System und Körper -  - E-Book

System und Körper E-Book

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Beschreibung

Leaving the comfortable world of just sitting and talking carries a certain risk with it. But the idea of risking something proves valuable for therapy, counseling, coaching and supervision: Standing up and doing something unexpected can be a good thing. Change demands having new experiences, and therapy should thus become the place to have insights," the "place to experience new things" - new thoughts, new feelings and new actions, the latter in a very physical sense.This volume introduces numerous, very different approaches to implementing the body as a resource in systemic practices such as counseling, therapy, working with children and adolescents, coaching and supervision. This can be done by employing such things as the senses, posture, feelings, expressions, interactions, touch, movement, mimicry, gestures and voice. The main thing is that the readers learn to get moving!"

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Seitenzahl: 326

Veröffentlichungsjahr: 2014

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András Wienands (Hg.)

System und Körper

Der Körper als Ressource in der systemischen Praxis

Mit 2 Abbildungen

Vandenhoeck & Ruprecht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-525-99518-2 (EPUB) Weitere Ausgaben und Online-Angebote sind erhältlich unter: www.v-r.de

Umschlagabbildung: Jana Kiewitt

© 2014, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen / Vandenhoeck & Ruprecht LLC, Bristol, CT, U.S.A.www.v-r.de Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Printed in Germany.

Satz: SchwabScantechnik, Göttingen Druck und Bindung: Hubert & Co., Göttingen

Inhalt

Vorwort

András WienandsEinleitung

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Familien und Kindern

Alfons AichingerMit Familien spielen

Roland KachlerTrauerbegleitung als hypnosystemische Körperarbeit. Ein neuer Ansatz für die Trauerarbeit

Joseph Richter-MackensteinLeiblicher Ausdruck und Familie in der systemischen Kinder- und Jugendlichentherapie. Zugänge über die systemisch-psychomotorische Familienberatung

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Paaren

Tobias GüntherMehr Lust für Paare. Wie leidenschaftlicher Sex in langjährigen Beziehungen (wieder) möglich wird

Liane Stephan und Mohammed El HachimiPaare in Bewegung

Stefan Beier und Berit LüttekeLiebe in Bewegung – die Wachheit des Augenblicks

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Einzelnen

András WienandsKörperorientierte systemische Therapie

Alexander KorittkoTrauma und Körper: Der Körper merkt sich alles

Sabine Strübing und Jürgen RomingDem Körper (m)eine Stimme geben

Maja Dshemuchadse und Stefan ScherbaumImprotherapie

Elisabeth Breit-SchröderDie Nutzung des Körperwissens. Körperorientierte Interventionen in der systemischen Therapie

Der Körper als Ressource im systemischen Coaching

Irmgard Bohmann und Josef BohmannDen Körper im Coaching nutzen

Bernd AhrendtDas Schürfen nach Gold: Kommunikation mit dem Körpersystem mittels Kinesiologie

Ella Gabriele AmannResilienzförderung nach dem Bambus-Prinzip. Methoden der Improvisation und Bodybliss® im systemischen Coaching

Vorwort

In meinen beruflichen Anfängen in den diversen psychosomatischen Kliniken habe ich diesen Satz besonders gefürchtet: »Verstanden habe ich das, aber verändern kann ich es nicht.« Ich kann mich gut daran erinnern, wie mir in der Reaktion auf diese Worte stets ein wenig wärmer geworden ist. Auch ich hatte damals noch keine Ideen dazu, wie dieser Missstand behoben werden könnte.

In den vergangenen Jahren meiner beruflichen Tätigkeit als Psychologe, Psychotherapeut und Leiter einer systemischen Ausbildungsstätte bin ich vielen Kolleginnen und Kollegen begegnet, die mich mit ihren ganz eigenen Ansätzen, den Körper als Ressource für Veränderung zu nutzen, bereichert haben. Wenn ich an dieses Buch denke, freut es mich sehr, diese Vielzahl an Möglichkeiten, sicherlich nicht in ihrer Vollständigkeit, in Form von Fallbeispielen, methodischen Bausteinen und Übungen vereint zu haben. Einem Buch, wie ich es damals gebraucht hätte und von dem ich glaube, dass es heute vielen Kolleginnen und Kollegen von hohem Nutzen sein kann.

Zudem haben ja die meisten von uns diesen Beruf nicht umsonst gewählt. Zumindest ich laufe noch heute durch die Welt und versuche möglich zu machen, was mir, meinen Geschwistern und Eltern in Kindheit und Jugend nicht möglich war. Und dies war ein herausragendes Merkmal meiner Eltern: Verstanden hatten sie vieles, ändern konnten (oder wollten?) sie nur weniges. Möge dieses Buch allen, die ähnlich veränderungsresistente Eltern hatten und haben wie ich, eine willkommene Lektüre sein. Auf dass sie sich (oder wir uns?) nun endlich doch noch ändern!

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

András Wienands

András Wienands

Einleitung

Dieses Buch gibt anhand von Beispielen, methodischen Übungen und der Erläuterung theoretischer Aspekte eine Einführung in vierzehn unterschiedliche Möglichkeiten, den Körper als Ressource in Therapie, Beratung und Coaching zu nutzen. Dabei werden im Wesentlichen vier Themenbereiche unterschieden:

–   der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Familien und Kindern;

–   der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Paaren;

–   der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Einzelnen;

–   der Körper als Ressource im systemischen Coaching.

Im Folgenden möchte ich die einzelnen Beiträge der vier Themenbereiche kurz zusammenfassen.

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Familien und Kindern

Alfons Aichinger, Autor von »Einzel- und Familientherapie mit Kindern. Kinderpsychodrama Band 3« (2012) und jahrelanger Leiter der Familienberatungsstelle Ulm, zeigt in seinem Beitrag »Mit Familien spielen« auf, wie bei Kindern mit Hilfe des psychodramatischen Familienspiels entwicklungsfördernde Gefühle, Einstellungen und Bewertungen erzeugt werden können. Anhand unterschiedlicher Sequenzen aus der Praxis wird deutlich, wie Kinder im Spiel mit ihren Eltern die verloren gegangene Einheit mit ihrem Körper wieder finden und den Zugang zur Selbststeuerung zurückerobern können. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Stärkung der Eltern als Förderer von den durch das Familienspiel angeregten Entwicklungsprozessen ihrer Kinder.

Der Verlust von geliebten Personen, insbesondere eines Kindes, ist für viele Menschen kaum vorstellbar. Roland Kachler, Autor von »Gemeinsam trauern – gemeinsam weiter lieben. Das Paarbuch für trauernde Eltern« (2013, gemeinsam mit Christa Majer-Kachler), zeigt in seinem Beitrag »Trauerbegleitung als hypnosystemische Körperarbeit« Wege auf, wie Menschen geholfen werden kann, ein Leben mit der verstorbenen Person zu gestalten. Der Körper wird dabei als wesentliche Ressource zur Verarbeitung und Integration, aber auch zur Gestaltung von Lösendem und Lösungserleben genutzt. Zahlreiche Interventionen auf der körperlichen Ebene werden dabei in gut nachvollziehbarer Weise dargestellt.

Prof. Dr. Joseph Richter-Mackenstein, Autor von »Spielend gelöst. Systemisch-Psychomotorische Familienberatung« (2012) zeigt in seinem Beitrag Möglichkeiten und Wege auf, wie die Familientherapie durch psychomotorische Elemente im Therapieraum bereichert werden kann. Ausgelöst durch das freie Spiel von Eltern und Kindern mit den zur Verfügung gestellten Elementen ergeben sich Interaktionen, die in Folge therapeutisch aufgegriffen werden können. Wie Bewegung und Spiel dabei zu Lösungsbewegungen und spielerischen Lösungen führen können, erläutert Joseph Richter-Mackenstein anhand von Fallbeispielen.

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Paaren

Tobias Günther, Leiter des Wissenschaftlichen Instituts für systemische Personal- und Organisationsentwicklung, stellt in seinem Beitrag ein Konzept der systemischen Sexualtherapie vor, das es Paaren nach einigen Jahren des Zusammenseins erlaubt, aus dem Dilemma von zu viel Routine, zu wenig erlebter Intimität, Lustempfinden und sexueller Erfüllung herauszukommen und ihre Beziehung zu »revitalisieren«. Anhand von fünf konkreten Therapieschritten wird aufgezeigt, anhand welcher (Tabu-)Themen und Fragestellungen ein Paar in seinem Entwicklungsprozess angeregt und begleitet werden kann.

Liane Stephan und Mohammed El Hachimi, Autoren von »Paartherapie – bewegende Interventionen, Tools für Paartherapeuten« (2012), veranschaulichen anhand von Interventionen und methodischen Bausteinen, wie Paare durch Achtsamkeit, Settingwahl, Metaphern und ihre Geschichte als Paar in Bewegung gebracht werden können. Der Therapeut hört dem Paar dabei nicht nur zu, sondern öffnet all seine Sinne, um das Paar in seiner emotionalen, kognitiven und körperlichen Bewegung annähernd zu erfassen. Die dadurch entstehenden Resonanzen nimmt der Berater wahr und kann sie dem Paar für seinen Entwicklungsprozess zur Verfügung stellen. Ein Dialog in Bewegung, nicht nur des Paares.

In dem Beitrag »Liebe in Bewegung – die Wachheit des Augenblicks« von Berit Lütteke und Stefan Beier wird der Ansatz der Transparenten Kommunikation nach Thomas Hübl vorgestellt. Es wird veranschaulicht, wie Paare sich auf den Augenblick ihrer Begegnung einlassen können. Die Qualität von Partnerschaft besteht für die Autoren darin, dass Partner lernen, aus einer tieferen Verbindung zu sich selbst im gemeinsamen Beziehungsraum zunehmend anwesend zu sein – selbst dann, wenn unangenehme Gefühle oder Schmerz berührt werden. Die Integrale Lebenspraxis nach Ken Wilber und Terry Patten stellt diesem Modell einen ganzheitlichen Ansatz zur Verfügung, der neben dem Körper und dem Verstand auch spirituellen Aspekten Raum gewährt.

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Einzelnen

In meinem Beitrag »Körperorientierte systemische Therapie« (András Wienands) möchte ich zeigen, wie der Körper als Ressource genutzt werden kann, um Wahrnehmungen, Gefühle, Bewegungen oder Interaktionen zu ermöglichen, die in einem als problematisch erlebten Kontext bisher nicht möglich schienen. Grundlegendes Ziel einer Verlebendigung des emotionalen Erlebens sollte es sein, in jenen Situationen, die mit einem Erleben von Lähmung und Ohnmacht einhergehen, ein intensives Erleben der eigenen Kompetenzen zu ermöglichen. Das bedeutet, dass nicht nur die Verstärkung des emotionalen Erlebens, sondern insbesondere die Verstärkung des emotional kompetenten Handelns das Ziel einer Integration des Körpers in die Systemische Therapie darstellt. Der Beitrag möchte anhand von einem Fallbeispiel konkrete Impulse für die therapeutische Begleitung solcher Prozesse geben.

Alexander Korittko, gemeinsam mit Karl Heinz Pleyer Autor von »Traumatischer Stress in der Familie. Systemtherapeutische Lösungswege« (2010), gibt in seinem Beitrag »Trauma und Körper. Der Körper merkt sich alles« einen Einblick in die hirnphysiologische Verknüpfung von traumatischem Erleben und entsprechenden Reaktionen. Erste heilsame und vertiefende Lösungsschritte werden durch den Einblick in die Körper-, Ressourcen- und Systemorientierte Traumatherapie (KReST) aufgezeigt, wie sie am Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen (ZPTN) von Lutz Ulrich Besser entwickelt und von Alexander Korittko weiterentwickelt wurde.

Sabine Strübing und Jürgen Roming, Leiter des systemischen Ausbildungsinstituts für systemisch-integrative Therapie, stellen in ihrem Beitrag »Dem Körper (m)eine Stimme geben« die Ressourcen des Körpers bei der Technik des Doppelns, einer Interventionsform des Psychodramas, dar. Anhand von Übungen wird veranschaulicht, wie Therapeut und Klient den Körper und seine Reaktionen nutzen können, um in bisher als lähmend empfundenen Situationen verbale und emotionale Handlungsimpulse zu entwickeln. Die Wahrnehmung für die körperlichen Signale zu schärfen und sie während des Doppelns für die Klienten als Dolmetscherin nutzbar zu machen, wird anhand eines Fallbeispiels, Übungen und den »Zehn goldenen Regeln des Doppelns« nach Peter Soppa erklärt.

In dem Beitrag »Improtherapie« stellen Dr. Maja Dshemuchadse und Dr. Stefan Scherbaum eine Integration von Elementen aus dem Improvisationstheater in die systemische Therapie vor. Improtherapie wird von den Autoren in erster Linie als Mittel verstanden, um kindliche Kreativität und Fantasie zurückzuerobern. Das Improvisieren verschiedener Szenen verspricht dabei nicht nur Freude, sondern bereichert auch den Darsteller durch vielfältige neue Erfahrungen und Wachstumsimpulse. Grundvoraussetzung ist eine Atmosphäre, in der alles richtig und erlaubt ist. Diese wiederum kann in den unterschiedlichsten Kontexten wie zum Beispiel Psychiatrie, Psychosomatik, Pädagogik etc. therapeutische Qualitäten entfalten. Übungen und Beispiele runden diese Einführung ab.

Elisabeth Breit-Schröder, Vorsitzende des Münchener Instituts für Systemisch-integrative Therapie (MISIT e. V.), stellt in ihrem Beitrag »Die Nutzung des Körperwissens. Körperorientierte Interventionen in der systemischen Therapie« die Integration von Konzepten und Vorgehensweisen der Körperpsychotherapie nach George Downing in die systemische Therapie vor. Downings Methode basiert auf Erkenntnissen aus der Bindungs- und Säuglingsforschung. Die Auswirkungen frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf das spätere Körperrepertoire des Erwachsenen werden dargestellt. Die Autorin beschreibt anhand von Fallbeispielen verschiedene körperorientierte Interventionen, die die Wahrnehmung und Entfaltung positiver Körperempfindungen, die Regulation von Gefühlen und die Aktivierung von Fähigkeiten sowie interaktiven Kompetenzen unterstützen.

Der Körper als Ressource im systemischen Coaching

Dr. Irmgard Bohmann, Leiterin des Instituts für persönliche Entwicklung und Gesundheit, zeigt in ihrem Beitrag gemeinsam mit Dr. Josef Bohmann auf, wie der Körper des Klienten (und der des Coachs) in jeder Phase eines Coachings als Türöffner und Katalysator für gewünschte Veränderungen bzw. als Supervisor genutzt werden kann. Anhand von kleinen Übungen wird deutlich, wie die Beachtung körperlicher Signale und Ausdrucksmittel auf schnellem Weg zu Erkenntnissen und Lösungen führen kann. Mit einem Blick auf entsprechende Forschungsergebnisse und Beispielen aus der Coachingpraxis werden die Aussagen begründet und Anregungen für die Praxis gegeben.

Dr. Bernd Ahrendt, Leiter des Bereichs Weiterbildung und Personaltransfer der Hochschule Merseburg, zeigt in seinem Beitrag »Das Schürfen nach Gold: Kommunikation mit dem Körper mittels Kinesiologie« auf, wie das Körpersystem des Coachee wertvolle Informationen liefern kann, um Ressourcen zu aktivieren. Wie das im Rahmen der Analytischen Kinesiologie nach Dr. Christa Keding möglich ist, wie die Grundtechnik hierzu aussieht und wie dieses Instrument im Rahmen des Einzelcoachings integriert werden kann, wird dabei vorgestellt. Die Kinesiologie stellt innerhalb dieses Prozesses ein wertvolles Instrument dar, das den systemischen Werkzeugkoffer sinnvoll ergänzen kann.

Ella Gabriele Amann, Leiterin der »impro live! Akademie für Angewandte Improvisation« und Mitbegründerin des ResilienzForums Berlin, stellt in ihrem Beitrag »Resilienzförderung nach dem Bambus-Prinzip: Methoden der Improvisation und Bodybliss® im systemischen Coaching« die Grundzüge des Bodybliss-Trainings im Einzelcoaching auf. Beim Bodybliss-Training, welches von der Körpertherapeutin Divo G. Müller entwickelt wurde und seine Ursprünge im Continuum Movement von Emilie Conrad hat, wird mit verschiedenen Bewegungsbildern aus der Natur gearbeitet. Lehrer sind geschmeidige Katzen, urzeitliche Echsen, ausströmende Algen und die Kraft der Elemente. Ziel ist es, das natürliche Improvisationstalent im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen abrufen und in belastenden Situationen spontaner reagieren zu können.

Der Körper als Ressource in der systemischen Therapie mit Familien und Kindern

Alfons Aichinger

Mit Familien spielen

Das Psychodrama ist eine Methode, die »die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet« (Moreno, 1959, S. 77) und von einer untrennbaren Verknüpfung seelischer und körperlicher Vorgänge ausgeht. Eine körperliche Darstellung bringt vielfältigere Informationen und tiefere Emotionen hervor als das bloße Sprechen über eine Situation. Daher ist für Moreno Handeln heilender als Reden und sind »körperlicher Kontakt, Körpertherapie und Körpertraining […] ein wesentlicher Teil der psychodramatischen Situation« (Moreno, 1959, S. 84). Gebundene Kreativität soll durch das psychodramatische Spiel befreit und alternative Formen des Körpererlebens und des Ausdrucks eröffnet werden.

Wer mit Kindern arbeitet, muss erst recht den Körper – seinen und den der Kinder – mit einbeziehen. Denn je weniger Kinder die Sprache als Ausdrucksmittel zur Verfügung haben, desto beredter sind ihr Leib, ihre Körpersprache und ihre ganzkörperlichen Inszenierungen. Da der Körper einen leichten Zugang »zu allen Phänomenen und Ebenen des Erlebens und Verhaltens, also den Sinneswahrnehmungen, den Affekten, den motorischen Impulsen, den Gefühlen, aber auch zu Erinnerungen aus allen Altersstufen« (Gottwald, 2005, S. 140) bietet und die Bühne der Gefühle (Damasio, 2000) ist, bezieht das Kinderpsychodrama die körpernahen Sinne in die Psychotherapie mit Kindern ein. Dadurch können Kinder Erfahrungen gewinnen, »die den entwicklungspsychologisch relevanten, natürlich auftretenden Bedürfnissen des Kindes entsprechen« (Gäbler, 2006, S. 802).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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