Suspicious Lust - Ehefrau oder Domina? | Erotischer SM-Roman - Angelique Corse - E-Book

Suspicious Lust - Ehefrau oder Domina? | Erotischer SM-Roman E-Book

Angelique Corse

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 168 Taschenbuchseiten ... Sascha ist glücklich mit seiner Frau Monika verheiratet, die Beziehung harmonisch und voll sexueller Erfüllung. Doch in letzter Zeit überkommt ihn immer häufiger das Gefühl, dass ihm etwas fehlt. Durch die virtuelle Begegnung mit Geschichten seiner Ex-Freundin Domina Doreen öffnet sich schließlich die Tür zu alten, längst vergessenen Gelüsten: Unterwerfung und Petplay. Anstatt sich Monika anzuvertrauen, nimmt Sascha Kontakt zu Doreen auf und stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre. Von Lust und süßer Qual erfüllte Stunden sind die Folge, doch das Gefühlschaos lässt nicht lange auf sich warten. Als Monika eines Morgens sein Sklavenhalsband findet, stellt sie ihn zur Rede und Sascha muss sich entscheiden, wen er will: die Domina, mit der er tabulos seine Leidenschaften ausleben kann, oder Monika - die Frau, die er liebt? Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 231

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Impressum:

Suspicious Lust - Ehefrau oder Domina? | Erotischer SM-Roman

von Angelique Corse

 

Schon von Kindesbeinen an galt Angeliques größte Leidenschaft dem Schreiben. 2015 begann sie, unter verschiedenen Pseudonymen vielseitige Werke zu veröffentlichen. Mit „Sünde in Schwarz“ legt sie ihr Debüt im Erotik-Genre vor.Was für sie den Reiz an SM-Erotika ausmacht? „Der Kontrollverlust und die absolute Hingabe. Außerdem das Verruchte, Verbotene.“

 

Lektorat: A. K. Frank

 

 

Originalausgabe

© 2021 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © Alex Cherepanov @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783750701687

www.blue-panther-books.de

Prolog

Warm schien die Sonne durch das Glasdach des Ausstellungsraums und tauchte ihn in eine wüstenartige Hitze. Dennoch hatten sich an diesem Tag viele Besucher eingefunden, um die erotischen Gemälde Thomas Rowlandsons zu bestaunen. Diese wurden, damals wie heute, als erfrischend, aber auch anzüglich, wenn nicht sogar abartig bezeichnet.

Sie schmunzelte und gab sich keine Mühe, dies zu unterdrücken. Obwohl ihre normale, fast spießige Kleidung zeigte, dass sie rein privat hier war, waren die Parallelen zu ihrer Arbeit kaum zu übersehen. Wenn man die Besucher in ein paar Stunden fragte, würde jeder Einzelne von ihnen abstreiten, jemals in dieser Ausstellung gewesen zu sein. Schließlich waren sie anständige, zum Teil gut situierte Menschen und taten so etwas nicht.

Ihre Mundwinkel zogen sich weiter nach oben und wäre schallendes Gelächter nicht grob unhöflich gewesen, so hätte sie es getan. Menschen und ihre Moralvorstellungen, welche nicht selten in Verklemmtheit endeten. Die Folgen davon bekam sie jeden Abend und jede Nacht zu sehen, wenn sie in ihrem geliebten Job tätig war. Anders als viele Frauen musste sie keinem Chef gehorchen, vielmehr verhielt es sich umgekehrt, was sie durchaus zu schätzen wusste.

Auch bei ihr hatte es sehr lange gedauert, ehe sie sich zu dem hatte bekennen können, was sie genoss und letztlich sogar zum Beruf gemacht hatte. Viele hatten die Nase gerümpft und hinter vorgehaltener Hand getuschelt, dennoch war sie ihren Weg gegangen. Nicht selten wünschte sich die junge Frau, dass mehr Menschen es ihr gleichtaten und einfach sie selbst waren. Die Konsequenzen, wenn man es nicht tat, hatte sie während der Arbeit oft erlebt und oft alles versucht, um zu trösten. Auch wenn das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war.

Plötzlich zuckte sie zusammen. Konnte das wirklich sein? Oder erlagen ihre Augen einer Täuschung? Die junge Frau blinzelte ein paar Mal, doch das, was sie sah, veränderte sich nicht. Vor dem verführerischen Werk Der Eingriff standen ein Mann und eine Frau, beide mit dem Rücken zu ihr gewandt, und hielten dabei Händchen.

Die junge Frau ärgerte sich ein wenig darüber, ihre Gesichter nicht zu sehen, obwohl das überhaupt nicht nötig war. Ihr Herz machte einen Sprung und schlug einige Takte schneller. Er war es, zusammen mit der Frau, welche er seine große Liebe nannte. Rein äußerlich hatte er sich wenig verändert, obwohl mehr als achtzehn Monate vergangen waren, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten.

Die Gefühle der jungen Frau liefen regelrecht Amok. Obwohl sie vermochte, hinter diese heile Fassade zu blicken, schmerzte es dennoch. Ihre Atmung setzte einige Sekunden lang aus, als er sich unauffällig nach ihr umdrehte. Die dunklen Augen berührten ihre Seele, strichen über die empfindliche Oberfläche. Sie erschauerte, denn die zwei Pupillen offenbarten noch etwas anderes, was für einen Ausstehenden kaum zu erkennen war. Ihr Lächeln wurde breiter, es waren Lust und Sehnsucht - ganz eindeutig. Ein Teil ihres Innern konnte es beinahe nicht glauben, obwohl es in der Vergangenheit bereits Anzeichen gegeben hatte. Seine Art, wie er sie auf dem Boden kniend anschaute, das mühsam gedämpfte Stöhnen, wenn sie ihn bestrafte.

Die junge Frau rieb ihre behandschuhten Hände und ließ das Leder verheißungsvoll knirschen.

Kapitel 1

Draußen war es bereits Nacht geworden, das wusste Doreen ganz genau, obwohl sie die Vorhänge ihrer Altbauwohnung bereits zugezogen hatte. Vor sich hin grübelnd, saß die junge Frau an ihrem Schreibtisch und hatte die Beine übereinandergeschlagen. Vor ihr thronte der große Stand-PC mit Maus und Tastatur, daneben ein Glas Wasser. In ihr markantes, herzförmiges Gesicht stiegen immer wieder Schwaden hellgrauen Zigarettenrauchs, was jedoch schon lange keinen Hustenreiz mehr auslöste. Nach mehr als zwanzig Jahren schien ihre Lunge sich an die regelmäßige Verpestung gewöhnt zu haben.

Konzentriert blickte Doreen auf ihren großzügigen 25-Zoll Flachbildschirm, der auf den ersten Blick nur ein buntes Gemisch aus Wörtern zeigte. Doch dem war nicht so, akribisch und schnell flogen ihre Hände über die schwarze Tastatur und hauchten der Geschichte mehr und mehr Leben ein. Erst nach einer halben Stunde lehnte sie sich zurück, stieß die Luft aus und schob sich einige Strähnen ihres rotbraunen, schulterlangen Haares aus dem Gesicht. Heute musste sie es nicht kunstvoll hochstecken oder sonst irgendwie bändigen, wie an vielen anderen Abenden, worüber Doreen sehr froh war.

Trotzdem war es schwer zu sagen, welche Seite ihrer Arbeit sie am meisten mochte. Die Aktive, wo sie den devoten Sklaven geschickt zum Keuchen oder auch Schreien brachte, ehe dieser seinen Höhepunkt erreichte, oder die Passive, in der die Domina allein für sich sein und ihrer Fantasie Flügel verleihen konnte. Doreen lächelte und schaute auf die bereits geschriebenen Worte. Auch ihr bescherten sie zuweilen aufregendes Kopfkino, das sich in heißen Träumen oder auch in einigen Sessions niederschlug. Leider waren nicht alle Kunden so experimentierfreudig, besonders die Anfänger wollten mehr ihre eigenen Bedürfnisse ausleben, als sich auf irgendetwas Unbekanntes einzulassen. Sei es drum, jeder hatte mal begonnen und besser langsam als überstürzt. Auch wenn viele es nicht glaubten oder darüber spotteten, SM war ein sensibles Thema und ihr Job verlangte sehr viel Einfühlungsvermögen.

Die Domina nagte an ihrer Lippe, als sie den Browser öffnete und online ging. Zuerst besuchte sie diverse Seiten und Foren, in denen sich devote und suchende Personen austauschten und ihre Erfahrungen kundtaten. Häufig wurden dort auch Dienstleistungen wie ihre bewertet und obwohl Doreen von ihren Fähigkeiten überzeugt war, freute sie sich jedes Mal über eine positive Bewertung. Leider war das Internet in der heutigen Zeit ein unentbehrlicher, wichtiger Faktor in allen Bereichen des Lebens und was einmal dort stand, blieb unvergessen.

Als Nächstes besuchte die Domina einige Buchplattformen und stellte mit Freude fest, dass sich ihre Bücher nach wie vor recht gut verkauften. Besonders das fiktive Abenteuer über die Mary Celeste erfreute sich großer Beliebtheit, obwohl es beim Schreiben einige Hürden gegeben hatte. Zum einen das ungewöhnliche Setting und zum anderen die beschränkten Mittel. Damals gab es keine Vibratoren und auch die Dildos, wie man sie heute kannte, steckten noch in den Kinderschuhen. Trotzdem offenbarte die Reaktion ihrer Leser, dass die Umsetzung gelungen war.

Doreen schloss den Browser und stand auf. Ihre Absätze klackten auf dem Laminatboden, als sie aufstand und zur Stereoanlage ging. Im Gegensatz zu den meisten Leuten besaß sie nicht mehr Fernbedienungen als nötig und auch diese kleinen Wege störten sie nicht. Zwei Minuten später erfüllten laute, von Erotik durchtränkte Chillout-Klänge den Raum und sie schloss die Augen. Einen Moment lang erfüllte der Gedanke an einen Schluck Rotwein ihren Kopf, doch die Idee wurde schnell verworfen. Viel lieber würde Doreen …

Sie schnappte sich ihren Notizblock und begann eifrig, einige Stichwörter sowie kleine Sätze zu notieren. Diese flossen geradewegs aus ihren Gedanken auf das Papier, ohne dabei zu stocken oder anderweitig zu unterbrechen. Die Domina fühlte sich wie im Rausch. Schon sehr früh war Schreiben ihre große Leidenschaft gewesen. Leider hatte es bisher nicht geklappt, es zu ihrer Haupteinnahmequelle zu machen, obwohl der Wunsch durchaus bestand. Lächelnd erinnerte sie sich an die stundenlangen Tagträume ihrer Kindheit zurück und bis jetzt war die Hoffnung noch immer präsent. Zumal es ihr wenigstens gelungen war, eine andere Leidenschaft zum Beruf zu machen, was auch nicht jedem gelang.

Ihr Lächeln wurde finsterer. Ihre Neigung zum BDSM hatte Doreen erst mit knapp achtzehn Jahren entdeckt, fast zeitgleich mit ihrer Bisexualität. Beides hatte sie mit voller Wucht getroffen und im ersten Augenblick verwirrt zurückgelassen. Ganze zwei Wochen brauchte es, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und sich mit ihr zu arrangieren. Glücklicherweise war sie schon immer ein recht selbstbewusster Mensch gewesen, der unabhängig von der Meinung Dritter seinen Weg ging und nur selten einen Blick zurückwarf.

Einzige Ausnahme bildete das Schreiben. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf den karierten Collegeblock. Unabhängige Beobachter hätten das Geschriebene als sinnloses Gekrakel interpretiert, aber die Domina kannte ihre Bedeutung. Sie nahm den Füller in den Mund, knabberte sinnlich an der Spitze und schlug die nächste Seite auf. Ein tiefer Atemzug verließ ihre Lippen, bevor Doreen zu schreiben begann.

»Auf die Knie!« Die Stimme duldete kein Erbarmen.

Dunkle, sehr schöne Augen blickten sie an, irgendwo zwischen Lust, Pein und Verzweiflung. Um Gnade zu bitten wagte er nicht, diese Option war an diesem Abend schon mehr als erschöpft. Viel zu oft hatte er die Geduld seiner Herrin strapaziert und das, ohne es wirklich zu wollen. Aber die Lust machte ihn nicht nur blind, sondern auch ungeschickt. Nicht einmal etwas zu trinken hatte er ihr reichen können, ohne mit dem Glas zu wackeln. Dieses Missgeschick hatte eine sofortige Bestrafung nach sich gezogen. Ein Wimmern entsprang seiner Kehle und obwohl es leise war, hörte sie es ganz genau.

Verführerisch leckte sie sich über die Lippen. Dieser Mann war scheinbar von Beginn seines Lebens an devot und somit der geborene Sklave, ohne dabei treudoof zu wirken. Im Gegenteil, zwischen ihnen herrschten knallharte Absprachen, Regeln und nicht zuletzt Vertrauen. Dieses war unglaublich wichtig. Auch jetzt spürte sie das Prickeln auf ihrer Haut ganz deutlich, weigerte sich jedoch, es zu zeigen. Stattdessen streifte ihr vorwurfsvoller Blick den Rotweinfleck auf dem Boden, welcher langsam aber sicher zu kleben begann.

»Du hast deine Strafe souverän ertragen, das muss ich zugeben.« Sie kniete sich zu ihm und strich ihm trügerisch sanft über die Wange.

Anschließend glitten ihre Finger durch die knapp schulterlangen, schwarzen Haare. Auch wenn sie es nicht zugeben konnte und wollte, solche düster-romantischen Männer sprachen sie besonders an. Oft, wenn sie einem von ihnen begegnete, kam es zu einem sogenannten magischen Augenblick und dieses Gefühl löste etwas in ihr aus, selbst wenn es selten von längerer Dauer war. Umso schöner war es, wenn einer dieser Männer wenig später zu ihrem Kunden wurde, obgleich sie das Wort in diesem Zusammenhang verabscheute. Schließlich war eine Domina nicht mit einer Hure zu vergleichen, denn zum Sex kam es nie, selbst wenn das Gegenüber ihr noch so gut gefiel. Das Schnurren ihres Sklaven ließ sie schmunzeln, bevor sie mit der Hand ausholte. Diese Ohrfeige traf ihn unvorbereitet, obwohl der Schlag nicht sehr kräftig gewesen war. Der schlanke junge Mann wankte und hätte fast seine Position aufgeben müssen.

»Sauberlecken«, befahl sie ihm und sah lächelnd zu, wie er gehorsam zu dem Fleck hinüber kroch und sein Werk begann.

Unwillkürlich stellte sie sich vor, wie es wäre, diese Zunge in ihrem Mund oder auch zwischen den Beinen zu spüren. Schnell biss sie sich auf die Lippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken, obwohl es nicht nötig gewesen wäre. Ihr Sklave war voll und ganz mit seiner Aufgabe beschäftigt, wobei er seinen sehnigen Körper sehr geschmeidig vor- und zurückbewegte. Besonders die sinnlichen Hüften und der wohlgeformte Hintern stachen attraktiv hervor und sie lächelte bei der Erinnerung, wie sie ihm vor etwa einer Viertelstunde die Peitsche über denselben gezogen hatte. Seine Schreie, gefolgt von einem erstickten Keuchen, waren Musik in ihren Ohren gewesen, der sie gerne lauschte, am liebsten mehrere Stunden lang. Und der Blick in seine tiefen, grünen Augen, die so ausdrucksstark waren, dass selbst sie sich nicht ganz entziehen konnte.

»Das reicht!« Mit zwei Schritten stand sie neben ihm, nahm das von Schweiß bedeckte Gesicht in ihre Hände und gestattete ihm einen Kuss, lang und leidenschaftlich.

Die Minuten schienen endlos zu sein, doch als er seine Arme um sie schlingen wollte, unterbrach sie ihn barsch. »Nicht anfassen!«

Beinahe erschrocken wich er zurück, schaute sie mit einem Blick an, der irgendwo zwischen Teufel und Hund lag. Gegen ihren Willen musste sie lächeln. »Wie möchtest du kommen?« Diese Frage schien ihn zu irritieren. Seine Lippen vibrierten, doch zu sprechen wagte er nicht.

»Du hast eine Aufgabe, vor der sich manch anderer gescheut hätte, zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt.« Sie wies auf die Stelle, wo zuvor der Fleck gewesen war. »Deswegen hast du dir eine Belohnung verdient. Nur überlege schnell, ehe sie verfällt.«

Ein flüchtiger Blick genügte, um zu erkennen, dass es hinter der Stirn ihres Sklaven ratterte. Vermutlich überlegte er, wie weit er gehen konnte, wo die unsichtbare Grenze war.

»Würdet Ihr mich wichsen, Herrin?«, kam zögernd die Frage aus seinem Mund und ließ sie grinsen.

Ein recht bescheidene Bitte, sie hatte mit weitaus mehr gerechnet.

»Selbstverständlich«, raunte sie.

Ihr Blick wanderte ungeniert über seinen Körper, blieb an dem erregten Glied hängen. Freudig leckte sie über ihre Lippen.

»Dann leg dich hin und…«, die Pause war Absicht, »…genieße!«

Immer noch waren die Bewegungen ihres Sklaven zögerlich, er schien dem Braten nicht zu trauen. Kein Wunder, schließlich war sie nicht erst seit gestern seine Herrin und er wusste um ihre Strenge. Sie tat ihr Bestes, ihre Augen sanft wirken zu lassen, obwohl ein Feuer hinter ihnen brannte.

Die Domina nahm sich die Zeit, seinen freizügig dargebotenen Körper ausgiebig zu betrachten, ohne ihn ihre Faszination spüren zu lassen. Hier und jetzt, entblößt, alle viere in Form eines Andreaskreuzes von sich gestreckt, wirkte er noch attraktiver als ohnehin schon. Die Ähnlichkeit mit manchen Abbildungen des Teufels war deutlich.

Lockend kniete sie neben ihm, ließ ihre Hände zunächst durch seine Haare, dann über das Gesicht gleiten. Zufrieden sah sie, wie er die Augen schloss und sich ihren Berührungen ergab. Ein diabolisches Lächeln streifte ihren Mund, als sie ihre Hände zu Krallen formte und diese über seine Haut gleiten ließ. Winzige Rinnsale Blut flossen, doch der Sklave stöhnte nur. Es machte ihn noch schöner als ohnehin schon und quälend langsam ließ sie ihre Hand in Richtung Schaft gleiten.

Fest griff sie nach dem harten Stück Fleisch und begann es zu massieren. Zuerst langsam, beinahe zärtlich, und dann etwas grober. Dabei achtete sie sorgfältig auf jede einzelne seiner Reaktionen. Sein Gesichtsausdruck war entspannt und er genoss die Berührungen sichtlich, obwohl die Wunden, dessen war sie sich gewiss, dezent brannten.

Wie eine Schlange umkreiste sie mit der anderen Hand seine Hoden, streichelte, liebkoste und kniff in die empfindliche Haut. Gierig starrte sie währenddessen auf den farblosen Tropfen, welcher mehr und mehr aus der Spitze spross. Im letzten Moment holte sie leicht aus und ließ ihre Handfläche auf den Hoden niedersausen, sodass er sich mit einem Schrei in ihre Hand ergoss.

»Puh«, Doreen stieß die Luft aus und wischte sich über die feuchte Stirn.

Die Schweißperlen verrieten deutlich, dass die Fantasie sie heißgemacht hatte. Möglicherweise sogar mehr als sonst. Denn auch wenn es ein vorwiegend von Männern verbreitetes Klischee war, dass Frauen beim Schreiben erotischer Erzählungen geil wurden, so hatte es in Ausnahmefällen seine Richtigkeit. Zumindest wenn einem der Protagonist tatsächlich gefiel und nicht nur Mittel zum Zweck war.

Die Domina legte ihren Schreibblock auf den Glastisch, warf einen Blick aus dem Fenster. Draußen war es mittlerweile Nacht geworden, doch ein Blick auf ihr Handy verriet, dass sich noch keine Kunden gemeldet hatten. Auch in ihrem E-Mail Fach herrschte gähnende Leere. Doreen legte ihre Füße hoch. Schlimm war der unerwartet freie Abend nicht, doch was sollte sie damit anfangen? Vor allem nach dieser erotischen Fantasie, die ihren Kopf noch immer nicht ganz verlassen hatte. Im Gegenteil, sie spürte deutlich ein Prickeln auf ihrer Haut, welches sich über den Hals und die Schultern entlang zog. Es umkreiste ihre Brüste wie ein unsichtbares Seil und ehe Doreen sich versah, hatte sie ihr Oberteil über den Kopf gezogen, sodass sie nur in Unterwäsche auf der Couch saß.

Schnell schob die Domina ihren schwarzen BH nach oben, sodass ihr Busen frei lag. Nackt und keck streckten die geröteten Nippel sich ihr entgegen, lechzten nach einer Berührung, die sie ihnen nicht lange vorenthielt. Lockend umkreiste sie mit den Fingern ihre Vorhöfe, welche sich auf der Stelle kräuselten. Währenddessen verschwand die andere Hand zwischen ihren Beinen und für den Bruchteil einer Sekunde fluchte sie stumm, dass ihr Slip so wenig Bewegungsfreiheit zuließ. Aber Strings und Tangas waren nun mal der Arbeit vorbehalten und hatten im Privatleben nichts zu suchen. Und zum Ausziehen war ihre Erregung bereits zu groß.

Behutsam tastete Doreen über ihren Venushügel, der recht schnell reagierte. Auch eine flüchtige Berührung ihrer Scham zeigte, dass sie bereits feucht war, und das nur infolge des Schreibens. Ungewöhnlich. Aber die Domina dachte nicht darüber nach, sondern rief sich stattdessen das Bild ihres imaginären Sklaven in Erinnerung. Die schwarzen Haare, das schmale Gesicht mit dem dezenten Bartwuchs und die stechenden Augen, in denen man sich verlieren konnte.

Sie stellte sich vor, wie sich seine Berührungen anfühlen würden, und keuchte ohne Vorwarnung auf. Ihre Schenkel zuckten, als stünden sie unter Strom und die Domina strich vorsichtig über ihre Klit, die bereits zu pochen begonnen hatte. Anschließend drang sie mit einem Finger in sich ein, merkte jedoch schnell, dass es nicht ausreichte. Es folgte ein zweiter, dann ein dritter. Sie bäumte sich auf.

Ihre Brustwarzen waren mittlerweile hart wie Stein, sodass Doreen mit der freien Hand ihr Lustzentrum verwöhnen konnte. Es pochte immer schneller, wie ein zweiter Herzschlag, während die andere Hand im gleichen Rhythmus in sie stieß. Immer das Bild ihres Sklaven vor Augen. Es war viel zu lange her. Der Höhepunkt kam zunächst schleichend und brach dann regelrecht über sie herein. Wie ein Tornado, der sich nicht aufhalten ließ.

Erschöpft sank die Domina zusammen und es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder aufrappeln und eine bequeme Sitzposition einnehmen konnte. Zwischen ihren Beinen pochte es noch immer, die typischen Nachwehen. Aber auch über ihre Haut schienen winzige Flammen zu tanzen und die Hände glänzten von ihrem Lustsaft.

Ich muss das Gefühlschaos unbedingt beseitigen, überlegte die Domina, bevor sie ins Badezimmer ging.

Es war schon spät und außerdem musste sie sich die Hände waschen.

Kapitel 2

»Ist das warm und anstrengend.« Sascha schaltete die Maschine aus und nutzte die wenigen Minuten, um sich mit einem Taschentuch die Stirn abzutupfen.

Obwohl dies nicht viel nützte und das wusste er. Stattdessen fand seine Hand den Weg zu einer Wasserflasche, die der junge Mann in einem Zug bis zur Hälfte leerte. Nicht zum ersten Mal fragte Sascha sich, ob er für diese Arbeit nicht langsam zu alt wurde. Gerade in solchen Zeiten, in denen es viel zu tun gab und Überstunden an der Tagesordnung waren. Dabei betrug sein Alter gerade einundvierzig Jahre.

Natürlich liebte er seine Arbeit als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, hatte es vom ersten Tag an getan, und schließlich war dies die einzige Ausbildung in seinem Lebenslauf, die er mit eisernem Willen und Begeisterung abgeschlossen hatte. Sascha seufzte und machte ein paar Bewegungen, um seine strapazierten Arme zu lockern. In letzter Zeit schien ihm alles ein wenig schwerer als sonst zu fallen. Und das machte ihm Angst. Lag es tatsächlich nur daran, dass er langsam aber sicher auf die Fünfzig zuging? Lächerlicher Gedanke. Schließlich hatte er die Vierzig gerade erst erreicht, doch wie sah sein Körper das? Die Arbeit an der Maschine war hart.

Oder? Für den Bruchteil einer Sekunde weiteten sich Saschas Augen und Panik erfüllte sein Herz. Handelte es sich etwa um einen erneuten Depressionsschub? Nein, das konnte nicht sein. Alles, nur das nicht. Er holte tief Luft, zwang sich zur Ruhe. Der Letzte war über zehn Jahre her, war aber dafür sehr heftig gewesen. Damals grenzte es an ein Wunder, dass er nicht in einer Klinik oder, noch schlimmer, auf der Straße gelandet war. Gut, die Zeit als Arbeitsloser konnte man auch nicht als schön bezeichnen, aber immer noch besser als …

Sein Herzschlag normalisierte sich, doch der Kopf schwieg nicht. Welchen Anlass konnte es geben, wieder in die alten Verhaltens- und Denkmuster zurückzufallen? Abgesehen von dem Stress im Betrieb war sein Leben so zufriedenstellend wie nur möglich. Nach einigen Fehlversuchen und herben Enttäuschungen hatte er sogar die Frau fürs Leben gefunden oder hoffte es wenigstens. Schließlich hatten sie sich vor kurzer Zeit das Ja-Wort gegeben. Es war der schönste Tag in Saschas Leben gewesen, auch wenn viele aufgrund der schnellen Entscheidung die Augen verdreht hatten.

Ein Lächeln glitt über seine herben Gesichtszüge, als er an Monika dachte. Sie hatten sich im Internet kennengelernt und anders als bei vielen anderen Frauen, deren Bekanntschaft Sascha in dieser Zeit gemacht hatte, stimmte bei ihnen die Chemie auf Anhieb. Warum das so war, konnte er im Nachhinein nicht mehr sagen. Es war eben so. Niemals hatte es Lügen oder Streitereien gegeben und überhaupt fühlte er sich bei ihr sehr wohl. Mit der Zeit waren die Unterhaltungen sehr viel persönlicher und auch intimer geworden. Seine Wangen erröteten leicht. Dabei hatte Sascha nach der letzten Trennung so schnell keine neue Beziehung gewollt.

Doch es kam alles anders. Nach etwa zwei Monaten deutete er Monika gegenüber seine Gefühle an und die beiden verabredeten sich für ein Treffen. Was aufgrund seiner Schichtarbeit nicht einfach war, doch nach einigem Hin und Her klappte es und er fuhr zu ihr an die Grenze zu Österreich. Seiner Erwartung zum Trotz verliefen die persönlichen Gespräche genauso anregend und vertraut, als würden sie sich schon ewig kennen. Das große Wunder war, dass es Monika auch so ging. Vom ersten Moment an hatte sie sich zu ihm hingezogen gefühlt und der erste Abschied war so schwer gewesen, dass Sascha sich insgeheim schwor, dass es bald keine mehr geben würde.

Vier Monate nach dem ersten Treffen machte er Nägel mit Köpfen und sie stellten ihre Beziehung öffentlich in die Social-Media-Kanäle. Das löste bei einigen große Überraschung aus, da Sascha zuvor niemandem gegenüber ein Wort gesagt hatte. Zum Glück überwog die Freude, wenngleich er das Gefühl hatte, einen Schatten zu spüren. Jemanden, der oder die über den neuen Status nicht erfreut war. Aber solche Gedanken schob er so gut wie möglich zur Seite und konzentrierte sich stattdessen auf die Beziehung, welche vollkommen schien, als hätten sein Herz und seine Seele nur auf Monika gewartet.

Auch das Zusammenziehen nach sechs Monaten Beziehung war ohne Komplikationen verlaufen. In dem von ihm seit längerer Zeit angemieteten Haus verfügte Sascha über ausreichend Platz und auch der Eigentümer stellte sich nicht quer. Im Gegenteil, er freute sich darüber und wünschte ihm, dass es endlich dauerhaft klappen würde, denn in seiner Position hatte er schon viele Frauen kommen und gehen sehen. Doch bei Monika war es von Anfang an anders gewesen, sie wollte sich nicht ins gemachte Nest setzen, sondern selbst mit anpacken. Auch aus diesem Grund trug sie seinen Ring.

Umso seltsamer war seine innere Unruhe. Wann diese begonnen hatte, konnte Sascha nicht genau sagen. Schleichend langsam war sie gekommen, was den Verdacht einer Depression verstärkte. Oh bitte, alles, nur das nicht! Er schob eine Haarsträhne aus seinem Gesicht und warf einen unauffälligen Blick auf die Wanduhr. Nur noch knapp eine Stunde bis zum regulären Feierabend. Alles in ihm flehte, dass heute keine Überstunden gemacht werden mussten. In den vergangenen Wochen hatte er schon mehr gearbeitet, als in manchen vergangenen Jahren. Seine Seele brauchte Ruhe und außerdem sehnte er sich nach Monika, ihrem Duft nach Heu, nach ihrer Haut, die sich vertrauensvoll an ihn schmiegte und an ihr erregtes Stöhnen, wenn er sie zärtlich nahm.

Zum ersten Mal an diesem Tag lächelte Sascha und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. So anstrengend es war, sie sorgte dafür, dass die letzte Stunde wie im Flug verging. Erleichternd seufzend ging Sascha anschließend in die Umkleide, um seine Arbeitskleidung abzulegen. Der leicht muffige Geruch ließ ihn die Nase rümpfen, aber wenigstens war niemand von seinen Kollegen anwesend. Zwar kannten sie sich untereinander schon lange, trotzdem scheute er sich, vor ihnen die Hüllen fallen zu lassen. Immer wieder hatte Sascha das Gefühl, sie würden hinter vorgehaltener Hand über seinen Körper lästern, weil dieser nicht dem klassisch-männlichen Idealbild entsprach.

Dafür bin ich viel dünn und sehnig. Dieser Gedanke kam ihm nicht zum ersten Mal, als er so schnell wie möglich in seine überwiegend schwarze Kleidung schlüpfte.

Auf eine gewisse Extravaganz musste er im Betrieb verzichten, nicht jedoch auf seine geliebte Farbe. Einen Augenblick lang schloss Sascha die Augen und richtete seine Aufmerksamkeit einzig und allein auf sie. Melancholie und Tod, aber auch Eleganz. Seit seiner Jugendzeit war das Schwarz sein täglicher Begleiter und, entgegen einiger Meinungen, handelte es sich dabei nicht nur um eine Phase. Ein kurzer Blick auf sein Smartphone, auf dem sich außerdem eine Liebesnachricht von Monika befand, trieb ihn zur Eile an. Er wollte so schnell wie möglich zurück zu ihr und sollte deswegen den Bus nicht verpassen.

Der Schlüsselbund klimperte, als Sascha ihn auf die Anrichte legte. Die vertraute, häusliche Atmosphäre sorgte dafür, dass er innerlich zur Ruhe kam. Gott sei Dank, denn auch auf dem Heimweg hatten seine Gedanken ihm keine Ruhe gelassen und ohne eine Portion düstere Musik wäre es noch schlimmer geworden. Aber jetzt …

Ein freudiges Bellen riss den jungen Mann aus seinen Gedanken und er beugte sich nach unten, um das ihm entgegeneilende Fellbündel zu begrüßen. Jack war erst knapp drei Monate alt und noch ein Welpe. Lange hatten Monika und Sascha überlegt, ob sie sich einen Hund anschaffen sollten. Der Tod seines langjährigen Begleiters Snake hing ihm noch immer nach und außerdem war es mit der Schichtarbeit alles andere als einfach. Doch bei einem Besuch im Tierheim hatten sie sich in das zutrauliche, schwanzwedelnde Tier verliebt und obgleich ein Welpe sehr viel Zeit benötigte, bereute Sascha die Entscheidung keine Minute lang, zumal der Kleine Monika sehr glücklich machte und ihr die Arbeitssuche erleichterte.

»Na, mein Kleiner.« Mit einer einzigen Bewegung hob Sascha Jack auf seinen Arm und ließ sich von ihm über das Gesicht lecken.

Er lachte leise und kraulte das schwarzbraune Fell, genoss die Wärme in den tiefschwarzen Augen. Aus der Küche wehte ihm ein einladender Geruch entgegen. Sascha schnupperte. Spaghetti mit selbst gemachter Bolognese-Soße, sehr lecker. Obwohl man es seiner Figur überhaupt nicht ansah, liebte er kohlenhydratreiches Essen. Kein Wunder bei der harten Arbeit. Auf Zehenspitzen schlich er sich in den kleinen Raum, in dem er wie erwartet Monika vorfand.

Die junge Frau stand vor dem Herd und rührte eifrig in zwei verschiedenen Töpfen herum. Eine Schürze betonte ihre ohnehin schon schmale Figur und trotz der häuslichen Tätigkeit waren ihre Bewegungen so elegant wie bei einem Hollywoodstar auf dem roten Teppich. Sascha leckte sich über die Lippen. Am liebsten würde er jetzt einfach hinter sie treten, seine Körpermitte gegen ihren Po drücken und ihre kleinen, aber festen Brüste kneten. Schon der flüchtige Gedanke sorgte dafür, dass es in seiner Hose eng wurde, doch Sascha rief sich zur Ordnung. So heiß diese Vorstellung auch war, genauso gefährlich war der laufende Herd. Und außerdem meldete sein Magen deutlich Hunger.

Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, sich langsam von hinten anzuschleichen und Monika zu umarmen. Erwartungsgemäß kreischte diese leise auf und hätte beinahe den Löffel in die Soße fallen lassen.

»Schatz!« Sie drehte sich um und funkelte ihn gespielt böse an. »Wie kannst du es wagen, mich so zu erschrecken?«

Sascha grinste selbstgefällig. »Die Antwort hast du gerade selbst genannt: weil ich es kann.«

»Du Schuft!« Monika lachte und umarmte ihn herzlich. »Wie war dein Tag?«

Sein Blick wurde starr. »Wie immer, anstrengend. Manchmal frage ich mich, wie wir die derzeitige Auftragslage ohne neue Kollegen stemmen sollen. Wir arbeiten jetzt schon für mindestens zwei.«

Eine Standardantwort, die ihm unweigerlich ein schlechtes Gewissen bescherte. Doch alles in ihm sträubte sich, seiner Frau von diesen merkwürdigen Verstimmungen zu erzählen. Natürlich kannte sie seine von Dunkelheit geprägte Vergangenheit und möglicherweise wollte er sie deswegen damit nicht belasten. Nicht, bevor er nicht selbst wusste, was es war. Glücklicherweise gab Monika sich mit der Erklärung zufrieden und schmiegte sich an seine Brust.