − Neue mörderische Streiche des notorischen Wiederholungstäters aus der Eifel. Herzlich willkommen in der haarsträubenden Welt der ruchlosen Seniorinnen, der musikalischen Auftragskiller und der talentlosen Kidnapper! Ralf Kramp entführt den Leser wieder einmal in sein Panoptikum der ganz alltäglichen Verbrechertypen von nebenan. Mit absurdem Witz und sprachlicher Eleganz führt er in Reim und Prosa durch die Abgründe der Kriminalistik und sorgt dafür, dass Ihr Herz auch ja nicht für die Falschen schlägt. Bei ihm sind es nämlich wieder einmal eher die glücklosen Täter, denen unser Mitgefühl gilt. Gemordet wird beim Boulespiel und beim Backen, im Wohnmobil und beim Museumsbesuch. Und wenn Sie nach Ralf Kramps bisherigen fünf Kurzkrimibänden zu wissen glauben, welchen Haken der Autor als Nächstes schlagen wird – er wird Sie trotzdem austricksen. Garantiert! Und Sie werden es lieben …

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Seitenzahl: 196

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Ralf KrampSchuss mit lustig

Vom Autor bisher bei KBV erschienen:

Tief unterm Laub

Spinner

Rabenschwarz

Der neunte Tod

Still und starr

... denn sterben muss David!

Kurz vor Schluss (Kriminalgeschichten) Malerische Morde

Hart an der Grenze

Ein Viertelpfund Mord (Kriminalgeschichten)

Ein kaltes Haus

Totentänzer

Nacht zusammen (Kriminalgeschichten)

Stimmen im Wald

Voll ins Schwarze (Kriminalgeschichten)

Starker Abgang (Kriminalgeschichten)

Mord und Totlach (Kriminalgeschichten)

Totholz

Ralf Kramp, geboren 1963 in Euskirchen, lebt und arbeitet als Krimiautor, Karikaturist und Veranstalter von Krimi-Erlebniswochenenden in der Eifel. Für sein Debüt »Tief unterm Laub« erhielt er 1996 den Eifel-Literatur-Förderpreis. Seither erschienen zahlreiche weitere Bücher bei KBV, unter anderem sechs schwarzhumorige Kurzkrimisammlungen und die bisher sechsteilige Romanreihe um den kauzigen Helden Herbie Feldmann. Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Euskirchen. Seit 2007 führt er mit seiner Frau Monika in Hillesheim das »Kriminalhaus« mit dem »Deutschen Krimi-Archiv« mit 30.000 Bänden, dem Krimi-Café »Café Sherlock« und der »Buchhandlung Lesezeichen«.

www.ralfkramp.de,www.kriminalhaus.de

Ralf Kramp

Schuss mit lustig

Originalausgabe

© 2016 KBV Verlags- und Mediengesellschaft mbH, Hillesheimwww.kbv-verlag.de

E-Mail: [email protected]: 0 65 93 - 998 96-0

Fax: 0 65 93 - 998 96-20

Umschlaggestaltung: Ralf Kramp

Print-ISBN 978-3-95441-290-7

E-Book-ISBN 978-3-95441-304-1

Für Ines und Peterundfür Vanessa und Carsten

Inhalt

Verzweiflung

Der beste Service

Mit geübtem Blick

Immer nur das Eine

Ein Frühlingsgedicht

Kasperle im Zauberwald

Meine liebes Röschen

Die Falle

Das Tanzen der Wellen

Ein Notruf

Das Auge des Gesetzes

Hier ruhst Du nun

Das Grauen in der Bordtoilette

Die Buchhändlerin

Abwärts

Das Schweigen der Handys

Das Schweinchen

Jutta statt Plastik

Nix passiert

Eifeler Eifersucht

Der fiese Möpp

Weihnachtsfeier mit Chef

Lichterglanz

Verzweiflung

Ich such schon ein Jahr genau

Nach dem Mörder meiner Frau.

Das ist alles nicht zum Lachen.

Wirklich keiner will es machen!

Der beste Service

 

Frau Scheuermann ist unsere beste Kundin. Doch, doch, das wissen alle in meinem Team, und das erzähle ich auch jedem, der es hören will. Sie kommt pünktlich alle zwei Wochen, lässt sich von uns gerne die Termine so einrichten, wie sie uns am besten passen, und betont immer wieder, dass sie großen Wert darauf legt, dass wir nur die allerbesten Mittel verwenden. Waschen, färben, ondulieren … ganz egal, was es kostet. Sie bekommt von uns den besten Service. Natürlich lässt sie sich nicht von irgendwelchen Angestellten bedienen, sondern nur von mir, von der Chefin persönlich. Aber über den Zwanzig-Euro-Schein, der hinterher ins Schweinchen wandert, freuen sich dann am Ende immer alle.

Sie plappert zu gerne vor sich hin, wenn ich ihr die Spitzen schneide oder die Lockenwickler ins Haar drehe. Ich weiß noch genau, wie erschrocken ich war, als sie mir damals zum ersten Mal zugeflüstert hat: »Meinen Mann Erwin, wissen Sie, den bringe ich demnächst um.«

Natürlich habe ich gewusst, dass sie es nicht wirklich tun will. Also, das Umbringen ihres Ehemanns und so. Es klang zwar durchaus ernst gemeint, denn sie lieferte mir auch gleich eine ganze Wagenladung an Motiven für diesen Mord: »Der ist faul, verfressen, versoffen, lügt wie gedruckt und beschimpft mich auf Teufel komm raus.« Und dann schickte sie mit dramatischem Blick hinterher: »Und jetzt geht er auch noch fremd!«

Ich habe ihr damals in aller Ruhe die teure Fliedertönung in die Strähnen gepinselt und gedacht: Naja, das sagt man eben so. Aber ihre Augen haben mich im Frisörspiegel so feurig angefunkelt, und dann hat sie gezischt: »Ich habe überlegt, wie ich es mache. Ich drehe in seiner Werkstatt die Gasflasche auf. Da raucht er immer heimlich, da hat sich das ganz schnell mit einem Knall erledigt.«

In den folgenden Monaten hat sie mir immer wieder erzählt, was sie vorhat. Einmal wollte sie den Föhn in die Badewanne werfen, ein anderes Mal sollte ihr Erwin beim Reparieren der Regenrinne von der Leiter fallen. Ich glaube, sie hat mir in den letzten anderthalb Jahren sicher zwei Dutzend verschiedener Methoden genannt, mit denen sie ihren Mann ins Jenseits befördern könnte. Ich lächle dann immer nur freundlich und mache meine Arbeit. Mal mache ich ihr eine bombastische Hochsteckfrisur, mal Extensions, mal flechte ich ihr Schnecken, was in ihrem Alter ein bisschen albern aussieht, wenn Sie mich fragen. So eine Kundin hat man nicht alle Tage, die muss man immer gut behandeln. Reicht schon, dass die ganzen Friseusen schwarz Hausbesuche machen und mir die Kundschaft wegnehmen. Verstehen Sie doch, oder?

Gestern sollte es wieder ganz was Besonderes sein. Neue Farbe, neuer Look. Frau Scheuermann hat sich überlegt, dass ihr so ein kinnlanger Bob in Platin mal ganz gut stehen würde. Während ich Volumenschaum in ihr dünnes Haar knete, beobachte ich im Spiegel, wie ihre Wangenmuskeln zucken. Sie ist heute alles andere als entspannt.

»Frau Scheuermann«, sage ich leutselig, »Wo drückt denn der Schuh?« Dabei weiß ich es doch schon längst. Ihre Augen wandern nach rechts und links. Sie will sich vergewissern, dass außer mir niemand zuhört. Frau Pringel rechts sitzt unter der Haube und Frau Zöller links liest die Gala und ist fast taub. Also sagt Frau Scheuermann leise, aber voller Hass: »Er will sich scheiden lassen, der Dreckskerl. Jetzt mache ich Ernst!« Und dann öffnet sie vorsichtig ihre Handtasche und lässt mich einen Blick hineinwerfen. Ich erkenne zwischen dem ganzen Krimskrams, den sie darin hat, einen Revolver.

Heute scheint mir Frau Scheuermann irgendwie ein bisschen neben sich zu stehen. Ganz verwirrt, die Arme. Als wir beratschlagen, welche Farbe am besten zu ihrem schwarzen Kostüm passt, ist sie richtig unkonzentriert. Sie hat außerdem Angst, auf der Beerdigung eine allzu extravagante Frisur zu tragen. Kann man ja auch verstehen, oder?

»Bald haben Sie alles hinter sich«, sage ich tröstend. »Und dann fängt Ihr neues Leben an. Da probieren wir wieder ganz viele neue Frisuren aus, was?«

Sie lächelt mich schwach an. Sie kann es immer noch nicht fassen, dass jemand ihren Erwin überfahren hat. Einfach so, in der Abenddämmerung am Zebrastreifen, mit dem Auto drüber und abgehauen.

Mit geübtem Blick

Gib dir wenigstens ein bisschen Mühe, Dietmar! Man könnte ja meinen, es wäre dir lästig!«

»Es ist mir nicht lästig, Liebes. Aber das Vorlesen fällt mir nicht gerade leicht, während ich hier durch das Unterholz stakse.«

»Es reicht, wenn ich verstehe, was du vorliest. Du musst es ja nicht deklamieren. Aber eben auch nicht nuscheln.«

»Gut, also, wo war ich stehengeblieben?«

Sie rollte mit den Augen. Kein Mensch konnte so mit den Augen rollen wie sie. Sie drehten sich mit weit nach außen gerichteten, hellblauen Pupillen tief in den Höhlen. Großes Drama.

Seine Frau hatte einen regelrechten Luchsblick. Er als Optiker konnte das schließlich beurteilen. Trotz ihrer zweiundfünfzig Jahre hatte sich noch keinerlei Sehschwäche eingestellt. Das würde ihr auch nicht schmecken. Eine Brille? Niemals! Eher würde da gelinst und gelasert. Aber das war, wie schon gesagt, alles noch in weiter Ferne.

Manchmal war ihm ihr Blick einfach zu scharf. Ständig sah sie ihm auf die Finger, nichts machte er ihr gut genug, wirklich nichts. Dietmar fühlte sich oft wie ein ungebetener Gast im eigenen Haus. Und er hatte den Eindruck, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer und schlimmer wurde.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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