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Die Sprachlichkeit des Glaubens ist von Anfang an zentrales Thema protestantischer Theologie. Der Glaube, als Vertrauen auf das biblisch bezeugte und lebendig gepredigte Evangelium, lebt in der Sprache, weil er aus dem Hören kommt: Er vollzieht sich im Modus des Verstehens. Seit jeher sind daher theologische Hermeneutik und Homiletik Orte, an denen die Sprachlichkeit des Glaubens reflektiert wird. Diese Reflexion setzen die Beiträge des vorliegenden Bandes in je unterschiedlicher Fächerperspektive fort.
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Seitenzahl: 386
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Die Sprachlichkeit des Glaubens ist von Anfang an zentrales Thema protestantischer Theologie. Der Glaube, als Vertrauen auf das biblisch bezeugte und lebendig gepredigte Evangelium, lebt in der Sprache, weil er aus dem Hören kommt: Er vollzieht sich im Modus des Verstehens. Seit jeher sind daher theologische Hermeneutik und Homiletik Orte, an denen die Sprachlichkeit des Glaubens reflektiert wird. Diese Reflexion setzen die Beiträge des vorliegenden Bandes in je unterschiedlicher Fächerperspektive fort.
Dr. Martin Fritz ist Wissenschaftlicher Assistent an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Dr. Regina Fritz ist Pfarrerin in Nürnberg.
R. Riess (Hrsg.), Abschied von der Schuld? Zur Anthropologie und Theologie von Schuld- bekenntnis, Opfer und Versöhnung. 1996
W. Sommer (Hrsg.), Zeitenwende – Zeitenende. Beiträge zur Apokalyptik und Eschatologie. 1997
D. Becker (Hrsg.), Globaler Kampf der Kulturen? Analysen und Orientierungen. 1999
W. Stegemann (Hrsg.), Religion und Kultur. Aufbruch in eine neue Beziehung. 2003
R. Jost/M. Nieden (Hrsg.), Hexenwahn. Eine theologische Selbstbesinnung. 2004
R. Jost/K. Raschzok (Hrsg.), Gender – Religion – Kultur. Biblische, interreligiöse und ethische Aspekte. 2011
Martin Fritz/Regina Fritz (Hrsg.)
Sprachen des Glaubens
Philosophische und theologische Perspektiven
Mit Beiträgen von: Susanne Breit-Keßler, Moritz Fischer, Martin Fritz, Regina Fritz, Matthias Hopf, Konstanze Kemnitzer, Markus Mülke, Klaus Neumann, Peter L. Oesterreich
Verlag W. Kohlhammer
Alle Rechte vorbehalten © 2013 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Reproduktionsvorlage: Andrea Siebert, Neuendettelsau Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
Print: 978-3-17-022644-9
E-Book-Formate
pdf:
978-3-17-026423-6
epub:
978-3-17-027136-4
mobi:
978-3-17-027137-1
Martin und Regina Fritz Einleitung - Zur Sprachlichkeit des Glaubens
Markus Mülke Lobreden auf einen Gott - Platons Symposiasten preisen Eros
Peter L. Oesterreich Pithanologie - Fundamentalrhetorische Überlegungen zur Aktualität der rhetorischen Glaubenslehre des Aristoteles
Matthias Hopf „Schreibe“ oder „Rede“ - Indizien für eine Gestaltung des Hoheliedes entsprechend mündlicher Sprachkonventionen am Beispiel von Hld 5,2–6,3
Klaus Neumann „Die Worte und die Dinge und die Hermeneutik“ - Die Geschichte der Hermeneutik mit Michel Foucault gelesen1
Martin Fritz Erbauung durch Poesie - Die Anfänge einer Ästhetik der religiösen Sprache in Pietismus und Aufklärung
Regina Fritz Sittliche Evidenz - Die Funktion der Rhetorik für die ethische Bildung
Konstanze Kemnitzer Von der Kunst, die anmutende Sprache des Glaubens als performativen Ereignisraum zu inszenieren - Trends und Tendenzen in der neueren Homiletik
Moritz Fischer Gottes Wort „im Rausch des Rituals“ - Beobachtungen zur Performanz eines christlichen Wunderheilungsrituals in seiner Praxis durch transnationale Pfingstkirchen
Susanne Breit-Keßler „Und Gott sprach …“ - Kommunikation des Evangeliums in der Mediengesellschaft
Die Autorinnen und Autoren
Der Glaube lebt in der Sprache. Es bedurfte nicht erst eines linguistic turn, um diese grundlegende Einsicht zu gewinnen. Die Sprachlichkeit des Glaubens ist vielmehr von Anfang an ein Thema protestantischer Theologie.
Die Aufmerksamkeit auf die Sprache ergibt sich aus dem neuen Verständnis des Glaubens, zu dem Luther im Zuge seines reformatorischen Ringens gefunden hat. Die scholastische Durchbildung der mittelalterlichen Theologie hatte, zusammen mit der Konzeption der Kirche als einer hierarchisch-sakramentalen Heilsanstalt, dazu geführt, dass Glaube vordem im Wesentlichen als Kombination zweier Momente begriffen wurde: als Zustimmung zu einem Kanon autoritativ fixierter Lehren sowie als Teilnahme an den Handlungen des kirchlichen Ritus. Gegenüber dieser für allzu äußerlich befundenen Auffassung stellt Luther die unhintergehbare Subjektivität des Glaubens heraus: Entscheidend ist demnach weder die Annahme vorgegebener Dogmen noch die Partizipation an kirchlichen Heilsveranstaltungen, sondern das innerliche Vertrauen auf Gottes mir zugedachte Gnade.
Das Zustandekommen dieses Gottvertrauens denkt Luther nun aber als ein sprachliches Geschehen. Zwar verdankt sich der Glaube letztlich einem Wirken des göttlichen Geistes am inneren Menschen, aber der Geist bedient sich dabei des äußeren Wortes als Vehikel. Das Vertrauen auf Gott entsteht nicht wie durch einen mystischen Funken in der innigen Abgeschiedenheit der Seele, sondern im Vernehmen eines mir zugesprochenen Verheißungswortes. Der Glaube lebt in der Sprache, weil er aus dem Hören kommt, das heißt: er vollzieht sich im Modus des Verstehens.
Mit diesem hermeneutischen Konzept koppelt Luther den Glauben unmittelbar an die Bibel. Das Verstehen des Glaubens hängt am Verstehen der Heiligen Schrift. Der Glaube wird geweckt, indem sich mir der Sinn der Bibel erschließt. Das setzt voraus, dass zumindest deren zentraler Gehalt verständlich ist, was Luther mit dem Postulat der ‚Klarheit der Schrift‘ (claritas scripturae) zum Ausdruck bringt. Deshalb ist Luthers Neuformulierung des Glaubensbegriffs auch die Geburtsstunde der neuzeitlichen Hermeneutik. Um die postulierte ‚Klarheit‘ sicherzustellen, bedarf es einer methodischen Kunstlehre vom Verstehen der Schrift. Der Glaube lebt in der Sprache der Bibel, und daher ist seit jeher die theologische Hermeneutik ein Ort, an dem die Sprachlichkeit des Glaubens reflektiert wird.
Indes hat Luther unbeschadet der schrifttheologischen Fundierung des Glaubensbegriffs bemerkenswerterweise nicht die Schriftlektüre als die Schlüsselsituation der Glaubenskonstitution angesehen, sondern das Predigthören. Nach Luthers Überzeugung kommt der Glaube nicht aus dem Lesen der Bibel, sondern aus dem Angesprochenwerden durch die Kanzelrede. Er lebt in der Sprache der Bibel, wie sie durch die Sprache der Predigt vermittelt wird. Diese Bevorzugung des gesprochenen vor dem geschriebenen Wort ist bei Luther nicht etwa nur pragmatische Anpassung an die eigene Gegenwart mit ihrem Mangel an volkssprachlichen Bibeln und an lesekundigen Zeitgenossen, sondern sie hat ihren theologischen Grund in der Vorstellung der schlechthinnigen Lebendigkeit Gottes. Der lebendige Gott schafft den Glauben durch die viva vox evangelii, die lebendige Verkündigung des Evangeliums. Von daher stellt sich mit einiger Dringlichkeit die theologische Frage nach deren rechter Gestalt. Entsprechend ist die Homiletik der zweite klassische Ort für die Reflexion der Sprachlichkeit des Glaubens.
Die Zielvorstellung dieser reformatorischen Homiletik ist unschwer anzugeben: Die Predigtrede hat die ‚Klarheit‘ der Schrift zu aktualisieren, indem sie die Botschaft der Schrift dem Hörer wiederum klar und eindringlich vor Augen stellt, auf dass sich dieser als Gottes Kind verstehen kann. Die dogmatisch postulierte und hermeneutisch wie homiletisch zu bewährende Verständlichkeit der Schrift ist nun freilich nur eine Seite der claritas scripturae. Luthers hermeneutischer Glaubensbegriff lässt sich in seiner charakteristischen Doppelseitigkeit erst in der Korrelation von claritas externa und claritas interna fassen. Demnach ist das äußere Verstehen von Schrift und Predigt nur die Voraussetzung eines inneren Verstehens, das – methodisch unverfügbar – im Herzen des Einzelnen durch den Heiligen Geist gewirkt wird. Mag auch das äußere Wort, der „Buchstabe“ des Evangeliums, klar sein – dass ich durch ein inneres Wort des Geistes vom „Geist“ des Evangeliums ergriffen werde, auf dass ich auf Gottes Gnade vertrauen kann, das geschieht allein, mit Melanchthon gesprochen, ubi et quando visum est deo (CA V). Stellt man die protestantische Sprachtheologie einem Glaubensverständnis gegenüber, bei dem die kognitive Zustimmung zu kanonisierten Lehren sowie die Verrichtung kirchlicher Sakramente im Zentrum steht, springt noch einmal ins Auge, dass Luthers reformatorische Einsichten innerhalb der Theologiegeschichte einen epochalen Subjektivierungsschub darstellen.
Die menschliche Sprache in Schrift und Verkündigung ist notwendiges Medium des Geistes, aber das entscheidende innere Verstehen, die innere göttliche Anrede bleibt unhintergehbar kontingent. Indem die Sprache in Gestalt der biblischen Verkündigung zum zentralen Heilsmittel avanciert – dem auch das Sakrament als ‚sichtbares Wort‘ zugeordnet wird – und das glaubensweckende Verstehen der Verkündigungsrede zum maßgeblichen Heilsvollzug, sind alle institutionellen und persönlichen religiösen Akte gleichsam unter einen hermeneutisch-pneumatologischen Vorbehalt gestellt: Dass sich das entscheidende (Selbst-)Verständnis des Glaubens tatsächlich einstellt, lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt – durch adäquate Schriftauslegung und homiletische Bemühung – operationalisieren. Liegt das Heil im unvertretbaren Herzensglauben aus dem Verstehen des Wortes, so entzieht es sich trotz aller Vermittlungsleistungen letztlich jedem institutionellen wie persönlichen Zugriff. Freilich behält dieses „subjektivistische“ Glaubensverständnis einen objektiven Gegenhalt in der Vorstellung einer methodisch aus der Bibel zu erhebenden göttlichen Botschaft, der die christologische Idee der Inkarnation des Gotteswortes und die pneumatologische Idee der Inverbation des Heiligen Geistes zugrundeliegen.
Wir haben damit das reformatorische Modell von Sprachtheologie in seinen wesentlichen Zügen umrissen: Die Sprache der Bibel und die Sprache der Predigt rangieren darin als Vermittlungsgestalten des göttlichen Wortes, das einst in Jesus Christus inkarniert wurde, um gegenwärtig durch den Heiligen Geist in den Herzen der Menschen zu wirken. Das Evangelium von der göttlichen Gnade vermittelt sich sprachlich. Die sprachtheologische Leitvorstellung in diesem Modell ist die Übermittlung oder Verkündigung einer Botschaft – der Botschaft von der Rechtfertigung der Gottlosen.
Diese Feststellung erscheint einigermaßen trivial, weil das fragliche Verkündigungsparadigma mindestens innerhalb der protestantischen Normaltheologie nach wie vor das Grundmuster sprachtheologischer Reflexionen abgibt, wie sich auch an der kirchlichen Standardformel von der „Verkündigung des Evangeliums“ ablesen lässt. Man kann sich dabei auch auf große Vorbilder in der Dogmatik des 20. Jahrhunderts berufen; liegt doch das nämliche Muster einer mehrfachen sprachlichen Vermittlung noch Karl Barths Lehre von der „dreifachen Gestalt des Wortes Gottes“ in den Prolegomena der Kirchlichen Dogmatik zugrunde.
Freilich hat die protestantische Theologie in der Neuzeit auch ein alternatives sprachtheologisches Modell ausgebildet. Mit dem großen Paradigmenwechsel in der Theologie des 18. Jahrhunderts, den man als „anthropologische Wende“ bezeichnet hat, vollzieht sich auch in der theologischen Sprachauffassung eine elementare Neuausrichtung.
Die Anfänge dieser Neuausrichtung liegen im Pietismus. So rücken mit dem Streben nach frommer Durchprägung des gesamten Lebens bei den pietistischen Theologen auch die menschlichen Affekte in den Fokus. Ein umfassendes Neuwerden des Menschen kann auch die affektiven Tiefenschichten der Seele nicht unberührt lassen. So wird – im Rückgriff auf die Affektenlehre der klassischen Rhetorik sowie auf entsprechende Ansätze innerhalb der lutherischen Predigtlehre – in der pietistischen Homiletik die Erregung religiöser „Leidenschaften“ zu einem Hauptziel der Predigt. Dem entspricht in der Hermeneutik ein neuartiges Interesse für die Sprache gewordenen Affekte der „Heiligen Skribenten“: Der Ausleger wird dazu angehalten, beim Textstudium nicht nur den sachlichen Sinn zu erheben, sondern sich auch die „gottseligen“ Empfindungen des biblischen Schriftstellers zu vergegenwärtigen – um sie gegebenenfalls auch den Predigthörern mitteilen zu können. Die Sprache von Bibel und Predigt wird damit nicht mehr allein als Träger einer Botschaft, sondern auch als Träger religiöser Gemütsbewegungen verstanden.
Die religiöse Innerlichkeitskultur des Pietismus beeinflusst indessen nicht nur Hermeneutik und Homiletik. Neben der Predigt kommen auch andere Formen der sprachlichen Mitteilung frommer Empfindungen ins Blickfeld theologischer Reflexion. Vor allem erhält die religiöse Poesie als Medium gemeindlicher wie privater Andacht die Weihen theologischer Hochschätzung. Diese Aufwertung strahlt dann auch auf die Aufklärungsästhetik aus, die der poetischen Darstellung und Erregung frommer Affekte seit ihren Anfängen im pietistisch geprägten Halle an der Saale bevorzugt ihr Augenmerk schenkt.
Die Wechselwirkung von theologischer Sprachauffassung und philosophischer Ästhetik findet ihren Niederschlag wiederum in der klassischen neuprotestantischen Gestalt von Sprachtheologie, wie sie von Friedrich Schleiermacher ausgebildet worden ist, in dem das Erbe von Pietismus und Aufklärung in engster Verschränkung nachwirkt. Die Entwicklung der Ästhetik im 18. Jahrhundert lässt sich schematisch als Wandel von der Inhalts- zur Ausdrucksästhetik beschreiben: Kreist das ästhetische Denken anfänglich vorzugsweise um die Frage der gelungenen sprachlichen Darstellung vorgegebener Gehalte, thematisiert es die Sprache (und neben ihr vor allem die Musik) unter dem Einfluss von Pietismus und Empfindsamkeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts primär in ihrer Fähigkeit, innere Zustände des Subjekts zum Ausdruck zu bringen.
Diese ausdrucksästhetische Perspektive begegnet auch in der theologischen Sprachlehre Schleiermachers. Der „Herrnhuter höherer Ordnung“ begreift die religiöse (und theologische) Sprache nicht als Medium einer göttlichen Botschaft, sondern als äußere Manifestation inneren menschlichen Lebens. „Christliche Glaubenssäze sind Auffassungen der christlich frommen Gemüthszustände in der Rede dargestellt“, so die Glaubenslehre (2. Aufl. § 15), also Ausdruck des an sich vorsprachlichen religiösen Gefühls. Entsprechend wird auch die Bibel als sprachlicher Niederschlag religiösen Erlebens verstanden und die Predigt als Ausdruck und Mitteilung der religiösen Subjektivität des Predigers zum Zwecke der „Aufregung“ entsprechender Gefühle bei den Predigthörern.
Es sind damit die beiden Grundmuster protestantischer Reflexion über die Sprachlichkeit des Glaubens in idealtypischer Weise beschrieben. Dem altprotestantischen Paradigma einer sprachlichen Vermittlung des offenbarten Evangeliums durch die biblische Verkündigung steht das neuprotestantische Modell von der Sprache als Ausdruck und Mitteilung religiöser Innerlichkeit gegenüber. Dass mit dieser Alternative weitreichende Differenzen im Verständnis von Glaube und Theologie verbunden sind, muss nicht eigens betont werden.
Setzt die Konzeption der Sprache als Vehikel der Verkündigung die Vorstellung einer übernatürlich-geschichtlichen Offenbarung des „Wortes Gottes“ voraus, sucht die Idee von der Sprache als Ausdrucksgestalt frommer Subjektivität solche offenbarungspositivistischen Assoziationen gerade zu unterlaufen. „Offenbarung“ findet hier allenfalls im Mitteilungsstrom des inneren Lebens des Erlösers statt, wie es sich im Jesusbild der Evangelien abzeichnet und in der geschichtlichen Wirkung Jesu manifestiert, nicht aber in Form einer lehrhaft fixierbaren Botschaft, in der sich der göttliche Heilswille kundtut. Letztlich hängt an der in Rede stehenden Alternative – Offenbarungs- vs. Ausdrucksmedium – die Frage, ob dem Glauben durch die Sprache ein irgendwie erkenntnishafter Zugang zur transzendenten Sphäre, zum Sein oder Willen Gottes, und damit zugleich eine realistisch gedachte Gottesbeziehung eröffnet wird oder ob sich das Subjekt vermittels der Sprache „lediglich“ seiner selbst ansichtig wird, und zwar seiner selbst in seiner transzendentalen Verwiesenheit auf ein (erkenntnismäßig entzogenes) Göttliches.
Im Rahmen dieser thematischen Hinführung kann es mit dem Aufweis der beiden klassischen Sprachmodelle sein Bewenden haben. Damit soll natürlich weder verschwiegen noch erst recht geleugnet werden, dass die Theologiegeschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts bedeutsame Theorien zur Charakteristik, Problematik und Gegenwartsrelevanz religiöser Sprache hervorgebracht hat. Dies geschah im Zuge des linguistic turn in den Geistes- und Kulturwissenschaften fast zwangsläufig und vollzog sich vorwiegend im Modus der Rezeption zeitgenössischer philosophischer Ansätze. Es seien nur Heideggers existenzialanalytische und Gadamers überlieferungsgeschichtliche Hermeneutik, das Sprachdenken des späten Heidegger, Austins Sprechakttheorie, die angelsächsische Sprachanalyse, Wittgensteins Sprachspiel-Begriff, Ricœurs Metapherntheorie, die Peirce’sche und Eco’sche Semiotik, Cassirers Kulturtheorie der symbolischen Formen, die neuere Rezeptionsästhetik (Iser u.a.) sowie der französische Poststrukturalismus (Foucault, Derrida u.a.) genannt. Im Mittelpunkt der Debatten standen vor allem Schlüsselbegriffe wie Kerygma, Mythos, Symbol, Zeichen und Metapher, mit denen auf je unterschiedliche Weise versucht wurde, Bedeutung und Funktion der Sprache für die Religion zu erhellen.
Ein näherer Überblick oder gar eine Zusammenschau der angesprochenen Tendenzen in der theologischen Sprachtheorie wäre ein eigenes Großprojekt. An dieser Stelle soll die thesenhafte Feststellung genügen, dass sich jede protestantische Sprachtheologie in irgendeiner Form zu der überkommenen Alternative zu verhalten hat. Auch bei den betreffenden Versuchen aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart handelt es im Wesentlichen immer um Ausführungen oder Modifikationen der beiden dargestellten Modelle. In irgendeiner Form bildet das offenbarungstheologisch grundierte Verkündigungsparadigma oder das subjektivitätstheoretische Ausdrucksparadigma immer den Untergrund bzw. die Negativfolie der sprachtheologischen Reflexionen.
Dies gilt ebenso für die Überlegungen innerhalb des vorliegenden Sammelbandes, auch wenn die jeweiligen Stellungnahmen kaum je explizit werden. Es handelt sich eher um Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit der Beiträgerinnen und Beiträger, die das gestellte Thema aus ganz unterschiedlichen Fächerperspektiven beleuchten. Dabei fallen die theologischen Positionen zwar recht unterschiedlich aus, der Umstand aber, dass sich alle auf das Sprachthema beziehen, lässt sich als einen Versuch verstehen, eine zeitgemäße Beantwortung der enzyklopädischen Frage nach dem inneren Zusammenhang der verschiedenen Fächer unter dem Dach der Theologie zu enthalten: Ein adäquates Verständnis der Sprachen des Glaubens zu gewinnen ist in jedem Falle ein maßgebliches Ziel, wozu die Disziplinen der Theologie in ihrem gemeinsamen „Interesse am Christentum“ (Schleiermacher) produktiv zusammenzuwirken haben.
Der Band geht auf die interdisziplinäre Sozietät zum Thema „Sprache(n) des Glaubens“ zurück, die im Sommersemester 2009 an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau stattgefunden hat. Er versammelt Vorträge, die im Rahmen jener Sozietät von Dozentinnen und Dozenten der Hochschule gehalten wurden, einen öffentlichen Gastvortrag von OKRin Susanne Breit-Kessler aus demselben Semester sowie zwei ergänzende Originalbeiträge.
Der erste Beitrag des Bandes führt vor Augen, dass die Frage nach der Angemessenheit religiöser Rede bereits in der vorchristlichen Antike mit Nachdruck gestellt wurde. In seiner Studie Lobreden auf einen Gott. Platons Symposiasten preisen Eros unterzieht Markus Mülke den vielleicht populärsten platonischen Dialog einer religionsphilosophischen Relektüre, indem er die kritische Intention der Schilderung des großen Redewettstreits im Symposion herausarbeitet. In der Lesart Mülkes zeichnet Platon mit großem literarischen Geschick eine Sequenz von inhaltlich wie formal höchst disparaten Enkomien, um solch theo-logische Pluralität im Horizont des philosophischen Wahrheitsanspruches ad absurdum zu führen. Für Platon ist die Vielstimmigkeit in den heterogenen Beschreibungen von Wesen und Wirken des Gottes Eros kein „Zeichen wünschenswerter Pluralität“. Die so unterschiedlichen Reden ergeben aus philosophischer Perspektive „in der Summe eben nicht einen Gott, sondern keinen einzigen“. Mülke liest das Symposion mithin im Horizont der vorsokratischen Mythenkritik als Problematisierung der sprachlichen Darstellung des Göttlichen in der Redepraxis der altgriechischen Religion.
Rangiert bei Platon die durch Sokrates repräsentierte philosophische Vernunft als Korrektiv der widerspruchsvollen religiösen Gottesrede, zielt die zweite Abhandlung zur klassischen antiken Philosophie geradezu auf eine Apologie der „Sprache des Glaubens“ gegenüber der wissenschaftlichen Vernunft. Unter dem Titel Pithanologie stellt Peter L. OesterreichFundamentalrhetorische Überlegungen zur Aktualität der rhetorischen Glaubenslehre des Aristoteles an. Mag auch der Terminus ‚Glaubenslehre‘ zuerst spezifisch theologische Erwartungen aufrufen, dient die Konturierung der „Pithanologie“ der aristotelischen Rhetorik zunächst dem Ausweis eines basalen anthropologischen Sachverhalts. So votiert Oesterreich vor dem Hintergrund eines kulturanthropologisch verallgemeinerten Begriffs des Rhetorischen („New Rhetoric“) für die „pithanologische Grundthese, dass der Mensch als Homo rhetoricus in allen Bereichen seiner symbolisch konstituierten Kultur ein Wesen des rhetorisch erzeugten Glaubens sei“. Demzufolge ist die sprachlich generierte ‚Glaubhaftigkeit‘ gewissermaßen das basale Fluidum des (inter-)personalen Lebens. Theologische Bedeutung gewinnt eine solche fundamentalrhetorische wie -anthropologische Glaubenslehre, insofern sie religiöse (wie ethische) Überzeugungen und die spezifische Gestalt ihrer Kommunikation als menschlich konstitutive Phänomene erweist und auf diese Weise vor szientifischer Fundamentalkritik bewahrt. Zeigt sich doch, dass die Überzeugungen wissenschaftlicher Vernunft grundsätzlich den gleichen pithanologischen Status einnehmen wie diejenigen der Religion.
Zeitlich führt der alttestamentliche Beitrag des Bandes in relative Nähe zu den beiden ersten Aufsätzen – kulturell und hinsichtlich der Eigenart des interpretierten Textes befinden wir uns mit einem Mal in einer anderen Welt. In seiner Untersuchung ‚Schreibe‘ und ‚Rede‘ sammelt Matthias HopfIndizien für eine Gestaltung des Hoheliedes entsprechend mündlicher Sprachkonventionen am Beispiel von Hld 5,2–6,3. In Abgrenzung von Interpretationen, wonach die sprachlichen Eigentümlichkeiten des „Liedes der Lieder“ allein auf die späte Entstehungszeit oder etwa auf die Herkunft aus bildungsfernem Milieu zurückzuführen seien, bringt Hopf das Erklärungsmodell fingierter Mündlichkeit ins Spiel. Anhand einer hebraistischen Analyse kann er plausibel machen, dass die im Titel angesprochene Alternative von ursprünglicher Schriftlichkeit (‚Schreibe‘) auf der einen und nachträglich verschriftlichter Mündlichkeit (‚Rede‘) auf der anderen Seite für die biblischen Schriften nicht unbedingt eine vollständige Disjunktion darstellt. Aufgrund mannigfacher sprachlicher Hinweise sei jedenfalls im Blick auf das Hohelied damit zu rechnen, „dass es sich um eine schriftliche Ausarbeitung handelt, die allerdings als solche versucht, den Text nach den Gestaltungsprinzipien mündlicher Redeformen zu formulieren“ (19). Die Liebespoesie des Hoheliedes bezieht ihre geradezu betörende Kraft also nicht zuletzt aus dem „Duktus gesprochener Sprache“ (19). Ob Entsprechendes auch für genuin religiöse Dichtungen der Bibel zu zeigen ist, wäre im Anschluss an diese These weiter zu erforschen.
Bietet Hopf ein Beispiel alttestamentlicher Auslegungskunst, sind die Überlegungen des Neutestamentlers Klaus Neumann unter dem Titel „Die Worte und die Dinge und die Hermeneutik“. Die Geschichte der Hermeneutik mit Michel Foucault gelesen auf einer schrifthermeneutischen Metaebene angesiedelt. Wie Neumann anhand der drei „Epistemen“ der wissensgeschichtlichen Epochentheorie Foucaults zeigt, herrscht in der theologischen Exegese eine verkürzte Sicht der Hermeneutikgeschichte vor, welche die Grundprinzipien der modernen Bibelauslegung unmittelbar auf die Aufklärung (Semler, Lessing, Gabler) zurückführt. Dabei bleibe der „epistemische Bruch“ (Foucault) unberücksichtigt, der sich in den Jahrzehnten um 1800 vollzogen habe. Während die Aufklärungstheologen noch der Meinung waren, sie könnten durch die hermeneutische Unterscheidung zwischen dem göttlichen Gehalt und seiner geschichtlichen Akkommodation auf subtraktivem Wege einen zeitlos gültigen „Wahrheitskern“ aus der historischen Schale der biblischen Texte herausschälen, entsteht erst mit dem Aufkommen des modernen Wissensparadigmas der ‚Geschichte‘ die Auffassung, die theologische Aufgabe der Exegese sei die „Übersetzung“ des im interpretatorischen Nacherleben zu ergreifenden „ursprünglichen Sinnes“ des historischen Bibeltextes „in die eigene Sprache und Denkwelt“. Dass mit dem historistischen Paradigma der Theologie auch das Problem der Relativität alles Verstehens gestellt ist, verschweigt Neumann nicht. „Der Historismus, die Episteme der Geschichte ist und bleibt unser Schicksal.“
Mit der „anthropologischen Wende“ in der Theologie schiebt sich vor die Frage nach der Wahrheit der historisch relativen Glaubensgehalte mitunter diejenige nach der Authentizität religiöser Rede. Wenn sich die Religion nicht mehr primär als Vorgang der Aneignung überlieferter Glaubenssätze versteht, sondern als basale Realisierungsform menschlicher Subjektivität, die sich in der Glaubensrede Ausdruck verschafft, stellt sich auch das Problem der adäquaten Form dieser Rede. So erhebt Friedrich Schleiermacher in den Reden über die Religion (1799) die Forderung, das religiöse Gefühl solle authentischen Ausdruck nur in ästhetischer Sprachgestalt finden. Die Wurzeln der Reflexion auf die notwendige ästhetische Form der Sprache des Glaubens reichen freilich historisch tiefer. Das zeigt der Aufsatz von Martin Fritz mit dem Titel Erbauung durch Poesie, in dem Die Anfänge einer Ästhetik der religiösen Sprache in Pietismus und Aufklärung vermessen werden. Spuren der betreffenden ästhetisch-religiösen Fragestellung, die erstmals in Zusammenhang mit dem pietistischen Ideal der „Erbauung des inneren Menschen“ traktiert wird, lassen sich bis in die Fundamente der wissenschaftlichen Ästhetik hinein verfolgen, die von dem pietistisch geprägten Aufklärungsphilosophen Alexander Gottlieb Baumgarten zur Mitte des 18. Jahrhunderts begründet wird. Nach der einhelligen Überzeugung der einschlägigen Autoren, so das systematisch-theologisch relevante Ergebnis der historischen Untersuchung, hat die Sprache des Glaubens „eine essenzielle ästhetische Dimension“, die nicht die Dogmatik, sondern eine theologische Ästhetik näher zu beschreiben hätte.
Die sprachästhetische Gestalt der Glaubensrede steht auch in der Studie von Regina Fritz zur Debatte, allerdings wird hier insbesondere das Ethos des Glaubens fokussiert. In ihrem Aufsatz Sittliche Evidenz erörtert die Systematische Theologin Die Funktion der Rhetorik für die ethische Bildung. Dazu stellt sie zunächst die ethische Theorie des Zürcher Theologen Johannes Fischer vor, derzufolge sittliche Orientierung durch ein Wechselspiel von rational begründeten Normen und präreflexiven Intuitionen erfolgt. Werden Intuitionen nach Fischer durch reales oder imaginiertes Erleben tradiert, kommt für die Frage der Vermittlung eines Ethos die rhetorische Kategorie imaginationsfördernder Sprache in den Blick. Fritz zeigt auf, dass diese bereits in der antiken Rhetorik durch das evidentia-Konzept beschrieben und in der Ästhetik-Diskussion des 18. Jahrhunderts etwa von Johann Georg Sulzer auch auf die Moralentwicklung übertragen wurde. Der historische Rückgriff auf rhetorisch-ästhetische Konzepte kann – so die These des Aufsatzes – Genese und Prägung eines Ethos plausibilisieren sowie homiletische Schlussfolgerungen für die ethische Predigt fundieren.
Die Predigtlehre als ein klassischer Ort protestantischer Reflexion auf die Sprachlichkeit des Glaubens wird nun noch einmal eigens aus der Sicht der Praktischen Theologie traktiert. So handelt Konstanze Kemnitzer in ihrem Aufsatz Von der Kunst, die anmutende Sprache des Glaubens als performativen Ereignisraum zu inszenieren. Sie stellt darin Trends und Tendenzen der jüngeren Homiletik vor, die wiederum mit dem Stichwort ‚Ästhetik‘ charakterisiert werden können. Im Zuge des „cultural turn“ zeichnet sich in den gegenwärtigen Predigttheorien ein „ästhetisches“, soll heißen: wahrnehmungsgeleitetes Verständnis der Kanzelrede ab. Reflektiert werden die „sinnenhaft-sinnlichen Phänomene des Predigtgeschehens“, die aus der Perspektive verschiedenster theologischer und nicht-theologischer Disziplinen wie Liturgik, Theaterwissenschaft oder Semiotik ausgelegt werden. Die zentrale homiletische Pointe dieser Entwicklung ist Kemnitzer zufolge darin zu erblicken, dass sich die Rollen sowohl der Produzenten als auch der Rezipienten im Predigtgeschehen nunmehr deutlicher in ihrem freiheitlichen Agieren profilieren lassen. Die einladende, Freiheit gewährende Sprache der Predigerinnen und Prediger ermöglicht den Hörenden die eigenständige Entfaltung einer neuen Sicht der Dinge. Abschließend zeigt Kemnitzer auf, dass eine ästhetische Predigttheorie auch Rückwirkungen auf die Didaktik der Homiletik hat, insofern auch im Prozess des Predigtschreibens die Perspektivenvielfalt und die kreative Freiheit Berücksichtigung finden.
Ebenfalls unter dem Leitbegriff der „Performativität“ steht die Abhandlung aus der Interkulturellen Theologie, die den Blick naturgemäß über den „alteuropäischen“ Horizont hinaus auf Formen religiöser Sprachpraxis richtet, die aus der Sicht deutscher Volkskirchenfrömmigkeit zunächst befremdlich anmuten dürften. Moritz Fischer berichtet in seinem Aufsatz Gottes Wort „im Rausch des Rituals“. Beobachtungen zur Performanz eines christlichen Wunderheilungsrituals in seiner Praxis durch transnationale Pfingstkirchen vom Gottesdienst einer pfingstlich-charismatischen Gemeinde in Frankfurt am Main mit Wurzeln in Zentralafrika. Die in dem analysierten Heilungsritual gebrauchte Rede ist performativ, insofern sie nicht Wirklichkeit repräsentiert, sondern eine mehrdimensionale geistige Wirklichkeit unter Verschränkung verschiedener kultureller Kontexte herstellt. Die rituelle Rede wird von Fischer mithilfe unterschiedlicher kulturwissenschaftlicher Konzepte (Sprechakt, Performanz, Liminalität, embodiment, flow) als ein komplexes Sprachgeschehen beschrieben, bei dem sich im Vollzug kultureller Transferprozesse die „welt-zerstörenden wie -schaffenden“, die „sinnraubenden wie -konstituierenden Möglichkeiten von Sprache“ in ambivalenter Weise realisieren können. Im Spiegel des charismatisch-pentekostalen Rituals sucht Fischer mithin der eigentümlichen „Dynamik auf die Spur zu kommen, die zwischen Sprechen und Glauben“ generell „besteht“.
Mit dem letzten Beitrag kehrt der vorliegende Sammelband wieder in die vertrauteren Gefilde europäischen Kirchentums zurück. Darin stellt Oberkirchenrätin Susanne Breit-Kessler Überlegungen zur Kommunikation des Evangeliums in der Mediengesellschaft an. Welche Gestalt hat die Sprache des Glaubens innerhalb der kirchlichen Medienarbeit zu gewinnen? Welche Gefahren drohen ihr aufgrund der Eigengesetzlichkeit der massenmedialen Kommunikation unserer Tage? Grundsätzlich hält Breit-Keßler fest, dass die Kommunikation des Evangeliums, genauer: die „vitale Vermittlung der Rechtfertigung allein aus Gnaden“ dem Wesen der Kirche entspricht. Die kirchliche Kommunikation, auch und gerade in den Massenmedien, soll „Sprachschule der Freiheit“ sein. Sie zielt darauf, die Menschen in der pluralen Gesellschaft in ihrem freien und verantwortlichen Leben zu unterstützen. Dies gelingt vor allem dann, wenn Repräsentantinnen und Repräsentanten der Kirche „Klartext mit Glaubwürdigkeit und Einfühlsamkeit“ reden, wenn sie einen sensiblen Umgang mit den Sinnfragen innerhalb der komplexen Problemlagen der Gegenwart pflegen. Den „Expertinnen und Experten für die rechten Worte und rechten Gesten zur rechten Zeit“ kann dann freilich bisweilen auch ein „gehaltvolles Schweigen“ die angemessene Antwort auf die Fragen der Zeit sein. „Meist jedoch muss“ – leider, so möchte man hinzufügen – „gesprochen werden.“
Abschließend ist allen, die dabei geholfen haben, den vorliegenden siebten Band der Reihe Theologische Akzente aus der Taufe zu heben, herzlich zu danken. Dies ist neben den Autorinnen und Autoren insbesondere Prof. Dr. Markus Buntfuß, der als Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie die Ringvorlesung initiiert und damit den innertheologischen Austausch an der Augustana-Hochschule belebt hat. Darüber hinaus gilt unser Dank Frau Andrea Siebert, die in gewohnter Souveränität, Geduld und Zuverlässigkeit die Druckvorlage erstellt hat, sowie Herrn Jürgen Schneider vom W. Kohlhammer Verlag, der als Lektor die verlegerische Verantwortung für die Drucklegung des Buches innehatte.
Neuendettelsau, im Januar 2013
Martin und Regina Fritz
Markus Mülke
Platons Symposiasten preisen Eros
Wer die Religion, vielleicht gar die Theologie Platons kennenzulernen bestrebt ist, kann unterschiedliche Wege des Zugangs wählen. Unumgänglich ist die eingehende Beschäftigung mit dem, was als Ideenlehre in die Geistesgeschichte eingegangen ist und bis heute den zentralen Kern platonischen Denkens und seiner Wirkung darstellt. Möglich wäre aber beispielsweise auch der Zugang über die sogenannten „Mythen“ Platons: Obgleich der Philosoph bekanntlich an unterschiedlichen Stellen seines Œuvres den auf ihn gekommenen griechischen Mythos kritisiert, der sich ihm nicht nur in der bildenden Kunst, sondern vor allem in den maßgeblichen Texten der archaischen und frühklassischen Literatur, besonders der Poesie, darbot, platziert er dennoch in gleich mehreren Werken, meist an prominenter Stelle, eigene mythische Entwürfe, um wichtige Inhalte seiner Lehre in anderer sprachlicher Fassung zu vermitteln.
Eben diese beiden Möglichkeiten der Annäherung spiegeln sich nicht zufällig auch in den Schwerpunkten der neueren Forschung. Diese widmet sich dann, wenn sie dem Religiösen bei Platon nachgeht, insbesondere Werken wie der , in der die Ideenlehre am ausführlichsten ausgebreitet wird, oder dem , dem in der späteren Antike wohl wirkungsmächtigsten Dialog, der in einer deutlich mythisch geprägten Sprache die Erschaffung der Welt durch den einen Demiurgen zum Thema hat. Allerdings: So verständlich diese Schwerpunktsetzung sein mag, es erscheint lohnenswert, Religion und Theologie, Gott, Göttern und menschlichem Glauben auch in solchen platonischen Schriften nachzugehen, die auf dieses Thema hin bislang weniger befragt worden sind – wie etwa im , das im folgenden einmal näher in Augenschein genommen werden soll.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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