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Sexualität – ein heißes Thema: für Jungverheiratete genauso wie für reife Eheleute, Singles, Paare mit und ohne Kinderwunsch, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Gefühlen – kurzum: für jeden von uns. Doch was hat Gott sich bei Sexualität eigentlich gedacht? Diesem Geheimnis sind die Autorinnen und Autoren dieses Workbooks auf der Spur. Dabei denken sie über Fragen nach wie: Was ist Sexualität überhaupt? Was hat sie mit unserer Identität zu tun? Darf man nur in der Ehe Sex haben? Was denkt Gott über Selbstbefriedigung? Wie kann man als älter werdendes Paar immer noch Freude am Sex haben? Und wie gehe ich als Single mit meiner Sexualität um? Entdecke zusammen mit deiner Kleingruppe, deiner Gemeinde, deinem Partner oder auch ganz für dich, dass Gott viel größer und wertschätzender über uns Menschen, unseren Körper und unsere Sexualität denkt, als wir dies selbst oft tun! Mit Impulsen zum Weiterdenken, Kleingruppenfragen und mit zahlreichen Online-Ressourcen. Und mit Beiträgen von: Paul Bruderer, Regula Lehmann, Christoph Raedel, Christian Salvisberg, Susanna Aerne, Christa und Wilf Gasser, Rolf Rietmann, Janine Götz und Christian Jungo
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Seitenzahl: 250
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
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Umschlag: Amrei Dobler, amreidesigns.de Layout und Satz (gedrucktes Buch): Samuel Ryba – Design Ryba E-Book-Herstellung: Textwerkstatt Stefan Jäger
ISBN (EPUB) 978-3-03848-463-9
Einleitung
Wichtige Infos
Wochen 1–6
Woche 1: Die sexuelle Revolution der Gegenwart verstehen lernen
Woche 2: Die revolutionäre Sexualethik der ersten Christen
Woche 3: Der Schutzraum der Ehe von Mann und Frau
Woche 4: Der Schutzraum des Singleseins
Woche 5: Beziehungsaufbau – die Grundlage gelingender Sexualität
Woche 6: Wiederherstellung – Gott des Neuanfangs
Grundlagentexte
Was ist der Mensch? Die Perspektive der Bibel
Was ist Sexualität?
Liebe deinen Körper
Leben mit ungestillten Bedürfnissen
Selbstbefriedigung
Schwerpunkt Männer
Schwerpunkt Frauen
So kann Paarsexualität gelingen
Sexualität im Alter
Sexuelle Orientierung und Identität
Verantwortung in Fruchtbarkeit und Familienplanung
Pornografie: Tsunami des 21. Jahrhunderts
Kirche als Raum der Gnade. Theologie und Praxis
Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,
schön, dass du dich zusammen mit deiner Kirche, deiner Kleingruppe, deinem Partner oder erst mal eigenständig auf eine Entdeckungsreise zu einem der schönsten und herausforderndsten Themen einlässt!
Die gesellschaftlichen Debatten über sexualethische Themen sind längst mitten in unseren Kirchen und Gemeinden angekommen. Wie gehen wir mit unseren persönlichen Fragen zu Sexualität und Beziehungsformen um und wie begegnen wir Menschen, die anders denken und leben?
Wir sind überzeugt, dass die biblische Botschaft genau das ist, wonach wir Menschen uns im Tiefsten sehnen. Was die Bibel uns über den menschlichen Körper, sexuelle Intimität und gelingende Beziehungen zeigt, schafft Identität, stillt Sehnsucht, gibt Hoffnung und schenkt Heimat.
Unsere Vision besteht darin, dass Christen aller Alterskategorien sich während sechs Wochen auf eine erfrischende Weise mit dem Thema Sexualität befassen. Die Schönheit, die Relevanz und der Realitätsbezug der biblischen Sicht von Körper, Beziehung und sexueller Intimität sind es wert, neu entdeckt zu werden!
Unser Gebet ist, dass du durch dieses Workbook persönlich ermutigt wirst und dass deine Sprachfähigkeit zu diesen aktuellen Themen zunimmt. Im Blick auf eigene Herausforderungen wünschen wir dir, dass du Hoffnung schöpfst, Gottes Gnade erlebst und heilsame Schritte gehen kannst.
Für das Fachnetzwerk DesignedPaul Bruderer und Christoph RaedelHerausgeber
Dieses Workbook ist in zwei Teile gegliedert und sowohl für das persönliche Studium wie für eine Gottesdienstserie geeignet. Im ersten Teil findest du für sechs Kurswochen Anregungen für die persönliche Reflexion und die Vertiefung in der Kleingruppe.
Der zweite Teil des Workbooks beinhaltet Grundlagentexte, die dir ergänzende und vertiefende Informationen zur Verfügung stellen.
6 Wochen – 6 Predigten plus Vertiefungsangebote
Die Anregungen im ersten Teil des Workbooks beziehen sich auf sechs Predigten, die während der Wochen 1 bis 6 persönlich und in der Kleingruppe vertieft werden können. Wir empfehlen dir deshalb, zum Start jeder Kurswoche als Erstes die entsprechende Predigt anzuhören.
Alle Predigten zu den Wochen 1 bis 6 findest du auf unserer Webseite:
www.workbook-sexualitaet.com/predigten
Wo du im E-Book das Kopfhörer-Symbol entdeckst, kannst du eine Predigt zum Thema der Woche anhören. Rufe dazu einfach den obigen Link auf.
Anregungen für die tägliche, persönliche Reflexion
Die Anregungen für die stille Zeit laden dich dazu ein, das, was du am Sonntag oder auf unserer Website in der Predigt gehört hast, in der nachfolgenden Woche jeweils von Montag bis Freitag zu vertiefen.
Anregungen für die Kleingruppe
Die Anregungen für die Kleingruppe unterstützen dich und deine Kleingruppe dabei, das Predigtthema zu diskutieren, es gemeinsam zu vertiefen, einander zu ermutigen und füreinander zu beten.
Grundlagentexte
Weil wir uns in diesem sechswöchigen Kurs mit komplexen Themen befassen, findest du im zweiten Teil dieses Heftes zwölf Grundlagentexte. Sie legen, wie ihr Name sagt, ein Fundament, auf dem alle Predigten, Anregungen und Kleingruppen-Inputs in diesem Heft aufbauen. Wir legen es dir sehr ans Herz, die Grundlagentexte zu lesen, weil du dadurch tiefer in die Themen reinkommst und auf diese Weise noch mehr von den Predigten und diesem Workbook profitieren kannst.
In den «Anregungen für die persönliche Reflexion» (jeweils fünf Tagesimpulse zum Thema der Predigt) weisen wir dich auf die Grundlagentexte hin, die wir dir zum entsprechenden Wochenthema zu lesen empfehlen. Wir haben uns bemüht, die Grundlagentexte so kurz und verständlich wie möglich zu halten – was bei manchen Themen nicht ganz einfach war, weil wir natürlich auch fachliche Qualität bieten möchten. Falls du an der ein oder anderen Stelle noch tiefer «graben» möchtest, findest du zu jedem Thema weiterführende Literaturhinweise.
Webseite Workbook Sexualität
Auf unserer Webseite findest du eine Schatzkiste voller ergänzender Artikel, Links, Literaturempfehlungen und Videos zu den Themen dieses Kurses. Es lohnt sich, für die Vorbereitung von Kleingruppen- und Themenabenden oder Seminartagen dort vorbeizuschauen!
www.workbook-sexualitaet.com
Autor: Christian Salvisberg
Kaum etwas erfreut sich größerer Aktualität und Präsenz in den Medien als die Themen Sexualität, Beziehung und Identität. Die kommunizierten Werte fordern uns als Christen heraus: Was prägt unser Bild von Beziehung und Sexualität? Und: Was führt zu gelingender Sexualität, gelingenden Beziehungen und gefestigter Identität?
Zum Start in unsere Predigtserie wollen wir deshalb versuchen, das Denken, die Werte und die Auswirkungen der gegenwärtigen sexuellen Revolution zu verstehen, zu würdigen und kritisch zu betrachten. Schließlich fragen wir nach Gottes Vision und Antworten zu den erkannten Herausforderungen. Dabei entdecken wir, wie uns Gottes Wort ganzheitliche und lebensbejahende Grundlagen und Ressourcen aufzeigt, auf die wir mit der Hilfe und Kraft von Jesus bauen dürfen.
Leseempfehlung für Woche 1: Grundlagentext «Was ist der Mensch?»
Für den Dirigenten. Von David. Ein Psalm. HERR, du hast mich erforscht und kennst mich ganz genau. ... Von allen Seiten umschließt du mich und legst auf mich deine Hand. Ein unfassbares Wunder ist diese Erkenntnis für mich; zu hoch, als dass ich es je begreifen könnte. Psalm 139,1.5–6 (NGÜ)
Wir haben alle unsere sehr persönliche Geschichte. Unsere Sexualität ist von verschiedenen Erfahrungen geprägt: von Schönem, Schwierigem, vielleicht Traumatischem. (Zur Vertiefung: Grundlagentext «Was ist Sexualität?»)
Nimm dir zum Start dieser sechs Wochen, in denen wir dem Geheimnis Sexualität auf der Spur sein wollen, Zeit, um dir Gottes Zuspruch seiner Nähe und Liebe besonders bewusst zu machen. Was bedeutet es für dich, dass Gott dich, deine Geschichte und deine Sexualität ganz genau kennt, dir nahe ist und dich liebt? Hast du besondere Wünsche oder Bedenken für diese Zeit? Du darfst das alles jetzt Gott im Gebet sagen und ihn um seinen Segen, seine Führung, sein Reden und seinen Schutz bitten.
Ich bitte euch nun, liebe Brüder und Schwestern, bei der Barmherzigkeit Gottes: Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer – dies sei euer vernünftiger Gottesdienst! Römer 12,1 (ZÜ)
Als Antwort auf Gottes Liebe und Gnade sollen wir als Kinder Gottes mit unserem Körper Gott ehren und ihm Freude bereiten – also auch durch unsere Sexualität. Dies können wir tun, indem wir mit unserem Körper und unserer Sexualität in einer Weise umgehen, die Gottes (Schöpfungs-)Absichten entspricht. Unser Umgang mit unserer Sexualität kann so eine Form von Worship sein.
Was löst diese Aussage/Perspektive bei dir aus? Was bedeutet es für dich, Gott mit deinem Körper und deiner Sexualität zu ehren?
Fügt euch nicht ins Schema dieser Welt, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr zu prüfen vermögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2 (ZÜ)
Die in Predigt 1 vorgestellte aktuelle Denkweise über Beziehung, Identität und Sexualität prägt uns vermutlich alle ein Stück weit – bewusst oder unbewusst.
Durch wen oder was wurde dein Bild von Sexualität geprägt? Was erlebst du davon als hilfreich und konstruktiv, was nicht? Was bedeutet es für dich, im Bereich der Sexualität nach Gottes Willen zu fragen und dich entsprechend auszurichten? Gibt es Bereiche, in denen du dir Veränderung wünschst und Gottes Hilfe brauchst?
Ich preise dich, dass ich so herrlich, so wunderbar geschaffen bin; wunderbar sind deine Werke, meine Seele weiss dies wohl. Psalm 139,14 (ZÜ)
In unserer Gesellschaft wird viel Wert auf das Äußere gelegt. Auf Leistung. Auf Karriere. Auf Erfolg. Auf Sex. Doch: Was geschieht, wenn wir dies «nicht schaffen» und nicht so glänzen mit äußerlichem Erfolg oder einem «perfekt gestylten» Körper?
Ein Freund erzählte mir, dass er wegen seiner Körpergröße unter Gefühlen der Minderwertigkeit litt. Als er zum Glauben an Jesus kam, las er eines Tages Psalm 139,14. Das schlug bei ihm ein: Er nahm diese Wahrheit an und dankte Gott dafür, wie er ihn geschaffen hat. Seine Minderwertigkeitsgefühle waren danach weg.
Wer oder was schenkt dir Wert? Worauf gründest du deine Identität? Kannst du Gottes Zusage aus Psalm 139,14 annehmen und Gott für dich und deinen Körper danken? (Zur Vertiefung: Grundlagentext «Liebe deinen Körper»)
Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 1. Mose 1,27 (ZÜ)
Als im Bild Gottes geschaffene Menschen sind wir dazu berufen, Gottes Wesen zu reflektieren. Dies bedeutet, dass wir dazu gemacht sind, Gott und unsere Mitmenschen zu lieben und von ihnen geliebt zu werden (vgl. Matthäus 22,37 ff). Genau da erleben wir tiefe Erfüllung und Freude.
Wenn du diese Aussage bejahst: Wie wirkt sich diese auf deine Beziehungen (Gott, Menschen) aus? Wo gestaltest du dein Leben in Übereinstimmung mit dieser Überzeugung? Wie wirkt sich die Tatsache «Gott liebt mich» auf die Gestaltung deines Lebens und deiner Beziehungen aus?
Für den nachfolgenden Austausch können wir uns nochmals das grundlegende Denkmuster der aktuellen sexuellen Revolution vergegenwärtigen (evtl. gemeinsam lesen).
In unserer westlichen Gesellschaft ist das Verständnis der sexuellen Freiheit und Selbstbestimmung stark verankert. Dieses Verständnis beinhaltet unter anderem folgende Überzeugungen:1
Sexualität wurde in der Vergangenheit unterdrückt.
Wir haben dafür gekämpft, zu lieben, wen wir lieben wollen.
Die hart erkämpften Rechte müssen nun in unserer Kultur verankert werden.
Wir stehen in einer ständigen Gefahr, diese Errungenschaften zu verlieren.
Das heißt, jeder soll das Recht haben:
zu lieben, wen er oder sie will, und mit so vielen Personen in einer einvernehmlichen Beziehung zu leben, wie er oder sie will, solange es Erwachsene sind
auf vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr
auf gleichgeschlechtliche Beziehungen und entsprechende Ehen
darauf, das eigene Geschlecht selbst zu wählen
Diesen Werten liegt eine Annahme zugrunde, nämlich, dass wir das Recht auf authentischen (Selbst-)Ausdruck haben. Als wahr, echt und authentisch wird das bezeichnet, was ich betreffend meiner (sexuellen) Identität fühle. Oder umgekehrt formuliert: Wenn ich mein Gefühl nicht ausleben kann, verleugne ich mich selbst und bin nicht authentisch. Die Idee dahinter ist: Ich bin das, was ich fühle.
1. Was sagt ihr zu dieser Kurzbeschreibung? Wo deckt sich diese mit euren Beobachtungen und Erfahrungen? Wo nicht?
2. Lest zusammen Römer 12,1–2. Wo beobachtet ihr, dass das gesellschaftliche Denken uns als Christen auf gute oder ungute Weise prägt?
3. Wer oder was hat eure Sicht auf Sexualität in der Teenager- und Jugendzeit am meisten geprägt? Gemeinde und Bibel? Eltern? Medien (Serie, Filme, Bücher, Zeitschriften, Pornografie)? Freunde/Klassenkameraden?
4. Ausgehend von Römer 12,1–2: Was löst die Frage bei euch aus: «Ist uns klar, dass wir mit der Art, wie wir Sexualität denken und leben, Gott anbeten und ehren – oder eben nicht?»?
5. In der Predigt wurde anstelle von «authentischem Selbstausdruck» auf «Christus-Ausdruck» als befreienden Weg hingewiesen. Was meint ihr dazu? Wie kann dieser «Christus-Ausdruck» euren Umgang mit Sexualität prägen?
6. Was ist euch wichtig für diesen sechswöchigen Kurs?
Segnet einander und betet füreinander für die kommenden sechs Wochen.
1 Aus: Brian Chapell u.a., Schönheit und Relevanz. Biblische Sexualethik gut begründen und weise verteidigen, Evangelium21 2024, S. 10–12. Online als pdf verfügbar unter: https://www.evangelium21.net/media/4236/schoenheit-und-relevanz [Stand: 9.4.2024].
Autor: Paul Bruderer
Wir haben in Woche 1 einige der zentralen Überzeugungen kennengelernt, welche die Veränderungen der Werte unserer heutigen Gesellschaft im Bereich der Sexualität antreiben. Viele würden diese Entwicklungen als «Revolution» bezeichnen. Das Grundproblem dieser Revolution haben wir auch kennengelernt: Es ist eine Revolution ohne Jesus Christus.
Heute wollen wir gemeinsam betrachten, wie eine sexuelle Revolution mit Jesus Christus aussieht. Der beste Ort, dies zu sehen, ist das Leben und Denken der ersten Christen. Sie leben, was wir im Neuen Testament als Grundsatz für uns Christen lesen:
Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist. Römer 12,2 (NGÜ)
Die ersten Christen lernen, ihr Denken an einem völlig neuen Orientierungspunkt auszurichten. Wir beobachten, dass es ihnen dadurch gelingt, Sexualität auf eine Art zu denken und zu leben, wie es ihr heidnisches Umfeld nicht einmal im Ansatz denken und leben kann. Darin finden wir vieles, was uns Christen heute Orientierung, Inspiration und Freude geben kann.
Leseempfehlung für Woche 2: Grundlagentext «Liebe deinen Körper»
Die ersten Christen haben nichts weniger als eine sexuelle Revolution herbeigeführt. Indem sie eine andere Weltanschauung angenommen haben als die heidnische, konnten sie Sexualität anders denken und in der Kraft des Heiligen Geistes auch anders leben als die Menschen, die im heidnischen Denkschema lebten. Das konfrontierende Christentum entpuppte sich gleichzeitig als außerordentlich menschenfreundlich, siehe z. B. Titus 3,3–7.
Heute entwickelt sich das Denken über und das Leben von Sexualität zurück ins Heidnische. Es ist an der Zeit, eine neue sexuelle Revolution anzustoßen, wie die ersten Christen es getan haben.
Wie geht es dir mit diesem Gedanken? Willst du Teil einer solchen Bewegung sein? Willst du es wenigstens in Betracht ziehen? Wir laden dich ein, diesen Kurs zu nutzen, um dich dafür inspirieren und zurüsten zu lassen.
Als Christen sind wir immer ein Stück weit geprägt von Werten, die «von der Welt» sind, also nichts mit der Weltanschauung der Bibel zu tun haben. Dies geschieht meistens, ohne dass es uns bewusst ist.
Wie können wir merken, wo wir von «heidnischen» Werten und nicht-biblischem Denken geprägt sind? Welche Antworten findest du dazu in Psalm 119,97–103; Römer 12,2; Johannes 14,23; Philipper 1,9–11 und Kolosser 1,9–10?
Kennst du bei dir selbst oder deinem Umfeld doppelbödiges Denken über eines der beiden Geschlechter? «Doppelbödig» heißt, dass Mann und Frau ein unterschiedlicher Wert gegeben wird – wie z. B. im antiken Rom.
Siehst und erlebst du Mann und Frau als in Wert und Würde gleich? Empfindest du dein eigenes Geschlecht eher als minderwertig oder eher als überlegen?
Lies 1. Korinther 7,1–16 und beobachte, wie ausgewogen Paulus Männer und Frauen anspricht. Was fällt dir auf?
Die ersten Christen kombinierten zwei Eigenschaften: Sie waren gegenüber dem Heidentum zugleich attraktiv und konfrontierend. Was ist deiner Meinung nach der Grund, weshalb ihnen diese Kombination gelang?
Heute wird oft der Anschein erweckt, man könne nicht attraktiv und konfrontierend sein, sondern müsse sich als Einzelner und als Kirche für eine der beiden Eigenschaften entscheiden: entweder attraktiv (auf Kosten der Konfrontation) oder konfrontierend (auf Kosten der Attraktivität).
Wie kann es uns gelingen, beides wieder zu kombinieren? Woran müssen wir uns dazu orientieren? Kommen dir dazu Bibelstellen in den Sinn? Lies zum Beispiel Johannes 17,14–18.
Wenn wir aus Sicht der Bibel über Sexualität nachdenken, gibt es einen Punkt, der nie aus den Augen verloren werden darf, weil er zum biblischen «Gesamtpaket» gehört: der hohe Wert unseres physischen Körpers.
Welche Worte würdest du benutzen, um deinen Körper zu beschreiben? Welchen Teil deines Körpers magst du wirklich? Welchen Teil deines Körpers würdest du lieber ersetzen oder ändern?
Lies Psalm 139,13–16. Welche Einstellung zu deinem Körper empfiehlt dir König David? Welche geistliche Aktivität praktiziert David, die auch du einüben kannst, um Schritt für Schritt in eine Gott-gemäße Einstellung zu deinem Körper hineinzuwachsen?
Ziel des Austauschs in der Kleingruppe ist es, euch der Schlüsselfrage der zweiten Predigt zu stellen: Wollen wir uns zu einer neuen Revolution der Sexualität verbünden? Die aufgeführten Fragen und Anregungen dienen der Gruppe dazu, sich dieser Frage anzunähern. Wählt die Fragen aus, die euch dabei helfen. Eventuell könnte es sich lohnen, dass die Teilnehmer zur Vorbereitung den Grundlagentext «Liebe deinen Körper» lesen.
Wenn die Gruppe nicht so gut versteht, was eine Weltanschauung ist, könnte es hilfreich sein, diesen Abschnitt als Grundlage für andere Fragen zu bearbeiten. Eine Weltanschauung beantwortet Fragen nach dem Wesen von Gott, des Menschen, der Welt etc. Versucht miteinander ein rudimentäres biblisches Welt- und Menschenbild zusammenzufassen. Schreibt dazu in Stichworten eure Antworten auf diese Fragen auf:
Was sagt die Bibel über Mann und Frau? Was sagt das über ihren Wert aus?
Was sagt sie über den Körper?
Was sagt sie über die ganze Schöpfung?
Was sagt die Bibel, wie die Ewigkeit aussehen wird in Bezug auf diese Welt und unseren Körper?
Was hat diese biblische Weltanschauung (besonders die hohe Sicht auf den Körper) für eine Auswirkung darauf, wie ihr über Sexualität, Beziehung und Identität denkt? Was möchtet ihr euren Kindern/der nächsten Generation diesbezüglich weitergeben/vermitteln?
So wie wir über Gott, die Welt und uns selbst denken, bestimmt entscheidend, wie wir leben. Mit anderen Worten: Die Weltanschauung, die wir in unserem Denken tragen, hat maßgebenden Einfluss auf unser Verhalten. Wenn wir die Schönheit des Lebens mit dem Gott der Bibel entdecken wollen, muss sich also unser Denken an der Weltanschauung orientieren, die uns in der Bibel vermittelt wird.
Manchmal steht unser Denken im Widerspruch zu Gottes Wahrheiten; deshalb ist es wichtig, dass wir unser Denken immer wieder neu ausrichten (siehe z. B. Römer 12,3 oder Kolosser 3,1–5).
Die Schlüsselfrage ist nun: Wie können wir feststellen, an welchen Punkten wir in einem solchen Denk-Konflikt mit der Bibel stehen? Anders formuliert: Wie können wir merken, ob unser Denken weltlich oder gottgemäß ist? Vielleicht helfen euch diese Bibelstellen, Antworten zu finden: Psalm 119,97–103; Römer 12,2; Johannes 14,23; Philipper 1,9–11; Kolosser 1,9–10.
Wo in eurem Umfeld begegnet ihr einem doppelbödigen Denken über das andere Geschlecht? Wichtig ist dabei Folgendes: Mann und Frau sind nicht gleich. Die Frage nach «doppelbödigem Denken» will nicht reale Unterschiede von Mann und Frau ausradieren, sondern stellt die Frage nach dem Wert. Wo in eurem Umfeld begegnet ihr einer ungleichen Wertung von Mann und Frau? Wie zeigt sich das konkret? Kennt ihr Bibelstellen, die diese Doppelbödigkeit korrigieren? Siehe z. B. 1. Mose 1,27 und 1. Korinther 7,1–5.
Welche Werte oder Ansichten unserer Zeit gehen eurer Meinung nach gegen die Sicht des Menschen, welche die Bibel uns zeigt? Beschreibt eure Punkte konkret. Vielleicht helfen euch Erkenntnisse aus der ersten Predigt. Welche Ressourcen bietet uns die Bibel, an diesen Punkten revolutionär zu leben (also mit umkehrten Werten)?
Was habt ihr durch die Predigt über die Bedeutung des menschlichen Körpers gelernt? Wie korrigiert diese biblische Sicht des Körpers die zunehmend an Einfluss gewinnende Transideologie? Nancy Pearceys Buch «Liebe deinen Körper» gibt in den Kapiteln 1 und 6 gute Gedanken dazu.
Warum ist es problematisch und irreführend, wenn christliche Werte losgelöst werden von ihrer Verankerung in der Weltanschauung der Bibel? Kommen euch Beispiele in der Bibel in den Sinn, wo Menschen diesen Fehler gemacht haben? Eine Anregung dazu: Welches Element der biblischen Weltanschauung haben die Pharisäer in Matthäus 19,3–9 bei ihrem Nachdenken über Scheidung weggelassen? Was war aus Sicht von Jesus ihr Problem – was kritisierte er?
Was habt ihr durch die Predigt, die tägliche Reflexion und die Diskussion in der Kleingruppe erfahren, das euch motiviert, Teil einer neuen Revolution der Sexualethik zu werden, wie sie die ersten Christen lebten?
Autor: Prof. Dr. Christoph Raedel
Gleich auf den ersten Seiten der Bibel, in 1. Mose 2, wird erzählt, wie Gott für Adam, den Menschen, ein Gegenüber, die Frau, findet, und die beiden zusammenkommen. Jedenfalls erinnert der Verlauf der Erzählung stark an eine Hochzeitszeremonie. Gott führt die Braut ihrem Bräutigam zu, er selbst ist der Trauzeuge und Adam sagt, was einem Ehegelübde gleichkommt: «Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch» (1. Mose 2,23a; ZÜ). Dann wird Hochzeit gefeiert, die beiden werden «ein Fleisch» (1. Mose 2,24).
Das also ist der Auftakt der Bibel: Der Mensch wird nicht nur geschaffen als männlich und weiblich; Mann und Frau werden auch miteinander verbunden im rechtsgültigen Bund der Ehe, der auch sonst in vielen Texten der Bibel gepriesen wird.
Leseempfehlung für Woche 3: Grundlagentexte «Was ist der Mensch?» und/oder «So kann Paarsexualität gelingen»
In den Tagesimpulsen dieser Woche werden wir uns vertieft mit dem Text aus 1. Mose 2 auseinandersetzen.
Dann sprach Gott, der HERR: Es ist nicht gut für den Menschen allein zu sein. Ich will ihm ein Wesen schaffen, das zu ihm passt. 1. Mose 2,18 (NLB)
In diesem Vers finden wir das einzige «nicht gut», das in der Schöpfungsgeschichte vorkommt. «Adam allein im Garten» ist kein Idealzustand, weil Adam als ergänzungsbedürftiges Gemeinschaftswesen erschaffen wurde. Männer müssen es nicht allein schaffen. Frauen auch nicht.
Kannst/willst du es dir gefallen lassen, dass du ergänzungsbedürftig bist?
Und, unabhängig davon, ob du verheiratet oder Single bist: Anerkennst du im Gegengeschlecht die für dich aus Gottes Sicht unverzichtbare Ergänzung? Wo versuchst du, unabhängig durchs Leben zu gehen, obwohl Gott dies nicht so vorgesehen hat? Bitte den Heiligen Geist, dich beim Thema Mann und Frau «in alle (seine) Wahrheit» zu leiten (Johannes 16,13).
Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt an seiner Frau, und sie werden ein Fleisch. 1. Mose 2,24 (ZÜ)
In diesem Text wird eine Reihenfolge beschrieben, die durchaus eine Bedeutung hat. Nämlich Verlassen – Anhangen – ein Fleisch werden. «Die sexuelle Vereinigung legt nicht den Grundstein für die dann einzugehende Ehe, sondern sie krönt das öffentlich eingegangene Versprechen lebenslanger Treue», heißt es in Predigt 3.
Verstehst du den Sinn von «Mit dem Sex bis zur Ehe warten»? Inwiefern ist die Ehe ein Schutzraum und wer muss überhaupt geschützt werden? Wie würdest du das alles einem Teenager deiner Kirche erklären?
Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein grosses Geheimnis; ich spreche jetzt von Christus und der Kirche. Epheser 5,31–32 (ZÜ)
In der Bibel wird die Ehe von Mann und Frau als Gleichnis für die Bundestreue Gottes verstanden (Maleachi 2,14 f; Epheser 5,21–33). So wie sich im Bund von Christus und seiner Gemeinde die beiden Bundespartner voneinander unterscheiden, so sollen sich in der Ehe die beiden Partner als Mann und Frau voneinander unterscheiden. So exklusiv, wie das Gottesvolk seinen Herrn ehrt, so exklusiv soll die sexuelle Beziehung der Ehe sein. So unverbrüchlich wie Gottes Treue ist, so unverbrüchlich soll auch das Treueverhältnis der Ehepartner zueinander sein.
Heute oft genannte Scheidungsgründe wie «Wir haben uns auseinandergelebt» sind nicht biblisch begründet. In einem Referat erklärte ich dazu: «Ja, wir verändern uns. Meine Frau hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Aber ich bin immer noch der Mann, der dieses (Ehe-)Versprechen gegeben hat.»
Was geschieht in dir, wenn du Ehe aus dieser Perspektive heraus betrachtest? Was möchte Gott dir heute über seine Beziehung zu dir persönlich und zu seiner Kirche/Gemeinde sagen?
«Endlich!«, rief Adam aus. »Sie ist ein Teil von meinem Fleisch und Blut! Sie soll ‹Männin› heißen, denn sie wurde vom Mann genommen.» Das erklärt, warum ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet und die beiden zu einer Einheit werden. 1. Mose 2,23+24 (NLB)
Für Adam hat es offensichtlich eine hohe Bedeutung, dass Eva «aus demselben Stoff» besteht wie er selbst.
Wenn du verheiratet bist: Schätzt und lebst du diese Einheit, Gleichheit und Verbundenheit in deiner Ehe? Was bedeutet dieser Text über die Ehe hinaus für das Zusammenleben und -arbeiten von Männern und Frauen? Welche Hindernisse stellen sich dieser ergänzenden Einheit im Alltag immer wieder entgegen?
Adam und seine Frau waren beide nackt, aber sie schämten sich nicht. … Und Gott, der HERR, machte Adam und seiner Frau Kleidung aus Tierfellen und zog sie ihnen an. 1. Mose 2,25+3,21 (NLB)
Ein kurzer Satz, der es in sich hat. Bevor die Menschen vom Baum der Erkenntnis aßen, gab es für sie keinen Grund, sich ihrer Nacktheit zu schämen. Weil keine Gefahr bestand, vom anderen zum Objekt degradiert, abgewertet oder benutzt zu werden, brauchte es den Schutz der gesunden Schamgefühle nicht.
Dass Gott die Scham der Menschen bedeckt, weist zum einen auf das stellvertretende Opfer Jesu hin; es zeigt zum anderen aber auch, dass Nacktheit und Sexualität in einer gefallenen Welt des Schutzes bedürfen. In Predigt 3 heißt es: «Die Ehe ist der beste Schutzraum für die zwischen Mann und Frau geteilte Sexualität, weil Menschen sich in der Intimbegegnung füreinander öffnen und verletzlich machen.»
Was löst es bei dir aus, wenn du hier liest, dass Gott als ersten Akt der Liebe und Fürsorge die Blöße seiner Menschen zudeckt? In welchen Bereichen deines Lebens oder deiner Sexualität empfindest du Scham oder «Blöße»? Was brauchst du, damit du dich in der Gegenwart anderer Menschen sicher und geschützt fühlst? Hat sich dein Verständnis des «Schutzraums Ehe» durch diese Predigt verändert?
Die Ehe hat die große Zusage Gottes, dass sie ein Gleichnis für Gottes unverbrüchliche Treue zu seinem Volk ist. Deshalb ist sie der erste Schutzraum für das Miteinander von Mann und Frau sowie für das Miteinander von Eltern und Kindern. In der Ehe können wir die Mitmenschlichkeit leben, die Gott als Lebensordnung für uns Menschen bestimmt hat. Die Ehe ist der einzige von Gott für eine sexuelle Beziehung vorgesehene Ort.
Die Forschung zeigt, dass die Ehe die stabilste Form der Paarbeziehung und der für das Aufwachsen von Kindern beste Lebensraum ist. Das Ziel dieses Kleingruppentreffens ist es, unser Denken über die Ehe stärker an die Sicht der Bibel anzugleichen. Der Austausch wird unterschiedlich verlaufen, je nachdem ob Ehepaare mit dabei sind oder nicht.
Wenn die Gruppe ausschließlich aus Singles besteht, ist es eine gute Idee, mindestens ein Ehepaar zu diesem Treffen einzuladen. Zu Beginn könnte das Paar erzählen, wie es seine Ehe erlebt und was die Inhalte der Predigt bei den Ehepartnern ausgelöst haben. Diskutiert anschließend, ob ihr mit den Aussagen der Predigt einverstanden seid oder nicht. Begründet jeweils eure Antworten.
Welche Bedeutung hat die Zusage der Bibel, dass die Ehe von Mann und Frau ein Gleichnis für Gottes Bundestreue mit seinem Volk ist? Ist das eher ein Zuspruch oder verschärft es den Anspruch?
Inwieweit haben Entwicklungen in der Gesellschaft (vorehelicher Sex, Pornografie usw.) auch Relevanz für christliche Gemeinden? Warum fällt es so schwer, die Schönheit von Gottes Vision für die Ehe zu vermitteln?
Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Eltern heute bei der christlichen Erziehung ihrer Kinder, gerade auch in der Sexualerziehung?
Autor: Paul Bruderer
Heute wollen wir einige richtig gute Entdeckungen machen. Wir befassen uns mit dem Singlesein. Es gibt verschiedene Begriffe dafür: Zölibat, ledig, solo, alleinstehend, single. In der Predigt wird das Wort «Single» oder «Singlesein» benutzt, um die Zeiten des Lebens zu bezeichnen, in der jemand nicht in einer Beziehung ist und auch nicht verheiratet. Aus christlicher Sicht meinen wir damit auch, dass jemand dann nicht sexuell aktiv ist.
Singlesein ist nicht mit dem Zölibat gleichzusetzen, bei dem es ein Gelübde gibt, den Rest des Lebens unverheiratet zu bleiben. Trotzdem gilt alles, was wir heute über das Singlesein sagen, auch für den Zölibat.
Einige Verheiratete werden eines Tages möglicherweise wieder Single sein, wenn der Ehepartner stirbt oder es zu einer Trennung kommt. Worüber wir heute sprechen, ist deshalb auch wichtig für alle Ehepaare, genauso wie letzte Woche das Thema der Ehe für alle Singles wichtig war, weil sie vielleicht eines Tages heiraten werden. Doch es gibt noch einen anderen Grund, warum dieses Thema für alle relevant ist: Verheiratete bewerten Singles manchmal auf ungute Weise und Singles sehen sich selbst gegenüber Verheirateten möglicherweise als minderwertig. Ich hoffe, dass unser Bild sowohl von der Ehe als auch vom Singlesein durch diese Einheit geradegerückt werden kann.
Leseempfehlung für Woche 4: Grundlagentext «Leben mit ungestillten Bedürfnissen»
Unsere Tendenz ist es, das Singlesein als «Warteraum» auf die Ehe zu sehen. Wir sehen Singles als Menschen, die noch nicht verheiratet sind. Tatsächlich befinden sich jedoch sowohl Verheiratete als auch Singles in einem «Warteraum»! Ein besseres Wort dafür ist «Vorbereitungsraum», weil damit klargemacht wird, dass wir nicht passiv sein sollen, sondern uns aktiv vorbereiten auf das hereinbrechende Reich Gottes und die Ewigkeit.
Hand aufs Herz: Wie wertet dein Denken das bzw. dein Singlesein? Überlege dir, wie du Singles in deinem Umfeld siehst. Wünschst du ihnen letztlich vor allem, dass sie einen Ehepartner finden? Sind sie aus deiner Sicht ein Stück weit menschlich unvollständig, weil sie unverheiratet sind?
