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Es ist eine Nacht im Jahr 1796, in der der große deutsche Dichter mit dem Stoff seines „Wallenstein“ ringt. Durch die Straßen Jenas heult der eisige Dezemberwind, während Schiller unter seiner fiebrigen Brustkrankheit leidet. Der Arzt würde ihn am liebsten strenge Bettruhe verordnen, und auch Goethe, sein zugleich bewunderter und rivalisierender Freund in Weimar, hat ihm zu größerer Rücksicht auf die eigene Gesundheit geraten. Doch Schiller zeigt dafür keinerlei Verständnis und widersetzt sich allen Mahnungen... Thomas Mann schrieb „Schwere Stunde“ im Jahr 1905 als Auftragsarbeit für den Simplicissimus anlässlich des Schillerjahres. Mit dieser Novelle wich er deutlich von den damaligen Erwartungen ab, indem er den Schriftsteller nicht als von göttlicher Gunst getragenes Genie darstellte, wie es im 19. Jahrhundert und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich war, sondern als einen von Leid gezeichneten Menschen.
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Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2026
Thomas Mann
Novelle
SCHWERE STUNDE wurde zuerst veröffentlicht im S. Fischer Verlag, Berlin 1905.
Diese Ausgabe wurde aufbereitet und herausgegeben von
© apebook Verlag, Essen (Germany)
www.apebook.de
2026
V 1.0
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-96130-713-5
Buchgestaltung: SKRIPTART, www.skriptart.de
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Inhaltsverzeichnis
Schwere Stunde
Impressum
SCHWERE STUNDE
Eine kleine Bitte
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Er stand vom Schreibtisch auf, von seiner kleinen, gebrechlichen Schreibkommode, stand auf wie ein Verzweifelter und ging mit hängendem Kopfe in den entgegengesetzten Winkel des Zimmers zum Ofen, der lang und schlank war wie eine Säule. Er legte die Hände an die Kacheln, aber sie waren fast ganz erkaltet, denn Mitternacht war lange vorbei, und so lehnte er, ohne die kleine Wohltat empfangen zu haben, die er suchte, den Rücken daran, zog hustend die Schöße seines Schlafrockes zusammen, aus dessen Brustaufschlägen das verwaschene Spitzenjabot heraushing, und schnob mühsam durch die Nase, um sich ein wenig Luft zu verschaffen; denn er hatte den Schnupfen wie gewöhnlich.
Das war ein besonderer und unheimlicher Schnupfen, der ihn fast nie völlig verließ. Seine Augenlider waren entflammt und die Ränder seiner Nasenlöcher ganz wund davon, und in Kopf und Gliedern lag dieser Schnupfen ihm wie eine schwere, schmerzliche Trunkenheit. Oder war an all der Schlaffheit und Schwere das leidige Zimmergewahrsam schuld, das der Arzt nun schon wieder seit Wochen über ihn verhängt hielt? Gott wußte, ob er wohl daran tat. Der ewige Katarrh und die Krämpfe in Brust und Unterleib mochten es nötig machen, und schlechtes Wetter war über Jena, seit Wochen, seit Wochen, das war richtig, ein miserables und hassenswertes Wetter, das man in allen Nerven spürte, wüst, finster und kalt, und der Dezemberwind heulte im Ofenrohr, verwahrlost und gottverlassen, daß es klang nach nächtiger Heide im Sturm und Irrsal und heillosem Gram der Seele. Aber gut war sie nicht, diese enge Gefangenschaft, nicht gut für die Gedanken und den Rhythmus des Blutes, aus dem die Gedanken kamen…
