Silvia-Gold 203 - Julia Rosenthal - E-Book

Silvia-Gold 203 E-Book

Julia Rosenthal

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Beschreibung

Elf Tote und zweiundachtzig Verletzte - eine der verheerendsten Massenkarambolagen, die es jemals gegeben hat. Martha Martens ist mittendrin und muss erleben, was an Tragik kaum zu überbieten ist: Ihr Mann und eine ihrer Töchter sterben am Unfallort, die zweite Tochter liegt im Koma und wird vielleicht nie wieder aufwachen.
Die Witwe eines Spitzenpolitikers kämpft sich fortan durch alle Phasen ihres Traumas und muss sich zudem mit der traurigen Wahrheit auseinandersetzen, dass ihr Mann und ihre Töchter Geheimnisse hatten, die sie in einen weiteren Abgrund reißen.
Wird es ihr gelingen, sich ihrer Trauer zu stellen und damit auch sich selbst zu verzeihen? Kann sie sich auf eine neue Zukunft einlassen und vielleicht eines Tages der tiefen Zuneigung ihres Retters eine Chance geben?

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhalt

Cover

Der Preis der Wahrheit

Vorschau

Impressum

Der Preis der Wahrheit

Roman um den Moment der völligen Kapitulation, der Reue und der Läuterung des Herzens

Von Julia Rosenthal

Elf Tote und zweiundachtzig Verletzte – eine der verheerendsten Massenkarambolagen, die es jemals gegeben hat. Martha Martens ist mittendrin und muss erleben, was an Tragik kaum zu überbieten ist: Ihr Mann und eine ihrer Töchter sterben am Unfallort, die zweite Tochter liegt im Koma und wird vielleicht nie wieder aufwachen.

Die Witwe eines Spitzenpolitikers kämpft sich fortan durch alle Phasen ihres Traumas und muss sich zudem mit der traurigen Wahrheit auseinandersetzen, dass ihr Mann und ihre Töchter Geheimnisse hatten, die sie in einen weiteren Abgrund reißen.

Wird es ihr gelingen, sich ihrer Trauer zu stellen und damit auch sich selbst zu verzeihen? Kann sie sich auf eine neue Zukunft einlassen und vielleicht eines Tages der tiefen Zuneigung ihres Retters eine Chance geben?

Martha schaute aus dem Fenster. Einsame Felder zogen wie im Flug an ihr vorbei, dazwischen klaffte die ewig graue Autobahn auf. Rote, schwarze Autos, hin und wieder ein gelbes, sie alle rasten irgendwohin, an irgendeinen entfernten Ort, der Martha fremd war.

Sehnsüchtig blickte sie den bunten Punkten hinterher ‒ könnte sie doch in einem dieser Autos sitzen und ihrem Leben entfliehen.

Sie warf einen Blick in den Rückspiegel und sah ihre beiden Töchter auf der Rückbank sitzen. Wie so oft sprachen sie nicht miteinander. Seit einer dreiviertel Stunde waren sie schon unterwegs, und Katharina und Amelie hatten noch kein Wort gewechselt.

Schon vor Jahren hatte diese Entfremdung zwischen den Mädchen begonnen. Aber nicht nur die beiden, sondern die ganze Familie, auch Robert und sie, lebten mehr nebeneinanderher, als dass sie eine Einheit als Ehepaar gebildet hätten. Die ganze Familie war auseinandergedriftet.

Verstohlen blickte sie Robert von der Seite aus an. Sie wusste, dass er alles mitbekam, was sie tat, was sie dachte, was sie fühlte, aber er ließ es sich nicht anmerken.

Er spielte ihr Spiel mit und tat so, als würde er nicht bemerken, wie sie ihn musterte, voller Enttäuschung und auch einer Spur Bitterkeit, die schon vor Jahren ihren Augen den Glanz gestohlen hatte und ihrem Herzen die Zuversicht.

Nach zwanzig Jahren Ehe war nicht mehr viel übrig geblieben, wofür es sich gelohnt hätte, weiterzumachen. Oft driftete sie in Tagträume ab und stellte sich vor, wie es wäre, ein anderes Leben zu führen, sich zu trennen.

Katharina und Amelie waren inzwischen siebzehn und fünfzehn Jahre alt, sie würden eine Trennung verkraften. Sie waren ohnehin in ihrer eigenen Welt mehr mit sich selbst beschäftigt, als dass ihnen eine Trennung wirklich etwas ausgemacht hätte, vermutete Martha.

Sie konnte stolz auf ihre Töchter sein, so unterschiedlich sie auch sein mochten, hatten sie sich doch gut gemacht.

Katharina war von klein auf eine Überfliegerin gewesen, eine hellblonde Schönheit, mit der es niemand aufnehmen konnte. Jahrgangsbeste, Schulsprecherin, Kapitänin der Mädchen-Volleyballmannschaft – ihre Glückssträhne schien nie zu versiegen.

Amelie war da schon anderer, stiller Natur. Aber auch sie machte ihren Eltern alle Ehre. Obwohl sie sich sehr zurückgezogen gab, war sie nicht minder erfolgreich als ihre ältere Schwester. Stets brachte sie Bestnoten nach Hause und zeigte großes künstlerisches Talent. Ihr Klavierspiel war nach jahrelangem Unterricht erstklassig geworden, und auch die detailgetreuen Zeichnungen, die sie anfertigte, zeugten von künstlerischer Größe.

Die Familie Martens, eine Familie wie aus dem Bilderbuch: schön, vermögend, erfolgreich.

Für seine sechsundvierzig Jahre war Robert Martens immer noch ein attraktiver Mann, groß, das Rückgrat stark und aufrecht, ein Macher seit eh und je. Wenn seine grau-blonden griffigen Haare ihm in die Stirn fielen und ihm Argumente über schwierige Sachverhalte locker und leicht über die Lippen kamen, konnten seine Parteikollegen nur neidisch zur Seite blicken.

Tatsächlich war er in der Partei nicht nur so schnell vorangekommen, weil er eine starke politische Meinung vertrat, die Schwächen der anderen für seine eigenen Interessen zu nutzen verstand und über den richtigen Nachnamen verfügte, sondern auch einfach aus dem Grund, weil er ein einnehmender Mann war.

Also worüber beschwerte sie sich eigentlich? Besser hätte sie es doch gar nicht treffen können. Sie hatte einen attraktiven, erfolgreichen Mann geheiratet, der sie aus ihrer bescheidenen Existenz als junge, unerfahrene Büroangestellte befreit und in die Welt der Schönen und Reichen eingeführt hatte.

Robert hatte Martha – entgegen dem Willen seiner versnobten Eltern – geheiratet. Mit ihr an seiner Seite hatte er sein Jurastudium beendet, überaus erfolgreich die Staatsexamina abgelegt und in der Partei eine steile Karriere gemacht.

Martha hatte alles, was eine Frau sich wünschen konnte, einen starken Mann an ihrer Seite, Geld, Status, vorbildliche, erfolgreiche Kinder – und dennoch war da dieses große Unbehagen.

Tag für Tag überschattete dieses große, gestaltlose, dunkle Gefühl Marthas Welt. Ein Schrecken, der keinen Namen hatte, ein Schrecken, der sich nicht blicken ließ, sondern lauerte – und nur auf eine Gelegenheit wartete, auszubrechen und die ganze schöne Bilderbuchwelt der Familie Martens zu zerstören.

In der Hoffnung, das große Unbehagen zu vertreiben, als Familie wieder zueinanderzufinden, hatte sie sich von Robert gewünscht, zu ihrem Haus am See zu fahren. Die romantische Holzhütte lag am Ufer eines versteckten Waldsees am Schiefergebirge des Hunsrücks. Sie war umgeben von einem alten, dichten Buchenwald und versteckte sich im kleinen Tal eines moosbewachsenen Gebirges, zwischen geheimen Stollen und Wasserfällen.

Das Haus am See war ihr Sehnsuchtsort, dort hatten sie sich ineinander verliebt.

Jung, am Anfang ihres gemeinsamen Lebens, hatten sie die Hütte bei einer ihrer ersten gemeinsamen Wanderungen zufällig entdeckt. Scheinbar herrenlos, hatten sie damals Unterschlupf darin gefunden, als ein plötzliches Sommergewitter aufgekommen war. Durchnässt waren sie sich wie Abenteurer vorgekommen, als sie die Tür tatsächlich unverschlossen vorfanden und hineingingen.

In der schönen kleinen Wohnstube konnten sie ihr Glück kaum fassen, da war ein Ofen gewesen und trockenes Holz. Robert hatte gleich ein Feuer geschürt, und Arm in Arm hatten sie friedlich und still davorgesessen und in die Flammen geschaut.

Und dann hatte er sie verführt.

Ihr T-Shirt hatte nass an ihrer Haut geklebt, genau wie ihr Lieblingsrock, den sie sich als Auszubildende an einem Frühlingstag auf dem Flohmarkt gekauft hatte, der damals jeden Samstag am Flussufer veranstaltet wurde. Alles zog er ihr aus, und als sie ganz nackt und nass vor ihm lag, nahm er ihr Gesicht in seine großen Hände und küsste sie mit einer Intensität und Kraft, die sie die Welt und Zeit vergessen ließ.

Er schnappte sich die Decke, die auf dem kleinen Hocker neben ihnen lag, und hüllte Martha darin ein. Sie öffnete seinen Gürtel, die Knöpfe seiner Jeans, er raffte schnell, begierig ihren Rock hoch, zerrte ihr Höschen runter und drang endlich in sie ein. Erst langsam und hart und tief, und dann immer schneller und gieriger. Er wusste, wie er es anstellen musste, bis sie kam, um sich dann schnell und hart in ihr zu ergießen.

So hatten sie einander damals immer geliebt – stürmisch und voller Leidenschaft.

Später, nach einiger Recherche, hatten sie tatsächlich den Eigentümer der Hütte am See ausfindig machen können und erfahren, dass das alte Ehepaar, dem sie gehörte, diese zum Verkauf anbot. Mit Roberts Rücklagen als Referendar und ihren kleinen Ersparnissen hatten sie die kleine Hütte tatsächlich kaufen können.

All die Jahre waren sie in die Hütte am See zurückgekehrt, die schönste Zeit ihres Lebens hatten sie dort erlebt, ihre junge Liebe, die ersten glücklichen Ehejahre und auch den Anfang der Elternschaft.

Martha konnte sich noch ganz genau erinnern, wie sie im Hochsommer an einem Sonntag im August hochschwanger unter den wohligen Schatten der Buchen lag, mit Robert an ihrer Seite.

Beide lauschten sie der Strömung des eiskalten Waldbachs. Bald würden sie rüber in die Hütte gehen und eine Kleinigkeit essen. Dann würde sich Robert an dem kleinen Schreibtisch am Fenster in die Arbeit vertiefen. Stundenlang würde er sich in stiller Eintracht mit den Akten und Fällen befassen, mit denen er im Referendariat vertraut war.

Dies hatte sie schon immer an ihm bewundert, er ging voll und ganz in seiner Arbeit auf, damals so wie heute. Im Gegensatz zu ihr, sie war immer wie eine Feder im Wind gewesen, die drohte, bei jeder Bö, war sie auch noch so klein, weggetragen zu werden.

Alles hatte ihr Interesse geweckt, nichts hatte sie zu Ende gebracht. Und genau deshalb brauchte sie ihn, er erdete sie. Seine Konzentration, seine Kraft, der Fokus, den er stets auf die Dinge legte, gaben ihr den nötigen Halt und auch das Gefühl, dass alles in Ordnung war.

Aber was wäre, wenn eigentlich gar nichts in Ordnung war?

So lange waren sie schon nicht mehr in der Hütte am See gewesen. Sie konnte die Jahre nicht mehr zählen, geschweige denn auseinanderhalten.

Seit einiger Zeit hatte sie das Gefühl, dass sich in ihrer Erinnerung ein schwarzes Loch auftat. Die fünfundvierzig Jahre alte Frau, die sie nun war, konnte sich zwar an die glückliche junge Version ihres Selbst erinnern, aber die Jahre, die darauf folgten, trübten sich in der Erinnerung.

Die Stationen ihres Lebens verschwammen vor ihrem inneren Auge. Sie konnte nicht mehr unterscheiden, was sich wirklich zugetragen hatte und was davon Lüge war. Als gäbe es eine Marke zwischen dem Gestern und ihrem Leben heute, die sie nicht zu überschreiten wagte.

Katharina kicherte und tippte etwas in ihr Handy.

Obwohl sie noch immer auf der Autobahn waren, kurbelte Martha das Fenster herunter. Der Fahrtwind schlug ihr ins Gesicht. Heute Morgen hatte sie sich das lange braune Haar hochgesteckt, einige Strähnen wehten im Wind, es war ein kalter Tag. Aber die Kälte tat ihr gut.

Man hätte meinen können, über die Osterfeiertage leichtes und mildes Frühlingswetter genießen zu dürfen, aber gestern am Gründonnerstag hatte es sich schlagartig abgekühlt. Auf die Nacht zum Karfreitag hatte es unerwartet sogar Raureif gegeben. Entsprechend kalt war es, als sie am Morgen des Karfreitags aufgebrochen waren, um das verlängerte Osterwochenende in der Hütte am See zu verbringen.

Katharinas Handy piepte immerzu, Martha beobachtete sie im Rückspiegel. Ihre Tochter amüsierte sich köstlich über die Nachrichten, die beinahe im Sekundentakt bei ihr eintrudelten.

War es womöglich ein neuer Verehrer? Die Jungs standen bei Katharina Schlange, aber die schlanke, hochgewachsene blonde Schönheit hatte sich noch nicht entschieden, wem sie den Vorzug geben sollte.

Und überhaupt hatte Martha den Eindruck, dass Katharina nicht wirklich Interesse an einer Beziehung hatte. Eher wollte sie spielen, vielleicht mal hier, mal dort anbandeln, vergöttert werden. Sie genoss es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, die konkrete Zukunft mit einem Jungen interessierte sie weniger.

Nur wenn es um ihre eigene Zukunft ging, war sie emsig bei der Sache. Es konnte krankhafte Züge annehmen, wenn sie für eine Prüfung lernte oder wie besessen für ein Spiel trainierte. Und dennoch hatte man sie noch nie eine Streberin geschimpft.

Katharina war eine Meisterin darin, sich selbst nach außen im vorteilhaftesten Licht darzustellen. Sie tat einfach so, als würde ihr alles leicht von der Hand gehen. Nicht einmal Sophie, ihre beste Freundin, wusste, wie besessen sie lernte oder dass sie alleine in der Turnhalle stundenlang trainierte, lange nachdem alle anderen nach Hause gegangen waren.

Und wenn einer von ihren vielen Freunden fragte, was sie den Tag über so getrieben hatte, gab sie irgendeine unverbindliche Antwort, die darauf schließen ließ, dass sie etwas total Cooles und Angesagtes getan hatte.

Treudoof glaubten alle, die Einsen und die Erfolge würden Katharina nur so zufliegen, ohne dass sie jemals dafür einen Finger krümmen musste.

Obwohl Amelie ganz nah neben Katharina saß, wurde sie dennoch eiskalt von ihr ignoriert. Die Jüngste hatte sich unlängst damit arrangiert und machte ihr eigenes Ding. Sie hatte ihre drahtlosen Kopfhörer, ihre Airpods, auf und hörte Musik.

Sie hörte bestimmt wieder jene getragene Musik.

Tagein und tagaus drangen diese Klänge aus ihrem Zimmer in den Flur der Familienvilla. Verloren gegangene Träume und tiefe Trauer beschworen sie in Martha herauf, wenn sie nichts zu tun hatte und gelangweilt im Wohnzimmer saß. Dann fragte sie sich, weshalb ihre Tochter diese melancholische Musik hörte.

Und als hätte Amelie gewusst, dass sich ihre Mutter mit unangenehmen Gedanken über sie trug, erschien sie bald darauf im Wohnzimmer, schenkte ihrer Mutter ihr strahlendstes Lächeln, und fragte, ob sie Lust hätte, am Abend mit ihr ins Theater zu gehen.

Da die Familie Martens sich ein exklusives Kultur-Abonnement im Schauspielhaus Frankfurt sowie in der Frankfurter Oper gönnte, konnten sie auch recht kurzfristig die besten Karten für sich beanspruchen. Und so zerstreuten sich die mütterlichen Sorgen bei einem gemeinsamen Theaterbesuch.

Manchmal gingen Mutter und Tochter auch einfach nur eine Runde shoppen und hauten Geld auf den Kopf.

Überhaupt gab Martha gerne Geld aus, aber auch das war nicht mehr wie früher. Es hatte seinen Reiz verloren, Schuhe im Wert von vierhundert Euro zu kaufen; für eine Handtasche einen Tausender springen zu lassen, war auch nicht mehr so prickelnd wie früher.

Wenn sie mit Amelie im Schlepptau an den diskreten Kassen von Gucci oder Chanel stand und vom Personal von links und rechts umworben wurde, kehrte das große Unbehagen schleichend zurück. Es ließ sich weder von den Vierhundert-Euro-Schuhen noch der Chanel-Handtasche verscheuchen.

Martha verstand, dass sie sich mit Geld nicht würde freikaufen können.

Das geheime Wissen, dass etwas ganz Schreckliches passieren würde, blieb.

»Warum müssen wir eigentlich noch mal in diese heruntergekommene Schrotthütte fahren?«, maulte Katharina gelangweilt im Hintergrund.

Offenbar war sie über den vielen WhatsApp-Unterhaltungen mit ihren Verehrern, die sie gleichzeitig führte, müde geworden. Vielleicht hatte sie auch einfach nur den Überblick darüber verloren, wem sie was erzählt hatte, und unterbrach der Einfachheit halber das Gespräch. Denn sich rar zu machen, lag ihr genauso sehr, wie den Rest der Welt glauben zu machen, erfolgreich zu sein, ohne jemals dafür arbeiten zu müssen.

Noch ehe Martha antworten konnte, kam Robert ihr zuvor.