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SOMMERGRAS ist die alle drei Monate erscheinende Zeitschrift der Deutschen Haiku Gesellschaft (DHG). Die Ausgabe 121 (Juni 2018) enthält ausgewählte Haiku, Tanka, Haiga, Haibun, Tan-Tenga und Kettengedichte der Mitglieder, einen interessanten Aufsatz zu den Grundbausteinen des Haiku (Serie) und einen neuen Aufruf zum Haiku-Dichten sowie die Gewinner-Tan-Renga des letzten Aufrufs zum Weiterdichten. Ein Schwerpunkt des Heftes sind Beiträge zum 30. Jubiläum der DHG.
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Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Die Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.1 unterstützt die Förderung und Verbreitung deutschsprachiger Lyrik in traditionellen japanischen Gattungen (Haiku, Tanka, Haibun, Haiga und Kettendichtungen) sowie die Vermittlung japanischer Kultur. Sie organisiert den Kontakt der deutschsprachigen Haiku-Dichter/-innen untereinander und pflegt Beziehungen zu entsprechenden Gesellschaften in anderen Ländern. Der Vorstand unterstützt mehrere Arbeits- und Freundeskreise in Deutschland sowie Österreich, die wiederum Mitglieder verschiedener Regionen betreuen und weiterbilden.
Anschrift
Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V., z. Hd. Stefan Wolfschütz, Postfach 202548, 20218 Hamburg
Info/DHG-Kontakt und Redaktion
Vorstand:
Claudia Brefeld, Auf dem Backenberg 17, 44801 Bochum, Tel.: 0234/70 78 99, E-Mail:
Redaktion
Eleonore Nickolay, 78, Avenue du Général Leclerc, F-77360 Vaires sur Marne, Tel.: 0033/160202350, E-Mail:
Kassenwartin
Petra Klingl, Wansdorfer Steig 17, 13587 Berlin, Tel.: 030/5618694, E-Mail:
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Peter Rudolf, Gartenweg 6, CH-4143 Dornach, Tel.: 0041/617021895, E-Mail:
Website
Stefan Wolfschütz, Curschmannstraße 37, 20251 Hamburg, Tel.: 040/477965, E-Mail:
Brigitte ten Brink, Kelhofstr.1, 78465 Konstanz, Tel.: 07533/998722, E-Mail:
Internationale Kontakte
Klaus-Dieter Wirth, Rahserstraße 33, 41747 Viersen, Tel.: 02162/12243, E-Mail:
Redaktion
Sowie:
Horst-Oliver Buchholz, Thomas Opfermann, E-Mail:
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Beate Wirth-Ortmann, E-Mail:
Bankverbindung:
Landessparkasse zu Oldenburg, BLZ 280 501 00, Kto.-Nr. 070 450 085 (BIC: SLZODE22XXX IBAN: DE97 2805 0100 0070 4500 85)
1 Mitglied der Federation of International Poetry Associations (assoziiertes Mitglied der UNESCO), der Haiku International Association, Tôkyô, der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V., Leipzig, Ehrenmitglied der Haiku Society of America, New York.
nicht nur das Jahr 2018 ist jetzt seit Anfang April aus seinem Winterschlaf erwacht, auch für die DHG und SOMMERGRAS gibt es einige Neuigkeiten.
Schon liegt die letzte Mitgliederversammlung der DHG ein Jahr zurück, und die Planung für die kommende Mitgliederversammlung hat im Vorstand begonnen. Halten Sie sich also bitte folgenden Termin frei:
Termin: 3.5. – 5.5.2019
Ort: Traben-Trarbach an der Mittelmosel
Im Ort ist alles fußläufig gut erreichbar, und es warten neben der DHG-MV Highlights wie Buddha-Museum, Unterweltweinkellereien, Ikonenmuseum, Vauban-Festung u. v. m. darauf, von uns besucht zu werden! Sie sehen also, es lohnt sich auf jeden Fall, bei unserer DHG-Mitgliederversammlung dabei zu sein! Detaillierte Informationen veröffentlichen wir im SOMMERGRAS 122.
Des Weiteren freut sich die SOMMERGRAS-Redaktion über „Zuwachs“: Folgende DHG-Mitglieder konnten für die Mitarbeit gewonnen werden:
Horst-Oliver Buchholz, seit vielen Jahren DHG-Mitglied, nimmt sich der Sparte „Weiterdichten“ an und ist bei den Bewertungen mit dabei. Ebenso arbeitet er im Schluss-Lektorat mit.
Thomas Opfermann, der sich als neues DHG-Mitglied gleich bereit erklärt hat, aktiv beim SOMMERGRAS mitzumachen, wird zukünftig die eingehenden „Lesertext-Beiträge“ sammeln und aufbereiten.
Beide sind ab sofort auch zu erreichen unter: [email protected]
Beiträge bitte jeweils unter den Stichworten Weiterdichten und Lesertexte einsenden.
Außerdem stellten sich Ramona Linke als Jury-Mitglied für die Lesertexte sowie Ulrich George fürs Lektorieren/Korrekturlesen zur Verfügung.
Ein herzliches Dankeschön an alle, wir freuen uns sehr!
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sommer!
Ihre Redakteurinnen Claudia Brefeld und Eleonore Nickolay
EDITORIAL
Haiga: Christa Beau
Haiku-Wettbewerb
Haiga: Angelika Holweger
30 JAHRE DHG
Georges Hartmann: Auf dem Weg in eine Gesellschaft, die mir eine zweite Familie wurde
Brigitte ten Brink: 30 Jahre Deutsche Haiku-Gesellschaft
WEITERDICHTEN
Aufruf: Ein Haiku zu einem Foto!
HAIKU-KALEIDOSKOP
Klaus-Dieter Wirth: Grundbausteine des Haiku (XXXII)
Eleonore Nickolay: Französische Ecke
Haiga: Angelika Holweger
NACHRUF
Klaus-Dieter Wirth: Nachruf auf Max Verhart (1944–2018)
LESERTEXTE
Ausgezeichnete Werke
Haiku- und Tanka-Auswahl
Haiga: Gabriele Hartmann
Mitgliederseite
Haibun
Tan-Renga
Kettengedichte
Haiga: Gabriele Hartmann
LESERBRIEFE
REZENSIONEN
Claudia Brefeld und Eleonore Nickolay: Das Jahr der Rezensionen
René Possél: Seezeichen. Haiku von Susanne Leiste-Bruhn
BERICHTE
Beate Wirth-Ortmann: Wiederkehr an alter Stätte
Hartmut Fillhardt : Blaureiher
Beate Wirth-Ortmann: Frühjahrsworkshop in Wiesbaden 2018
Haiga: Ramona Linke
Ellen Althaus-Rojas: „Haiku to go“
Haiga: Claudia Brefeld und Paul Bernhard
MITTEILUNGEN
Haiga: Christa Beau
Kurz vor Einsendeschluss möchten wir noch einmal an unseren Haiku-Wettbewerb 2018 für die Haiku-Agenda 2019 erinnern!
Wir laden sowohl alle DHG-Mitglieder als auch Nichtmitglieder herzlich ein, bis zu drei Haiku einzureichen.
Fotos, Bilder, Collagen usw. für die Covergestaltung sind ebenfalls willkommen!
Die zehn besten Haiku werden prämiert, mit Platzierungsangabe in der Haiku-Agenda 2019 besonders hervorgehoben und mit einer Haiku-Agenda 2019 honoriert.
Die Auswahl und die Entscheidung über eine Veröffentlichung trifft eine Jury des Vorstandes der DHG.
Für jede Woche wird ein „Haiku der Woche“ ausgewählt und in der entsprechenden Woche der Agenda abgedruckt. Um jedoch jedes Mitglied der DHG in der Agenda mit einem Haiku zu Wort kommen zu lassen, werden wir von den Mitgliedern, die Haiku eingereicht haben, in jedem Fall EIN HAIKU auswählen und, falls es nicht für ein Haiku der Woche vorgesehen ist, im Leseanhang der Agenda veröffentlichen.
Teilnahmebedingungen:
Bis zu drei Haiku pro Teilnehmer mit einem Bezug zu Jahreszeit, Klima, Festtagen oder ähnlichen Themen
Die Haiku müssen unveröffentlicht sein.
Eine Einsendung pro Teilnehmer für die Covergestaltung (in ausreichender Druckgröße) möglich.
Einsendeschluss: 30. Juni 2018 – Stichwort „Agenda 2019“
Einreichungen per E-Mail:
oder per Post:
Claudia Brefeld
Auf dem Backenberg 17
44801 Bochum
Wir freuen uns über Ihre Einsendungen!
Der DHG-Vorstand
Haiga: Angelika Holweger
Georges Hartmann 2
Wenn Menschen mit einer Vision im Hinterkopf auf leicht manipulierbare Geschöpfe treffen, denen im gängigen Vokabular das Wörtchen „nein“ abhanden gekommen ist, liegt es nahe, dass jene ratzfatz sowohl zur Sprengung eines Geldautomaten, für einem Trip in den Himalaja oder was auch immer begeistert werden können. Trifft ein Kerl, der gentechnisch bedingt mit einer besonders langen Leitung ausgestattet ist, auf ein sein Ziel unbeirrt verfolgendes Geschöpf weiblichen Ursprungs, kann es passieren, dass er wie ein mit wenig Grips ausgestatteter Fisch den Haken mit einem Wurm verwechselt oder in ein Becken gejagt wird, aus dem es so gut wie kein Entkommen gibt. „Haiku …“, lautete die sich als schicksalhaft erweisende Aufforderung, gegen die kein „wenn und aber“ fruchtete.
Da allem Anfang ein gewisser Zauber innewohnt und ich das Nein aus meinem Wortschatz zu streichen versuchte, arbeitete ich mich als Teil der neu etablierten „Frankfurter Drei-Personen-Gang“ (Frau Schwalm, Frau Pesel und ich) in die Materie ein. Um sicher zu sein, dass wir drei auf dem richtigen Weg sind, wandten wir uns an Michael Groißmeier, der 1985 den Haiku-Band „Zerblas ich den Löwenzahn“ herausgegeben hatte, und baten ihn um die Beurteilung unserer Erstlingswerke. Ernüchterungen können schlagartig einen Bergrutsch auslösen, unter dem alles endgültig begraben wird, oder man steigt wie ein Phönix aus der Asche, weil der plötzlich aufflammende Ehrgeiz jene wilde Entschlossenheit provoziert, die es dann meistens auch jenen zeigen will, welche es partout nicht begreifen wollen, dass der Hammer tatsächlich woanders hängt.
Erste Schritte mit Erika Schwalm – und ein Renga zum Auftakt
Unsere „Chefin“ (Erika Schwalm), eine Ikebana-Künstlerin mit weltweiten Kontakten, glaubte an ihre Mission und erreichte es im Handumdrehen, dass wir von zwei Journalisten der Asahi Shimbun auf einem Frankfurter Balkon interviewt wurden, die unsere ersten Haiku mit nach Japan nahmen. Ob die dortigen Preisrichter uns ein paar Punkte zuerkannt hatten, konnten wir nie erfahren. „Macht nichts“, bemerkte unsere findige Chefin, die uns kampfeslustig mit einem geheimnisvollen „abrakadabra“ den Verlag Graphikum nebst dessen weit gereistem Inhaber und Verleger (Carl Heinz Kurz) wie aus dem Nichts heraus in die Gehirnwindungen trieb. Dieser hatte eine Aufforderung zum Renga ausgeschrieben, ein Begriff, der mir bis zu diesem Zeitpunkt ebenso fremd war wie das Haiku. Die Dritte in unserer Runde passte freiwillig, ich beugte mich dem Schicksal und beteiligte mich wie ein Teilnehmer am Massenstart eines Marathons (es wurden 444 Teilnehmer dokumentiert) an der mir zugewiesenen Komplettierung des vom Meister vorgegebenen „Oberstollen“. Die Veröffentlichung „Das große Buch der Renga-Dichtung“ erfolgte 1987, worauf sich die Dritte im Bunde daraufhin doch zu grämen schien, sich selbst ausgeschlossen zu haben, während wir beiden anderen so taten, als hätten wir gerade die Deutsche Meisterschaft im Fußball gewonnen und uns so die Berechtigung zur Teilnahme an der Champions League gesichert.
Das japanische Konsulat schaltet sich ein
Nach diesem vermeintlichen Coup machte auf dem Schachbrett des Haiku der in Frankfurt tätige japanische Generalkonsul (Tadao Araki) und Haiku-Enthusiast zwei Züge, welche ein Kenner sofort als „engagiert“ erkannt hätte. Auf der Suche, ob die Deutschen tatsächlich in der Lage sein könnten, ein japanisches Haiku zu verstehen und in ihrer Sprache etwas Vergleichbares zustande bringen könnten, ließ er nichts ungeschehen, dieser Fragestellung nachzugehen. „Unsere Erika“, die zu jener Zeit wöchentlich ein Ikebana in der japanischen Botschaft in Frankfurt zu arrangieren hatte, war von null auf nichts in Brand gesteckt, bezirzte aus dem Stand den Konsul und jagte ihre Zwei-Personen-Truppe mit an die Front. Wenn Mann und Frau plötzlich das Alpha-Tier heraushängen lassen, kann man getrost die Luft anhalten und drauf lauern, was in dieser Kooperation noch alles passieren wird.
Auf Betreiben des Generalkonsuls erschien die „Frankfurter Antholo
