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SOMMERGRAS ist die alle drei Monate erscheinende Zeitschrift der Deutschen Haiku Gesellschaft (DHG). Die Ausgabe 125 (Juni 2019) enthält u. a ausgewählte Haiku, Tanka, Haiga, Haibun, Rengay, Tan-Tenga und Kettengedichte der Mitglieder, Rezensionen, einen Aufruf zum Weiterdichten und vieles mehr.
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Seitenzahl: 63
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Die Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.1 unterstützt die Förderung und Verbreitung deutschsprachiger Lyrik in traditionellen japanischen Gattungen (Haiku, Tanka, Haibun, Haiga und Kettendichtungen) sowie die Vermittlung japanischer Kultur. Sie organisiert den Kontakt der deutschsprachigen Haiku-Dichter/-innen untereinander und pflegt Beziehungen zu entsprechenden Gesellschaften in anderen Ländern. Der Vorstand unterstützt mehrere Arbeits- und Freundeskreise in Deutschland sowie Österreich, die wiederum Mitglieder verschiedener Regionen betreuen und weiterbilden.
1Mitglied der Federation of International Poetry Associations (assoziiertes Mitglied der UNESCO), der Haiku International Association, Tokio, der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V., Leipzig, Ehrenmitglied der Haiku Society of America, New York.
Anschrift
Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V., z. Hd. Stefan Wolfschütz, Postfach 202548, 20218 Hamburg
Info/DHG-Kontakt und Redaktion
Vorstand:
Claudia Brefeld, Auf dem Backenberg 17, 44801 Bochum, Tel.: 0234/70 78 99, E-Mail:
Redaktion
Eleonore Nickolay, 78, Avenue du Général Leclerc, F-77360 Vaires sur Marne, Tel.: 0033/160202350 , E-Mail:
Kassenwartin
Petra Klingl, Wansdorfer Steig 17, 13587 Berlin, Tel.: 030/5618694, E-Mail:
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Peter Rudolf, Gartenweg 6, CH-4143 Dornach, Tel.: 0041/617021895, E-Mail:
Website
Stefan Wolfschütz, Curschmannstraße 37, 20251 Hamburg, Tel.: 040/477965, E-Mail:
Internationale Kontakte
Klaus-Dieter Wirth, Rahserstraße 33, 41747 Viersen, Tel.: 02162/12243, E-Mail:
Redaktion
Sowie:
Horst-Oliver Buchholz, Thomas Opfermann, E-Mail:
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Beate Wirth-Ortmann, E-Mail:
Bankverbindung:
Landessparkasse zu Oldenburg, BLZ 280 501 00, Kto.-Nr. 070 450 085 (BIC: SLZODE22XXX IBAN: DE97 2805 0100 0070 4500 85)
ich blicke auf die Zahl 125, und mit einem ersten Lächeln denke ich an 5 x 5 x 5. Nein, so zahlenspielerisch kann man dem SOMMERGRAS natürlich nicht gerecht werden! Also schaue ich im Regal nach und beginne diese und jene Ausgabe durchzublättern, einzelne Beiträge nehmen mich gefangen, Erinnerungen werden wach, und dann zähle ich zusammen: 124 SG-Ausgaben ergeben 7.306 Seiten! Jetzt bin ich doch für einen Moment überrascht und still – und dann keimt Stolz auf: Es ist eine wirklich stattliche, eine beeindruckende Seitenzahl, mit der wir, die gesamte DHG, das Haiku in die Welt getragen haben! Und ich bin mir sicher, manch lesenswerter Beitrag blieb ungeschrieben. Leider, möchte ich hinzufügen. Dabei bin ich überzeugt, dass in Ihren gedanklichen Schubladen Berichte (immer wieder habe ich erfahren, wie aktiv manche Mitglieder sind) ein Leserbrief oder eine Rezension abrufbereit schlummern.
Jeder Beitrag ist ein Stückchen Vielfalt in der Haiku-Landschaft! An dieser Stelle möchte ich mich nun als Chefredakteurin verabschieden. Ja, Sie ahnen es, etwas Wehmut schwingt natürlich mit, denn es war immer auch ein bereicherndes und kreatives Miteinander in der Redaktion. Ich bin mir sicher, das SOMMERGRAS wird auch weiterhin vom Redaktionsteam wunderbar betreut und zusammengestellt werden! Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe, deren Inhalt ich dann nach über 10 Jahren zum ersten Mal als Leserin genießen werde.
Bleiben Sie dem SOMMERGRAS gewogen und bereichern Sie die vierteljährlichen Ausgaben auch weiterhin durch Ihre vielseitigen und kurzweiligen Beiträge!
Kommen Sie gut durch die hoffentlich angenehme Sommerzeit.
Mit einem herzlichen Lächeln grüßt Sie
Ihre Claudia Brefeld
Bereit zum Schnappschuss – ein Falter landet auf dem Blusenknopf
EDITORIAL
Haiga: Claudia Brefeld und Paul Bernhard
WEITERDICHTEN
Auswahl
Aufruf
HAIKU-KALEIDOSKOP
Klaus-Dieter Wirth: Grundbausteine des Haiku (XXXVI)
Eleonore Nickolay: Französische Ecke
Haiga: Eleonore Nickolay
Claudia Brefeld: Michael Dylan Welch
Michael Dylan Welch: Das Territorium des Haiku
LESERTEXTE
Ausgezeichnet
Haiku- und Tanka-Auswahl
Mitgliederseite
Haibun
Tan-Renga
Rengay
Kettendichtung
REZENSIONEN
Eleonore Nickolay: Das Echo der Kiefern von Gerd Börner
Klaus-Dieter Wirth: Das Herz ist das Ziel von Sascha Werner
Haiga: Gabriele Hartmann
Horst-Oliver Buchholz: Desire. Renhai von Christoph Blumentrath und Gabriele Hartmann
Haiga: Claudia Brefeld und Paul Bernhard
BERICHTE
Beate Wirth-Ortmann: Haiku-Festival in Berlin
Deborah Karl-Brandt: Zeit der Kirschblüte in der Bonner Altstadt
Evelin Schmidt/Stephanie Mattner: Ein Hauch Japan in Werenzhain
MITTEILUNGEN
Haiku: Claudia Brefeld, Foto: Paul Bernhard
Unterstollen für ein Tan-Renga (SG 125)
Ein Haiku mit einem Unterstollen zu ergänzen, damit so ein Tan-Renga entsteht – darum hatten wir Sie im vorangegangenen Heft gebeten. Dazu hatte Claudia Brefeld diesen Oberstollen
Sonnenwärme
rings um den Fuchsbau
aufstäubendes Gelb
gedichtet. Leider hatte sich in Vers eins ein kleiner Fehler ins Heft geschlichen, sodass es dort
Sommerwärme
rings um den Fuchsbau
aufstäubendes Gelb
hieß. Auf diese Fassung beziehen sich nun also die Weiterdichtungen. 23 Autoren haben Unterstollen eingereicht. Vielen Dank. Alle Einsendungen wurden anonymisiert, bei eigenen Einreichungen haben sich die Jurymitglieder der Diskussion und Wertung enthalten. Am Ende bekam die Weiterdichtung von Gabriele Hartmann die meisten Punkte.
Sommerwärme
rings um den Fuchsbau
aufstäubendes Gelb
legt sich wieder – der Wunsch
an Vaters Hand zu gehen
Claudia Brefeld / Gabriele Hartmann
Ein bemerkenswerter Unterstollen, der den Versen eine neue Richtung gibt, ohne den gemeinsamen Weg zu verlassen. Der Naturszenerie des Oberstollens wird eine sehr private, höchst persönliche gegenübergestellt. Der Vater, so dürfen wir annehmen, ist offenbar verstorben, jedenfalls nicht mehr physisch nahe. Ganz anders der Wunsch nach seiner Nähe, der bleibt, der Wunsch nach Halt und Orientierung („an Vaters Hand zu gehen“), die Trauer über den Verlust ist nicht überwunden. Aber da ist auch die Gewissheit oder die Erfahrung von Trost: „legt sich wieder“. Ruhe ist möglich, innerer Frieden. Das ist an sich schon sehr gut. Im Kontext zum Oberstollen ist es meisterhaft. Dort ist vom Fuchsbau die Rede, der ebenfalls – hier für das Tier – ein Zufluchtsort ist, eine Art Zuhause. Doch etwas ist aus der Ordnung geraten, wie beim Unterstollen. Das „aufstäubende Gelb“ signalisiert Unruhe, Flucht vielleicht oder eine Jagd. So ergibt sich ein beziehungsreiches Geflecht zwischen den Versen von Ober- und Unterstollen, das auf kleinem Sprachraum große Wirkung hat, auch Tiefe. Gut gemacht.
Kommentiert von Horst-Oliver Buchholz
Außerdem präsentieren wir noch eine Auswahl von Tan-Renga, die die Jury mehrheitlich als gut gelungen angesehen hat.
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
zur Ruhe kommen im Duft einer Nacht
im letzten Büchsenlicht das Fell der Fähe
Kerstin Ambach
Wolfgang Beutke
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
unsere späte Rast nah der Kiefernwurzel
Den Pfad hinab ins Dunkel bedeckt vertrocknetes Laub
Horst-Oliver Buchholz
Deborah Karl-Brandt
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
aus dem Sand gegraben zwei Kinderbackförmchen
im leeren Kinderzimmer spielen die Schatten
Silvia Kempen
Eleonore Nickolay
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
oben auf weiten Schwingen schwebt spähend der Räuber
Welpenglück – sich so durch die Sonne zu balgen
Hildgund Sell
Janina Weidholz
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
Sommerwärme rings um den Fuchsbau aufstäubendes Gelb
auf der Picknickdecke Ameisen
Welpen jagen im Raps einen Sonnenstrahl
Birgit Wendling
Dagmar Westphal
Ergänzen Sie ein Haiku zu diesem Sumi-e!
Sumi-e haben als besondere Maltechnik eine lange Tradition in Japan. „Sumi“ bedeutet schwarze Tusche, die aus Ruß hergestellt wird. Seit vielen Jahren arbeitet Ramona Linke mit dieser Technik und hat der Redaktion eines ihrer Bilder zur Verfügung gestellt. Lassen Sie sich inspirieren von Formen und Linien und dichten Sie ein Haiku zum Bild. In der kommenden Ausgabe werden wir besonders gelungene Haiku vorstellen.
Hier das Sumi-e „Heimwärts“ von Ramona:
Einsendungen bis zum 15. Juli
an
Stichwort: Haiku zum Sumi-e
