Milchohr - Norbert Schimmelpfennig - E-Book

Milchohr E-Book

Norbert Schimmelpfennig

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Beschreibung

In Milchohr hält ein Junge sein Ohr an eine Schranklücke, die zur Geisterwelt führt. Daraufhin wird sein Ohr weiß wie Milch, dafür aber erlangt er neue Fähigkeiten … In Kürbis gegen Skelett treffen zwei Kinder an Halloween in ihrem neuen Haus auf den Geist eines ehemaligen Kriegsgefangenen, den sie vielleicht erlösen können … In Schloss Neuherzstein und Altherzstein haben sich zwei Kinder eine App auf ihre Smartphones geladen, mit der sie Geisterstimmen hören können. Auch sie können vielleicht ein Gespenst von seinem Fluch erlösen … In Neue Haare für den Teufel möchte an Halloween ein machtgieriger Bürgermeister dem Teufel ein Geschenk machen. Doch eventuell ist der Teufel daran gar nicht interessiert … In Neues vom Teufel mit den drei Plutoniumhaaren landen ein paar Seelen vor dem Teufel, haben jedoch eine Chance, ins Paradies zu gelangen …

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Seitenzahl: 22

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Norbert Schimmelpfennig

Milchohr

und weitere Gespenstergeschichten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Milchohr

Kürbis gegen Skelett

Schloss Neuherzstein und Altherzstein

Neue Haare für den Teufel

Neues vom Teufel mit den drei Plutoniumhaaren

Impressum neobooks

Milchohr

Casper der Geist liebte es, mit der Pforte zur Welt der Sterblichen zu spielen. So auch an diesem Tag, als das Haus überraschenden Besuch erhielt: Erstmals seit langem hatte der Balltänzer, ein etwa zwölf Jahre alter Junge, jemanden zu sich eingeladen. In letzter Zeit hatte der Junge immer nur mit seinem Fußball getanzt, manchmal allein, manchmal mit seiner älteren Schwester, der das Zimmer daneben gehörte.

Die Pforte zur Welt der Sterblichen befand sich in einer Lücke zwischen zwei Schränken, die schon seit hundert Jahren in diesem Haus standen und von den jetzigen Bewohnern übernommen worden waren. Sehr lange hatte das Haus leer gestanden, doch mittlerweile mussten auch schon Jahre vergangen sein, seit die jetzige Familie eingezogen war. Am Anfang lag der blonde Junge, dem dieses Zimmer jetzt gehörte, in einer Wiege und wurde von seinen Eltern und seiner größeren Schwester in den Arm genommen. Aber nun war er fast genauso groß wie seine Schwester, die immer wieder mal rüberkam. Dann tanzten beide manchmal um den Fußball herum oder sprangen immer wieder über ihn hinweg. Deshalb hatte Casper die beiden einmal Balltänzerin und Balltänzer genannt.

An diesem Tag jedoch besuchte ein Junge mit schwarzen Haaren den Balltänzer, war fast genauso groß wie dieser. Casper konnte immer sehr gut hören, was die Menschen sprachen – umgekehrt freilich nicht. So hörte er den fremden Jungen jetzt sagen:

„Gibt es eigentlich noch einen Raum neben deinem Zimmer?“

„Nur das Zimmer meiner Schwester!“, antwortete der Balltänzer, aber der fremde Junge fragte weiter:

„Ich meinte auf der anderen Seite, wo die zwei großen Schränke stehen! Euer Korridor reicht ja noch weiter, da wäre noch Platz für einen weiteren Raum!“

„Nein, wirklich nicht!“

Doch jetzt streckte der fremde Junge seine linke Hand in die Lücke zwischen den Schränken, klopfte gegen die Wand und hielt gleichzeitig sein linkes Ohr in die Lücke, so weit er konnte. Ehe Casper sich verziehen konnte, hatte er schon dieses Ohr berührt. Zwar spürte der Junge dies nicht, aber als er sich wieder zu seinem Freund drehte, sah dieser ihn seltsam an. Ohne sich etwas zu denken, sagte er:

„Es hört sich irgendwie hohl hinter der Wand an! Aber was starrst du mich denn so an?“

„Dein linkes Ohr, Michi – es ist ganz weiß geworden!“