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In der Grundschule erfolgen die entscheidenden Weichenstellungen für die weitere Schullaufbahn unserer Kinder. Die PISA-Studie hat dem deutschen Bildungssystem jedoch bescheinigt, bei der Förderung schwächerer Schüler besonders wenig erfolgreich zu sein. Zeigen Kinder Leistungsprobleme, so passen gängige Fördermethoden oft nicht. Dieses Buch möchte für Eltern, Lehrer und Therapeuten Lösungswege aufzeigen. Unter dem Motto "Lernen muss erfolgreich sein!" werden für den Erwerb der Grundfertigkeiten Rechnen, Lesen und Rechtschreibung auf der Basis lernpsychologischer und neurowissenschaftlicher Forschungserkenntnisse einfache und effektive Strategien und Methoden für den täglichen Gebrauch vorgestellt.
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Seitenzahl: 564
Veröffentlichungsjahr: 2005
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In der Grundschule erfolgen die entscheidenden Weichenstellungen für die weitere Schullaufbahn unserer Kinder. Die PISA-Studie hat dem deutschen Bildungssystem jedoch bescheinigt, bei der Förderung schwächerer Schüler besonders wenig erfolgreich zu sein. Zeigen Kinder Leistungsprobleme, so passen gängige Fördermethoden oft nicht. Dieses Buch möchte für Eltern, Lehrer und Therapeuten Lösungswege aufzeigen. Unter dem Motto 'Lernen muss erfolgreich sein!' werden für den Erwerb der Grundfertigkeiten Rechnen, Lesen und Rechtschreibung auf der Basis lernpsychologischer und neurowissenschaftlicher Forschungserkenntnisse einfache und effektive Strategien und Methoden für den täglichen Gebrauch vorgestellt.
Prof. Dr. Manfred Wittrock lehrt Pädagogik bei Verhaltensstörungen.an der Universität Oldenburg. Prof. Dr. Stephan Ellinger hat den Lehrstuhl für Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen an der Universität Würzburg.
Stephan Ellinger/ Manfred Wittrock (Hrsg.)
Sonderpädagogik in der Regelschule
Konzepte - Forschung - Praxis
Verlag W. Kohlhammer
Alle Rechte vorbehalten © 2005 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
Print: 978-3-17-018868-6
E-Book-Formate
pdf:
epub:
978-3-17-027674-1
mobi:
978-3-17-027675-8
I Verhalten und Lernen
Bodo HartkeSchulische Prävention – welche Maßnahmen haben sich bewährt?
Norbert MyschkerDiagnose und Intervention bei Verhaltensstörungen nach dem interaktionistischen Ansatz
Roland SteinÄngstlichkeit als pädagogisches Problem
Wolfgang MutzeckUnterrichtsberatung als Möglichkeit der Weiterentwicklung und Sicherung der Handlungskompetenzen von Lehrkräften im Unterricht
Erwin BreitenbachAufmerksamkeitsstörungen – therapeutische und pädagogische Maßnahmen
Gisela Schulze und ManfredWittrockWenn Kinder nicht mehr in die Schule wollen. Hilfen für schulaversive Kinder und deren Eltern im Rahmen von allgemeinen Schulen
Michael FingerleEmotionswissen von Kindern im Grundschulalter
II Beziehung und Lernen
Roland SchleifferBindung und Lernen
Henri JuliusDiagnostik kindlicher Beziehungskonzepte
Wolfgang Jantzen, Agnes Kondering und Eva HütterSchulische Integration in der Sekundarstufe I: Sozialer Kredit als Grundlage entwickelnden Unterrichts
Erwin BreitenbachGewalt als pädagogische Aufgabe in der Regelschule
Stephan EllingerLösungs- und entwicklungsorientierte Elternarbeit
III Leistung
Wolfgang LenhardSchwierigkeiten im Schriftspracherwerb
Katja KochProbleme im Bereich des mathematischen Lernens
Eva Stumpf undWolfgang SchneiderHochbegabung
IV Rechtliches
Monika A. VernooijNeue Perspektiven schulischer Bildung für beeinträchtigte Kinder
Karl-Heinz SternKinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der Regelschule
Die Autoren
Im Jahre 2001 horchte eine breite Öffentlichkeit auf, als die Ergebnisse der 1. PISA-Studie und insbesondere das Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler bekannt wurden. Speziell zwei Sachverhalte sorgen auch nach PISA 2 für Aufregung: Deutschland belegt den „Spitzenplatz“ in Bezug auf die Bildungsbenachteiligung von Kindern aus benachteiligten Milieus und: Die Lesekompetenz und das Textverständnis der Schüler im vierten Quartil der Untersuchungsgruppe stellten sich als besonders unzureichend heraus. 23,6 % aller an der Studie beteiligten fünfzehnjährigen Schüler befinden sich in ihrem Lesevermögen und Textverständnis („literacy“) auf dem Stand der 2. Klasse der Grundschule.
Eine Überzeugung kann unter Pädagogen in verschiedenen Arbeitsfeldern mittlerweile als konsensfähig angesehen werden: Immer mehr Kinder in der Regelschule weisen besonderen pädagogischen, einige auch sonderpädagogischen Förderbedarf auf. Das vorliegende Buch will an dieser Problematik ansetzen. Sonderpädagogische Grundideen, Überlegungen, Konzepte und Methoden können zur erfolgreichen pädagogischen Arbeit mit Kindern in der Regelschule beitragen. Die Gliederung des Buches gibt Regelkreise wieder, innerhalb derer sich Lernen ereignet – oder eben unter erschwerten Bedingungen stattfinden muss.
Die Vielfalt gründlich erarbeiteter Themenfelder wird einerseits sicherlich beim einen oder anderen interessierten Leser immer noch eine Frage offen lassen, zeigt aber andererseits, dass schulische Probleme und verschiedene Aspekte schulischen Lernens gewinnbringend interdisziplinär angegangen werden können. An diesem Buch haben Kolleginnen und Kollegen aus der Psychologie, allgemeinen Pädagogik, Soziologie, Schulpädagogik, Sonderpädagogik, Verwaltung und Theologie mitgearbeitet.
Das Buch widmen wir der Kollegin Prof. Dr. Monika A. Vernooij, die in ihrer Arbeit immer um die Vernetzung verschiedener Fachdisziplinen und um ein breites Œuvre bemüht war und ist.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern, dass sie bei der Lektüre viele anregende und hilfreiche Impulse für ihre praktische Arbeit erleben.
Würzburg & Oldenburg im Juli 2005
Stephan Ellinger & Manfred Wittrock
Bodo Hartke
Schulische Prävention gehört neben der Integration von Schülern mit Behinderungen zu den vorrangigen gemeinsamen Aufgaben von Lehrkräften an allgemeinen Schulen und von Sonderpädagogen. In ihren Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung in den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland spricht sich die Kultusministerkonferenz für vorbeugende Maßnahmen für von Behinderung bedrohte Schüler aus (Drave, Rumpler & Wachtel, 2000). Diese Empfehlungen gelten für alle Schularten. Sollen Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen mit einem besonderen Förderbedarf verhindert und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gesteigert werden, erscheint der direkte Weg zu diesen Zielen bei gefährdeten Schülern als am erfolgsversprechendsten: die Prävention von insbesondere Lern- und Verhaltensstörungen sowie von Schädigungen im Selbstbild durch vermeidbare Schulleistungsrückstände und Außenseiterpositionen. Separation verhindern, eine Schule für möglichst alle Kinder einer Region erfolgreich gestalten und sowohl leistungsstarke als auch beeinträchtigte Schüler optimal fördern sind wesentliche aktuelle Ziele einer ausgleichenden demokratischen Schulpädagogik. Die professionelle Entwicklung von Programmen zur Schulischen Prävention hat in Deutschland allerdings erst begonnen. Zwar findet man in verschiedenen Regionen durchaus interessante schulpädagogische Projekte mit präventiven Zielsetzungen und es liegen verschiedene Berichte von Modellprojekten vor (Hartke, 1998, 48), aber von einer systematischen, wissenschaftlich fundierten Entwicklung dieses Handlungsfeldes in den Bundesländern kann zurzeit noch nicht gesprochen werden. Die folgende Analyse des Forschungsstandes zur Schulischen Prävention bietet Anhaltspunkte für die erfolgreich Gestaltung vorbeugender Maßnahmen an allgemeinen Schulen und soll weitere Forschungsaktivitäten zu dieser Thematik anregen.
In der Auseinandersetzung mit der sozialwissenschaftlichen Literatur zum Thema Prävention fällt neben einer tendenziell positiven Bewertung der Idee einer umfassenden Vorbeugung von psychischen Fehlentwicklungen die Vielzahl erläuternder und angrenzender Begriffe auf:
primäre, sekundäre, tertiäre Prävention (Caplan, 1964),
personen- und systemorientierte Prävention (Schrottmann, 1990; Mörtl, 1989),
Verhältnis- und Verhaltensprävention (Wember, 2000),
aktive und passive Prävention (Brandtstädter & Eye, 1982),
spezifische und unspezifische Prävention, Grundprävention (Hartke, 2000a),
professionelle und eigeninitiative Prävention (Mörtl, 1989),
home based, center based, community based prevention (Perrez, 1994),
Optimierung (Enrichment), Prävention, Beratung/Therapie, Rehabilitation (Perrez, 1994),
Frühförderung und kompensatorische Erziehung (Sarimski, 2000; Wember, 2000).
Caplan schlug 1964 vor, primäre, sekundäre und tertiäre Prävention zu unterscheiden. Die Einteilung hat sich in der Fachdiskussion weitgehend durchgesetzt und wird international verwendet (Brandtstädter & Eye, 1982; Caplan, 1964; Cowen, 1984; Goetze, 1991a, 2001; Hartke, 2000a; Neukäter, 1991; Vernooij, 1991):
Die Einteilung von Caplan ist in verschiedener Hinsicht kritisiert worden. So wies beispielsweise Brandtstädter (1982a) nach, dass die Übergänge zwischen den Phasen fließend sind. Dennoch bietet dieser Ordnungsversuch für vorbeugende Maßnahmen Vorteile, weil ohne diese Einteilung ein sehr unübersichtliches Praxisfeld nur recht undifferenziert analysiert werden könnte. Außerdem erleichtern Caplans Stufen die Kommunikation über Prävention unter Fachpersonen, obwohl anzumerken ist, dass die Terminologie Caplans von anderen Autoren oft eher nur sinngemäß übernommen wurde.
Die Gegensatzpaare personen- und systemorientiertebzw.Verhaltens- und Verhältnisprävention oder auch personen- und umweltzentrierte Prävention weisen auf grundsätzliche Unterschiede von Programmen hin. Kompetenztrainings oder Psychotherapie unterstützen die psycho-soziale Verfassung des Einzelnen, während beispielsweise Kinderspielplätze und Freizeitbetreuungen allgemeine Lebensbedingungen verbessern. Hinter diesen unterschiedlichen Ansatzpunkten für präventives Handeln stehen unterschiedliche theoretische Auffassungen über psycho-soziale Probleme und deren Bewältigung. Individuenzentrierte Theorien, insbesondere sozial-kognitive Modelle sowie die humanistische Psychologie, heben auf Möglichkeiten der Steigerung der Bewältigungskompetenzen von Personen sowie der Förderung der Widerstandsfähigkeit von Personen gegenüber psycho-sozialen Belastungen ab. Umweltzentrierte Theoriebildung unterstützt bei der Identifikation von belastenden oder wenig hilfreichen Umweltbedingungen im Umfeld eines Kindes. Interaktionistische, systemische Theoriebildung unterstützt die Reflexion über Austauschprozesse und Wechselwirkungen zwischen Personen und sozialem System, fördert die kritische Betrachtung der ungeschriebenen Regeln und Rollen, die in einer Familie, einer Klasse, einer Schule, einer peer-group sowie zwischen Helfern gelten (Becker, 1980; Brandtstädter & Eye, 1982). Unter der Voraussetzung, dass es sich bei diesen wissenschaftlichen Ansätzen nicht um sich ausschließende Alternativen, sondern um komplementäre Zugänge zur Prävention handelt, folgt hieraus für die Konzeptionierung von Präventionsprojekten: Es erscheint sowohl eine Arbeit mit Personen an ihren persönlichen Problembewältigungskompetenzen als auch an der Verbesserung von Verhältnissen, in denen diese Personen leben, angezeigt zu sein. Projekte, die auf einem „Entweder-oder-Denken“ der Mitarbeiter aufbauen, werden vermutlich bei einer Vielzahl von Kindern nicht die gewünschten Effekte erzielen. Ein rein individuelles Training von Problemkindern und -jugendlichen ohne Umfeldveränderungen kann sich hinsichtlich seiner Effekte schnell abnutzen. Hierfür sprechen insbesondere die Forschungsergebnisse von Bronfenbrenner (1974) zum Head Start Programm.
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