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Praktische "Hands-on"-Empfehlungen für sicheres Handeln
Optimieren Sie Ihre persönliche perioperative Patientenversorgung in Anästhesie und Intensivmedizin und erhöhen Sie die Sicherheit Ihrer Patientinnen und Patienten.
Vor jeder Anästhesie ergeben sich für den Anästhesisten viele Fragen: Welche Besonderheiten muss ich bei diesem Eingriff und dieser Patientengruppe beachten? Welche Medikamente benötige ich? Welche Komplikationen sind möglich?
Die Antworten finden Sie in diesem kompakten Buch, in dem alle Arbeitsabläufe und Schnittstellen handlungs-, problem- und zielorientiert dargestellt sind. Gezielt nachschlagen, schnell finden und von der jahrelangen klinischen Erfahrung der Autoren profitieren.
Das Konzept:
Der Inhalt:
Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 791
Veröffentlichungsjahr: 2021
Michael Winterhalter, Timur Puschmann D.E.S.A.
Christian Alms, Katja Hahn, Patrick Haltermann, Maike-Kristina Hassenpflug, Alexander Hein, Hanns-York Helmold, Patrick Herz, Paul Ihle, Moritz Jaeger, Sönke Janzen, Philipp Kral, Robertas Celkis, Michael Kuhlmann, Daniel Lohr, Christian Lux, Manfred Meyer, Katharina Maria Puschmann D.E.S.A., Sabrina Regelin, Ann-Kathrin Riegel, Martin Rothe, Andreas Schilling, Marie-Jeannette Stahnke, Janica Cordes, Astrid Stegemann, Marion Steverding, Silke Sündermann, Hauke Supthut, Domenic Trieschmann, Ralf Trimmel, Eike Wrieden, Marina Zdravkovic, Christian Delle, Maike Doden, Judith Gal, Jürgen Gatzka, Michael Germeshausen, Andreas Haeckel
264 Abbildungen
Entscheidungen und Therapiepfade in der Medizin unterliegen einem ständigen Erneuerungs- und „Update“- Prozess.
In der klinischen Praxis orientieren wir uns als Ärzte an den gültigen Leitlinien der Fachgesellschaften und der aktuellsten wissenschaftlichen Literatur. Das Ziel ist es unsere Patienten mit der sichersten, bestverträglichsten und effizientesten Medizin auf höchstem Niveau zu versorgen.
Aufgrund der hohen Arbeitsteilung und vielfältigen interdisziplinären Zusammenarbeit im operativen Bereich und den zunehmenden ökonomischen Anforderungen ist es entscheidend, die täglichen Routineprozesse, im Sinne einer gleichbleibenden Versorgungssicherheit und Reproduzierbarkeit zu standardisieren und dennoch so flexibel zu sein, dass man auf akute Veränderungen sofort reagieren kann.
Vor diesen aktuellen Hintergründen haben wir ein SOP-Handbuch (=Standard Operating Procedures) mit den aus unserer Sicht wichtigsten Standards in der Anästhesiologie zusammengestellt, sowie sie derzeit in unseren eigenen Kliniken in Bremen und Berlin in der täglichen Routine zur Anwendung kommen. Darüber hinaus haben wir als Ausblick aber auch sehr spezielle Themen wie dem anästhesiologischen Vorgehen der Implantation eines Linksventrikulären Herzunterstützungssystem oder thorakalen Operationen mit dem DA Vinci Roboter dargestellt.
Das Format der SOPs bietet uns dabei zum einen die nötige Verbindlichkeit im klinischen Alltag und zum anderen aber auch die nötige Flexibilität sich an akute Neuerungen anpassen zu können.
Dabei war unser primärer Fokus praktische aktuelle „Hands-on“-Empfehlungen zu erstellen, die auf die höchstmögliche Sicherheit unserer Patienten abzielen und gleichzeitig die aktuellen Themen der meisten operativen Bereichen abbilden. Natürlich sollen SOPs nicht die Lektüre eines Lehrbuchs ersetzen. Dies war und ist in keiner Hinsicht unser Anspruch.
Ein besonderer Schwerpunkt dieses Buches liegt im Bereich der ultraschallassistierten und ultraschallgeführten Punktionen, Interventionen und Regionalanästhesien. Zu jedem dieser Themen haben wir eine aktuelle Handlungs- und eine Medikamentendosierungsempfehlung gegeben. Des Weiteren haben wir aktuelle Bilder zum klinischen Vorgehen mit den wichtigsten „Pitfalls“ in jedem Kapitel aufgeführt. Natürlich spiegeln „praktische Empfehlungen“ zum Vorgehen bei bestimmten Operationen sowie Einsatz und Dosierung bestimmter Medikamente auch immer die sehr persönlichen Meinungen und Erfahrungen der Herausgeber und Autoren wieder. Daher sind vor Übertragung der hier vorgestellten SOPs in die eigene Klinik und Anwendung am Patienten diese selbstverständlich kritisch zu hinterfragen und sehr sorgfältig zu prüfen.
Wir wünschen, dass unser Buch dem Berufsanfänger/in, durch viele anatomische und physiologische Hintergründe, und klare Handlungsempfehlungen einen sicheren Start in das Berufsleben ermöglicht, aber auch dem erfahrenen Facharzt/in als Nachschlagewerk dient. Kolleg/innen in leitender Position hoffen wir mit unseren SOPs ein umfangreiches Glossar für die klinikeigenen Prozesse basierend auf den aktuellsten Leitlinien und Empfehlungen geben zu können.
Michael Winterhalter
Timur Puschmann
1 Akutes Koronarsyndrom
2 Anaphylaxie
3 Aspiration
4 Bronchospasmus
5 Epileptischer Anfall
6 Hyper- oder Hypokaliämie
7 Hypothermie
8 Kindlicher Fieberkrampf
9 Systemische Lokalanästhetikaintoxikationen
10 Lungenarterienembolie
11 Maligne Hyperthermie
12 Medikamentöse Intoxikationen
13 Spannungspneumothorax
14 Polytrauma im Schockraum
Janica Cordes
Übersicht
Allergenexpostion sofort unterbrechen
Sauerstoffgabe
medikamentöse Therapie je nach Stadium
Material
peripherer Venenkatheter (möglichst großlumig, möglichst mehr als einer)
ggf. arterielle Kanüle
ggf. ZVK
Temperatursonde
Alpha-Card, falls ZVK-Anlage erfolgt
ggf. Dauerkatheter
ggf. Magensonde
Relaxometrie, falls Intubation erfolgt
ggf. Tubus
Medikamente
kausal:
Allergenexposition unverzüglich stoppen!
Adrenalin 0,3–0,5 mg i.m. ab 30 kgKG bzw. 0,01ml/kgKG i.m. bei 1mg/ml, 50–100µg i.v., bis zu 1000µg, Kinder 1µg/kgKG
Prednisolon 250mg, 500mg bis zu 1000mg i.v., Kinder 5–10mg/kgKG
Ranitidin (H2-Blocker; 10mg/ml) 50mg (1 Amp.) i.v., Kinder 1mg/kgKG
Dimetindenmaleat (H1-Blocker; 1mg/ml) 4mg (1 Amp.) i.v., 0,1mg/kgKG, Kinder 0,03mg/kgKG
symptomatisch:
balancierte Vollelektrolytlösung, z.B. Jonosteril 500–1000ml, Kinder 20ml/kgKG
Salbutamol vernebeln oder Reproterol i.v. 1µg/kgKG
ggf. Intubation und Atemwegssicherung, dann Thiopental (500mg/20ml) 3–7mg/kgKG i.v., dann Isofluran 0,7 MAC (minimale alveoläre Konzentration), Sufentanil (50μg/10ml) 0,3–0,5μg/kgKG zur Einleitung, Rocuronium (50mg/5ml) 0,6mg/kgKG i.v.
Ultima Ratio bei Status asthmaticus: Esketamin i.v. 1–2mg/kgKG
Anaphylaxie ist eine meist immunologische Reaktion – am häufigsten eine Typ-1-IgE-vermittelte allergische Reaktion vom Soforttyp – auf ein Antigen, das über die Aktivierung von Mastzellen und Basophilen eine Mediatorfreisetzung bewirkt (Histamin, Prostaglandine, Leukotriene u.a.), die sich äußern kann in
Hauterscheinungen
Atembeschwerden
Kreislaufbeschwerden
zerebralen Störungen
gastrointestinalen Störungen
Allgemeine Auslöser können eine Vielzahl von Stoffen sein, z.B. Pollen, Insekten- und Schlangengifte, Medikamente und Nahrungsmittel.
Die häufigsten anästhesiespezifischen Auslöser sind:
Antibiotika
Muskelrelaxanzien
Latex
Kontrastmittel
Analgetika
In ca. 25 % der Erkrankung ist kein Trigger zu finden.
Die perioperative Häufigkeit der Anaphylaxie liegt bei 1:3500 bis 1:20000, die Letalität wird mit 1:100000 bis 1:250000 Narkosen beziffert.
Das Vorgehen bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion ist in ▶ Abb. 2.1 dargestellt.
Vorgehen bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion.
Abb. 2.1
(Quelle: nach Bohn A. Anaphylaxie. In: Gräsner J, Wnent J, Löcker J, Hrsg. Notfallsanitäter werden! 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2016. doi:10.1055/b-004-129717)
Hauterscheinungen (ca. 90%):
Pruritus
Flush
Erythem
Urtikaria
Angioödem (auch an Arealen, die keinen direkten Antigenkontakt hatten)
Atemnot:
Globusgefühl durch Uvulaschwellung
kloßige Sprache
Kribbeln der Zunge
Speicheln
gastrointestinale Symptome:
Koliken
Erbrechen
Diarrhö
Hämodynamik:
Tachykardie
Hypotonie
periphere Vasodilatation
Schock
zerebrale Symptome:
Angst
Kopfschmerzen
Schwindel
Verwirrtheit
Bewusstseinseinschränkung
Synkopen
Krampfanfälle
bei jungen Kindern Unruhe und Rückzugsverhalten
allgemeine Maßnahmen:
Auslöser suchen
Kontakt zur auslösenden Noxe unterbrechen (z.B. Latex entfernen)
Lagerung nach Zustand: z.B. Oberkörperhochlagerung bei Atemnot, Schocklagerung
Sauerstoffgabe und Sicherung der Atemwege
möglichst großlumige Zugänge mit kolloidalen/kristalloiden Infusionen
Monitoring: Blutdruck, Pulsoxymetrie, EKG
Überwachung: möglichst 12-stündige Monitorüberwachung, auch bei Therapieerfolg
spezifische Maßnahmen in Abhängigkeit vom Stadium und den Symptomen:
Stadium 0:
lokale Hautreaktion
keine Therapie notwendig
Stadium 1:
ausgeprägte Hautreaktionen
Schleimhautreaktion (Nase, Augen)
Allgemeinreaktion (z.B. Unruhe)
H1- und H2-Antagonisten (Dimetindenmaleat/Ranitidin) i.v., i.v. Zugang, Sauerstoff, 50–250mg Prednisolon i.v.
Stadium 2:
Kreislaufdysregulation
Luftnot/leichte Dyspnoe
Stuhl-Harn-Drang
zusätzlich zur Therapie von Stadium 1: Beta-2-Mimetika, Adrenalin 0,3–0,5mg i.m. Oberschenkel (ab 30–50kg), Adrenalin-Inhalation (2mg über Vernebler), forcierte Volumentherapie mit Kristalloiden und/oder Kolloiden, Betasympathomimetika inhalativ (z.B. Salbutamol) bei Bronchialobstruktion
Stadium 3:
Schock ( ▶ Abb. 2.2)
Dyspnoe/Bronchospasmus
Bewusstseinstrübung/-verlust
zusätzlich zu Therapie von Stadium 1 und 2: Adrenalin i.v. (1mg verdünnt fraktioniert 0,3–0,5mg alle 5–10min), 1000mg Prednisolon i.v., evtl. Theophyllin, Nordadrenalin, forcierte Volumentherapie mit Kristalloiden und/oder Kolloiden
Stadium 4:
Atem-/Kreislaufstillstand
Reanimation, forcierte Volumentherapie mit Kristalloiden und/oder Kolloiden
Adrenalin:
Aktivierung der Alpha- und Betarezeptoren, mastzellstabilisierende Wirkung
primär i.m. Gabe außer bei Reanimation, da weniger kardiale Nebenwirkungen zu erwarten sind, inhalative Gabe von Adrenalin ersetzt nicht die parenterale
Es gibt keine absolute Kontraindikation in einer lebensbedrohlichen Situation, jedoch ist Vorsicht geboten bei kardial vorerkrankten Patienten. Auch eine Schwangerschaft ist keine absolute Kontraindikation.
Eine Therapie mit Betablockern kann zu verminderter Wirkung vasoaktiver Medikamente führen. Dann kann Glukagon verabreicht werden.
Dopamin: bei ungenügendem Ansprechen auf Adrenalin 2–15μg/kgKG/min
Noradrenalin:
bei ungenügendem Ansprechen auf Adrenalin und Volumengabe
Noradrenalin-Perfusor mit 0,2mg/50ml (0,004mg/ml) oder Noradrenalin-Perfusor mit 5mg/50ml (0,1mg/ml) über ZVK
Volumen:
kolloidale Infusionslösungen können erwogen werden bei fehlender Ansprache auf Gabe größerer Mengen kristalloider Lösungen, jedoch zurückhaltender Einsatz
Cave: Gelatine- und Dextranlösungen können selber Auslöser von Anaphylaxien sein
Kardiopulmonale Reanimation bei anaphylaktischem Schock.
Abb. 2.2
(Quelle: © German Resuscitation Council (GRC) und Austrian Resuscitation Council (ARC) 2015. A. Truhlář, C.D. Deakin, J. Soar et al (2015) Kreislaufstillstand unter besonderen Umständen. Kapitel 4 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council. Notfall Rettungsmed, doi: 10.1007/s10049-015-0096-7)
Die anaphylaxiespezifische Mastzell-Tryptase kann in Blutproben nachgewiesen werden:
Die Tryptase wird von aktivierten Mastzellen ausgeschüttet und ist ein für aktivierte Mastzellen hochspezifischer Parameter.
Der Tryptase-Spiegel wird bestimmt
zur Diagnostik beim anaphylaktischen Schock
zur postmortalen Diagnose beim Asthmatod
zur Diagnostik der Mastozytose
bei der Provokationstestung auf eine allergische Rhinitis
Der Tryptase-Nachweis muss innerhalb von 2 h nach allergischer Reaktion stattfinden.
Es können auch allergenspezifische IgE-Antikörper nachgewiesen werden:
Hierbei werden die IgE-Spiegel ermittelt, die sich konkret gegen eine Allergenquelle richten.
Heute üblich sind FEIA- (Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay) und EIA-Bestimmungen (Enzym-Immunoassay).
Sollte die anaphylaktische Reaktion perioperativ aufgetreten sein, sollte wie folgt vorgegangen werden:
Dem Patienten sollte bis zur endgültigen Klärung der Ursache der Anaphylaxie ein Anästhesieausweis mit den möglichen Ursachen der Reaktion ausgestellt werden.
Dem Patienten muss mitgeteilt werden, dass man erst 4 Wochen nach der Reaktion spezifische IgE-Antikörper nachweisen kann.
Der Patient muss nach dem Krankenhausaufenthalt zu seinem Allergologen/Dermatologen zur weiteren Allergietestung/Hauttest/Pricktest zur Ursachenabklärung überwiesen werden. Dort muss der Patient seinen Anästhesieausweis vorlegen, damit der Allergologe weiß, auf welche Substanzen er testen muss.
Bei anaphylaktischem Schock oder schwerer Anaphylaxie Erstellung eines Ereignisberichtes.
Die gezielte Anamnese umfasst neben früheren Narkosezwischenfällen auch ganz konkret die bekannten Allergene und das bisherige Therapiekonzept.
Zudem sollten alle Hochrisikopatienten vor der Narkoseeinleitung Dimetindenmaleat und Ranitidin i.v. erhalten.
Die vorherige Einnahme von Betablockern, ACE-Hemmern oder nicht steroidalen Antirheumatika kann die Symptome einer Anaphylaxie verstärken.
Unabhängig von der Wahl des Narkoseverfahrens jeglichen Kontakt mit den auslösenden Allergenen vermeiden.
Sollte ein Kontakt mit einem Allergen unvermeidlich sein, so sollte der Patient ca. 15–30min vor dem Kontakt Dimetindenmaleat, Ranitidin und mindestens 250mg Prednisolon i.v. zur Vorbereitung erhalten und es sollte eine Intubationsbereitschaft mit Adrenalin zur Verfügung stehen.
Stressbedingte Einflüsse eliminieren, möglichst entspannte und ruhige Atmosphäre bei der Narkoseeinleitung schaffen.
Die Indikation zur invasiven Blutdruckmessung und zur Anlage eines ZVK ist nach den gängigen Kriterien zu stellen.
Zur Narkoseeinleitung und Aufrechterhaltung eignen sich alle i.v. verabreichten Anästhetika (Propofol, Benzodiazepine, Barbiturate und Etomidat). Als Analgetika stehen alle gängigen Opiate zur Verfügung. Eine Muskelrelaxierung ist mit allen nicht depolarisierenden Relaxanzien (Rocuronium, Cis-Atracurium) möglich, so keine Allergie gegen eines der genannten Medikamente besteht.
Bei unauffälligem Narkoseverlauf kann der Patient, nach seinem postoperativen Aufenthalt im Aufwachraum, auf die normale Station verlegt werden.
Bei perioperativer Anaphylaxie muss der Patient in Abhängigkeit von seiner klinischen Verfassung mindestens 12 h an einem Monitor überwacht werden (Aufwachraum/IMC/ICU).
Robertas Celkis, Janica Cordes
Besonderheiten
Basisinfos
IMC (Intermediate Care)/ICU (Intensive Care Unit)
Material
ggf. arterielle Kanüle
PVK (periphere Venenverweilkanüle)
ggf. ZVK (zentraler Venenkatheter)
ggf. Dauerkatheter
Magensonde
Temperatursonde
Medikamente
balancierte Vollelektrolytlösung, z.B. Jonosteril
Material
PVK 2-mal
Tubus
ggf. arterielle Kanüle in Lokalanästhesie
ggf. ZVK
Bronchoskopie
Temperatursonde
Alpha-Card
Dauerkatheter
Magensonde
Absaugung
Relaxometrie
Medikamente
balancierte Vollelektrolytlösung, z.B. Jonosteril 1000ml
Propofol-1-%-Perfusor (50ml), zur Einleitung 1,5–2,5mg/kgKG
Sufentanil (50µg/10ml) 0,3–0,5µg/kgKG zur Einleitung
Remifentanil-Perfusor 40µg/ml (2mg/50ml)
Rocuronium (50mg/5ml) 0,6mg/kgKG i.v.
ggf. Piritramid (15mg/10ml) zur Ausleitung, 0,1mg/kgKG
Atropin (0,5mg/ml)
Noradrenalin (4µg/ml) 10ml
Noradrenalin-Perfusor mit 0,2mg/50ml (0,004mg/ml)
bei Bronchospasmus:
2 Hübe Salbutamol inhalativ bei Bedarf
Reproterol 1µg/kgKG i.v. bei Bedarf
Prednisolon 250–1000mg i.v. bei Bedarf
Ranitidin 50mg i.v. als Kurzinfusion bei Bedarf
Einatmen von flüssigem oder festem Material in die Atemwege Inzidenz: 1/6000 Narkosen, bei Schwangeren ab dem 2. Trimenon 1/1000 Narkosen.
Letalität bei Erwachsenen 3–8 %
Risikofaktoren:
nicht nüchterner Patient
Refluxkrankheit
Notfalleingriff
Adipositas
Ileus
Intoxikation
Hirndruck
Blutungen im Nasopharynxbereich
Schwangerschaft ab dem 2. Trimenon
eingeschränkte Vigilanz
schwieriger Atemweg
Übelkeit/Erbrechen präoperativ
Merke
Bei Risikopatienten „rapid sequence induction“ (RSI) durchführen.
Rechtzeitige Verabreichung von Antazida, H2-Antagonisten und Protonenpumpenhemmern vor der Intubation senkt das Risiko der Aspiration und ihrer Auswirkungen, da insbesondere ein niedriger pH-Wert des Aspirats problematisch ist.
Dosierung Ranitidin: 150mg p.o. am Abend und Morgen präoperativ
Dosierung Omeprazol: 40mg p.o. am Abend und Morgen präoperativ
keine weitere Maskenbeatmung
Kopftieflagerung des Patienten
Absaugen
Intubation
vor Beatmungsbeginn endotracheal absaugen
kontrollierte Beatmung (FiO2 1,0)
ggf. pH-Bestimmung des Aspirats und Probe zur mikrobiologischen Diagnostik
Bronchoskopie und Entfernung grober Partikel, dabei keine bronchoalveoläre Lavage – Cave: Verteilung in der gesamten Lunge
symptomatische Therapie:
PEEP („positive end-expiratory pressure“) erhöhen
Expirationszeit verlängern
Bronchospasmolytika
Normotonie
Steroide nur bei Bronchospasmus
ggf. Abbruch der Operation und Verlegung auf die Intensivstation in Abhängigkeit von der Dringlichkeit des Eingriffs und der Funktion der Lunge nach der Aspiration
Merke
Keine prophylaktische Gabe von Antibiotika zur „Pneumonieprophylaxe“ nach Aspiration von Mageninhalt.
Verlegung auf die Intensivstation, beatmet oder extubiert in Abhängigkeit von der Lungenfunktion. Extubation nur wach bei ausreichenden Schutzreflexen.
Röntgen-Thorax-Kontrolle, ggf. CT-Thorax
Bronchoskopiekontrolle, bei putridem Sekret mikrobiologische Untersuchung, bei Klinik und/oder Infektzeichen Antibiotikagabe nach Keimspektrum
Sönke Janzen
Besonderheiten
Basisinfos
neurologische Klinik
Material
Pulsoxymetrie
PVK (periphere Venenverweilkanüle) 1-mal 1,6 mm(18 G)
Ohrthermometer
Wärmedecke
Blutzuckermessgerät
ggf. Halswirbelsäulenschiene
Sauerstoffmaske
EKG
nicht invasive Blutdruckmessung
MAD („mucosal atomization device“)
ggf. Vakuummatratze
Medikamente
balancierte Vollelektrolytlösung, z.B. Jonosteril 1000ml
Material
PVK 1-mal: 1,6mm (18 G)
Pulsoxymetrie
Blutzuckermessgerät
nicht invasive Blutdruckmessung
EKG
MAD („mucosal atomization device“)
Ohrthermometer
ggf. Halswirbelsäulenschiene
ggf. Vakuummatratze
Wärmedecke
Intubationsbereitschaft bei Status epilepticus
Medikamente
balancierte Vollelektrolytlösung, z.B. Jonosteril 1000ml
ggf. Glukose 40%, ggf. 8g i.v.
Sauerstoffmaske mit Reservoirbeutel
Medikamente 1. Wahl:
Midazolam (5mg/ml) 0,1–0,5mg/kgKG i.v., nasal, bukkal
Lorazepam 0,05–0,1mg/kgKG i.v.
Clonazepam 0,015mg/kgKG i.v.
