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Als Steffis dreizehnjähriger Sohn Kai verschwindet, glaubt keiner außer ihr an eine Entführung. Die Polizei fahndet nach einem Ausreißer. Ihr prügelnder Ex-Mann macht ihr heftige Vorwürfe. Wer wird ihr helfen?
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Seitenzahl: 16
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Sheila Esch
September
Kurzkrimi: Die Blüten des Bösen
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
September
Impressum
September
„Wo soll der Junge sein?“
Jörgs aufbrausende, aber ehrlich entsetzte Stimme am Telefon zeigte Steffi, dass auf die ultimative Grausamkeit von seiner Seite nicht zu hoffen war.
„Fort. Weg. Verschwunden.“
„Wie meinst du?“ brüllte Jörg. „Was ist los?“
„Weggelaufen. Fort. Verschwunden. Nicht mehr da!“ skandierte Steffi die tagealte Tonfolge ihrer Qual.
„Wie bitte?“
„Fort. Fort, fort“ – Steffi schrie, sie heulte ins Telefon – „ich dachte, er ist bei dir!“
Eine eigenartige Stille stand auf einmal in der Leitung.
Die Lautstärke seiner Stimme war angenehm, wenn er verblüfft war: „Wie, du dachtest, er ist bei mir?“
„Es kommt so vieles vor auf der Welt. Ich dachte, warum nicht mir? Warum soll das nicht mir passieren, wenn es die einzige Erklärung ist, die beste – die einzige, die gut ist!
Ich dachte – weil du doch fort willst, mit Sylvia nach Norwegen. Ich dachte, du hast ihn dir gepackt, du hast ihn schon mal vorausgeschickt. Ich dachte…“
„… du dachtest, ich hab ihn entführt?“
„Ja. Ich dachte – ich hatte die Hoffnung…“
„Ich hätte Kai entführt? Was ist das denn für eine Idee! Du hoffst, du denkst dir aus, ich hätte dir unseren Sohn entführt, nur damit nicht rauskommt, damit du dir nicht eingestehen musst, was du für eine miserable Mutter bist, eine Mutter, der der Sohn davonläuft…“
„Nein. Nein, eben nicht. Kai ist nicht davongelaufen.“
„Woher weißt du das denn?“
„Wo wäre er denn hin? Wo wäre er denn hingelaufen? Etwa zu dir? – Das bildest du dir ein, dass er zu dir käme, dass er von mir davon läuft und zu dir kommt, ja wo ist er denn, ist er bei dir? Ist er bei dir?“
