Sieben Romänchen -  - E-Book

Sieben Romänchen E-Book

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Beschreibung

Erzählte Miniaturen aus der Schweiz. Sechs Kurzgeschichten Schweizer Autorinnen.

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Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Der Glücksbringer

Der Regenschirm

Farben der Erinnerung

Hilarus der Senn

Lucia Calatabella

Reservation für acht – ohne Dessert

Zwei Leben

Der Glücksbringer

Ursula Sommer-Kropf

Für Philip

«Wenn sich ein Marienkäfer auf deinem Arm niederlässt, darfst du dir etwas wünschen. Es wird gesagt, dass er als Himmelsbote davonfliegt und deinen Wunsch wahr werden lässt.» Ursula Sommer-Kropf

Der Marienkäfer

Amil Dubrovsky betrachtete nachdenklich die bereits vergilbte Karte in seiner Hand. Ein rötlicher Marienkäfer mit schwarzen Punkten schaute ihn aus grossen Augen herausfordernd an. «Ich möchte glücklich sein», stand da. Sorgfältig mit einem dünnen schwarzen Filzstift geschrieben. Die Karte stammte aus der Zeit, als Amil ein stiller 12-jähriger Junge mit glatten schwarzen Haaren, einem hellen Teint und dunkelbraunen verträumten Augen war und zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester Ana in der kleinen, hochgelegenen Stadt Kruševo im Südosten von Mazedonien wohnte. Es war an einem lauen Sommertag, an dem kein Lüftchen wehte und seine Mutter Cveta die Wäsche zum Trocknen nach draussen hängen konnte, als er und sein gleichaltriger Freund Samir ihre Wünsche für die Zukunft auf zwei identischen Glückwunschkarten formuliert hatten. «Ich möchte glücklich sein», hatten beide aufgeschrieben. Auf Amils Karte stand weiter: «Ich möchte Spuren in der Welt hinterlassen» und «ich möchte mich irgendwo zuhause fühlen». Der Marienkäfer grinste ihn an wie ein richtiger Samir-Käfer, verschmitzt und klug. Samir, der als Kind einer mazedonischen Mutter und eines französischen Vaters in der Provence lebte, verbrachte damals regelmässig seine Ferien bei Amils Familie in Mazedonien.

Jetzt war Amil knapp 26 Jahre alt, lebte in der Schweiz und keiner seiner Wünsche hatte sich erfüllt.

«Ich möchte glücklich sein.»

Nein, glücklich war er nicht. Weit entfernt erinnerte er sich an das sehnsüchtige Gefühl, das ihn als Kind ergriffen hatte, wenn er staunend den klaren dunkelgrünen Ohridsee betrachtete oder mit seiner Schwester Ana am Strand ungewöhnliche Steinchen und Muscheln fand, mit welchen sie sich zu immer neuen Spielideen hinreissen liessen. Die Erinnerungen an seine Kindheit in Mazedonien hatte er fein säuberlich in einer Box zusammengestellt und unter dem Schrank verstaut. Ab und zu nahm er die Fotos hervor und betrachtete das kleine ziegelbedeckte weissgestrichene Haus, in welchem er so viele glückliche Jahre verbracht hatte, wobei ihn eine stille Sehnsucht beschlich, er dann alles wieder in die Box verstaute und die Kartonschachtel zurück unter den Schrank stellte. Er hatte einfach gelebt und mit der Zeit vergessen, sich auf die Suche nach Glück zu machen. Jetzt war sein Leben gleichförmig und fühlte sich seltsam leer an.

Spuren hinterliess er keine. Während seine Freundin Claire nach der Kunsthochschule ihre Träume verwirklicht und mit Malkursen und Ausstellungen ihr Hobby zum Beruf hatte werden lassen, verdiente er sein Geld als Taxichauffeur in Freiburg, wo er in den letzten Monaten häufig zur Nachtschicht eingeteilt wurde. Nachtschicht bedeutete für Amil, betrunkene Teenager aufzusammeln oder bei Regen ein verliebtes Pärchen nach Hause zu chauffieren. Vor allem aber hiess es, an seinem Stammplatz am Bahnhof Freiburg gelangweilt Leute zu beobachten, die in einem der Imbissläden wie Asia Express, My Kebap und Inside Africa verschwanden oder eine Kippe rauchten. Nur um dann, wenn der nächste Zug eintraf, innerhalb von wenigen Minuten an drei verschiedene Orte in der Nähe fast gleichzeitig hinfahren zu müssen. An freien Tagen half Amil manchmal bei Monsieur Lerf aus, der in einer kleinen Werkstatt Antiquitäten liebevoll restaurierte und alte Möbelstücke abschliff, lackierte oder Polstersessel neu überzog und diese dann im kleinen dazugehörigen Laden «La Brocante» in der Altstadt von Murten verkaufte. Ein kleiner weiss gestrichener Spiegel und eine alte Kommode zeugten in der Wohnung davon. Amil fühlte sich in Murten nicht wirklich zuhause.

«Ich möchte mich irgendwo zuhause fühlen.»

Das war der dritte Wunsch, den er als Kind auf die Karte geschrieben hatte. Die kleine Wohnung am Stadtrand von Murten, die er seit vier Jahren mit Claire teilte, konnte man mehr schlecht als recht als Zuhause bezeichnen. Zu langweilig war der beige Block, zu klein und beengt die Wohnung, welche bloss über einen Minispielpatz und ein eigenes Kellerabteil verfügte. Eingerichtet war sie einfach und karg. Nur das Bild, das über dem Esstisch hing, gefiel ihm. Es zeigte einen graubraunen dunklen Hintergrund, den Amil gerne als Alltagsgrau und Einheitsbraun bezeichnete. In der Mitte leuchtete eine gelbe Blume, dessen feingliedrige Blütenblätter in jedem Detail sichtbar wurden. Nein, keiner der drei Wünsche war in Erfüllung gegangen. Sein Leben war gleichförmig und leer. Amil erinnerte sich daran, wie Samir ihm mit der Marienkäfer-Karte feierlich einen Glücksbringer übergeben hatte, der ihn begleiten und beschützen sollte: Ein hellgrünes, vierblättriges Kleeblatt, das sein Freund in der Provence gefunden, tagelang gepresst und dann mit einer Folie eingefasst hatte, um es Amil zu schenken. Mit der Bitte, dass er selber von Amil auch einmal einen Glücksbringer bekam. Das Kleeblatt hatte er in der kleinen Box verwahrt. Obwohl Amil sie fieberhaft durchsuchte, fand er es einfach nicht. Er hatte den Glücksbringer verloren, die Bitte verdrängt. Und nun traf er in einigen Tagen Samir in der Provence und musste ihm alles beichten. Hoffentlich fand er bis dahin einen passenden Glücksbringer für ihn.

Provence – diesem Namen haftete etwas Fremdartiges, Geheimnisvolles an. Claire Dubois bekam durch den Galeristen Marc Solange die Gelegenheit, in Vallon de Provence fünf bis sechs ihrer Bilder auszustellen. Das Thema «Welten entdecken» passte ausgezeichnet zur Französin, die auf der ganzen Welt zu Hause zu sein schien. Amil, der darauf gebangt hatte, im Sommer endlich seine Eltern und seine Schwester in Mazedonien besuchen zu können, wusste nicht, auf was er sich einstellen sollte. Als er bei Frau Linder, einer lebhaften Kundin, die er einmal pro Woche pünktlich um 8:15 Uhr mit dem Taxi abholte, damit sie ihre drei Enkelkinder in Laupen besuchen konnte, die Provence erwähnte, geriet diese ins Schwärmen über herrliche Düfte, kleine Dörfer und weite Lavendelfelder. Amil blieb skeptisch.

«Die Provence wird dir gut tun», meinte Claire, «da kannst du mal ausspannen und ein bisschen zu dir selber finden».

Also kam er mit.

An einem sonnigen Freitag Ende Juni fuhren sie bereits am Morgen los. Claire hatte seit Tagen hin und herüberlegt, welche Bilder sie ausstellen wollte und schliesslich mehrere Werke vorausschicken lassen, sodass sie nur die Koffer mit Kleidern im Zug mitnehmen mussten. Wobei der kleine viereckige Holzkoffer mit Malutensilien natürlich nicht fehlen durfte, den Claire von einer Reise zu ihren Eltern nach Paris mit nach Hause gebracht hatte.

Amils Vorbereitung dagegen hatte sich darauf beschränkt, die Adresse seines Freundes Samir ausfindig zu machen und sich mit Kartenmaterial einzudecken. Ansonsten liess er sich auf eine unbekannte Reise ein. Sie nahmen den Zug über Fribourg nach Genf. Sobald sie im TGV sassen, suchte Claire den Bistrowagen und gab nicht eher auf, als dass sie mit zwei Croque-Monsieurs zurückkam. Während sie aufgeregt erzählte, wie sie das besondere Licht der Provence in neuen Bildern einfangen und damit den Spuren von berühmten Malern wie Cézanne, van Gogh und Picasso folgen werde, wurde es Amil immer unwohler, wenn er daran dachte, dass er noch keinen Plan hatte, wie er innerhalb weniger Tage einen Glücksbringer für Samir finden und seine Wünsche nach glücklich sein, Spuren hinterlassen und sich zuhause fühlen verwirklichen konnte. Er merkte kaum, wie das Rhonetal mit tiefen Schluchten und grünen Wäldern vorbeizog und die Landschaft danach karger und hügeliger wurde. So war er erstaunt, als sie nach einem Zugwechsel bereits am Nachmittag im kleinen Bahnhof von Sénas ankamen und sofort von Moniseur Solange, einem elegant gekleideten Mittfünfziger mit leicht ergrauten Schläfen und seiner Frau, in Empfang genommen wurden. Die beiden fuhren Amil und Claire zu ihrem Ferienhaus in der Nähe der Galerie, das sie für den Aufenthalt benutzen durften.

Das Ferienhaus war ein gemütliches kleines Zuhause, das Marianne Solange voller Charme eingerichtet hatte. Mit einer Steintreppe vor dem Haus, auf der das Ehepaar Solange abends gerne sass, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages aufsaugen zu können. Claire entdeckte für sich ein kleines gut ausgeleuchtetes Zimmer mit Aussicht, das sie nun mit ihren Malutensilien in Beschlag nahm. Claire war sofort vertieft in ihre Arbeit, sodass Amil sie nicht stören wollte und so erkundete er die gemütliche kleine Küche mit einer Essecke, in der ein runder Holztisch stand. Was für ein Glück, dass sie Töpfe, Geschirr und Gewürze mitbenutzen durften, zumal man dem Provenzalischen Essen nachsagte, einfach, würzig und schmackhaft zu sein mit viel Gemüse und frischem Fisch.

Ausser zum Essen sahen sich Amil und Claire in den nächsten Tagen jedoch kaum. Claire hatte sehr viel zu tun. Sie musste die Ausstellungsräume besichtigen, die Bilder auswählen und sich mit potenziellen Kunden und neuen Auftraggebern treffen. Dazu hatte sie fast jeden Abend irgendeine Einladung. Jedes Mal bat Claire Amil mitzukommen, doch er wollte die Zeit nutzen und sich auf die Suche nach Glück machen. Diese Suche verlief mehr als schleppend. Ausserdem dachte er daran, wie unbedeutend und unscheinbar er sich jeweils vorkam, wenn er neben der strahlenden und einnehmenden Claire an einer Veranstaltung teilnahm. Sobald sie in einen Raum kam, drehten sich alle nach seiner quirligen und hübschen Freundin um.

Bereits am Montag traf Amil Samir. Claire hatte ihn gebeten einzukaufen, weil ihr die Zeit fehle. Amil suchte einen Einkaufskorb und machte sich auf den Weg ins Dorfzentrum. Es war nicht schwer, den beschaulichen Markt zu finden. Mitten auf dem Place de la Fontaine waren einige Stände aufgebaut, die meisten mit einem kleinen Zeltdach bedeckt. Hier gab es Körbe in allen Spielarten.

Amil sah dem geschäftigen Treiben zu. Er fühlte sich eigenartig fremd hier. Alle diese Menschen schienen ein Ziel zu haben und hatten etwas zu tun. Und was war sein Ziel? Er wusste es einfach nicht. Er liess sich treiben, beobachtete alles, aber richtig tauchte er nicht ein. An einem Stand blieb er jedoch stehen. Die dunkle Stimme gehörte einem mittelgrossen, hageren Mann, dessen wettergegerbtes Gesicht von einem Leben draussen in der Natur erzählte. An seinem Stand gab es Oliven in jeder Geschmacksrichtung. Als Amil unschlüssig stehen blieb, erzählte ihm Jean-Pierre von sonnigen und windigen Tagen, vom Mistral, der durch das Rhonetal zog und davon, dass jedes Wetter ein gutes Wetter war.

Danach wartete Amil in einem der Cafés unter ausladenden Platanendächern, welche sich um den Place de la Fontaine aneinanderschmiegten, auf Samir. Das Wasser des Brunnens plätscherte in eine muschelförmige Schale. Er erkannte seinen Freund sofort. Samir Buisson kam mit beschwingtem Schritt auf ihn zu und hatte gleich ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht. Es war, als wären die sechs Jahre, in welchen sie sich nicht gesehen hatten, ausgelöscht worden. Insgeheim hoffte Amil, dass Samir die Wunschkarte aus Kindertagen vergessen hatte, doch kaum hatten sie sich begrüsst, fragte sein Freund bereits:

«Und? Bist du glücklich?»

Amil zuckte innerlich zusammen, versuchte jedoch, sich nichts anmerken zu lassen. Er erzählte vage aus seinem Leben und holte so rasch als möglich zur Gegenfrage aus:

«Und du? Sind deine drei Wünsche erfüllt worden?»

«Oh, ja», erwiderte Samir fröhlich, «ich bin glücklich. Ich habe ein kleines Steinhäuschen im Hinterland des Luberon. Meine beiden Mädchen Camille und Sybille halten mich ganz schön auf Trab. Juliette, meine Frau, ist ein Schatz. Sie beklagt sich nicht, dass wir immer enger durchmüssen, weil in der Zwischensaison weniger Gelegenheitsarbeiten zu kriegen sind.»

Samirs Wunsch, eine Familie zu gründen und der Wunsch, glücklich zu sein, waren in Erfüllung gegangen. Nur an den dritten Wunsch des Freundes erinnerte sich Amil nicht mehr.

«Hey! Schön, dass wir uns endlich wieder mal sehen», sagte Samir gerade, «Claire und du müsst uns unbedingt besuchen kommen».

Amil winkte ab und erklärte, dass Claire bestimmt keine Zeit hatte. Samir liess dies nicht gelten.

«Also sagen wir Mittwoch um 19:00 Uhr. Wir freuen uns auf euch. Und denk dran, du hast mir was versprochen.» Dann setzte Samir mit seiner unerträglichen Fröhlichkeit noch etwas obendrauf und sagte: «Du hast es gut Amil. Du hast einen sicheren Job, bei dem du mit verschiedensten Leuten in Kontakt kommst, eine engagierte Freundin und die Gelegenheit zu reisen. Was würde ich darum geben, wieder einmal sorglos Urlaub zu machen!»

Amil schwieg, höflich wie er war. Ja, auf den ersten Blick sah sein Leben vielleicht gut aus. Aber glücklich war er nicht. Und Samir schien das nicht zu verstehen. Er verstand es ja selbst kaum.

«Glück ist, wenn du mit deinem Leben zufrieden bist.» Samir Buisson

Muscheln

Am nächsten Tag beschloss Amil, seine Suche nach Glück endlich in Angriff zu nehmen. Er startete damit, ein vierblättriges Kleeblatt für Samir zu suchen. Auf dem Weg zum Markt hatte er gestern viel Klee entdeckt. Er starrte lange darauf, fand aber kein vierblättriges Kleeblatt. Auf dem Markt ging er zum Stand von Jean-Pierre, der gerade dabei war, ein kleines Glückslos auszufüllen.

«Schreiben Sie die 9 dazu», riet Amil ihm.

«Wenn Sie meinen», meinte der hagere Mann gleichmütig, schrieb die Zahl auf und gab das Los beim Kollegen am Stand nebenan ab. Für Amil hatte er ein kleines Körbchen mit Lavendelhonig, verschiedenen Oliven und einem Baguette zusammengestellt, um ihm die Einkaufsentscheidung zu erleichtern.

Amil fragte Jean-Pierre nach dem Weg zu einem grossen Lavendelfeld beim Kloster Sénanque, das er laut Frau Linder unbedingt besuchen und den Duft mit allen Sinnen aufnehmen solle. Es dauerte knapp zwei Stunden, bis er dort ankam. Das Kloster enttäuschte ihn. Von aussen sah es mit halbrunden, ziegelbedeckten Gebäuden spannend aus, innen war es jedoch gross und leer. Keine bunt bemalten Wände, ja nicht einmal gelbe dünne Kerzen gab es hier. Er vermisste den leichten Weihrauchduft und war deshalb bald wieder draussen. Dort stand er bei schönstem Wetter und knallblauem Himmel auf einem riesigen Lavendelfeld, das sich hinter dem Kloster ausbreitete. Er betrachtete den so hochgelobten Lavendel und fühlte sich leer.

Ja, das Lavendelfeld war lila, soweit das Auge reichte. Claire würde es malen können. Aber es würde ein langweiliges Bild abgeben. Einfach nur violett, so weit das Auge reichte. Es berührte ihn nicht. Amil spürte nichts von dem, was Frau Linder erzählt hatte. Die zarten Bewegungen des Windes, der durch das Lavendelfeld strich und den beruhigenden Duft, den die lilafarbenen Pflanzen verströmten, nahm er nicht wahr. Amil beschloss, dem Lavendelfeld den Rücken zuzukehren und lieber einen Ausflug ans Meer zu planen. Er erinnerte sich vage daran, als Kind am Wasser glücklich gewesen zu sein und Kinder hatten manchmal das bessere Gespür als Erwachsene, wenn es darum ging, über etwas Kleines lachen zu können. Ja, ein Strandausflug war gut. Dann konnte er zuhause in der Schweiz den Kollegen unter die Nase reiben, dass er in Frankreich am Meer gewesen sei und die Ferien genossen habe. So wie die anderen immer brühwarm erzählten, wenn sie mal eine Woche Urlaub machten und dem Alltag entfliehen konnten. Özgül fuhr Taxi, weil er nichts Anderes fand, Sandro wollte möglichst viele Schichten fahren um seiner Familie etwas bieten zu können und Sybille war so lange dabei, dass sie bereits zynisch geworden war. Nur Max schien sich als Taxichauffeur wirklich wohl zu fühlen. Amil erinnerte sich gern daran, wie er manchmal mit Max und den andern nach der Arbeit im Taxistübli noch bei einem Glas Wein zusammensass. Irgendjemand brachte meistens Züpfe und einen Schnäfel Trockenfleisch oder Rauchkäse mit.