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Als Achtjähriger ist Lukas amüsiert, wie ein kleines Nashorn seine Pommes frites zerstampft, und nennt dieses Nashorn STÄMPFCHEN. Seine Mutter macht ihm Kartoffelbrei schmackhafter, indem sie diesen "Stämpfchenbrei" nennt. Als Elfjähriger trifft Lukas, der sich jetzt "Lukelf" nennt, auf die gleichaltrige Wanda Lina, die sich "Weidlina" nennt. Zunächst vertragen sie sich nicht sonderlich, müssen sich aber zusammenraufen, als sie im Wald einen Luchs entdecken. Da diese Tierart stark gefährdet ist, wollen sie anregen, dass ein leer stehendes Haus zu einem Refugium für Luchse gemacht wird. Dann aber erfahren sie, dass dieses Haus zu einer Unterkunft für Asylbewerber, vor allem aus Syrien, werden soll. Zunächst ärgert sie das; bald aber treffen sie auf Jamila und Ali, zwei syrische Flüchtlinge in ihrem Alter. Zusammen mit diesen sowie der kleinen Erika und dem etwas jüngeren Seppi geraten sie mit Schmugglern aneinander. Werden sie gemeinsam mit diesen Gaunern fertig werden?
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Norbert Schimmelpfennig
Stämpfchenbrei, Luchsfritten und Schmugglersalz
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Im Zoo
Die zwei Imbissstände
Das Haus im Wald
Die zwei Flüchtlingskinder
Abermals im Zoo
Impressum neobooks
Die Nashörner im Zoo dösten in der Mittagssonne, hatten sich gerade satt gefressen.
Da erschien auf der anderen Seite des Grabens vor ihrem Gehege die Familie Zahlenkaiser:
Frau und Herr Zahlenkaiser, sowie Lukas, ihr achtjähriger Sohn, der seit seinem letzten Geburtstag immer Lukacht genannt werden wollte. Seine Haare und sein Hemd waren ähnlich gelb wie die Pommes Frites, die er aus einer großen Schachtel mit den Fingern herauszog und in den Mund steckte.
Allmählich wurden ihm die Pommes zu viel, und zu ruhig schienen ihm die drei Nashörner auf der anderen Seite des Grabens, verglichen mit den Affen, die sie sich kurz zuvor angesehen hatten, doch ähnlich nervig ruhig wie die heimischen Luchse vorhin.
Da warf er einfach seine Portion den Nashörnern zu, vor die Füße des kleinsten von ihnen, offenbar das Baby der beiden anderen. Dieses richtete sich jetzt auf und stampfte auf die Pommes.
Die beiden großen Nashörner schnaubten und stampften ebenfalls, in Richtung des kleinen.
Lukacht rief ihnen zu:
„Dich da links nenne ich Schnaub-stampf-stampf-schnaub, dich da rechts Stampf-schnaub-schnaub-stampf! Und dich kleines nenne ich ganz einfach Stämpfchen!“
„So schnell bekommst du keine neuen Pommes frites!“, sagte seine Mutter, und er erwiderte:
„Bis heute Abend bin ich auch satt!“
„Das wollen wir doch sehen!“, meinte sein Vater.
Die Mutter hatte ähnlich blonde, glatte Haare wie ihr Sohn; der Vater trug kurze, schwarze Haare und einen dunklen Schnurrbart.
Inzwischen hatte das kleine Nashorn die Pommes vollständig zu Brei zerstampft, und die drei Menschen gingen weiter.
Später, am Ausgang des Zoos, wo sich ein Imbissstand befand, bekam der Junge doch wieder Appetit. Seine Mutter seufzte, und sein Vater sagte:
„Na gut! Aber dass du morgen auch Muttis Kartoffelbrei isst!“
Beim Gedanken an Kartoffelbrei verzog Lukacht sein Gesicht, den mochte er gar nicht.
Doch seiner Mutter kam ein Gedanke, den sie ihrem Mann zuflüsterte, der dazu mit einem Lächeln nickte.
Und am nächsten Tag verkündete sie laut, als sie Würstchen mit Sauerkraut und eben Kartoffelbrei auftischte:
„Dieser Brei heißt ab sofort Stämpfchenbrei!“
Und in seiner Mitte steckte ein kleines Nashorn aus Schokolade. Da langte Lukacht schon viel lieber zu.
