Stark gegen Osteoporose -  - E-Book

Stark gegen Osteoporose E-Book

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Beschreibung

Gegen Osteoporose - für starke Knochen

Dem Knochenschwund mit den gefürchteten Folgen des Oberschenkelhalsbruchs oder anderen Knochenbrüchen können Sie aktiv begegnen. Selbst wenn die Knochendichte schon vermindert ist, denn der Knochenstoffwechsel ist auch im Alter aktiv und lässt sich positiv beeinflussen. Neben Medikamenten spielen Ernährung und Bewegung die entscheidende Rolle.

88 knochengesunde und köstliche Rezepte

  • Rundum bestens versorgt: Wie Sie Kalzium und alle anderen Nährstoffe in Ihren Speiseplan einbauen, warum Vitamin D und die Säure Basen-Balance so wichtig sind, welches Eiweiß der Knochen braucht.
  • Extra-Nährwerttabelle: Die besten Quellen für Kalzium, Kalium und Magnesium – mit pflanzlichen Alternativen. Und alles über Fakten und Mythen rund um die Milch.
  • Osteoporose-Gymnastik für zu Hause: Einfache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder Hilfsmitteln aus dem Haushalt. Schnell zwischendurch den Knochenaufbau anregen.

So abwechslungsreich schmeckt Gesundheit!

 

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Seitenzahl: 192

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Stark gegen Osteoporose

Die beste Ernährung für stabile Knochen. Mit Bewegungsprogramm für jeden Tag

B.Sc. Barbara Haidenberger

Martina Gewecke

1. Auflage 2022

58 Abbildungen

Willkommen in Ihrem knochenfreundlichen Leben!

Hätten Sie das gewusst? Osteoporose ist eine sehr häufige Erkrankung, etwa so häufig wie Diabetes mellitus. Im Gegensatz zu Übergewicht und Diabetes hört man aber vergleichsweise wenig darüber. Das soll sich jetzt ändern. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie leicht Sie Ihren Knochen jeden Tag etwas Gutes tun können, wie Sie sie stärken und gesund erhalten können – ein Leben lang.

Wenn Sie von Osteoporose betroffen sind, können Sie eine ganze Menge zu einer erfolgreichen Therapie beitragen.

Osteoporose ist vieles: multifaktoriell, ernst zu nehmen und behandelbar. Keinesfalls ist Osteoporose aber eine normale Alterserscheinung bei Frauen. Auch Männer sind immer häufiger betroffen. Und Osteoporose ist kein unabwendbares Schicksal. Ganz im Gegenteil: Osteoporose lässt sich mit einer ganzheitlichen Therapie behandeln, die neben wirksamen Medikamenten einen knochengesunden Lebensstil mit einbezieht.

Und das Wichtigste: Sie können in jedem Lebensalter einer Osteoporose vorbeugen, von Kindesbeinen an. Sicher gibt es auch einige Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, wie zum Beispiel eine erbliche Veranlagung. Doch gerade wenn Osteoporose in der Familie vorkommt, kann man frühzeitig aktiv werden und mit einfachen Mitteln dem übermäßigen Knochenabbau entgegenwirken.

Dieses Buch möchte Ihnen zeigen, dass Knochengesundheit kein »Buch mit sieben Siegeln« ist. Mit Rezeptideen für leckere Speisen und einfachen Übungen die Knochen stärken, das geht viel leichter, als Sie sich das je gedacht hätten. Nur Mut, probieren Sie es einfach aus!

Sie wollten sich schon lange etwas mehr bewegen? Und sich ein bisschen gesünder ernähren? Prima, dann fangen Sie am besten gleich an und starten Sie noch heute in Ihr knochenfreundliches Leben!

Ihre Barbara Haidenberger und Martina Gewecke

München im Herbst 2021

Mein optimaler Tag

Foto: © A. Rogge & J. Jankovic/Thieme

Vor dem Frühstück:

Mit 5 kleinen ▶ Übungen wach und beweglich werden.

Schnelles Müsli

Morgens

Für 2 Portionen

15 Min.

4 EL zarte Haferflocken300 g frisches Obst der Saison300 g Joghurt (3,5 % Fett)2 EL geschälter gerösteter Sesam

Haferflocken in 2 Müslischalen geben, jeweils etwa 50 ml heißes Wasser (aus dem Wasserkocher) darübergießen und quellen lassen. Obst waschen, bei Bedarf schälen und/oder entkernen und klein schneiden, auf die beiden Schälchen verteilen.

Joghurt glatt rühren, auf das Obst geben und mit geröstetem Sesam bestreuen.

Brokkoli-Kartoffel-Gratin mit Kräuterdip

Mittags

Für 2 Portionen

20 Min. plus 20 Minuten Backzeit

300 g KartoffelnSalz400 g TK-BrokkoliröschenFett für die Form2 Eier100 ml Kaffeesahne (10 % Fett)frisch gemahlener schwarzer Pfeffergemahlener Kümmel60 g Käse (z. B. Gouda, Bergkäse oder Edamer, max. 45 % Fett i. Tr.)50 g gehackte Haselnüsse150 g Joghurt2 EL gehackte Kräuter (frisch oder TK)

Kartoffeln schälen, waschen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Mit Salz und wenig Wasser bissfest garen. Brokkoli ebenfalls kurz mit Salz und wenig Wasser bissfest dünsten.

Kartoffeln und Brokkoli in eine gefettete feuerfeste Form geben. Eier mit Kaffeesahne verrühren. Mit wenig Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken. Eiersahne über das Gemüse gießen, Käse reiben, mit den Nüssen darüberstreuen und ca. 20 Minuten bei 180° C backen.

Für den Dip Joghurt mit Kräutern, Salz und Pfeffer verrühren und zu dem Gratin servieren.

Zwischendurch:

1–2 l Mineralwasser mit mind. 200 mg Kalzium und mind. 1000 mg Hydrogenkarbonat, 1 Portion frisches Obst

Tomatensalat mit Feta

Abends

Für 2 Portionen

20 Min.

500 g Tomaten2 Frühlingszwiebeln6 EL WeißweinessigSalzfrisch gemahlener schwarzer PfefferZucker2 EL Olivenöl200 g Feta (45 % Fett)10 Oliven ohne Stein2 EL gehacktes Basilikum

Tomaten waschen und auf der Unterseite über Kreuz einritzen. Mit kochendem Wasser überbrühen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Haut abziehen, die Tomaten vierteln und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln waschen und in Ringe schneiden. Mit Essig, Salz, Pfeffer und Zucker marinieren und kurz durchziehen lassen. Feta würfeln.

Den Salat mit Öl verfeinern, Käse, Oliven und gehacktes Basilikum darüber streuen und genießen.

Das passt dazu Vollkornbrot oder Vollkornbaguette

Am Abend:

Fünf ▶ Übungen für ein gutes Gefühl am Ende des Tages.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Willkommen in Ihrem knochenfreundlichen Leben!

Der Osteoporose aktiv begegnen

Wie Osteoporose entsteht

Der Knochen lebt

Hormone, Hormone, Hormone

Knochendichte: lebenslange Entwicklung

Wie häufig ist Osteoporose?

Diagnostik: Wie stellt man Osteoporose fest?

Ergebnisse der Knochendichtemessung

Diagnostik – viel mehr als Knochendichtemessung

Der Knochenbruch – A und O für Diagnostik und Therapie

Wie Risikofaktoren zu Chancen werden

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Bedingt beeinflussbare Risikofaktoren:

Beeinflussbare Risikofaktoren:

BMI berechnen – ganz einfach:

Erkrankungen mit Osteoporose-Risiko

Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Rheumatische Erkrankungen

Magen-Darm-Erkrankungen

Anorexie (Magersucht)

Weitere Erkrankungen mit erhöhtem Risiko

Was Sie selbst tun können

Ein Zusammenspiel aller Faktoren

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Rauchen – Risiko für die Knochengesundheit

Knochengesund essen

Vitamin D – ohne geht gar nichts

Vitamin D im Blut – verschiedene Maßeinheiten!

Vitamin D und Kalziumresorption

Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet

Vitamin D-Präparate – einfach mal einnehmen?

Früherkennung von Osteoporose

Spezifische Medikamente

Bisphosphonate

Raloxifen und Östrogene

Denosumab

Romosozumab

Parathormon-Injektionen

Nebenwirkungen

Schmerzmedikamente und Schmerztherapie

Sturzvorbeugung und Sturzvermeidung

Sturzursachen

Stürze vermeiden

Hilfsmittel zur Sturzvermeidung

Selbsthilfegruppen

Wie Ernährung hilft

Knochengesunde Ernährung

Ist (knochen-)gesund essen ganz einfach?

Knochen stärken durch Essen und Getränke

Risikofaktor Untergewicht

Risikofaktor Kalziummangel

Risikofaktor Homozystein

Eiweiß: zwischen Mangel und Überschuss

Phosphat

Vitamin K

Magnesium

Kalium

Vitamin C

Kalziumräuber: »Die Menge macht das Gift«

Kochsalz

Alkohol

Oxalsäure

Isolierte Ballaststoffe

Koffein

Fakten und Mythen rund um die Milch

Fettgehalt von Milchprodukten – darf’s ein bisserl mehr sein?

Fett im Käse

Nährstoffschonend zubereiten

Mineralstoffe sind wasserlöslich

Vitamine: empfindlich gegen Hitze und Sauerstoff

Frisch oder tiefgekühlt?

Mit Gewürzen und Kräutern Salz sparen

Knochengesund und milchfrei – wie geht das?

Milchunverträglichkeit

Pflanzliche Milchalternativen

Wundermittel Mineralwasser

Und die Kohlensäure?

Gutes Leitungswasser

Nahrungsergänzung – was ist sinnvoll?

Bisphosphonate, Kalzium, Vitamin D

Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel?

Mineralstoff-Präparate: Kalzium, Magnesium, Kalium

Folsäure, Vitamine D, B12, K, C

Fazit

Säure-Basen-Haushalt und Knochengesundheit

Säure-Basen-Gleichgewicht

pH-Wert

Puffersysteme und Kompensation

Latente Azidose

Erkennen Sie das Potenzial?

Machen saure Lebensmittel sauer?

Und ein »saurer Magen«?

Sauer oder basisch – woran liegt’s?

PRAL-Werte

Gleichgewicht anstreben

Säurelast

Basenpotenzial

Neutrale Produkte

Kombinieren Sie ausgewogen!

Vorteile der Säure-Basen-Balance

So gelingt die Ernährungs-  umstellung

Ernährungsumstellung: Schritt für Schritt

Der Zeit- und Lustfaktor

Beobachten Sie Veränderungen

Professionelle Ernährungsberatung

Finanzierung von Ernährungsberatung

Was bringt eine Ernährungsberatung?

Ihr Bewegungsprogramm für starke Knochen

Sturzgefahr minimieren

Die 5 Faktoren für das Gleichgewicht

Die Füße

Stabilität im Rumpf

Das Hörvermögen

Das Sehvermögen

Das Gehirn

Sturzursachen frühzeitig angehen

Tipps für gesunde Füße

Tipps für die Rumpfstabilität

Kontrolle der Körperachsen

Sport und Training bei Osteoporose

Grundregeln des Trainings

Trainingsgeräte

Bewegungen, die Sie vermeiden sollten

Was kostet das?

Grundregeln für jede Sportart

Übung: Absitzen an der Tür

Steigerung 1:

Steigerung 2:

Übung: Liegestütz an der Tür

Steigerung 1:

Steigerung 2:

Übung: Kraft- und Gleichgewichtstraining im Türrahmen

Steigerung 1:

Übung: Sitz am Tisch

Steigerung 1:

Steigerung 2:

Rezepte für starke Knochen

Start in den Tag

Kleinigkeiten, Fingerfood und Knabbereien

Zum Sattessen

Süßes und Backen

Dankeschön!

Sachverzeichnis

Impressum

Der Osteoporose aktiv begegnen

Osteoporose ist eine häufig vorkommende Volkskrankheit mit vielen Risiko- und Einflussfaktoren. Die gute Nachricht: Vieles haben Sie selbst in der Hand! Sie können in jedem Alter beginnen, Ihren Knochen regelmäßig Gutes zu tun.

Wie Osteoporose entsteht

Osteoporose entwickelt sich über Jahre. Durch ein Ungleichgewicht zwischen Knochenab- und -aufbau verliert der Knochen an Substanz und Stabilität. Osteoporose ist vielschichtig – aber glücklicherweise kein unabwendbares Schicksal!

Der Knochen lebt

Abbau, Aufbau und Umbau des Knochens finden ständig und überall im Körper statt. Die Erneuerung eines Knochens läuft in 5 Phasen ab – ständig, ein ganzes Leben lang,

Die Phasen sind:

Knochenresorption: Osteoklasten bauen alten Knochen ab.

Umkehrphase: Osteoklastenaktivität lässt nach, Glättung der Oberfläche und Bildung von Zementlinien.

Formation: Weiche Knochensubstanz (auch Osteoid genannt) wird durch die Osteoblasten aufgebaut.

Mineralisation: Einlagerung von Kalzium und anderen Mineralien.

Ruhephase: Umwandlung der Osteoblasten in Osteozyten und Lining-Zellen.

An großen Knochen kann es mehrere hundert solcher Mini-Baustellen gleichzeitig geben. Ein kompletter Umbauzyklus von der Entfernung des alten Knochens bis zum neuen, fertig mit Mineralien bestückten Knochen kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Man schätzt, dass das Skelett eines Menschen im Zeitraum von 7 bis 10 Jahren einmal komplett erneuert wird. Es ist also ein »langsames« System, was auch Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Prävention und Therapie der Osteoporose hat.

Aufbau des Knochens

Das Grundgerüst des Knochens besteht aus der Knochenmatrix, die sich aus verschiedenen Proteinfasern, z. B. Kollagenfasern, zusammensetzt. Ohne diesen Eiweißanteil wäre der Knochen starr und brüchig. Kollagen lässt den Knochen bei Krafteinwirkung (z. B. Stürzen) »schwingen«, der Knochen bricht weniger leicht. In den Knochen sind verschiedene Zellen eingelagert.

Zellen des Knochens:

Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) können alten, schwachen Knochen effektiv und schnell abbauen und schaffen so Platz für neuen.

Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen) bauen langsam und über mehrere Wochen neuen Knochen auf und reifen dann zu Osteozyten.

Osteozyten sind die eigentlichen Knochenzellen. Sie sind aktiv am Knochenstoffwechsel beteiligt und u. a. für den Aufbau der Knochenmatrix zuständig.

Zudem sind Mineralien wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Zink und Kupfer eingelagert, die Stabilität verleihen.

Hormone, Hormone, Hormone

Hormone spielen eine wichtige Rolle für den Aufbau und Erhalt starker Knochen. Östrogene und Testosteron haben eine Schutzwirkung für den Knochen, so hemmen sie z. B. die Osteoklastenaktivität, regen die Kollagensynthese an, verbessern die Kalziumaufnahme aus dem Darm ins Blut sowie die Durchblutung des Knochens und vieles mehr. In den Wechseljahren kann der Östrogenspiegel recht rasch und langfristig absinken, die Schutzwirkung vermindert sich. Die Wechseljahre sind deshalb für die Stabilität der Knochen eine kritische Zeit im Leben einer Frau. Das ist wohl ein Grund dafür, dass Frauen viermal häufiger an Osteoporose leiden als Männer. Die Testosteronbildung bei Männern nimmt ebenfalls im Alter ab, aber dies geschieht oft erst einige Jahre später und nicht so schnell, sodass die Knochen bei Männern länger vor übermäßigem Abbau geschützt sind.

Drei weitere Hormone sind wesentlich am Knochenstoffwechsel und an der Kalziumhomöostase, also an der Aufrechterhaltung eines konstanten Kalziumwertes im Blut, beteiligt.

Drei Hormone, die den Kalziumspiegel steuern:

Parathormon sorgt für die Auslösung von Kalzium aus dem Knochen, wenn mehr Kalzium im Blut benötigt wird.

Als Gegenspieler des Parathormons senkt Calcitonin den Kalziumspiegel im Blut. Dies geschieht durch den Einbau des Kalziums in die Knochen oder durch Ausscheidung über die Niere.

Ebenso spielt Calcitriol eine wichtige Rolle für Knochenaufbau und Kalziumstoffwechsel. Es fördert die Kalziumaufnahme aus dem Darm ins Blut und ist unentbehrlich für den Kalziumeinbau in die Knochen. Calcitriol ist die im Körper und am Knochen wirksame Form des Vitamin D. Dieses »Vitamin« ist eigentlich gar keines, sondern eben ein Hormon. Es kann vom Körper selber hergestellt werden, während alle anderen Vitamine über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Mehr zum Vitamin D im Kapitel ▶ »Vitamin D – ohne geht gar nichts«.

Knochendichte: lebenslange Entwicklung

Bei der Geburt sind die meisten Knochen noch nicht ausgereift bzw. gefestigt. Erst im Laufe der Kindheit werden nach und nach Mineralien eingelagert. Die Knochen wachsen, die Wachstumsfugen schließen sich und das Skelett erreicht allmählich seine endgültige Größe und Form.

In der Kindheit und den frühen Erwachsenenjahren überwiegt im Normalfall der Knochenaufbau. Bis etwa zum 30. Lebensjahr wird die maximale Knochendichte (Peak Bone Mass) erreicht. Dabei entwickeln Männer normalerweise eine höhere Knochendichte und -masse als Frauen. Dies ist einerseits hormonbedingt, liegt aber auch am größeren Muskelanteil.

Verschiedene Faktoren steuern schon im ersten Lebensdrittel die Entwicklung der Knochenstabilität. Ernährung, Bewegung und Vitamin-D-Versorgung sind bereits in diesem Lebensabschnitt entscheidend dafür, wie gut sich stabile Knochen ausbilden können und wie hoch die maximale Knochendichte wird. Mit der in jungen Jahren erreichten Knochenmasse muss der Körper sein restliches Leben auskommen: Je mehr Knochenmasse in jungen Jahren ausgebildet wurde und je höher die erreichte Knochendichte, desto geringer wird das Risiko, in späteren Lebensjahren eine Osteoporose zu entwickeln.

Ab einem Alter von 35 beginnt bereits ein physiologischer (nicht krankheitsbedingter) Abbau des Knochens. Bis zu 1 % Verlust an Knochenmasse pro Jahr ist möglich. Das kann an einem Ungleichgewicht in der Aktivität von knochenab- und aufbauenden Zellen liegen oder auch an abnehmender Hormonproduktion. Der Lebensstil ist auch hier wieder ein wichtiger Faktor, der den Knochenabbau verlangsamen oder beschleunigen kann.

Knochenmasseverlust abhängig von Alter und Geschlecht.

Definition Osteoporose

»Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes charakterisiert ist, mit einem konsekutiven Anstieg der Knochenfragilität und der Neigung zu Frakturen (Knochenbrüchen). Sind bereits Frakturen als Folge der Osteoporose aufgetreten, liegt eine manifeste Osteoporose vor.«

DVO (Dachverband Osteologie), ein wissenschaftliches Gremium von Osteoporose-Spezialisten.

Links: normal, rechts: osteoporotisch (aus: Niethard F, Biberthaler P, Pfeil J. Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie, 8. Aufl. Stuttgart: Thieme; 2017)

Wie häufig ist Osteoporose?

Kurz gesagt: sehr häufig! Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zählt Osteoporose zu den Top Ten der Volkskrankheiten weltweit. Über 200 Millionen sind betroffen, mit steigender Tendenz. In Deutschland sind es 6 Millionen, in Österreich 750 000 und in der Schweiz 600 000. Dabei trifft es Frauen etwa viermal häufiger als Männer. Während in der Altersgruppe über 50 Jahre etwa jede vierte Frau von Osteoporose betroffen ist, hat im Alter über 75 Jahre bereits jede zweite Probleme mit der Knochengesundheit. Trotzdem ist es keine reine Frauenkrankheit, denn 20 % der Erkrankten sind Männer.

Diagnostik: Wie stellt man Osteoporose fest?

Ein wichtiger Parameter für die Diagnostik einer Osteoporose ist die Knochendichtemessung, dabei ist die am häufigsten verwendete Methode die DXA-Knochendichtemessung. DXA steht dabei für das englische »Dual Energy X-ray Absorptiometry« (bei uns: Dual-Röntgen-Absorptiometrie). Mithilfe von schwachen Röntgenstrahlen wird die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und am oberen Abschnitt des Oberschenkelknochens (»Oberschenkelhals«) gemessen. Die Messung geht schnell, ist nicht invasiv, völlig schmerzfrei und die Strahlenbelastung gering. Leider wird eine Knochendichtemessung nicht grundsätzlich von den Krankenkassen bezahlt. Doch können die Kosten für eine DXA-Messung eine gute Investition sein, wenn man dadurch eine vielleicht schon bestehende Osteoporose frühzeitig erkennen und behandeln kann, bevor Brüche auftreten.

Andere Methoden sind z. B. die QCT (Quantitative Computertomografie) oder die Knochenstrukturanalyse. Sie sind aufwendiger und teurer, können aber den behandelnden Ärzten zusätzliche Informationen liefern.

Manchmal werden, z. B. in Apotheken, Messungen mit quantitativem Ultraschall (QUS) angeboten. Diese Messungen werden aber nicht an Körperstellen, an denen osteoporosebedingte Brüche am häufigsten auftreten, durchgeführt, sondern beispielsweise an der Ferse, am Finger oder am Handgelenk. Da die Knochen im Körper ganz unterschiedliche Stabilität aufweisen, können die Ergebnisse dieser Messungen nicht mit anderen verglichen werden und haben aufgrund der abweichenden Messstellen eine geringe Aussagekraft. Weiterhin sind Ultraschall-Messungen nicht diagnostisch relevant und man muss das Ergebnis immer mit einer DXA-Messung bestätigen. Darum: Wenn Knochendichtemessung, dann lieber gleich richtig!

Ergebnisse der Knochendichtemessung

Bei einer DXA-Knochendichtemessung wird der sogenannte T-Score ermittelt. Dieser sagt aus, wie groß die Abweichung zwischen der Dichte des gemessenen Knochens und der durchschnittlichen Dichte von gesunden, jungen Knochen ist.

T-Scores für die Diagnostik (Klassifizierung nach WHO)

T-Score

Kategorie

> –1

normale Knochendichte

–1 bis –2,5

Osteopenie (geringe Knochenmasse)

< –2,5

Osteoporose

< –2,5 mit Knochenbruch

manifeste Osteoporose

Diagnostik – viel mehr als Knochendichtemessung

Eine DXA-Knochendichtemessung ist wichtig, aber nur ein Teil der Diagnostik. Die Messwerte müssen im Zusammenhang mit anderen Parametern gesehen und unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren auf das Risiko für Knochenbrüche interpretiert werden. Zusätzlich ist es wichtig, andere Knochenerkrankungen sowie osteoporoseähnliche Erkrankungen auszuschließen. Dazu gehört zum Beispiel die Osteomalazie (bei Kindern: Rachitis), die durch einen Vitamin-D-Mangel verursacht wird. Ausgeschlossen werden müssen auch sogenannte sekundäre Osteoporosen, bei denen die Veränderungen am Knochen nur die Folge einer anderen Grunderkrankung sind.

Zur modernen Osteoporose-Diagnostik gehören neben der Knochendichtemessung:

Anamnese und Erfassung von Risikofaktoren,

körperliche Untersuchung,

Bestimmung osteoporosespezifischer Blutparameter,

bei älteren Menschen: Überprüfung des Sturzrisikos.

Der Knochenbruch – A und O für Diagnostik und Therapie

Ziel der Diagnostik ist, das Zehnjahres-Bruchrisiko abzuschätzen. Der Einsatz von entsprechenden Medikamenten ist indiziert, wenn das Risiko für einen osteoporosebedingten Knochenbruch innerhalb von 10 Jahren höher als 30 % geschätzt wird. Die wichtige medikamentöse Therapie sollte durch viele andere, später noch besprochene Maßnahmen ergänzt und unterstützt werden. Ziel der Therapie und auch aller vorbeugenden Maßnahmen ist, das Risiko für Knochenbrüche zu vermindern und Brüche selbst zu verhindern.

Wie Risikofaktoren zu Chancen werden

Osteoporose ist eine multifaktorielle Erkrankung. Viele verschiedene Faktoren können Gesundheit und Stabilität der Knochen beeinträchtigen – oder auch schützen. Manches ist nicht beeinflussbar, wie z. B. die erbliche Veranlagung. Gerade wenn einer oder mehrere dieser Faktoren zutreffen, ist Prävention ganz besonders wichtig. Bei vielen anderen Faktoren können wir gut selber aktiv werden und schon vorbeugend den Aufbau und Erhalt starker Knochen fördern. Viele der Einflussfaktoren, die das Risiko für die Knochenstabilität erhöhen, können uns im Umkehrschluss als Anleitung zur Vorbeugung dienen.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Alter: Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Erkrankungshäufigkeit stetig zu, mit jedem weiteren Jahrzehnt kann sich das Bruchrisiko verdoppeln.

Geschlecht: Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer.

Körperbau: Zarte Knochen brechen leichter.

Veranlagung: Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt, wenn Eltern und/oder Großeltern betroffen sind bzw. waren.

Wirbelkörperbruch: Ist dieser bereits erfolgt, ist das Risiko für weitere massiv erhöht. Das gilt in weniger drastischer Form auch für andere Brüche, z. B. am Handgelenk.

Bedingt beeinflussbare Risikofaktoren:

Erkrankungen

Medikamente

Beeinflussbare Risikofaktoren:

Untergewicht: BMI (Body-Mass-Index) unter 20

Bewegungsmangel und Immobilität

Vitamin-D-Unterversorgung,

Ernährung: z. B. zu wenig Kalzium und Eiweiß

Erhöhter Homozysteinspiegel: kann durch zu geringe Zufuhr der Vitamine B12 und Folsäure begünstigt werden

Rauchen

Alkohol: zu viel und zu häufig

BMI berechnen – ganz einfach:

Erkrankungen mit Osteoporose-Risiko

Viele verschiedene Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Osteoporose- und Knochenbruch-Risiko einher oder können eine sekundäre (durch eine andere Erkrankung verursachte) Osteoporose auslösen. Durch die Behandlung der Grunderkrankung können sich zum Teil entstandene Veränderungen wieder zurückbilden. Wird zum Beispiel eine Schilddrüsenfehlfunktion durch eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen gut ausgeglichen, vermindern sich die negativen Auswirkungen auf die Knochen. Zusätzlich zur adäquaten Behandlung der Grunderkrankung sollten möglichst frühzeitig alle weiteren Möglichkeiten zum Schutz der Knochen genutzt werden.

Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Kommt mit über 6 Millionen Betroffenen in Deutschland vergleichbar häufig wie Osteoporose vor. Dabei ist der Insulinstoffwechsel gestört. Beim Diabetes Typ 1 kann durch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse kein Insulin hergestellt werden und muss lebenslang gespritzt werden. Beim weit häufigeren Typ-2-Diabetes wird zwar Insulin produziert, ist aber weniger gut wirksam. Dieses Phänomen der Insulinresistenz wird z. B. durch Übergewicht und Bewegungsmangel hervorgerufen und verstärkt. Insulin reguliert hauptsächlich den Zuckerstoffwechsel, beeinflusst aber auch den Fett- und den Knochenstoffwechsel. Durch längerfristigen Insulinmangel oder verminderte Wirksamkeit des Insulins werden Knochenaufbau und Knochenstruktur beeinträchtigt. Beim Typ-1-Diabetes ist das Risiko für Knochenbrüche massiv (3- bis 6-fach) erhöht, beim Typ-2-Diabetes immerhin 1,5- bis 2-fach. Hier kann das Phänomen des »diabetic paradox« auftreten: Das Knochenbruchrisiko ist erhöht, obwohl die gemessene Knochendichte normal oder sogar erhöht ist.

Rheumatische Erkrankungen

Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und systemischer Lupus erythematodes können das Risiko für Knochenbrüche als eigenständiger Risikofaktor erhöhen – unabhängig von anderen Risikofaktoren und dem häufigen Einsatz von Cortisonpräparaten zur Therapie rheumatischer Erkrankungen. Das Risiko für Brüche steigt und fällt mit der Entzündungsaktivität.

Magen-Darm-Erkrankungen

Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt können immer zu einer verminderten Verdauungsleistung und Nährstoffaufnahme aus dem Darm ins Blut führen. Dies ist z. B. bei chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder Zöliakie/Sprue (echte Glutenunverträglichkeit) der Fall. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen tritt häufig ein Vitamin-D-Mangel auf. Dieser sollte in jedem Fall erkannt und behandelt werden. Kann der Vitamin-D-Wert im Blut durch die Einnahme von entsprechend hoch dosierten Tabletten oder Tropfen nicht im Normalbereich gehalten werden, besteht die Möglichkeit von Vitamin-D-Injektionen. Nach einer operativen Entfernung des Magens (ganz oder teilweise) kommt es ebenfalls zu Verdauungsstörungen, zusätzlich verschlechtert sich durch die verminderte bzw. fehlende Magensäure die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium.

Anorexie (Magersucht)

Diese Form der Essstörung kann das Osteoporose- und Knochenbruchrisiko erhöhen. Während der akuten Phase muss eine interdisziplinäre Psychotherapie erfolgen, die Betroffenen müssen zuerst die eigentliche Erkrankung überwinden. Hierbei stehen die Behandlung der Essstörung und das Erlangen eines normalen Körpergewichts im Vordergrund. Da von dieser Erkrankung oft junge Menschen betroffen sind, ist Osteoporose-Prävention ein wichtiges Thema in der Nachsorge bzw. Remission (Phase nach Überwindung der akuten Erkrankung).

Weitere Erkrankungen mit erhöhtem Risiko

Überfunktion der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse

Cushing-Syndrom

Wachstumshormonmangel

Herzinsuffizienz

chronische Atemwegserkrankungen (COPD)

neurologische Erkrankungen: Epilepsie, Schizophrenie, Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson)

Wichtig: Bei allen genannten Erkrankungen sollte frühzeitig eine Basisdiagnostik durchgeführt werden, um mögliche Auswirkungen auf die Knochen rechtzeitig zu erkennen. Alle Maßnahmen zur Stärkung der Knochen und zur Verminderung des Osteoporose-Risikos sind hier besonders wichtig.

Medikamente, die das Osteoporose-Risiko erhöhen

Einige Medikamente können Osteoporoseentstehung und Knochenbruchrisiko begünstigen. Trotzdem dürfen sie nie im Alleingang weglassen werden! Behandelnden Ärzte müssen abwägen, ob einzelne dieser Medikamente reduziert oder ausgetauscht werden können. Ist dies nicht möglich, sollten die Aspekte der Osteoporose-Prävention in den Vordergrund rücken.

Zu beachten sind diese Medikamente:

Glukokortikoide (Cortisonpräparate), Tabletten oder inhaliert. Der Effekt ist abhängig von Dosierung und Anwendungsdauer.

Anti-Hormontherapie bei Brustkrebs (Aromatasehemmer) und Prostatakrebs

Glitazone (bei Typ-2-Diabetes)

Antiepileptika

sturzbegünstigende Medikamente (Schlaf- und Beruhigungsmittel, Opioide etc.)

Medikamente gegen Depression, Epilepsie, psychische Erkrankungen

Protonenpumpeninhibitoren (zur Reduzierung der Magensäure)

Schleifendiuretika (zur Entwässerung)

Was Sie selbst tun können

Sie haben viele Möglichkeiten, selbst für die Gesundheit Ihrer Knochen aktiv zu werden. Die beschriebenen Maßnahmen sind sowohl zur Vorbeugung als auch zur Unterstützung der Therapie einer Osteoporose geeignet.

Mit Ihrem Wissen über Osteoporose-Risikofaktoren können Sie selbst sehr gut positive Verhaltensweisen zur Stärkung Ihrer Knochen fördern. Zusätzlich gibt Ihnen dieses Kapitel einen Überblick über verschiedene osteoporosespezifische Medikamente. Über deren Auswahl und Verordnung entscheiden natürlich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Und Sie werden sehen: Für jede und jeden gibt es ein passendes Medikament.

Osteoporose-Leitlinien und Dachverband Osteologie

Der DVO (Dachverband Osteologie e. V.) ist der interdisziplinäre Zusammenschluss aller wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich mit den Erkrankungen des Knochens befassen. Die Leitlinienkommission des DVO erstellt Behandlungs-Leitlinien und überarbeitet diese regelmäßig alle 3 bis 5 Jahre auf Basis von Studien und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Leitlinie dient Ärzten und Therapeutinnen als wissenschaftlich gesicherte Grundlage und als Anleitung für Prävention, Diagnostik und Therapiemaßnahmen.

Haus der Knochengesundheit