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"Wenn du deine Träume leben willst, wirst du dein Leben verschlafen müssen." Morpheus ist ein durchschnittlicher Schüler bei Tag; bei Nacht ist er ein Oneironaut — er träumt luzide. Eines Tages erwacht er in einer skurrilen Welt, die von Geistern bewohnt wird. Etwas Außergewöhnliches geschieht, als eine andere Träumerin namens Yuhime sich ebenso dorthin verirrt. Sie werden beauftragt, ge-meinsam als Wächter diese fremde Welt Eldor und ihre Bewohner vor Monstern zu beschützen, wie es menschliche Tradition war.
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Seitenzahl: 251
Veröffentlichungsjahr: 2019
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K.T. Rina
Süße Träume, süßer Traum
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Winter
Frühling
Herbst
Sommer
Herbst
Epilog
Impressum neobooks
K.T. RinaSüße Träume, süßer Traumwww.422B1.com
Gewidmet an alle, die mir Zeit schenkten.
„Stell dir vor das ganze Universum wurde vor einigen Sekunden erschaffen. Alle deine Erinnerungen und die ganze Historie bis zu diesem Zeitpunkt wären frei erfunden“, erläuterte Morpheus Philosophie Lehrer Last Thursdayism (Letzten–Donnerstag–ismus) knapp.
Eine interessante Idee, dachte sich Morpheus. Meine Träume könnten auch als eine Art Universum gesehen werden; und ich erschuf sie, diese Träume und ihre Traumwelten, in wenigen Sekunden, wenn nicht sogar spontan; und obwohl sie keine echte, reale Historie haben—oder genau deshalb—,starten Träume nicht von einem Ursprung, sondern man findet sich vielmehr bereits in Mitten einer Geschichte.
Morpheus wartete auf Elizabeth vor dem Treppenhauseingang. Sie wohnten in der gleichen Straße, also liefen sie zusammen nach Hause, wenn sie zur gleichen Zeit oder auch in den gleichen Kursen gemeinsam Schluss hatten. Beide waren in ihrem letzten Jahr der Schule. „Morphy, sorry, dass du warten musstest“, sagte Elizabeth, nachdem sie aus dem Treppenhaus hinter ihm raus ging. Morpheus hatte sie nicht gehört, da er Musik hörte. Elizabeth stupste ihm auf die Schulter. Er nahm seine Kopfhörer aus den Ohren und pausierte die Musik, als er sie sah. Sie war ein eher kleines Mädchen. Sie trug langes schwarzes Haar, eine eckige Brille und stets den Duft der Kirschen um sich. Stets war sie sauber und ordentlich gekleidet; Morpheus hatte sie nie in gemütlicher Kleidung gesehen, abseits vom Sportunterricht.
Auf dem Weg nach Hause redeten sie über die kommenden Klausuren und ihre Pläne fürs Wochenende. Elizabeth war mit ihren Freundinnen verabredet ins Kino zu gehen und danach Schlittschuh laufen. Morpheus hingegen hatte keine Absicht auszugehen. Auch wenn einige in der Schule ihn Freund nannten und sie durchaus gut miteinander klar kamen, konnte Morpheus sich nicht weniger über das Wohlergehen oder deren Freizeitbeschäftigungen außerhalb der Schule kümmern. Nur Elizabeth war ab und zu bei Morpheus zuhause. Ihre Familien kannten sich schon seit über 17 Jahren, weil Elizabeth und Morpheus schon Freunde seid der Krippe waren; sie kamen mit nur einigen Tagen unterschied auf die Welt. „Morphy, ich weiß, dass es nicht deine Art ist, aber du solltest mal was mit deinen Freunden unternehmen. Wir sind nur noch ein halbes Jahr in der Schule. Wer weiß, ob wir sie später so oft wieder sehen werden“, wiederholte Elizabeth die Worte, die ihre Mutter ihr letzten Abend sagte. Morpheus nickte ohne ihre Worte zu verstehen. Er war woanders in seinen Gedanken, wie so oft.
Nachdem er die neue Folge seiner neuen Lieblingsserie zu Ende schaute, legte er sich hin und tagträumte darüber, wie sehr er diese Realität für die der Serie tauschen würde. Statt der langweiligen Schule wäre er lieber als Söldner durch die Welt gereist, hätte in jeder neuen Stadt eine neue Frau kennengelernt, hätte in Schlachten mitgekämpft und wäre berüchtigt als der Siegbringer, denn jeder König, der ihn anstellte, würde seine Kämpfe gewinnen. „Schatz, Essen ist fertig“, rief Morpheus Mutter.
Morpheus setzte sich an seinen Platz am Esstisch mit seinen Eltern. Er war ein Einzelkind, deshalb bemühten sich seine Eltern ihn gut zu erziehen, indem sie ihm gaben, was er brauchte und erlaubten ihm viele Freiheiten, hielten aber stets ein behutsames Auge auf die Risikos.
„Morphy, Schatz, wie geht es mit dem Lernen voran?“ fragte seine Mutter Dimitra. Sie war eine liebliche Mutter und Ehefrau. Sie hatte lange lehmbraune Haare, die sie immer stolz offen trug. Sie war immer noch schön und hat auch die Figur ihrer Jugend aufrecht halten können. Sie hatte sich noch nicht umgezogen und trug ihre schwarze Arbeitskleidung mit dem Logo und ihrem Namen bestrickt. Vor einigen Wochen wurde sie zur Geschäftsführerin eines kleinen Supermarktes befördert. Seitdem verbrachte sie nur wenig Zeit zu Hause und mit ihrer Familie. Deshalb war das Abendessen was Besonderes für sie geworden, da es meist der einzige Zeitpunkt war, wo die ganze Familie zusammen saß.
„Es wird schon schief gehen, Mama, mach dir keine Sorgen.“
Sein Vater schaute währenddessen die Nachrichten und gab nicht zu viel Acht auf was Mutter und Kind beredeten. Raphael hatte einige Kilos seit ihrer Hochzeit zugenommen, aber sein Haarwuchs nahm ab. Wo einst eine prächtige blonde Löwenmähne prahlte, war nur ein kurz geschorener Rasen über. Dafür strahlte sein Bart, den er, seit er seinen Job in einer Autoherstellung verloren hatte, wachsen ließ. Er war seit Monaten ohne festen Job. Die Abwesenheit von der Arbeit und die fehlende soziale Interaktion mit anderen Menschen verbitterten ihn und er wurde wütend auf andere, meist Leute, die er nicht kannte. Seine Frau riet ihm, seine Freizeit mit ehrenamtlicher Arbeit zu füllen, als eine Art Hobby, denn sie konnte mit dem neuen Gehalt gut genug alleine für ihre Familie sorgen. Es hatte viele heftige Diskussionen gegeben, dass Raphael für seine Arbeiten entlohnt werden müsste. Er konnte und wollte nicht arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden. Dimitra hatte ihn überzeugen können, dass Arbeit seinen eigenen Lohn hat. Wie oft hatte er sich beschwert, dass die Stadt ihre Straße nicht neu geteert hatte; sie zitierte ihn, dass er sagte, man müsste es selber machen, damit es richtig funktioniert. Er hatte nun seit letzter Woche begonnen in einer politischen Partei tätig zu werden, seit er im Obdachlosenheim ausgeholfen hatte.
Morpheus lag im Bett und flüsterte leise: „Ich werde luzid träumen. Ich werde luzid Träumen.“ Er wiederholte es wieder und wieder, bis er einschlief.
*
Die Stadt war bemalen mit kunterbunten Häusern, blühende Blumen und Bäume erstreckten sich entlang der Allee. Die Einwohner hingegen waren grau oder schwarz, sie sahen aus wie Schatten oder Silhouetten, und ihre Köpfe hatten äußerst eigenartige Formen. Zwei kleine dieser Gestalten näherten sich Morpheus. Der Kopf des einen sah aus wie die Silhouette einer Axt und die des anderen wie die eines Hammers. „Herr, wer sind Sie?“ fragte die kleine Kreatur mit dem Axt ähnlichem Kopf auf Englisch—zumindest war es das, was Morpheus dachte, da die Stimme aus dessen Richtung kam; diese Kreaturen hatten jedoch keinen Mund oder sonstige Öffnungen an ihren Körpern. Er ignorierte die Beiden mit dem Gedanken, dass sie sowieso aus seiner Fantasie entsprungen wären und lief auf einen riesigen Baum zu, von welchem große, bunt leuchtende Äpfel hingen. Die Gestalten schauten Morpheus an und flüsterten sich gegenseitig etwas zu. Als er den Baum erreichte, welcher in Mitten einer Piazza stand, plup fiel ein rot leuchtender Apfel direkt vor Morpheus zu Boden. Bevor er es aufhieb, erkannte er schon, dass es kein Apfel war, sondern eine Art Sphäre, eine leuchtende Kugel. Ein lautes Aah klang durch die Reihen der neben stehenden Geister. Das rote Licht leuchtete grell von der Kugel, bis Morpheus es in die Hände nehmen wollte. Sobald sein Finger die Kugel berührte, verschwand das Licht und Morpheus fühlte, wie er mit Energie durchströmt wurde.
„LEG ES HIN!“ schrie eines der Geister. Überrascht ließ Morpheus die dunkle Sphäre fallen, die auf dem Gras sanft landete. Morpheus ignorierte die sprachlosen Geister und lief weiter die Straßen entlang.
„Also, Herr, wer sind Sie?“ fragte neugierig einer der kleinen Geister ihn wieder. Sie hatten ihm gefolgt wie viele andere, welche jedoch aufhörten, als sie fast die äußeren Gebiete der Stadt erreichten. Viele Bäume standen dicht nebeneinander und die bunt leuchtenden Äpfel wurden von den Geistern geerntet. Morpheus dachte sich, es sei eine Plantage für die Sphären. „Sagen Sie schon, Herr.“
„Warum fragst du das? Ihr seid schon eine komische Vorstellung, mich zu fragen, wer ich bin. Mein Bewusstsein tut dies normalerweise nicht.“
„Was meinen Sie denn? Wir sind keine Vorstellungen eurer. Wir sind real“, antworteten die kleinen Geister beleidigt. Erstaunt davon schaute sich Morpheus um. Als er sein Spiegelbild in einem Glasfenster sah—er war sein normales Ich mit kurzen braunen Haaren und das Gesicht voller Pickel—, versuchte er sein Aussehen zu verändern wie er es schon oft in seinen Träumen tat. In einem Augenblick verwandelte er sich in einen großartigen, athletisch gebauten Mann mit langen braunen Haaren und einem sauberen, attraktivem Gesicht. Seine Kleidung änderte sich zu weißen Hosen, einer weißen offenen Weste und schwarzen Lederstiefeln. Als sie ihn komplett verändert sahen, kreischten die Geister und die zwei kleinen sprangen zurück. „Nach all dem ist das immer noch ein Traum. Aber wie wusste ich, dass es eins ist? Ich erinnere mich nicht, dass ich die Checks durchgeführt habe: Weder meine Uhr, mein Talisman, noch habe ich von Träumen gesprochen“, dachte Morpheus laut. „Hey, ihr“, schaute er einen der kleinen Geister an, “wie genau bin ich hier her gekommen?“
„Nun, Herr: Ich und Telix“, sagte er und zeigte auf den Axtköpfigen, „rannten um die Wette. Und dann waren Sie einfach hier, von einem Moment zum anderen. Bitte, können Sie sich nochmal verändern? Das war abgefahren!“
Morpheus hielt für einen Moment inne und versuchte die Szenerie zu verändern. Nachdem er fehschlug, versuchte er einige Gegenstände herzustellen, aber er konnte nicht einmal kleine Dinge kreieren. Ihm gelang es zwar, Ringe um seine Finger herzuzaubern, doch sobald er sie abzog und auf den Boden schmiss, verschwanden sie spurlos. „Dies ist seltsam und unüblich“, sagte er zu sich selbst.
Ein furchtbar lautes Heulen hallte von weitem. Die Geister, die die Äpfel pflückten, stoppten ihre Arbeit und flohen voll Panik in die Häuser. „Kommen Sie mit uns, Herr.“ Einer der kleinen Geister griff Morpheus am Arm—sie hatten menschliche Hände mit 5 Fingern, auch wenn sie nur wie Schatten solcher aussahen. „Ein Monster ist wieder außerhalb der Stadt aufgetaucht. Es ist nicht sicher auf den Straßen, nicht für eine Zeit.“ Morpheus stand still und ungerührt vor dem kleinen Geist, der sich schließlich von ihm gelöst hatte und ängstlich weg ran. Das Heulen des Monsters wurde lauter. Es kam näher. Morpheus lief in dessen Richtung. Zwischen vielen Bäumen tobte ein riesiger Wolf—schwarzes Fell mit wenigen weißen Flecken und einer Größe doppelt die von Morpheus—herum und zerschlug die Kugeln, bis er ihn bemerkte. Das Biest stand still, gab ein lautes Schniefen von sich, die blutrote Zunge rausgestreckt, die scharfen weißen Zähne sichtbar. Dann schlich es langsam auf ihn zu. Morpheus fühlte Furcht und Aufregung für die Bestie, als die Fangzähne und das Fell im Licht der Sphären schimmerten. Plötzlich sprang es auf ihn mit seinem großen offenen Maul. Intuitiv sprang Morpheus zur Seite und überlebte knapp nur mit einigen Kratzern auf seinen Armen vom Fall auf die Äste. Blut tropfte auf seine dreckigen weißen Kleider wie rote Tinte auf Papier. Er versuchte den Wolf mit seinen Gedanken verschwinden zu lassen, aber der Wolf drehte sich schnell weg, lief zwischen den Bäumen her und bereitete sich auf einen erneuten Angriff vor. Als er dies realisierte, versuchte Morpheus ein Messer oder ein Schwert—Hauptsache etwas, um den Wolf zu töten—zu kreieren. Das Blut, welches kontinuierlich aus seiner Wunde floss, formte sich zu einem Griff in seiner Hand, und dann floss noch mehr Blut unnatürlich aus den Kratzern heraus. Der Wolf sprang auf, die Zähne strahlten, hungrig auf sein Fleisch. Im letzten Moment bildete sich ein Schwert aus Morpheus Blut und durchstach den Kopf der Bestie. Das warme Blut goss sich über seine Hand, die letzten Atemstöße bliesen ihm in die Augen. Es fiel zu Boden und erdrückte Morpheus. Es gab ein leises röcheln, bevor es sich in Luft auflöste. Das Schwert dissoziierte und das Blut wurde durch die Kratzer in Morpheus Körper eingesaugt. Kein Tropfen lag auf dem Boden. Das Blut auf seiner Kleidung blieb, und etwas floss aus den Kratzern von seinen Armen und Hände. Er blieb noch eine Weile liegen, denn seine Glieder fühlten sich schlapp, als wäre er tausende Meter gerannt.
Geister stürmten durch die Plantage und zu ihrem Helden, der mysteriöse Mann, welcher wie leblos auf dem Boden lag. Noch bevor sie nur eine Sache sagen konnten, verschwand er aus ihrer Welt, der Welt genannt Eldor.
*
“…dream on, dream until your dreams come true…”, spielte der Wecker von Morpheus. Er war sofort wach, als hätte er die ganze Zeit nicht geschlafen. Er schaltete seine Nachtlampe an und holte sein Traumjournal aus seiner Schublade. Er schrieb seinen Traum knapp auf:
Komische, schattenartige Gestalten: Köpfe schauten aus wie Werkzeuge (z.B. Hammer, Axt, Sichel)
Wunderschöne, große, bunte Stadt
Riesiger Wolf, konnte nichts kontrollieren außer meine Gestalt und mein Blut
Kreaturen sagten, sie wären real (sollte meine Traumchecks besser kontrollieren)
Er blätterte um und schaute sich seinen Eintrag vom vorherigen Tag an:
Riesige Fantasie Welt (dieselbe wie in Siegbringer)
Drache erlegt: Kreierte schwarz–schuppigen, zwei–köpfigen diesmal
Rettete ein Dorf, flog davon mit einer Prinzessin
Sah mich selbst als Komet durchs All fliegen
Leute im Traum sprachen Englisch
Was war dieser Traum? Ich sollte eigentlich in der Lage sein, alles zu kontrollieren und mir alles wünschen können, was ich möchte und ausdenken kann. Es ist schließlich mein Traum. Aber diese Aufregung, die ich vom Wolf verspürt habe, war auch nicht so rein wie vom Drachen; es fühlte sich mehr…mehr natürlich an. Und diese Angst! Ich hatte noch nie solche Angst um mein Leben, und dieser Wolf war ein Witz im Vergleich zu all den Bestien und Monstern, die ich bereits erlegt habe. Sind die luziden Träume intensiver geworden? Ich sollte danach googlen.
Morpheus suchte, ob jemand anderes bereits solch eine Erfahrung gemacht hat, und zu seiner Erleichterung gab es tatsächlich Leute. Mit dem Glauben, dass dieser Traum eine Ausnahme war, ging er sich waschen.
Als er sein Butterbrot für die Schule schmierte, fiel ihm auf, dass ein Teller mit Krümeln auf dem Tisch vergessen wurde. Es war unüblich, dass seine Mutter zu Hause frühstückte und auch dann noch den Teller stehen ließ. Mama ist bereits weg und Papa ist immer noch am Schlafen, folgerte er von den Schuhen im Flur, bevor er aus dem Haus ging. Er traf Elizabeth wie gewohnt Freitag um 7:55 Uhr. „Ellis, hast du schon Erfolg gehabt mit luziden Träumen?“
„Ich habe versucht meine Träume aufzuschreiben—wie du gesagt hast. Ich hab es paar Tage lang gemacht und versucht, mich auch an die Checks zu erinnern. Ich hab mir sogar eine Bemerkung auf das Handy gemacht“, sie schaltete ihr Handy an und zeigte Morpheus auf ihrem Sperrbildschirm eine Bemerkung, die sagte Du bist in einem Traum, „aber es hat nicht geklappt.“
„Es wird schon eines Tages klappen. Du musst wissen, ich hab mich auch am Anfang schwer getan. Ehrlich gesagt, habe ich früh aufgegeben; erst bei der zweiten Versuchsreihe hat es dann funktioniert.“
„Morphy, denkst du nicht, dass du das Geheimnisvolle der Träume dadurch verfehlst.“ Sie schaute ihn mit großen, fragenden Augen an.
„Auf keinen Fall. Es hat keine Nebenwirkungen, weißt du. Und du kannst dich auch immer in deinen Träumen treiben lassen, wenn du mal Lust auf Überraschendes hast“, behauptete er stolz.
„Ich werde es dann weiter versuchen…für dich“, flüsterte sie lautlos. Sie trennten sich beim Erreichen der Schule und gingen mit ihrer Gruppe von Freunden in den Unterricht.
„Also, Jungs, meine Eltern sind dieses Wochenende weg, und ich dachte mir, wir könnten eine Party bei mir schmeißen“, sagte einer von Morpheus Mitschülern zu seiner Gruppe von Freunden.
„Hey, können wir auch kommen? Wir bringen natürlich auch unseren eigenen Alkohol mit“, sagte jemand, der ihn außerhalb überhört hatte. Obwohl Morpheus dem Gespräch zuhörte, war er damit beschäftigt, eine passende Ausrede zu finden.
„Morphy, bist du diesmal dabei?“
„Ne, ich sollte wirklich lernen. Du weißt, die Klausuren sind schon nächste Woche.“ Seine Freunde lächelten nur falsch und planten weiter ihre Party. Sie alle wussten bereits, dass er nicht kommen wollte und hatten vornherein nicht mit ihm gerechnet.
Die letzte Stunde war vorbei und alle Schüler wollten so schnellst wie möglich raus und ins Wochenende. Morpheus winkte seinen Freunden und wünschte ihnen Spaß auf der Party. „Man sieht sich morgen“, verabschiedete sich Elizabeth von ihren Freunden, bevor sie mit Morpheus nach Hause lief. „Also, du gehst nicht zur Party? Erinnerst du dich noch, was ich gestern gesagt habe? Ich denke, du solltest gehen. Einige meiner Freunde werden auch gehen, und vielleicht werde ich mitkommen“, fügte Elizabeth schüchtern hinzu, aber Morpheus hatte nicht den geringsten Schimmer, was sie damit sagen wollte, oder warum ihre Stimme auf einmal so leise und weich klang, nicht zu vergessen, dass ihre Wangen rot glühten.
„Nein, ich muss wirklich lernen, und wäre meine erste Klausur nicht schon Montag, dann wäre ich auf jeden Fall dabei“, log er kläglich.
„Ehm, okay“, sagte Elizabeth und schaute beschämt weg.
Während dem Abendessen sprach Morpheus Mutter ihn auf seine Pläne fürs Wochenende an, worauf er antwortete, dass er für die Klausuren lernen wollte. „Ist unser Junge nicht wahrlich ein Vorbild? Er sorgt sich so sehr um seine Zukunft.“ Seine Mutter strahlte vor Stolz und Freude.
„Morphy, du weißt, dass ich und deine Mutter nicht schlecht über dich denken würden, wenn du ab und zu mit deinen Freunden ausgehst“, fügte sein Vater hinzu.
„Schatz, selbst in stressigen Zeiten sollte man Zeit für Spaß finden.“ Seine Mutter berührte lächelnd seine Hand.
„Dieses Wochenende macht sowieso keiner was, weil wir Montag schon unsere erste Klausur haben“, log er auf sein Essen schauend. Die Nachrichten berichteten von einem Selbstmordattentäter.
„Schrecklich, was Menschen sich gegenseitig antun“, seufzte Dimitra entsetzt.
Menschen wie diese machen diese sogenannte Realität zu einem furchtbaren Ort. Die Traumwelt ist wie die Realität sein sollte: Jeder kriegt, was er möchte; niemand wird verletzt, niemand muss sterben. Es gibt kein Krieg, nur das Glück für jeden selbst. Man kann aussuchen, was man haben möchte, und auch wer man sein möchte, waren Morpheus Gedanken, wie schon oft.
*
“Was? Wo bin ich? Nein, warum bin ich schon wieder hier?“ Morpheus fand sich wieder in Mitten der Plantage, wo er den riesigen Wolf am Tag davor erlegt hatte. Er ging weg und auf die Straße. Die Geister sammelten sich um ihn herum, sobald sie ihn erkannten. „Es ist wirklich er“, schrien die Geister vor Freude. Einige schüttelten ihm die Hand und führten ihn durch die Stadt. Sie liefen gemeinsam die Straße entlang zum riesigen Baum. Jenseits des Baumes stand ein Palast. Morpheus hatte diesen beim ersten Mal nicht gesehen, da der Stamm der Esche so breit war. „Wohin gehen wir“, fragte Morpheus.
„Wir bringen dich zum Rat. Sie haben einige Fragen an dich“, sagte der Geist, der ihn führte; er hatte einen Kopf ähnlich einem Amboss. Die Menge, die Morpheus folgte, hielt vor den Stufen, die zum Eingang des Palasts führen. „Danke, Herr“, sagten die Kinder Geister, die ihm gestern bereits gefolgt waren. Morpheus schaute nochmal zurück, bevor er in den Palast reinging. Die Menge erwartete sehnlichst darauf, dass er das Gebäude betrat. Sie diskutierten miteinander. Er konnte nur erahnen, über was sie redeten. Die riesige Esche, welche das Zentrum dieses Piazza und der ganzen Stadt— dachte Morpheus—war, ragte so weit hoch, dass man dessen Krone nicht sehen konnte. Auch schien es, dass dieser Piazza nicht von einer Sonne erleuchtet wurde, wie die Straße, wo Morpheus gestern aufgewacht war, sondern vielmehr von den vielen leuchtenden Sphären, die von den vielen Zweigen des Baumes hingen. „Wahrlich großartig“, dachte Morpheus laut, bevor er sich in den Palast wagte.
Er konnte seinen Augen nicht trauen. An den Wänden hingen zahlreiche Portraits von Menschen. Von Menschen wie ihm selbst, nicht wie die Schattenwesen draußen. Nach dem Aussehen der Kleider und Frisuren schienen es Menschen aus allen möglichen Ären der menschlichen Geschichte gewesen zu sein. Ein Portrait zeige eine Art von Pharaonin, während das Bild daneben einen Kreuzritter zur Zeit des Mittelalters darstellte. Morpheus lief den Flur entlang, bis er eine Wendeltreppe erreichte. Dort stand eine Statue von einem Mann gekleidet in roten Gewändern. Er hielt Schriftrollen unterm Arm und auf seiner rechten Hand saß eine Taube. Ein Name war unter seinen Füßen eingraviert, in lateinischen Buchstaben: LIONARDO DA VINCI
„Unmöglich! was ist das für ein Traum“, rief er aus, als er sein Alter Ego im Spiegelbild in der goldenen Platte der Gravierung wiedersah. Er suchte in seinen Taschen nach seinem Traumtotem. Es war eine Halskette, die ihm seine Großeltern geschenkt hatten, als er noch klein war. Es war ein Dolch, welches ein Herz durchstach, und zwei Schlangen entlang der Klinge geschlängelt bissen hinein. Er nahm es raus und band die Kette um seinen Hals. Nur in Traumwelten passte ihm die Halskette, und das tat es auch dieses Mal. Es ist auf jeden Fall Teil meines Traumes. Er lief die Treppe hoch. Noch mehr Portraits von verschiedensten Leuten hingen an den Wänden. Gemälde von Germanen, Römern, Asiaten, Afrikanern, Inder, Indianer, Azteken, Kaukasen, Mongolen und noch viele weitere Völker, die er nicht benennen konnte, aber keiner dieser Menschen hatte ein für Morpheus bekanntes Gesicht. Normalerweise waren die Personen in einem Traum ähnlich wie die, die man kannte oder gesehen hatte, oder waren sogar die Personen selbst. Morpheus lief hoch zum zweiten Stock, wo ihn ein Geist, der Kopf war eine Silhouette eines Federfächers und es trug einen weißen Schal um den Hals, schweigend den Weg wies. Der Geist öffnete ihm eine Tür und vor ihm sah Morpheus fünf Geister, alle gekleidet in weiß–roten Gewändern, um einem Glastisch sitzen. „Bitte, setz dich, Jüngling“, sagte einer der fünf Geister und zeigte auf einen leeren Stuhl ihm gegenüber. Der Kopf des Geistes was geformt wie eine Axt, ähnlich wie die des kleinen Geistes, nur größer. Morpheus schaute sich im Raum um. Es war modelliert wie bei einem reichen, französischen König dessen Studierzimmer. Die Wände waren tapeziert in rot–blauen Motiven. Gemälde von Landschaften schmückten die Fensterlosen Seiten. Von der Decke hing ein prächtiger Kronleuchter, welcher überraschenderweise nicht mit echten Kerzen geschmückt war, sondern von—es schien Morpheus zumindest—Glühbirnen. Er untersuchte den Stuhl genauer: Es war vom dunkelsten Holz, welches er je gesehen hatte, und geschmeidiges, schneeweißes Leder war über diesem bezogen. Er setzte sich hin und schaute auf die Geister, jeder mit einem einzigartigeren, komischeren Kopf als der Nächste. „Was seid ihr“, fragte Morpheus.
„Was wir sind? Wir waren mal so wie du—zumindest wird dies so geglaubt—, Menschen. Aber eure Art, die uns eure Sprache, eure Künste, eure Architektur, ja sogar eure glorreichsten Errungenschaften zeigten, nennen uns Geister. Also haben wir uns auch immer als solche wahrgenommen“, sagte der Geist mit dem Korkengeformten Kopf.
„Geister, also ihr seid so was wie Gespenster?“
„Was sind Gespenster?“ Die Geister schauten sich gegenseitig an—Morpheus konnte nur vermuten auch fragwürdig.
„Nicht so wichtig, aber sagt mir, warum wollt ihr mich sehen? Nein, warum bin ich schon wieder in dieser Traumwelt?“ Normalerweise würde die direkte Konfrontation mit Wesen in einem Traum Turbulenzen in der Traumwelt verursachen und meistens folgte das Ende der Traum Szenerie. Die Geister und auch alles im Raum blieb unerschüttert. Der Geist mit dem Korkengeformten Kopf fuhr fort: „Manchmal hören Menschen auf, reguläre Träume zu haben und kommen dann hierhin, wenn sie im Schlaf sind. Der Mensch Lionardo Da Vinci hatte das Mysterium der Verbindung unserer zweier Welten gelöst: Er war sich sicher, dass wir eine besondere Beziehung miteinander haben. Einige Menschen erzählten uns auch von verschiedenen Welten, die häufigste erwähnte nannten sie Himmel, aber wir haben bis heute nur Menschen aus deiner Welt getroffen.“
Morpheus sprang auf und schlug seine Hände auf den Tisch: „Was ist das hier?“ Die Eldorijer schreckten zurück. Morpheus lief zu einem Fenster und öffnete es. Draußen liefen Geister auf der Piazza umher. Die kleinen von ihnen spielten auf dem Rasen um den Baum. Der kleine Axtköpfige Geist bemerkte ihn und winkte ihm hoch. Morpheus schloss das Fenster und setzte sich wieder.
„Glaub uns, dass alle Menschen schockiert sind, wenn sie diese Worte zum ersten Mal hören, aber wir sind nicht Bestandteil eurer Fantasie“, der große Axt–köpfige Geist sprach zu ihm, während er ihm auf die Schulter fasste. „Unsere Welt Eldor war schon immer im Schutz der Menschen, so steht es geschrieben. Es sind nun viele Jahrzehnte vergangen, seitdem uns ein Mensch zuletzt besucht hatte, und du hast uns schon bewiesen, dass du ein fähiger Wächter bist. Der Wolf, den du erlegt hast, hatte unsere südlichen Felder für eine geraume Zeit verwüstet. Dafür muss ich dir danken.“ Der Axt–köpfige Geist verbeugte sich vor Morpheus. „Ich bin der Bürgermeister von Süd Welz, Dallit Scania.“
„Es war nichts“, Morpheus lief rot an.
„Meine Männer hätten es auch geschafft, wenn du mich nur gefragt hättest“, behauptet der Feuer–köpfige arrogant.
„Da bin ich mir sicher, mein treuer Freund; aber ihr ward schon mit Vorbereitungen beschäftigt, als es wiederauftauchte.“
Der Pik–köpfige Geist fuhr fort: „Es wird geglaubt, dass diese Monster auch von eurer Welt stammen, Mensch, denn sie kommen und gehen plötzlich, genau wie ihr.“
„Wir lernten von euch Waffen zu produzieren. Kleine Bestien sind auch noch bezwingbar, aber größere Monster nicht. Zu unserem Glück wurde unsere Stadt noch nicht von solchen direkt angegriffen“, fügte der Sanduhr–köpfige mit seiner sanften Stimme hinzu.
Was zum Teufel ist das hier alles, dachte sich Morpheus, als er sich wieder zum Fenster begab. Er versuchte auf den Himmel hoch zu schauen, jedoch versperrten ihm die dichten Zweige und Blätter die Sicht. Unten auf der Piazza sammelten sich Geister geschwind um etwas. Neugierig, sprang Morpheus ohne zu zögern aus dem offenen Fenster. In der Luft transformierte er sich zu einem Raben und flog zur Geister Menge. Eine menschliche Frau war der Mittelpunkt dessen. Auf dem Boden gelandet, wandelte sich Morpheus wieder zurück zu seiner menschlichen Form und drang zu der Frau durch. Die Geister machten ihnen Platz, sodass er und sie sich gegenüber standen. „Was für ein komischer Traum“, sprach die rabenschwarz haarige Dame, ihre Stimmbänder erklangen wie ein wohl temperiertes Instrument. Sie war von Schönheit unvergleichlich, sowohl in Realität als auch in Fantasie. Ihre schimmerten Augen strahlten wie zwei perfekt geschliffene Amethysten, welche hinter ihnen zwei ewig brennende Sonnen versteckten. Sie trug ein rotes traditionelles Chinesisches Kleid—ein Chipao—, welches ihre marmorierten Kurven, dennoch zart wie geschmolzene Schokolade, außergewöhnlich anspruchsvoll präsentierten. Verwundert antwortete Morpheus: „Was? Du denkst auch, das hier wäre ein Traum?“
„Natürlich ist das ein Traum, aber warum würde ein Bild meiner Fantasie so was in meinem Traum fragen?“
„Nein, es bist du, die ein Bild meiner Fantasie ist.“ Morpheus griff nach seiner Halskette. Die Schönheit blickte auf ihr Armband, an welchem eine glänzende Silberplatte hing. Sie sah die Reflexion ihrer violetten Augen, einzigartig und irreal. Sie schaute sich um und konzentrierte sich etwas in der Umwelt mit ihrem Willen zu verändern. Genau wie Morpheus vorher, scheiterte auch sie etwas zu kreieren oder zu verändern, welches nicht sie selbst war oder direkt an ihr dran hing.
„Wer bist du“, fragte sie Morpheus, während sie sich schützend ihre rechte Hand vor ihren prallen Busen hielt.
„Mein Name ist Morpheus. Glaub es oder nicht, aber all das hier ist nicht vorstellbar, selbst für luzide Träumer.“
„Du willst mir sagen, dass hier sei kein Traum? Aber ich…“ Sie schaute wieder auf das Silber an ihrem Handgelenk.
„Doch, es ist ein Traum!“ Morpheus verwandelte sich zu einem Raben und nach dem Erstaunen der sonst schweigenden Schattenwesen wieder zurück zum Menschen. „Die Kontrolle über diesen Traum ist nur beschränkt auf sich selbst; und Kleidung scheint auch zu deinem selbst zu gehören.“ Weiße Flügel sprießen aus dem Rücken der Dame heraus.
„Ich bin…Yuhime“, sagte sie während ihre Flügel weg schrumpften. Bevor Morpheus seine Hand zu ihr ausstrecken konnte, verschwand er von Eldor.
„Er ist schon wieder gegangen“, seufzten die Eldorijer.
„Bitte, kommt mit, Fräulein. Ich bin mir sicher, der Rat möchte euch auch gerne sehen.“ Die fünf Geister des Rats hatten mittlerweile das Treffen von Yuhime und Morpheus in ihrem Raum mitverfolgt.
„Ein weiterer Mensch in solch kurzer Zeit“, sagte der Schrauben–köpfige Geist überrascht.
„Und sogar zur selben Zeit. So was ist noch nie passiert, oder?“
„Nein, aber mit zwei Wächtern werden wir wahrlich in einem Zeitalter von Frieden und Wohlstand leben können.“ Die Ratsmitglieder erfreuten sich gemeinsam über die neu eröffneten Möglichkeiten.
*
Morpheus erwachte, plötzlich in der Küche stehend, auf. „Morphy, Schatz, warst du am Schlafwandeln?“ fragte seine Mutter ihn besorgt. Morpheus griff vergeblich nach seiner Halskette, doch er war wieder in der Realität angelangt und sein Traumtotem war weg. „Leg dich wieder schlafen, Schatz.“ Morpheus ging wieder in sein Zimmer, schloss seine Tür ab und legte sich wieder ins Bett. Es dauerte nicht lange, bis er wieder einschlief.
*
Wieder hier! Das ist wohl tatsächlich nicht bloß ein Traum von mir, oder? Ich sollte den Rat der Geister besuchen und über das Mädchen fragen.
Während er sich zum Palast aufmachte, verbeugten sich die Eldorijer respektvoll vor ihm und begrüßten ihn mit „Willkommen zurück, Wächter Morpheus“. Er wurde am Palast empfangen, als hätte man seine Rückkehr längst erwartet und er wurde direkt angewiesen, hochzugehen. Als er zum ersten Stock hochlief, traf er auf den Axt–köpfigen Geist Dallit Scania. „Wir sind erfreut, dich schon so früh wieder zu sehen, Jüngling“, sagte er, nachdem er sich ein wenig verbeugte. “Lass uns mit den anderen Ratsmitgliedern treffen.“ Dallit Scania befahl seinem Assistenten, der einen Kopf hatte wie ein Rhombus und einen weißen Schal um seinen Hals trug wie der Federfächer–köpfige Geist vom Traum davor, die anderen Ratsmitglieder aus ihren Büros zu holen. Morpheus und Dallit Scania warteten derweil im Rats Raum auf die anderen.
„Vorhin, da war eine Frau, eine Menschen Frau–“
„Ja“, unterbrach ihn der Axt–köpfige Geist, „wir haben Yuhime schon kennen gelernt. Wir wollten euch folgendes noch sagen: Ihr solltet wissen, dass es in Eldor bis her noch nie zwei Wächter zur selben Zeit gab. Es ist etwas Neues—selbst für alte Eldorijer wie mich—und wir möchten die zukünftigen Pläne mit euch beiden diskutieren.“
Die anderen Ratsmitglieder waren im Raum angekommen und grüßten Morpheus mit einer kleinen Verbeugung; nur der Korken–köpfige Geist war noch nicht erschienen. Plötzlich riss die Tür auf. „Die westlichen Tore. Eine Rotte Wildschweine reißt die Tore im Westen nieder“, der Korken–köpfige Geist sprach erschöpft und außer Atem.
„Sagt mir nur wohin, ich erledige sie“, verkündete Morpheus heldenhaft.
„Vom Palast Eingang rechts“, beschrieb der Feuer–köpfige Geist. Morpheus eilte zum Fenster und sprang hinaus. Als Rabe flog er zu den westlichen Toren von Welz. Das laute Grunzen der Wildschweine brachte Panik in die Straßen unter Morpheus, Eldorijer eilten in ihre Häuser und machten sich auf das Schlimmste gefasst.
