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In "Startschuss Abi" finden Schüler alle wichtigen Informationen rund um das Thema Studien- und Berufswahl. Nach dem Abitur stellen sich viele Fragen: Wie geht Studieren überhaupt? Wie finde ich die richtige Hochschule und den passenden Studiengang? Wann sind Praktika und ein Auslandssemester am sinnvollsten? Wie kann ich das Studium finanzieren, und wie komme ich an Stipendien? Das Buch "Startschuss Abi" hilft Schülern, auf diese Fragen die richtigen Antworten zu finden. Exemplarisch werden 14 Studiengänge aus Wirtschaft, Technik und Recht vorgestellt. e-fellows.net-Stipendiaten berichten von ihren Erfahrungen und erzählen von ihrem Studiengang. Neben Studieninhalten werden mögliche Berufsfelder und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt vorgestellt. So wird "Startschuss Abi" zur wertvollen Entscheidungshilfe für die Zeit nach dem Abi - ebenso wie die gleichnamige Veranstaltung, zu der das Buch ebenfalls nähere Informationen enthält.
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Seitenzahl: 282
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Das Online-Stipendium und Karrierenetzwerk
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e-fellows.netwissen
Die Buchreihe von e-fellows.net
Mit dieser Buchreihe informiert e-fellows.net über attraktive Berufsbilder und interessante Weiterbildungen, darunter das LL.M.-Studium, Berufsperspektiven für Juristen, MINT-Frauen und Informatiker sowie die Tätigkeit in einer Unternehmensberatung, im Investment Banking oder im Asset Management. Die Bücher bieten wertvolle Expertentipps und einen fundierten Überblick über die jeweilige Branche. Persönliche Erfahrungsberichte und ausführliche Unternehmensporträts potenzieller Arbeitgeber helfen bei der eigenen Entscheidungsfindung. Weitere Informationen zu den einzelnen Titeln der Reihe e-fellows.net wissen findest du am Ende des Buches.
Um die Lesbarkeit zu verbessern, wird in diesem Buch auf geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen verzichtet. Alle Angaben beziehen sich jedoch immer auf alle Geschlechter gleichermaßen.
Nützliche Infos rund um Ausbildung und Studium
Ausbildung – der Start ins Berufsleben
Duales Studium – Studium und Beruf im Doppelpack
Ausbildung vs. Duales Studium
Studieren – wie geht das überhaupt?
Grundsatzfragen: Was muss ich bei der Studienwahl bedenken?
Die Entscheidung: Wie finde ich den richtigen Studiengang?
Charakterfrage: Welcher Hochschultyp passt zu mir?
Die Qual der Wahl: An welcher Hochschule soll ich studieren?
Bachelor, Master, Diplom, Magister – wie baue ich mein Studium auf?
Ohne Moos …: Wie finanziere ich mein Studium?
Studieren ohne Geldsorgen – Stipendien machen’s möglich
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Studieninfotag Startschuss Abi
Hindernisparcours Bewerbung: Wie komme ich an meinen Studienplatz?
Wer nicht klagt, der nicht studiert – mit dem Fachanwalt zum Studienplatz
Der Weg zum eigenen Zuhause: die Wohnungssuche
Studieren, wo andere Urlaub machen: ab ins Ausland
Geldlos in Seattle – so bekommst du Unterstützung fürs Auslandsstudium
Übung macht den Meister: Was bringen Praktika?
Gap Year – dein freies Jahr zwischen Schule und Studium
Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge
Betriebswirtschaftslehre mit internationaler Komponente
Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finance
Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Management (Business Management)
Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing
Volkswirtschaftslehre
Wirtschaftswissenschaften/Ökonomie
Technische Studiengänge
Chemie
Elektrotechnik
Informatik
Maschinenbau
Mathematik
Physik
Wirtschaftsinformatik
Wirtschaftsingenieurwesen
Rechtswissenschaftliche Studiengänge
Rechtswissenschaften/Jura
Dein Studiengang war nicht dabei?
Deutsche Telekom
ESB Business School Hochschule Reutlingen
ESCP Business School
Fachhochschule Wedel
Freie Universität Bozen
Generalzolldirektion
HDBW – Hochschule der Bayerischen Wirtschaft
Hochschule für Life Sciences FHNW
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
IE University
PKF WULF & PARTNER
Universität zu Köln, WiSo-Fakultät
WHU – Otto Beisheim School of Management
Das Abi rückt näher und ein wichtiger Lebensabschnitt ist bald zu Ende. Dafür beginnt eine neue aufregende Zeit mit vielen spannenden Erfahrungen und ungekannter Freiheit!
Doch so viel Freiheit kann auch ganz schön anstrengend sein, denn jetzt gilt es, wichtige Entscheidungen zu treffen. Was möchtest du nach der Schule machen? Ausbildung, Studium oder doch erst mal etwas ganz anderes? Es gibt unzählige Möglichkeiten, und da kann man schon einmal den Überblick verlieren.
Um den für dich richtigen Weg zu finden, solltest du dich rechtzeitig informieren und dir bewusst machen, wo deine Interessen und Stärken liegen. Im zweiten Schritt überlegst du dann, welches Studienfach oder welcher Beruf am besten dazu passt.
Startschuss Abi 2020/2021 hilft dir bei der Orientierung und beantwortet die wichtigsten Fragen, die du dir nach dem Abitur vielleicht stellst: Du erfährst zum Beispiel, welcher Hochschultyp zu dir passt, was dich in einem dualen Studium erwartet, und welche Möglichkeiten es gibt, ins Ausland zu gehen. Unsere Link-Tipps am Ende eines Beitrags zeigen dir, wo du weiterführende Infos finden kannst. Außerdem lernst du verschiedene Studiengänge aus Wirtschaft, Technik und Recht kennen. Studierende und Absolventen erklären, warum sie sich für ihre Fachrichtung entschieden haben und berichten von ihren persönlichen Erfahrungen. Zuletzt stellen ausgewählte Hochschulen und Unternehmen ihre Studien- und Ausbildungsprogramme vor.
Auch auf unseren Startschuss-Abi-Veranstaltungen bieten wir dir Tipps zur Studien- und Ausbildungswahl. Dort triffst du Hochschulen und Unternehmen und kannst deine Fragen direkt stellen. Weitere Infos dazu findest im Beitrag „Studien-Infotag Startschuss Abi“.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Abiturprüfungen und viel Spaß beim Lesen unseres Buchs!
Nina Tießen
e-fellows.net
Theresa Eitel stieg nach ihrem Studium als Projektmanagerin für den Executive MBA an der TU München ein. Davor absolvierte sie ihr Diplom in Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Universität Passau und ein Praktikum in der Redaktion von e-fellows.net.
Maximilian Fleschhut hat von 2010 bis 2016 das Team Content & Community bei e-fellows.net unterstützt. Davor studierte er Neuere Deutsche Literatur an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München und war in verschiedenen Redaktionen und Verlagen sowie als freier Redakteur und Buchautor tätig.
Kristina Folz, M.A., arbeitet als freie Lektorin, Redakteurin und Autorin. Nach ihrem Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und europäischen Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg arbeitete sie in einem Sachbuchverlag. Seit 2015 ist sie mit ihrem Lektoratsbüro „Perflekt“ selbstständig.
Julia Jung absolvierte ein Praktikum in der Redaktion von e-fellows.net, ehe sie ihr Studium in Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz begann.
Victoria Mrosek hat ihren Master in Journalism, Media & Globalisation an der University of Aarhus und der Danish School of Media and Journalism gemacht. Um zwischen Bachelor und Master Berufserfahrung zu sammeln, absolvierte sie 2015 ein Praktikum in der Redaktion von e-fellows.net. Zuvor hat sie im Bachelor Kulturwirtschaft an der Universität Mannheim studiert.
Katharina Schlotthauer hat vor ihrem geplanten Master in Geografie ein Gap Year in England und auf den Philippinen eingelegt. Vor dem Abitur hat sie bereits ein freiwilliges kulturelles Jahr absolviert. Vom Juni 2014 bis März 2015 hat sie ein Praktikum in der Redaktion von e-fellows.net gemacht.
Julia Schmidpeter leitet das Team Content & Community bei e-fellows.net. Zuvor hat sie Europastudien (B.A.) an der KU Eichstätt-Ingolstadt und Kommunikationswissenschaft (M.A.) an der Universität Bamberg studiert und ein Volontariat im Personalmarketing eines Versandhändlers absolviert.
Kay Szantyr arbeitet als Buchautorin und freie Redakteurin, insbesondere in den Bereichen Lektorat und Online-Redaktion. Bevor sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, war sie 2007/08 freie Mitarbeiterin bei e-fellows.net mit den Schwerpunkten Arbeitgeber-PR und Finanzen. Sie hat Politologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München studiert.
Judith Weigl arbeitete während ihres Bachelor-Studiums der Text- und Kultursemiotik in der Redaktion einer Tageszeitung sowie in der Marketingabteilung eines global agierenden Technologiekonzerns. Von Juli bis Oktober 2013 absolvierte sie ein Praktikum im Team Content & Community bei e-fellows.net.
Mit dem Abi in der Tasche stehen dir unzählige Türen für deine Zukunft offen. Du kannst zwischen verschiedenen Hochschultypen, Unis und Studienfächern wählen. Aber: Dass du studieren darfst, heißt nicht, dass du studieren musst – auch eine Ausbildung ist eine Möglichkeit. Sowohl für ein Studium als auch für eine Ausbildung gibt es gute Gründe. Welche für dich wichtiger sind, sollte ganz allein deine Entscheidung sein.
508.229 Studienanfänger gab es im Studienjahr 2019/20 – 508.229 junge Menschen, die ihren Forschergeist ausleben wollen. Wenn dich nicht nur interessiert, dass etwas funktioniert, sondern auch das Warum, bist du an einer Hochschule gut aufgehoben. Selbst eigene Theorien kannst du während des Studiums oder spätestens in deiner Doktorarbeit entwerfen. Und promovieren darf in Deutschland derzeit nur, wer auf einer Hochschule war.
Natürlich ist auch ein Hochschulbesuch kein Karrieregarant. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern liegt aber deutlich unter dem Durchschnitt. Zwar hängen die Jobchancen immer auch vom Studienfach und dem Arbeitsmarkt ab: Als Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur hast du generell gute bis sehr gute Aussichten auf einen zügigen Jobeinstieg; für Geisteswissenschaftler kann das schon etwas schwieriger werden. Wer allerdings nach dem Studium einen Job findet, darf mit einem höheren Einstiegsgehalt rechnen und gelangt leichter in eine Führungsposition.
Im Jahr 2019 haben sich 525.081 Jugendliche für eine Ausbildung entschieden. Auch dieser Weg hat unleugbar Vorteile: Du lernst und verdienst gleichzeitig Geld. Das geht natürlich auch in einem dualen Studium – aber mit einer Ausbildung kannst du noch schneller in den Job starten. Zudem übernehmen viele Ausbildungsbetriebe ihre Lehrlinge gerne, schließlich haben sie viel Zeit und Geld in deren Ausbildung investiert. Ein Wechsel des Arbeitgebers wird dagegen schon schwieriger. Auf viele Stellen können sich Akademiker ebenso bewerben und werden dann oft bevorzugt, weil man ihnen mehr Flexibilität zutraut und sie für geeigneter hält, Mitarbeiter zu führen.
Letztendlich kann dir keiner raten, was für dich der geeignete Weg in den Beruf ist. Wenn du dir unsicher bist, schnuppere über Praktika in ein, zwei Betriebe hinein und setze dich in der nächstgelegenen Uni in Vorlesungen. Wenn du dir gar nicht vorstellen kannst, noch einmal drei Jahre über Büchern zu verbringen, dann solltest du die praxisorientierte Ausbildung wählen. Wenn du aber weiterlernen, forschen und entdecken willst, und wenn dich das Studentenleben interessiert, dann findest du ab dem Beitrag zum dualen Studium alles, was du als zukünftiger Student wissen musst.
Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung. Auf den ersten Blick wirkt das deutsche Ausbildungssystem ein wenig wie ein Dschungel. Du stößt auf Begriffe wie betriebliche, schulische und duale Ausbildung, Sonderausbildung, Vorbereitungsdienst, Berufsschule und Berufsfachschule. Aber was verbirgt sich eigentlich dahinter? Dieses Kapitel soll dir helfen, Licht ins Dunkel zu bringen.
Derzeit gibt es in Deutschland 327 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Sie alle haben eine Ausbildungsordnung, die entweder auf dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung beruht. Darin sind bestimmte Rechte festgelegt, die jeder Auszubildende hat: Du darfst (bis auf einige Ausnahmen, zum Beispiel in der Gastronomie) nicht an Sonn- und Feiertagen arbeiten, brauchst keine Arbeiten zu verrichten, die nicht dem Ausbildungsziel dienen, bekommst deine Ausbildungsmittel vom Betrieb bezahlt und erhältst am Ende deiner Ausbildung ein Zeugnis. Eine nicht anerkannte Ausbildung muss das alles nicht gewährleisten. Aber keine Sorge: Unter diese Kategorie fallen nur die wenigsten Ausbildungen und keine, über die du hier liest.
Hinter dem Begriff „Ausbildung“ stecken verschiedene Ausbildungsformen. Die betriebliche bzw. duale Ausbildung ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Ausbildungsart und findet auf der ganzen Welt Nachahmer. In ihr arbeitest du zwei bis dreieinhalb Jahre in einem Betrieb und lernst dort alles, was du praktisch können musst. Damit alle Azubis innerhalb einer Branche und eines Fachgebiets dasselbe Know-how mitbekommen, sind die Lehrinhalte bundesweit geregelt. Sollte sich dein Betrieb zu sehr spezialisiert haben, schnupperst du in zusätzlichen, außerbetrieblichen Lehrgängen auch in andere Bereiche hinein.
Für die Theorie ist die Berufsschule zuständig, in der du an ein bis zwei Tagen in der Woche oder im Blockunterricht Fachwissen und Allgemeinbildung vermittelt bekommst. Die meisten Ausbildungen starten zum 1. August oder 1. September, was jedoch nicht heißt, dass du in den Monaten zwischen Abi und Lehrjahresbeginn noch schnell auf Ausbildungsplatzsuche gehen kannst. Damit solltest du mindestens ein Jahr vorher anfangen – bei großen Unternehmen solltest du dich sogar eineinhalb Jahre vorher bewerben. Für eine Ausbildung bewirbst du dich jeweils bei den Unternehmen direkt. Welche freien Plätze es gibt, erfährst du beispielsweise bei der Arbeitsagentur oder über den Internetauftritt des jeweiligen Betriebs.
Einer der größten Vorteile einer betrieblichen Ausbildung gegenüber einem Studium oder einer schulischen Ausbildung ist ganz klar das Gehalt. Es wird als „Ausbildungsvergütung“ bezeichnet und die Höhe ist in deinem Ausbildungsvertrag festgelegt. Wie viel du verdienst, hängt stark von Branche und Region ab und außerdem davon, ob dein Betrieb tariflich gebunden ist. Doch selbst wenn er das nicht ist, muss er mindestens 80 Prozent des Tariflohns zahlen. Da du mit zunehmender Erfahrung mehr und schwierigere Aufgaben übernehmen kannst, steigt die Ausbildungsvergütung mit jedem Lehrjahr an: Durchschnittlich liegen zwischen dem ersten und dem vierten Jahr 200 Euro.
Wenn dir dein Arbeitgeber Wohnraum bereitstellt oder dich mit anderen Sachleistungen unterstützt, kann er diese von deinem Gehalt abziehen – 25 Prozent deines Nettolohns bekommst du aber auf jeden Fall. Weitere Abzüge werden ab bestimmten Einkommensgrenzen fällig: Ab 325 Euro brutto musst du Sozialabgaben zahlen und ab 946 Euro kommen Steuern hinzu.
Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) hast du dann, wenn du von zu Hause ausziehen musst, weil deine Ausbildungsstelle zu weit weg ist und dich deine Eltern nicht ausreichend unterstützen können.
Alternativ gibt es die schulische Ausbildung. Sie überwiegt vor allem in Gesundheitsberufen, Pädagogik, Gestaltung und Fremdsprachen; sie kommt aber auch in kaufmännischen und technischen Berufen vor. Hier verbringst du den überwiegenden Teil deiner ein- bis dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit in einer Berufsfachschule. Da Schulen den einzelnen Ländern und nicht dem Bund unterstellt sind, kann sich eine Ausbildung von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden. Bei deiner Entscheidung für eine bestimmte Einrichtung solltest du deshalb unbedingt darauf achten, dass der Abschluss auch in anderen Bundesländern anerkannt ist.
Praxiskenntnisse erhältst du entweder in Praktikumsphasen oder ebenfalls an deiner Schule. Im Gegensatz zur betrieblichen Ausbildung bekommst du hierfür kein Gehalt – es sei denn, du hast einen besonders hohen Praxisanteil, wie beispielsweise in der Alten- und Krankenpflege. Eine weitere Rolle für deinen Geldbeutel spielt der Träger deiner Berufsfachschule: Während du für Privatschulen zahlen musst, sind staatliche Einrichtungen kostenlos. Bewerben oder zumindest informieren solltest du dich ein Jahr vor Ausbildungsbeginn.
Eine Sonderausbildung für Abiturienten, auch doppelt qualifizierte Erstausbildung oder Abiturientenausbildung genannt, ist speziell für Schulabgänger mit Hochschulreife konzipiert. Sie wird von deinem Betrieb bezahlt, dauert meist drei Jahre und läuft zweistufig ab. Deinen ersten Abschluss hast du nach eineinhalb bis zwei Jahren in der Tasche. Danach absolvierst du eine Weiterbildung, die dich fit macht für komplexere Aufgaben und Führungspositionen. Viele dieser Ausbildungsstufen können zwar auch Azubis ohne Abitur erlangen; ihr Weg dorthin ist aber um einiges steiniger. Sie müssen erst eine dreijährige Ausbildung absolvieren, anschließend Berufserfahrung sammeln und ihre eineinhalbjährige Weiterbildung aus eigener Tasche bezahlen.
Leider sind Abiturientenausbildungen nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern werden nur in bestimmten Bundesländern angeboten. Daher musst du unter Umständen zu einem Umzug bereit sein.
Gemeinsam ist allen drei Berufen, dass du zuerst eine kaufmännische Lehre absolvierst und danach vertiefende BWL-Kenntnisse sowie Management-Skills erwirbst. Als angehender Handelsfachwirt oder -assistent lernst du Einzelhandels- und in manchen Fällen auch Groß- und Außenhandelskaufmann. In deiner Fachwirtausbildung konzentrierst du dich auf das Hintergrundgeschehen in einem Betrieb, also auf Einkauf, Marketing und Logistik. Handelsassistenten spezialisieren sich auf den klassischen Verkauf: Sie beschäftigen sich mit Kundenorientierung, Vertriebssteuerung und Personalmanagement sowie -führung. Auch als Betriebswirt bist du in der Planung, Organisation und Verwaltung eines Unternehmens tätig. Der theoretische Teil deiner Ausbildung zum Betriebswirt findet meist an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) statt und bewegt sich auf Hochschulniveau. Die Art deines Erstabschlusses hängt davon ab, ob du dich für eine Ausbildung zum Betriebswirt für Außenhandel, allgemeine Betriebswirtschaft, Textil oder Verkehr und Logistik entscheidest. Bei Ersterer startest du zum Beispiel als Außenhandelskaufmann, bei Letzterer als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung.
Für Computerfreaks, die lieber programmieren als schnöde Theorie an der Uni zu büffeln, bieten sich die Ausbildungen zum Fachberater für integrierte Systeme oder für Softwaretechnik an. Bereits in deiner Ausbildung zum Fachinformatiker entscheidest du dich für einen der beiden Arbeitsschwerpunkte, in den du anschließend in deiner Zusatzausbildung noch tiefer einsteigst. Als Experte für integrierte Systeme kennst du dich vor allem mit Rechnersystemen und -netzen sowie mit Fest- oder Funknetzen aus. Neben der technischen Planung bist du für Service und Support zuständig und verbringst deshalb einen Teil deiner Zeit beim Kunden vor Ort. In der Softwaretechnik kommt der Kundenkontakt ebenfalls nicht zu kurz. Du entwickelst Programme, die die perfekte Antwort auf ein konkretes Problem sind: beispielsweise Datenbanken, benutzerfreundliche Bedienoberflächen oder Internetseiten.
Als Eurokaufmann bist du für die Kommunikation mit ausländischen Kunden und Geschäftspartnern zuständig – dein Arbeitsbereich ist daher meist der Import und Export. Du übersetzt Verträge, Briefe und andere kaufmännische Texte, bist für Zollformalitäten zuständig und wirkst bei der Planung und Umsetzung von Projekten mit. In der Regel legst du nach 18 bis 24 Monaten deine Prüfung zum Büro- oder Industriekaufmann ab und spezialisierst dich während der übrigen zwölf bis 18 Monate auf eine Fremdsprache.
Fluglotsen tragen jede Menge Verantwortung: Vom Tower aus hilfst du Piloten bei Start und Landung, hältst Kontakt zum Wetterdienst und sorgst dafür, dass die Flugzeuge nicht kollidieren. Das Abitur und ein normales Bewerbungsgespräch reichen leider nicht aus, um Lotse zu werden. Du musst darüber hinaus in verschiedenen Tests deine intellektuelle, psychische und körperliche Eignung unter Beweis stellen.
Nicht in jeder Fachrichtung gibt es eine Abiturientenausbildung. Wenn du trotzdem auch in einer normalen betrieblichen Ausbildung das gewisse bisschen Mehr willst, kannst du Zusatzqualifikationen erwerben. Dazu zählen Spezialisierungen auf ein bestimmtes Fachgebiet deines Berufs, Computerkenntnisse, Fremdsprachen und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Da sie alle berufsbegleitend erworben werden, solltest du ein hohes Maß an Motivation und Leistungsbereitschaft mitbringen. Für Abiturienten bietet es sich an, Zusatzqualifikationen mit einer Ausbildungszeitverkürzung zu kombinieren: Du beendest deine Lehre bis zu zwölf Monate früher und konzentrierst dich im Anschluss ganz auf die Zusatzqualifikationen deiner Wahl.
Wenn du dir vorstellen kannst, Beamter im mittleren öffentlichen Dienst zu werden, absolvierst du keine Ausbildung, sondern einen sogenannten Vorbereitungsdienst. Du bist auch kein Azubi, sondern „Anwärter“. Dein Ausbildungsbetrieb und späterer Arbeitgeber ist eine Behörde oder Verwaltung des Bundes, von einem der Länder oder einer Kommune. Hier reicht das Spektrum vom Rathaus über Gerichte, den Wetterdienst und das Sozialamt bis hin zum Bundesnachrichtendienst oder zum Auswärtigen Amt. Wie in jeder anderen Beamtenlaufbahn wird im mittleren Dienst zwischen dem technischen und nichttechnischen Dienst unterschieden. Zum technischen Dienst zählen die Feuerwehr, das Vermessungswesen und die Fernmelde- und elektronische Aufklärung. Im nichttechnischen Dienst sind Verwaltungs- und Sachbearbeitungsaufgaben angesiedelt, zum Beispiel die Steuerverwaltung, der Archivdienst, die Deutsche Bundesbank und Sozialversicherungen, Zoll und Polizei.
Da der Beamtenberuf viele Sicherheiten bietet und du bereits im Vorbereitungsdienst mehr verdienst als ein Durchschnittsazubi, sind die Ausbildungsplätze begehrt. Dementsprechend aufwendig ist das Auswahlverfahren: Du musst dich bereits ein Jahr im Voraus bewerben und anspruchsvolle Auswahltests durchlaufen. Die Fähigkeiten, die du aus dem Gymnasium oder der FOS mitbringst, geben dir hier aber einen Vorsprung gegenüber deinen Mitbewerbern mit mittlerer Reife.
Für Auszubildende gilt nicht weniger als für Studenten, dass derjenige, der Fremdsprachen spricht und mit fremden Kulturen umgehen kann, sich auf dem Arbeitsmarkt leichter tut. Das Berufsbildungsgesetz legt fest, dass du bis zu einem Viertel deiner Ausbildungszeit im Ausland verbringen kannst und währenddessen weiterhin Gehalt von deinem Betrieb bekommst. Allerdings musst du Reise- und Unterbringungskosten selbst zahlen und den verpassten Unterrichtsstoff eigenständig nachholen. Bisher wagen jedoch nur etwa fünf Prozent der deutschen Azubis den Schritt über die Bundesgrenzen hinaus. Daher hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, diesen Prozentsatz deutlich zu erhöhen und unterstützt verschiedene Projekte wie Lift, Let’s go oder Berufsbildung ohne Grenzen.
Wenn du deine Chancen auf einen Auslandsaufenthalt steigern und dir die Organisation erleichtern möchtest, solltest du dich für eine Ausbildung bei einem international tätigen Unternehmen entscheiden. Dies kann dir helfen, ein Praktikum in einer Niederlassung in einem anderen Land zu absolvieren; manchmal gibt es auch eigene Auslandsprogramme für die Azubis. Bei schulischen Ausbildungen ist es zwar oft nicht möglich, einen Abstecher in ein anderes Land zu machen, aber auch hier bieten vereinzelte Berufsfachschulen eigene Projekte an.
In Berufen, in denen interkulturelle Kompetenz das A und O ist, sind Auslandspraktika häufig von vornherein in der Ausbildung vorgesehen, so beispielsweise in der Ausbildung zum Eurokaufmann, Fremdsprachenkorrespondenten oder kaufmännischen Assistenten. Sollte dein Fernweh so groß sein, dass du deine Ausbildung komplett im Ausland machen möchtest, ist die jeweilige Außenhandelskammer deines Wunschlandes die richtige Anlaufstelle. Sie stellt den Kontakt zu Firmen her, die eine in Deutschland anerkannte Ausbildung anbieten.
Vanessa Furs
Kauffrau für Büromanagement
KPMG
Nach dem Abitur habe ich erst mal ein Jahr in Australien verbracht und anschließend mein Studium im Bereich Personalmanagement begonnen. Schnell habe ich festgestellt, dass mir der Praxisbezug fehlt und ich einen anderen Weg einschlagen möchte. Da ich mich für Englisch und BWL begeistere, kam für mich nur eine Ausbildung in einem großen und internationalen Unternehmen wie KPMG infrage. Letztendlich waren es meine Interviewpartner bei KPMG, die mich im persönlichen Gespräch von der Kompetenz und der Verantwortung des Unternehmens überzeugt haben. So bin ich von Mannheim nach Berlin gezogen, um dort meine Ausbildung zu beginnen.
Im schulischen Teil meiner Ausbildung verbringe ich zwei Tage die Woche in der Berufsschule und lerne die betriebswirtschaftlichen Aufgaben und Zusammenhänge theoretisch kennen. Die Berufsschule bietet die Zusatzqualifikation der Europakauffrau an, welche von KPMG gefördert wird. Dabei lerne ich weitere Module wie SAP, Europarecht und Internationales Marketing kennen und absolviere ein vierwöchiges Praktikum in einem europäischen Land meiner Wahl.
Die restlichen drei Tage der Woche verbringe ich in der Niederlassung von KPMG direkt im Zentrum Berlins und wende mein erlerntes Wissen praktisch an. Von Beginn an durfte ich spannende Abteilungen kennenlernen und wurde direkt in die jeweiligen Teams und die anfallenden Aufgaben eingebunden. Meine Wahlqualifikationen sind „Personalwirtschaft“ und „Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement“. In diesen Bereichen erhalte ich tiefe Einblicke in Prozesse und Strukturen. Aber auch neben der eigentlichen Ausbildung engagiert sich KPMG für seine Azubis. So halten beispielsweise die Ausbilder regelmäßige Treffen mit allen Auszubildenden des jeweiligen Standortes ab. Das ist eine gute Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen, Erfahrungen aus anderen Abteilungen mitzubekommen, sein eigenes Netzwerk zu spinnen und sich über Fragestellungen rund um die Ausbildung auszutauschen. Man fühlt sich also von der ersten Sekunde an bestens abgeholt und als Teil eines Ganzen.
Jedem, der gerne Verantwortung für eigene Aufgaben und Projekte übernehmen möchte und Spaß daran hat, viele verschiedene Abteilungen kennenzulernen. Sie bietet einen tollen Einblick in den gesamten betriebswirtschaftlichen Zusammenhang und Ablauf des Unternehmens. Wer motiviert ist, Eigeninitiative zeigt und gute Karrieremöglichkeiten durch optimale Förderung erhalten möchte, ist bei KPMG genau richtig.
Für mich war es die beste Entscheidung, meine Ausbildung bei KPMG zu beginnen. Meine Möglichkeiten nach der Ausbildung sind vielfältig. Vermutlich werde ich im Anschluss ein duales Studium bei KPMG absolvieren oder sammle zunächst weitere Jahre Berufserfahrung in einer Abteilung meiner Wahl, bevor ich mich weiterbilde.
Dr. Michael Hies
Geschäftsführer
e-fellows.net
Auszubildende bringen frischen Wind ins Unternehmen. Sie hinterfragen Routinen und liefern neue Ideen und neuen Input. Das ist für uns besonders wichtig, weil sich viele unserer Angebote – das e-fellows.net-Stipendium, die Veranstaltungsreihe „Startschuss Abi“ und der gleichnamige Studienratgeber, den du gerade in den Händen hältst – an Oberstufenschüler, Abiturienten und Studienanfänger richten. An dieser Zielgruppe sind unsere Auszubildenden viel näher dran als wir „alten Hasen“.
Außerdem gibt es kein besseres Mittel gegen den Fachkräftemangel als selbst auszubilden. Denn indem man junge Talente selbst „heranzieht“, macht man sich ein Stück weit vom Arbeitsmarkt unabhängig. Aus diesem Grund bieten wir bei e-fellows.net inzwischen nicht nur kaufmännische Ausbildungen in Veranstaltungsmanagement und Marketingkommunikation an, sondern auch eine Ausbildung zum Fachinformatiker.
Generell eignet sich eine Abiturientenausbildung für alle, die schon in der Schule ab und an den Praxisbezug vermisst haben, die lieber anwendungsorientiert als theoretisch lernen und endlich auf eigenen Beinen stehen wollen – und das nicht nur finanziell. Bei e-fellows.net werden die Auszubildenden von Tag eins an in verschiedene Projekte mit einbezogen und bekommen schnell eigene Verantwortungsbereiche, in denen sie sich beweisen können. Das hilft ungemein, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Auch wer noch nicht zu hundert Prozent weiß, wohin er sich beruflich entwickeln will, kann deshalb von einer Ausbildung profitieren.
In den kaufmännischen Ausbildungsberufen legen wir Wert darauf, dass Bewerber nicht nur praktisch veranlagt sind und Freude am Organisieren haben, sondern auch gut mit Stress klarkommen. In der Veranstaltungssaison geht es auch mal hoch her, gerade wenn mehrere Veranstaltungen direkt hintereinander stattfinden. Aber wenn man seinen Humor nicht verliert und ein wenig Durchhaltevermögen an den Tag legt, wird man am Ende durch die Events belohnt. Auf einer Veranstaltung zu sein, an deren Erfolg man beteiligt war, ist ein tolles Gefühl!
Wer bei e-fellows.net eine kaufmännische Ausbildung absolviert, erwirbt Fähigkeiten, die in mehreren Teams gefragt sind. Daher stehen die Chancen auf eine Übernahme nach der Ausbildung sehr gut. Dasselbe gilt für die Ausbildung zum Fachinformatiker – denn gute ITler können wir immer gebrauchen!
Fast alle bisherigen Auszubildenden haben sich allerdings entschieden, nach der Berufsausbildung doch in ein Studium zu starten. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sie bei e-fellows.net jeden Tag mit Studenten und Hochschulen in Kontakt stehen. Oft haben die ehemaligen Auszubildenden dann als Werkstudenten weiter bei uns gearbeitet. Seit zwei Jahren bieten wir außerdem die Möglichkeit, an der FOM Hochschule ein duales Bachelor-Studium in den Fächern Informatik, Management, Marketing & Digitale Medien oder BWL & Wirtschaftspsychologie zu absolvieren.
Ganz schön praktisch: Während sich die anderen Studenten mit Nebenjobs rumschlagen, wirst du bei einem dualen Studium fürs Studieren sogar bezahlt. Obendrauf gibt’s den Praxisteil, bei dem du parallel zum Studium in einem Unternehmen ausgebildet wirst. Das Lernen bleibt dir allerdings nicht erspart. Außerdem erwartet dich in den drei bis fünf Jahren ein straffer Zeitplan.
Wie bei einem normalen Studium lernst du die Theorie für dein Fach an einer Hochschule. Teilweise besuchst du zusätzlich die Berufsschule, wo weitere praxisbezogene Fächer angeboten werden. Alternativ zur Hoch- und Berufsschule gibt es die Berufsakademie (BA). Diese bietet ausschließlich duale Studiengänge an, ist allerdings nicht in allen Bundesländern vertreten. Ob Hochschule oder Berufsakademie: Prüfungen und eine Abschlussarbeit musst du bei beiden schreiben – und erhältst dafür deinen Bachelor-Abschluss.
Das Gelernte kannst du schon während deines Studiums direkt in die Praxis umsetzen. Dabei gibt es allerdings verschiedene Modelle. Bei der bekanntesten Variante, dem ausbildungsintegrierenden Studium, verbringst du einen Teil deiner Ausbildung im Unternehmen. In Bayern wird dieses Modell gelegentlich auch als Verbundstudium bezeichnet; in Nordrhein-Westfalen kann mit diesem Begriff aber auch ein Fernstudium gemeint sein. Zeitgleich zum Bachelor-Studium absolvierst du also hierbei eine Ausbildung im Partnerbetrieb der Hochschule beziehungsweise Berufsakademie, wobei sich die Theorie- und Praxisphasen oft im Drei-Monats-Rhythmus abwechseln. Meist arbeitest du in allen Bereichen mit und betreust im besten Fall sogar dein eigenes Projekt. Somit unterscheidet sich der Praxisteil kaum von einer herkömmlichen Lehre. Am Ende der Ausbildung erhältst du dann sowohl einen akademischen Hochschul- als auch einen Berufsabschluss. Teilweise musst du beim ausbildungsintegrierenden Studium zusätzlich die Berufsschule besuchen. Nach zwei bis drei Jahren machst du deinen Abschluss bei der Industrie- und Handels- oder der Handwerkskammer (je nach Branche beziehungsweise Schwerpunkt der Ausbildung) und hast damit einen staatlich anerkannten Berufsabschluss in der Tasche.
Eine andere Möglichkeit stellt das praxisintegrierende oder kooperative duale Studium dar, das in Bayern gelegentlich auch als „Studium mit vertiefter Praxis“ bezeichnet wird. Hierbei absolvierst du deine Praxisphasen durch ein Langzeitpraktikum in einem Unternehmen oder seltener auch durch mehrere kürzere Praktika in verschiedenen Unternehmen, die dann aber meistens schlechter vergütet werden. Durch die Rotation lernst du oft mehrere Bereiche kennen. In manchen Firmen arbeitest du aber eventuell nur in einer Abteilung. Im Gegensatz zur ersten Variante erhältst du beim praxisintegrierenden Studium keinen Kammer-Abschluss, da du nicht die Berufsschule, sondern nur eine Hochschule oder Berufsakademie besuchst.
Wenn du dich bereits in einer Berufsausbildung befindest oder sogar schon einen Abschluss hast, kommt für dich auch ein berufsintegrierendes oder ein berufsbegleitendes duales Studium infrage. Bei der ersten Variante wird nach Absprache mit dem Arbeitgeber die Anzahl der Arbeitsstunden reduziert, sodass du in den entstandenen Freistunden studieren kannst. Dies ist dann auch ohne eine allgemeine Hochschulreife möglich. Beim zweiten Modell arbeitest du weiterhin in Vollzeit, absolvierst aber nebenher ein Fernstudium. Auch hier ist die Unterstützung des Arbeitgebers wichtig, weil du dir für Präsenzphasen oder Prüfungen hin und wieder freinehmen musst.
Anzahl dualer Studiengänge und Studierenden im zeitlichen Verlauf
Beim dualen Studium gibt es nicht nur verschiedene Studienmodelle, sondern auch unterschiedliche Varianten der Zeiteinteilung für die Theorie- und Praxisphasen. Prinzipiell wechseln sich diese ab – die zwei gängigen Modelle sind hier einerseits das Blockmodell und andererseits das Wochenmodell. Beim Blockmodell bist du jeweils drei Monate an deiner Hochschule oder Berufsakademie und drei Monate im Unternehmen. Dadurch musst du dich jeweils eine längere Zeit immer nur auf eine Phase konzentrieren, verpasst aber mitunter wichtige Entscheidungen oder Entwicklungen in der Hochschule oder im Unternehmen. Es ist deshalb ratsam, während deiner Abwesenheit mit Studien- oder Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben.
Beim Wochenmodell verbringst du jede Woche einige Tage an der Hochschule oder Berufsakademie und die restlichen Tage im Betrieb. Dadurch bist du sowohl in der Theorie als auch in der Praxis immer auf dem Laufenden, musst dich aber ständig auf beides gleichzeitig konzentrieren. Welches Modell der Arbeitgeber anbietet, hängt auch von der kooperierenden Hochschule oder Berufsakademie ab. Manchmal ist die Zeiteinteilung auch flexibler, sodass in der frühen Phase der Ausbildung die Praxis überwiegt und später die Theorie. Bei manchen Unternehmen findet dein Theorieteil jedoch auch am Abend oder am Wochenende statt.
Die Vorteile eines dualen Studiums liegen auf der Hand: Du wendest das Gelernte direkt an und sammelst deine praktischen Erfahrungen schon während des Studiums, was dir bei Bewerbungen und beim Einleben in den Arbeitsalltag zugutekommen kann. Wenn du dich für ein ausbildungsintegrierendes duales Studium entscheidest, hast du außerdem die Aussicht auf einen Hochschul- und einen Berufsabschluss, was dir Vorteile bei späteren Bewerbungen bringt. Des Weiteren bekommst du ein Ausbildungsgehalt, das meist sogar etwas über der normalen Ausbildungsvergütung liegt und dir die Finanzierung deines Studiums erleichtert. Der wichtigste Vorteil ist jedoch das Netzwerk, das du dir bereits während deiner Ausbildung aufbauen kannst. Außerdem ist die Chance einer Übernahme nach deiner Ausbildung extrem hoch – wenn nicht sogar schon vertraglich festgelegt.
Andererseits bringt ein duales Studium durch das Studieren und Arbeiten auch immer eine Doppelbelastung mit sich. Dabei begleitet dich ein straffer Zeitplan ohne Semesterferien. Du hast lediglich einen Urlaubsanspruch von 24 bis 30 Werktagen wie jeder andere Arbeitnehmer. Außerdem hat deine Ausbildung nicht die wissenschaftliche Tiefe eines Uni-Studiums. Wenn du dir also vorstellen kannst, später eine wissenschaftliche Laufbahn als Dozent oder Professor einzuschlagen, kann dir ein duales Studium diesen Weg eher verbauen als erleichtern. Die kleinen Unterschiede können auch zu Problemen führen, wenn du beispielsweise einen nicht-dualen Master an einer Uni machen möchtest. Möglicherweise fehlen dir dazu nämlich die erforderlichen Credit Points oder du bist vertraglich zunächst einmal an deine Ausbildungsstätte gebunden. Mittlerweile bieten allerdings auch immer mehr Hochschulen und Berufsakademien duale Master-Studiengänge an.
Nicht zu vergessen ist außerdem, dass du dich mit der Wahl eines dualen Studiums immer bereits auf einen Tätigkeitsbereich festlegst. Solltest du merken, dass dir dieser doch nicht zusagt, ist es dann oft aus finanziellen Gründen schwer, das Studium zu wechseln, weil der Arbeitgeber bis dahin gezahlte Studiengebühren zurückfordern kann.
Verteilung dualer Studiengänge nach Fachbereichen
Die Studiengänge, für die ein duales Studium angeboten wird, kommen hauptsächlich aus den Bereichen Wirtschaft und Technik. Es gibt aber zunehmend interdisziplinäre Studiengänge, wie Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftspsychologie. Bei der Entscheidung für einen dualen Studiengang solltest du dich auf dieselben Aspekte konzentrieren wie bei der Wahl eines „normalen“ Studiengangs oder einer Ausbildung: Was interessiert dich, wo sind deine Stärken und wo hast du vielleicht schon Erfahrungen (zum Beispiel durch Praktika) gesammelt? Auch deine Eltern oder Freunde können dir mit Rat zur Seite stehen.
Welche Hochschulen und Unternehmen duale Studienplätze anbieten, kannst du auf verschiedene Arten herausfinden. Wenn du dich noch nicht auf eine Institution oder einen Studiengang festgelegt hast, findest du über Suchmaschinen eine große Auswahl an Angeboten. Dabei kannst du die Suche natürlich auch nach Bundesländern oder Städten und Fachrichtungen eingrenzen. Auch in Job- und Studienplatzbörsen sind viele duale Studiengänge verzeichnet. Bei Studien- und Berufsmessen hast du sogar die Möglichkeit, direkt auf Firmen, die duale Studiengänge anbieten, zuzugehen (zum Beispiel bei Startschuss Abi). Hast du dann eine engere Auswahl getroffen, solltest du dich auf der Website der betreffenden Hochschulen, Berufsakademien oder Unternehmen schlau machen, mit welchen Partnerunternehmen beziehungsweise Partnerhochschulen sie zusammenarbeiten. Hochschule und Betrieb müssen sich übrigens nicht unbedingt in derselben Stadt befinden; dies solltest du bedenken, wenn du kein eigenes Auto hast oder deinen Umzug planst.
Regionale Verteilung dualer Studiengänge
