Seeking Your Love 2 (Kiss'n'Kick 2) - Nicole Alfa - E-Book

Seeking Your Love 2 (Kiss'n'Kick 2) E-Book

Nicole Alfa

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Beschreibung

**Ein Kampfsportler zum Dahinschmelzen** Wie immer ist Ben Blake, ehemaliger Karate-Kämpfer und Womanizer mit großem Ego, der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit an der River High. Ally ist die Einzige, die ihm absolut nichts abgewinnen kann. Für sie ist er nichts weiter als ein selbstverliebter Bad Boy – immerhin kennt sie ihn besser als alle anderen. Trotzdem kann sie nicht leugnen, dass er ihr mit seinem schiefen Grinsen tief unter die Haut geht. Dabei hat sie sich seit dem Ende ihrer Freundschaft geschworen, ihm fernzubleiben. Doch dann taucht er plötzlich in ihrer Judo-Stunde auf und bringt ihr Herz mit jedem Blick zum Stolpern … Die Wattpad-Sensation nun bei Impress! //Dies ist der zweite Band der berührenden Young-Adult-Buchserie »Kiss'n'Kick«. Alle Romane der Sports-Romance: -- Kicking Your Love. Kiss'n'Kick 1 -- Seeking Your Love. Kiss'n'Kick 2  -- Guarding Your Love. Kiss'n'Kick 3 -- Sammelband der gefühlvollen Sports-Romance-Trilogie (Kiss'n'Kick) Diese Reihe ist abgeschlossen.//

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Impress

Die Macht der Gefühle

Impress ist ein Imprint des Carlsen Verlags und publiziert romantische und fantastische Romane für junge Erwachsene.

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Nicole Alfa

Seeking Your Love (Kiss’n’Kick 2)

**Ein Kampfsportler zum Dahinschmelzen**

Wie immer ist Ben Blake, ehemaliger Karate-Kämpfer und Womanizer mit großem Ego, der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit an der River High. Ally ist die Einzige, die ihm absolut nichts abgewinnen kann. Für sie ist er nichts weiter als ein selbstverliebter Bad Boy – immerhin kennt sie ihn besser als alle anderen. Trotzdem kann sie nicht leugnen, dass er ihr mit seinem schiefen Grinsen tief unter die Haut geht. Dabei hat sie sich seit dem Ende ihrer Freundschaft geschworen, ihm fernzubleiben. Doch dann taucht er plötzlich in ihrer Judo-Stunde auf und bringt ihr Herz mit jedem Blick zum Stolpern …

Wohin soll es gehen?

Buch lesen

Vita

Playlist

Danksagung

© MAKEMOHRFOTO Erding

Nicole Alfa schrieb bereits mit elf Jahren die Erstfassung für ihre Debütreihe. Nachdem sie ihre Manuskripte auf einer Plattform für Autoren hochlud und dort Zuspruch von ihren Lesern bekam, verfestigte sich ihr Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Oft lässt sie sich für ihre Charaktere und deren Schicksale durch ihre Umgebung, Erfahrungen, Musik oder Fotos inspirieren. Ihr Motto ist es, nicht aufzugeben, auch wenn andere sagen, dass es unmöglich ist.

Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur den Freund. – Heinrich von Kleist

Vorbemerkung für die Leser*innen

Liebe*r Leser*in,

dieser Roman enthält potenziell triggernde Inhalte. Aus diesem Grund befindet sich hier eine Triggerwarnung. Am Romanende findest du eine Themenübersicht, die demzufolge Spoiler für den Roman enthält.

Entscheide bitte für dich selbst, ob du diese Warnung liest. Gehe während des Lesens achtsam mit dir um. Falls du während des Lesens auf Probleme stößt und/oder betroffen bist, bleib damit nicht allein. Wende dich an deine Familie, Freunde oder auch professionelle Hilfestellen.

Wir wünschen dir alles Gute und das bestmögliche Erlebnis beim Lesen dieser besonderen Geschichte.

Nicole Alfa und das Impress-Team

Playlist

Something Just Like This – The Chainsmokers, Coldplay

That’s How It Goes – Zoe Wees feat. 6LACK

Home – Somer

Happy Loner – MARINA

Bob’s Beat – WDL, Mawe

New Wave – Bow Anderson

Heat Waves – Glass Animals

Boyfriend – Justin Bieber

The Moment I Knew – Taylor Swift

Closer – The Chainsmokers, Halsey

Most Girls – Hailee Steinfeld

More – Sam Ryder

Got It In You – BANNERS

Conversations in the Dark – John Legend, David Guetta

Broken Heart of Gold – ONE OK ROCK

Hold Me Like You Used To – Zoe Wees

Little Bit of Love – Tom Grennan

Prolog

Ally

Sieben Jahre zuvor

»Versprichst du mir etwas?« Ben hüpft von der Schaukel mitten in unserem Garten.

»Was denn?« Ich springe ebenfalls ab, sodass ich mit beiden Füßen auf der von der Sonne erwärmten Wiese neben ihm lande. Weil ich barfuß bin, kitzeln die Halme unter meinen Zehen.

Ben wendet sich mir zu. Seine dunkelbraunen, fast schwarzen Haare glänzen im Sonnenlicht. Wegen dem vielen Geschaukel und dem Wind sind sie vollkommen zerzaust. Er blickt mir direkt in die Augen und grinst sein typisches freches Ben-Grinsen. Dabei zieht er immer seinen rechten Mundwinkel nach oben und bringt seine strahlend weißen Zähne zum Vorschein.

Ein Magenflattern macht sich in mir breit, als würden ganz viele Schmetterlinge darin herumschwirren.

Statt einer Antwort legt sich Ben der Länge nach auf den Rasen. Seine Hände verschränkt er hinter dem Kopf, während er gedankenverloren in den Himmel schaut.

Ich lasse mich neben ihn fallen und beobachte die Wolken, die wie weiße flauschige Bälle am blauen Himmel vorbeiziehen. Das alles hat so eine friedliche Ruhe. Ich wünschte, es wäre für immer so. Schönes Wetter und die ganze Zeit zusammen draußen spielen.

Jetzt gehen wir noch auf die Elementary School, aber in nur wenigen Jahren kommen wir auf die Middle und danach auf die Highschool. Und irgendwann gehen wir aufs College. Auf die Highschool freue ich mich am meisten. Denn dann dürfen mir meine Eltern nicht mehr so viel verbieten. Dann darf ich länger aufbleiben und so viele Süßigkeiten essen und Ben so oft treffen, wie ich will.

Dieser dreht den Kopf in meine Richtung.

»Versprichst du mir, dass wir für immer Freunde bleiben? Wir werden immer zusammenhalten und füreinander da sein. Und nichts wird uns auseinanderbringen. Egal, was passiert?«, fragt er und sieht mich mit seinen dunkelbraunen Augen unsicher an.

Ich erwidere seinen Blick mit klopfendem Herzen. Ich mag seine Augenfarbe. Sie erinnert mich an Zartbitterschokolade.

Ich liebe Zartbitterschokolade.

»Ja, klar.« Um ihn zu beruhigen, weil er so ängstlich wirkt, lächle ich ihn an. Natürlich bleiben wir das. Er ist mein bester Freund. Ich könnte mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen. Außerdem ist er der einzige Freund, den ich habe. Denn die anderen Mädchen und Jungen in meinem Alter können mich nicht so gut leiden und umgekehrt. Sie sind oft sehr zickig oder streitsüchtig und finden Karate langweilig. Mit Ben komme ich super klar. Mit Ben kann ich Karate machen.

»Versprochen?« Er sieht mich skeptisch an.

»Versprochen«, beteure ich, woraufhin er mich anstrahlt.

»Und wir werden gemeinsam alt wie unsere Grandmas und Grandpas«, stimme ich ihm zu. Mir gefällt die Vorstellung, mit Ben mein Leben zu verbringen.

»Mindestens hundert Jahre alt«, bestätigt Ben.

»Ja.« Ich nicke und verziehe das Gesicht. »Aber wir küssen uns nicht wie sie oder unsere Eltern. Das ist eklig.«

»Nein.« Ben stimmt mir mit ebenfalls angeekelter Miene erneut zu und schüttelt sich. Dann richtet er sich plötzlich in eine Sitzposition auf. Ich tue es ihm gleich.

»Ich habe etwas für dich.« Er holt etwas aus seiner Hosentasche hervor. »Das habe ich für dich gekauft. Also die Perlen und Bänder dafür. Mit meinem eigenen Geld von Mama und Papa für die volle Punktzahl in der Matheprüfung letztens«, sagt er stolz und hält mir den Gegenstand hin.

Ich nehme ihn entgegen. Es ist ein buntes Armband. Eine Ausnahme vom Farbverlauf bilden zwei weiße Perlen mit unseren Initialen darauf. Ein A für Ally und ein B für Ben.

»Ich habe das gleiche.« Er schiebt den Ärmel seines Pullovers zurück und zeigt mir sein Handgelenk. »Es sind Freundschaftsarmbänder. Ich habe sie selbst eingefädelt. Wenn wir sie tragen, werden wir für immer Freunde sein.«

»Wow, vielen Dank«, entgegne ich erfreut.

Doch Ben ist noch nicht fertig. Er holt einen Zettel aus seiner anderen Hosentasche hervor. »Willst du für immer meine beste Freundin bleiben und …« Er stoppt kurz und wirft einen Blick auf den Zettel. Nachdem er sich nervös geräuspert hat, fährt er geschäftig fort: »… später, wenn wir alt genug sind, meine Frau werden?«

Mein Herz macht einen Satz. Wir haben vor kurzem einen Film angeschaut, in dem der Prinz die Prinzessin gefragt hat, ob sie seine Frau werden will. Ben fand es süß und ich auch. Wir haben uns dabei schon vorgenommen, das auch einmal so zu machen. Bis auf den ekligen Kuss am Ende.

»Eigentlich hättest du mir die Frage zuerst stellen und mir dann das Armband geben müssen«, kläre ich ihn besserwisserisch auf.

Ben reißt erschrocken die Augen auf und wird knallrot. »Oh, ja stimmt. Tut mir leid. Ist das schlimm?«

»Nein«, antworte ich lächelnd. »Und ja, ich will später, wenn wir alt genug sind, deine Frau werden.«

»Versprochen?«, fragt er.

»Versprochen«, sage ich.

Kapitel 1

Ally

»Fünf Dollar darauf, dass sie gleich ihre Bücher fallen lässt, in der Hoffnung, er hebt sie wieder auf«, meint Phoebe und wirft sich ihre langen schwarzen Haare zurück.

»Zu offensichtlich. Hab doch ein bisschen mehr Fantasie«, kommentiert Hanna. »Ich erhöhe auf zehn, dafür, dass sie zusammen auf die Toilette verschwinden.«

»Willst du so unbedingt dein Taschengeld loswerden?«, mische ich mich ein, weil es mir zu bunt wird. »Ben geht Hailee nicht fremd.«

»Das stimmt nicht«, widerspricht mir Hanna besserwisserisch. »Gerüchten zufolge hat er jede Woche eine andere im Bett.«

Ich verdrehe die Augen, da ich mich weder für Ben und Gerüchte interessiere noch mich auf sie verlasse. »Ich verstehe nicht, warum ihr ihm überhaupt Aufmerksamkeit schenkt. Er ist es keine Sekunde wert, dass sein ohnehin schon großes Ego noch weiter gepusht wird. Es gibt doch viel spannendere Themen als Ben Blake.«

»Na und?« Hanna grinst breit. »Wir haben ja sonst nichts Besseres zu tun. Das ist wie eine kostenlose Live-Sitcom.«

»Eher wie eine schlechte Trash-TV-Serie«, murmle ich genervt, weil gefühlt jede Pause gleich abläuft.

Wie immer ist Ben der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, als er sich zu seinen Freunden an den Tisch im Zentrum des Schulhofs der River High setzt. Ich gehöre nicht dazu. Dabei werden sie nicht nur von uns, sondern auch von einigen anderen Mitschülern beobachtet.

Ein Mädchen aus einer Clique, die ihn zuvor schon die ganze Zeit über kichernd angestiert hat, tritt nun – begleitet von den gespannten Blicken ihrer Freundinnen – mit ihren Büchern in den Armen mutig an ihn heran.

Gelangweilt wende ich mich wieder meinem leckeren belegten Schinken-Käse-Sandwich zu. Ich habe mich schon den ganzen Vormittag über darauf gefreut. Was gerade passiert, ist nämlich nichts Neues. Heute ist eben wieder Ben-Anschmacht-und-Anmachzeit. Irgendein verzweifeltes Mädchen versucht, seine Aufmerksamkeit zu erlangen, er badet in ihrer Anbetung, genießt es, im Mittelpunkt zu stehen, lässt sie dann jedoch abblitzen.

Man könnte meinen, dass so etwas nur in Büchern oder Filmen passiert. Doch diese Szene, die sich vor unseren Augen abspielt, ist leider Realität.

Er hat sich so sehr verändert, dass ich froh bin, dass ich nicht mehr mit ihm befreundet bin. War er früher der beste Freund, der mich mit seinen Streichen und Witzen immer zum Lachen gebracht hat, ist er jetzt ein arroganter Angeber.

Dafür habe ich Phoebe und Hanna. Zwar sind wir nicht die allerbesten Freundinnen, aber wir verstehen uns sehr gut, und wenngleich ich mich nicht so sehr wie sie für den Gossip an unserer Schule interessiere, haben wir ähnliche Interessen. Das reicht mir.

Ein kühler Wind streift mein Gesicht, weshalb ich meinen Mantel und Schal fester um mich ziehe. Obwohl es kalt ist, haben wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Pause wie viele andere Mitschüler draußen zu verbringen. Wir nicht ganz so Coolen sitzen abseits an einem runden Holztisch. Hier ist der beste Platz, um die ersten frühlingshaften Februarsonnenstrahlen nach den überwiegend wolkenverhangenen und verregneten Wintermonaten zu genießen.

»Sie hat die Bücher fallen gelassen«, stößt Hanna überrascht aus.

Ich folge ihrem Blick. Tatsächlich liegen die Bücher des Mädchens, welches sich Ben genähert hat, auf dem Boden.

»Ich bekomme fünf Dollar.« In Phoebes rehbraunen Augen blitzt Triumph auf. Heute trägt sie eine dunkle zerrissene Röhrenjeans, die ihre langen Beine perfekt zur Geltung bringt, und eine giftgrüne, innen gefütterte Bomberjacke – ihr typischer Kleidungsstil. Sie ist kubanischer und brasilianischer Abstammung, schlau und spielt leidenschaftlich Basketball. Es gibt einige Jungs und Mädels, die Interesse an ihr zeigen. Allerdings sind die meisten eher flüchtige Bekanntschaften, da sie vorerst keine feste Beziehung will.

Hanna ist das komplette Gegenteil von Phoebe. Sie hat schulterlange blonde Locken, hellblaue Augen und trägt gerne Röcke und Kleider in Pastellfarben. Im Gegensatz zu Phoebe, die ein selbstbewusstes Auftreten hat, ist Hanna eher zurückhaltend und betreibt statt Ball- und Kampfsport lieber Yoga. Außerdem hat sie seit Beginn der Highschool einen Freund, an dem sie andauernd klebt und mit dem sie große Zukunftspläne hat. Es vergeht kein Gespräch, in dem sie ihn nicht erwähnt und über ihren supertollen Schatz schwärmt.

Darüber kann ich nur die Augen verdrehen. Zwar gönne ich ihr ihr Glück und wünsche ihr nur das Beste. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass sich Menschen mit der Zeit verändern können. Pläne können sich ändern.

Deshalb will ich keinen Freund. Stattdessen konzentriere ich mich auf mich selbst. Das erspart mir unnötigen Liebeskummer. Lieber stecke ich meine wertvolle Zeit in mein Kampfsport-Hobby, Serienmarathons, Hörbücherhören und meine Schulnoten.

In nur wenigen Monaten werden wir die Highschool beenden. Ich will nach meinem Abschluss an einem renommierten College angenommen werden, später einen gut bezahlten Job haben, durch den ich unabhängig bin und um die Welt reisen kann.

»Ich habe übrigens das Fantasy-Hörbuch, von dem ich euch letztens erzählt habe, fertig gehört«, versuche ich, das Thema auf interessantere Dinge zu wechseln.

Vor ein paar Wochen habe ich Hörbücher für mich entdeckt und mir ein Probeabo von einem Online-Anbieter geholt. Seitdem höre ich sie regelmäßig. Am liebsten, wenn ich längere Spaziergänge mache oder wie heute Morgen eine Viertelstunde zu Fuß in die Schule gehe. Das Eintauchen in andere Welten macht mir nicht nur Spaß, es lenkt mich vor allem ab.

»Oh, cool. Der Einstieg ist dir ja schwergefallen, soweit ich mich erinnere. Aber wenn du es bis zum Ende geschafft hast, kann es ja gar nicht so schlecht gewesen sein, oder?«, mutmaßt Phoebe.

»Das liegt daran, dass ich mit der Sprecherin zunächst nicht so warm geworden bin«, erkläre ich. »Aber wenn man länger hört, gewöhnt man sich an die Stimme. Die Handlung war echt spannend und es gab einige unerwartete Wendungen. Ich kann es nur empfehlen.«

»Ich kann da irgendwie nicht so lange dranbleiben. Aber wenn es wirklich so gut ist, kaufe ich mir das Buch.« Phoebe holt ihr Handy hervor und lässt sich von mir den Titel nennen, den sie zu ihrer Merkliste hinzufügt. Dann steckt sie ihr Smartphone wieder weg.

»Ich höre aktuell lieber True-Crime- und Ernährungs-Podcasts«, meint Hanna. Ihre Augen wandern zur Seite. »Oh, er hilft ihr. Was für ein toller Kerl«, flötet sie sarkastisch. »Dabei weiß er doch sicher, dass sie das absichtlich gemacht hat.«

Wir folgen ihrem Blick. Ben sammelt gemeinsam mit dem Mädchen ihre Bücher auf. Die beiden wechseln lächelnd ein paar Worte miteinander, ehe sie glücklich von dannen zieht. Besser gesagt zu ihrer aufgeregten Clique, die sie sofort in Beschlag nimmt und vermutlich wissen will, wie das Gespräch mit Mr Obercool gelaufen ist.

Besagte Person unterhält sich nun wieder mit seinen Freunden, die allesamt aufgestanden sind – vermutlich, weil die Pause gleich zu Ende ist. Seine supertollen beliebten Freunde, wegen denen er mich links liegen gelassen hat.

Ich bin nun mal kein reicher Footballkapitän wie Kyle Jackson, Gelegenheits-Model wie Shane Davis oder Kickboxmeisterin wie Railey Young, die wie ihr Zwillingsbruder Dean und ihr Freund Austin Anderson erfolgreich Kampfsport betreibt. Immerhin hat Railey schon mehrere Meisterschaften gewonnen und vor ein paar Monaten bei einem Wettkampf einen größeren und stärkeren Typen weit oberhalb ihrer Gewichtsklasse besiegt, was sich wie ein Lauffeuer an der River High herumgesprochen hat. Seitdem haben die Schüler Respekt vor dem gerade mal ein Meter fünfzig kleinen Mädchen.

Ben fährt sich grinsend durch seine dunkelbraunen, fast schwarzen und meist mit Absicht zerzausten Haare. Zwar ist er nicht so muskulös wie Kyle oder Austin, dennoch ist er nicht unansehnlich. Er hat große dunkelbraune Augen und dichte Brauen. Die Mädchen und manche Jungs schwärmen jedoch vor allem wegen seinem frechen Grinsen für ihn. Diesem verdammten frechen, schiefen Grinsen, das früher mein Herz hat schneller schlagen lassen.

Außerdem ist er im Lacrosse-Team unserer Schule, wo er allerdings meistens auf der Ersatzbank sitzt. Früher waren wir zusammen im Karatetraining, haben dort gemeinsam angefangen, bis er irgendwann ohne jegliche Erklärung nicht mehr hinging und sich unsere Freundschaft in der Middle School zerlief. Seitdem gehen wir uns aus dem Weg.

Ein weiteres Mädchen namens Hailee stößt zu der Clique. Sie sieht aus wie die typische Barbie: herzförmiges Gesicht, lange aschblonde Haare, die ihr in eleganten, glänzenden Wellen bis zu den Hüften reichen, und stechend blaue Augen. Sie ist sehr kurvig und hat einen üppigen Vorbau, was sie durch ihre enganliegende, aber nicht anzügliche Kleidung gerne betont.

Hailee ist wunderschön und seit ein paar Monaten Bens Freundin. Was den anderen Mädchen, die es trotzdem bei ihm versuchen, egal zu sein scheint.

Ich erinnere mich daran, wie er mir vor vielen Jahren ein Armband geschenkt hat, mit dem er unsere Freundschaft für die Ewigkeit festhalten wollte. Bei dem Gedanken daran lache ich beinahe laut los. Was für eine Idiotin ich damals war. Hat Ben Hailee auch eins geschenkt?

»Ich verstehe nicht, was die alle an ihm finden«, murmle ich finster.

»Aber ihr wart doch früher befreundet«, kommentiert Phoebe stirnrunzelnd.

»Genau. Und das über mehrere Jahre«, stimmt ihr Hanna zu. »Fandest du ihn da nicht toll?«

»Oder heiß?«, ergänzt Phoebe mit wackelnden Brauen.

Die Frage trifft mich eiskalt. Hitze schießt in meine Wangen. Ich lache gekünstelt, um meine Verlegenheit zu überspielen. »Da war ich noch jung und naiv. Er war der einzige Freund, den ich hatte.« Mit den anderen Kindern in meinem Alter habe ich mich nicht so gut verstanden.

»Irgendwas muss er ja an sich gehabt haben, sonst wäre Ally nicht mit ihm befreundet gewesen.« Hanna schürzt nachdenklich die schmalen Lippen.

»Wobei wir natürlich ein gewaltiges Upgrade sind«, meint Phoebe scherzhaft und stößt uns beide mit dem Ellbogen an.

»Klar«, erwidere ich lachend.

Da es endlich zum Ende der Pause klingelt, stehe ich auf und schnappe mir meine Tasche. Gemeinsam schlendern wir zum Abfalleimer, um unseren Müll zu entsorgen. Genug Zeit, um wieder runterzukommen. Eigentlich will ich das Thema Ben für heute auf sich beruhen lassen. Aber dann kann ich mich doch nicht zurückhalten.

»Ben mag mit seinen blöden verwuschelten Haaren, durch die man am liebsten andauernd hindurchfahren möchte«, ich streiche mir übertrieben durch meine eigenen, ellenbogenlangen Strähnen und werfe sie mir schwungvoll über meine Schultern, »und den zum darin versinken schönen Augen, die einen an Zartbitterschokolade erinnern, und diesem blöden frechen Schau-mich-an-und-du-wirst-vergessen-dass-du-existierst-Grinsen ganz ansehnlich sein. Doch er ist ein verzogener, arroganter, selbstverliebter, aufmerksamkeitsbedürftiger, mittelmäßiger Lacrosse-Spieler, der einen auf ich-bin-ja-ach-so-coolen Bad Boy macht und mit Daddys teuren Autos angibt«, zähle ich an meinen Fingern all die Punkte ab, über die ich mich an ihm so aufrege.

Nachdenklich lege ich den Kopf schief. »Habe ich noch eine unbedingt zu erwähnende Eigenschaft von Mr Obercool vergessen?«

Weil meine Freundinnen schweigen, sehe ich sie abwartend an. Hanna hat die Augen aufgerissen und starrt an mir vorbei. Phoebe schlägt sich die Hand vor den Mund. Ich weiß nicht, ob sie schockiert ist oder gleich anfängt zu lachen.

»Was ist?«, frage ich stirnrunzelnd. »Lass mich raten: Mr Obercool steht hinter mir?«

Das ist eigentlich nicht ernst gemeint. Immerhin habe ich ihn vorhin noch auf der anderen Seite des Campus bei seinen Freunden gesehen. Als ich mich jedoch umdrehe, muss ich feststellen, dass er tatsächlich hinter mir steht. Genauer gesagt direkt vor mir.

Ich erschrecke, als ich in die dunkelbraunen Augen von Ben blicke, der sich so dicht vor mir befindet, dass ich seinen warmen Atem auf meinem Gesicht spüren kann.

»Das denkst du also von mir?«, will er mit seiner tiefen, belustigten Stimme wissen, bei der bestimmt viele Ben-Anhimmler in Ohnmacht gefallen wären. Zwar grinst er weiterhin sein freches, typisches Ben-Grinsen. Dennoch höre ich den verletzten Unterton in seiner Stimme heraus. Doch Ben und verletzt? Gibt es das überhaupt? Eher habe ich da etwas falsch interpretiert.

»Was genau denke ich denn von dir?«, erwidere ich so cool wie möglich. Gleichzeitig bricht Schweiß auf meiner Stirn aus.

Da ich diese unangenehme Situation leider nicht ungeschehen machen kann, verschränke ich die Arme vor der Brust und grinse ihn überlegen an.

»Mal davon abgesehen, dass du nicht viel von mir hältst, findest du mich dennoch gutaussehend.« Sein Lächeln wird breiter. »Würdest du mir wirklich gerne durch die Haare fahren?« Herausfordernd tut er genau das. »Du findest, dass meine wunderschönen Augen wie Zartbitterschoki aussehen?« Er reißt die Augen auf. »Und vergisst du, wenn du mich an- und so frech grinsen siehst, tatsächlich, dass du existierst?« Sein ohnehin schon schadenfrohes Grinsen wird noch breiter.

Mir fehlen die Worte. Ausnahmsweise natürlich. Ich löse meine Arme wieder voneinander und balle die Hände zu Fäusten. Hitze schießt in meine Wangen.

Eins zu null für Ben.

Wie konnte er sich von diesem süßen und netten Jungen, der jahrelang mein bester Freund gewesen ist, nur in einen solch unverschämten Vollidioten verwandeln?

»Nein, natürlich nicht. Ich weiß nicht, wie viel Wissen dein Minigehirn überhaupt enthält, aufnehmen und verarbeiten kann.« Ich tippe ihm mit dem Zeigefinger an die Stirn. »Aber das war eine Hyperbel und vor allem sarkastisch gemeint! Du bist nicht mein Typ. Weder vom Aussehen her noch vom Charakter. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass deine Augen wunderschön sind.«

Ben hebt unbeeindruckt die Brauen. Dabei fällt mir auf, dass über seiner rechten eine kleine, längliche Narbe verläuft. »Klang in deinen hyperbolischen Erzählungen nicht so. Du bist übrigens auch nicht mein Typ.«

Ein Stich bohrt sich in mein Herz. Dabei habe ich ihm eben dasselbe an den Kopf geworfen.

»Toll«, gebe ich bemüht neutral zurück und verschränke die Arme erneut vor der Brust.

»Super. Dann hätten wir das ja geklärt«, meint er genauso sachlich.

»Perfekt«, sage ich und schiebe leise »Idiot« hinterher.

Ben hört es natürlich. Ein selbstgefälliges Lächeln umspielt seine Lippen. »War schön, mal wieder mit dir zu reden, Ally.«

»Das kann ich nicht behaupten. Ich kann darauf verzichten, auch nur ein Wort mit dir zu wechseln«, fauche ich, frage mich jedoch im nächsten Moment, ob das von ihm nicht sarkastisch gemeint war.

»Und dennoch unterhältst du dich weiterhin mit mir, statt dich abzuwenden«, betont er mit hochgezogenen Brauen.

Da hat er leider recht. Ich wende mich zum Gehen.

Doch dann kehre ich wieder um. Wütend tippe ich ihm mit dem Zeigefinger auf die Brust. »Warum soll ich verschwinden? Ich war zuerst hier!«

»Na und? Wir leben in einem freien Land. Ich kann mich genauso gut hier aufhalten wie du und deine Freundinnen.« Er macht eine ausschweifende Handbewegung.

Ich folge seiner Geste zu Hanna und Phoebe, die wie festgefroren dastehen und unseren Schlagabtausch mit großen Augen beobachten. Ich habe sie vor lauter Aufregung über Mr Obercool ganz vergessen. Mir wird noch wärmer als mir vor lauter Ärger und Scham ohnehin schon ist.

Ben sieht mich schweigend an. In seinen Augen glimmt etwas auf, das ich nicht ganz zuordnen kann. Dann wirft er etwas in den Abfalleimer neben mir, murmelt »Ich bin unerwünscht, also gehe ich lieber. Man sieht sich«, dreht sich plötzlich um und schlendert zu seinen Freunden, die bei ihrem Stammtisch auf ihn warten.

Sie starren mich allesamt an. Als Ben bei ihnen angekommen ist, unterhalten sie sich miteinander. Er schüttelt nur den Kopf und lacht. Was sagt er zu ihnen? Machen sie sich über mich lustig?

Erst da fällt mir auf, dass mir mein Herz bis zum Hals schlägt und meine Hände leicht zittern.

»Wow.« Hanna tritt an mich heran. »Was war das denn? Ich dachte schon, du gehst ihm gleich an die Gurgel oder beförderst ihn mit einem krassen Wurf zu Boden.«

»Kampfsport ist zur Selbstverteidigung«, entgegne ich, wenngleich ich das Bedürfnis dazu durchaus gehabt hätte.

»Ist doch auch egal. Was viel wichtiger ist: Da war eine gewisse negative Grundstimmung und Gereiztheit von deiner Seite aus gegenüber Ben zu spüren«, merkt Phoebe an. »Womöglich resultierend daraus, dass er dich sehr verletzt hat? Worüber du bis heute nicht mit uns geredet hast, wohlgemerkt.«

Ich verdrehe die Augen. »Ich weiß, dass du dich sehr für Psychologie und Esoterik interessierst, aber bitte versuch nicht, mich zu analysieren oder zu therapieren.« Ich wende mich ab, sehe noch, wie Ben neben seinen Freunden und Hand in Hand mit Hailee zum Schulhauseingang geht. »Was zwischen Ben und mir vorgefallen ist, gehört der Vergangenheit an«, erkläre ich mit bemüht fester Stimme. »Wir haben uns einfach auseinandergelebt. Er bedeutet mir nichts.«

In diesem Augenblick dreht er sich noch einmal um. Mein Herz bleibt stehen, als er direkt in meine Richtung blickt. Ich bekomme keine Luft mehr, kann erst wieder richtig atmen, als er im Gebäude verschwindet.

»Nicht mehr«, flüstere ich die letzten beiden Worte.

Kapitel 2

Ben

»Okay, Leute, wir sind fertig für heute. Ihr habt gut gespielt«, ruft Coach Miller und klatscht in die Hände.

Erleichtert lasse ich meinen Lacrosse-Schläger ins Gras fallen und reibe mir mit dem Ärmel meines Sportshirts über die verschwitzte Stirn. Endlich ist die Trainingsstunde vorbei.

Leider bietet unsere Schule keinen Kampfsportkurs an. Deshalb habe ich mich für Lacrosse entschieden, um wenigstens einem Team beizutreten. Die meiste Zeit über sitze ich bei den Spielen als Ersatzspieler auf der Bank, was mir ganz recht ist. Auch wenn ich im Team keine hohe Position habe wie beispielsweise Kyle in seinem. Aber Football liegt mir nicht. Lacrosse ist allerdings auch nicht unbedingt meine Lieblingssportart.

Ich folge den Jungs vom Feld in die Umkleiden. Nachdem ich mich geduscht, umgezogen und von meinen Teamkollegen verabschiedet habe, treffe ich mich auf dem Parkplatz mit meinen Freunden, die ihre letzten Unterrichtsstunden für heute hinter sich haben.

Mittlerweile hat es sich so eingebürgert, dass wir uns immer vor und nach der Schule noch mal auf dem Parkplatz treffen, um uns noch kurz miteinander zu unterhalten. Manchmal unternehmen wir auch spontan etwas zusammen.

Meine Freunde warten bei meinem Auto auf mich, neben dem sie mit den ihren geparkt haben. Kyle ist in sein Handy vertieft. Er hat ebenfalls noch nasse Haare und gerötete Wangen. Wie ich hatte er zur gleichen Zeit Footballtraining. Neben ihm steht Dean, der sich lachend mit Shane unterhält.

Deans Zwillingsschwester Railey und ihr Freund Austin wiederum lehnen lässig an Raileys Auto. Eigentlich gehört es ihren Eltern. Da sie aber zwei haben und Austin und Raileys Väter Kollegen sind und eine Fahrgemeinschaft gebildet haben, dürfen sie es für die Wege zur Schule und zurück ausleihen. Heute gehen sie anscheinend im Partnerlook, weil sie beide Sneakers, dunkle Jeans, helle T-Shirts und gefütterte Lederjacken tragen. Während Austin eine New-York-Yankees-Cap trägt, hat Railey eine schwarze Stoffmütze mit der Aufschrift Cute but Psycho auf. Sie passen perfekt zusammen.

Austin hat den Arm um die Schultern seiner Freundin gelegt und drückt ihr einen Kuss auf die Wange. Dabei muss er ein wenig in die Knie gehen, um auf gleicher Höhe mit ihr zu sein. Es ist unverkennbar, was sie für den jeweils anderen empfinden. Sie sehen sich in die Augen, strahlen einander überglücklich an, als wäre die ganze Welt voller Regenbögen und Sonnenschein.

Die beiden sind mittlerweile seit einigen Monaten zusammen und verhalten sich noch immer wie ein frisch verliebtes Pärchen. Wären sie nicht meine besten Freunde, fände ich ihr Verhalten total übertrieben und kitschig.

»Hey, Ben!«, ruft Railey erfreut, als sie mich bemerkt, und umarmt mich stürmisch. Sie schnüffelt skeptisch an mir. »O gut, du hast geduscht und bist nicht verschwitzt.« Sie löst sich von mir und strahlt mich fröhlich an.

»Hallo, Kickboxqueen.« So nenne ich sie, seit ich einmal gesehen habe, wie sie leidenschaftlich und präzise auf einen Boxsack eingeschlagen hat, was mich sehr beeindruckt hat. »Was wäre so schlimm daran, wäre ich verschwitzt?«, kontere ich herausfordernd. »Schweiß ist überlebenswichtig. In Bio haben wir doch letztens gelernt, dass Schweiß Pheromone enthält und dass die Steinzeitmenschen, die früher am meisten nach Schweiß gestunken haben, die meisten Partner angelockt haben. Außerdem schwitzen du und Austin beim Sport bestimmt ebenfalls.« Ich schiebe ein Augenbrauenwackeln hinterher.

Railey und Austin denken vermutlich dasselbe wie ich, denn sie laufen beide knallrot an. Ich muss grinsen. Es ist niedlich, wenn sie so verlegen sind.

»Ihr habt euch doch beim Kickboxen das erste Mal gesehen und bei euren Sportdates kommt ihr bestimmt auch viel ins Schwitzen«, fahre ich munter fort. »Biologisch gesehen war Austins Schweiß womöglich der Grund, weshalb du ihn anziehend fandest und umgekehrt.«

»Das wird es gewesen sein. Vielleicht ist dein Schweiß ja der Grund für deine vielen Verehrerinnen und nicht dein teures Auto«, kontert Railey scherzhaft.

Unbewusst versetzt sie mir damit einen Stich. Ich will keine Verehrerinnen. Erst recht keine, die nur wegen des Geldes meiner Eltern hinter mir her sind. Ein Grund, weshalb ich mit Hailee zusammen bin. Leider hatte unsere öffentliche Beziehung nicht die gewünschte Wirkung.

Railey veräppelt mich oft damit, dass ich mit so teuren Autos zur Schule fahre und ein Angeber bin. Aber was soll ich machen, wenn mein Dad mit solchen Fahrzeugen handelt, und wir kein anderes normales Auto besitzen? Wobei ich nicht leugnen kann, dass ich diese Fahrzeuge gerne benutze. Vielleicht genieße ich auch die neidischen Blicke der anderen.

»Apropos Training«, fährt Railey fort. »Wie war dein Lacrosse-Training?«

Ich zucke mit den Achseln. »War ganz okay.«

»Du wirkst nicht hundertprozentig begeistert«, merkt Austin an.

»Lacrosse ist okay«, erwidere ich und meine es auch ernst. »Es ist ein netter Zeitvertreib und macht sich gut in den Collegebewerbungen.«

»Du hast mir einmal erzählt, dass du früher in Karate gegangen bist und in der Middle School aufgehört hast, weil es dir keinen Spaß mehr gemacht hat, aber dass du wieder Lust darauf bekommen hättest«, wirft Railey stirnrunzelnd ein. »Was ist daraus geworden?«

Tatsächlich habe ich ihr das einmal gesagt. Weil ich mitbekommen habe, wie sehr sie für das Kickboxen brennt und mich ihre Leidenschaft für den Kampfsport an meine frühere Freude erinnert hat.

Austin stupst mich mit der Schulter an. »Wir können dich aber noch immer nicht vom Kickboxen begeistern? Hat dir die Probestunde denn nicht gefallen?«

Railey, Austin und Dean berichten immer wieder begeistert über ihre Kickboxstunden. Ich war bei einigen ihrer Wettkämpfe dabei und finde die Sportart ganz interessant. Deshalb habe ich letztens ein Probetraining in ihrem Kurs absolviert. Obwohl diesen mein alter Karate-Sensei Steven unterrichtet, der verschiedene Kampfsportstunden gibt, konnte mich die Sportart nicht überzeugen.

Deshalb schüttle ich den Kopf. »Kickboxen überlasse ich euch Profis. Ich mag es nicht so, mit Boxhandschuhen zu trainieren. Aber vielleicht versuche ich es noch mal mit Karate.«

Ich habe Steven gestern Abend in einer Mail geschrieben, dass mir Kickboxen leider nicht so zugesagt hat, aber dass ich gerne mal für ein unverbindliches Probetraining bei seinem anderen Kurs vorbeikommen wollen würde.

Railey lächelt mich erfreut an. »Wie cool. Berichte gerne, wie es dir gefallen hat. Dann können wir dir auch mal dabei zuschauen und dich anfeuern«

»Mache ich«, erwidere ich. »Aber Karate ist nicht Kickboxen. Wir treten nicht gegeneinander an.«

Railey zuckt die Achseln. »Ist doch egal. Seinen Freund kann man doch immer unterstützen. Außerdem kann man dich sehr wohl anfeuern, wenn du eine Kata vorführst. Und im Karate macht ihr doch auch Partnertraining.«

»Schon«, stimme ich ihr zu. »Aber bei Steven ist Karate nicht auf Turniere ausgelegt.«

»Kyle, du bist heute so schweigsam«, wechselt Dean, der sich bisher nicht in unsere Unterhaltung eingemischt hat, plötzlich das Thema.

Kyle hebt den Kopf von seinem Handy. »Wie bitte?«

Shane tritt an ihn heran und linst auf sein Display. Sofort steckt dieser es in seine Hosentasche und fängt sich von Shane einen vorwurfsvollen Blick ein. »Du hast nicht ernsthaft schon wieder ihr Insta-Profil gestalkt. Hast du noch immer Liebeskummer wegen ihr? Ich weiß, sie war deine erste große Liebe und ihr wart ein bezauberndes Paar. Aber du musst dir vor Augen halten, dass sie den Kontakt abgebrochen hat und du das akzeptieren musst. Sie ist es nicht wert, dass du ihr hinterhertrauerst und deshalb dein Leben vernachlässigst. Du brauchst Ablenkung, Kumpel. Es gibt so viele Mädels, die Interesse an dir hätten.«

»Weder trauere ich ihr hinterher noch vernachlässige ich mein Leben. Und es ist mir egal, wie viele Mädels Interesse an mir haben«, erwidert Kyle finster. »Du warst noch nie in einer festen Beziehung. Du weißt nicht, wie das ist. Außerdem hast du doch keine Ahnung, was passiert ist.«

»Ja, ich hatte noch keine feste Beziehung, weil ich mich eben noch nicht binden oder auf eine einzige Person festlegen will«, erwidert Shane unbeeindruckt. »Außerdem sprichst du ja nicht über euren Trennungsgrund. Ihr hättet ja eine Fernbeziehung ausprobieren können, wo auch immer sie jetzt ist. Oder wollte Isabella das nicht? Wenn du uns aufklären würdest, könnten wir dich vielleicht besser verstehen.«

Doch Kyle schweigt verbissen. Er ist dem Club der beziehungslosen Freunde beigetreten, nachdem seine (jetzt Ex-)Freundin Isabella plötzlich mit ihrer Familie weggezogen ist. Sie war früher auch Teil unserer Clique. Isabella und Kyle waren unzertrennlich. Sie waren eines dieser Paare, von denen man erwartet, dass sie nach dem College heiraten und Kinder bekommen.

Deshalb war es für uns alle ein großer Schock, als sie ohne jegliche Vorwarnung über Nacht mit ihrer Familie wegzog. Wir haben keine Ahnung, warum sie fortgegangen ist, und Kyle spricht auch nicht darüber. Allerdings gingen Gerüchte herum, es hätte einen unüberwindbaren Nachbarschaftsstreit mit Kyles Familie gegeben. Doch wäre so etwas wirklich ein Grund, gleich alle Sachen zu packen und umzuziehen?

Man merkt Kyle jedenfalls an, dass er unter der Trennung leidet. Immerhin ist er seit ihrem plötzlichen Umzug ganz fixiert auf Football und weigert sich stur, über sie zu reden.

Statt über die Trennung hinwegzukommen, meidet er Mädchen, die an ihm interessiert wären, was aufgrund seines Beliebtheitsstatus an der Schule nicht gerade wenige wären.

Da Kyle und Shane nun beginnen zu diskutieren, lege ich gähnend meine Tasche in mein Auto. Ich bin müde. Nicht nur wegen des anstrengenden Trainings – Coach Miller weiß, wie er uns am besten drillt. Ich bin müde, weil ich heute Nacht kaum geschlafen habe.

»Kyle ist nicht der Einzige, der heute viel grübelt«, ertönt Shanes Stimme hinter mir. »Nicht wahr, Ben?«

Ich schlage die Autotür zu und drehe mich zu ihm. All meine Freunde sehen mich fragend an. Mein Herz schlägt schneller. Fällt es denn so sehr auf?

»Wie kommst du darauf?«, frage ich betont gelassen und verschränke die Arme vor der Brust.

»Du wirkst seit der Mittagspause etwas unentspannt. Besser gesagt seit deinem Gespräch mit einer gewissen Ally Summers? Du wolltest uns nicht sagen, über was ihr euch unterhalten habt. Muss ja ein sehr spannendes Gespräch gewesen sein, wenn es dich noch immer beschäftigt«, bemerkt Shane spitz.

»Ich bin total entspannt. Ich mache mir keine Gedanken«, gebe ich zurück. »Und schon gar nicht wegen einem Mädchen.«

»Das war nicht irgendein Mädchen.« Austin lehnt sich neugierig zur Seite. »Du hast mit Ally gesprochen. Der Ally.« Er wackelt vielsagend mit den Brauen.

Ich verdrehe genervt die Augen. Ich wusste, es war ein Fehler, ihnen von ihr zu erzählen. Dabei wissen sie nur, dass wir früher beste Freunde waren und sich die Freundschaft im Sand verlaufen hat, als wir an die Middle School wechselten. Dass wir uns einfach auseinandergelebt haben.

Ahnen sie, dass da mehr war und ich ihnen etwas verschwiegen habe? Ich bin ein Feigling. In zweierlei Hinsicht. Aber Ally hasst mich. Zurecht. Und ich kann es nicht mehr ändern.

»Jap. Na und? Ich habe nur ein paar Worte mit ihr gewechselt.«

Bei der Erinnerung an unsere kurze Unterhaltung nur wenige Stunden zuvor sinkt meine Laune. Sie hält mich für einen verzogenen, arroganten, selbstverliebten, aufmerksamkeitsbedürftigen Bad Boy, wie sie es wortwörtlich gesagt hat. Bestimmt ist sie nicht die Einzige, die das von mir denkt. Wahrscheinlich reden viele hinter vorgehaltener Hand über mich, sind aber vorneherum nett zu mir. Meine Freunde ausgenommen.

Von mir aus sollen die Leute denken, was sie wollen. In ein paar Monaten haben wir unseren Schulabschluss in der Tasche und dann werde ich meine Mitschüler sowieso nicht mehr sehen. Hauptsache, ich habe meine Freunde um mich, auf die ich bauen kann.

Doch dann muss ich grinsen. Immerhin hat Ally meine Augen mit Zartbitterschokolade verglichen, was wohlgemerkt früher ihre Lieblingsschokolade war. Und sie hat gesagt, dass ich ein blödes umwerfendes Grinsen habe und ganz ansehnlich bin, was ich – wenngleich sie sich eher über mich lustig gemacht hat – einfach mal als Kompliment auffasse.

»Um was ging es denn? Hast du Hailee davon erzählt?«, will Shane wissen. »Immerhin hat sie es mitbekommen.«

Ich zucke mit den Achseln. »Das ist Hailee total egal.«

»Also wenn Austin mit einem anderen Mädchen reden würde, mit dem er jahrelang befreundet gewesen ist, wäre ich schon ein wenig eifersüchtig«, meint Railey und wirft mir einen merkwürdigen Blick zu.

Ich muss schlucken. Sie weiß etwas, hat Hailee mit jemand anderem gesehen. Das hat sie einmal in ihrem Vollrauschunfall erwähnt und versprochen, nichts zu verraten. Seitdem haben wir allerdings nie wieder darüber gesprochen.

»Du wärst nicht nur eifersüchtig, du warst es sogar schon.« Austin drückt ihr liebevoll einen Kuss auf die Stirn. »Wenngleich kein Grund zur Sorge bestand.«

»Man kann ja nie wissen.« Railey verschränkt die Arme vor der Brust und blitzt ihn an. »Außerdem warst du mit Grace kurzzeitig zusammen.«

»Ich gebe Railey recht. Du und Hailee habt schon eine merkwürdige Beziehung«, mischt sich Dean ein. »Manchmal wirkt ihr nicht richtig verliebt ineinander. Oder habt ihr so ein offenes Ding am Laufen?«

»Nicht jeder gibt seine gegenseitige Zuneigung gerne öffentlich preis«, bemerke ich. Was würden sie sagen, wüssten sie die Wahrheit? Aber ich habe Hailee ein Versprechen gegeben und ich halte meine Versprechen.

»Du tust das aber nicht, um Ally eifersüchtig zu machen?«, mutmaßt Shane plötzlich.

»Nein!«, sage ich sofort. »Ally ist Geschichte. Sie ist mir egal.«

»Ihr wart sehr lange miteinander befreundet«, gibt Austin zweifelnd zu bedenken. »Und so, wie ihr euch nach eurem Gespräch noch mal nacheinander umgesehen habt, wirkte das nicht so …«

Ich verfluche mein verräterisch schnell pochendes Herz.

»Lasst mich doch einfach in Ruhe«, knurre ich und wende mich meinem Wagen zu. Sollen sie doch denken, was sie wollen.

»Ben, kann ich kurz mit dir sprechen?« Austin nimmt mich beiseite. Seine haselnussbraunen Augen mustern mich unschlüssig, als wüsste er nicht, was er sagen soll. »Alles in Ordnung? Du siehst mit den dunklen Ringen unter den Augen und deinem blassen Gesicht wie ein Geist aus einem schlechten Horrorfilm aus und wirkst heute allgemein ziemlich abgeschlagen.«

»Wie ein Geist aus einem schlechten Horrorfilm?«, wiederhole ich kopfschüttelnd. »Vielen Dank für das nette Kompliment.«

Austin schmunzelt. »Na ja, das darf ich mir von Railey auch regelmäßig anhören.«

Wenn er von ihr spricht, leuchten seine Augen auf. Es ist unverkennbar, wie sehr er sie liebt. Habe ich früher auch so ausgesehen, wenn ich an das Mädchen gedacht habe, in das ich verknallt war?

»Ich habe heute nur nicht so gut geschlafen«, erkläre ich schließlich, weil Austin trotz seiner Schwärmerei für Railey ernsthaft besorgt aussieht, und zwinge mich zu einem halbwegs ehrlichen Lächeln. »Außerdem hat mich das Training echt fertig gemacht. Coach Miller nimmt uns hart ran.«

»Okay.« Austin wirkt nicht ganz überzeugt. »Du verhältst dich manchmal komisch und abweisend, als würde dich was beschäftigen, über das du mit uns aber nicht sprechen willst.«

»Ach ja?« Mir wird heiß. Verdammt. Anscheinend kann ich meine Gefühle und Gedanken doch nicht so gut verstecken oder meine Freunde kennen mich besser, als ich dachte. »Dann solltest du dich lieber um unseren Isabella hinterhertrauernden Kyle kümmern. Es hat ihn ziemlich hart getroffen, wenn er sie nach den vielen Monaten noch immer auf Social Media stalkt, aber trotzdem nicht über sie sprechen will.«

»So wie du nicht über das sprichst, was dich beschäftigt. Man merkt dir nämlich an, dass du manchmal in Gedanken bist.« Austin legt mir seine Hand auf die Schulter und sieht mir eindringlich in die Augen. »Du weißt, wenn irgendwas ist, kannst du dich immer an mich wenden? An uns alle. Wir sind gute Zuhörer.«

Ich nicke und zwinge mich zu einem überzeugenden Lächeln. »Ich weiß. Danke. Aber ich bin einfach nur müde. Das ist alles. Es ist alles in Ordnung.«

Dabei ist gar nichts in Ordnung. Es gibt Dinge, über die ich mit meinen Freunden nicht sprechen kann. Dinge, die mir peinlich sind. Dinge, die mich fertig machen. Dinge, die ich ihnen verheimlichen muss, auch wenn ich weiß, dass sie mich niemals verurteilen würden.

***

Nachdem wir uns noch kurz unterhalten haben, steigen wir alle in unsere Autos. Da Hailee neben Railey und Dean wohnt, nehmen die Geschwister und Austin meine ›Freundin‹ mit. Ansonsten hätte ich sie nach Hause gefahren.

Bei mir daheim angekommen, parke ich meinen Audi R8 in der Einfahrt. Dad ist nicht da. Er arbeitet zum Glück noch, also bin ich alleine. Doch selbst wenn er da wäre, würde ich mich einsam fühlen. Denn wenn er nicht gerade müde von der Arbeit kommt und sich kommentarlos in sein Heimbüro verzieht, trifft er sich mit seinen Freunden zum Trinken und Spielen in einer nahegelegenen gehobenen Bar.

Alle denken, unsere Familie wäre perfekt. Wir haben ein großes Haus. Eine Villa, ähnlich der von Kyles Familie. Eine Villa, die sich meine Eltern kurz vor meiner Geburt gekauft haben. Dad ist ein erfolgreicher Autohändler. Er verkauft die teuersten Autos an die reichsten Leute und besitzt selbst solche Fahrzeuge. In der Öffentlichkeit sieht man ihn immer gepflegt mit Anzug, Krawatte und einem einnehmenden Lächeln. Alle Menschen, die mit ihm zu tun haben, mögen ihn.

Dabei haben sie keine Ahnung, wie er in Wirklichkeit drauf ist, wenn er seinen Anzug, seine Krawatte und sein falsches Lächeln abgelegt hat.

Sie haben keine Ahnung, dass meine Mom, die erfolgreichste Maklerin in River Hill, gerade keine Fortbildung macht, sondern sich wegen Burnout in einer Reha befindet.

Seufzend steige ich aus, hänge mir meine Tasche über die Schulter und betrete mein Zuhause, das sich für mich nicht wirklich wie ein Zuhause anfühlt.

Wie es charakteristisch für die meisten Villen in diesem Viertel ist, hat auch unser Haus einen quadratischen Grundriss und ist von einem Garten umgeben, der uns vor den neugierigen Blicken unserer Nachbarn abschirmt. Eine weitläufige Terrasse lädt an lauen Sommerabenden zum Entspannen und Grillen ein.

Doch auch innen bietet das Haus viel Platz. Durch die großen bodentiefen Fenster fallen die Sonnenstrahlen herein und tauchen die Zimmer in ein helles Licht. Aufgrund der hohen Wände wirken diese noch größer. Zudem meine Eltern beim Bau darauf geachtet haben, die oberen Etagen ohne Dachschrägen zu bauen, damit die Zimmer mehr Volumen haben.

Obwohl ich mich glücklich schätzen kann, dass meine Eltern gut verdienen und wir in einer Stadtvilla wohnen, auf die meine Mitschüler bestimmt neidisch sind, fühle ich mich in diesem riesigen Haus ganz klein und allein.

Bis ich die Katzenklappe höre. Na gut, ich bin nicht ganz allein. Cookie kommt laut miauend angelaufen. Den Namen hat unsere schwarze Katze ihrem einzigen weißen runden Fleck unter der Nase zu verdanken.

Ich gehe in die Vorratskammer, wo ihr Futternapf steht. Cookie folgt mir laut schnurrend. Dort knie ich mich auf den Boden und halte meine Hand zu einer Faust geballt vor mich. »High Five, Stinkepupsbärin.«

Ich öffne meine Faust, sodass meine Handfläche vor ihrem Gesicht ist. Cookie hebt die Pfote und berührt mit ihren Ballen meine Handfläche.

»Super gemacht.« Zur Belohnung fülle ich ihren Futternapf auf, woraufhin sie schnurrend ihr Fressen mampft.

Wir haben sie vor drei Jahren als kleines Baby von einer von Moms Freundinnen übernommen, deren Katze mehrere Junge bekommen hat. Mithilfe von Clickertraining hat Mom schon früh angefangen, sie zu konditionieren, damit sie High Five gibt.

Während Cookie frisst, räume ich den schon wieder vollen Geschirrspüler aus. Nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen und die Hausaufgaben für morgen am Küchentisch erledigt habe, lasse ich mich erschöpft auf die Couch im Wohnzimmer fallen.

Cookie, die die ganze Zeit über neben mir gelegen hat, hüpft zu mir und macht es sich mit einem zufriedenen Schnurren auf meinem Bauch bequem, wo sie anfängt, sich ausgiebig zu putzen.

Es ist Donnerstagnachmittag. Railey und Austin wollen heute Abend für sich sein und Dean hat ein Date mit seinem Freund. Hailee ist mit Kyra verabredet, Shane hat ein Fotoshooting und Kyle darf auf einer Familienfeier mit seiner Anwesenheit glänzen, weshalb heute niemand Zeit hat.

Aus Langeweile greife ich nach meinem iPad. Eigentlich will ich nach einer neuen Serie suchen, die ich anfangen könnte. Doch mein Blick fällt auf eine Mail, die ich heute Mittag erhalten habe. Sie ist von meinem ehemaligen Karatetrainer.

Lieber Ben,

wie schön, dass du dich wieder meldest.

Schade, dass dir Kickboxen nicht zugesagt hat. Aber ich dachte mir schon, dass du nicht der Typ dafür bist.

Sehr gerne kannst du meinen anderen Kurs besuchen. Ich freue mich immer über neue, begeisterte Schüler.