Silvia-Gold 132 - Jenny Longin - E-Book

Silvia-Gold 132 E-Book

Jenny Longin

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Beschreibung

Tränen verdunkeln Lisas Blick. Noch einmal erlebt sie die Sekunde, in der Jens auf sie zugekommen ist und sie sich sofort unsterblich in ihn verliebt hat. Sie sieht sich wieder vor dem Altar, wo sie in alles sprengendem Glück geglaubt hat, echter und stärker als ihre Liebe kann keine sein.
Doch ihre Ehe hat schon nach kurzer Zeit tiefe Risse bekommen. Lisa, behütet und sorglos aufgewachsen, Lisa, der Lug und Trug fremd sind, Lisa findet sich plötzlich in der Hölle der Verzweiflung wieder. Die Scham über Jens’ lasterhaftes Leben droht sie zu vernichten.
Doch da sind zwei unglaublich blaue Augen - strahlend vor Glück, wenn sie sie sehen, sich vor Besorgnis verdunkelnd, wenn sie Spuren von Kummer in ihrem Gesicht lesen. Zwei Augen, die den Architekten Stefan Rohde zu einem Menschen machen, dem Lisa sich bedingungslos anvertrauen möchte ...


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Seitenzahl: 107

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Cover

Und dann zerbrachen ihre Träume

Vorschau

Impressum

Und dann zerbrachenihre Träume

Denn auch die größte Liebe verzeihtkeine Lügen

Von Jenny Longin

Tränen verdunkeln Lisas Blick. Noch einmal erlebt sie die Sekunde, in der Jens auf sie zugekommen ist und sie sich sofort unsterblich in ihn verliebt hat. Sie sieht sich wieder vor dem Altar, wo sie in alles sprengendem Glück geglaubt hat, echter und stärker als ihre Liebe kann keine sein.

Doch ihre Ehe hat schon nach kurzer Zeit tiefe Risse bekommen. Lisa, behütet und sorglos aufgewachsen, Lisa, der Lug und Trug fremd sind, Lisa findet sich plötzlich in der Hölle der Verzweiflung wieder. Die Scham über Jens' lasterhaftes Leben droht sie zu vernichten.

Doch da sind zwei unglaublich blaue Augen – strahlend vor Glück, wenn sie sie sehen, sich vor Besorgnis verdunkelnd, wenn sie Spuren von Kummer in ihrem Gesicht lesen. Zwei Augen, die den Architekten Stefan Rohde zu einem Menschen machen, dem Lisa sich bedingungslos anvertrauen möchte ...

Unter dem allerletzten Blütenregen der vergnügten Hochzeitsgesellschaft flüchtete das frischgebackene Ehepaar in das wartende Auto, um sich zum Flughafen bringen zu lassen.

»Diesen Tag hätten wir endlich glücklich überstanden«, seufzte der erschöpfte Bräutigam, lockerte seine Fliege und lehnte sich aufatmend im Fond des Wagens zurück.

»Aber es war doch alles wunderschön, Jens!«, schwärmte die Braut und fischte sich die letzten Rosenblüten aus dem hellen Haar. »Ich hätte noch ewig weiterfeiern können!«

»Natürlich war es wunderschön, Lisa. Aber auf die Massen deiner illustren Verwandtschaft, all diese Onkel und Tanten, Vettern und Kusinen, hätte ich glatt verzichten können. Wie sie mich alle begafft haben! Fehlte nur noch, dass sie mir in den Rachen gucken wollen!«

»Du redest Unsinn, Liebling! Jeder wollte dich eben kennenlernen.«

»Na ja, jedenfalls brauche ich dringend Erholung von dem ganzen Theater. Ich bin sehr gespannt, wie es mir auf Lanzarote gefallen wird.«

»Die Insel wird dir bestimmt gefallen«, erwiderte Lisa und lehnte ihren Kopf an den Arm ihres Mannes. »In ein paar Stunden sind wir schon am Strand.«

♥♥♥

Die Brauteltern sahen dem Auto, in dem ihre Tochter die Reise in die Flitterwochen antrat, so lange nach, bis es hinter einer Kurve verschwand.

»Ein hübsches Paar, die beiden«, sagte Frau Wolters gerührt und hatte Mühe, ihre Beherrschung nicht zu verlieren. Denn in diesem Augenblick wurde ihr klar, dass etwas Schönes zu Ende gegangen war. »Mir ist zumute, als wäre es erst gestern gewesen, dass unsere Lisa ein kleines Mädchen war, das anderen Bräuten Blumen streute. Nicht zu fassen, dass sie heute selbst Braut ist«, seufzte sie und hatte mit ihren Tränen zu kämpfen. »Sicher wird unser Kind sehr glücklich!«

»Hoffentlich«, entfuhr es Herrn Wolters. Er wollte seine Frau an diesem Tag nicht unnötig beunruhigen, denn er wusste bis heute nicht, wie er seinen funkelnagelneuen Schwiegersohn einschätzen sollte und was er von ihm zu erwarten hatte. »Seltsam, dass kein einziges Familienmitglied von ihm zur Hochzeit gekommen ist ...«

»Was soll er machen, wenn er keine Eltern mehr und auch keine Geschwister hat?«, warf Frau Wolters entschuldigend ein.

»Aber irgendwelche Bekannten oder Freunde, die doch eigentlich jeder Mensch hat, sind auch nicht erschienen. Also, wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte unsere Tochter mit der Heirat noch etwas gewartet. Alles ging mir viel zu schnell. Lisa ist doch noch so jung.«

»Du weißt doch, dass gegen eine große Liebe noch kein Kraut gewachsen ist«, schmunzelte Frau Wolters. »Wäre es dir lieber gewesen, Lisa hätte ohne unsere Einwilligung hinter unserem Rücken geheiratet?«

»Natürlich nicht. Trotzdem: sich sehen, verlieben, verloben und in Windeseile heiraten – das ist schon ein irrsinniges Tempo, Gerti«, seufzte Michael Wolters. »Lisa hat uns einfach überrumpelt.«

»Ja, das hat sie. Was blieb uns auch anderes übrig, als nachzugeben? Wer will schon einem großen Glück im Weg stehen, nicht wahr?«

An dieses große Glück konnte Wolters noch nicht glauben, obwohl er keine Kosten und Mühen gescheut hatte, um seinem einzigen Kind ein herrliches Fest auszurichten und dem jungen Paar auch die Hochzeitsreise auf die Insel Lanzarote zu spendieren.

»Mach ein anderes Gesicht und komm ins Haus zurück«, bat Frau Wolters ihren nachdenklichen Mann. »Wir müssen uns wieder um die Gäste kümmern, Michael.«

»Leider«, seufzte Wolters. Ihm war jetzt überhaupt nicht nach Musik und Unterhaltung zumute. Denn an diesem sonnigen Tag ging für seine Frau und ihn ein Lebensabschnitt zu Ende. Ihre Tochter hatte sich verheiratet und für immer das Elternhaus verlassen.

♥♥♥

Jens, der junge Ehemann, war von Lanzarote schwer enttäuscht.

»Ehrlich, Lisa, das ist ja ein ziemlicher Hammer! In was für eine triste Mondlandschaft sind wir denn hier geraten?«, motzte er jeden Morgen.

»Aber Liebling! Du hast doch vorher im Prospekt gelesen, dass die Kanarische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs ist!«

»Wozu brauche ich Vulkane? Und gleich dreihundert Stück! Bin ich hier in Feuerland? Immer brodelt es irgendwo! Und dann der viele Sand! Da konnten wir ja auch gleich durch die Sahara wandern!«

Lisa sah ihren Mann verständnislos an. Warum war er bloß so missgestimmt? So kannte sie ihn gar nicht.

»Ich finde die bizarre Landschaft wundervoll. Sehr beeindruckend mit all ihren Grotten und Kraterseen. Und dann die vielen kleinen Dörfer mit den weißen Häusern und ihren grünen Fensterrahmen ...«

»Ich kann mich beherrschen! Ich wäre lieber auf einer grüneren Insel gelandet. Auf Teneriffa, zum Beispiel. Da soll es riesige Bananenplantagen und viele Kiefernwälder geben. Außerdem ist da bestimmt viel mehr los. Und wir müssen unsere Flitterwochen ausgerechnet zwischen diesen trostlosen Kratern verleben! Lava und Geröllfelder, wohin man sieht.«

»Du übertreibst!« Lisa konnte Jens' Nörgelei nicht mehr hören. »Unser Hotel ist jedenfalls First-Class, das musst du zugeben. Komfortabler geht's doch wirklich nicht. Und die Gäste sind auch top, die Damen sehr elegant ...«

»Elegant!« Er lachte höhnisch. »Was bedeutet das schon, wenn die meisten von ihnen jenseits der Fünfzig sind.«

Lisa wurde traurig. »Warum kannst du das Meckern nicht lassen? Andauernd hast du schlechte Laune.«

»Hab ich?«

»Ja, hast du«, behauptete sie verärgert. »Eigenartig finde ich nur, dass sich deine Laune schlagartig bessert, wenn du am Pool die beiden englischen Bikini-Schönheiten anpeilst und mit ihnen flirtest.«

Jens lachte, und es klang falsch. »Aber Lisa, du wirst doch nicht eifersüchtig sein!«, tat er entrüstet und legte einen Arm um ihre Schultern. »Ich probiere nur aus, ob mein Englisch noch nicht ganz eingerostet ist. Komm, sei mir nicht böse!«

Lisa war ihrem Mann nicht böse. Verständlich, dass sich alle Frauen nach ihm umdrehten, denn Jens sah einfach unverschämt gut aus. Wenn er in seiner langen weißen Leinenhose und dazu dem dunkelblauen Seidenhemd darüber durch die Hotelhalle ging, verrenkten sich auch die faltigsten Frauenhälse, um ihm bewundernd nachzublicken.

Jeden Morgen bat Lisa ihn vergebens, sie doch einmal zu den Grotten, zu dem berühmtesten der Kraterseen oder auf einen der Vulkankegel zu begleiten.

»Auf einen Vulkankegel? Nein, ich hab nicht gern die Hölle unter den Füßen! Solche Kraxeleien sind nichts für mich!«

Lisa hätte so gern die ganze Insel erkundet. Sie wäre auch gern im Meer geschwommen, interessierte sich für Windsurfing und andere Sportprogramme. Jens amüsierte sich jedoch lieber rund um den azurblauen Swimmingpool. Und am späten Abend zog es ihn in die Bars im Hafen, wo er immer viel zu viel von dem auf der Insel wachsenden weißen Malvasierwein in sich hineinschüttete. So wie heute.

Anstatt sich um seine junge Frau zu kümmern, lachte und scherzte er in seiner Weinlaune lieber mit anderen Zechern und kokettierte allzu ungeniert mit jungen Mädchen.

Lisa fühlte sich vernachlässigt und drängte auf Rückkehr ins Hotel.

»Gehen wir bald, Jens? Mir macht es keinen Spaß mehr hier.«

Das hörte er aber gar nicht gern. »Mein Gott, bist du ungemütlich! Du kannst einem wirklich die Stimmung verderben!«

Es dauerte, bis sie ihn endlich zum Aufbruch überreden konnte. Die Nacht war warm und weich. Ein runder Mond stand genau über dem höchsten der Vulkane.

»Sieh doch mal, Jens, wie wunderbar!«, schwärmte Lisa und hängte sich in seinen Arm.

»Ach, du mit deiner Mondscheinzärtlichkeit«, brummte er und machte sich von ihr los.

Ihr terrassenförmig gebautes Hotel war noch hell erleuchtet und sämtliche Palmen in der weitläufigen Parkanlage angestrahlt. Lisa konnte nicht verhindern, dass Jens sofort auf die Bar zustrebte und auf einen der hohen Hocker kletterte.

»Komm, setz dich neben mich«, forderte er seine Frau auf. Aber Lisa blieb hinter ihm stehen, denn sie mochte nichts mehr trinken. Doch ihr Mann hatte wohl noch Nachdurst und schlürfte Sangria, diese Mischung aus Rotwein, Orangen, Zitronen, Zucker und Eis.

»Einfach köstlich!«, begeisterte er sich nach dem zweiten Glas.

»Nicht doch«, bat Lisa, als er sich das dritte Glas genehmigen wollte.

Er sah sie zornig an, denn ihre Einmischung passte ihm ganz und gar nicht.

»Du, jetzt reicht's mir! Fang ja nicht an, mich zu gängeln! Ich tue immer, was ich will, hörst du! Was ist denn hier schon los? Keine besondere Gesellschaft, angejahrte Damen! Dafür jede Menge Esel auf der Insel! Von Tintenfischen und Tortillas auf dem Hotelbüfett habe ich allmählich auch genug!«

Lisa trat entsetzt einen Schritt zurück und schämte sich vor dem Barkeeper. Doch der gab nicht zu erkennen, ob er den angeheiterten Gast verstanden hatte.

Wie konnte Jens nur? So hatte sie ihn noch nie erlebt. Da er sich weigerte, mitzukommen, ging sie allein aufs Zimmer und vergoss dort die ersten Tränen in ihrer jungen Ehe.

Was war nur in Jens gefahren? Lisa war völlig verunsichert. Sie hatte es sich doch so herrlich vorgestellt, mit dem Mann verheiratet zu sein, den sie über alles liebte und dessen wundervollen goldenen Ehering mit dem lupenreinen Brillanten sie seit der Trauung trug. Und nun das.

Sie fand keine Ruhe. Doch als Jens mit viel Getöse sehr viel später ins Zimmer eintrat, stellte sie sich schlafend.

♥♥♥

Nach der Rückkehr aus den Flitterwochen begannen Lisa und Jens ihren Ehealltag in der hellen geräumigen Maisonettewohnung, die Lisas Eltern ihnen gekauft und mit viel Liebe nach ihren Wünschen eingerichtet hatten.

Wie verzaubert ging die junge Ehefrau durch die einzelnen Zimmer und zog ihren Mann mit. Sie wusste nicht, was sie schöner finden sollte: die beiden beigefarbenen Ledersofas auf dem wollweißen Teppichboden im Wohnraum, das kleine Esszimmer oder all die technischen Raffinessen in der perfekten Küche.

Jens interessierte sich mehr für das tolle Bad mit seinen goldfarbenen Armaturen, Griffringe und Gestängen. Am besten gefiel ihm das Schlafzimmer. An zwei Wänden gab es weiße Schrankreihen und dazwischen ein breites Boxspringett.

»Ja, hier lässt es sich leben! Dein alter Herr hat sich wirklich nicht lumpen lassen«, gestand Jens ein und warf seine Frau voller Übermut auf die neue Liegestatt, um sie heftig zu küssen.

Lisa umschlang zärtlich seinen Hals und nahm sich vor, nicht mehr an die verunglückten Flitterwochen auf Lanzarote zurückzudenken. Jens unverständliches und kränkendes Benehmen war sicher darauf zurückzuführen gewesen, dass ihm plötzlich aufgegangen war, als Ehemann seine goldene Freiheit verloren zu haben.

Sie schwor sich, ihrem Mann eine gute Ehefrau zu sein. Sie wollte immer für ihn da sein, alles mit ihm teilen, Freud' und Leid, in guten wie in schlechten Tagen. Sie hatte es vor dem Altar gelobt.

Leider verstand sie vom Haushalten noch nicht viel. Mit ihren Kochkünsten war es auch nicht weit her. Doch bisher hatte Jens alles, was sie auf den Tisch brachte, mit Appetit genossen, besonders ihr Frühstück mit frischgepressten Orangensaft und krossem Toast.

Lisa wunderte sich nur, dass er immer später aufbrach, um an seinen Arbeitsplatz in dem gläsernen Versicherungspalast in der Innenstadt zu gelangen.

»Kannst du dir das eigentlich leisten, Jens?«, fragte sie.

»Was denn?«

»Jeden Morgen so spät im Büro zu erscheinen.«

»Na hör mal! Ich bin schließlich die rechte Hand des Abteilungsdirektors und bekomme bald Prokura. Da werde ich doch nicht wie der jüngste Kassenbote schon zu nachtschlafender Zeit antanzen!«

Lisa fand das eigenartig, doch was ging es sie an, wie in Jens' Versicherungsfirma der Bürobetrieb ablief? Er würde schon wissen, was er tat.

Es war herrlich, verheiratet zu sein. Die Hausarbeit war allerdings weniger herrlich, aber halb so schlimm, wie Lisa sie sich vorgestellt hatte. Das Kochen machte ihr sogar großen Spaß. Nach etlichen missratenen Versuchen gab es einige Gerichte, die ihr bereits prächtig gelangen. Heute Abend wollte sie ihren Mann mit gefüllten Omeletts überraschen.

Doch der hielt eine viel größere Überraschung für seine Frau bereit.

»Wo bist du, Lisa?«, rief er, kaum, dass er die Wohnungstür aufgeschlossen hatte.

Als sie aus der offenen Küche angerannt kam, nahm er sie an die Hand und zog sie ans Wohnzimmerfenster. »Sieh mal nach unten.«

»Warum?«

»Weil du dort mein neues Auto siehst.«

»Dein neues Auto?«

»Ja, das silberfarbene! Ein toller Schlitten, was? Rote Lederpolster, Speichenräder, Metallic-Lackierung! Und eine tolle Soundanlage!«

»Dann bist du jetzt befördert worden?«, fragte Lisa freudig erregt und wollte ihren Mann umhalsen.

»Nein, nein, noch nicht«, antwortete er ein wenig unwillig und trat einen halben Schritt zurück.

»Du bist nicht ...? Ja, wie willst du denn den neuen Wagen bezahlen? Der muss doch ein Vermögen kosten!«

Ihre Fragerei war ihm sichtlich unangenehm.