Verlag: Coppenrath Kategorie: Geisteswissenschaft Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

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E-Book-Beschreibung Seitenwechsel - Michael Römling

Zwei Brüder zwischen den Fronten der Geheimdienste, von der Stasi erpresst, gefangen in Ostberlin. Berlin im Sommer 1961: Die Brüder Bernhard und Julius teilen sich eine Wohnung im Osten der Stadt. Während Julius mit seinem amerikanischen Freund Jack durch die Westberliner Jazzkeller tingelt, beobachtet Bernhard in einem brandenburgischen Wald sowjetische Soldaten bei einer mysteriösen Verladeaktion. Am nächsten Morgen findet er seinen Vater erhängt auf. War es wirklich Selbstmord, wie die Stasi behauptet? Bernhard und Julius beginnen, heimlich Nachforschungen anzustellen und geraten dabei zwischen die Fronten der Geheimdienste. Von der Stasi erpresst, beschließen sie, sich in den Westen abzusetzen. Doch in der Nacht ihrer Flucht versperren Stacheldraht und Wachposten ihnen den Weg: Von einem Tag auf den anderen ist Ostberlin zu einem Gefängnis geworden, in dem die Brüder keine ruhige Minute mehr haben.

Meinungen über das E-Book Seitenwechsel - Michael Römling

E-Book-Leseprobe Seitenwechsel - Michael Römling

ISBN: 978-3-649-62017-4 (eBook)

eBook © 2014 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,

Hafenweg 30, 48155 Münster

Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

eBook-Produktion: book2look Publishing 2014

ISBN: 978-3-649-61517-0 (Buch)

Buch © 2014 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,

Hafenweg 30, 48155 Münster

Text: Michael Römling

Umschlaggestaltung: Maximilian Meinzold

Lektorat: Isabelle Ickrath

www.coppenrath.de

Kapitel 1

»Nimm deinen Hintern aus meinem Gesicht.«

Bernhards Bewusstsein wühlte sich aus der Watte des Halbschlafs hervor. Er lag in eine dicke Wolldecke eingerollt auf dem Bretterboden des Hochsitzes, der bei der kleinsten Bewegung schwankte, als könnte er jeden Moment umstürzen. Es war stockdunkel. Bernhards rechter Arm war eingeschlafen, und er drehte sich ein Stück zur Seite, um ihn zu befreien. Als er sich dabei ausstreckte, stießen seine Füße an etwas Weiches.

»Au! Das war mein Bauch, du Grobian!«

Georg wälzte sich hinter ihm herum. Die Stelzen des Hochsitzes ächzten dabei leicht. Bernhard wurde unsanft zur Seite geschoben, als sich Georg raschelnd aufrichtete.

»Bist du wach?«, fragte Bernhard.

»Jetzt ja.«

Bernhard stemmte sich hoch, bis er über den Rand des Hochsitzes blicken konnte. Über ihnen schwoll das Rauschen der Baumwipfel im Wind an und wieder ab und zwischen den Blättern blinzelten ein paar Sterne durch. Tief unten auf dem Waldboden war alles still. Von irgendwoher kam ein hohes, gepresstes Gurren.

Georg schob sich neben ihn. »Ist das ein Specht?«

»Ein Ziegenmelker.«

»Was soll das denn sein?«

»Eine Art Schwalbe.«

»Bescheuerter Name. Und der melkt jetzt seine kleine Ziegenherde oder was?«

»Er markiert sein Revier.«

»Eins sag ich dir, wenn der bis zum Sonnenaufgang Rabatz macht, dann dreh ich ihm persönlich den Hals um.«

Sie lauschten nebeneinander in die Dunkelheit hinein. Der Hochsitz stand am Waldrand in einer Gruppe von schlanken Buchen mit Blick auf einen riesigen Kartoffelacker. Mitten über das Feld lief, wie mit dem Lineal gezogen und in der Dunkelheit gerade so zu erahnen, ein Bahndamm. Ansonsten war der Acker eine dunkelgraue Masse ohne jede Kontur.

Georg schnupperte. »Es stinkt.«

»Ich war’s nicht.«

»Sehr witzig. Das ist der blöde Rehkadaver da unten, der ist schon halb vergammelt. An den geht er nie im Leben ran.«

Bernhard blickte in das fahle Oval von Georgs Gesicht. »Verlass dich drauf. Das Reh hat er vorgestern gerissen. Der kommt wieder.«

»Echt ekelhaft.«

»Hab ich dich gezwungen mitzukommen?«

»Nee. Aber wenn ich vorher gewusst hätte, wie unbequem es auf diesem doofen Hochsitz ist …«

»Nun hört euch das an«, unterbrach Bernhard seinen Freund näselnd. »Die Gräfin hatte eine unbequeme Nacht. Soll ich nach der Zofe läuten, damit sie die Seidenkissen holt?«

»Blödmann.«

»Und ein Fläschchen mit Rosenwasser gegen den strengen Geruch?«

»Arsch.«

»Sei mal leise«, flüsterte Bernhard. »Da war was.«

Im Unterholz hatte etwas zu rascheln begonnen. Der Luchs, dachte Bernhard. Er stand auf, beugte sich über die Brüstung und starrte angestrengt nach unten, dorthin, wo die Kamera installiert war. Wochenlang hatte er an Stativen herumgeschweißt, das Blitzgerät justiert und am Auslösemechanismus getüftelt. Jetzt befand sich dort unten eine raffinierte Fotofalle für den Luchs, den noch nie jemand zu Gesicht bekommen hatte.

Eigentlich durfte es ihn gar nicht geben. Luchse waren hier seit hundertfünfzig Jahren ausgestorben. Aber im April hatte Bernhard neben einer Pfütze im aufgeweichten Waldboden eine frische Fährte entdeckt und ein paar Tage später noch eine. Danach ein paar Wochen lang nichts. Und gestern dann das gerissene Reh, daneben wieder die viel zu großen Katzenspuren. Es gab ihn, den Luchs, irgendwo in diesem Wald strich er umher, eingewandert aus den Karpaten oder aus dem Böhmerwald oder weiß Gott woher. Er war da, und das war eine Sensation, auch wenn es außer Bernhard niemanden interessierte. Am allerwenigsten Georg, die alte Mimose.

Wieder raschelte es. Ein aufgeregtes Flattern erhob sich. Unsichtbares Flügelschlagen taumelte durch die Luft und erstarb. Nur so ein dämlicher Vogel. Wahrscheinlich würde es bald hell werden. Bernhard ließ sich auf die Knie zurücksinken.

Georg schimpfte flüsternd weiter: »Wenn er heute Nacht nicht auftaucht, dann kannst du morgen wieder allein hier hocken.«

»Dann bleib doch zu Hause«, wisperte Bernhard leicht gereizt. »Prinzessin auf der Erbse!«

Hinter dem Bahndamm war ein bläulicher Schimmer zu erahnen, den der schwarze Himmel aufzusaugen begann wie Löschpapier. Noch war es dunkel, aber als Bernhard den Kopf wieder zu Georg wandte, blitzte das Weiß in den Augen seines Freundes auf.

Plötzlich fasste ihn Georg an der Schulter. Im gleichen Augenblick nahm Bernhard es auch wahr: ein Motorengeräusch. Da kam ein Auto näher, ganz langsam. Bald hörte man unter den Reifen Äste knacken und Zweige knistern. Zu sehen war immer noch nichts.

»Das gibt’s doch nicht«, murmelte Georg. »Was soll das denn?«

Bernhards Herz pochte in seinem Hals. Georgs Hand auf seiner Schulter schloss sich wie eine Zange. Wer zum Henker fuhr in dieser gottverlassenen Gegend mitten in der Nacht mit einem Auto im Wald herum?

Das Geräusch war jetzt ganz nah. Zwischen den Bäumen tauchten zwei kleine glimmende Striche auf, die ein schwaches Licht auf den Waldboden warfen. Jemand hatte die Scheinwerfer des Wagens bis auf schmale Schlitze abgedunkelt. Wer auch immer am Steuer saß, gab fast kein Gas; das Knacken und Knistern im Gehölz war beinahe lauter als der Motor. Einen Steinwurf vom Hochsitz entfernt rollte der Wagen aus und der Motor erstarb ganz. Wenig später erloschen auch die Lichtschlitze. Es war wieder totenstill.

»Vielleicht der Förster«, flüsterte Georg.

»Blödsinn«, zischte Bernhard. »Mit abgeklebten Scheinwerfern oder was?«

»Ein Liebespaar?«

»Dann kannst du ja gleich noch was lernen.«

»Pah! Auf dem Gebiet …«

»Sch!«

Eine Wagentür wurde leise geöffnet, dann noch eine. Schritte raschelten auf dem Waldboden, dann vernahm Bernhard ein scharrendes, scheuerndes Geräusch. Jemand zerrte an irgendetwas herum. Wieder Schritte. Für einen kurzen Moment flammte ein gedämpftes Licht auf, und ein klobiges Etwas war zu erkennen, das aus Laub zu bestehen schien.

»Was war das?« Bernhard hauchte mehr, als dass er flüsterte.

»Ich glaube, die haben ein Tarnnetz über das Auto gezogen.«

»Das wird mir langsam unheimlich.«

»Mir auch. Und wir kommen hier nicht weg. Nachher knallen die uns noch ab.«

Einige Minuten vergingen, in denen die beiden kaum zu atmen wagten. Während Bernhards Gedanken rasten, schliefen ihm die Füße ein. Langsam ließ er sich auf eine der Decken sinken und streckte die Beine aus. Die Stelzen knarrten.

Georg starrte weiter über den Rand der Brüstung, sein Kopf war ein undeutlicher Schattenriss. Plötzlich schlug eine aufgeregte Hand gegen Bernhards Knie. Bernhard richtete sich auf und spähte in Richtung Feld.

Auf dem Bahndamm, vielleicht dreihundert Meter von ihnen entfernt, bewegte sich ein rotes Licht hin und her. Es sah aus, als schwenkte jemand eine Signallaterne. Und dann näherte sich ein Rauschen und Rattern, das all die bemühte Heimlichtuerei scheinbar zunichtemachen wollte: Eine Lok stampfte heran.

Bernhard hatte in der Nacht ein oder zwei Mal einen Zug vorbeifahren hören; das Pfeifen der Lokomotive hatte er im Halbschlaf wahrgenommen. Diese Lok aber pfiff nicht. Stattdessen kreischte eine Bremse auf und das Rattern verlangsamte sich. Rechts neben dem Waldrand erschienen drei weiße Lichter, dann die Umrisse der Lok und einer Kette von Güterwaggons. Heller Dampf quoll hervor, wallte über das Feld und löste sich in nichts auf. Schließlich kam die Lokomotive knapp vor der roten Laterne auf dem Bahndamm zum Stehen und zischelte vor sich hin. Im Schein der Lichter wurde kurz eine Gestalt sichtbar, dann sprang sie von den Gleisen und verschwand im Dunkeln neben der Lok.

Bernhard und Georg hielten den Atem an.

Und dann kam richtig Leben in den Kartoffelacker.

Von links näherte sich eine Kolonne. Die Konturen der Fahrzeuge hoben sich gegen den Himmel ab, der inzwischen einen dunkelblauen Schimmer bekommen hatte. Bernhard starrte mit offenem Mund auf die Autos: zwei Militärjeeps und zwei massige Fahrzeuge, die einen Heidenlärm machten.

Das Ende der Schlange bildeten drei weitere dieser Kolosse mit lang gestreckten Anhängern, dann noch einmal zwei Geländewagen.

»Das sind Raupenschlepper«, wisperte Georg. Bernhard zitterte. Er krallte seine Hände in die hölzerne Brüstung des Hochsitzes.

Die Geländewagen scherten aus und kamen so zum Stehen, dass ihre Scheinwerfer einen der Waggons beleuchteten, auf dem ein riesiges, kastenartiges Ding lag. Befehle wurden gebellt und zwei Dutzend Männer sprangen aus den Fahrzeugen. Plötzlich wimmelte das ganze Feld von Gestalten, die auf den Waggon kletterten und sich an dem Kasten zu schaffen machten. Gleichzeitig fuhren die beiden vorderen Schlepper dröhnend an und erschienen in den Lichtkegeln. Auf ihre Fahrgestelle waren Kräne montiert.

Alles vollzog sich mit der Präzision eines eingespielten Orchesters: Schwenkarme wurden ausgefahren, Ketten senkten sich herab und wurden klackernd irgendwo eingehakt. Der erste Anhänger wurde neben den Waggon rangiert. Die Motoren röhrten auf, die Ausleger hoben sich, die Ketten knirschten und dann wurde das Ding im fahlen Scheinwerferlicht von der Ladefläche des Waggons emporgehoben, schwebte ein Stück durch die Luft und senkte sich langsam auf den Anhänger. Ein paar Kommandos, dann rollte das Gefährt davon und das zweite fuhr vor.

Das Zischen der Lok schwoll an und ging in ein langsames Stampfen über, als der Zug um genau eine Waggonlänge vorrückte. Bremsen quietschten. Wieder taten die Kräne ihre Arbeit und auch das Verladen des zweiten Kastens dauerte nur wenige Minuten.

Das Schauspiel wiederholte sich noch ein drittes Mal. Als sich auch das letzte Gespann entfernt hatte, sprangen die Männer in die Fahrzeuge, und die ganze Kolonne rollte langsam in die Richtung, aus der sie gekommen war. Die Raupenschlepper fuhren die Ausleger ein und folgten.

Die Lokomotive begann zu fauchen und ruckte an. Das Stampfen steigerte den Takt und bald verschwanden die roten Lichter am Ende des Zuges in der heraufziehenden Dämmerung. Auch der Lärm verklang in der Ferne. Nur einer der Geländewagen blieb ohne Beleuchtung am Bahndamm stehen. Sein Motor tuckerte leise.

Bernhard blickte zu Georg, der ihn mit offenem Mund anstarrte. Irgendwo im Wald nahm der Ziegenmelker seine Arbeit wieder auf.

»Sag mal, hab ich das geträumt?«, fragte Georg und vergaß vor Aufregung das Flüstern.

»Sei leise!«, zischte Bernhard und wies mit dem Kopf nach unten. Sie kauerten eine Weile hinter der Bretterwand. Bernhard spähte durch eine Lücke zwischen den Latten. Es war immer noch zu dunkel, um mehr zu erkennen als ein unnatürlich eckiges Gebilde in der Farbe des Waldbodens. Auf jeden Fall stand der Wagen noch da. Aber nichts deutete darauf hin, dass jemand darin saß. Waren die da unten während des Spektakels ausgestiegen und verschwunden?

Unter dem Hochsitz raschelte es. Bernhards Nackenhaare stellten sich auf. Er presste sein Gesicht gegen das Holz. Irgendetwas regte sich dort. Georgs Kopf schob sich neben ihn, auch er starrte nach unten.

In diesem Moment blendeten die Scheinwerfer des Geländewagens am Bahndamm wieder auf. Anstatt jedoch in die Richtung zu verschwinden, aus der er gekommen war, hielt das Auto langsam auf den Waldrand zu. Die beiden Lichtkegel strichen über das Kartoffelfeld und rissen tiefe Schattenlöcher in die Erde. Langsam rollte der Wagen auf sie zu, dann stoppte er. Eine groß gewachsene Gestalt stieg aus und kam vorsichtig näher. Unter den ersten Bäumen blieb sie stehen. Wieder raschelte es. Versteckte sich dort jemand?

Bernhard hielt den Atem an. Zwei, drei, vier Sekunden lang regte sich gar nichts.

Dann klickte es und im gleichen Augenblick flammte das Blitzgerät auf. Eine Bombe aus Licht explodierte unter dem Hochsitz und meißelte im Bruchteil einer Sekunde Baumstämme, Zweige und Moospolster aus der Dunkelheit – und mittendrin ein prachtvoller hellbrauner Pelz mit schwarzen Punkten und das Gesicht einer übergroßen Katze mit schwarzen Pinselohren.

Kapitel 2

Der Abend hatte kaum angefangen, aber der Keller im Black Pepper war schon so vollgequalmt, dass die schmale Bühne am anderen Ende des Raumes hinter einer wabernden Nebelwand wie ein trübes Aquarium wirkte. Ein paar abgedämpfte Scheinwerfer schnitten Streifen in den Rauch.

Julius lehnte sich auf der gepolsterten Bank zurück. Neben ihm legte Jack die Füße auf einen Barhocker, zog seine Uniformjacke glatt, ließ sich gegen die Rückenlehne sinken und schloss die Augen, das Gesicht andächtig zur Decke gehoben.

Auf der Bühne standen drei Musiker in Smoking und Fliege und unterhielten sich. Ein Nicken, ein Schulterklopfen, dann nahmen der Pianist und der Schlagzeuger auf ihren Schemeln Platz, während sich der Kontrabassist auf einen Barhocker schwang und sein Instrument in Stellung brachte. In der Mitte der Bühne ruhte ein einsames Saxofon auf einem Ständer und glänzte eitel vor sich hin. Der Pianist schlug ein paar Akkorde an.

Im Black Pepper drängelten sich die Gäste, vor allem amerikanische Soldaten, dazu ein paar Männer in Anzügen und einige ziemlich junge Frauen. Die Köpfe hoben sich wie Scherenschnitte vor der beleuchteten Bühne ab. Stimmengewirr quoll durch den Raum, begleitet von immer neuen Rauchwolken.

Rechts von Julius und Jack quetschten sich ein blonder Bubikopf und eine rothaarige Lockenmähne durch die Menge, begleitet von interessierten und anzüglichen Blicken. Zwei hübsche Gesichter waren zu erkennen, als die Mädchen auf den Nachbartisch zusteuerten. Julius tippte seinen Freund an.

»Hab sie gesehen«, sagte Jack, ohne die Augen zu öffnen. Sein Mund verzog sich zu einem kaum sichtbaren Lächeln.

Die beiden Mädchen setzten sich und fingen eine leise Unterhaltung an, nicht ohne ab und zu verstohlene Blicke in ihre Richtung zu werfen.

Jack hatte die Augen immer noch geschlossen.

»Sie sehen rüber, stimmt’s?«

»Stimmt.«

Jack nickte zufrieden, dann öffnete er die Augen. Ein Herr in schwarzem Anzug mit viel Pomade im Haar betrat jetzt die Bühne, begrüßte die Anwesenden mit mauligem Südstaatenakzent und stellte sich als James Pringle vor. Johlen und Pfeifen war die Antwort, offenbar kannte ihn hier sowieso jeder. Pringle schenkte der Menge ein öliges Lächeln und redete weiter. Doch im hinteren Teil des Raumes kam fast nichts davon an.

Die Rothaarige beugte sich zu Jack hinüber. »Was sagt er?«, fragte sie.

»Er sagt, Gott hat beschlossen, heute Abend auf die Erde hinabzusteigen, um den Gläubigen zu erscheinen.«

»Das ist Gotteslästerung!«, rief die Rothaarige entrüstet.

»Im Gegenteil«, gab Jack zurück. »James Pringle ist der frommste Mensch der Welt.«

»Blasphemie«, beharrte die Rothaarige. »Gott heißt John Coltrane.«

»Irrtum«, sagte Jack. »Gott heißt Coleman Hawkins. Und wahrlich, ich sage euch: Er wird gleich für uns spielen.«

Julius schaltete sich ein: »Das meinst du nicht ernst.«

»Ich schwör’s euch.« Jack lächelte selbstzufrieden. »Coleman Hawkins. Heute Abend. Hier in Berlin.«

Der Pomadenkopf schwafelte immer noch. Ein Kellner erschien und stellte zwei Getränke in unbestimmbarer Farbe vor ihnen ab. Jack warf einen kurzen Blick zum Nachbartisch und gab dem Kellner mit zwei Fingern ein Zeichen. Typisch Jack, dachte Julius. Und das Unverschämteste war, dass es noch nicht einmal aufgesetzt wirkte, wenn sein Freund den Weltmann spielte.

Jack hob sein Glas. »Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag«, sagte er. Sie stießen an. Das Zeug schmeckte süßund bitter zugleich.

Auf der Bühne machte Pringle gerade eine bedeutungsschwere Pause, die das Gemurmel augenblicklich abschwellen ließ. Dann wies er mit beiden Händen zu einer Tür direkt neben der Bühne.

»Mister Coleman Hawkins!«

Applaus und Pfiffe brandeten auf wie ein Orkan. Nur einer hatte sich von der Bühne abgewandt und stierte zu ihnen herüber: ein untersetzter, etwas nachlässig gekleideter Kerl mit Metzgervisage, der vielleicht zehn Schritte entfernt an der Wand lehnte.

»Ich glaub es nicht, er ist es wirklich!«, rief Julius.

Die Tür wurde geöffnet und unter dem Jubel der Gäste trat ein leicht beleibter, dunkelhäutiger Mann mit Glatze und Vollbart ein. Er trug einen schlichten Anzug und wirkte damit um einiges lässiger als die herausgeputzten Musiker hinter ihren Instrumenten. Mit ein paar Schritten war er beim Saxofon und hob es vorsichtig aus dem Ständer. Das Messing funkelte durch den Rauch hindurch. Die Gespräche verstummten augenblicklich. Hawkins lächelte kurz in die Runde, dann setzte er an.

»Dein Geburtstagsständchen«, sagte Jack stolz.

Der Pianist spielte ein kurzes Intro. Alle Scheinwerfer, bis auf den einen, der auf Hawkins gerichtet war, erloschen, dann flossen die ersten Töne aus dem Saxofon. Der weiche tiefe Klang füllte das Black Pepper bis in die letzte Ecke aus. Schlagzeug und Kontrabass setzten ein, blieben aber Statisten.

Hawkins stand kerzengerade im rauchigen Licht und glitt auf seiner Melodielinie dahin wie eine Gondel auf bewegtem Wasser. Wiegend und pendelnd nahm er jeden Wirbel auf, tauchte hier ein Stück ein, schnellte dort wieder hoch, drehte sich um sich selbst, ohne vom Kurs abzukommen, und folgte den Stromschnellen, die der Fluss aus geschmolzenem Messing ihm vorgab.

Julius ließ sich gegen die Wand sinken und spürte Schwerelosigkeit. Nach einiger Zeit wurden die Strudel tiefer und die Kapriolen heftiger. Während Kontrabass und Schlagzeug am Ufer ungerührt weiter den Rhythmus abschritten, steuerte das Saxofon fast hektisch gegen den Strom an, als näherte sich die Gondel einer Staustufe und merkte es nur noch nicht, geriet schließlich endgültig ins Trudeln und rauschte nach unten in einem Wasserfall, der plötzlich Applaus war und nichts als Applaus.

Jack legte Julius einen Arm um die Schulter. »Herzlichen Glückwunsch noch mal!«

Julius war immer noch völlig überwältigt.

»Coleman Hawkins ist in der Stadt und ich weiß von nichts?«

Jack grinste. »Seit wann ist Gott dir Rechenschaft schuldig?«

Julius verdrehte die Augen. »Aber dir hat er sich offenbart oder was?«

»Nicht so ganz. Aragon hat’s mir gesteckt. Hawkins ist nicht auf Tournee. Er besucht einen alten Freund in Berlin und das hat Pringle mitbekommen. Pringle hat den Freund bearbeitet, der Freund hat Hawkins bearbeitet, und der hat schließlich zugesagt, dass er im Black Pepper auftritt. Aus Freundschaft. Für ein Stück.«

»Für ein einziges Stück?«

»Für dein Geburtstagsständchen.«

Jack deutete mit dem Kopf nach vorn. Hawkins hatte sein Saxofon tatsächlich wieder abgelegt und verließ winkend und unter dem tosenden Applaus der Zuschauer die Bühne.

»Für ein Stück. Das ist der dekadente Westen!«, sagte Jack fröhlich.

Der Applaus verebbte und das Stimmengewirr gewann die Oberhand. Julius schielte zum Nachbartisch herüber. Die beiden Mädchen hatten ihr Gespräch wieder aufgenommen, schienen aber nicht ganz bei der Sache zu sein. Die Rothaarige zog sich eine Korkenzieherlocke ins Gesicht und ließ sie hochschnellen.

»Wir sollten noch übers Geschäft reden«, sagte Jack. »Gestern ist eine neue Kiste angekommen. Zweihundert Platten, die wir zusammen durchgehen müssen. Hörst du mir zu?«

»Ja, klar.« Julius war schon wieder abgelenkt.

»Keine Sorge, der Kellner kommt gleich.«

Doch anstelle des Kellners kam plötzlich die Metzgervisage auf sie zu. Julius sah aus dem Augenwinkel, wie er sich von der Wand löste und auf den Tisch der Mädchen zusteuerte. Jack bemerkte seinen Blick und drehte sich herüber. Offenbar hatte der Kerl es auf die Blonde abgesehen. Er beugte sich zu ihr herunter und sagte etwas, sie runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf, aber er ließ nicht locker und beugte sich weiter vor. Das Mädchen wich angeekelt zurück. Ihre rothaarige Freundin mischte sich ein und sagte etwas, das ihn zu ärgern schien.

Jack machte ein Zeichen mit der Hand, um den Mann auf sich aufmerksam zu machen. Dessen Kopf fuhr hoch.

»Wie du siehst, sind wir hier zu viert«, sagte Jack ruhig. »Und dabei soll’s für heute auch bleiben.«

Die Augen verengten sich. »Wer bist du denn?«

»Interessiert dich doch sowieso nicht. Du kannst jetzt Leine ziehen!«

»Ich kann dir die Nase brechen, du Amischnösel!«

»Tust du aber nicht«, sagte Jack ruhig.

Der sachliche Ton schien den Kerl zu irritieren und gleichzeitig anzustacheln. Er machte einen Schritt auf Jack zu. Julius fühlte, wie sich sein Puls beschleunigte.

»Ach, und wieso nicht?«, fragte die Metzgervisage drohend.

Jack seufzte, als hätte er ein Schulkind vor sich, das die einfachste Rechenaufgabe der Welt nicht begreifen will.

»Weil dazu zwei gehören«, erklärte er. »Prügeln ist wie Tanzen. Macht keinen Spaß, wenn der Partner sich nicht reinkniet.«

Sein Gegenüber war so verdattert, dass ihm einen Augenblick lang keine Antwort einfiel. Die Mädchen rutschten auf ihren Hockern herum. »Lass doch«, sagte die Rothaarige.

Der Kerl trat noch einen Schritt vor und befand sich jetzt genau vor Jack. Man sah, wie es in ihm arbeitete. An den Nachbartischen waren die Gäste auf sie aufmerksam geworden. Ein paar Uniformierte strafften sich, aber noch stand niemand auf. Jack drehte den Kopf leicht zu Julius, ließ die Augen aber auf sein Gegenüber gerichtet.

»Pass auf, gleich packt er mich am Kragen. Und dann wird’s richtig peinlich.«

Genau das schien der Kerl vorgehabt zu haben, und genau das konnte er nach dieser Ankündigung jetzt nicht mehr tun, ohne als durchschaubarer Tölpel dazustehen. Das Dilemma war ihm anzumerken.

»Pass mal auf, Bürschchen«, sagte er mit vor Wut zitternder Stimme. »Wenn du Mumm hast, dann gehen wir beide jetzt vor die Tür.«

Jack lachte trocken auf und wandte sich an Julius. »Bürschchen. Mumm. Fehlt nur noch die Faust, die nach Friedhof riecht.« Er blickte kopfschüttelnd in die Metzgervisage, hinter der nun eine zweite Gestalt aufgetaucht war.

»Wenn du mir unbedingt eine reinhauen willst, dann mach das doch gleich hier«, setzte Jack ungerührt nach. »Spar dir das mit dem Kragenpacken und dem Rausgehen, und tu das Einzige, was du besser kannst als ich. Knall mir eine, dass ich durchs Lokal fliege, und fertig.«

Der Kerl war nun völlig aus dem Konzept gebracht. Von hinten legte sich ihm eine Hand auf die Schulter. »Lass gut sein, Erich!«

Erich blickte sich unwirsch um. »Dieser kleine Scheißer …«, hob er an.

»Lass ihn«, sagte der andere bestimmt und zog Erich am Arm. Der machte einen halbherzigen Versuch, die Hand abzuschütteln, aber die Erleichterung über den gedeckten Rückzug war ihm anzusehen.

»Wenn ich dich draußen erwische …«, drohte er noch einmal. Dann zog ihn sein Kumpan durch die Menge davon.

In diesem Augenblick tauchte wie aus dem Nichts der Kellner auf und lieferte zwei weitere Getränke ab. Jack nahm sein Glas und prostete den Mädchen zu.

»Ihr habt’s gesehen. Gott heißt Coleman Hawkins!«

»Und wie heißt du?«

»Jack. Und das ist Julius.«

»Barbara.« Die Rothaarige.

»Charlotte.« Die Blonde.

»Bist du Amerikaner oder Deutscher?«, fragte Barbara, die mit ihrem Hocker näher gerückt war.

»Amerikaner. Aber ich bin hier aufgewachsen. Mein Vater war auch schon bei der Army. Jetzt sind meine Eltern wieder in New York. Mein Vater ist halt ein Großstadtmensch.«

»Sehr witzig. Und woher kennt ihr beiden euch?«

»Wir waren in einer Klasse. Meine Eltern wollten, dass ich auf eine deutsche Schule gehe.«

»Die armen Lehrer.«

Es wurde ein Abend nach ihrem Geschmack. Ein anderer Saxofonist kam auf die Bühne und die Combo spielte weiter. Charlotte und Barbara teilten die musikalischen Vorlieben von Jack und Julius, obwohl die Gottesfrage auch in den nächsten beiden Stunden nicht einvernehmlich geklärt werden konnte. Bald kam es zu der unvermeidlichen Teilung der Vierergruppe in Paare. Jack bearbeitete Barbara, die auf jeden seiner Schlaumeiersprüche die passende Antwort hatte, und Julius hielt sich an die etwas schüchternere Charlotte. Nach dem zweiten Glas wusste er nicht mehr, wer eigentlich wen einwickelte.

Irgendwann schlug Jack vor, an die frische Luft zu gehen.

Sie verließen das Lokal und traten ins Freie. Jetzt erst merkte Julius, was für eine verrauchte Luft sie vorher eingeatmet hatten. Er streckte sich und sog den Duft der Sommernacht ein.

Vor dem Black Pepper standen ein paar Gäste, die sich die Beine vertraten. Julius hielt Ausschau nach Erich, der Metzgervisage, doch der war nirgends zu sehen. Jack schien den Vorfall sowieso schon vergessen zu haben.

»Zum Grunewaldsee?«, fragte er.

Die beiden Mädchen sahen sich an.

»Nachtigall, ick hör dir trapsen«, sagte Charlotte. »Das hat er ja schön eingefädelt mit der frischen Luft.«

»Solche sind wir aber nicht!«, ergänzte Barbara.

»Solche wollen wir auch nicht«, sagte Julius.

»Schwindler!«

Am Straßenrand parkte ein dunkelgrüner Chevrolet Bel Air. Jack öffnete die hintere Tür. »Wie wär’s?«

»Darf ich fahren?«, fragte Barbara tollkühn.

»Kannst du das denn?«, erkundigte sich Jack.

»Klar!«

Julius sah, wie Jack kurz überlegte, ob die Verbesserung seiner Chancen bei Barbara in einem akzeptablen Verhältnis zu den Konsequenzen stand, die ihm drohten, wenn Barbara ein Diplomatenfahrzeug der Vereinigten Staaten in den Graben fuhr. Die Entscheidung dauerte eine Sekunde.

»Schlüssel steckt«, sagte er, ging um den Chevrolet herum und schwang sich auf den Beifahrersitz. Julius und Charlotte stiegen hinten ein.

Barbara konnte es wirklich. Der Wagen glitt dahin, während die Villen von Dahlem draußen vorbeizogen. Jack kurbelte die Scheibe herunter. Der Wind griff Julius von vorn mit flatterigen Fingern in die Haare. Er schloss die Augen. Vorsichtig tastete er nach Charlottes Hand, fand sie nicht, blinzelte und sah, dass sie die Hände im Schoß gefaltet und die Augen geschlossen hatte. Auch gut.

»Finger weg!«, rief Barbara vorn. Jack lachte.

Die Straße führte durch den Wald und dann fast bis an den See heran. Tief im Westen stand der Mond. Als die schwarz glänzende Wasserfläche durch die Bäume schimmerte, lenkte Barbara den Wagen an den Straßenrand, und sie stiegen aus.

»Wer kommt mit schwimmen?«, fragte Jack und knöpfte sich die Uniformjacke auf.

»Ich«, sagte Julius.

»Geht ihr mal«, sagte Barbara. »Euch tut die Abkühlung gut.«

Jack schälte sich weiter aus seinen Sachen und warf Jacke, Hemd, Hose und Socken durch das offene Fenster ins Auto. Julius fand auf seiner Seite kein offenes Fenster und legte alles aufs Dach.

Barbara und Charlotte waren schon zum Ufer gegangen und hatten sich ins Gras gesetzt.

»Wer zuerst drin ist!«, rief Julius.

Sie rannten los und erreichten beide gleichzeitig den See. Julius hörte den Schlamm unter seinen Füßen schmatzen, dann spritzte das kühle Wasser an seinem Körper hoch und er warf sich mit einem Hechtsprung hinein. Neben ihm tauchte Jack klatschend ein.

Julius machte ein paar Züge unter Wasser. Schwarzgrüne, kühle Suppe und gedämpftes Gurgeln umgab ihn. Es war unheimlich und aufregend zugleich. Sie tauchten beide gleichzeitig auf. Julius drehte sich auf den Rücken und ließ sich treiben. Jack glitt neben ihn. Auf einmal war es ganz still. Ab und zu gluckerte es, wenn sie mit den Füßen ausschlugen, um nicht unterzugehen. Julius dachte an den Auftritt im Black Pepper.

»Ein perfekter Geburtstag«, sagte er.

»Und der Abend ist noch nicht vorbei«, prohezeite Jack.

Am Ufer schlug eine Autotür zu.

Jacks Kopf schnellte neben Julius aus dem Wasser.

Ein Motor wurde angelassen.

»Scheiße!«, rief Jack und begann, wie ein Rasender zum Ufer zu kraulen.

Die Rücklichter des Chevrolet verschwanden zwischen den Bäumen.

Kapitel 3

Nach einem Sekundenbruchteil war das Blitzlicht schon wieder verloschen, aber das Bild des Luchses hatte sich in Bernhards Netzhaut eingebrannt wie ein glühender Stempel. Doch er kam nicht dazu, seine Gedanken zu ordnen, denn unter dem Hochsitz ging es nun richtig zur Sache: Mit einem Fauchen schoss der Luchs davon und zog eine Spur aus peitschenden Geräuschen durch den Wald.

Der Motor des im Schutz der Bäume geparkten Geländewagens sprang an, ein Gang wurde eingelegt, der Fahrer gab Vollgas, die Maschine heulte auf und das Auto schoss rückwärts durch das Unterholz. Dann wurde das Steuer herumgerissen, ein dumpfes Rumsen ertönte, als der Wagen mit dem Heck offenbar einen Baum rammte, wieder ein Gangwechsel, wieder ein Aufröhren, und dann durfte das Fahrzeug zeigen, was es konnte: Rücksichtslos alles niederwalzend, was ihm an Gehölz in die Quere kam, bahnte es sich krachend seinen Weg durch den Wald und entfernte sich, als sei der Leibhaftige hinter ihm her.

Der Mann am Waldrand war inzwischen zu seinem Auto gerannt und nahm die Verfolgung auf. Das Scheinwerferlicht sprang an den Baumstämmen auf und ab, streifte abgeknickte Äste und Pfützen und bekam das Heck des Geländewagens zu fassen. Ein gelbes Kennzeichen mit einer großen Zahl neben einem bunten Rechteck war kurz zu sehen und verschwand wieder.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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