Star Adventure - Matthias Behrens - E-Book

Star Adventure E-Book

Matthias Behrens

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Beschreibung

Der junge Geologe Markus Jakobson untersucht den gerade erst entdeckten neunten Planeten Consus unseres Sonnensystems. Auf einem Flug mit einem Shuttle gerät er in eine Singularität. Er verliert das Bewußtsein und wacht an einem geheimnisvollen Ort wieder auf.Dort trifft er Menschen. Es kommt ihm mit der Zeit immer merkwürdiger vor. Irgendetwas stimmt dort nicht. Sein Leben gerät zunehmend in Gefahr. Eine junge Ärztin verliebt sich in ihn und hilft ihm bei der Flucht. Im 22. Jahrhundert hat die Erde eine Kolonie auf dem Planeten Tyr im System Epsilon Eridanus. Dort öffnet sich ein Wurmloch und es passieren unheimliche Dinge. Corinna und Samantha untersuchen mit dem Raumschiff Aminata wieder merkwürdige Begebenheiten. Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen unheimlichen Vorgängen und dem Verschwinden von Markus Jakobson?

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Seitenzahl: 323

Veröffentlichungsjahr: 2025

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„Es gibt keinen bequemen Weg, der von der Erde zu den Sternen führt.“

Zitat:

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. u. Z. bis 65 n. u. Z.), römischer Philosoph und Naturforscher

„Wenn es gut ist, dass die Welt besteht, so ist es nicht weniger gut, dass auch jede der unzähligen anderen Welten bestehen.“

Zitat:

Giordano Bruno (eigentlich Filippo Bruno, 1548 bis 1600)

italienischer Naturphilosoph, Priester, Dichter, Astronom

Inhaltsverzeichnis

Motto

Prolog

I. Teil

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

II. Teil

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

III. Teil

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

IV. Teil

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

V. Teil

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

Epilog

Die bisherigen Abenteuer von Corinna und Samantha

Prolog

Majestätisch sieht er aus, der Olympus Mons. Er ist der höchste Vulkan in unserem Sonnensystem. Noch aus tausend Kilometer Entfernung kann man seine majestätische Größe bewundern. Er ist einfach riesig.

Mit seinen 22 Kilometern Höhe übertrifft er den irdischen höchsten Berg Mount Everest mit seinen 8848 Metern um das Zweieinhalbfache. Selbst wenn man den Mauna Kea auf Hawaii als Maßstab nimmt, ist der Olympus Mons noch doppelt so hoch. Der Mauna Kea ist über 10000 Meter hoch von seinem Sockel auf dem Meeresboden bis zum Gipfel. Wenn man auf dem Gipfel des Olympus Mons steht, bemerkt man allerdings nicht, dass man auf solch einem Giganten steht, denn auch seine Ausdehnung ist gewaltig. Er sieht oben so aus wie eine Hochebene. Ein paar Hügel hier, ein paar Geröllfelder dort. Nur von einer großen Entfernung aus sieht man seine gewaltige Größe.

Corinna und Fred stehen gerne auf den Kegeln Ulysses Colles des Tharsis Vierecks. Von hier hat man eine fantastische Sicht auf den Olympus Mons und anderen Vulkanen, wie den Ceraunius Tholus und den Uranius Tholus. Immer wenn sie auf dem Mars sind besuchen sie diesen Ort. Man kann von hier aus auch die Siedlungen 'New Philadelphia' und 'Novo Maputo' sehen.

Corinna Mumba und Fred Kleinschmidt sind nun schon 65 Jahre alt. Ihr ganzes Leben haben sie den Kosmos bereist. Auf einer Expedition zum Planeten Uranus haben sie sich kennen und lieben gelernt.

Seitdem sind sie unzertrennlich. Sie haben eine gemeinsame Tochter, welche ebenso im Weltraum forscht. Corinna ist im Kongo geboren und in Namibia aufgewachsen. Fred ist ein später Nachfahre deutscher Auswanderer in Namibia. Sie haben gemeinsam mit ihren Weltraumkameraden viele haarsträubende und lebensgefährliche Abenteuer erlebt. Sie merken aber selbst, dass das Alter sein Tribut fordert. Deshalb entschlossen sie sich, nur noch auf einer Frachtroute zwischen dem Mars und einer Kolonie auf dem Planeten Tyr im System Ran(Epsilon Eridanus) zu fliegen. Dort warten Freunde. Zum einen ihre quasi Ziehtochter Samantha Brown. Mit ihr und ihrem Freund John York fliegt Corinna seit der Gaia-Expedition zusammen. Schon zahlreiche gefährliche Expeditionen haben Corinna und Samantha seitdem gemeinsam durchgeführt.

Samantha ist eine australische Aborigines. Sie ist zwanzig Jahre jünger als Corinna. Aber beide sind trotzdem unzertrennlich. Selbst wenn viele Lichtjahre zwischen ihnen liegen. Corinna freut sich wie immer auf ein Wiedersehen. Auch die anderen Bewohner der Siedlung auf Tyr sind ihr sehr ans Herz gewachsen. Nun brechen sie wieder auf zum System Ran. Aber es ist immer noch spannend, durch die Oortsche Wolke zu fliegen. Überall warten immer noch spannende Abenteuer. Nun ist es aber auch an der Zeit über ein Ende dieser Frachtflüge nachzudenken. Jetzt sind Corinna und Fred wieder unterwegs nach dem System Ran. Und selbst ein Frachtflug birgt immer noch einige Risiken und Gefahren. Wird dies nun wieder ein weiteres Abenteuer oder ein routinemäßiger Flug?

I.

1.

Das grandiose Band der Milchstraße ist nirgends so beeindruckend wie über den Ebenen des Consus.

Dieser Planet ist erst Mitte des 22. Jahrhunderts entdeckt worden. Er ist etwa so groß wie die Erde.

Seine Oberfläche ist stark zerklüftet und von vielen Einschlagkratern übersät. Dieser neunte Planet unseres Sonnensystems ist im Durchschnitt dreihundert Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Er ist der letzte große Himmelskörper unseres Systems. Die Sonne ist hier nur ein Stern unter vielen. Sie leuchtet hier draußen nur ein kleines bisschen heller als Sirius.

Es ist das Jahr 2205. Sylvana Alvarez, Batu Ganbaatar und Markus Jakobson vom Raumschiff „Viator“ waren gerade damit beschäftigt, die letzten Gesteinsproben zu verstauen. Sie waren mit zwei Raumfähren mit Warpantrieb vom Mutterschiff, welches bei der Bahn von Sedna eine Parkposition bezogen hat, auf dem letzten Himmelskörper unseres Sonnensystems, der neunte Planet Consus, gelandet.

Er befindet sich sogar außerhalb der Heliopause. Nur die Oortsche Wolke ist weiter entfernt.

„Markus, nimm alle Gesteinsproben und flieg schon mal zur Viator zurück. Batu und ich kommen dann in zwei Stunden nach. Wir wollen diesen Krater noch genauer vermessen.“ sprach Sylvana zu Markus.

Sylvana stammt aus Costa Rica. Markus, ein Norweger, nickte nur und packte die Kisten mit den Proben auf sein kleines Fahrzeug.

„Bestell beim Servoautomaten schon mal einen Kaffee und ein Stück Pflaumenkuchen für mich.“

sagte lachend Batu, der kleine Mongole.

„Du sollst nicht immer nur ans Essen denken.

Irgendwann darfst du sonst auf keine Raummission mehr.“ sprach Markus und lachte ebenfalls.

Markus startete seinen Raumgleiter und fuhr zu seiner Raumfähre. Behutsam verstaute er dort die kostbaren Proben. Nun fuhr er alle technischen Einrichtungen hoch. Die Nervoschaltkreise brauchten nur einige Mikrosekunden. Markus rief das Raumschiff Viator: „Consus an Viator, bitte melden!“

„Hier Viator!“ meldete sich das Raumschiff. Auf dem Monitor erschien eine junge Frau.

„Hallo Susanna, ich komme jetzt mit ein paar Gesteinsproben. Sylvana und Batu kommen in zwei Stunden nach.“ meldete Markus.

„Okay, Markus, verstanden.“ sagte Susanna kurz und schaltete ab.

Markus startete nun seine Raumfähre. Nach nur fünf Minuten war er bereits im Orbit des Planeten Consus.

Er flog noch eine Runde um den Planeten und nahm dann Kurs auf das Mutterschiff Viator. Jetzt konnte er schließlich auf Warpantrieb umschalten. So dauerte der Flug nur ein paar Minuten. Das Schiff Viator und seine Raumfähren waren die ersten Schiffe mit dem neuesten Warpantrieb. Aber seitdem man endlich die dunkle Materie und deren dunkle Energie entdeckte, hatte man die Möglichkeit einen neuen Warpantrieb zu konstruieren. Nur die dunkle Materie hatte genug Energie dafür. Ebenso konnte man nun auch künstliche Schwerefelder in die Raumschiffe einbauen. Nach vielen Testflügen baute man schließlich das Raumschiff Viator mit dem neuen Warpantrieb. Sollte dieser Jungfernflug erfolgreich sein, war ein Flug zu anderen Sternen geplant. Das erste Ziel sollte wahrscheinlich der Stern Epsilon Eridanus sein. Dort gab es eine irdische Kolonie. Die bisherigen Warpraumschiffe benötigten noch sieben Tage zum System Epsilon Eridanus. Das neue Schiff sollte es in zwei Tagen schaffen.

Auch wenn der Flug mit der Fähre nur ein paar Minuten dauern sollte, schaltete Markus die Musikdatenbank ein. Er hörte gern während eines Fluges, und sei er noch so kurz, Musik. Gern summte oder sang er sogar die Lieder mit. Kollegen gefiel das gar nicht. Markus interessierte sich für griechische Geschichte und hörte auch Musik aus Griechenland gern. Susanna sagte einmal: „Markus, du singst laut und falsch.“ Das war Markus aber egal. Er sang trotzdem mit. Er wollte gerade zum Singen ansetzen, da ertönte das grelle Warnsignal. Eine rote Warnleuchte am Armaturenpaneel leuchtete ebenso auf. Plötzlich geriet die Fähre ins Schlingern. Markus sah nur noch Blitze außerhalb der Fähre. Alles drehte sich. Markus fiel vom Sitz. Nur mit Mühe konnte er sich wieder aufrichten. Das Schütteln wurde nun immer schlimmer. Auf Markus seiner Brust lastete ein ungeheurer Druck, sodass er kaum noch atmen konnte. Dann wurde er ohnmächtig.

2.

Dunkelheit. Nicht das geringste Leuchten gab es. Gar nichts. Markus schlug die Augen auf. Er dachte es zumindest. Denn er konnte nichts sehen. Es war ihm, als wäre er blind. Auch zu hören war nichts. Markus bewegte sich. Ein leises Rascheln war zu hören. Er bemerkte, dass er auf etwas Hartem lag. Die Glieder schmerzten schon. Markus tastete mit den Händen.

Plötzlich rutschten beide Hände nach unten. Dabei berührten seine Hände keinen Boden. Er lag also erhöht. Markus konnte nicht fühlen, ob es links und rechts einen Abgrund gab, oder ob es einen Boden gab. Angst machte sich in ihm breit. Was sollte er nun tun? Sollte er versuchen aufzustehen? Was, wenn er auf einer Mauer oder Ähnlichem lag? Markus war wie gelähmt. Er dreht seinen Kopf langsam hin und her.

Aber es war wirklich nichts zu sehen oder zu hören, außer seinen eigenen Geräuschen.

„Hallo!“ schrie Markus laut. Ein leichter Widerhall war zu hören. Es schien also Wände zu geben.

„Hallo, ist da jemand? Kann mich jemand hören?“

schrie Markus. Die beängstigende Stille und die Dunkelheit änderten sich nicht. Markus konnte auch nicht sagen, wie lange er schon so da lag. Waren es erst einige Minuten oder schon Stunden, oder gar Tage? Hunger verspürte er zumindest nicht. Nur die Kehle war etwas trocken. Ein Schluck Wasser würde jetzt gut tun. Langsam kam auch die Erinnerung zurück. Er dachte an den Planeten Consus, an seine Gefährten, und dass er Gesteinsproben zum Raumschiff Viator bringen wollte. Ihm fiel der Zwischenfall ein. Er spürte noch die Last, welche auf seiner Brust war. Aber, wo war er jetzt?

Plötzlich hörte Markus etwas. Ganz leise und immer lauter. Es war ein leichtes Schlürfen zu hören. Waren dies Schritte? Ja, jetzt war es deutlich zu hören. Es waren Schritte.

„Hallo, hallo?“ schrie Markus so laut er konnte.

Plötzlich ging ein gleißendes Licht an. Markus kniff schnell die Augen zusammen. Es blendete stark. Er hört, wie die Schritte langsam auf ihn zukamen.

Unmittelbar vor ihm hörten die Schritte auf. Markus versuchte die Augen zu öffnen. Er sah eine Gestalt vor sich. Langsam gewöhnten sich die Augen an das Licht. Er sah nun eine junge Frau mit halblangen schwarzen Haaren vor sich. Sie sah wie eine hübsche indonesische Frau aus. Sie hatte einen dunklen Teint, und sehr dunkle, schöne Augen. Ihr Mund, ihre Nase waren absolut perfekt.

„Guten Tag“, sprach die junge Frau, „Sie haben lange geschlafen. Wie geht es Ihnen?“

„Wer, wer sind Sie? Und wo bin ich?“ fragte Markus.

„Haben Sie keine Angst. Alles ist in Ordnung. Sie sind in einem Hospital. Wir haben Sie verletzt gefunden.“

sprach die junge Frau.

Markus sah sich um. Es sah tatsächlich wie ein Krankenzimmer aus. Er lag offenbar auf einer Pritsche. Zu seinen Füßen lag zusammengerollt eine Decke. An den Wänden waren seltsame Geräte zu erkennen. Auch ein Monitor war in der Wand eingelassen. Darauf waren verschiedene Anzeigen zu sehen. Bekleidet war er nur mit einem dünnen knielangen Nachthemd.

„Haben sie keine Angst.“ wiederholte die junge Frau und strich ihm mit der rechten Hand sanft über den Kopf. Markus zuckt auf und lächelte dann. 'Sie ist sehr hübsch', dachte Markus. Da öffnete sich die Tür zum Krankenzimmer. Sie war einfach da. Es gab weder eine Klinke noch einen Drücker. Markus sah auch keinen Spalt oder irgendetwas, was auf eine Öffnung in der Wand hindeuten würde. Markus hörte weitere Schritte. Ihm war etwas schwindlig. Ein älterer, grauhaariger Mann tauchte auf. Die junge Frau sah zu ihm und sprach: „Er hat noch leichte Orientierungsschwierigkeiten, aber seine Sinne arbeiten wahrscheinlich normal.“

Plötzlich ging erneut diese Tür auf. Es kam eine etwas metallisch glänzende Gestalt herein. Sie sprach ein paar undeutliche Worte oder Sätze. Der ältere Mann und die junge Frau sahen diese Gestalt an und nickten leicht. Markus konnte sich das nicht erklären.

Er dachte, dass diese Gestalt wahrscheinlich so eine Art Roboter war. Aber er hatte noch nie einen derartigen Roboter gesehen. Er war einmal in einer Klinik. Die Roboter dort hatten aber ein fast menschliches Aussehen und sprachen auch mit einer menschlichen Stimme. Hier schien das ganz anders zu sein. 'Merkwürdig', dachte Markus.

Die junge Frau sah Markus an und fragte: „Können Sie uns Ihren Namen sagen?“

„Mein Name ist Markus Jakobson.“ antwortete Markus.

„Danke.“ sagte die junge Frau kurz.

„Und wer sind Sie?“ fragte Markus nun unverblümt.

Ihm kam es merkwürdig vor, dass sich ihm keiner vorgestellt hat. Das war in Krankenhäusern unüblich.

„Mein Name? Also mein Name ist Zeta“, sagte die junge Frau, „und er ist Chi.“ sie zeigte auf den älteren Herren.

Merkwürdiger Name, dachte Markus. Beide Namen sind Buchstaben des griechischen Alphabetes. Die beiden sahen sich lächelnd an. Die Öffnung in der Wand erschien wieder. Der Roboter verließ nun das Zimmer und die Öffnung verschwand wieder geräuschlos. Markus machte die Augen zu. 'Ich träume bestimmt', dachte Markus.

„Sind Sie beide Krankenschwester und Pfleger?“ fragte Markus dann.

„Wie bitte? Krankenschwester? Oh ja, natürlich, das sind wir.“ sprach die junge Frau und der ältere Herr nickte zustimmend.

„Und, wie komme ich hierher?“ fragte Markus weiter.

Ihm war langsam mulmig zumute.

„Sie sind mit einem Raumschiff in unserem Orbit aufgefunden worden. Sie waren ziemlich krank.“ erklärte Chi.

„Aber, wo bin ich? Ist das die Erde oder eine Außenstation?“ fragte Markus jetzt.

„Das ist die Erde. Sie sind in einem Hospital bei der Stadt Piräus.“ sagte Zeta.

Markus versuchte nun aufzustehen. Ihm kam das Ganze nicht geheuer vor. Das alles klang irgendwie merkwürdig. 'Vielleicht träume ich wirklich?', dachte Markus. Er kniff sich in den Arm. Es tat etwas weh.

Also träumte er nicht. Markus stand nun auf. Er war noch etwas wacklig auf den Beinen. Plötzlich drehte sich alles um ihn Drumherum. Der ältere Herr fasste ihn unter den Arm und legte ihn wieder ins Bett.

„Sie dürfen noch nicht aufstehen. Sie sind noch nicht..., äh, gesund. Bitte bleiben Sie liegen.“ sprach Schwester Zeta und lächelte.

Markus sein Bauch knurrte nun ziemlich deutlich. Er richtete sich auf und sah Schwester Zeta an und sprach: „Ich habe etwas Hunger und Durst.“

„Ich hole etwas für Sie.“ sagte Schwester Zeta und ging hinaus. Pfleger Chi folgte ihr. Markus sah beiden nach und ließ sich wieder auf das Kopfkissen fallen.

Alles fing an, sich um ihn herum zu drehen. Dann verlor Markus das Bewusstsein.

Nach ein paar Stunden schlug er wieder die Augen auf. Sein Kopf schmerzte. Hinter sich hörte er, wie etwas klapperte. Markus lag immer noch im Bett. Er schaute sich um. Das Zimmer war hell erleuchtet. Es gab allerdings kein Fenster. Das Klappern hinter ihm hörte auf. Markus drehte seinen Kopf so gut es ging und sah nach hinten. Dort stand Schwester Zeta.

„Schwester.“ sprach Markus mit etwas brüchiger Stimme.

„Ja, Markus Jakobson? Was kann ich für Sie tun?“ fragte die Schwester oder Ärztin.

„Ich habe Kopfschmerzen.“ sagte Markus.

„Das geht bald vorbei. Wir haben Ihnen ein kleines Implantat in den Kopf gelegt. Noch ein paar Minuten und die Kopfschmerzen werden weg sein.“ erklärte Schwester Zeta.

„Ein kleines Implantat? Wieso? Was soll das?“

Markus glaubte sich verhört zu haben.

„Jeder hat so ein Implantat. Bei Ihnen hatten wir keines gefunden. Da haben wir es nun eingesetzt.“ sprach die Schwester.

„Ich verstehe nicht. Ich habe noch nie so ein Implantat gehabt. Ich brauche auch keins. Ich will das nicht.“ Markus brauste etwas auf. Plötzlich wurden seine Kopfschmerzen stärker. Markus stöhnte merklich auf.

„Sehen Sie? Sie regen sich umsonst auf. Das Implantat wird Ihnen helfen. Warten Sie, ich stelle es besser ein.“ Schwester Zeta kam mit einem kleinen Gerät zu Markus und hielt es an die Stirn. Plötzlich waren die Schmerzen weg.

„Besser?“ fragte die Schwester.

„Ja. Die Schmerzen sind weg.“ sagte Markus.

„Sehen Sie? Sie dürfen sich nicht so aufregen.“

erklärte die Schwester.

„Darf ich aufstehen?“ fragte Markus.

„Warum wollen Sie jetzt aufstehen?“ fragte Schwester Zeta sichtlich erstaunt.

„Ich kann doch nicht immer im Bett liegen bleiben.“

sprach Markus und stand auf. Es ging ohne dass ihm schwindlig wurde. Nun war wieder deutlich sein Magen zu hören.

„Ich habe wieder Hunger.“ sagte Markus.

„Ich gebe Ihnen gleich etwas Nahrung.“ sprach Schwester Zeta und verließ den Raum. Wieder öffnete sich die Wand und schloss sich hinter der Schwester wieder. Markus ging langsam zu der Wand und strich mit der rechten Hand darüber. Nichts spürte er dort. Keine Rille, keine Sicke, kein auch noch so kleiner Spalt. Sehr merkwürdig. Solch ein Material hatte Markus noch nie gesehen. Er war Raumfahrer. Eigentlich müsste er über die neusten Erkenntnisse in Physik und Materialkunde verfügen.

Aber hier war alles etwas weiter. Wo befand er sich nur? 'Das kann doch kein normales Krankenhaus sein!

Was passiert hier?', dachte Markus. Er war plötzlich müde. Er ging zurück in sein Bett und schlief auch sofort ein.

Am nächsten Morgen wachte Markus auf. 'Was war nur gestern los?' fragte er sich. Er stand auf.

Eigenartigerweise fühlte er sich frisch und munter. Es ging ihm offensichtlich wesentlich besser, als am Tag zuvor. Er ging wieder zu der Stelle, an welcher sich immer die Tür oder Wand öffnete. Aber Markus fand auch heute nichts, was wie eine Tür war. Die ganzen Wände im Zimmer waren glatt. Er tastete alles ab.

Selbst die Monitore an den Wänden hoben sich ohne eine noch so kleine Rille von den Wänden ab. Nahtlos ging alles in einander über. So etwas hatte Markus wirklich noch nie gesehen. 'Wo bin ich hier?' fragte Markus sich. Er wurde nun immer unruhiger.

„Hallo, hallo!“ rief Markus und klopfte laut gegen die Wände. Das wiederholte er mehrmals.

Plötzlich öffnete sich wieder die Wand geräuschlos und Schwester Zeta und Pfleger oder Doktor Chi kamen herein.

„Was ist los? Warum machen Sie so einen Krach?“ fragte Chi.

„Ich will jetzt wirklich wissen, wo ich bin. Das hier ist doch kein normales Hospital. Ich will endlich die Wahrheit wissen.“ rief Markus ziemlich aufgebracht.

Zeta und Chi sahen sich an. Schwester Zeta sah dann zu Markus uns fragte: „Warum wollen Sie das wissen?“

„Wie bitte? Ich habe ein Recht zu erfahren, was mit mir ist. Jetzt! Sofort!“ schrie Markus.

Zeta und Chi sahen sich erneut an. Dann ging Zeta zu der Wand gegenüber der Tür. Plötzlich wurde die Wand an dieser Stelle transparent. Zeta winkte Markus zu. Chi wollte Markus zurückhalten und rief an Zeta gewandt: „Das dürfen wir nicht! Das ist verboten!“

Markus wollte sich von Chi losreißen. Aber Chi hatte einen festen Griff. Er war anscheinend viel stärker als Markus.

„Lass ihn los. Was ist so schlimm, wenn er es erfährt?“ fragte Zeta und sah Chi an. Markus verstand gar nichts.

„Was ist hier los? Was soll ich erfahren?“ schrie Markus verzweifelt.

„Lass ihn los!“ rief noch einmal Zeta. „Irgendwann erfährt er es doch!“

Chi sah Zeta an und ließ Markus schließlich los.

Markus ging nun sofort zu Zeta. Die Öffnung an dieser Wand war offensichtlich ein Fenster. Markus sah hinaus und war erstaunt und erschrocken zugleich.

Was Markus sah ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Markus holte tief Luft. Sein Atem ging schwer. Draußen sah es aus wie eine völlig verwahrloste, technische Wüste. Nirgends waren Menschen zu sehen. Überall war Stahl, Beton soweit das Auge reichte. Kein Baum, kein Gras, überhaupt keine Vegetation war zu sehen. Im Hintergrund waren Berge und Hügel. Aber sie waren kahl und nur grau. Sie sahen wie eine Mondlandschaft aus. Und nirgends war Bewegung. Auch keinen Vogel konnte Markus sehen. Es war eine gigantische technische Wüste. Und sie sah noch nicht einmal gepflegt aus.

Die technischen Anlagen sahen aus, als würden sie seit Jahrhunderten brach liegen. Das größte Gebäude war ein kastenförmiges Bauwerk in weiter Ferne ohne Fenster. Der Himmel allerdings war grau. Alles was er sah war grau. Markus wurde es plötzlich schwindlig.

„Wo, wo bin ich? Das, das, das... ist doch nicht die Erde?“ stammelte Markus.

„Doch, das ist die Erde!“ sagte Zeta.

„Nein, nein, das kann nicht sein. Das sieht hier aus, wie auf einen brach liegenden, vergammelten Schrottplatz auf dem Mond. Wo bin ich?“ schrie Markus verzweifelt.

„Sag es ihm!“ sagte Zeta an Chi gewandt.

„Nein, das ist uns verboten!“ erwiderte Chi.

„Nun, dann tu ich es.“ sagte Zeta und holte tief Luft.

Dann begann sie zu erzählen: „Wir befinden uns nach ihrer Zeitrechnung im 25. Jahrhundert. Es gibt kaum noch Leben auf der Erde. Nur noch einige wenige leben hier. Das Meiste passiert unter der Erde in Bunkern. Dort gibt es Produktionsanlagen.

Überwacht wird alles vom Zentralcomputer der Verwaltung. Wir können aber jeder Zeit an die Oberfläche. Wir sind keine Gefangenen. Alles, was wir benötigen, bekommen wir. Alles ist technisiert.

Aber jeder muss das tun, was er befohlen bekommt.

Und wir hatten den Befehl, Sie gesund zu pflegen.“

Markus war so entsetzt, dass er sich erst einmal hinsetzen musste. So schrecklich klang das Ganze. Er war im 25. Jahrhundert. Er schüttelt den Kopf. 'Das kann nicht sein. Ich muss verrückt sein. Das bilde ich mir alles nur ein.' dachte Markus und ging wortlos zu seinem Bett. Zeta und Chi sahen sich an und gingen ebenfalls in Richtung des Bettes. Die Öffnung in der Wand verschwand wieder.

„Das kann nicht wahr sein. Bin ich verrückt?“ Markus sah Zeta an. Chi schüttelte den Kopf und verließ den Raum durch die Tür, welche sich plötzlich öffnete.

„Beruhigen Sie sich. Ich kümmere mich um Sie!“

sprach Zeta.

Markus sah schweigend Zeta an. Sie lächelte ihn fast mütterlich an. Markus sah Zeta mit hochgezogenen Augenbrauen an. Zeta streichelt Markus zärtlich über den Kopf. Sie sah ihn mitleidig an. Markus wusste nicht, was er sagen sollte. Wenn das alles wahr war, wie kam er hierher. Er hatte demnach einen Zeitsprung von 200 Jahren gemacht. Das war unmöglich.

„Wie bin ich hierhergekommen?“ fragte Markus leise.

„Ich kann nicht alles genau sagen. Ich weiß nur, dass in ihrem Raumschiff der Antrieb einen Defekt hatte.

Offensichtlich wurde durch die Gravitonen ein gigantisches negatives Gravitationsfeld aufgebaut, sodass Sie in unsere Zeit geschleudert wurden. Ihr Computer bemerkte nur den Defekt und flog das Raumschiff automatisch in den Orbit der Erde.“

erklärte Zeta.

3.

Zeta und Chi standen in einem kleinen Raum. Außer den beiden war nur noch der kleine Roboter anwesend. In diesem Raum war kein Inventar, keine Möbel, keine Bilder, kein Fenster, nur ein paar Röhren und Stangen waren an der Decke befestigt.

Die Drei standen sich gegenüber.

„Ja, das sollten wir tun. Wir müssen wie dieser Markus sprechen. Auch wenn es schwerfällt. Er ist schon misstrauisch.“ sprach Zeta.

Chi nickte und sprach: „Genau. Wir brauchen ihn noch.“

Zeta ging nun in dem Raum langsam auf und ab.

Dabei bewegte sie auch ihre Arme und Hände.

„Was tust du da?“ fragte Chi.

„Wir sollten uns auch so bewegen. Markus darf keinen Verdacht schöpfen. Deshalb müssen wir auch, wie die Menschen, gestikulieren.“ sagte Zeta.

Chi sah zu dem kleinen Roboter. Von ihm kam kein Laut, keine Bewegung. Chi nickte ihm nur zu und sprach: „Gut. Du hast Recht.“

Da kam ein weiterer Mann in den Raum. Er sah Zeta an und sagte: „Ich bin Omikron. Ich soll euch unterstützen.“

„Gut.“ auch Zeta nickte und sagte dann: „Ja. Wir sollten noch ein paar Menschen klonen. Und zwar schnell. Dieser Markus wird sonst misstrauisch, wenn hier keine weiteren Menschen sind.“

„Wir werden ihn dann noch ein paar Tage hierbehalten. Der Prozess des Klonens dauert nicht so lange.“ sagte Chi.

„Genau. Wir müssen auch eine Strategie entwickeln, wie es dann weiter gehen soll.“ meinte Zeta.

„Wie viele Klone werden wir brauchen?“ fragte Chi und sah dabei Omikron an.

„Einhundert.“ sprach Omikron.

„So viele?“ fragte Zeta und sah ebenso zu Omikron.

„Gut, also einhundert. Das ist nötig.“ sprach Chi.

„Dann sind unsere Ressourcen aber erschöpft.“

bemerkte Zeta.

"Meine Zellen können zum Teil wiederverwenet werden." sagte Chi.

„Deshalb muss unser Plan gelingen. Sonst war alles umsonst.“ sprach Omikron.

„Was passiert, wenn Markus zu seinem Ort und in seine Zeit zurück will?“ fragte Zeta und sah den Omikron fragend an. Auch Chi sah zu Omikron.

„Natürlich darf er nicht in seine Zeit und an seinen Ort zurückkehren. Wir sollten eine Umgebung schaffen, in der er sich wohlfühlt. Und er muss eine Aufgabe bekommen.“ sagte Zeta.

„Wir haben sein Gehirn gescannt. Er hat sich immer mit Mineralien und Gesteinen beschäftigt. Alles, was wir wissen, haben wir aus seinem Gehirn. Wir können sicher sein, dass seine Erinnerungen lückenlos sind.

Alles was wir wissen, über seine Zeit, über seine Heimat, entstammt seinem Gehirn. Ich weiß nicht, ob es richtig war, zu sagen, dass er in der Zukunft ist.“ sprach Chi und sah erneut Omikron an.

„Die Verwaltung hat so entschieden. Wir müssen gehorchen. Rüsten wir eine Expedition aus.“ entschied Omikron.

Nun erschien ein dritter Mann im Raum und sprach zu Zeta und Omikron: „Guten Tag. Ich bin Tau. Ich soll euch unterstützen.“

„Guten Tag“, sprach Omikron. „Du musst eine Expedition zum...“, Omikron zögerte kurz, „Merkur ausrüsten.“

„Gut, das mache ich.“ sprach Tau und verschwand wieder.

Zeta nickte schließlich und sagte: „Genau. Wir rüsten eine Expedition aus. Wir sagen zum Merkur. Er kann dort geologische Forschung betreiben. Und wir haben ihn dabei unter Kontrolle und könnten ihn dabei nutzen. Wir richten jetzt schnellstens eine kleine Forschungsstation auf einem Planeten ein. Dort werden die einhundert Klone arbeiten.“

Zeta schaute wieder zum Roboter, nickte wieder und sagte: „Gut. Ich werde mit zu diesem Merkur fliegen.“

Zeta und Chi verließen den Raum. Zeta ging nun zu Markus und Chi ging in einen Raum am Ende des Flures. Dort legte er sich auf eine Pritsche, welche wie eine große Wanne geformt war. Über Ihm erschien eine große Lampe. Aus ihr kam ein blauer, fächerartiger Strahl. Der Strahl fixierte Chi seine Füße. Chi schaute mit großen Augen an die Decke.

Der Strahl wurde dann blendend hell. Langsam begannen Chi seine Füße sich aufzulösen. Chi schaute dabei regungslos zu. Langsam bewegte sich die Lampe nach oben in Richtung Kopf. Chi löste sich binnen weniger Minuten vollständig auf. Zurück blieb nur eine breiförmige Masse. Der Roboter hingegen blieb in seinem Raum. Mit einem Gerät saugte er die Überreste von Chi auf. Dann kamen von der Decke plötzlich verschiedene Greifarme und demontierten den Roboter.

4.

„Zum Merkur?“ fragte Markus überrascht.

„Ja. Wir müssen dort mineralogische Untersuchungen durchführen. Sie sind doch Geologe? Sie können uns dabei helfen.“ sagte Zeta. Sie stand neben ihm in seinem Krankenzimmer.

„Ja sicher. Ich bin Geologe. Aber zum Merkur? Ich bin überrascht. Selbst zu meiner Zeit waren wir schon mit einer bemannten Mission auf dem Merkur. Ihr seid in zweihundert Jahren aber nicht sehr weit gekommen.“

sprach Markus.

„Na ja, aber es ist so. Ich bin keine Geologin. Ich bin Ärztin. Ich bin da keine Expertin. Und ich werde die Expedition zum Merkur als Ärztin begleiten.“

erwiderte Zeta.

„Ich dachte, dass Sie eine Krankenschwester sind?“

fragte Markus.

„Da gibt es heute keinen Unterschied!“ antwortete Zeta schnell.

Markus sah Zeta mit hochgezogenen Brauen an und lächelte dann etwas erleichtert. Zeta bemerkte dies und fragte Markus: „Warum lächeln Sie?“

„Nun, ich freue mich, dass Sie mich begleiten.“

antwortete Markus.

Zeta schaute etwas überrascht und musste nun ebenso lächeln. Markus bemerkte dies und lächelte Zeta an. Sie sah dies und errötete leicht. Ein paar Sekunden sahen sich beide etwas peinlich berührt an.

„Also, ähm, was passiert nun?“ fragte Markus schließlich.

„Sie können sich ankleiden und mir folgen.“ sprach Zeta.

Aus der Wand kam plötzlich ein kleiner Wagen, auf welche verschiedenen Kleidungsstücke lagen. Markus war sichtlich erstaunt. 'Wo kam nur der Wagen plötzlich her?' dachte Markus. Es war sowieso alles ziemlich merkwürdig. Fenster und Türen erschienen plötzlich an den Wänden und verschwanden genauso schnell wieder. Und nun kam plötzlich aus dem Nichts ein Wagen mit Kleidungsstücken. Markus sah sich die Sachen an. Sie waren ziemlich einfach. Eine glatte Hose ohne Taschen. Ebenso ein Shirt. Beide Sachen gab es in verschiedenen Farben. Unterwäsche und Strümpfe waren allerdings nicht dabei.

„Hier fehlt noch was! Gibt es heutzutage keine Unterwäsche?“ fragte Markus belustigt.

„Unterwäsche? Wie? Moment.“ Zeta schaute etwas verdutzt, überlegte kurz und lächelte wieder. Und wieder kam unvermittelt ein weiterer kleiner Wagen aus der Wand. Auf ihm befand sich Unterwäsche und Strümpfe. Alles ganz glatt. Alle Kleidungsstücke sahen aus, wie gegossen, nicht wie gewebt oder genäht.

Aber sie fühlten sich geschmeidig und weich an.

Markus nahm den Slip in die Hand und schaute zu Zeta. Sie tat derweil gar nichts und schaute interessiert zu Markus. Er räusperte sich und sagte dann leise: „Ist es heute üblich, anderen Menschen beim Umziehen zuzusehen?“

„Wie bitte? Ich verstehe nicht!“ sprach Zeta.

„Gut, nicht so wichtig. Sie sind schließlich Ärztin.

Nackte Männer sehen Sie bestimmt öfters. Wie sieht es mit einer Dusche aus?“ fragte Markus jetzt.

„Ach so. Duschen möchten Sie. Selbstverständlich.“ In einer anderen Ecke erschien eine Tür „Dort ist eine Dusche und eine Toilette.“ sagte Zeta, zeigte auf die Tür und sah Markus an.

„Na ja, Sie sind zwar Schwester und Ärztin, oder wie das heute auch heißt. Sie haben bestimmt schon genügend nackte Männer gesehen, aber Zuschauer beim Umkleiden und duschen brauche ich nun wirklich nicht.“ sprach Markus etwas belustigt.

Zeta schaute immer noch nicht verstehend, sagte aber dann: „Gut, ich komme dann in ein paar Minuten wieder.“ Sie drehte sich daraufhin um und verschwand wieder durch eine Öffnung in der Wand.

Markus lachte leise und zog sich sein Nachthemd aus.

Dann ging er erst zur Toilette und dann zur Dusche.

Das Wasser fühlte sich prickelnd an. Es tat ihm sichtlich wohl. Er fühlte sich wie neu geboren. Dann zog sich Markus die Sachen an. Sie passten sich seinem Körper perfekt an. Sie waren sehr weich und angenehm. Markus befürchtete erst, dass die Kleidung etwas eng war und dass er darin schwitzen könnte. Aber dem war nicht so. Markus ging zu der Ecke, in welcher Zeta das Zimmer verließ. Aber erwartungsgemäß zeigte sich keine Öffnung.

„Warum kann ich das Zimmer nicht verlassen?“ fragte er laut zu sich selbst.

Kaum hatte er dies gesagt, kam auch schon Zeta zurück.

„Sie hatten gerufen?“ fragte sie.

„Nein, nicht direkt. Aber wieso kann ich das Zimmer nicht verlassen?“ fragte Markus etwas verärgert.

„Sie müssen dies erst lernen. Diese Öffnungen zu erzeugen, ist nicht einfach. Aber Sie sind eingekleidet.

Nun können wir gemeinsam gehen. Vor dem Gebäude wartet ein Gleiter, welcher uns zum Raumhafen bringen wird. Unsere Expedition zum Merkur wird bald starten.“ erklärte Zeta.

„Wie? Schon? Wir wollen jetzt, sofort, schon aufbrechen?“ fragte Markus sehr überrascht.

„Ja. Der Start ist für heute geplant. Wir müssen nun gehen.“ sprach Zeta.

„Na gut. Ihr habt es aber eilig. Wenn Sie meinen, dann werden wir zum Merkur aufbrechen.“ Markus war immer noch überrascht.

Zeta zeigt zu einer sich öffnenden Tür an der Wand und ging hinaus auf einen Flur. Markus folgte ihr. Der Gang war nicht sehr lang. Am Ende war eine Treppe.

Sie gingen nun beide gemeinsam hinunter. Unten war eine Tür, welche nach draußen führte. Als Markus draußen stand, holte er tief Luft. Er dachte, dass es eine frische Luft war. Aber sie roch stickig und wenig erfrischend. Vor dem Gebäude befand sich der erwähnte Gleiter. Eine Tür öffnete sich, Zeta stieg ein und winkte Markus, ihr zu folgen. Achselzuckend folgte Markus ihr. Die Luft zum Gleiter roch unangenehm. Der Himmel war aschgrau. Auch fehlte das Gezwitscher von Vögeln. Es gab auch kaum Farben. Die Gebäude ringsherum waren alle kastenförmig und glänzend grau wie Metall. Als sie endlich im Gleiter saßen, hob der Gleiter ab. Es war wie in einem kleinen Bus. Es gab mehrere Sitzreihen.

Die Sitze waren allerdings so breit wie Liegen und auch so weich. Man könnte meinen, man säße auf einem Sofa. Jede Sitzreihe hatte große Panoramafenster an den Seiten. Nach wenigen Minuten waren sie bereits im Orbit. In der Ferne sahen sie ein riesiges Raumschiff. Was Markus allerdings nicht sah, dass das Gebäude, in welchem er sich aufhielt, sich einfach auflöste. Es war, als wäre es nie dagewesen. Nur ein kleiner grauer Kasten, kaum größer als ein Schreibtisch, blieb übrig.

Markus sah aus einem Fenster des Raumgleiters auf die Erde. Was er sah, beunruhigte ihn. Alles sah grau aus. Kein grüner Fleck war zu sehen. Die Umrisse der Kontinente sahen aus wie immer. Auch die Ozeane und Meere waren deutlichen zu erkennen. Aber das Wasser war ebenso grau. Was war in den vergangenen Jahrhunderten bloß geschehen? War die Umweltzerstörung so groß, dass es die Natur nicht mehr gab?

Markus sah Zeta an. Sie schaute schon seit mindestens einer Stunde stoisch aus dem Fenster. Sie bemerkte, dass Markus sie etwas eigenartig anschaute und fragte: „Was haben Sie? Sie sehen traurig aus.“

„Das bin ich auch. Als Raumfahrer kenne ich den Blick auf die Erde. Und hier? Alles ist grau. Die Erde sieht furchtbar aus. Was ist geschehen? Wo ist das Grün der Wälder und Felder? Wo das Blau der Meere? Wo ist das Gelb und Braun der Wüsten? Selbst das Weiß der Antarktis und Arktis ist verschwunden.“

Zeta überlegte kurz und sagte dann: „Vor ein paar Jahrhunderten gab es viele Naturkatastrophen. Die Erde hat sich bis heute nicht davon erholt. Aber wir sind dabei, das alles zu korrigieren. Es dauert nur sehr lange. Sie können uns vielleicht dabei helfen. Auf dem Merkur suchen wir verschiedene Mineralien, welche wir auf der Erde dringend brauchen. Helfen Sie uns?“

Markus nickte Zeta zu: „Natürlich werde ich helfen.

Ich verstehe es trotzdem nicht.“

„Das ist gut. Wir haben nicht genügend Wissenschaftler. Es ist gut, dass Sie uns helfen werden.“ erwiderte Zeta.

„Sehen Sie, das verstehe ich zum Beispiel auch nicht.

Ihnen fehlen Fachleute. Das sind Dinge, welche ich im. 25. Jahrhundert einfach nicht verstehe.“ sagte Markus.

„Mit der Zeit werden Sie es verstehen.“ antwortete Zeta.

„Werde ich länger mit Ihnen zusammenarbeiten?“ fragte Markus.

„Ich hoffe doch, dass Sie lange mit uns zusammenarbeiten werden.“ antwortete Zeta etwas überrascht.

„Nein, Sie verstehen mich falsch. Ich meine eine Zusammenarbeit mit Ihnen, Zeta.“ sagte Markus etwas belustigt.

„Warum wollen Sie unbedingt mit mir zusammenarbeiten?“ fragte Zeta.

„Nun, ich finde Sie sehr nett. Ich..., ich würde mich darüber sehr freuen.“ antwortete Markus und sah Zeta direkt in die Augen.

„Das verstehe ich nicht. Ist es nicht egal, mit wem Sie zusammenarbeiten werden?“ fragte Zeta erstaunt.

„Nein, mir ist es nicht egal. Ich würde sehr gerne mit Ihnen zusammen sein.“ sagte Markus nun etwas leiser.

„Warum?“ fragte Zeta nun direkt.

„Na ja. Ich finde Sie sehr nett.“ Markus lächelte nun.

Zeta sah nun etwas verlegen aus. Dann lächelte sie und sprach: „Natürlich werden wir zusammen arbeiten. Und ich finde Sie auch sehr nett.“

Markus freute sich über die Antwort. Innerlich ärgerte er sich aber darüber. ‘Was ist los mit dir?'

dachte Markus. 'Du bist kaum ein paar Tage hier, und schon verguckst du dich in eine Frau. Markus, du hast es aber eilig!'

Markus sah Zeta wieder an. Sie schaute aber wieder stoisch aus dem Fenster. Die Erde war jetzt nur noch ein kleiner heller Punkt. Der Gleiter war innen eingerichtet wie ein Bus. Das kam Markus nun wieder sehr merkwürdig vor. Solch eine spartanische Einrichtung bei einem Raumfahrzeug hätte er nicht erwartet. Dieser 'Weltraumbus' hatte mehrere Sitzreihen, überall Fenster und vorne saß der Pilot.

Fluggäste gab es außer ihm und Zeta keinen einzigen.

Das fand Markus auch eigenartig.

Nach zwei Stunden Flug waren sie im Orbit vom Merkur angekommen. Markus sah die von unzähligen Kratern übersäte Oberfläche. Der Merkur sah aus, wie er ihn aus seiner Zeit kannte. Aber lange konnten sie ihn sich so nicht ansehen. Die Nähe zur Sonne machte einen direkten Blick bald unmöglich. Zeta sah nun Markus an und sagte: „Der Gleiter wird nun auf der Oberfläche landen. Wir landen auf der Sonne abgewandten Seite.“

„Wenn der Merkurtag beginnt, wird es schwierig sein, geologische Forschungen durchzuführen. Es dürfte sehr heiß werden.“ meinte Markus.

„Wir haben zwei Stationen auf dem Merkur. Wir werden immer nur auf der Nachtseite arbeiten.“ erklärte Zeta und schaute aus dem Fenster.

„Das ist gut zu wissen.“ sagte Markus.

Während des Landemanövers sahen Markus und Zeta gespannt aus dem Fenster. Zeta schien etwas beunruhigt zu sein. Immer wieder schaute sie auch besorgt zu Markus.

Er bemerkte dies natürlich und fragte sie: „Was haben Sie? Sie schauen mich so, wie soll ich sagen, besorgt an?“

„Nein, nein. Es ist nichts.“ Zeta errötete etwas und sprach dann nervös weiter. „Ich bin nur besorgt um Sie. Geht es Ihnen gut?“

„Mir geht es gut. Alles in Ordnung. Danke der Nachfrage.“ beeilte sich Markus zu sagen.

Zeta nickte nur und sah wieder aus dem Fenster. Der Landevorgang hatte nun bereits begonnen. Markus kam das alles sehr unwirklich vor. Er dachte nun schon zum wiederholten Male über alle Vorgänge nach, welche nach seiner Landung hier geschahen.

Bisweilen ertappte er sich dabei, dass er sich in den Arm kniff. Es ist noch keine Woche her, dass er angeblich in der Zukunft sei und nun ist er bereits beim Anflug auf dem Merkur. Irgendetwas schien hier nicht zu stimmen. Auch Zeta ihr Verhalten war merkwürdig. Sie wirkte auf ihn nicht wie eine Ärztin.

Sie machte eher den Eindruck, als wäre sie ein schüchternes, junges und naives Mädchen.

Markus schaute Zeta an uns sprach: „Zeta? Darf ich Sie was fragen?“

„Ja, natürlich dürfen Sie mich etwas fragen?“ antwortete Zeta.

Markus zögerte nun etwas und fragte dann schließlich: „Wir werden doch nun länger zusammen arbeiten. Ich meine, also, ich wollte Sie fragen, ob es nicht besser wäre, wenn wir uns duzen?“

Zeta schaute Markus etwas merkwürdig an. Sie wusste wahrscheinlich nicht, was Sie sagen sollte.

„Ach, vergessen Sie es! Es war eine dumme Frage von mir!“ sagte nun Markus in die etwas peinliche Stille.

„Nein, nein. Die Frage war nicht dumm. Ich bin nur etwas überrascht. Wir haben heute keine genauen Kenntnisse zum Verhalten von vor 300 Jahren.

Verzeihen Sie. Ich dachte, `Sie` zu sagen sei obligatorisch. Selbstverständlich können wir 'Du' zueinander sagen. Sehr gerne sage ich Du zu Ihnen.“

Zeta schien überrascht und erfreut zugleich zu sein.

„Nein, “ sagte Markus mit erhobenem Finger, „sehr gerne sage ich Du zu dir, nicht zu Ihnen!“

Markus lachte und Zeta lachte mit.

„Das ist schön. Zum ersten Mal sehe ich dich lachen.

Mit einem Lachen im Gesicht siehst du noch schöner aus.“ sprach Markus und lächelte Zeta an.

„Danke für das Kompliment. Sagte man das so?“ fragte Zeta.

„Ja, so kann man das sagen. Vor allem solltest du viel öfters dein schönes Lächeln und Lachen zeigen.“

Markus sah Zeta an, lächelte und dachte dabei, 'Sie ist wirklich sehr hübsch. Mensch, Markus, verliebst du dich nun etwa? Komisch nur, dass sie so sehr naiv ist.'

Zeta bemerkte Markus sein nachdenkliches Gesicht und fragte: „Habe ich etwas Falsches gesagt?“

„Nein, nein. Um Himmels willen, nein. Du hast nichts Falsches gesagt. Aber du kannst ruhig ganz locker sein. Ich beiße nicht.“ beeilte sich Markus zu sagen.