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SOMMERGRAS ist die alle drei Monate erscheinende Zeitschrift der Deutschen Haiku Gesellschaft (DHG). Die Ausgabe 124 (März 2019) enthält u. a ausgewählte Haiku, Tanka, Haiga, Haibun, Rengay, Tan-Tenga und Kettengedichte der Mitglieder, Rezensionen, eine Ausschreibung zu einem DHG-Haiku-Wettbewerb und einen Beitrag über das Haibun in Frankreich.
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Seitenzahl: 73
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Die Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.1 unterstützt die Förderung und Verbreitung deutschsprachiger Lyrik in traditionellen japanischen Gattungen (Haiku, Tanka, Haibun, Haiga und Kettendichtungen) sowie die Vermittlung japanischer Kultur. Sie organisiert den Kontakt der deutschsprachigen Haiku-Dichter/-innen untereinander und pflegt Beziehungen zu entsprechenden Gesellschaften in anderen Ländern. Der Vorstand unterstützt mehrere Arbeits- und Freundeskreise in Deutschland sowie Österreich, die wiederum Mitglieder verschiedener Regionen betreuen und weiterbilden.
Anschrift
Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V., z. Hd. Stefan Wolfschütz, Postfach 202548, 20218 Hamburg
Info/DHG-Kontakt und Redaktion
Vorstand:
Claudia Brefeld, Auf dem Backenberg 17, 44801 Bochum, Tel.: 0234/70 78 99, E-Mail:
Redaktion
Eleonore Nickolay, 78, Avenue du Général Leclerc, F-77360 Vaires sur Marne, Tel.: 0033/160202350 , E-Mail:
Kassenwartin
Petra Klingl, Wansdorfer Steig 17, 13587 Berlin, Tel.: 030/5618694, E-Mail:
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Peter Rudolf, Gartenweg 6, CH-4143 Dornach, Tel.: 0041/617021895, E-Mail:
Website
Stefan Wolfschütz, Curschmannstraße 37, 20251 Hamburg, Tel.: 040/477965, E-Mail:
Brigitte ten Brink, Kelhofstr.1, 78465 Konstanz, Tel.: 07533/998722, E-Mail:
Internationale Kontakte
Klaus-Dieter Wirth, Rahserstraße 33, 41747 Viersen, Tel.: 02162/12243, E-Mail:
Redaktion
Sowie:
Horst-Oliver Buchholz, Thomas Opfermann, E-Mail:
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Beate Wirth-Ortmann, E-Mail:
Bankverbindung:
Landessparkasse zu Oldenburg, BLZ 280 501 00, Kto.-Nr. 070 450 085 (BIC: SLZODE22XXX IBAN: DE97 2805 0100 0070 4500 85)
1Mitglied der Federation of International Poetry Associations (assoziiertes Mitglied der UNESCO), der Haiku International Association, Tokio, der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V., Leipzig, Ehrenmitglied der Haiku Society of America, New York.
mit Erhalt dieser März-Ausgabe liegt der Winter hinter uns: Für die einen waren es Novembernieselmonate, für die anderen bedeutete es viel Schnee und Kälte.
Schnee ist ja – allgemein in der Literatur und gerade auch im Haiku – ein starkes Sinnbild. Eine Metapher für warm und kalt. Zugleich kann er Behagliches vermitteln, Geborgenheit bieten, in der man innehält. Und „der Schnee nimmt ja allen Lärm warm in einen Arm, er bildet an sich ein Haus, worin es still hergeht“ (Robert Walser).
Aber er bedeckt auch alles, macht die Welt in gewisser Weise unberührbarer und erzeugt zugleich eine Leere, in der alles neu entstehen kann (nicht von ungefähr erinnert es an das weiße Blatt auf dem Schreibtisch eines Schriftstellers). Theodor W. Adorno hat es wunderbar auf den Punkt gebracht: „Was ein Kind empfindet, das im Neuschnee seine Fußspur hinterlässt, zählt zu den mächtigsten ästhetischen Triebkräften.“ Weckt das nicht in jedem von uns das Kind?
Darum: Auch das „erste Grün“ hat es in sich. Lassen wir uns also neu verführen, entdecken wir die ersten frühlingshaften Anzeichen mit allen Sinnen. Gerade nach dem Rückzug der Natur, dem Schlaf unter Schnee und Frost, scheint das Meer von Grüntönen unseren Blick in die Weite zu ziehen, und die Farbpalette der ersten Frühblüher unterstreicht das neu überschäumende und zugleich geerdete Lebensgefühl.
Um Frühlingsfarben geht es diesmal auch in der Rubrik „Weiterdichtung zu einem Tan-Renga“. Lassen Sie sich inspirieren, schreiben Sie einen weiterführenden Unterstollen. Die Redaktion freut sich auf Ihre Einsendungen.
Ich wünsche Ihnen allen heitere, sonnenerwärmte Tage.
Ihre Claudia Brefeld
EDITORIAL
Haiga: Claudia Brefeld und Paul Bernhard
HAIKU-WETTBEWERB
WEITERDICHTEN
Auswahl: Ein Haiku zu einem Foto
Aufruf: Weiterdichtung zu einem Tan-Renga
HAIKU-KALEIDOSKOP
Klaus-Dieter Wirth: Grundbausteine des Haiku (XXXV)
Eleonore Nickolay: Französische Ecke
Eleonore Nickolay: Haibun in Frankreich
Haiga: Gabriele Hartmann
Claudia Brefeld: Tan-Renga – der Beginn der Kettendichtungen
NEUE DHG-MITGLIEDER
LESERTEXTE
Ausgezeichnet
Haiku- und Tanka-Auswahl
Haiga: Claudia Brefeld und Angelika Holweger
Mitgliederseite
Haiga: Gabriele Hartmann
Haibun
Tan-Renga
Rengay
Kettendichtung
Haiga: Volker Friebel
LESERBRIEFE
Haiga: Ilse Jacobson und Angelika Holweger
REZENSIONEN
Birgit Heid: Den Himmel wiegen von Jean-Claude Lin
Rüdiger Jung: Spatzengeplauder von Volker Friebel
Rüdiger Jung: wundgelebt von Petra Klingl
BERICHTE
Beate Wirth-Ortmann: Herbstblätter rauschen in Wiesbaden-Bierstadt 6. Haiku-Workshop
Claudia Brefeld: Ein Jahr „Haiga im Focus“
Thomas Opfermann: Workshop-Bericht: Kein Einführungskurs ohne Bashōs Frosch-Haiku
MITTEILUNGEN
Haiga: Claudia Brefeld und Paul Bernhard
Haiku: Claudia Brefeld, Foto: Paul Bernhard
Auf dem Tisch zeigt die Agenda der DHG gerade mal erste Frühlingsdaten an. Und schon rufen wir Sie in diesem ersten SOMMERGRAS 2019 zur Einsendung Ihrer Haiku für die nächste Agenda auf, für das Jahr 2020. Der Aufruf richtet sich an Haiku-Schreibende, die in deutscher Sprache schreiben oder publizieren. Die Texte sollen zu einer der „fünf Jahreszeiten“ passen, wozu sich beispielsweise die bekannten Bezüge zu Klima und Natur, zu Fest- und Feiertagen eignen.
Wir laden Sie herzlich ein, uns Ihre Texte im ersten Halbjahr zukommen zu lassen. Die zehn besten werden mit einer Haiku-Agenda 2020 honoriert; ihre Platzierung in der Agenda wird besonders hervorgehoben werden. Jede Auswahl und alle Entscheide über eine Veröffentlichung werden von einer Jury der DHG vorgenommen.
Die Teilnahmebedingungen sehen bis zu 3 Haiku pro Teilnehmer vor, die unveröffentlicht sein müssen und einen oben genannten vergleichsweisen Bezug aufweisen sollen.
Für das Cover der Agenda 2020 nehmen wir gerne Gestaltungsvorschläge entgegen. Hier gelten folgende Bedingungen:
eine
Einsendung pro Teilnehmer;
–
Einreichen im verkleinerten Format ist möglich. Zur Verwendung müsste der Vorschlag dann aber in ausreichender Größe zur Verfügung gestellt werden können.
Die Agenda ist wochenweise organisiert. Zu einer Doppelseite der Agenda, die eine Woche umfasst, wird ein „Haiku der Woche“ veröffentlicht. Im Weiteren gelten folgende Regeln: Für das Jahr 2020 werden 53 „Haiku der Woche“ ausgewählt, und jedes wird in einer ihm entsprechenden Woche abgedruckt. Bei der Jurierung sind teilnehmende Nichtmitglieder den Mitgliedern unserer Gesellschaft gleichgestellt. Dies wird durch eine Anonymisierung der zu beurteilenden Texte garantiert.
Falls ein DHG-Mitglied keine Aufnahme ins Kalendarium findet, wird von seinen eingereichten Texten in jedem Fall ein Haiku ausgewählt. Ihre Veröffentlichung finden diese „best of“-jurierten Texte in einem Leseanhang. Auch diese Autoren werden – wie jene, die im Kalendarium vertreten sind – in das Autorenverzeichnis der Agenda aufgenommen. In diese Publikation wird nur ein Beitrag pro Autor aufgenommen.
Einsendeschluss für alle Zusendungen zur Haiku-Agenda 2020:
30. Juni 2019 – Stichwort „Agenda 2020“
Per E-Mail bitte an:
Per Post bitte an:
Petra Klingl
Wandsdorfer Steig 17
13587 Berlin
Wir freuen uns über Ihre Einsendungen!
Der DHG-Vorstand
Ein Haiku zu dichten für ein Foto, dazu hatten wir in der vergangenen Ausgabe eingeladen. 20 Autorinnen und Autoren fühlten sich von dem Bild, aufgenommen von Elisabeth Kleineheismann, inspiriert und schickten uns ihre Verse. Vielen Dank! Wir haben uns die Auswahl nicht leicht gemacht … Der Auswahlrunde gehörten Claudia Brefeld, Horst-Oliver Buchholz, Ramona Linke, Eleonore Nickolay und Thomas Opfermann an. Mit dem Haiku, das die meisten Punkte erhielt, haben wir ein Haiga gefertigt. Das Haiku stammt von Wolfgang Beutke. Wir gratulieren!
Haiku: Wolfgang Beutke, Foto: Elisabeth Kleineheismann
Ein Bild, das verblüfft, verwundert, vielleicht gar irritiert – und den Blick in die Irre führt. Zumindest den ersten. Denn bei flüchtigem Hinsehen scheint uns ein Mond entgegen zu leuchten, ein grüner, am finstersten Nachthimmel. Doch das Geschaute führt uns keineswegs dem Himmel zu, sondern in die Tiefe einer Rohrleitung, aus Beton offenbar, an deren Ende Grünes schimmert, Gräser sind es vermutlich. Auch im Vordergrund stehen Gräser, wie Anfang und Ende von natürlich Gewachsenem, dazwischen das Dunkel.
Von diesem ersten Eindruck hat sich der Autor vermutlich inspirieren lassen, er greift das Thema Mond auf wie auch das der Gräser, beides wörtlich in den Zeilen eins und drei. Das ist heikel. Sollten doch die Verse in einem Haiga das Geschaute nicht einfach wiedergeben, sondern darüber hinausblicken, es ergänzend weiterführen zu etwas Neuem, das dem ersten Blick noch verborgen blieb. Dem Autor gelingt es durch ein einfaches Wort, eine Silbe nur: Klang. Dem rein Geschauten, dem Visuellen, wird Akustisches an die Seite gestellt, etwas, das das Bild erweitert, eine neue sinnliche Ebene öffnet. So wird die Gefahr der reinen Wortillustration elegant umschifft. Bild und Verse bleiben zwar eng beieinander, wie verwoben fast, aber dem Autor gelingt ein Zwischenraum, in dem sich neue Wirkung entfalten kann. Das ist die Kunst in diesem Haiga, das gibt ihm Wert.
Es gibt noch eine weitere mögliche Wort-Bild-Verbindung, auch sie ist nicht sofort zu erkennen, aber das Haiga lässt diese Interpretation zu. Es sind die Gräser im Vordergrund, genauer: die Bewegungsunschärfe, mit der sie eingefangen wurden. Eine Bewegungsunschärfe wie wenn der Wind sie durchweht, einem hörbaren Wehen, das im zweiten Vers im „Klang“ aufgenommen wird.
