Stärker als der Biss der Kobra - Ekkehard Graf - E-Book

Stärker als der Biss der Kobra E-Book

Ekkehard Graf

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6,99 €

Beschreibung

In ihrem neuen Buch stellen Ekkehard Graf und Markus Schanz wieder bewegende Lebenszeugnisse und außergewöhnliche Berichte, persönlich bezeugte wahre Begebenheiten aus der Nethanja-Kirche in Andrha Pradesh/Indien vor. Vieles haben sie selbst miterlebt oder erzählt bekommen: Wie der Biss einer Kobra nicht zum sicheren Tod führte, wie eine gerade verstorbene Ehefrau wieder aufsteht und Kaffee kocht, wie ein Verletzter, den die Ärzte aufgegeben haben, sich plötzlich doch wieder erhebt. Diese und viele weitere Geschichten erzählen immer wieder davon, wie Hoffnung über die Verzweiflung siegt. Die beiden Pfarrer sind überzeugt: In der indischen Nethanja-Kirche geht es zu wie im Neuen Testament! Ein Buch, das inspiriert, Gottes Hilfe tatsächlich zu erwarten!

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Seitenzahl: 108

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Ekkehard Graf · Markus Schanz

Stärker als

DER BISSDER KOBRA

Neue Geschichten zum Staunen,wie Gott in Indien wirkt

Dr. Ekkehard Graf und Markus Schanz sind in der Leitungsverantwortung bei „Kinderheim Nethanja Narsapur – Christliche Mission Indien e.V.“

Beide sind verheiratet, Väter erwachsener Kinder und Pfarrer der württembergischen Landeskirche, Graf als Dekan in Marbach am Neckar, Schanz als Pfarrer in Flein nahe Heilbronn.

Beide haben dieselbe Leidenschaft für Indien und sind überzeugt: „Die indischen Christen stecken uns an mit ihrer Glaubenskraft!“ www.nethanja-indien.de

Wenn nicht anders angegeben, sind die Bibelstellen dem Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen entnommen.

Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

© 2021 Brunnen Verlag GmbH, Gießen

Lektorat: Petra Hahn-Lütjen

Umschlagfoto: Adobe Stock

Umschlaggestaltung: Jonathan Maul

Satz: DTP Brunnen

ISBN Buch 978-3-7655-2121-8

ISBN E-Book 978-3-7655-7602-7

www.brunnen-verlag.de

INHALT

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus

Stärker als der Biss der Kobra

Ein Glas Wasser und ein Gebet

Angeklagt wegen Gewaltverzicht

Trotz körperlicher Schwäche stark

Gesandt und geheilt

Klare Prioritäten

Die Kirche bleibt im Dorf

COVID-19 und die Heilung

Maria – oder: Witwe mit 21

„Siehe, das ist dein Sohn“

Wissen schafft Zukunft

Im Namen liegt Rettung

Vom Priestersohn zum Priester für Jesus

Vorbehaltlose Liebe im tödlichen Hinterhalt

Frauen erfahren die Kraft des lebendigen Gottes

Das letzte Weihnachten?

Eine Totgeglaubte kocht Kaffee

Rechtzeitig zur Kircheneinweihung

Begegnungen im Slum

Im Schutz des Kinderheims

Der böse Geist muss gehen, das Kind darf kommen

Der rettende Glaube

Der Lehrer im Rollstuhl

Kein Opfer der Propaganda

Von der Terroristenbraut zum Gotteskind

Der Hiob des Dschungels

Die Flötenkinder

WIR KOMMEN AUS DEM STAUNEN NICHT HERAUS

Immer wenn wir unsere indischen Partner besuchen, kommen wir ins Staunen, wie viel die Christen der Nethanja-Kirche direkt mit Gott erleben. Dort trägt sich zu, was auch von Jesus in den Evangelien berichtet wird: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt und den Armen wird Gottes gute Botschaft verkündet.“

Dabei sind die Christen dort überhaupt nicht auf Sensationen aus.

Im Gegenteil, ihr Leben in der Nachfolge Jesu ist oft geprägt von Armut und Ausgrenzung. Doch sie leben als Christen der ersten und zweiten Generation in einer ganz unmittelbaren Beziehung zu Jesus. Und daraus ergeben sich oft Situationen, in denen sie Gottes Eingreifen sehr direkt erleben. Davon haben uns Pastoren, Bibelfrauen und andere Christen der Nethanja-Kirche berichtet, wir haben nur gestaunt und einfach mitgeschrieben, damit wir davon auch in Europa weitersagen können, wie Gott in Indien wirkt.

Auch bei uns in Deutschland erleben Christen Wunder, die Gott wirkt. Aber wir erzählen davon selten anderen weiter. Deshalb wollen wir uns von den Berichten aus der Nethanja-Kirche inspirieren und ermutigen lassen, öfter Gottes Hilfe zu erwarten und diese dann auch anderen zu bezeugen.

Wir bei „Kinderheim Nethanja Narsapur – Christliche Mission Indien“ haben in den Jahren 2020 und 2021 auch Wunder erlebt. War zu Beginn der weltweiten Corona-Pandemie zu befürchten, dass die Spendenbereitschaft nachlassen würde, obwohl gerade jetzt so bittere Not in Indien herrschte, so hat uns Gott eines Besseren belehrt. In nie gekanntem Maß wurden uns Spenden für Indien gegeben, die wir dann sofort weiterleiten konnten, wodurch viele Menschen buchstäblich vor dem Hungertod bewahrt wurden. Ja, Gott wirkt – weltweit!

Nun wünschen wir eine anregende Lektüre, die Einblick gibt in das Leben der Christen auf dem indischen Subkontinent und zugleich dazu führt, Gott dafür zu danken.

Ekkehard Graf und Markus SchanzFrühjahr 2021

STÄRKER ALS DER BISS DER KOBRA

Jesus sagte: „Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch schaden können. Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“

Lukas 10,19-20

Ich bin Pastor Josef und wohne mit meiner Familie im Dschungelgebiet der Eastern Ghats in dem Dorf Tulabadigedda. Wir haben vor einiger Zeit dieses Dorf neu gegründet als Ort für Christen, die in ihrer Heimat verfolgt und ausgestoßen werden. 35 Familien kamen aus verschiedenen Dörfern hierher. Obwohl wir aus ganz verschiedenen Stämmen sind und ganz unterschiedliche Muttersprachen haben, sind wir doch eins in Jesus Christus und sprechen dieselbe Sprache des Herzens. Natürlich können wir uns auch in unserer Landessprache Telugu untereinander verständigen.

Weil es sich in der Gegend herumgesprochen hat, dass unser Dorf offen ist für Flüchtlinge, egal woher jemand kommt oder welcher Religion man angehört, wohnen auch ein paar Leute hier, die keine Christen sind. Sie sind dankbar, dass sie bei uns Frieden gefunden haben. Aber nicht alle in unserer Gegend freuen sich über uns. Vor einiger Zeit haben radikale Hindus unsere Wasserversorgung unterbrochen, indem sie die Wasserleitung blockiert haben, die vom Reservoir aus Trinkwasser ins Dorf führt. Seither müssen wir von weit her unser Wasser holen.

Vor ein paar Monaten zog mein alt gewordener Vater zu mir. In unserem Heimatdorf war er der Medizinmann, der die Leute lehrte, an die Naturgötter zu glauben. Ich bin damals als Einziger von unserer Familie zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Mein Vater und alle anderen waren völlig dagegen, sodass ich schließlich meine Heimat verlassen musste. Aber als Kinder Gottes haben wir immer eine Heimat im Himmel und auch eine neue Familie auf der Erde.

Ich habe dann meine liebe Frau geheiratet und das Nethanja Bible College besucht. Und nun leben wir hier in dem christlichen Dorf, das umgeben ist von vielen, die uns und unseren Glauben ablehnen. Dass mein Vater jetzt zu uns kam, machte alles schwieriger, denn obwohl er auf unsere Hilfe angewiesen war, versuchte er, meine Arbeit als Pastor durcheinanderzubringen.

Neulich wurde unser Sohn Paul im Dschungel von einer Kobra gebissen. Das Gift begann rasch zu wirken, es stand sichtbar schlecht um ihn. Weil wir hier im höher gelegenen Dschungelgebiet kein Krankenhaus und auch keine Ärzte haben, sind wir mit Paul in einer Autorikscha runter in die Tiefebene zum Krankenhaus in Narsipatnam gefahren. Das waren für mich die längsten zwei Stunden Fahrt meines Lebens!

Die Straße macht unendlich viele Kurven und Paul hatte hohes Fieber. Doch im Krankenhaus konnte ihm nicht geholfen werden. Sie sagten, vielleicht gebe es Hilfe in einem teuren Spezialkrankenhaus in der Großstadt Visakhapatnam. Erschrocken und zugleich traurig standen wir mit unserem schwer kranken Sohn da. Dann entschieden wir, wieder nach Hause zu fahren. Zum einen war der Weg in die Großstadt immer noch weit, vor allem aber könnten wir eine solche spezielle Behandlung nie bezahlen.

In unserem Dorf angekommen, versammelten sich alle sofort bei unserem Haus und boten ihre Hilfe an. Mein Vater versuchte durch viele Zauberriten, seinen Enkel zu retten, gab aber schließlich auf.

Und wir als Jesus-Gemeinde, wir beteten. Beteten immer weiter. Pauls Füße waren unermesslich geschwollen, er wurde von einem hohen Fieber geplagt. Mal raste sein Herz sichtlich, dann wieder lag er apathisch still da. Wir beteten und flehten zu unserem Herrn, dass er seine Stärke erweisen möge. Er, der Schöpfer aller Kreatur, möge doch zeigen, dass er auch stärker ist als das Gift der Kobra. Viele vom Dorf haben mit uns gemeinsam gebetet und dabei auch gefastet. Und Jesus zeigte seine Macht: Das Gift verschwand aus meinem Sohn, er wurde ganz gesund!

Alle im Dorf freuten sich mit uns und wir feierten einen langen Dankgottesdienst. Mein Vater war ganz erstaunt und kam ins Nachdenken. Nach einigen Tagen fand auch er zum Glauben an Jesus. Nun sind wir alle gemeinsam Kinder Gottes! Und auch der Name meines Vaters ist nun im Himmel geschrieben.

Josefist Pastor in Tulabadigedda im Dschungelgebiet des Hochplateaus der Eastern Ghats. Es grenzt an den Silerdschungel, wo es weitere Nethanja-Gemeinden gibt.

EIN GLAS WASSER UND EIN GEBET

Ist jemand von euch krank? Dann bitte er die Ältesten der Gemeinde zu sich, damit sie für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Ihr Gebet, im Glauben gesprochen, wird dem Kranken Rettung bringen; der Herr wird ihn seine Hilfe erfahren lassen. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.

Jakobus 5,14-15

Ich heiße Jakob und stehe schon lange im Dienst für Jesus. Vor über dreißig Jahren kamen meine Frau und ich zum Glauben. Wir waren bei unserer Taufe die einzigen Christen in der Familie, weshalb uns viel Ablehnung und Widerstand entgegenschlugen. Aber wir erlebten mit großem Staunen, dass über die Jahre hinweg alle unsere Verwandten ebenfalls zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben. Dies und viele andere Erlebnisse mit unserem großen Gott lassen mich in meinem Auftrag für Jesus und seine Kirche nicht müde werden. Es macht mir immer noch jeden Tag große Freude.

Ich erlebe, wie wir durch die Kraft des Herrn Jesus Schwierigkeiten überwinden. Böse Geister müssen weichen, wo wir den Namen Jesus bekennen. Und es gilt hier in der Gegend noch viele Dörfer mit dieser guten Nachricht zu erreichen. Ich fühle mich nicht zu alt und habe immer noch Kraft, vielen Menschen von der Kraft zu berichten, die uns Jesus schenkt.

Zum Beispiel lag neulich der Häuptling eines Dorfes im Sterben; zuvor hatte er seine Leitungsaufgabe viele Jahre lang gerecht und gut ausgeführt. Aber nun gab es keine Hilfe mehr, alle erwarteten, dass er bald sterben wird. Obwohl es in diesem Dorf keine Christen gibt, riefen mich seine Familienangehörigen, damit ich für ihn bete. Ich kam gerne und kniete neben der Liege des sichtlich schwachen Mannes und rief den Namen unseres Herrn Jesus an. Die Familie brachte noch ein letztes Glas Wasser, bevor es ans Sterben ging. Ich habe ihn gestützt und ihn unter Gebet von dem Wasser trinken lassen. Dann schlief er erschöpft ein, und ich verließ mit einem Segenswort die Hütte der Familie. Aber kaum dass ich gegangen war, hatte sich der Häuptling von seinem Lager erhoben und war vollkommen gesund. Er rief: „Wo ist der Mann, der für mich gebetet hat? Ich habe den Namen Jesus gehört!“

Am nächsten Tag wurde ich ein zweites Mal in das Dorf gerufen und durfte dem Häuptling, seiner Familie und allen Bewohnern Jesus als den starken Heiland, der vom Tod errettet, bezeugen. Kurz darauf ließen sich der Häuptling und fast alle Dorfbewohner taufen. So ist dort eine weitere christliche Gemeinde entstanden.

Doch leider kann ich meinen Bericht nicht mit diesem Happy End beenden. Denn seither ist es für die junge christliche Gemeinde sehr schwer. Die Kinder der Christen werden an den staatlichen Schulen diskriminiert, lokale Behörden verweigern ihnen die Rechte, die eigentlich allen Menschen zustehen. Die radikalen Hindus bekämpfen und diffamieren die Jesus-Gläubigen. Die Naxaliten, maoistische Rebellen, bekämpfen uns friedliebende Christen aufs Schärfste. Doch wir bleiben nicht allein in diesen Herausforderungen und Bedrängnissen. Die Gemeinschaft der evangelischen Nethanja-Kirche hier im Silerdschungel unterstützt diese junge Gemeinde, so gut es geht. Unter anderem dadurch, dass wir einen Pastor entsandt haben, der sich um die Christen des Dorfes kümmert. Er besucht alle Familien regelmäßig, um zu wissen, woran es mangelt und wer etwas braucht. Für die Kinder wurde eine Tagesschule eingerichtet, in der sie in aller Freiheit lernen können, und sonntags gibt es für sie auch eine Sonntagsschule. In den Gottesdiensten wird viel gesungen und gebetet. Das Wort Gottes wird in den Lebensalltag hinein verkündigt. Und die Gemeinde wächst!

Zum Glauben kommen bedeutet bei uns, anderen Menschen ein Zeuge für Jesus zu sein. Bei uns stehen nicht das eigene Heil und eigene Vorteile im Vordergrund, sondern das Heil für andere! Unsere Gemeinden wachsen nicht zuerst deswegen, weil wir gute Prediger haben, sondern weil der Lebensstil der Getauften ein Zeugnis für Jesus ablegt.

Jakobist seit über 30 Jahren Christ und arbeitet im Silerdschungel. Man sieht ihm sein Alter inzwischen an, doch in der vor einigen Jahren gegründeten Siler Pastors’ Fellowship wurde er von den Nethanja-Pastoren gerade aufgrund seines Alters und seiner Lebenserfahrung zum Vorsitzenden gewählt.

ANGEKLAGT WEGEN GEWALTVERZICHT

Jesus erwiderte: „Ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker zurücklässt, bekommt alles hundertfach wieder: jetzt, in dieser Zeit, Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker – wenn auch unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben.“

Markus 10,29-30

Durch Gottes Gnade wurde ich ein Jünger unseres Herrn Jesus Christus. Nach einer Bibelschulausbildung ging ich als Evangelist in die Dörfer meiner Stammesleute, um auch ihnen von der befreienden Botschaft zu berichten. Nach anfänglicher Skepsis kamen einige Familien zum Glauben an Jesus Christus und wir gründeten eine kleine Gemeinde im Dorf.

Vor einiger Zeit haben wir speziell für junge Leute drei Tage lang abendliche Jugendgottesdienste durchgeführt. Das aber weckte auch das Interesse der Naxaliten. Diese terroristische Bewegung versucht schon seit Jahrzehnten, die Macht in unserem Land an sich zu reißen. Aufgrund ihrer Ideologie sind sie generell gegen jede Form von Religion und staatliche Institutionen. Sie werden von manchen Leuten hier unterstützt, die meisten aber haben Angst vor ihnen. Die Polizei kann uns im Dschungel kaum vor ihnen schützen. Weil die Naxaliten oft junge Leute rekrutieren, wollten sie genau wissen, was wir in unseren Jugendgottesdiensten