Sommer am Pont du Gard - Gudrun Lochte - E-Book

Sommer am Pont du Gard E-Book

Gudrun Lochte

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Beschreibung

Völlig überarbeitet im Job - kurzerhand nimmt sich Christina eine Auszeit im Verlag und fährt nach Südfrankreich. Doch als sie dort den gutaussehenden Restaurantbesitzer André kennenlernt und sich auch noch um ein kleines Hotel und um einen Teenager kümmert, verläuft ihr Urlaub ganz anders als geplant. Und am Ende steht sie vor der schwierigsten Frage ihres Lebens. Soll sie ihrem Herz folgen und der Liebe mit André in Frankreich eine Chance geben - oder besser einen kühlen Kopf bewahren und weiter an ihrer Karriere in Deutschland feilen? Alle, die gerne Liebesromane in Südfrankreich lesen, finden hier eine romantische Liebesgeschichte mit viel Frankreich-Flair.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 258

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Gudrun Lochte

Sommer am Pont du Gard

Gudrun Lochte

lebt mit ihrem Mann in einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen. Ihre Reisen gingen bisher überwiegend nach Frankreich, insbesondere nach Südfrankreich. Dabei hat es ihr die Gegend um den Pont du Gard besonders angetan. Sommer am Pont du Gard ist ihr erster Roman.

Gudrun Lochte

Sommer amPont du Gard

Die Geschichte und ihre Personen sind rein fiktiv. Die Örtlichkeiten können, müssen aber nicht existieren. Die, die real sind, wurden von der Autorin wegen der Liebe zu Frankreich in diesen Roman aufgenommen.

Copyright: © 2023 Gudrun Lochte

www.gudrun-lochte-autorenseite.de

Neuerscheinung

Vorgängerausgabe 2021

Verlag, Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH

An der Strusbek 10

22926 Ahrensburg/Germany

Paperback: ISBN 978-3-347-90147-6

e-Book: ISBN 978-3-347-90152-0

Lektorat: Larissa Müller, Lektorat “Zeilenschmuck”

Layout und Satz: Stefanie Scheurich

Buchcover: Ria Raven Coverdesign

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.

Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung “Impressumsservice”, An der Strusbek” 22926 Ahrensburg/Germany.

Inhalt

Cover

Sommer am Pont du Gard

Titelblatt

Urheberrechte

Eins

Zwei

Drei

Vier

Fünf

Sechs

Sieben

Acht

Neun

Zehn

Elf

Zwölf

Dreizehn

Vierzehn

Fünfzehn

Sechzehn

Siebzehn

Achtzehn

Neunzehn

Zwanzig

Einundzwanzig

Zweiundzwanzig

Dreiundzwanzig

Vierundzwanzig

Fünfundzwanzig

Sechsundzwanzig

Siebenundzwanzig

Epilog

Danke

Sommer am Pont du Gard

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Eins

Danke

Sommer am Pont du Gard

Cover

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Eins

Der Radiowecker sprang an und spielte ein Lied zum Gute-Laune-Bekommen. Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die nicht vollständig geschlossenen Gardinen und malten Muster auf die Tapete. Christina öffnete vorsichtig die Augen und blinzelte in Richtung Fenster. Schnell bedeckte sie ihr Gesicht mit dem rechten Arm, das Licht tat ihren Augen weh. Mit der linken Hand tastete sie nach dem Lautstärkeregler. Um diese Zeit hielt sich ihre gute Laune in Grenzen. Die ersten Geräusche des Tages drangen von der Straße durch das gekippte Fenster und die quietschenden Bremsen der Straßenbahn verursachten ihr beinahe Zahnschmerzen. Am liebsten würde sie sich die Decke über den Kopf ziehen und im Bett bleiben.

„Lasst mich doch alle in Ruhe“, murmelte sie und drehte sich auf die andere Seite. „Bitte nur noch fünf Minuten.“

Der Radiomoderator gab ein paar flotte Sprüche zum Besten, spielte das nächste Lied und die Zeit war ruckzuck um.

Langsam kroch sie unter der Decke hervor und blieb einen Moment auf der Bettkante sitzen. Christina hatte das Gefühl, als ob Zentnerlasten an ihrem Körper hingen, wie ein schwerer Rucksack, der auf ihren Schultern hing. Barfuß schlurfte sie ins Bad. Aus dem Spiegel schaute ihr ein graues, müdes Gesicht mit trüben Augen und stumpfen kraftlosen Haaren entgegen. Die lustige Micky Mouse auf ihrem T-Shirt entlockte ihr kein Lächeln. Sie stützte sich mit den Armen auf dem Waschbecken ab, streckte ihrem Spiegelbild die Zunge heraus und senkte den Kopf. Nach einem kurzen Augenblick entfuhr ihr ein Seufzer. Sie zog sich aus und ließ das Nachtzeug mitten im Badezimmer fallen. Unter der Dusche lief ihr das warme Wasser über Gesicht und Körper. Sie stand einfach nur da. Die Arme hingen schlaff herunter, als gehörten sie nicht zu ihr. Zum Schluss drehte sie den Kaltwasserhahn auf, in der Hoffnung, ihre Lebensgeister zu wecken. Das flaue Gefühl in der Magengegend blieb. Sie beendete ihre Morgentoilette, föhnte ihre Haare und legte ein wenig Make-up auf. Wahllos griff sie in den Kleiderschrank und zog eine weiße Hose und ein geblümtes Oberteil an. Ihr Frühstück nahm sie in der Küche im Stehen ein, obwohl man es eigentlich nicht als solches bezeichnen konnte. Sie biss nur zweimal von ihrem Brötchen ab und beim ersten Schluck Kaffee verzog sie das Gesicht. Er schmeckte schal und bitter. Den Rest schüttete sie angewidert in das Spülbecken.

Seit einigen Wochen litt sie unter Herzrasen, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Alles wechselte sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Solange jedes für sich auftrat, hatte sie versucht, es zu ignorieren oder mit Hausmitteln zu behandeln, in der Erwartung, dass es irgendwann wieder verschwand. Da aber alles nichts half, hatte sie doch irgendwann eine Ärztin aufgesucht. Nach einer gründlichen Untersuchung, die kein Ergebnis brachte, hatte die Ärztin versucht, ihren Beschwerden anders auf den Grund zu gehen. „Haben Sie Stress bei der Arbeit? Gibt es Probleme, beruflich oder privat?“

Probleme? Eigentlich nicht. Stress? Nun ja, mehr oder weniger. Wann hatte sie das letzte Mal Urlaub genommen? Es war eine gefühlte Ewigkeit her.

Im Flur schlüpfte sie in ihre Schuhe, griff nach ihrer Handtasche und dem Schlüsselbund, der auf dem kleinen Regal neben dem Spiegel lag, und verließ die Wohnung.

Sie hatte sich vorgenommen, an diesem Morgen endlich mit Tom, ihrem Chef, zu sprechen. Sie musste ihm irgendwie beibringen, dass sie jetzt genau zu diesem Zeitpunkt Urlaub brauchte.

Nachdem sie sich von ihrem Freund Marcus getrennt hatte, war sie nach Frankfurt gezogen, um hier eine neue Stelle anzutreten und auch ein neues Leben anzufangen. Marcus und sie waren zwei Jahre zusammen gewesen. Sie hatten sich auf einer Party kennengelernt. Er war charmant, gut aussehend und nahm das Leben so leicht. Mit seinem jungenhaften Lächeln kam er überall durch. Alle fanden in sympathisch und überall stand er im Mittelpunkt, für Marcus war das Leben ein Spiel. Abends waren sie unterwegs und trafen sich mit Freunden, meistens mit seinen. Christina hatte von jeher nicht viele. Ihre Eltern fanden ihn nett, doch sie merkte, dass sie sich ihren zukünftigen Schwiegersohn anders vorgestellt hatten. Das Studium hatte Marcus schon mit zwei Semestern überzogen und ein Ende war noch lange nicht in Sicht. Die wenigsten Semesterarbeiten schrieb er mit, was ihn nicht kümmerte. Seine Eltern bezahlten ihm alles, die Wohnung, das Auto, Reisen – Geld spielte keine Rolle. Am Anfang fühlte sich Christina von seiner Leichtigkeit mitgezogen. Jeden Abend gingen sie tanzen und am Wochenende nahmen sie das Boot seiner Eltern und fuhren damit hinaus. Aber das Leben bestand nicht nur aus Partys und guter Laune. Wie sollte sie arbeiten, wenn sie nächtelang durchtanzte? Immer öfter gerieten sie aneinander, weil Marcus das nicht einsah. Es endete damit, dass er sich umdrehte und ging. Auf ihre Anrufe reagierte er nicht.

An einem trüben regnerischen Vormittag, an dem das Wetter keine gute Laune aufkommen ließ, hatte Christina sich mit einer Kollegin in einem Café zu einer Besprechung getroffen. Da hatte sie Marcus mit einer blonden jungen Frau Arm in Arm auf der anderen Straßenseite gesehen. Auch wenn der Regen, der an der Fensterscheibe herunterlief, die Sicht behinderte, erkannte Christina ihn sofort. Sie schluckte und schaute schnell weg. Um sicherzugehen, sah sie noch einmal hin. Die junge Frau schmachtete den Mann an ihrer Seite an. Es war Marcus, gar keine Frage. Bei nächster Gelegenheit sprach Christina ihn darauf an. Er reagierte auf Anhieb und verteidigte sich lautstark. Am Ende machte er ihr sogar Vorwürfe, dass sie ihm hinterherspioniere. In dem Moment war es zu viel für sie und sie hatte das Gespräch beendet.

Tage vergingen ohne ein Wort von Marcus. Wie immer, wenn etwas nicht nach seiner Nase ging. Wie ein kleiner, bockiger Junge. Zwei Wochen später hatte Christina endgültig genug. Sie bestand auf ein klärendes Gespräch und beendete die Beziehung. Beleidigt, aber ohne viel Aufhebens drehte er sich um und verschwand. Seine Sachen holte er aus der Wohnung, als sie bei der Arbeit war. Eines Abends, als sie nach Hause kam, lag sein Wohnungsschlüssel auf dem Regal im Flur. Das war es dann also. Sich verkriechen und sich wie ein verletztes Tier die Wunden zu lecken, das kam für sie nicht infrage. Sie atmete einmal tief durch, auch wenn es wehtat, und ging dann zur Tagesordnung über.

Da kam ihr die Stellenanzeige, die sie zufällig ein paar Tage später in der Zeitung entdeckte, gerade recht. Ein Verlag in Frankfurt suchte eine neue Mitarbeiterin. War das ein Zeichen? Eine Veränderung würde ihr bestimmt guttun. Sie bewarb sich auf die Stelle und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Eine Woche später erhielt sie die Zusage.

Wie jeden Morgen herrschte in der Frankfurter Innenstadt ein Verkehrschaos. Ständig wurde gehupt, einige Fahrer meinten, dass sie ein Anrecht auf ihre Fahrspur hätten, und Fahrradfahrer schlängelten sich durch die Reihen. Sie hatte jede Rotphase an den Ampeln erwischt. Wie konnte es auch anders sein?

Christina merkte, wie die Kopfschmerzen anfingen und ihre Schultern sich langsam verkrampften. Sie öffnete das Seitenfenster, um frische Luft hereinzulassen, und veränderte ihre Sitzhaltung in der Hoffnung, das es besser wurde. Mit dem Bus wäre sie schneller und stressfreier zur Arbeit gekommen.

Endlich hatte sie ihren Parkplatz in der Tiefgarage des großen Bürogebäudes erreicht. Bevor sie ausstieg, schaute sie noch einmal in den Rückspiegel. Ihr Make-up hatte die Schatten unter den Augen nicht gut abgedeckt, aber das war ihr egal.

Sie fuhr mit dem Fahrstuhl in die zehnte Etage. Die Türen öffneten sich lautlos und schon hörte sie die Telefone klingeln. Am Empfang schaute Monika von ihrem Schreibtisch nur kurz hoch und nickte ihr mit einem Lächeln zu. Im gleichen Moment tat sich am Ende des Flurs eine Tür auf und Tom kam ihr mit großen schnellen Schritten entgegen. Bevor er ihr entwischen konnte, sprach Christina ihn an. „Tom, hast du eine Minute für mich?“

Ohne stehen zu bleiben, drehte er sich zu ihr um. „Chrissi, gerade ist es schlecht. Sagen wir so in zwei Stunden? Bei mir im Büro?“ Er zuckte bedauernd mit den Schultern. Dabei wehte sein offenes, zerknittertes Leinenjackett hinter ihm her und seine Haare standen vom Kopf ab, als ob er in eine Steckdose gefasst hätte. Ehe sie antworten konnte, verschwand er um die Ecke.

Christina betrat ihr Büro und schloss die Tür hinter sich. Sie trat ans Fenster und schaute eine Weile über das Häusermeer. Dunkle Wolken zogen am Himmel auf, es sah nach Regen aus. Die letzten Tage waren sehr heiß, da würde eine Abkühlung guttun.

Zu den Kopfschmerzen kam nun wieder die Übelkeit hinzu. Sie schloss die Augen. Durch ihre Bürotür drang leise das geschäftige Treiben, Telefone klingelten ununterbrochen, Türen klappten und irgendjemand hastete immer von einem Zimmer ins andere.

Sie setzte sich in ihren Schreibtischsessel und nahm den Terminkalender. Heute stand lediglich ein Treffen mit Tom und einigen Lektoren für zwölf Uhr drin. Ihr blieb genug Zeit zu überlegen, wie sich ihre Arbeit bei ihrer Abwesenheit aufteilen ließ. Christina hatte vor, Tom eine vernünftige und praktikable Lösung zu präsentieren. Sie hoffte, dass er dann schneller mit ihrem Urlaub einverstanden war. Vom ersten Tag an hatte Tom ihr vertraut und nach und nach mehr Verantwortung übertragen. Ihr war es recht, denn zu Hause wartete niemand auf sie.

Ihre Hoffnung war gewesen, dass in Frankfurt alles besser werden würde. Ihrer Mutter fiel es nicht leicht, sie ziehen zu lassen. Sie hatte versucht, sie zum Bleiben zu überreden. Als einziges Kind hätte sie ihre Tochter gern in ihrer Nähe behalten, aber Christina brauchte Abstand. Deshalb hatte sie sich in ihre neue Arbeit gestürzt und alles andere um sich herum ausgeblendet. Private Kontakte hatte sie bis heute nicht. Selten, dass sie mal mit Kollegen in die Mittagspause oder nach Feierabend etwas trinken ging.

Bei den Telefonaten mit ihrer Mutter merkte sie, dass sie sich sorgte, doch Christina beschwichtigte sie immer. „Es ist alles in Ordnung“, beteuerte sie. Von wegen – sie musste sich endlich eingestehen, dass nichts in Ordnung war.

Vor einigen Wochen in der Mittagspause, als sie sich etwas zu essen holte, hatte sie auf einmal das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Sie setzte sich auf die Mauereinfassung eines Blumenbeetes in der Fußgängerzone und wartete, dass es besser wurde. Die Menschen hasteten an ihr vorbei, keiner achtete auf sie. Nur ein junges Mädchen mit knallroten Haaren blieb stehen, bückte sich besorgt zu Christina hinunter und fragte, ob sie ihr helfen könne.

„Das ist sehr freundlich von Ihnen, es wird gleich wieder besser“, sagte sie und rang sich ein winziges Lächeln ab.

Das Mädchen nickte, schaute sie einen Moment unschlüssig an und setzte ihren Weg zögerlich fort. Nach und nach wurde es tatsächlich besser. Sie erhob sich und der Hunger war vergangen.

Nach ihrer Rückkehr ließ sie sich erschöpft in ihren Schreibtischsessel sinken. An Arbeit war für heute nicht mehr zu denken. Diese Situation hatte den Ausschlag gegeben, ihre Beschwerden nicht weiter auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ein Klopfen ließ Christina hochschrecken. Ohne eine Antwort abzuwarten, steckte Monika den Kopf durch die Tür. Sie schaute sie besorgt an.

„Alles in Ordnung?“, erkundigte sie sich leise. „Dein Telefon ist nicht umgestellt. Tom hat angerufen. Er schafft es nicht pünktlich. Frühestens Viertel vor zwölf.“

„Ja, danke, Monika.“

„Ist wirklich alles in Ordnung?“, vergewisserte sich die Kollegin noch einmal.

„Ich muss einfach mal raus hier.“

„Kann ich verstehen. Seitdem du hier bist, hast du nicht einen Tag Urlaub genommen.“

„Fragt sich nur, ob Tom das auch so sieht.“ Christina schaute Monika verloren an.

„Sei nicht böse, ich muss wieder nach vorn. Heute ist der Teufel los. Vergiss nicht, dein Telefon umzustellen.“ Sie zeigte auf den Apparat, nickte ihr zu und war draußen.

Monika war die Einzige, mit der Christina privat ein paar Worte wechselte, befreundet wäre zu viel gesagt und eigentlich wusste sie nichts von ihr. Beide hatten fast zur gleichen Zeit im Verlag angefangen und verstanden sich gut. Mit den anderen Kolleginnen und Kollegen sprach sie nur beruflich. Christina schaute auf die Uhr, sie musste unbedingt noch einiges erledigen.

Tom saß an seinem Schreibtisch und unterschrieb hastig die Briefe in der Unterschriftenmappe. Den ganzen Morgen hatte er in der Chefetage zugebracht. Gleich würde Christina kommen. Was sie so Dringendes zu besprechen hatte? In letzter Zeit gefiel sie ihm gar nicht. Sie war so blass und ernst. Vor drei Jahren war sie energiegeladen und hatte für jeden ein freundliches Lächeln übriggehabt. Ihm war von Anfang an klar, dass sie die Richtige war und in das Team passte. Ihre Art hatte es ihr leicht gemacht, schnell Fuß zu fassen. Davon war nichts geblieben. Er konnte sich keinen Reim darauf machen. Seine Frau würde sagen, dass er ein Einfühlungsvermögen wie eine Dampfwalze hätte.

Es klopfte, woraufhin Tom aufsprang und die Tür öffnete. „Chrissi, entschuldige meine Verspätung.“

Sie setzte sich in einen Sessel in die Besucherecke und Tom nahm ihr gegenüber Platz. „Möchtest du einen Kaffee oder ein Glas Wasser?“ Er zeigte auf das Tablett auf dem Tisch, aber Christina schüttelte den Kopf. „Was hast du auf dem Herzen?“ Er lehnte sich in seinem Sessel zurück, schlug ein Bein über das andere und schaute sie abwartend an. „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.“ Sein Ton sollte locker klingen.

„Wie man es nimmt, Tom.“ Ihr Blick wanderte zu dem großen Bild mit den knallroten Mohnblumen an der Wand gegenüber. Bevor sie es sich anders überlegte, sprach sie schnell weiter. „Ich war letzte Woche bei meiner Ärztin und sie hat mir dringend geraten, kürzer zu treten und Urlaub zu machen.“

„Christina, das verstehe ich, allerdings ist es ein ganz ungünstiger Zeitpunkt.“ Tom beugte sich vor, die Arme auf den Oberschenkeln. Mit beschwörender Stimme redete er auf sie ein. „Du weißt, um was es nachher in der Besprechung geht. Ich brauche dich!“ Er überlegte kurz. „Sagen wir in … sechs Wochen. Da sieht die Sache wieder anders aus.“

„Das muss diesmal ohne mich stattfinden, Tom. Wer weiß, was in sechs Wochen ist. Es hat gedauert, aber mir ist klar geworden, dass ich so nicht weitermachen kann. Seitdem ich hier bin, habe ich keinen Urlaub genommen. Ich arbeite von morgens bis abends. Meine Wohnung sehe ich nur zum Schlafen.“

Tom erhob sich und ging mit den Händen auf dem Rücken einmal um seinen Schreibtisch zum Fenster. Christina sah blass aus. Warum hatte er das nicht schon früher bemerkt? Da sie so darauf bestand, hatte das einen Grund. Es dauerte eine Weile, bis er sich durchringen konnte und antwortete.

„Also gut, vierzehn Tage“, sagte er mit ruhiger Stimme.

„Nein, wenigstens vier Wochen!“

Ruckartig drehte er sich um. Bevor er antworten konnte, kam sie ihm zuvor.

„Es nützt dir doch nichts, wenn ich schlechte Arbeit abliefere.“ Sie schaute ihm fest in die Augen. Im gleichen Moment zog sie ein Blatt aus der Mappe und legte es auf den Tisch. „Ich habe hier notiert, wie es in den nächsten Wochen während meiner Abwesenheit laufen könnte. Teile mein Aufgabenfeld auf und übergib Kirsten und Moritz damit mehr Verantwortung. Die beiden können das, du wirst sehen.“

Tom nahm das Blatt und überflog es. „Sehr gut. Du hast an alles gedacht.“

„Dann bist du damit einverstanden?“

Er sah sie ernst an. „Wann möchtest du gehen?“

„Sofort!“

„Was?“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Nach kurzem Überlegen und einem Augenzwinkern zeigte er in Richtung Tür. „Verschwinde.“ Seine Stimme klang leise und besorgt.

Sie sprang auf und umarmte ihn. „Danke.“

Als Christina aus dem Zimmer war, stand Tom nach wie vor erschrocken mitten im Raum. Mit allem hatte er gerechnet – mit mehr Gehalt, einem größeren Büro. Sie hätte es sogar bekommen. Aber das hatte er nicht erwartet. Er hatte nicht bemerkt, dass es ihr so schlecht ging.

Christina hatte recht, sie hatte wahnsinnig viel gearbeitet. Der Verlag war quasi ihr zweites Zuhause. Sie ging immer als eine der Letzten.

Seine Frau würde ihm den Kopf abreißen, dass er Christina nicht schon früher ausgebremst hatte. Die beiden hatten sich auf der Gartenparty zu seinem fünfzigsten Geburtstag kennengelernt und gleich gut verstanden. Jetzt fiel ihm ein, dass er Christina damals richtig überreden musste, zu kommen.

Tom schaute auf die Uhr und merkte, dass er schon fünf Minuten über der Zeit war. Rasch nahm er einen Stapel Unterlagen vom Schreibtisch und hastete zur nächsten Besprechung.

Geschafft! Es war doch nicht so schwierig gewesen, wie sie gedacht hatte. Auf Tom war Verlass. Bei all ihren bisherigen Entscheidungen stand er immer hinter ihr. Vor ihrem Gespräch hatte sie noch wichtige E-Mails beantwortet und ihren Schreibtisch aufgeräumt. Sie nahm ihre Sachen und schloss die Tür hinter sich.

Monika legte am Empfang gerade den Telefonhörer auf. „Na, wie ist es gelaufen?“ Sie schob die Brille auf ihre schwarzen Locken und sah Christina erwartungsvoll an.

„Ich habe vier Wochen Urlaub.“ Ihre Stimme klang erleichtert.

Als sie am Fahrstuhl stand, konnte sie sich nicht erinnern, wann sie jemals um diese Uhrzeit nach Hause gefahren war.

Zwei

Dreimal fuhr sie um den Block, ehe sie endlich einen Parkplatz gefunden hatte. In dem alten Frankfurter Stadtteil war das gar nicht so einfach. Vor drei Jahren war sie froh gewesen, dass sie diese bezahlbare Wohnung hier bekommen hatte.

Als Christina die Wohnungstür aufschloss, empfing sie eine beruhigende und wohltuende Stille. So kannte sie ihre vier Wände um diese Uhrzeit an einem normalen Arbeitstag nicht. Ihre Jacke hängte sie an einen Garderobenhaken und die Tasche stellte sie auf das kleine Schränkchen neben der Eingangstür.

Im Wohnzimmer öffnete sie die Balkontür weit. Mit geschlossenen Augen atmete sie tief ein. Der Regen hatte die brütend heiße Luft, die tagelang zwischen den Häusern stand, abkühlen lassen.

Was nun? Sollte sie ins Reisebüro gehen oder im Internet ein Reiseziel suchen? Ob es in Deutschland oder irgendwo in Europa sein sollte, darüber hatte sie sich noch keine Gedanken gemacht. Auf irgendwelche Touristenangebote hatte sie überhaupt keine Lust. Mit ihren Eltern war sie als Kind oft auf eine dänische Insel in ein kleines Ferienhaus gefahren. Sie hatte es als Kind geliebt, unbeschwert bei Wind und Wetter am Strand zu spielen und Muscheln zu sammeln.

Da fiel ihr ein, dass sie als Erstes ihre Mutter anrufen musste. Sie war bestimmt in der Galerie. Es klingelte ein paar Mal, bis sie sich meldete.

„Hallo, Mama.“

„Christina, um diese Uhrzeit. Ist alles in Ordnung?“ Ihre Stimme klang besorgt.

„Ja, mach dir keine Sorgen. Ich habe mir vier Wochen Urlaub genommen.“

Christina hörte, wie ihre Mutter am anderen Ende erleichtert aufatmete. „Gott sei Dank. Es wird aber auch Zeit!“

„Du hast ja recht.“ Sie verzog das Gesicht. Mütter.

„Komm doch nach Hause. Hier kannst du im Garten faulenzen oder an der Elbe spazieren gehen.“

Christina lächelte. Ihre Mutter hätte sie gern mal wieder ein paar Tage oder gar Wochen zu Hause, um sie zu bemuttern und zu verwöhnen. Viel zu selten hatte sie sich in den letzten drei Jahren bei ihren Eltern blicken lassen.

„Das ist lieb, Mama, ich überlege es mir. Grüß Papa von mir. Ich melde mich wieder.“

Sie trat auf den Balkon und schaute hinunter auf die Straße. Eine Mutter mit einem blond gelockten Jungen an der Hand ging unten vorbei. An der Kreuzung befand sich ein kleines Bistro. Sie hatte bis jetzt noch keine Gelegenheit, dort einen Kaffee zu trinken. Warum nicht heute, immerhin war es ihr erster richtiger Urlaubstag.

Eine junge Frau wischte Tische und Stühle trocken. Christina suchte sich einen Platz mit Blick auf das Geschehen auf der Straße. Es war ein schönes altes Viertel mit Häusern aus der Gründerzeit. Die Verzierungen an den Fassaden gefielen ihr besonders. Die Gebäude wurden in den letzten Jahren aufwendig renoviert und dementsprechend waren die Mieten gestiegen. Freie bezahlbare Wohnungen gab es in Frankfurt nicht wie Sand am Meer. Christina griff zur Karte.

„Was darf ich Ihnen bringen?“ Die junge Frau hatte ihre langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengenommen und trug zerschlissene Jeans und ein weißes Shirt.

„Bitte bringen Sie mir einen großen Cappuccino und ein Schinkensandwich.“

Wieder allein legte sie ihren Kopf zurück und schaute zum Himmel. Kleine weiße Schäfchenwolken zogen vorbei, während die Sonnenstrahlen ihr Gesicht wärmten. Einfach mal nichts tun, vor allem an nichts denken. In den letzten Wochen fuhren ihre Gedanken Karussell, nahmen von Zeit zu Zeit eine atemberaubende Geschwindigkeit auf und es kam nichts dabei heraus. Immer die gleiche Gedankenschleife, was dazu führte, dass sie unkonzentriert war und sich Fehler einschlichen, die sie zum Glück früh genug bemerkte.

Die Bedienung kam und stellte den Cappuccino und das Sandwich auf den Tisch. „Guten Appetit.“

„Entschuldigen Sie, darf ich Sie etwas fragen?“ Die junge Frau war im Begriff zu gehen, blieb jedoch mit erwartungsvollem Gesichtsausdruck stehen. „Wenn Sie plötzlich in Urlaub fahren könnten, wo würden Sie hinfahren?“

„Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Da muss ich gar nicht lange überlegen: Ich liebe Südfrankreich. Und wenn sie Land und Leute kennenlernen möchten, dann nehmen Sie sich eine Wohnung oder ein kleines Häuschen. Kein Hotel, das ist zu unpersönlich.“

„Das hört sich fantastisch an.“

„Es würde Ihnen sicher gefallen.“

Christina war wieder allein und genoss ihren Cappuccino und die Weißbrotscheiben, die dick mit Schinken, Tomaten und Käse belegt waren.

Südfrankreich – savoir vivre. Die Worte zergingen förmlich auf ihrer Zunge. Sie spürte die Sonne auf der Haut und hatte den Duft von Lavendel in der Nase. Die Leichtigkeit des Südens erleben. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass das genau das Richtige war.

Zurück in ihrer Wohnung setzte sie sich mit ihrem Laptop auf den Balkon. Unten in dem kleinen Bistro an der Ecke bediente die junge Frau weiter ihre Gäste.

Welchen Suchbegriff sollte sie eingeben? Vielleicht hätte sie in der Schule im Erdkundeunterricht besser aufpassen sollen. Ihr fiel das Lied Sur le pont d‘Avignon ein. Doch diese Stadt war ihr zu groß, es sollte etwas beschaulicher zugehen. Sie überlegte kurz und ihr fiel der Pont du Gard ein. Tom hatte vor zwei Jahren seinen Urlaub dort verbracht und von der Gegend geschwärmt. Da sie die letzten Jahre überhaupt nicht spontan war, nahm sie sich vor, die Stadt oder den Ort zu nehmen, der ihr zuerst in die Augen sprang. Sie gab den Suchbegriff ein.

Ihr Mittelfinger lag auf der Enter-Taste und sie spürte vor Aufregung ein leichtes Kribbeln in der Magengegend. Bevor sie es sich anders überlegen konnte, drückte sie erwartungsvoll die Taste.

Uzès – in der Nähe vom Pont du Gard

Drei

Christina fuhr schon einige Stunden auf der Autobahn. Nachdem sie gestern Abend ihr Ziel gefunden hatte, packte sie schnell einen Koffer und eine Reisetasche. Den Wohnungsschlüssel brachte sie zu ihrer Nachbarin. Frau Jablonska war eine kleine zierliche Dame mit silbergrauen Kringellocken und Nickelbrille. Sie half immer, wo sie konnte. Der Postbote gab bei ihr Christinas Pakete ab und manchmal stellte die alte Dame ihr einen Topf Suppe vor die Wohnungstür. Seitdem ihr Mann verstorben war, lebte sie mit ihrer Hündin Paula allein und war froh, wenn sie Christina helfen konnte.

Nachdem alles geregelt war, verstaute Christina ihr Gepäck im Auto und fuhr los. Über Nacht war die Autobahn nicht so voll. Mit ein paar Pausen würde sie gegen elf Uhr am nächsten Tag ihr Ziel erreicht haben.

Die Sonne schien, das Autoradio spielte leise Musik. Sie fuhr in Richtung Orange und spürte langsam Müdigkeit. Das Beste wäre, sie würde sich für zwei oder drei Nächte ein Hotelzimmer nehmen und sich in Ruhe nach einer kleinen Wohnung umsehen. Sie genoss die letzten Kilometer der Fahrt in der Sonne. Rechts der Straße lagen Weinfelder, etwas weiter fuhr sie an einer Ölmühle vorbei. Die Landschaft wechselte zwischen kargen, steinigen Böden und endlosen Wein- und Getreidefeldern. Die vielen bunten Hinweistafeln am Straßenrand wiesen den Weg zu Weingütern, Restaurants, Hotels und Tankstellen.

In Uzès fand sie eine Parkmöglichkeit an einer großen Kirche am Rand der Altstadt. Sie nahm ihre Handtasche, holte die Reisetasche aus dem Kofferraum und ging weiter in die Innenstadt, wobei sie nach einem Hotel Ausschau hielt.

Der Verkehr schob sich durch die Straße, dabei hatten die Sommerferien in Frankreich nicht einmal begonnen. Hundert Meter vor ihr wies ein Schild auf ein Hotel hin, Le Pond d‘Or. Das wollte sie sich genauer anschauen.

Sie öffnete die Eingangstür des Hotels und stand in einer kleinen Halle. Die Einrichtung hatte schon bessere Tage gesehen, aber es sah auf den ersten Blick alles sauber und ordentlich aus. Das Licht, das durch das große Fenster fiel, tauchte das Holz der Rezeption in ein warmes Rot. Ein kleiner runder Tisch mit zwei dunkelgrünen Samtsesseln stand gegenüber. Niemand war zu sehen.

Christina sah sich um. „Hallo“, rief sie.

Kurz darauf kam ein Mädchen mit schnellen Schritten aus einem Zimmer hinter der Rezeption. „Bonjour, Madame“, sagte sie mit einem strahlenden Lächeln. Ihr ganzes Auftreten und ihre Ausstrahlung waren, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Dabei war sie bestimmt erst sechzehn, höchstens siebzehn Jahre alt.

„Bonjour, Mademoiselle. Ich suche ein Zimmer für zwei oder drei Nächte.“

Das Mädchen schaute auf ihre Reisetasche. „Ja, wir haben noch ein Einzelzimmer.“ Sie sprach schnell und gestikulierte mit den Händen und ihr ganzer Körper war in Bewegung. Eine blonde Strähne war aus ihren hochgesteckten Haaren gerutscht. Christina musste genau hinhören. Ihr Französisch war etwas eingerostet.

„Was kostet denn das Zimmer?“

„65 Euro. Sie können wählen zwischen einem Zimmer zur Straße oder nach hinten zum Garten. Da ist es etwas ruhiger.“

„Bonjour, Madame.“ Eine alte Dame mit einem grauen Kurzhaarschnitt kam links den Gang entlang an die Rezeption. Sie ging sehr aufrecht und mit festen Schritten. „Excusez-moi, ich hoffe, Loulou hat Sie nicht gleich überfallen.“

„Grand-mère!“, protestierte das Mädchen mit zusammengezogenen Augenbrauen und entrüstetem Blick.

„Nein, Madame“, sagte Christina beruhigend. „Loulou hat das wunderbar gemacht. Ich nehme das Zimmer zum Garten.“

„Aber gern. Ich gebe Ihnen Nummer 3, da haben Sie direkten Zugang zum Garten. Es ist eines unserer schönsten Zimmer.“ Loulou drehte sich blitzschnell um und nahm den Schlüssel vom Schlüsselbrett. Sie reichte ihn Christina mit ihrem umwerfenden Lächeln.

„Wenn Sie bitte die Anmeldung ausfüllen.“ Die alte Dame schob ihr ein Formular über den Tresen. „Sie können es mir später zurückgeben. Falls Sie etwas benötigen oder eine Frage haben, kommen Sie gern zu mir. Mein Name ist Binette Legrand.“

„Vielen Dank, Madame.“ Christina nahm den Schlüssel und die Anmeldung entgegen. Dann griff sie ihre Reisetasche und fand das Zimmer auf der linken Seite des Ganges.