Seduction 2. Betöre mich - Beth Kery - E-Book

Seduction 2. Betöre mich E-Book

Beth Kery

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Beschreibung

Prickelnde Begegnungen, sehnsüchtige Blicke, heiße Nächte ...

Im Leben der ehrgeizigen Lin hat außer ihrer Karriere und ihrem Chef, für den sie verborgene Gefühle hegt, nicht viel anderes Platz. Sie ist überzeugt, nie einen anderen Mann lieben zu können. Bis eines Tages dessen unverschämt attraktiver Halbbruder Kam vor ihr steht. Und ihr unmissverständlich klarmacht, dass er sie will. Lins Zurückhaltung scheint seinen Ehrgeiz nur noch mehr zu entfachen, und auch ihr fällt es zunehmend schwer, dem charismatischen Raubein Kam zu widerstehen. Lin muss sich entscheiden: Soll sie der Versuchung nachgeben und zum ersten Mal in ihrem Leben alle Vernunft über Bord werfen?

Dieses E-Book ist der zweite von vier Teilen von »Seduction«, des nächsten heißen Abenteuers nach »Devotion«, »Temptation« und »Hot Temptation«. Lassen Sie sich verführen von einer Welt voller Erotik, Leidenschaft – und Liebe. Wie es weitergeht, erfahren Sie in »Berühre mich« ...

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Seitenzahl: 159

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So geht es weiter:

Lin, die Kam inzwischen näher gekommen ist, bereiten ihre leidenschaftliche Gefühle für ihren neuen Boss große Probleme, weshalb sie verzweifelt versucht, auf Distanz zu gehen.

Auch Kams Bruder Ian macht das Gefühlswirrwarr zwischen den beiden Sorgen: Er warnt Kam eindringlich davor, Lin in irgendeiner Weise zu verletzten. Er kennt sie, seit sie mit siebzehn angefangen hatte, für Noble Enterprises zu jobben, und schätzt sie als Mitarbeiterin ebenso wie als Freundin.

Kam, der selbst Zweifel hat, ob Lin ihn abgesehen von aller Leidenschaft überhaupt als ebenbürtigen Partner wahrnehmen würde, sucht die Aussprache mit ihr. Als dann noch ein anderer Mann auf der Bildfläche erscheint, kochen die Gefühle hoch …

Autorin

Die amerikanische Erfolgsautorin Beth Kery liebt Romane – je erotischer, desto besser. Mit ihren E-Book-Serien Temptation, Hot Temptation und Devotion stürmte sie die New-York-Times-Bestsellerliste und schrieb sich in die Herzen Tausender begeisterter Leserinnen. Mit Seduction erscheint ihr neuestes prickelndes Abenteuer.

BETH KERY

SeductionBetöre mich

Roman

EPISODE 2

Aus dem Amerikanischen von Sebastian Otterbach

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

Die Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel Since I Saw You bei Berkley Books, Penguin Group USA, New York1. AuflageE-Book-Ausgabe September 2016 bei Blanvalet, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, MünchenCopyright der Originalausgabe © 2014 by Beth KeryThis edition is published by arrangement with The Berkley Publishing Group, a member of Penguin Group (USA) Inc.Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2016 by Blanvaletin der Verlagsgruppe Random House GmbH,Neumarkter Str. 28, 81673 MünchenRedaktion: Sabine WiermannUmschlaggestaltung: © Johannes Wiebel | punchdesignUmschlagmotiv: © Miriam VerlindenRdaktion: Sabine WiermannKW · Herstellung: kwSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-19739-1V002www.blanvalet.de

KAPITEL FÜNF

Es wurde für Lin schließlich noch ein wunderbares Essen mit Kam, den sie sogar überzeugen konnte, sie von den Spareribs und der Pizza probieren zu lassen. Er hatte recht gehabt. Das Essen war köstlich. Sie blieben noch so lange sitzen, bis Lin bedauernd feststellte, dass sie zurück ins Büro musste. Da er Interesse gezeigt hatte, andere Unternehmen kennenzulernen, führte sie bei der Taxifahrt zurück ein paar Telefonate und organisierte für Kam einen Besuch bei Schnell Industries, einem jungen, vielversprechenden Technologieunternehmen, und bei Alltell, einer bedeutenden Firma für Mobilfunk-Technik.

»Könntest du dir vorstellen, Mobilfunk-Technologie einzukaufen, um deine Uhr in einen Organizer oder ein Kommunikationsgerät weiterzuentwickeln?«, wollte sie wissen.

»Ich denke darüber nach«, antwortete Kam vage.

»Denn das wäre eine fantastische Idee«, begeisterte sie sich. Sie lehnte sich in den Taxisitz zurück und überdachte gerade all die innovativen Möglichkeiten für Kams Entwicklung, als sie bemerkte, dass er sie fest anblickte.

»Es ist sicher sehr aufregend für dich, ein solch aufsehenerregendes Produkt zu haben. Ich könnte mich wirklich für deine Uhr begeistern«, erklärte sie ernsthaft.

»Könntest du?«, fragte er. Lin zuckte ein wenig, als sie die Intensität hinter seiner leisen Frage spürte.

Sie hörte früh auf zu arbeiten und fuhr in ihre Wohnung zurück. Dort wollte sie noch einen neuen Tanzschritt üben, der ihr bislang noch schwerfiel. Der traditionelle chinesische Tanz verlangte höchste Körperbeherrschung. Für sie war es eine Art Meditation, eine Übung, die ihr half, ihre Mitte zu finden, ihren Frieden … ihre Kontrolle.

Etwas in ihr sagte ihr, dass sie diese Kontrolle noch heute brauchen würde.

Sie wischte den flüchtigen Gedanken beiseite, und es gelang ihr, sich eine Weile in dem fließenden Rhythmus des Tanzes zu verlieren. Dann duschte sie und legte sich zwei Kleider zurecht, die für das Dinner infrage kamen. Als sie ihren begehbaren Kleiderschrank gerade verlassen hatte, klingelte es an der Tür. Sie legte die Kleider über den Arm und schloss eilig ihren Bademantel. Nachdem sie durch den Spion kontrolliert hatte, wer vor der Tür stand, machte sie auf.

»Hallo«, begrüßte sie Richard St. Claire lächelnd. »Was machst du um diese Zeit zu Hause?« Sie wusste, dass er zu dieser Tageszeit eigentlich im Restaurant arbeitete.

»Ich habe mir irgendetwas eingefangen. Emile hat mir gesagt, ich solle mich ins Bett legen, bevor ich noch die Gäste anstecke«, krächzte Richard und zeigte auf seine Brust. »Könnte ich mir deinen Luftbefeuchter ausleihen? Meine Lunge zerreißt jedes Mal, wenn ich huste.«

»Es klingt, als hättest du dir auch eine Kehlkopfentzündung geholt«, bemerkte sie beunruhigt. »Warst du schon beim Arzt?«

Er schüttelte den Kopf.

»Ich habe kein Fieber. Ich muss mich nur ein bisschen schonen.«

»Komm«, sagte sie und eilte zurück ins Schlafzimmer. Sie warf die beiden Kleider auf das Fußende des Bettes und ging ins Badezimmer. Als sie mit dem Luftbefeuchter unter dem Arm kurz darauf wieder herauskam, betrachtete Richard die Kleider.

»Gehst du heute Abend aus?«

»Ja. Ins Frais.« Lin reichte ihm den Apparat.

»Verräterin.«

»Elise und Lucien sind wie eine Familie für mich, genau wie du und Emile«, schimpfte sie mit ihm. »Davon abgesehen ist Otto Gersbach ein Gesundheitsfanatiker. Trinkt keinen Tropfen Alkohol und, aber das bleibt jetzt unter uns, geht lieber in Restaurants, die keinen Alkohol ausschenken, wenn seine Tochter ihn begleitet.«

»Ah«, nickte Richard verständnisvoll. Er wusste, dass Elises Restaurant auf solche Gäste abzielte, die eine Vergangenheit mit Alkoholmissbrauch hinter sich hatten, sowie auf deren Freunde und Familie. Abgesehen von Alkohol gab es dort aber alles, was sich ein Genießer für ein luxuriöses Abendessen nur wünschen konnte. »Die Dinge, die du über Nobles Geschäftspartner in Erfahrung bringst, würden den Rest der Bevölkerung in Erstaunen versetzen. Weil wir gerade davon reden, wie lief es denn am Montagabend?« Er warf ihr einen Nun-tu-nicht-so-Blick zu, als sie so tat, als würde sie sich nicht gleich erinnern. »Mit dem sexy brasilianischen Straßenkämpfer?«

Sie griff nach den Kleidern.

»Sehr gut, denke ich. Es war nur für den Job, weißt du … Ians Bruder«, erinnerte sie ihn, als sie seine erstaunte Miene sah. »Und heute Abend gehe ich mit ihm zu einem Geschäftsessen.«

»Ui-ui!«, raunte Richard ungläubig.

Sie warf ihm einen gelassenen Blick zu. In ihrem Inneren jedoch schlug ihr das Herz bis zum Hals. Sie hatte sich bemüht, das Savaur mit Kam an jenem Abend nicht zu auffällig zu verlassen, doch Richard war nichts entgangen. Er dürfte sogar bemerkt haben, dass sie gemeinsam in ein Taxi gestiegen waren. Auch wenn das noch nichts heißen musste. Es könnte auch sein, dass sie sich einfach eines geteilt haben.

»Er sieht Ian wirklich verdammt ähnlich«, erwähnte Richard ein wenig zu beiläufig.

»Ja, das stimmt«, gab sie zu. Vor dem Spiegel über ihrem Schminktisch hielte sie sich zuerst das eine, dann das andere Kleid vor den Körper. »Obwohl er auch nicht unterschiedlicher sein könnte.«

»Mit ihm zusammen zu sein, ist das für dich nicht … schwierig?«

Sie wusste genau, worauf Richard abzielte, hatte jedoch keine Lust, dieses Thema zu diskutieren. Richard und Emile waren zwei kluge, aufmerksame Männer. Noch nie hatte sie vor einem der beiden rundheraus zugegeben, dass sie »etwas« für ihren Chef übrig hatte, aber sie dürften es vermuten. Regelmäßig weigerte sie sich mit ihnen darüber zu sprechen, warum sollte das heute Abend anders sein? »Nein«, antwortete sie. »Kam ist eine besondere, sagen wir, herausfordernde Persönlichkeit, mit der ich aber gut umgehen kann.«

»Bist du da sicher?«

»Absolut.« Ruhig sah sie ihm über den Spiegel in die Augen.

Richard betrachtete nüchtern ihr Gesicht und zuckte dann mit den Schultern.

»Bei manchen Themen bist du wie ein Schloss mit sieben Siegeln, Lin.«

»Ich habe gar keinen Grund, etwas abzuschließen. Nicht bei diesem Thema«, log sie.

»Also ist es für dich etwas ganz Einfaches, Leichtes, mit einem Mann umzugehen, der Ian Noble so ungemein ähnlich sieht, ja?«

So leicht wie eine Sünde.

Sie unterdrückte den automatisch entstandenen Gedanken und hielt die beiden Kleider in die Höhe.

»Welches?«

»Ist das so eine Art von Rätsel, mit dem ich mir meine eigene Frage beantworten soll?«

Entnervt sah sie ihn an, woraufhin er loslachte. Richard studierte dann mit Kennermiene die beiden Kleider. Dann nannte er den Namen des Designers des schwarz-weißen Kleides, als wäre die Wahl selbstverständlich gewesen. Es war ein Smoking-ähnliches Strick-Cocktailkleid, mit tiefem Dekolleté, das ihre Arme, den oberen Rücken und ihre Schultern unbedeckt ließ. Ein runder Ausschnitt vorne am Saum erlaubte zudem den Blick auf ihre Beine. Zwar hatte das Kleid einen klaren geometrischen Schnitt, doch es war auch zutiefst sexy.

»Denkst du nicht, das ist ein bisschen … zu viel?«, fragte sie zögernd und betrachtete den Stoff kritisch.

»Dann sag du, welches du nimmst«, war Richards verschmitzte Antwort.

Sie zeigte auf das deutlich prüdere Kleid mit bauschigem Hemd, einer hohen Hüfte und geschlossenem Hals.

»Interessant«, stellte Richard fest und wollte, mit dem Luftbefeuchter unter dem Arm, das Zimmer verlassen.

»Du musst viel trinken. Ich schaue nachher noch mal nach dir. Und dieses Kleid ist nicht interessant«, rief sie ihm noch nach. »Das ist ein absolut uninteressantes Kleid.«

»Genau das war ja so interessant, dass du dich dafür entschieden hast«, sagte er und ging.

***

Sofort, nachdem sie den kleinen Festsaal betreten hatte, begrüßte Francesca sie. Luciens Mitarbeiter hatten den Raum in ein Atelier verwandelt, um Francescas Kunstwerke auszustellen.

»Hallo! Du bist eine der Ersten. Oder vielleicht bist du auch nur die Einzige, die kommt«, fügte Francesca leise und verunsichert hinzu. Dann umarmte sie Lin, küsste sie auf die Wange. Lin tat es ihr gleich.

»Sei nicht albern. Es werden viele Leute kommen. Du hast doch am Sonntag diese tolle Erwähnung im Feuilleton der Chicago Tribune bekommen. Ich bin nur deshalb so früh gekommen, weil ich sichergehen wollte, vor den anderen da zu sein. Du siehst toll aus«, erklärte Lin. Das lebhafte Grün wirkte im Zusammenspiel mit dem rosa-goldenen Haar und den dunklen Augen von Ians Frau wunderbar. Der Schnitt des Kleides unterstrich Francescas Schwangerschaft, anstatt sie zu verbergen. Francesca war im fünften Monat, und sie strahlte. Merkwürdigerweise, wenn man Lins geheime Gefühle für Ian berücksichtigte, war sie nie schmerzlich eifersüchtig auf Francesca gewesen. Was wahrscheinlich daran lag, dass es sehr einfach war, die lebendige, frische und außergewöhnlich talentierte junge Frau zu mögen. Lins Gefühle für Francesca Noble hatten sich von vorsichtiger Freundlichkeit zu Respekt und Zuneigung gesteigert. Sie verstand, warum Ian verzaubert war von seiner Frau. Davon abgesehen, wie hätte sie sich aufrichtige Gefühle für Ian eingestehen und dann nicht glücklich sein können angesichts seines offensichtlichen Friedens und Glücks?

»Danke«, antwortete Francesca ernsthaft. »Ich hatte seit fast einem Jahr keine Ausstellung mehr. Ich bin unglaublich nervös.«

»Ich freue mich darauf, deine Arbeiten zu sehen. Sie sind toll, da bin ich ganz sicher.« Lin sah sich im fast leeren Festsaal um. Einige von Francescas Skizzen hingen gerahmt an den Wänden, andere wurden auf hohen Tischen im Raum präsentiert.

»Das hoffe ich. Es ist ein ganz anderes Medium, vor allem deshalb bin ich so aufgeregt. Komm, wir hängen dein Schultertuch auf«, schlug sie vor und wies auf die andere Ecke des Saales. »Wow. Was für ein Kleid«, entfuhr es Francesca einige Sekunden später, als Lin ihren Überwurf abgelegt hatte. »Du siehst immer so aus, als kämst du direkt vom Laufsteg, aber das hier … sehr sexy«, lobte Francesca sie grinsend.

Ungewöhnlich selbstbewusst hatte Lin der Frau an der Garderobe ihr großes Tuch überreicht. Was hatte sie dazu getrieben, schließlich doch das gestrickte Smoking-Kleid zu wählen? Ihr Rücken, ihre Schultern und die Arme fühlten sich mit einem Mal sehr nackt an, die bloße Haut reizbar und empfindlich.

»Ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis ich wieder ein Kleid wie deines anziehen kann«, stellte Francesca fest und strich sich über den kleinen, gewölbten Bauch.

»Du könntest es sogar jetzt noch tragen«, gab Lin aufrichtig zurück. »Du hast ja, außer dem Gewicht des Kindes, kaum ein Gramm zugenommen.«

»Ja. Als könnte ich diese Zahl von meinem Gewicht einfach abziehen«, sagte sie lachend und betrachtete Lins Kleid. Dann blitzte in ihren Augen plötzliches Interesse auf, und sie trat näher an Lin heran. »Wir müssen darüber reden, was du von Kam hältst. Ian hat angedeutet, dass die Sache zwischen euch wohl … interessant wurde, als ihr euch neulich kennengelernt habt.«

Ein Alarm läutete in Lins Gehirn.

»Interessant? Was meint Ian denn bitte damit?«

Francesca wollte gerade antworten, sah dann aber über Lins Schulter und nahm sich zurück.

»Hallo«, grüßte sie. »Lin ist schon hier. Sie sieht umwerfend aus, oder?«

Das kribbelnde Gefühl auf ihren nackten Schultern und dem Rücken verstärkte sich. Lin drehte sich um. Lucien und Kam standen direkt hinter ihr. Die beiden außergewöhnlichen, extrem gutaussehenden Männer waren ziemlich genau gleich groß. Kams Blick huschte über sie hinweg. Sie wurde aus seinem starren Ausdruck nicht klug, seine Augen jedoch schimmerten wie Quecksilber in seiner maskenhaften Miene.

»Wurde der Anzug rechtzeitig geliefert?«, wollte Lin wissen. Er nickt nur kurz, sein Blick wurde aber nicht nachgiebiger.

Hungrig?

»Er … er steht Ihnen«, stammelte sie. Was eine unsagbare Untertreibung war. Kam sah in dem perfekt geschnittenen schwarzen Anzug mit dem frischen weißen Hemd und der königsblauen Krawatte umwerfend aus. »Wie war der Rundgang bei Schnell heute Nachmittag?«, hakte sie nach.

»Gut. Jim war großartig.« Kam sprach vom Vizepräsidenten des Unternehmens, der sich Lin zuliebe mit ihm getroffen hatte. »Ich danke Ihnen nochmals, dass Sie das möglich gemacht haben.«

»Es war mir ein Vergnügen.«

Dieses Mal hatte Kam sich glatt rasiert, sein dunkles, rotbraunes Haar war gebürstet und lag in ordentlichen Wellen um seinen Kopf. Er hatte ihr verraten, dass seine Mutter aus Irland stammte. Waren diese rötlichen Einsprengsel der irische Einfluss, der sich gegen den dunklen Gallier durchgesetzt hatte? Es kam ihr vor, als würde sie ihn zum ersten Mal sehen.

»Lucien«, fuhr sie fort, als sie bemerkte, wie sie Kam anstarrte. Sie trat einen Schritt vor, um Ians älterem Bruder zur Begrüßung ein Küsschen auf die Wange zu geben.

»Hallo. Francesca hat recht. Du sieht unglaublich aus«, hieß Lucien sie in seiner tiefen, strömenden, französisch angehauchten Stimme willkommen.

»Danke.« Sie trat einen Schritt zurück und geriet in eine unangenehme Situation. Sollte sie Kam auf gleiche Weise begrüßen? Schließlich war auch er ein Bruder von Ian. Glücklicherweise wurde ihr diese Entscheidung abgenommen, denn sie sah, wie die Gersbachs, zusammen mit einem Dutzend weiterer Besucher, den Saal betraten.

»Dort kommen sie«, erklärte Lin in gedämpftem Ton und wies mit dem Kopf sachte in Richtung Tür. Francesca nickte verständnisvoll. Lin nahm Kams Hand und führte ihn zu Vater und Tochter. Ihn zu berühren war leicht, wenn es eine geschäftliche Handlung als Entschuldigung dafür gab.

Das versuchte sie sich zumindest einzureden, während sie das Herzklopfen, das bis in ihre Ohren reichte und von dem Gefühl seiner großen, warmen Hand um die ihre stammte, zu ignorieren versuchte.

Kam bekam mit, wie Lin die Gersbachs begrüßte und ihn vorstellte, doch er hörte nicht wirklich zu. Auch wenn er Lin gar nicht ansah, so brannte ihr Anblick doch noch immer in seinen Augen. Sie hatte ihr Haar normalerweise hochgesteckt. Das einzige Mal, dass er es offen gesehen hatte, war, als sie zusammen im Bett gewesen waren. Da hatte es als wallende, lockende, sich überschlagende Versuchung bis auf ihren Rücken gehangen. Heute Abend trug sie das Haar offen, aber sie hatte die Strähnen geglättet. Ohne die Locken fiel es ihr in einer geraden, fast flüssig wirkenden Linie fast bis auf die Hüfte. Es sah umwerfend sexy aus. Als Lucien und er sich ihr von hinten genähert hatten, zerbarsten bei diesem Anblick all seine rationalen Gedanken.

Dann hatte sie sich umgedreht, und es kam ihm vor, als würde Seide über Seide reiben. Urplötzlich hatte ihn das brutale, primitive Bedürfnis überfallen, wieder in ihr zu sein, in all diese weiche, glatte Schönheit zu stoßen und ein krachendes Crescendo in der harmonischen Sinfonie aufzubauen, die Lin für ihn war. In seiner Schläfe und seinem Schwanz hatte es zu pulsieren begonnen, sobald er ihrem Blick begegnet war.

Wie unpassend würde er sich verhalten? Wahrscheinlich würde er diesen ganzen verdammten Abend ruinieren.

»… ist er erst am Montag angekommen. Das stimmt doch, Kam, oder?«

Er zuckte zusammen, und die misstönende Gegenwart drängte in sein Bewusstsein.

»Ja.« Erst jetzt sah er Otto Gersbachs ausgestreckte Hand. Er schüttelte sie und murmelte etwas ziemlich Unverständliches, in dem zumindest noch das Wort Vergnügen eine Ausnahme bildete. Das Gleiche passierte ihm, als ihm Brigit Gersbach vorgestellt wurde. Brigit sah ihn mit ihren großen blauen Augen an, als sei er ebenfalls Teil der Ausstellung. Unangenehm berührt sah Kam seitwärts zu Lin, in der Hoffnung, von ihr einen Hinweis darauf zu bekommen, was er als Nächstes sagen oder tun sollte. Ihre Hand fasste ihn am Ellenbogen, und mit einem Mal war alles wieder in Ordnung.

»Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie erfreut auch wir sind, Sie zu treffen«, schwärmte Otto in seinem knackigen, vom Schweizerdeutsch beeinflussten Englisch. »Brigit hat zwar eine Menge mit der Werbekampagne für die Ferienzeit zu tun, aber sie ließ es sich nicht nehmen, mich zu diesem Termin zu begleiten, um das Genie kennenzulernen, das einen derart revolutionären Einfall gehabt hat. Sogar heute noch kann ich kaum begreifen, wie Sie das hinbekommen haben.«

Kam widerstand der Versuchung, einfach nur mit den Schultern zu zucken. Stattdessen hielt er Ottos Blick stand.

»Er ist bescheiden«, sagte Brigit in gespielt spöttischem Ton zu Lin. »So sind die meisten Genies.« »Er ist anders als die anderen, das stimmt. Versuchen Sie besser nicht, ihn in eine Kategorie einzusortieren, wenn Sie seinen wahren Charakter entschlüsseln möchten«, sagte Lin mit einem warmen Lächeln in Richtung Kam.

»Möchten Sie das?«, fragte Kam zurück und sah auf Lins Gesicht herunter.

Sie blinzelte, da er sie mit seiner Frage auf dem falschen Fuß erwischt hatte.

»Möchte ich was?«

»Meinen wahren Charakter entschlüsseln?«

»Natürlich möchte sie das. Jeder weiß, dass Lin das Talent hat, ihrem Gegenüber direkt ins Herz blicken zu können«, scherzte Otto. »Sie kann in nur zwei Sekunden den üblen Kern ihres Geschäftspartners erkennen. Das ist sicher einer der vielen Gründe, weshalb Ian sie wie seinen persönlichen Schatz hütet.«

»Glücklicherweise erkenne ich hier heute Abend keine üblen Kerne«, erwiderte Lin.

Ihr Verhalten war locker, höflich und geschäftlich, doch Kam wurde vor allem durch ihre Berührung an seinem Arm beruhigt. Ein Kellner kam mit sprudelnden Säften und Mineralwasser vorbei. »Sollen wir uns Francescas Ausstellung ansehen?«, schlug Lin vor, nachdem alle ein Glas genommen hatten.