Sinnliche Bekenntnisse -  - E-Book

Sinnliche Bekenntnisse E-Book

0,0

Beschreibung

Nichts bewegt wie die Liebe. Als Sehnsucht und Verlangen treibt sie uns an, als Geborgenheit schenkt sie uns Sicherheit und Kraft. Ein Leben ohne sie ist kaum vorstellbar. Zugleich zählen Liebe und Erotik zu den privatesten Bestandteilen unseres Lebens. Unsere intensivsten Gefühle erscheinen zart und zerbrechlich, unser Begehren schützen wir vor den Blicken der Welt. Diese Dinge vertrauen wir allenfalls der besten Freundin, dem langjährigen Freund an. Oder wir wenden uns an die Literatur - denn von jeher ermöglichen geschriebene Texte einen ganz besonderen, intimen Austausch, ist man beim Schreiben wie beim Lesen doch ganz bei sich selbst und kann sich ungestört öffnen. Dieser Band versammelt deshalb sinnliche Bekenntnisse aller Art - von schüchternen ersten Liebeserlebnissen bis zum entfesselten Rausch der Sinnlichkeit, vom One-Night-Stand bis zur Jahrzehnte währenden Zweisamkeit.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 96

Veröffentlichungsjahr: 2021

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Was die geneigten Leser vorab wissen sollten:

Wir geben unseren Autoren die Freiheit, selbst über den Gebrauch von alter, neuer oder Schweizer Rechtschreibung zu entscheiden, daher variiert auch die Schreibweise in dieser Anthologie.

INHALTSVERZEICHNIS

BEATRIX RAMONA BENMOUSSA-STROUHAL

Begegnung im Land des Weihrauchs und des Khandjars

DIETHELM MAX BUBBEL

Die Auszeit

MANFRED ELSÄSSER

Angela

An Christa P.

PAUL FRIEDRICH

Wenn die Liebe nicht wär …

TAMARA FUCHS

Verführerische Erinnerungen an Ibiza

JÜRGEN HEIDER

Sehnsucht nach Liebe

LOTTI

EIN SCHNELLES ABENTEUER

GÜNTHER MELCHERT

DIE LIEBE SO ALT WIE DIE WELT

DIE UNNAHBARE

LOVIS UND LETITIA

Unwillkürliche Entfaltung eines Naturgesetzes im Kölner Zoo

EIN EXOTISCHER PAGE

JÜRGEN MOLZEN

DA …

EHE …

KUR-ERFOLG

LIMERICK MIT HERZ

REST

FEHL-VERHALTEN

EINE LERCHE AUF DER LÄRCHE TIRILIERT AM MÜGGELSEE …

ES SIND DIE LEISEN TÖNE, DIE ICH LIEBE …

POESIE VERSIEGT NIE …

HINGABE UND LIEBE

VON DER ERSTEN MODE

LIMERICKS

LINDENBLÜTEN DUFTEN NOCH WIE FRÜHER …

LEICHT EROTISCHE GEDICHTE …

MENSCHLICHE SCHWÄCHE

VATER

ZWIESPRACHE

FRÜHLING SOWIESO …

REINHOLD NISCH

Beginn von etwas

OSKAR SCHMITT

Sinne

ROSWITHA CHARLOTTE SCHWENK

abgewandt

STEFFEN TEICHMANN

Ich liebe dich

Mathilde 1

Mathilde 2

Mathilde 3

liebesblätter

Evata Morgana

One-Night-Stand

Im Liebeswald

Wir zwei im Mai

sieben mal auf wolke sieben

Die Gesänge des Covid

die tshants fun di kovid

Mein Schmetterling

In der Wiese will ich dich

Die Stimmen der Nacht III

INNA ZAGRAJEWSKI

„Tango der Stummheit“

AUTORENSPIEGEL

Beatrix Ramona Benmoussa-Strouhal

Begegnung im Land des Weihrauchs und des Khandjars

Oman, ein Sultanat, historisch eine 5000 Jahre alte große Seemacht, schon durch eine Legende der Königin von Sabah bekannt, liegt im Osten der arabischen Halbinsel. Die Hafenstadt Suhar wurde bedeutendstes Handelszentrum der islamischen Welt und pflegte Kontakte mit dem Kaiserreich China und Ostafrika. Sindbad der Seefahrer stammte angeblich aus Suhar.

Ist ein Festtag im Gange, erlebt das Volk einzigartige Darbietungen musikalischer Klänge und tänzerische Leistungen in wunderschönen kunstvollen Kostümen der Künstler – eine Augenweide. Die jungen Männer erscheinen, wie Prinzen, in langen weißen Gewändern und mit ihrer Kopfbedeckung, einem Turban. Mit ihrem Temperament und einem Holzstock in der Hand holen sie zum Tanzen aus und setzen hohe Sprünge in die Luft voller Stolz und Elan, wohl ihre Männlichkeit so zum Ausdruck zu bringen. Einige davon mit ihrem Krummsäbel, dem Khandjar, einem Dolch, der fester Bestandteil offizieller festlicher Trachten ist. In alter Zeit ging ein erwachsener Omani ohne Khandjar nicht aus dem Haus. Die Klinge wurde meist handgeschmiedet und ist zweischneidig, mit einer auffallend in einem fast 90 Grad messenden Winkel gekrümmten Scheide. Der Dolch selbst ist weniger stark gekrümmt.

In diesem fernöstlichen Land, im Trubel des Festes, zwischen den Marktständen hatte ich eine Gestalt wahrgenommen. Stolz, mit erhobenem Haupt suchte der junge Mann eifrig nach einer Kostbarkeit. Das weiße Gewand mit dem Turban ließ ihn edel erscheinen, es mochte möglich sein, dass der Unbekannte aus einer höheren Gesellschaft stammte. Ein wenig seines schwarzen Barts war ersichtlich. Meinen Kopf konnte ich kaum abwenden, zu neugierig war ich, seine Augen zu sehen. Er verdeckte sie mit seiner Sonnenbrille, und ich erspähte kurz die tiefbraunen Augen, als er diese abnahm, um einen Silberreifen zu begutachten. Die Zeit war zu knapp, die Schönheit erahnte ich. Seine kleinen Füße steckten in weißen Sandalen, die durch die Kleidung bedeckt waren. Auf einer Seite seiner Nationalkleidung sah ich einen Khandjar herausragen. Der Holzgriff war elegant eingearbeitet mit feinem Silber. Ich betrachtete ihn intensiv, kurz nahm er die Brille ab, als hätte er es gespürt, dann blickten erstaunt seine Augen mich an. Ein herzliches Lächeln zeichnete sich um seine Lippen.

Der Duft des Weihrauchs kam wie vom Himmel, ein wunderbares Aroma atmete ich ein, doch meine Gedanken waren bei dem Fremden. Ich bestaunte die feinen Gefäße, die zum Füllen des Weihrauchs gebraucht wurden, und bemerkte nicht, dass zu meiner linken Seite der zarte Mann aus dem Oman plötzlich neben mir stand. Was sollte ich nun tun? Ich war überrumpelt und musste vorsichtig sein, nichts Falsches zu machen. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, mit ihm zu kommunizieren, vielleicht ihn kennenlernen zu dürfen. Aber wie?

Ich schaute ihn an und vergaß alles um mich herum, in meinen Gedanken war nur er. Welche Gedanken spielten sich in seinem Kopf ab? Langsam kreuzten sich bewusst unsere Blicke. Ich konnte nur schwer erahnen, wie seine Augen jetzt aussahen, denn er hatte die Sonnenbrille wieder aufgesetzt, dafür betrachtete er mich umso genauer. Einen Augenblick mussten wir unwillkürlich lachen, frei und ungezwungen. Wir waren einfach glücklich.

In dem Tumult der Menschen fiel mir ein junges Mädchen in traditioneller schwarzer Kleidung auf. Die schlichte aber zart gearbeitete Gesichtsmaske in schwarz mit feiner Verzierung durch türkise Steine und Silber, das Tuch über ihrem Kopf, aus feiner schwarzer Seide gewebt, und die grandios geschmiedeten Silberohrringe, am Stoffe festgemacht, ließen sie wie eine kleine Prinzessin aussehen. Dem äußeren Erscheinungsbild nach und der Art, wie sie sich bewegte und ihre Schritte sanft den Boden berührten, durfte sie eine Beduinin sein.

Einen verstohlenen Blick warf sie mir zu, undurchschaubar. Doch einige Sekunden später flehend, nicht etwas wegzunehmen, was ihr versprochen worden war, ihren Liebsten. Es ging eine Herzlichkeit und Liebe aus ihr heraus, sodass ich nicht abschlagen konnte. Ihr Antlitz, sofern ich es erkennen konnte, war edel, fein, einfach eine Schönheit. Sie hatte mich genau beobachtet, wie lange schon, das wusste ich nicht. Doch wer war sie? Gehörten der Junge aus dem Oman und sie zusammen, und für wen war der Armreif bestimmt? Fragen in meinen Gedanken.

Ich drehte mich schnell um, nochmals das Mädchen zu sehen, sie war nicht mehr zu finden. Der hübsche Mann stand noch vor mir, mit den Worten INSHALLAH – „Wenn Gott will“, werden wir uns wiedersehen, und verschwand in der Menschenmenge. War er doch ein kleiner Prinz gewesen, der Sohn eines Sultans? Ob ich eine Antwort bekommen würde, war eine andere Frage.

Einige Zeit war verstrichen, als ich frohen Mutes wagte, am Meeresufer meine Füße in den Sand zu stecken und in das klare Wasser zu blicken. Palmen säumten den Weg abwechselnd mit rot blühenden Oleander-Sträuchern neben dem Strand und spendeten Schatten. Die See war ein großer Spiegel und ich betrachtete mein eigenes Gesicht, das sich im Wasser widerspiegelte.

In dieser Ruhe kreisten meine Gedanken um meine Begegnung im Basar beim Fest. Mein eigenes Ich stand neben mir, eigentlich keine Illusion, ich war nicht in der Wüste, was eine Fata Morgana hätte bedeuten können. Die eigenen Gedanken kamen zum Vorschein oder meine Wünsche, mit Fantasievorstellungen vermischt. Mein Spiegelbild, meine Seele selbst, glücklich, diese Person getroffen zu haben. Das Erlebnis war besonders für mich. Er hatte mir Kraft und Energie gegeben, ich weiß nicht wie. Einbildung konnte es auch nicht sein, denn ich fühlte mich frischer als sonst. Die Müdigkeit war wie weggeblasen.

Ich hatte mich am Ufer im feinen eierschalenfarbigen Sand niedergelassen. Langsam begann sich das Wetter zu drehen und es zogen Wolken am Firmament vorüber, eine kurze Windböe, erfrischend die Kühle. Die Sonne zeigte sich schnell wieder am Himmel im wunderschönen Blau. Während meine Augen mit voller Hingabe die Meereswellen und die Natur im Visier hatten, versuchte ich trotzdem nebenbei meine Gedanken zu ordnen. Ich erlebte ganz nah am Ufer, dass das Wasser unterschiedliche Wellen erzeugte, hoch und tief, so wie das Leben selbst. Energisch und ruhig. Die Delphine sprangen fröhlich durch die Luft und erfreuten sich des Daseins.

Dies alles erschuf Gott – Allah, dass sollte keiner vergessen.

Als ich meine Gedanken fast in Einklang gebracht hatte, stand das Spiegelbild des Unbekannten aus dem Oman vor mir. Hatte ich schon Halluzinationen? Doch zu meiner Überraschung war das kein Trugbild, ich drehte mich um und er stand leibhaftig hinter mir. So bekleidet, wie ich ihn in Erinnerung hatte, nur das Gesicht hatte er mit einem festlichen, kunstvoll gewebten weißen Tuch umschlungen. Ich war sprachlos, das hätte ich mir nicht erträumt.

Klar und deutlich erzählte er mir in wenigen Sätzen, auch wenn er wollte, nicht mit mir kommen zu können. Er wünschte sich, mit mir den geraden Weg zu gehen. Die aufrichtige und ehrliche Art hatte es mir angetan und seine tiefbraunen Augen, die traurig und glücklich zugleich waren. Ich wollte das auch, aber wie? Die Lösung hatte ich am Meeresufer gefunden. Er hatte nicht Unrecht, zwei unterschiedliche Kulturen, seiner Tradition nach dürfte er verheiratet werden. Dagegen konnte er nicht ankämpfen. Möglicherweise war es seine Verlobte gewesen, die mir die verstohlenen Blicke zuwarf, und er vielleicht ein kleiner Prinz? Das blieb im Verborgenen. Beide waren zu edel und anmutig, und es blieb mein Geheimnis, die Beduinin gesehen zu haben. Ich wollte ihm den Wunsch erfüllen und ich gab ihm das Versprechen, den geraden Weg einzuschlagen.

Unbeobachtet, hinter einem weiß-rotschattiert blühenden Oleanderstrauch, in der Menschenleere, stillschweigend nahm er mich in seine Arme und unsere Hände umschlossen sich. Festhaltend drückten wir uns gegenseitig, nicht auslassen wollend. Wir versprachen, füreinander da zu sein, immer den klaren Weg zu gehen. Ehrlich zu sein, auch wenn wir uns nicht sehen würden. Tränen flossen über meine Wangen und seine Augen waren feucht, doch sein Inneres weinte.

Wann würden wir uns wiedersehen? Das wusste nur Gott-Allah. Aber wir wussten, so eine einzigartige, ehrliche Liebe und Freundschaft war ein Geschenk, und wir waren glücklich, uns im Leben getroffen zu haben. Der Oleanderstrauch in weißer Farbe mit roter Schattierung, so wie unsere Liebe, klar, herzlich und einzigartig. Ein Windhauch des Wüstensandes wirbelte in die Lüfte, es war die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Langsam lösten sich unsere Hände. Wir blickten einander tief in die Augen, bedurften keiner Sprache, ein jeder wusste, den anderen nicht vergessen zu können.

Diethelm Max Bubbel

Die Auszeit

– eine räumliche Trennung zwischen

Ramona, der Zauberfee, und

mir, Max, dem Froschkönig –

Auszüge aus Geschriebenem an meine Geliebte, während unserer Auszeit im Sommer 2020, verfasst von mir auf der Insel Usedom.

24. Juni 2020.

Hallo mein Liebling! „Weil ich dich liebe“. Karten, diese Woche von der Zeit, in der ich tiefer zu dir finden möchte. Ich versuche, Tagebuch zu führen.

Ein Zitat nach Samuel Butler: „Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.“

Das machen wir ja!!! Erhole dich! In Liebe dein Max.

25. Juni 2020.

Ohne dich bin ich nicht komplett. Du bist ein wichtiger Teil von mir, du gibst mir Halt, wenn ich ihn brauche, verleihst mir Flügel, trägst mich wie beständiger Wind in unbekannte Höhen. Und du bist stets für mich da, BEDINGUNGSLOS. (Auszug aus „Weil ich dich liebe“ vom Heyne Verlag)

Ich liebe dich!!! Dein Max …

26. Juni 2020.

Hallo Ramona, meine große Liebe! … Des Weiteren ein Spruch von Leo Tolstoi: „Zu lieben ist Segen, geliebt zu werden Glück.“

Versuche, das Alleinsein mit deiner Kreativität zu nutzen.

In Liebe dein Max! Küsschen!!!

27. Juni 2020.

Guten Morgen, mein Liebstes! Jetzt, wo ich die Karte schreibe, ist es Samstagmorgen. Heute wird der Postkasten vormittags geleert, also muss ich schnell sein …

„Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.“ (Blaise Pascal) – Von mir, deinem Max, auch heute wieder mehr als nur einen Tropfen.

29. Juni 2020.