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50%-FRAUENQUOTE IN DER THEATERREGIE: DAS ENDE DER KUNST? Als die Leiterin des renommierten Berliner Theatertreffens Yvonne Büdenhölzer im Jahr 2019 die 50%-Frauenquote einführte, wurde sie scharf kritisiert. Schließlich verleitet die Quote geradezu reflexhaft zum Widerspruch: Trifft die eingeladenen Regisseurinnen nicht der Generalverdacht, dass sie es nur aufgrund der Frauenquote ins Rampenlicht geschafft haben? Ist bei so einer Vorgabe sogar die Unabhängigkeit der Auswahl-Jury in Gefahr? Und wird damit nicht die Qualität des bedeutendsten Theaterfestivals im deutschsprachigen Raum minimiert? Andererseits: Kann es einzig an der künstlerischen Kompetenz liegen, wenn in den 56 Festival-Jahren zuvor 27 eingeladene Frauen 193 Männern gegenüberstanden? -Aktueller Debattenbeitrag über die Quotenregelungen in der Kultur -Regisseurinnen über ungleiche Produktionsbedingungen und Gender-Pay-Gap -Profilierte Theaterfrauen berichten aus dem Berufsalltag: Barbara Frey, Yael Ronen, Anne Lenk, Florentina Holzinger und Pınar Karabulut -Lebendige Porträts, persönliche Interviews und einordnende Essays -Der Begleitband zum Berliner Theatertreffen VIER JAHRE SPÄTER BETRACHTET DAS BUCH DIE ENTWICKLUNG Die profilierten Theaterkritikerinnen Sabine Leucht, Petra Paterno und Katrin Ullmann, die es zusammengerechnet auf acht Jahre Jurytätigkeit beim Berliner Theatertreffen bringen, nehmen diese Fragen zum Ausgangspunkt ihrer Publikation. Zum Berliner Theatertreffen eingeladene Regisseurinnen wie Barbara Frey, Yael Ronen, Anne Lenk, Florentina Holzinger und Pınar Karabulut sprechen darin über weibliche Ästhetik und Arbeitsweisen, über Erfolge, Hürden sowie Wirkung und Sinn der Quote. Die Herausgeberinnen möchten wissen: Wie gestaltet sich für Frauen die künstlerische Arbeit am Theater? Was verändert eine Quotenregelung in der Regie? Wo existieren strukturelle Ungleichheiten und wie könnten diese in Zukunft behoben werden? UMFASSENDE DARSTELLUNG DER PRODUKTIONSBEDINGUNGEN AM THEATER Das Ergebnis ist vielstimmig und erhellend: Erstmals äußern sich Theaterfrauen offen zu ungleichen Produktionsbedingungen, mangelndem Respekt, sexistischen Verhaltensweisen und zum Gender-Pay-Gap. Das Buch stellt alle zwischen 2020 und 2023 zum Theatertreffen eingeladenen Regisseurinnen vor, macht Kunstproduktion transparent und liefert somit einen differenzierten Beitrag zur Strukturdebatte am Theater. Das Buch ist ein Muss für alle Kulturschaffenden, die sich mit Fragen von Gleichstellung in der Kunst beschäftigen. Darüber hinaus liefert es wertvolle Erkenntnisse über das heutige Arbeiten am deutschsprachigen Theater.
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Seitenzahl: 203
Veröffentlichungsjahr: 2023
Sabine Leucht • Petra Paterno • Katrin Ullmann (Hg.)
Theater im Umbruch:Regisseurinnen im Gespräch
Impressum
www.henschel-verlag.de
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
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ISBN 978-3-89487-845-0
Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-89487-846-7
© 2023 Henschel Verlag in der E. A. Seemann Henschel GmbH & Co. KG, Leipzig
Umschlaggestaltung: Barbara Hinz, Leipzig
Lektorat: Dr. Julia M. Nauhaus, Lübeck
Gestaltung und Satz: Barbara Hinz, Leipzig
Herstellung: feingedruckt. Print und Medien, Neumünster
Druck und Bindung: feingedruckt. Print und Medien, Neumünster
Printed in the EU
Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Festspiele und des Goethe-Instituts
Vorwort der Herausgeberinnen
WO WAREN DIE FRAUEN?
Im Sinne der Freiheit der Kunst. Die Frauenquote beim Berliner Theatertreffen • ein Resümee von Yvonne Büdenhölzer
Vom langsamen Bohren sehr dicker Bretter • ein Rückblick auf die Juryarbeit und die eingeladenen Regisseurinnen der »Vor-Quotenjahre« von Eva Behrendt
»Flamingos auf der Pinguinparty«? • Karin Henkel und Lisa Lucassen im Gespräch
WER SIND DIE FRAUEN?19 REGISSEURINNEN AUS DEN FESTIVALJAHREN 2020–2023
»Die Frauenquote wurde eingeführt, damit sie sich selbst abschafft«•Claudia Bauer
»Je genauer du hinschaust, desto mehr Ungerechtigkeiten treten zutage«•Helgard Haug
»Das Theater wird nie alt«•Florentina Holzinger
»Die Quote tut meiner Kunst überhaupt keinen Abbruch«•Anne Lenk
Eine Idee von Fairness•Katie Mitchell
»Ich glaube, dass jeder Blick sich spezifisch verortet«•Anta Helena Recke
»Dieses Gefühl ›Ich habe es geschafft!‹, das gibt es nie«•Karin Beier
Die Transparenzoffensive•Leonie Böhm
»Kein Mensch hat einmal gesagt: ›Jetzt reicht’s!‹«•Barbara Frey
Schlaflose Nächte•Marie Schleef
Weiblichkeit als Kapital•Lucy Wilke
»Theater darf auch pink sein!«•Pınar Karabulut
»Dass Kunst bequem sein könnte, damit habe ich nie gerechnet«•Signa Köstler und Sybille Meier
»Ich habe genauso viel zu sagen wie ein männlicher Kollege«•Ewelina Marciniak
»Ich bin zumindest der Meinung, dass ich keine Chauvinistin bin«•Yael Ronen
»Ich suche nach Abgründen«•Felicitas Brucker
»Dieses Märchen, es gäbe ja gar keine Regisseurinnen, ist endlich vorbei«•Lucia Bihler
»Ändert die Gesellschaft!«•Mateja Koležnik
»Ich bin eine Forscherin«•Rieke Süßkow
WIE WEITER?ANTWORTEN, POSITIONEN UND VISIONEN
Sonja Anders•Nicola Bramkamp•Amelie Deuflhard•Hayat Erdoğan, Julia Reichert und Tine Milz•Karoline Exner•Barbara Gronau•Maria Happel•Lisa Jopt•Shermin Langhoff•Iris Laufenberg•Kathrin Mädler•Anna Mülter•Barbara Mundel•Patricia Nickel-Dönicke•Amélie Niermeyer•Veronika Steinböck•Carola Unser-Leichtweiß und Eva Lange•Annemie Vanackere•Anna Wagner•Franziska Werner
ANHANG
Regie-Frauen beim Theatertreffen
Premierendaten
Kurzbiografien der Autorinnen
Gleich beim ersten Nachdenken über ein gemeinsames Buchprojekt kamen uns die zahlreichen Künstler:innen in den Sinn, deren Arbeiten uns während unserer Jurytätigkeit für das Berliner Theatertreffen begegnet sind. Dass unter ihnen so viele Regisseurinnen waren, liegt an der 50-%igen Frauenquote, die seit der Festivalausgabe 2020 gilt. Schaut man auf die Persönlichkeiten und künstlerischen Handschriften, die die Quote erst sichtbar gemacht hat, ist sie ein Segen. Für uns als Jurorinnen war sie manchmal auch Bürde, aber immer Auftrag und Antrieb, den eigenen Blick zu weiten und zu schärfen. Ohnehin ist die Suche nach jenen zehn Arbeiten des Kalenderjahres, die dem für das Theatertreffen geltenden Kriterium »bemerkenswert« standhalten, so privilegiert wie zehrend. Um dazu noch die Frauenquote erfüllen zu können, heißt es, gezielt nach Regisseurinnen zu fahnden, wobei »fahnden« durchaus wörtlich zu nehmen ist: Auch wenn sich die Prozentzahl regieführender Frauen auf allen Sprechtheater-Bühnen im deutschsprachigen Raum zusammengenommen kontinuierlich nach oben bewegt – die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins weist für die Spielzeit 2018/19 rund 28,1 %, nach den für 2021/22 geschätzten Zahlen schon 34,6 % aus –, werden viele von ihnen noch immer gut versteckt: im Kinder- und Jugendtheater, auf Provinz- oder Studiobühnen und den Nebenspielstätten größerer Häuser.
Dennoch haben unsere Vorgänger:innen und wir für die Festivalausgaben 2020 bis 2023 spartensprengende Inszenierungen entdeckt, spektakuläre Bilder, zarte Utopien und epische Erzählungen von Frauenhand, eigenwillige und scharfsinnige Interpretationen kanonischer und neuer Stoffe, eine Lust an der Demontage klassischer Bühnenhelden, an kämpferischen Heldinnen und der Auflösung von Geschlechtergrenzen – zumindest für die Dauer eines Theaterabends. In jedem Fall genug Spannendes, um Lust darauf zu bekommen, diese vier »Quoten-Jahrgänge« in einem Buch zu porträtieren und gleichzeitig die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Instruments zu stellen.
Dass auch wir Frauen aufgewachsen sind mit ästhetischen Vorbildern, die einem männerdominierten, westlichen Kanon und Vorstellungen vom »männlichen Genie« entsprungen sind, ist, wie wir feststellen mussten, wie Giftmüll mit allzu langer Halbwertszeit. Zu oft deckt sich unsere Prägung mit der vieler Theatermacherinnen, die in diesem Buch über ihre Erfahrungen und Werdegänge sprechen: Wie fanden sie dennoch ihren künstlerischen Weg? Welche Netzwerke brachten sie weiter? Worüber sind sie gestolpert? Hat ihnen die Quote geholfen? Oder waren sie im Gegenteil dem Verdacht ausgesetzt, sie hätten es lediglich »auf dem Rockticket« zum Theatertreffen »geschafft«? So nennt es Lisa Lucassen – in ironischer Absicht. Die Mitbegründerin des Performance-Kollektivs She She Pop traf sich mit der Regisseurin Karin Henkel stellvertretend für die erfolgreiche weibliche »Vor-Quoten-Generation« auf unsere Anregung hin erstmals zum Gespräch. Yvonne Büdenhölzer, die als Leiterin des Theatertreffens 2019 die Frauenquote einführte, zieht in dieser Publikation ein Resümee, und die Theaterkritikerin und mehrfache Theatertreffen-Jurorin Eva Behrendt beschreibt, wie es zwischen 1964 und 2019 um die weiblichen Regiepositionen bei dieser Leistungsschau des deutschsprachigen Theaters bestellt war – mit einem ernüchternden Ergebnis: In den ersten 16 Festival-Jahren war keine einzige Frau dabei. Die erste Sprechtheaterregisseurin, die sich im Kreis der männlichen Kollegen behaupten konnte, war Andrea Breth, die ab 1985 neunmal nach Berlin eingeladen wurde, dicht gefolgt von Henkel mit sieben Einladungen bis 2018.
Für den Hauptteil von Status Quote haben unsere (ehemaligen) Jurykolleginnen Margarete Affenzeller, Cornelia Fiedler, Valeria Heintges, Shirin Sojitrawalla, Christine Wahl und wir selbst alle Regisseurinnen getroffen, die in den ersten Quotenjahren 2020 bis 2023 zum Theatertreffen eingeladen waren. Entstanden sind 19 Interviews, Gesprächsnotizen und Porträts, in denen die Frauen über ihren Arbeitsalltag, »weibliche« Arbeitsweisen und Ästhetik(en), Struktur-Probleme des Theaters und auch über sehr persönliche Erfahrungen sprechen. Die Texte sind so unterschiedlich wie die Künstlerinnen: Zwischen 1962 und 1990 geboren, gehören sie Generationen an, die ihr Frau-Sein mehr oder weniger stark mit dem Kämpfen-Müssen assoziieren. Sie haben Kinder oder keine, kommen aus einfachen oder privilegierten Verhältnissen, einige haben migrantische Wurzeln; sie versuchen, ihre Kunst mit einer Behinderung zu vereinbaren oder einem Leben in mehreren Ländern oder Kontinenten. Erstaunlich viele von ihnen haben zwischen sich und den Gender Pay Gap eine:n Agent:in geschaltet, einige glauben ans Kollektiv, andere ans Glück, an feministische Ideale und gewachsene Arbeitsbeziehungen.
Unsere Bestandsaufnahme nach vier Jahren Frauenquote beim Theatertreffen dokumentiert nebenbei auch eine Theaterlandschaft im Umbruch, in der sich Positionen zunehmend ausdifferenzieren, intersektionale Perspektiven an Gewicht gewinnen und das Selbstbewusstsein der Protagonistinnen wächst. Gleichwohl ist die strukturelle Diskriminierung von Frauen nicht totzukriegen: Ob sie nun in Form von sexistischen Bemerkungen, unverhohlener Misogynie, Mansplaining oder offenem Boykott auftritt. Die Karriere jeder einzelnen Frau, die auf den folgenden Seiten zu Wort kommt, hat enormen Kampfgeist erfordert.
Ob und wofür es Quoten auch weiterhin braucht – das haben wir zum Schluss eine Reihe von Intendantinnen und anderen Theaterfrauen in Leitungspositionen gefragt. 20 von ihnen haben mit Zustandsbeschreibungen und Gegen-Vorschlägen geantwortet oder sich zu träumen erlaubt von einer Welt, in der sich Fragen wie diese nicht mehr stellen.
Sabine Leucht, Petra Paterno und Katrin Ullmann
Anmerkung: Wir sprechen hier vereinfachend von »Frauen« (und Männern), weil es sich bei der Frauenquote um ein binäres Instrument handelt. Unterschiedliche Differenzierungen erfährt der Begriff in den folgenden Texten. Was das Gendern betrifft, haben wir uns nach den Sprechweisen und dem Wunsch der Regisseurinnen und Autorinnen gerichtet.
Es ist nun fast vier Jahre her: Auf einer Pressekonferenz im Mai 2019 habe ich die Einführung der Frauenquote für die Zehner-Auswahl des Berliner Theatertreffens bekanntgegeben. Ab der Festivalausgabe 2020 musste mindestens die Hälfte der eingeladenen Inszenierungen von Regisseurinnen stammen. Ich erinnere mich noch gut an den Applaus von Fanni Halmburger und Lisa Lucassen vom Performance-Kollektiv She She Pop, die mit Oratorium zum Theatertreffen eingeladen waren, aber auch an die irritierten Gesichter einiger Journalist:innen: Was? Eine Frauenquote beim Theatertreffen?
Es gab Zuspruch, Ablehnung, Jubel. Untergangsszenarien des Festivals wurden beschrien, und während die einen die Kunstfreiheit beschädigt sahen, erkannten die anderen ein Signal für die Freiheit der Kunst. Diese Pro- und Kontra-Positionen gibt es übrigens noch heute – und zwar komplett geschlechterunabhängig.
Als ich die Quote 2021 um weitere zwei Jahre verlängert habe, führten mein Team und ich im Vorfeld eine interne Recherche zu Geschlechterverhältnissen an deutschen Stadt- und Staatstheatern durch. Wir dachten, wir müssen uns absichern, erklären können, warum wir die Quote immer noch für wichtig erachten. Eigentlich vollkommen unnötig, hatte sich doch kaum etwas verändert. Die Machtpositionen wie Intendanz, Geschäftsführung und Direktion waren und sind nach wie vor mehrheitlich männlich besetzt. Die »zuarbeitenden« Positionen wie Dramaturgie und Assistenzen hingegen überwiegend weiblich. Selbst die Ensembles sind mit wenigen Ausnahmen nicht paritätisch besetzt. Bei den Uraufführungen und deutschsprachigen Erstaufführungen dominieren wie eh und je die Autoren. Und: Das Verhältnis zwischen Regisseuren und Regisseurinnen ist konstant ungleich und liegt ungefähr bei sechs zu vier.
Persönlich war ich lange überhaupt kein Fan von Quotierungen, wollte selbst nie eine sogenannte »Quotenfrau« sein und war es, wenn ich für Panels, Jurys oder Findungskommissionen angefragt wurde, doch sehr oft. Heute bin ich der festen Überzeugung, dass Strukturwandel nicht ohne klare Vereinbarungen zur Veränderung der Rahmenbedingungen funktioniert. Selbstverpflichtungen mögen hilfreich sein, reichen aber für einen Wandel nicht aus. Wenn wir über Gleichstellung marginalisierter Akteur:innen (im Kulturbetrieb) sprechen, impliziert das den Kampf gegen strukturelle Ungerechtigkeiten und die Auflösung antiquierter Ordnungssysteme. Dieses Bewusstsein ist bei vielen Theatermacher:innen bereits vorhanden. Was aber fehlt, sind Geld und der ernsthafte Wille von Menschen in Machtpositionen, die Forderungen der Theatermacher:innen sowie die bereits bestehenden Gesetze auch umzusetzen und den Theaterbetrieb nicht nur geschlechtergerechter, sondern auch diverser, inklusiver, barriereärmer oder ressourcenschonender zu gestalten.
Wenn dieses Medium im 21. Jahrhundert seine Relevanz behalten will, muss das deutschsprachige Theater seine immer noch vorherrschende männliche, heteronormative und weiße Machthierarchie überwinden. Zielvereinbarungen und die formale Setzung einer Quote können dabei helfen, nicht in Absichtserklärungen und Lippenbekenntnissen stecken zu bleiben, sondern wirklich etwas zu verändern. Bei der Besetzung von Frauen, aber auch von anderen marginalisierten und von Ausschlüssen betroffenen Akteur:innen, wird immer wieder beschrieben, man wäre nicht fündig geworden. Ausreden dieser Art können durch Quoten ausgehebelt werden. Ein zentraler Leitgedanke war und ist für mich: Quoten dienen nicht dazu, dass Menschen in Positionen kommen, für die sie nicht geeignet sind. Quoten sind dafür da, Menschen in Positionen zu bringen, die sie längst hätten innehaben müssen.
Seit Jahrhunderten bestimmt eine informelle Männerquote die Kunstwelt. Es ist ein Irrglaube, dass wir genderneutral sichten und beurteilen, wir alle sind geprägt von sozialhistorisch gewachsenen Sehgewohnheiten, die das Genie eher männlich verorten. Das war auch lange beim Theatertreffen so und hat sich tief in die DNA des Festivals und seines Publikums eingeschrieben. Und genau das hat mich in den elf Jahren, die ich das Festival geleitet habe, zunehmend gestört.
Es wäre vermessen zu glauben, dass die Quote beim Theatertreffen den Theaterbetrieb geschlechtergerechter machen könnte, auch wenn es Personen gab, die ihr tatsächlich so viel Relevanz zugeschrieben haben. Aber die vielfältigen Diskussionen, die meine Quotensetzung auslöste, freuen mich ungemein. Das war schließlich mein Ziel, eine Debatte anzustoßen, die das Thema Geschlechtergerechtigkeit und Unterrepräsentation ins Bewusstsein bringt. Zum einen wollte ich dazu auffordern, darüber nachzudenken, wie und wen man engagiert oder besetzt. Zum anderen wollte ich Regisseurinnen ganz konkret zu mehr Sichtbarkeit verhelfen. Die Quote des Theatertreffens hat auch dafür gesorgt, dass in den vergangenen vier Jahren mehr Regie-Arbeiten von Frauen von der Theatertreffen-Jury gesichtet, vorgeschlagen und diskutiert worden sind.
Es waren übrigens nicht alle Regisseurinnen mit der Quotensetzung einverstanden. Ganz grob gesagt gab es drei Gruppen: Einem Großteil der Künstlerinnen war es gleichgültig, ob sie mit oder ohne Quote eingeladen wurden, die zweite Gruppe wollte nicht unter der Maßgabe der Quote nominiert werden, und eine kleine dritte Gruppe war zu Beginn gegen die Quote und hat im Laufe der Theatertreffen-Jahrgänge 2020 und 2021 gesehen, wie wichtig sie ist.
Die Diskussion darüber, ob sich die Quote negativ auf die Qualität der Inszenierungen auswirkt, ist auch dadurch irrelevant geworden, dass die eingeladenen Arbeiten der Künstlerinnen ästhetisch, formal und inhaltlich bemerkenswert waren und nicht als »weiblich« gelabelt oder wahrgenommen worden sind. Denn was soll das überhaupt sein: ein »weibliches Label«?
Das Theatertreffen hat mit der Quote einen wichtigen Impuls zum Nachdenken über den Strukturwandel im Theater gegeben. Ein Anfang. Wir müssen dahin kommen, dass sich Veränderungen verstetigen, so dass die Quoten, die sie beschleunigt haben, auch wieder abgeschafft werden können. Unsere Gesellschaft verändert sich immerzu, und neue, andere Quoten oder Impulse zur Aushebelung des patriarchalen, heteronormativen Machtgefüges müssen folgen.
Es gilt weiterhin, gemeinsam an der Zukunft des Theaters zu arbeiten: für mehr Gleichstellung, Diversität, ökologische und soziale Nachhaltigkeit … Die Liste ist lang. Tun wir es, heute, jetzt und morgen: im Sinne der Freiheit der Kunst!
PS: Ich möchte allen Menschen herzlich danken, die mich bei der Einführung der Quote unterstützt haben. Danke für die stundenlangen Gespräche, das Hin- und Herwälzen von Argumenten, für das Bestärken und Abwägen: Maria Nübling, Necati Öziri, Anneke Wiesner, Katharina Fritzsche, Claudia Nola und David Heiligers. Und ein großes Dankeschön an Eva Behrendt, die diesen wichtigen Impuls zur Veränderung in ihrer Zeit als Theatertreffen-Jurorin gegeben hat. Ihre Idee der informellen Quote war ein Auslöser für die Umsetzung meiner offiziellen Quote.
»Wie männlich ist das Theatertreffen?« Diese Frage hatten sich 2019 die Theaterwissenschaftlerinnen Jenny Schrödl und Katharina Rost gestellt. Sie trugen ihre Antworten am Ende des Festivals vor, auf der zeitgleich stattfindenden Konferenz »Burning Issues« für Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion und Diversität. Während die beiden eine schier endlose Liste von Darstellungen toxischer Männlichkeit und apokalyptischer Szenarien aufzählten, wurde mir immer mulmiger: Warum zum Teufel hatte ich das nicht so gesehen?
In vielen Fällen war mir die Repräsentation etwa von männlicher Gewalt auf der Bühne nicht als stumpfe Wiederholung eines kulturellen Musters erschienen, sondern als klare Kritik an ihr, wie karikierte Figuren, ein sprachkritischer Duktus oder evozierte Empathie für die Opfer nahelegten. Gleichzeitig leuchtete mir ein, dass selbst die Aufführung in kritischer Absicht doch eine soziale Realität bekräftigt. Einmal mehr dämmerte mir, dass das Genderproblem im Theater nicht nur das zahlenmäßige Ungleichgewicht von »Männern« und »Frauen« sowie die Beschränkung auf diese Binarität betrifft, sondern tiefer reicht. Auch meine Sehgewohnheiten als Kritikerin, die die damalige Auswahl mitverantwortet hat, sind zweifellos patriarchal geprägt.
Die Geschichte des Theatertreffens kann, auf Regisseurinnen bezogen, lange Zeit nur als das sehr langsame Bohren sehr dicker Bretter beschrieben werden. In den ersten 16 Jahren seines Bestehens war das kulturelle Aushängeschild der Frontstadt West-Berlin sogar komplett ohne Regisseurinnen ausgekommen. Galt das für das deutschsprachige Theater insgesamt?
Gab es Frauen nur auf der Bühne, als Protagonistinnen, und wenn hinter der Bühne, dann als Dramaturginnen? Oder wurden die Regiefrauen von den überwiegend männlich besetzten Jurys nur nicht gesehen und ernst genommen, weil Regie, wie noch das 2010 von Christina Haberlik herausgegebenen Buch Regie-Frauen. Ein Männerberuf in Frauenhand nahelegt, als geschlechtsspezifische Kunst aufgefasst wurde?
Im Jahrbuch 1978 setzte das Magazin Theater heute erstmals den Schwerpunkt »Frauen und Theater« – gleichermaßen als Ausdruck ihrer Unterrepräsentanz an den Bühnen wie in der Zeitschrift, aber auch als Signal für einen Aufbruch (der nächste Schwerpunkt »Die Frauen kommen« sollte allerdings erst zehn Jahre später folgen). Denn es gab ja bereits ein internationales Post-68-Theater, in dem Regisseurinnen wie die Théâtre-du-Soleil-Prinzipalin Ariane Mnouchkine, die Living-Theatre-Gründerin Judith Malina, die Schwarze New Yorker Regisseurin Ellen Stewart oder die italienische Gruppe La Maddalena für Aufsehen sorgten. Warum also nicht auch am deutschen Stadttheater?
Die Theaterjournalistin, Festivalkuratorin und spätere Theatertreffen-Jurorin (1997/98) Renate Klett, die 1981 am Schauspiel Köln das erste Frauentheaterfestival kuratierte, stellte schon 1978 im Gespräch mit Mnouchkine fest: »Die wenigen Frauen, die es am Theater gibt, arbeiten alle in einer nicht-autoritären, eher kollektiven Weise. Das kann doch kein Zufall sein, das hat doch auch mit dem Umstand, daß sie Frauen sind, zu tun.« (Theater heute-Jahrbuch 1978) Am arbeitsteilig und hierarchisch strukturierten Stadttheater und im nicht nur dort dominierenden Geniekult hatte diese Arbeitsauffassung während der 1970er bis etwa Mitte der 1990er Jahre noch wenig Chancen. Der Weg in den Regieberuf führte innerbetrieblich über Assistenzen, baute auf ein Meister-Schüler-Verhältnis; Regieausbildungen an Schauspiel- oder Kunsthochschulen – oder praxisorientierte Studiengänge wie in Gießen und Hildesheim – kamen erst im Laufe der 1980er und 1990er Jahre hinzu.
Erst 1980 lud eine zehnköpfige Jury, in der mit Ausnahme der österreichischen Autorin Hilde Spiel lauter Männer saßen, dann aber gleich zwei Inszenierungen von Frauen zum Theatertreffen. Die eine war Ernst Jandls Sprechoper Aus der Fremde, Regie: Ellen Hammer. »Aber da wurde mehr der Fast-Alleindarsteller Peter Fitz gelobt als die Inszenatorin; und die Schaubühne, wo Ellen Hammer ›eigentlich‹ als Dramaturgin arbeitete, gab der Wahl zusätzlich Weihe«, relativierte Michael Merschmeier in Theater heute die Entscheidung rückblickend (Theater heute-Jahrbuch 1988).
Außerdem reiste 1980 die Wuppertaler Tanzlegende Pina Bausch mit der Produktion Arien nach West-Berlin. Sie und die Choreografin Reinhild Hoffmann waren in den 1980er Jahren je zweimal beim Theatertreffen; vor allem an Bauschs Inszenierungen entzündete sich mehrfach die auch im akademisch-literaturwissenschaftlichen Kontext dieser Zeit viel diskutierte Frage, ob Frauen anders – körperlicher, »sinnlicher« – inszenieren oder schreiben, ob es so etwas wie eine »weibliche Ästhetik« gibt. Eine Debatte, innerhalb derer sich Frauen ihrer Identität zu versichern versuchten, die aber auch die Gefahr barg, geschlechtsbezogene Stereotype zu bestätigen. Auch später noch gingen gelegentlich Nominierungen an Choreografinnen (Sasha Waltz 1997, 2000; Meg Stuart 2002), aber auch an Choreografen (Alain Platel, William Forsythe), so dass man schwerlich von Alibi-Einladungen sprechen kann.
Wie Ellen Hammers Jandl-Inszenierung blieb 1988 die Einladung von Annegret Ritzels Dortmunder »Geniestreich« (Merschmeier) Platonow ein Einzelfall; immerhin war die Regisseurin in den folgenden beiden Jahrzehnten permanent in Leitungsfunktion als Schauspieldirektorin und Intendantin in Wiesbaden und Koblenz tätig. Die erste Sprechtheaterregisseurin, die sich nachhaltig im Kreis der Regiestars der 1970er und 1980er Jahre durchsetzte – also noch neben Peter Zadek, Claus Peymann, Peter Stein, Klaus-Michael Grüber, in den 1990er Jahren neben Frank Castorf, Christoph Marthaler und Einar Schleef – war jedoch Andrea Breth. 1985 »entdeckte« eine achtköpfige Jury (mit immerhin zwei Jurorinnen, Sigrid Löffler und Marleen Stoessel) die 33-jährige Professorentochter mit ihrer Inszenierung von Garcia Lorcas Bernarda Albas Haus am Theater Freiburg, wo sie seit 1983 Hausregisseurin war.
»Eine, die es geschafft hat? Die geschafft wurde? Andrea Breth hat immer die Einschätzung abgelehnt, daß es Regie-führende Frauen am deutschen Theater prinzipiell schwerer hätten als Männer«, schrieb Michael Merschmeier 1988 in einem Porträt der Regisseurin. »Hat es entsprechend abgelehnt, vermeintliche ›Frauenstücke‹ zu inszenieren. Ihr Weg jedoch zeigt (Ein-)Brüche, wie es sie bei vergleichbar talentierten männlichen Regisseuren weniger gibt. Zumindest bemerkt man sie seltener.« Kam Andrea Breth, die »Realistin voll Phantasie«, die Verehrerin von Peter Stein, die wie er weniger an formalen Experimenten als an genauen dramatischen Lektüren und Übersetzungen in den Bühnenraum interessiert war, auch deshalb so gut in einer männlich dominierten Szene an? Weil sie als lesbische Frau mit einer öffentlich gemachten depressiven Erkrankung ohnehin nicht dem neurotypischen, heterosexuellen Frauenbild entsprach? Es folgten in den kommenden zwei Jahrzehnten acht weitere Einladungen zum Theatertreffen, fünf davon allein in den 1990er Jahren (das ist viel, dennoch wurden Zadek, Stein und Peymann jeweils mindestens doppelt so oft eingeladen).
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre stürmten die Regisseurinnen (und Regisseure) aus dem Osten das Berliner Theatertreffen. Die bis heute Regie führende Schauspielerin Katharina Thalbach (* 1954), Ruth Berghaus (* 1927), die von der Dresdner Palucca-Schule geprägt war und in den 1970er Jahren das Berliner Ensemble leitete, Konstanze Lauterbach (* 1953), die Anfang der 1980er Jahre während des Studiums in Karl-Marx-Stadt am dortigen Theater assistierte, Irmgard Lange, die ebenfalls vom Schauspiel kam (* 1941) – offenbar waren die Bühnen der DDR nicht ganz so patriarchal organisiert wie in Westdeutschland; immerhin hatte Helene Weigel hier schon von 1949 bis 1971 das internationale Aushängetheater Berliner Ensemble als Intendantin geleitet. Doch der Ostfrauen-Hype war von kurzer Dauer, blieb wohl der Wiedervereinigungseuphorie und kurzfristigen Neugier geschuldet. Ein interessanter Sonderfall ist Kazuko Watanabe, eingeladen 1998 mit ihrer Leipziger Jelinek-Inszenierung Stecken, Stab und Stangl. Anfang der 1970er Jahre hatte sie als Kostümassistentin für Achim Freyer gearbeitet und war schnell selbst zur gefragten Kostümbildnerin geworden – im Gegensatz zu den meist männlichen Modeschöpfern der Haute Couture ist das Kostümbild bis heute der vielleicht am stärksten weiblich definierte und praktizierte Theaterjob. Dass eine Kostümbildnerin wie Watanabe ins Regiefach wechselte, blieb jedoch eine Ausnahme – auch in ihrer eigenen Laufbahn.
Zur selben Zeit machten sich in der neuen Generation der damals so genannten Pop-Theatermacher:innen neben Stefan Bachmann, Thomas Ostermeier und anderen junge Regisseurinnen wie Karin Henkel und Amélie Niermeyer bemerkbar. Doch nur eine schaffte es damals schon zum Theatertreffen: Karin Beier (* 1965), die über den klassischen Weg der Regieassistenz am Düsseldorfer Schauspielhaus landete und von dort 1994 und 1996 mit zwei Shakespeare-Inszenierungen zum Theatertreffen eingeladen wurde; mittlerweile kann die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg vier weitere Nominierungen vorweisen. Wie Andrea Breth hat sie sich mehrfach gegen künstlerische und strukturelle Quotierungen ausgesprochen. Obwohl Beier und Altersgenossinnen in Christina Haberliks Regie-Frauen nach den »Pionierinnen« bereits als Generation der »Angekommenen« gelabelt werden, ist wahrscheinlich kaum zu unterschätzen, wie viel Kampfgeist auch diese Karrieren benötigt haben.
In den 2000er und 2010er Jahren verbreiterte sich allmählich das Feld. Neben Breth und Beier traten stadttheatererprobte Regisseurinnen wie Karin Henkel, Thirza Bruncken, Barbara Frey, Barbara Bürk und Daniela Löffner, aber auch erste gemischte Kollektive und internationale Gruppen, zumeist Vertreter:innen des »postdramatischen Theaters« (Rimini Protokoll, Gob Squad, Nature Theater of Oklahoma, SIGNA, She She Pop, Forced Entertainment, Vinge/Müller), die mit ihren Produktionen zeitweilig an Stadttheater oder Produktionshäuser andockten. In den 2010er Jahren kamen immer häufiger die an Regie und Kunstschulen ausgebildeten Frauen zum Zug; auch die sogenannten »Regie-Handschriften« wurden markanter und eigensinniger, etwa bei Susanne Kennedy, Katie Mitchell, Yael Ronen, Claudia Bauer und Anta Helena Recke (* 1989), die 2018 als erste Schwarze Regisseurin fürs Theatertreffen nominiert wurde und mit ihrer »Schwarzkopie« von Anna-Sophie Mahlers Mittelreich-Inszenierung die Diskriminierung von PoCs am Theater kritisierte.
Gleichzeitig wuchs in diesem Jahrzehnt das Bewusstsein für die strukturellen Defizite der Institution Theater – gerade auch, was Geschlechtergerechtigkeit angeht. Mit der immer wieder neu an Fällen von Blackfacing auf der Bühne entzündeten Rassismus-Debatte, auf die die selbstorganisierte Gruppe Bühnenwatch hinwies, hatten seit 2012 Lernprozesse eingesetzt, entweder in den Institutionen selbst oder von außen an diese herangetragen; die eingangs erwähnte Konferenz »Burning Issues« etwa wurde 2018 von institutionell beschäftigten Frauen initiiert, die institutions-übergreifende Veränderungen anstrebten. Auch auf die Juryarbeit wirkte sich diese Transformation aus. Hatte ich von 2008 bis 2010 entweder allein unter Männern (2009) oder mit maximal einer Kollegin in der Jury gesessen, waren Kritikerinnen 2017 bis 2019 bereits konstant in der Mehrheit. Toll! Aber führte es zwangsläufig zu mehr eingeladenen Frauen? Natürlich nicht – wir Jurorinnen waren ja nicht gebeten, Partei der Regisseurinnen zu ergreifen, sondern Kunstwerke zu beurteilen. Und Kunstwerke von Frauen gab es quantitativ deutlich weniger zu sehen als von Männern. Um hier zumindest annähernd gleiche Voraussetzungen zu schaffen, schlug die Theatertreffen-Leiterin Yvonne Büdenhölzer vor, jeweils das Sichtungsverhältnis zu notieren – in der berechtigten Hoffnung, dass wir dadurch mehr Theater von Regisseurinnen zur Kenntnis nähmen. Dabei war durchaus klar, dass eine solche Sichtung nicht den realen Geschlechterverhältnissen an den Bühnen entsprach. Außerdem wurde die Jury aufgefordert, sich in Sachen Diskriminierungssensibilität fortzubilden und die eigenen Privilegien zu checken.
Ähnlich wie in den Theatertreffen-Programmen hat sich auch die Zahl der Frauen in den Jurys nur langsam gesteigert, allerdings gab es dort von Anfang an eine Frau, die Schweizer Theaterkritikerin Elisabeth Brock-Sulzer, später gefolgt von Irma Voser, beide im Hauptberuf Lehrerinnen. In den Siebzigern berieten zeitweilig nur Männer (1977 unglaubliche zehn); die einstige profil-Kritikerin Sigrid Löffler (1984 bis 1986, 1996 bis 1998) erinnert die damals überwiegend männliche Theatertreffen-Jury im Gespräch amüsiert als ein Gremium »eitler Pinsel«.
